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Argentoratum

Argentoratum

Straßburg (frz. Strasbourg [], elsässische Aussprache Schdroosburi) ist die historische Hauptstadt des Elsass. Die Stadt ist Hauptstadt der Region Elsass sowie Präfektur des Départements Unterelsass (Bas-Rhin). Die Präfektur verwaltet auch die beiden Arrondissements Strasbourg-Campagne und Strasbourg-Ville (von 1871 bis 1919 die Kreise "Straßburg (Land)" und "Straßburg (Stadt)"), sie bestehen aus 8 bzw. 10 Kantonen. Straßburg ist Kernstadt und größte Gemeinde im Elsass, in Bas-Rhin und im Stadtverband Straßburg (CUS). Die Stadt liegt am Fluss Ill, die sich im Stadtgebiet verzweigt. Die östlichen Stadtteile mit dem Hafen grenzen an den Rhein. Am gegenüber liegenden östlichen Rheinufer liegt auf bundesdeutscher Seite die Stadt Kehl. Straßburg ist der Endpunkt des Rhein-Marne-Kanals.

Geschichte

Rhein-Marne-KanalRhein-Marne-Kanal)]] Straßburg wurde unter dem römischen Kaiser Augustus als Argentoratum gegründet. Es war zunächst ein militärischer Außenposten in der Provinz Germania Superior. Straßburg war ab dem 4. Jahrhundert Bischofssitz und wurde im 5. Jahrhundert durch Alemannen, Hunnen und Franken erobert. 842 wurden hier die Straßburger Eide geschworen, die das älteste Dokument in französischer Sprache darstellen. Diese Eide sind zweisprachig (althochdeutsch und altfranzösisch) überliefert. Die Sprache von Stadt und Region war damals althochdeutsch. Im Mittelalter entwickelte sich Straßburg zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum und war von 1262 an freie Reichsstadt. 1439 wurde das Straßburger Münster fertig gestellt, welches bis 1874 das höchste Gebäude der Welt war. In der Reformation wurde es lutherisch. Auf dem Reichstag zu Augsburg 1529 legte Straßburg ebenfalls ein Bekenntnis zur Reformation ab. Straßburg schloss sich aber nicht den "Protestanten" der "Confessio Augustana" an, sondern legte mit Memmingen, Konstanz und Lindau ein eigenes, von Martin Bucer und Capito verfasstes Bekenntnis, die nach den vier Städten sog. Tetrapolitana ab. Nach 1648 strebte Frankreich den Rhein als Grenze an, wobei die im Westfälischen Frieden gewonnene Reichsvogtei über die elsässischen Reichsstädte den eigenen Zwecken nutzbar gemacht wurde; Straßburg blieb davon jedoch zunächst ausgenommen. Erst im Rahmen der 1679 begonnenen Reunionspolitik Königs Ludwigs XIV. geriet auch Straßburg ins Visier. Nachdem die Stadt in diesem Zusammenhang im September 1681 mitten im Frieden durch die Franzosen besetzt worden war, wurde diese Änderung der Herrschaftsverhältnisse 1697 endgültig bestätigt. Protestanten wurden von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen, das Münster wurde rekatholisiert. Allerdings blieb die Stadt deutschsprachig und kulturell deutsch geprägt. 1770 und 71 studierte hier Johann Wolfgang von Goethe. In diesen Jahren wurde die Stadt ein Kristallisationspunkt der literarischen Bewegung "Sturm und Drang". Jakob Michael Reinhold Lenz und Johann Gottfried von Herder lebten hier. Nach der französischen Revolution wurde die Stadt immer wieder zum Exil für deutsche Revolutionäre, wie z.B. für Georg Büchner. In Straßburg komponierte Claude Joseph Rouget de Lisle die Marseillaise. Marseillaise Marseillaise]Zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert verdreifachte sich die Einwohnerzahl auf 150.000. 1871, nach dem deutsch-französischen Krieg, wurde Straßburg vom neu gegründeten Deutschen Reich zur Hauptstadt des Reichslandes Elsass-Lothringen erklärt. Neben Metz und Köln wurde Straßburg nach 1871 zu einer der wichtigsten Festungen im Westen des Deutschen Reiches ausgebaut. Im Zuge der Stadterweiterung entstand eine moderne Umwallung, die ältere Wallabschnitte aus der französischen Zeit miteinbezog. Von den Wallanlagen sind Reste der Zitadelle von Vauban erhalten, vor allem aber große Teile der preußischen Befestigungen im Bereich des Bahnhofs. Hier sind heute noch Grabenwehren aus Eisen zu sehen, damals und heute eine absolute Seltenheit. Neben dieser inneren Umwallung entstand in weitem Umkreis um die Stadt ein Gürtel aus Forts, von denen die meisten heute noch stehen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Straßburg gemäß dem Versailler Vertrag von 1919 wieder Frankreich zugeschlagen. Die Abtretung an Frankreich erfolgte gemäß den 14 Punkten von US-Präsident Wilson ohne Volksabstimmung. Es ist sehr fraglich, ob ein Referendum zugunsten Frankreichs ausgegangen wäre, denn die Stadt war damals rein deutschsprachig und elsässische Soldaten hatten im Ersten Weltkrieg loyal auf deutscher Seite gekämpft. Referendum Zwischen der deutschen Invasion in Polen am 1. September 1939 und der britisch-französischen Kriegserklärung am 3. September 1939 an Deutschland wurden sämtliche Einwohner Straßburgs evakuiert, wie bei allen anderen grenznahen Ortschaften auch. Bis zum Einmarsch der deutschen Truppen Mitte Juni 1940 befand sich zehn Monate lang niemand in der Stadt, mit Ausnahme der kasernierten Soldaten. Straßburg blieb, wie der größte Teil Frankreichs, bis 1944 von Deutschland besetzt und wurde wieder von französischen Truppen unter der Führung von General Lattre de Tassigny erobert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt aufgrund des Engagements des langjähigen Straßburger Oberbürgermeisters und Spitzenpolitikers Pierre Pflimlin zum Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung und der europäischen Einigung.

Sehenswürdigkeiten und Baudenkmäler

deutsch-französischen Aussöhnung]deutsch-französischen AussöhnungStraßburgs gut erhaltene historische Altstadt Île de la Cité wird von der Ill, einem Nebenfluss des Rheins, umflossen. Sie wurde 1988 zum Weltkulturerbe erklärt. Wahrzeichen der Stadt ist das 1176-1439 erbaute romanische und gotische Straßburger Münster. Der Münsterplatz gehört zu den schönsten europäischen Stadtplätzen. Dominiert von der Westfassade des Münsters, stehen hier zahlreiche, teilweise vier- bis fünfgeschossige Fachwerkhäuser im alemannisch-süddeutschen Stil. Charakteristisch sind die steilen Dächer mit bis zu vier Dachgeschossen. An der Nordseite des Münsterplatzes steht das bekannte, reich verzierte Haus Kammerzell (siehe Bild oben). Haus KammerzellHaus KammerzellTouristisch sehr beliebt ist das so genannte "Gerberviertel" (frz. "La Petite France") am Ufer der Ill und mehrerer Kanäle mit seinen malerischen Fachwerkhäusern, kleinen Gassen und den typischen Dachgauben. Früher lag auf dieser Insel ein Militärkrankenhaus, in der Soldaten mit der so genannten "Franzosenkrankheit" behandelt wurden - man bezeichnete so abwertend die Syphilis zu Zeiten, als Straßburg noch nicht französisch war. Von diesem Begriff leitet sich der Name für das Viertel ab. Einer anderen Theorie zufolge leitet sich der Name von französischen Soldaten ab, die die Blätter der dort stehenden Weiden für heilsam hielten. Weiden Der 1908 errichtete Temple neuf in der Altstadt ist die größte protestantische Kirche Frankreichs. Weitere Denkmäler aus der Zeit des deutschen Kaiserreichs sind der Bahnhof und die Universität. Als Ersatz für die zerstörte alte Synagoge wurde 1958 die Synagogue de la Paix errichtet. Für die Konzeption des [http://deu.archinform.net/projekte/9813.htm Parkplatzes und Straßenbahnhaltestelle in Hoenheim-Nord] erhielt Zaha Hadid den Mies van der Rohe Preis für Europäische Architektur 2003. Siehe auch: Mimram-Brücke, Kléberplatz, Straßburger Münster

Kultur

Straßburger Münster

Darstellende Kunst


- Die Opéra national du Rhin mit eigenem Ballett und Orchester, dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg, kann mit Gastauftritten von Spitzenstars der Konzertwelt aufwarten und hat ein treues Abonnement-Publikum, das aus dem gesamten oberrheinischen Gebiet kommt.
- Der Kabarettist Roger Siffer betreibt seit 1984 sein eigenes Kabarett, das "Théâtre de la Choucrouterie", einer ehemaligen Sauerkrautfabrik, am Rande der Straßburger Altstadt. Seine Revues laufen gleichzeitig auf Französisch und auf Elsässisch in zwei Sälen. In die Choucrouterie kommen jährlich mehr als 20 000 Besucher.

Kultur um und im Münster


- Führungen durch das Straßburger Münster erschließen dem Besucher die Geschichte und Ästhetik eines architektonischen Höhepunktes der Gotik.
- Zur Weihnachtszeit bietet Straßburg einen der schönsten Weihnachtsmärkte überhaupt, der Christkindelsmärik. Zum Besuch laden ein: die Lage um das Münster, die elsässischen Spezialitäten, die riesige Weihnachtstanne aus den Vogesen auf dem Place Kléber, die von einer Arbeitsgruppe alljährlich ein anderes Dekor erhält, bis hin zu Weihnachtskonzerten in den Kirchen und dem Münster.

Museen


- Vogesen Das Musée des Beaux Arts präsentiert Gemälde alter Meister, aber auch von Gustav Klimt.
- Im Musée d'Alsace wird Volkskunst und Kunsthandwerk aus dem Elsass ausgestellt.
- Weithin bekannt ist das "Museum für moderne und zeitgenössische Kunst", das Musée de l'Art moderne et contemporaire, mit seiner markanten Pferdestatue auf dem Dach.
- Im Centre Tomi Ungerer ist das zeichnerische und grafische Lebenswerk des berühmten elsässischen Künstlers zu sehen. Spielzeug, Fotografien und das Familienarchiv ergänzen die einzigartige Sammlung.
- Seit 2005 bereichert das "[http://levaisseau.com/ Le Vaisseau]", ein Wissenschafts- und Technikzentrum für Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 15 Jahren die Straßburger Museumslandschaft.
- Archäologisches Museum im Palais Rohan, 2.Place du Château. Das Museum bietet die älteste Geschichte des Elsass: von der Urgeschichte bis zum Anfang des Mittelalters. Die Abteilung "Das römische Elsass" bietet eine reichaltige Sammlung von Funden des 1. - 5. Jahrh. nach Chr.
- Musée de l'oeuvre Notre-Dame . 3, place du Château, mit Meisterwerken der Gotik und der Renaissance; oberrheinische Kunst vom 11. bis 17. Jahrhundert.

Bildungseinrichtungen

Tomi Ungerer Jacques Sturm gründete 1538 das protestantische Gymnasium, das 1556 in den Rang einer Akademie erhoben und nach und nach in eine Universität (1621) und in eine königliche Universität (1631) verwandelt wurde. Im Laufe der Französischen Revolution verschwindet die Universität. 1870 wurde sie neu gegründet. Nachdem sie 1918 wieder französisch geworden war, verließ die Universität während des Zweiten Weltkriegs Straßburg und das annektierte Elsass, um sich in Clermont-Ferrand niederzulassen. Nach 1945 kehrte sie nach Straßburg zurück. Die Universität Straßburg ist in der "Europäischen Konföderation der Universitäten am Oberrhein" (EUCOR) mit den der Universität Karlsruhe, Basel, Mülhausen und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg verbunden. Sie verfügt wegen der kirchenrechtlichen Sonderstellung des Elsass als einzige in Frankreich über zwei staatlich finanzierte theologische Fakultäten (katholisch und protestantisch). In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Universität Straßburg aufgeteilt:
- Université Louis Pasteur (Strasbourg I)
- Université Marc Bloch (Strasbourg II)
- Université Robert Schuman (Strasbourg III) Außerdem gibt es in Straßburg das
- Centre régional des œuvres universitaires et scolaires de Strasbourg (Crous) Straßburg ist Sitz der französischen Verwaltungshochschule ENA (École nationale d'administration). Die größten bzw. bedeutendsten Bibliotheken Straßburgs sind:
- Bibliothèque Nationale et Universitaire
- Bibliothèque Municipale

Sport


- Racing Strasbourg spielt seit der Saison 2002/03 wieder in der höchsten französischen Fußball-Spielklasse, der Ligue 1.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt


- Johannes Tauler (
- um 1300 in Straßburg - † 1360 in Straßburg), deutscher Theologe und Mystiker
- Sebastian Brant (
- 1457 in Straßburg - † 10. Mai 1521 in Straßburg), Jurist, Schriftsteller und Humanist
- Jakob Sturm von Sturmeck (1498-1553), reformierter Bürgermeister der Stadt; evangelischer Gedenktag 30. Oktober
- Jacob Frey (
- vor 1520), Schriftsteller
- Martin Montanus (
- nach 1537 in Straßburg, Todesdatum unbekannt), deutscher Schwankdichter und Dramatiker
- Johann Fischart (
- 1546 oder 1547 in Straßburg - † 1590 in Forbach), Schriftsteller
- Johann Christof Freiherr von Bartenstein (
- 23. Oktober 1689 - † 6. August 1767 in Wien), Staatsmann und Diplomat am Wiener Hof
- Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken (
- 9. März 1721 in Straßburg - † 30. März 1774 in Darmstadt), Landgräfin von Hessen-Darmstadt
- Jean-Baptiste Kléber (
- 9. März 1753 in Straßburg), General der französischen Revolutionsarmee, er starb 1800 auf Napoléon Bonapartes Ägyptenfeldzug.
- Jean Frédéric Edelmann, (
- 5. Mai 1749, Komponist, † 14. Juli 1794 in Paris
- Anton Will (
- 1756 in Straßburg - † 12. September 1827 in München) war ein deutscher Veterinär-Mediziner.
- Gustave Doré (
- 6. Januar 1832 in Straßburg - † 23. Januar 1883 in Paris), Maler, Grafiker und Illustrator.
- Charles Friedel (
- 12. März 1832 in Straßburg - † 20. April 1899 in Montauban), französischer Chemiker
- Hugo Becker (
- 13. Februar 1863 - † 30. Juli 1941 in Geiselgasteig), Cellist, Cellolehrer und Komponist
- Hans oder Jean Arp (
- 16. September 1886 in Straßburg - † 7. Juni 1966 in Basel), deutsch-französischer Maler, Bildhauer und Dichter des Dadaismus und Surrealismus
- Rudolf Schwarz (
- 15. Mai 1897 in Straßburg - † 3. April 1961 in Köln), deutscher Architekt vor allem von katholischen Kirchenbauten
- Max Bense (
- 7. Februar 1910 in Straßburg - † 29. April 1990 in Stuttgart), deutscher Philosoph für Wissenschaftstheorie, Logik, Ästhetik und Semiotik sowie Schriftsteller und Publizist
- Marcel Marceau (
- 22. März 1923), Pantomime
- Germain Muller (
- 11. Juli 1923 - † 10. Oktober 1994) war ein Straßburger Kulturpolitiker, ein sehr populärer Kabarettist und elsässischer Dichter
- Tomi Ungerer (
- 28. November 1931), Zeichner, Illustrator, Grafiker
- Wolfgang Huber (
- 12. August 1942), Bischof und EKD-Ratsvorsitzender

Andere Persönlichkeiten


- Johann Wolfgang Goethe studierte in Straßburg Jura. Hier lernte er Friederike Brion, eine Pfarrerstochter, kennen. Die Gedichte „Willkommen und Abschied“, „Sessenheimer Lieder“ und „Heidenröslein“ entstanden hier..
- Jakob Twinger von Königshofen (1346 - 1420), Straßburger Chronist und Kanonikus der St.-Thomas-Kirche
- Johann Geiler von Kaysersberg (
- 16. März 1445 in Schaffhausen - † 10. März 1510 in Straßburg), Prediger
- Hans Baldung, genannt Grien (
- 1484 oder 1485 in Schwäbisch Gmünd - † September 1545 in Straßburg), einer der besten deutschen Maler, Zeichner und Kupferstecher der Renaissance
- Johann Carolus, Gründer der ersten gedruckten, wöchentlich erscheinenden Zeitung (1605)
- Jesaias Rompler von Löwenhalt (
- 1605 in Dinkelsbühl - † nach 1672 in Straßburg), Dichter der deutschen Barocklyrik
- Andreas Silbermann (
- 1678 - 1734, seit 1701 in Straßburg), bedeutender Orgelbauer des Barock
- Georg Büchner (1813-1837), Schriftsteller ("Lenz"), studierte in Straßburg Medizin
- Ludwig Friedländer (
- 16. Juli 1824 in Königsberg, Ostpreußen - † 16. Dezember 1909 in Straßburg), deutscher Altphilologe und Kulturhistoriker
- Georg Simmel (
- 1. März 1858 in Berlin - † 28. September 1918 in Straßburg), deutscher Soziologe und Kulturphilosoph, Begründer der „formalen Soziologie“
- Marc Bloch (
- 6. Juli 1886 in Lyon; † 16. Juni 1944 nahe Lyon), einer der bedeutendsten Historiker des 20. Jh., lehrte von 1919 bis 1937 an der Universität Straßburg, Begründer der „Annales d'histoire économique et sociale“
- Prof. Ernst von Dobschütz (
- 9. Oktober 1870 in Halle (Saale); † 20. Mai 1934 ebenda) evangelischer Theologe 1904 folgte er dem Ruf an die Universität Straßburg im Elsass als Nachfolger von Heinrich Holtzmann
- Pierre Pflimlin (
- 5. Februar 1907 in Roubaix, Flandern - † 27. Juni 2000 in Straßburg), Straßburger Oberbürgermeister von 1959 bis 1983, mehrfacher Minister der IV. und V. Republik, Ministerpräsident, Präsident des Europäischen Parlaments, machte Straßburg zur Europastadt
- Barbara Honigmann (
- 12. Februar 1949 in Berlin), deutsche Schriftstellerin, lebt seit 1984 in Straßburg

Medien

Die "Dernières nouvelles d'Alsace" ist eine zweisprachige Elsässer Tageszeitung aus Straßburg, die deutsche Auflage beträgt etwa zehn Prozent von ca. 250 000. In Straßburg wird auch das Programm des deutsch-französischen Fernsehsenders ARTE produziert.

Die europäischen Institutionen in Straßburg

ARTEDas Europäische Parlament, der Europarat, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und das Eurokorps haben in der Stadt ihren Sitz.

Verkehr

Eurokorps Bahn: Straßburg ist ein wichtiger Knotenpunkt der französischen SNCF. Der TGV aus Paris verkehrt nicht bis nach Deutschland; der deutsche ICE überquert noch nicht die Grenze bis Straßburg Straßenverkehr: Straßburg ist Ausgangspunkt der französischen Autobahn A4 Richtung Metz und Paris. Eine Verlängerung Richtung Kehl als Autobahn existiert noch nicht. Der internationale Flughafen von Straßburg liegt in Entzheim, etwa 20 km südwestlich.

Weblinks


- [http://www.strasbourg.fr die offiziellen Seiten der Stadt Straßburg]
- [http://www.ot-strasbourg.fr/ Straßburger Tourismusbüro]
- [http://www.musees-strasbourg.org/ Les Musées de Strasbourg]
- [http://archives.arte-tv.com/societe/jmberlin/dtext/gemeinde/strasbourg_chronik.html Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Strasbourg]
- [http://www.bad-bad.de/elsass/goethe.htm auf den Spuren Goethes im Elsass und in Straßburg]
- [http://www.literaturreisen.com/literaturreisen/strassburg_sturm_drang.html auf den Spuren der Stürmer & Dränger durchs Elsass und durch Straßburg]
- [http://www.schaetze-der-welt.de/denkmal.php?id=93 Unesco-Weltkulturerbe], RealPlayer-Video (14 Min.)
- [http://public-transport.net/bim/Strasbourg.htm ÖPNV in Strasbourg] Kategorie:Ort im Elsass Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Reichsstadt als:Strassburg ja:ストラスブール ko:스트라스부르 ms:Strasbourg

Französische Sprache

Die französische Sprache (Französisch) gehört zur romanischen Gruppe der indogermanischen Sprachen. Sie wird gegenwärtig von ca. 77 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Zählt man Zweitsprachler hinzu, kommt man auf ca. 130 Millionen Sprecher (Stand für beide Zahlen 1999). Der Language Code ist fr bzw. fra oder fre (nach ISO 639); für Altfranzösisch (842 bis ca. 1400) ist der Code fro und für Mittelfranzösisch (ca. 1400 bis 1600) ist der code frm.

Geschichte der französischen Sprache

Die französische Sprache entwickelte sich nach dem Zerfall des Römischen Reiches aus dem Vulgärlatein der gallo-römischen Bevölkerung in der Nordhälfte des heutigen Frankreichs. Allerdings färbte die keltische Bevölkerung die neu entstehende Volkssprache vorwiegend im Klangbild. Einen stärkeren Einfluss übten die Germanen, insbesondere die Franken, aus. Sie eroberten das Gebiet in der Spätantike und prägten den französischen Wortschatz entscheidend mit. Dabei bildeten sich verschiedene Dialekte heraus, die als Langues d'oïl zusammengefasst werden. Die ersten Dokumente, die der französischen Sprache zugeordnet werden, sind die Straßburger Eide, die 842 sowohl auf Altfranzösisch als auch auf Althochdeutsch verfasst wurden. Unter den Kapetingern kristallisiert sich Paris allmählich als politisches Zentrum Frankreichs heraus, wodurch der dortige Dialekt, das Franzische, zur Hochsprache reift. Aufgrund der zunehmend zentralistischen Politik werden die anderen Dialekte stark zurückgedrängt. Nachdem 1066 Wilhelm der Eroberer den englischen Thron besteigt, wird das normannische Französisch für zwei Jahrhunderte die Sprache des englischen Adels. In dieser Zeit wurde die englische Sprache sehr stark vom Französischen beeinflusst. Mit den Albigenserkreuzzügen erreicht Frankreich seine heutige Ausdehnung. Dabei werden die Langues d'oc (siehe unten) zugedrängt und unterdrückt. Durch den Edikt von Villers-Cotterêts wird 1539 die Französische Sprache als Landessprache Frankreichs festgelegt. Im Jahre 1634 gründete Kardinal Richelieu die Académie Française, die sich mit der "Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache" beschäftigt. Ab dem 17. Jahrhundert wird Französisch die lingua franca des europäischen Adels, zunächst in Mitteleuropa, im 18. und 19. Jahrhundert auch in Osteuropa (Polen, Russland, Rumänien). In dieser Zeit entwickelte sich Frankreich zu einer Kolonialmacht und legte damit den Grundstein für die heutige Verbreitung der französischen Sprache außerhalb Europas und der französischen Kreolsprachen. Das 1830 unabhängig gewordene Belgien erobert ebenfalls Kolonien, wo die französische Sprache eingeführt wird. Im 18. Jahrhundert übernimmt das Französische als Sprache des Adels die Domäne der internationalen Beziehungen und der Diplomatie (zuvor: Latein). Als Großbritannien im 19. Jahrhundert zur herrschenden Kolonialmacht, und die USA im 20. Jahrhundert zur Weltmacht wurden, ändert sich die Sprachsituation zu Gunsten der englischen Sprache. Mit der Dezentralisierung in den 1980er Jahren wird den Regionalsprachen sowie den Dialekten in Frankreich mehr Freiraum eingeräumt, wodurch sie eine Renaissance erfahren. 1994 wird in Frankreich das Loi Toubon erlassen, ein Gesetz, das den Schutz der französischen Sprache sichern soll.

Aussprache

Siehe: Aussprache der französischen Sprache

Verbreitung

Amtssprache

Französisch ist allein oder zusammen mit anderen Sprachen Amtssprache in folgenden Staaten (in Klammern die Anzahl der Muttersprachler) Außerdem ist Französisch eine der Amtssprachen der Europäischen, der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten sowie der Vereinten Nationen.

Sonstige Verwendung

Französisch ist darüber hinaus Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Algerien
- Andorra
- Dominica
- Kanalinseln (unter britischer Krone)
- Libanon
- Louisiana (USA)
- Marokko
- Mauretanien
- Tunesien Zudem bildet Französisch die Grundlage verschiedener Terminologien, z.B. in der gastronomischen Fachsprache und im Ballett.

Sprachvarianten der französischen Sprache

Französisch ist eine indoeuropäische Sprache und gehört zu den galloromanischen Sprachen, die in zwei Gruppen geteilt werden: langues d'oïl im nördlichen Frankreich und Belgien und langues d'oc im Süden Frankreichs. Hierbei ist der Status, was dabei Dialekt und was eigenständige Sprachen ist, umstritten. Meistens spricht man von zwei Sprachen und deren jeweiligen Patois, den französischen Dialekten. Das Französische wird den langues d'oïl zugeordnet und geht auf eine Mundart aus dem Raum Ile de France zurück. Sie grenzen sich von den langues d'oc ab, die südlich des Flusses Loire verbreitet sind und eine eigene Sprache darstellen. Die Unterscheidung bezieht sich auf die Verwendung des Wortes Ja - Oc im Süden und Oïl im Norden. Zudem ist bei den Langues d'oc, die zusammenfassend auch als Okzitanisch bezeichnet werden, der romanische Charakter stärker ausgeprägt. Daneben gibt es das Franko-Provenzalische, was mitunter keiner der beiden anderen gallo-romanischen Sprachen zugeordnet wird. Da es allerdings keine Hochsprache entwickelt hat, wird es von manchen als Dialekt der langues d'oc angesehen. Gallo-romanische Sprachen:
- langues d'oïl (Französisch)
  - Gallo, Wallonisch, Picardisch
- Franko-Provenzalisch
- langues d'oc (Okzitanisch)
  - Provenzalisch, Languedokisch, Gaskognisch Aufgrund der internationalen Verbreitung gibt es auch landestypische Eigenheiten der französischen Sprache:
- Belgisches Französisch
- Schweizer Französisch
- Französisch in den USA
  - Cajun
  - Französisch in Louisiana
  - Französisch in Neuengland
- Französisch in Kanada
  - Kanadisches oder Quebecer Französisch
  - Akadisches Französisch
  - Neufundländisches Französisch
  - Michif
- Jèrriais
- Französisch geprägte Kreolsprachen

Grammatik

Verb

Alle wichtigen Dinge zur Konjugation finden sich unter französische Konjugation

Objekt

Objektpronomen

Welches Objektpronomen ersetzt welches Objekt?
Dieses "de" kann auch ein Teilungsartikel sein.
Welches Objektpronomen steht in welcher Reihenfolge im Satz?
wobei
- [se] für ein eventuelles Reflexivpronomen steht,
Wo stehen die Objektpronomen im Satz?

- Objektpronomen stehen immer vor dem konjugierten Verb.
- Ausnahme bei Infinitivkonstruktionen: Objektpronomen stehen dann vor dem handlungstragenden Infinitiv
Beispiele

Tempus

Modus Indicatif : Modus Subjonctif : Dieses Modus existiert nicht im Deutschen. Er ist mit Konstruktionen mit "que" zu verwenden. Modus Conditionnel : Dieses Modus drückt die Bedingung aus. Außerdem hat die französische Sprache das Modus Impératif, das in Présent und Passé geteilt ist. Diese Teilung gilt auch für die Moden Participe und Infinitif.

Konnektoren

cause (Ursache)

conjonctions: parce que puisque, pour la simple et bonne raison que, comme, étant donné que, du fait que, attendu que, considérant que, vu que, soit parce que, sous prétexte que, ce n'est pas parce que, car, en effet, tellement, tant, d'autant plus que, d'autant moins que, d'autant mieux que, surtout que, à présent que, maintenant que, dès l'instant où, dès lors que, du moment que prépositions: à cause de, grâce à, avec, étant donné, du fait, à la lumière de, attendu que, eu égard à, vu, à la suite de, par suite de, sous, à, pour, par, de, à force de, faute de, par manque de, à defaut de, sous prétexte que, sous couleur de, sous couvert de

conséquence (Folge)

conjonctions: si bien que, de telle manière que, de telle façon que, de telle sorte que, en sorte que, tel +Nomen +que, verbe +tellement, verbe +tant, si +Adj. +que, au point que, tant et si bien que, tant et tant que, à telle enseigne que, pour que, il s'en faut de ... que, sans que, donc, partant, par conséquant, en conséquence, c'est pourquoi, voilà pourquoi, de ce fait, c'est pour cela que, alors, depuis lors, dès lors, de cette manière, ainsi, aussi, du coup, d'où, de là

but (Ziel)

conjonctions: pour, afin de, pour que, afin que, si...c'est pour que, de manière à, de façon à, de manière que, de façon que, de sorte que, de manière à ce que, de façon à ce que, de telle manière que, de telle façon que, de telle sorte que, pour ne pas, afin de ne pas, de peur de, de crainte de, il faut que, il suffit de prépositions: dans le but de, en vue de, à dessein de, histoire de, question de, affaire de, dans/avec l'intention de, dans la perspective de, dans le souci de, avec l'idée de, dans/avec l'espoir de, avec l'arrière-pensée de, dans le seul but de, à seule fin de, en vue de, en perspective de, dans un souci de

condition (Bedingung)

conjonctions: à condition que, à la seule condition que, à une seule contition, c'est que..., sous la condition que, pourvu que, pour peu que, si tant est que, pour autant que, dans la mesure où prépositions: à, à condition de, faute de, à defaut de, à moins de, quitte à, au risque de, avec, en das de, sans, en l'absence de, sauf, sous réserve de

hypothèse (Annahme)

conjonctions: à supposer que, en supposant que, supposé, une supposition, en admettant que, au cas où, dans le cas où, pour le cas où, dans l'hypothèse où, des fois que, suivant que, selon que, soit que, ...,autrement, ...,sans cela/quoi, ...,faute de quoi, à moins que

opposition (Gegensatz)

adverbes: au contraire, à l'opposé, inversement, en revanche, par contre, à la place prépositions: contrairement à, au contraire de, contre, à l'encontre de, à/au rebours de, à l'opposé de, à l'inverse de, au détriment de, face à, en face de, à côté de, auprès de, au lieu de, à la place de, loin de conjonctions: et, alors que, tandis que, alors même que, pendant que, tandis que, cependant que, là où, autant...autant..., au lieu que

concession (Einschränkung)

adverbes: pourtant, cependant, nonobstant, néanmoins, toutefois, seulement, malheureusement, quand même, tout de même, malgré tout coordonnants: mais, or, et prépositions: malgré, sans, en dépit de, au mépris de, nonobstant, avec, pour, sans, au risque de, quitte à conjonctions: bien que, quoique, sans que, encore que, même si, quand bien même, tout/pour/si/aussi/quelque +Adj. +que +Subj., quoi que ce soit, quoi qu'il arrive/advienne, où que, quel que soit

comparaison (Vergleich)

conjonctions: comme, comme pour, comme quand, comme lorsque, aussi +Adj./Adv. +que..., autant +de +Nominalgruppe +que..., rien ne...tant que, ainsi que, au même titre que, de même que, tel que, tel...,tel..., autant...,autant..., plus...que, rien de plus +Adj...que de +Inf., davantage, meilleur que, mieux que, pire que, pis que, plutôt que, à mesure que, au fur et à mesure que, tant que, plus...,plus..., moins...,moins..., d'autant plus/moins/mieux...que... prépositions: comme, de, en

Französische Wendungen im deutschen Sprachgebrauch


- à - je, zu (je), für (je); vor Preisangaben von Waren.
- à bas [a'ba] - "nieder mit".
- a condition - bedingungsweise (Lieferung).
- à deux mains - mit beiden Händen
- à discretion - nach Belieben.
- à fonds perdu - auf Verlustkonto, nichtrückzahlbar.
- à jour - "bis zu dem Tage", auf dem laufenden.
- à la ... - nach Art von ...
- à la bonne heure - ["zur guten Stunde"], sehr gut!, bravo!, ausgezeichnet!
- à la carte [-'kart] - nach der (Speise-)Karte, nach Wahl
- à la mode - nach der Mode, modisch
- à la suite[-'syit] - im Gefolge
- à propos - nebenher bemerkt
- à quatre - zu vieren
- à tout prix - um jeden Preis
- comme il faut - wie es sich gehört
- déjà-vu
- jour-fix
- peut-à-peut
- vis-à-vis

Sprachregulierung

Die Französische Sprache wird reguliert durch:
- Académie française
- Loi Toubon - Gesetz zum Schutz der französischen Sprache

Siehe auch


- Frankophonie
- Sprachen in Frankreich
- Französische Rechtschreibreform
- Französischunterricht
- Argot
- Verlan
- Gérondif
- Gallizismus

Weblinks


- [http://www.academie-francaise.fr/ L'académie française]
- [http://sf.gidoo.de/de/service/rectifications-orthographiques.html Informationen zu den orthografischen Korrekturen (rectifications orthographiques)]
- [http://www.russki-mat.net/frz/Argot.htm Wörterbuch der französischen Umgangssprache]
- [http://www.sprachurlaub.de/service/franzoesisch-lernen.htm Vollständige franzöische Grammatik - sehr anschaulich]
- [http://www.verben.info/ Französische Verben online üben]
- Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Romanische Sprache Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Schweizer Sprache als:Französische Sprache ja:フランス語 ko:프랑스어 simple:French language th:ภาษาฝรั่งเศส zh-min-nan:Hoat-gí

Elsässische Sprache

Unter der Bezeichnung Elsässerdeutsch oder Elsässisch (elsässisch: Elsässerditsch) werden die im Elsass gesprochenen alemannischen Dialekte zusammengefasst. Im größten Teil des Elsass wird Oberrhein-Alemannisch gesprochen, lediglich der Sundgau mit Randbereichen im Süden gehört zum Südalemannischen. Im nördlichsten Teil des Elsass wird Pfälzisch gesprochen. Die deutschen Dialekte in Lothringen gehören nicht zu dieser Dialektgruppe. Die elsässische Wortschatz wird beschrieben im Wörterbuch der elsässischen Mundarten.

Sprachgeschichte und -geographie

Wörterbuch der elsässischen Mundarten Die Mundarten des Elsaß gehören ganz überwiegend zum Alemannischen. Dabei bestehen sehr große Unterschiede zwischen den Dialekten des Unterelsaß und denen des Sundgau im Süden. Diese Unterschiede in Aussprache und Grammatik haben sich im wesentlich während des Mittelalters herausgebildet und zwar gleichzeitig auf beiden Seiten des Rheins. Die sprachgeographischen Verhältnisse können durch den Verlauf von Isoglossen dargestellt werden [nach Maurer, F. (1972) modifiziert nach Klausmann, H. et al. (1994)]. Die rote, in N-S-Richtung verlaufende westliche Linie stellt die 1871 gezogenen Staatsgrenze zwischen Frankreich und dem "Reichsland Elsass-Lothringen" dar. Diese deckt sich nicht mit der Sprachgrenze zwischen Französisch und Deutsch, da bereits vor der Eroberung durch das Königreich Frankreich im 17. Jahrhundert einige Gebiete östlich dieser Grenze französisch- bzw. romanischsprachig waren. Beispiele hierfür sind das obere Tal der Bruche (Breusch) um Schirmeck, das Tal von Sainte-Marie-aux-Mines (Markirch) einschließlich Lièpvre, das Dorf Aubure (Altweier), die Gegend um Lapoutroie (Schnierlach), die Region um Montreux-Vieux und die Dörfer Courtavon und Levoncourt. Von übergeordneter Bedeutung für die Gliederung des Oberrhein-Alemannischen, das früher als Niederalemannisch bezeichnet wurde, sind dabei die beiden Grenzlinien
- Bruder, Bruuder ↔ Bruader, Brüeder, Brueder im Norden sowie
- Kind ↔ Chind-Grenze im Süden. Die erstere beschreibt die große Sprachgrenze zwischen dem fränkischen und dem alemannischen, die Kind/Chind-Grenze trennt das Oberrhein-Alemannische vom Südalemannischen, das seine Hauptverbreitung in der Schweiz hat. Dazwischen sind mehrere Isoglossen dargestellt, an denen sich die sog. "Rheinstaffeln" besonders schön zeigen lassen. Die Entstehung dieser Staffeln kann man sich dadurch erklären, daß im Mittelalter, in dem das Elsaß eine überragende Bedeutung im Deutschen Reich hatte, die Einflüsse der "modernen" fränkischen Dialekte durch den stärkeren Verkehr im Elsaß schneller vorgedrungen sind als auf der rechten Rheinseite.
- gwää, gwä, gwan ↔ gsii, gsi, gsin -- gewesen
- Seif ↔ Seife, Seifa, Seifi, Seipfe -- Seife
- sei ↔ bisch, bis -- Befehlsform (sei still!) Damit wird auch deutlich, daß die Dialekte auf der elsässischen Seite bis ins 17. Jahrhundert eine gemeinsame lautliche und grammatikalische Entwicklung mit dem gesamten Oberrheindialekt hatten. Spezifisch für das Elsässerdeutsch sind erst die zahlreichen Einflüsse aus dem französischen nach der Annexion des Elsaß im Laufe des 17. Jahrhunderts, vor allem jedoch nach der rigorosen Politik der "Spracheinheit" durch Frankreich nach der Französischen Revolution. Diese Auswirkungen beschränken sich jedoch fast ausschließlich auf die Übernahme neuer Wörter, die im übrigen mit alemannischer Lautung und Betonung ausgesprochen werden und die vielfach der angestammten Grammatik unterworfen und damit sprachlich "alemannisiert" worden sind. Merkmale der alemannischen Mundart in verschiedenen Gegenden des Elsaß, die aber durchaus auch rechtsrheinisch gesprochen werden: hochdeutsches und alemannisches er und ir wird zu r:
- deutsch Mutter - alemannisch Muodder - elsässisch Muodr
- deutsch wir - alemannisch mir - elsässisch mr eine sonst untypische Lautverschiebung von g zu w:
- deutsch Magen,Wagen - alemannisch Mage,Wage - elsässisch (ebenfalls im rechtsrheinischen Hanauerland) Mawe,Wawe/Waue Verwendung vieler französischer Wortstämme:
- deutsch Fahrrad - elsässisch Velo (auch in Teilen Südbadens und der Schweiz üblich)
- deutsch Bürgersteig - elsässisch Trottoir (auch in anderen Gegenden Deutschlands, in Baden und der Schweiz üblich) Ein Beispiel für "Alemannisierung": Wörter französischer Herkunft werden mit deutschen Grammatik-Endungen verwendet -> deutsch wählen - elsässisch schwasîere(n) (von französisch choisir)

Vergleich Dialekte Schlettstadt - Kaiserstuhl mit Schriftdeutsch

Am Beispiel einer Ansprache, die bei einer muttersprachlichen Gesellschaft in Schlettstadt gehalten wurde [http://www.heimetsproch.org/2_association/ag-2004.htm], soll ein Vergleich zwischen Elsässerdeutsch in der Gegend von Schlettstadt, dem Dialekt, wie er am Kaiserstuhl gesprochen wird und Schriftdeutsch dienen.

Stroossburijer Dialekt

Isszitt S’isch kalt drüsse, isskalt! Un wenn von de Kerichühre d’Schläg erab rolle, verkleppere se in de Stross und verfahre wie d’Isszäpfe, wie sich von Büchieslidach leese und ins gefrorene Dräckgräwel falle. S’isch still, drüsse, isstill! Isszäpfe hänge vom Büchhieseldach erunter, dick wie Glockeseil.! Un manchmol, ganz ploetzlig, weisch nit worum, bekummt einer s’Iwergwicht un fallt sänkrächt in de Schnee, wie n’r versinkt und numm noch a Loch losst in de Schneekruscht. Un es rennt d’r e kalter Schücker de Buckel nunter... vor dem dursichtige, spitzige, gschliffene Dolch. Un dee Schneekruscht splitert uff wie de Glasürzucker, wenn me de Neujohrskueche anschnied. E verklärti Welt draijt si in’re blasse Wintersunn, wie d’Kölje im Kerzeliecht vom Tannibauim! De Froscht hücht sinni Kunscht an d’Fenschter in Sternesplitter, Schneebluescht, Heckreesle un Heckebletter. D’Luft isch issig, bissig! Gfrore, stiff und starr, in Riffe und Froscht isch s’Hoeftel, wiss, silwrig und liss in Iss und Glarriss de Garte. D’Matt macht e Buckel untrem wisse Schimmelpeltz vum Froscht wie e satti milchigi Schoofwoll... ...... (Üsszug üss Emilienne Kauffmann. In: Basler Zeitung 10. Jan. 1997)

Elsässisch heute

Laut einer Studie von 2001 bezeichnen sich 61 Prozent der Bevölkerung des Elsass als elsässischsprechend (DNA/ISERCO Untersuchung veröffentlicht in "Dernières Nouvelles d’Alsace" vom 21. September 2001, im Artikel "Erosion naturelle", Claude Keiflin). Von den Jugendlichen gab nur jeder vierte an, sich gelegentlich in der Regionalsprache zu unterhalten. Nur noch etwa 5 Prozent der Schulanfänger verfügen über entsprechende Sprachkenntnisse, da nur 28,8 Prozent der Eltern ihren Kindern mindestens ein wenig Elsässisch beibringen. Deutlich ist ein Stadt-Land-Gefälle zuungunsten der Städte. Am besten konnte sich die Sprache im Norden und Nordwesten (Unterelsass) und in landwirtschaftlichen Berufen und Berufen mit viel Publikumsverkehr erhalten. Mitte des 20. Jahrhunderts verstanden noch etwa 90 Prozent Elsässisch (Elsässerdeutsch) und/oder Hochdeutsch. Straßenschilder sind oft zweisprachig auf Französisch und Elsässisch bzw. bei Straßenname mit dem alten deutschen Namen aufgeführt. Dafür können Fördermittel bei der OCLA (Office pour la Langue & la Culture d'Alsace) beantragt werden. Auch werden manche Ortsschilder seit mehreren Jahren neben dem offiziellem Namen auch mit dem elsässisch gesprochenem Namen beschrieben. Beispiel: Steinbourg, "Steiweri". In jüngerer Zeit wird ein zweisprachiger Unterricht angestrebt. Dafür engagieren sich nicht nur Privatinitiativen, sondern auch zunehmend die Administration, die den Wirtschaftsfaktor Bilinguismus erhalten möchte. Schriftsteller, die französisch, hochdeutsch und elsässisch schreiben oder schrieben sind unter anderem René Schickele, Jean Egen und André Weckmann. Besonders Weckmann hat in seinen Gedichten die Tragödie des Elsässischen Dialekts und der Elsässer Identität eindringlich beschrieben.

... und morgen – am Abgrund des Verstummens

Die Situation des elsässischen Dialekts wird in den übrigen deutschsprachigen Ländern kaum wahrgenommen. Lediglich in der benachbarten Schweiz findet man in Zeitungen immer wieder Artikel, die sich mit diesem Thema beschäftigen. In Deutschland gibt es neben Gleichgültigkeit vor allem zwei extreme Standpunkte. Die deutschnational Gesinnten beklagen die Unterdrückung des Dialekts durch den französischen Staat und benutzen dies zu ihren Zwecken, ohne zu bedenken, daß die nahe verwandten Dialekte auf der rechten Rheinseite durch die Hochsprache ebenfalls in Lautung, Grammatik und Vokabular in den letzten Jahrzehnten stark bedrängt werden. Die "politisch Korrekten" betonen, daß dies eben "französische Sprachpolitik" und damit ein innerfranzösisches Problem sei und im übrigen auch andere Minderheitensprachen in Frankreich betroffen seien. .. das Nachwort des Dialektforschers Fernand Hoffmann zu André Weckmanns Gedichtband "elsassischi grammatik oder ein Versuch die Sprache auszuloten" trifft den Nerv der Situation des Elsässischen heute: "Was ich eben gelesen habe, das ist Lyrik in höchster Potenz. Aus dem Schweigen geboren. Dem Schweigen überantwortet. Dem Schweigen abgerungen. Innere Schreie. Zum Flüstern, gedämpft von tapfer hinuntergerungenen Tränen. Verlorene Worte, aufgesammelt am Abgrund des Verstummens. Elsässisches Schicksal, elsässisches Leid in lyrischen Kürzeln."

Epilog: speak white!

im unterelsässischen Dialekt von André Weckmann (Auszug )

Schriften


- Klausmann, Hubert, Konrad Kunze und Renate Schrambke (1994): Kleiner Dialektatlas - Alemannisch und Schwäbisch in Baden-Württemberg. Veröff. Alem. Inst. Frbg. Themen der Landeskunde 6:192 S. Konkordia Bühl/Baden.
- Maurer, Friedrich (1972): Neue Forschungen zur südwestdeutschen Sprachgeschichte. In: Sprachgeographie Beih. Wirkendes Wort. 21:119-163. Schwann Düsseldorf. Siehe auch: Elsass, Lothringisch (Fränkisch), Lothringisch (Romanisch), Baseldeutsch

Weblinks


- [http://site.voila.fr/ René-Schickele-Gesellschaft]
- [http://www.verdammi.org/ Verdammi - De web uf Elsässisch]
- [http://de.olcalsace.org/ Office pour la Langue & la Culture d'Alsace / Amt für Sprache und Kultur im Elsass] Kategorie:Alemannisch Kategorie:Elsass als:Elsässisch ja:アルザス語

Elsass

Das Elsass bzw. Elsaß (frz. Alsace []) ist eine Region im Nordosten der Republik Frankreich. Sie grenzt im Norden und Osten an die Bundesrepublik Deutschland und im Süden an die Schweiz. Ihre Hauptstadt ist Straßburg (frz. Strasbourg). Das Elsass besteht aus den Bezirken (frz. Départements) Unterelsass (Bas-Rhin) mit Sitz der Regionalverwaltung (frz. Präfektur) in Straßburg und Oberelsass (Haut-Rhin) mit Sitz der Regionalverwaltung in Colmar.

Geographie

Das Elsass hat eine Größe von 8.280 km². Es hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 190 Kilometern, während die West-Ost-Ausdehnung nur 50 Kilometer beträgt. Im Osten wird das Elsass durch den Rhein begrenzt, im Westen durch den Hauptkamm der Vogesen. Die elsässische Region grenzt im Norden an Rheinland-Pfalz, im Osten an Baden-Württemberg, im Süden an die Schweizer Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn und im Südwesten an die Freigrafschaft Franche-Comté sowie im Westen an Lothringen. Lothringen Im Elsass finden sich drei unterschiedliche Landschaftstypen:
- Im Osten liegt die elsässische Ebene (Plaine d’Alsace), die mit Baden den südlichen Teil des Oberrheingrabens bildet. Sie wird von der Ill durchflossen und ist von Getreideanbau geprägt. Es gibt noch große Waldgebiete wie den Hagenauer Forst im Norden und den Hardter Wald im Süden.
- Im Westen wird das Landschaftsbild von den Vogesen dominiert, die von den breiten Tälern der Illzuflüsse durchzogen sind. Hier findet man Hochweiden (Hautes Chaumes), die sich mit Wäldern abwechseln. Der Große Belchen (frz. Grand Ballon) ist der höchste Berg im Elsass.
- Die Hügel der Untervogesen verbinden die oben genannten Landschaftstypen. Typisch für dieses Piemont der Vogesen sind die elsässischen Weinberge.

Wirtschaft

Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 20.750 Euro pro Einwohner steht das Elsass an zweiter Stelle aller Regionen in Frankreich. Das Elsass ist eine Region, in der viele Wirtschaftszweige ansässig sind:
- Weinbau (vor allem in der Gegend zwischen Schlettstadt und Colmar an der elsässischen Weinstraße). Siehe hierzu den Artikel Elsass (Weinbaugebiet).
- Hopfenanbau und Bierbrauerei; die Hälfte der französischen Bierproduktion kommt aus dem Elsass, vor allem aus der Gegend von Straßburg wie Schiltigheim und Obernai (dt. Oberehnheim). Kronenbourg wird seit 1664 in Straßburg gebraut, der Name des Biers leitet sich ab von der Kronenburg bei Marlenheim.
- Forstwirtschaft
- Automobilindustrie (Mülhausen)
- Biotechnologie im Technologiepark [http://www.alsace-biovalley.com/ Biovalley], dem in Europa führenden Zentrum dieser Art
- Tourismus
- sowie weitere Industrie- und Dienstleistungsbereiche Das Elsass ist wirtschaftlich stark international ausgerichtet: an etwa 35% der Unternehmen im Elsass sind ausländische Firmen aus Deutschland, der Schweiz, den USA, Japan und Skandinavien beteiligt. Im Jahr 2002 kamen rund 38,5% der elsässischen Importe aus Deutschland. Die dortige Krise auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch auf das Elsass übertragen. Bisher von hohen Arbeitlosenzahlen verschont geblieben, hat sich dies mittlerweile geändert und die Zahlen stiegen stark (+20% zwischen März 2002 und März 2003 auf 6,8%). Verursacht wurde dies durch die wirtschaftliche Krise der Industriebetriebe, in denen 26% der Elsässer beschäftigt sind. Die elsässische Wirtschaft versucht sich daher umzuorientieren und neue Arbeitsfelder auf dem Dienstleistungssektor und in der Forschung zu erschließen. Im Bergbau, der ein Jahrhundert lang rund 560 Millionen Tonnen Kalisalz gefördert hat, arbeiteten noch im Jahr 1950 etwa 13.000 Beschäftigte. Heute ist der Bergbau nur noch Thema eines Museums bei Wittelsheim. Das Elsass ist eines der größten europäischen Anbaugebiete für Weißkraut, das zu Sauerkraut weiter verarbeitet wird. Seit dem Mittelalter spielte auch der Flachsanbau und die Leinenweberei insbesondere in der Gegend um Colmar eine große Rolle. Ein typisch elsässisches Leinengewebe ist der karierte Kelsch.

Geschichte

Siehe: Hauptartikel Geschichte des Elsass Seit dem Sieg der germanischen Franken über die germanischen Alamannen 496 n. Chr. gehörte das linke Rheinufer zwischen Basel und der Pfalz als Herzogtum zum Reich der Franken. In dieser Zeit entstand der Name Elsass, von althochdeutsch ali-saz (Fremdsitz). Straßburg war, spätestens seitdem es 614 Bischofssitz geworden war, die wichtigste Stadt der Region. Die so genannten Straßburger Eide, die Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche anlässlich der fränkischen Reichsteilung 843 zu Straßburg beschworen, sind frühe schriftliche Zeugnisse des Altfranzösischen und des Althochdeutschen. Durch den Vertrag von Mersen kam 870 das Elsass zum ostfränkischen Reich, dem späteren Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, und wurde Teil des Stammesherzogtums Schwaben. Ursprünglich war das Elsass in zwei Grafschaften, das Nordgau und das Sundgau, geteilt, zerfiel jedoch bald in eine Vielzahl von kleinen Herrschaften, darunter neben Straßburg die zehn Reichsstädte Hagenau, Rosheim, Colmar, Schlettstadt, Weißenburg, Oberehnheim, Mülhausen, Kaisersberg, Türkheim und Münster. Neben den Städten konnten nur der Bischof von Straßburg und die Habsburger als Landgrafen des Sundgau größere Territorien bilden. Als Rudolf von Habsburg zum deutschen König gewählt wurde, war der Sundgau sein bedeutendstes Territorium. Die französische Expansion in Richtung Rhein setzte im 14. Jahrhundert ein. Nach dem Dreißigjährigen Krieg musste Kaiser Ferdinand III. im Westfälischen Frieden 1648 die habsburgischen Besitzungen im Elsass an Frankreich abtreten. 1678 erhielt Frankreich auch noch den Rest des Elsass außer Straßburg und Mülhausen. 1681 wurde Straßburg auf Befehl Ludwig XIV. trotzdem besetzt und musste sich ebenfalls der französischen Herrschaft beugen. Mülhausen gehörte bis 1798 als zugewandter Ort zur Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die französische Herrschaft war für das Elsass insoweit von wirtschaftlicher Hinsicht vorteilhaft, da nun die einheitliche französische Königsherrschaft an die Stelle einer Vielzahl von deutschen Kleinherrschaften trat. Die deutsche Muttersprache der Elsässer wurde in dieser Zeit nicht durch die französische Sprache bedroht. Die Bande zu Deutschland rissen daher nicht ab. Im 18. Jahrhundert studierten Herder und Goethe an der Universität Straßburg, an der nach wie vor auf Deutsch gelehrt werden durfte. Das Französische wurde dagegen insbesondere durch französische Einwanderer in der öffentlichen Verwaltung und als Sprache der städtischen Eliten gesprochen. Nach der französischen Revolution wurde im Zuge der Zentralisierung Frankreichs die Provinz Elsass aufgelöst und die beiden Bezirke Ober- und Unterrhein (Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin) gegründet. Nach dem Sieg über Napoleons Truppen wurde auf dem Wiener Kongress die Abtretung des Elsass an Deutschland erwogen. Da man sich aber nicht einigen konnte, welcher deutscher Staat diese reiche Region erhalten sollte, blieb sie schließlich 1815 bei Frankreich. Nach der Niederlage Frankreichs im Deutsch-französischen Krieg 1871 wurde das Elsass und ein Teil von Lothringen im Friede von Frankfurt von Frankreich an das neu gegründete Deutsche Kaiserreich abgetreten. Da sich aber die meisten Elsässer an den Status Quo gewöhnt hatten, war die Freude über den Reichsanschluss nicht bei jedem Elsässer vorhanden. Vor allem die französischsprachige Elite (etwa 100.000) verließ danach das Land in Richtung Frankreich. Als Teil des Reichsland Elsaß-Lothringen wurde das Elsass direkt von der reichsdeutschen Zentralregierung verwaltet. 1911 erhielt es den Status eines Reichslandes. In Frankreich, das sich nach wie vor als europäische Großmacht betrachtete, entwickelte sich nach der Kriegsniederlage gegen die deutschen Staaten der Revisionismus. Die Rückgewinnung des Elsass war eines der Hauptziele französischer Außenpolitik gegenüber dem neuen deutschen Kaiserreich im Osten. Mit der Niederlage im ersten Weltkrieg musste das Deutsche Reich das Reichsland Elsaß-Lothringen 1918 wieder an Frankreich abtreten. Eine Volksabstimmung über die staatliche Zugehörigkeit des Elsass fand trotz massiver Proteste nicht statt. Dagegen wurde die elsässische Region wieder völlig in den zentralistischen französischen Staat eingegliedert und die französische Sprache als alleinige Amts- und Schulsprache eingeführt. Man wollte eine rasche und intensive Angleichung an die Verhältnisse im übrigen Frankreich erzwingen. Als Reichsland Elsaß-Lothringen hatte das Elsass eine minimale politsche Autonomie gegenüber dem Reich besessen; in Frankreich war es dagegen direkt der Zentralregierung unterstellt. Diejenigen elsässischen Politiker, welche sich für eine Autonomie (auch) innerhalb des französischen Staates einsetzten, wurden als Landesverräter verfolgt und zum Teil zum Tode verurteilt. Die deutschen Beamten und die nach 1871 zugezogenen deutschen Bewohner des Elsass mussten das Land verlassen. Im Gegenzug kehrten zahreiche Elsässer zurück, die 1871 für Frankreich optiert hatten. In der Zwischenkriegszeit verbesserten sich die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland wegen der Kriegsschuldfrage und den französischen Reparationsforderungen nur langsam. Im Vertrag von Locarno (1926) akzeptierte Deutschland aber schliesslich die neue Westgrenze, um einerseits die internationale Isolation zu durchbrechen und andererseits weitere französische Ansprüche in Saarland und Rheinland abzuwehren. Obwohl die Revision der Versailler Verträge eines der Hauptziele der nationalsozialistischen Diktatur war, genoss eine Rückgewinnung des Elsass in der deutschen Propaganda keinen grossen Stellenwert. Dafür war die Aufmerksamkeit von Adolf Hitler zu sehr auf die Gewinnung von "Lebensraum im Osten" ausgerichtet. Mit Beginn des Frankreich-Feldzuges (1940) besetzte die deutsche Wehrmacht das Elsass, das nach der französischen Niederlage, ohne völkerrechtlich von Frankreich abgetrennt zu werden, einer deutschen Zivilverwaltung unterstellt und dem Gau Baden angeschlossen wurde. Wehrfähige Elsässer wurden als Volksdeutsche auch gegen ihren Willen in die Wehrmacht eingezogen. Zahlreichen Elsässern gelang es trotzdem, sich der französischen Armee und später der Résistance anzuschließen. 1945 wurde das Elsass wieder in Frankreich integriert. Das Elsässer Land wechselte in der Geschichte insgesamt sechs Mal zwischen Deutschland und Frankreich. 1973 wurde die neue Region Elsass (Région Alsace) geschaffen. 1976 erhielt das Elsass zwar seine kulturelle, allerdings keine sprachlich-kulturelle Autonomie. Nach wie vor gilt auch für die alemannischen Elsässer das Französische als alleinige Amts- und Schulsprache und die Zahl der Menschen, die heute noch das Elsässische beherrschen, ist seit Jahren rückläufig. Das Elsass mit seiner Landeshauptstadt Straßburg ist heute Sitz des EU-Parlamentes und inzwischen zu einer bedeutenden Region in der EU und in Europa geworden. Durch das Schengener Abkommen herrscht an den Staatsgrenzen freie Fahrt.

Städte

Die größten Städte der Region (mehr als 15.000 Einwohner im Jahr 1999) sind:
- Straßburg (frz. Strasbourg) (264.115 Einwohner)
- Mülhausen (frz. Mulhouse) (110.359 Einwohner)
- Colmar (65.136 Einwohner)
- Hagenau (frz. Haguenau) (32.242 Einwohner)
- Schiltigheim (30.841 Einwohner)
- Illkirch-Grafenstaden (frz. Illkirch-Graffenstaden) (23.815 Einwohner)
- Schlettstadt (frz. Sélestat) (17.000 Einwohner)

Verkehr

Straßennetz

Die wichtigste Straßenverbindung im Elsass ist die mautfreie Autobahn A 35, sie ist die Nord-Süd-Verbindung von Lauterbourg (dt. Lauterburg) bis St. Louis (dt. Birsen) bei Basel. Südlich von Straßburg verläuft die A 35 auf einer kurzen Strecke als Nationalstraße, wobei geplant ist, diese Lücke zu schließen. Die vielbefahrene A 4 führt von Straßburg nach Zabern (frz. Saverne) und weiter bis Paris. Sie ist ab der Mautstelle bei Hochfelden (20 km nordwestlich von Straßburg) mautpflichtig. Die A 36 führt von der deutschen A 5 vom Autobahndreieck Neuenburg aus nach Westen in Richtung Paris/Lyon und wird ab der Mautstelle bei Burnhaupt mautpflichtig. In den 1970er und 1980er Jahren wurden die Autobahnen in Transitstrecken und in Ausfallstraßen für die großen Ballungsgebiete umgewandelt. Seitdem fließt der Durchgangsverkehr in 2 bis 3 Fahrspuren in 1 km Entfernung um Straßburg und in 1,5 km Entfernung um Mülhausen herum. Die hohe Verkehrsdichte verursacht starke Umweltbelastungen, das gilt vor allem auf der A 35 bei Straßburg mit 170.000 Fahrzeugen pro Tag (Stand: 2002). Auch der starke Stadtverkehr auf der A 36 bei Mülhausen hat regelmäßig Verkehrsbehinderungen zur Folge. Dies konnte nur vorübergehend durch den Ausbau auf drei Fahrspuren pro Richtung vermindert werden. Um den Nord-Süd-Durchgangsverkehr aufzunehmen und Straßburg zu entlasten, plant man eine neue Autobahntrasse westlich der Stadt. Diese Trasse soll das Autobahndreieck bei Hördt im Norden mit Innenheim im Süden verbinden. Die Eröffnung ist auf Ende 2011 angesetzt. Man erwartet dann ein Verkehrsaufkommen von 41.000 Fahrzeugen pro Tag. Der Nutzen ist jedoch umstritten, nach einigen Schätzungen wird die neue Trasse nur 10% des Verkehrsaufkommens der A 35 bei Straßburg aufnehmen. Hinzu kommt wegen der Einführung der Lkw-Maut in Deutschland 2005 eine erhebliche Zunahme des zuvor über die deutsche A 5 gefahrenen Lastverkehrs auf die parallel verlaufende und mautfreie elsässische Autobahn. Daher forderte Anfang 2005 Adrien Zeller, der Präsident der Région Alsace, die Ausweitung des deutschen Mautsystems Toll Collect auf die elsässische Strecke.

Eisenbahnnetz

Da die Vogesen nur über die Zaberner Steige, die Burgundische Pforte und einige weniger zugängliche Pässe überwindbar sind, gibt es verschiedene Projekte, das Elsass besser an den Rest Frankreichs anzuschließen:
- Der TGV Ost von Paris nach Straßburg; (im Bau, Fertigstellung gegen 2007)
- Der TGV Rhein-Rhône von Dijon nach Mülhausen (Baubeginn ab 2006)
- Eine Verbindung mit dem deutschen ICE über Kehl
- Die Stadtbahn von Mülhausen, die bereits in Bau ist, und von Straßburg(2011) Der Vogesentunnel von Sainte-Marie-aux-Mines (Markirch) nach Saint-Dié-des-Vosges (dt. St. Didel) war bis 1973 ein Eisenbahntunnel. Seit 1976 ist er als Mautstrecke dem Straßenverkehr vorbehalten. Der Tunnel ist von 2004 bis 2007 zur Erweiterung der Sicherheitsvorrichtungen gesperrt.

Wasserstraßen

In den elsässischen Häfen werden über 15 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Drei Viertel davon entfallen auf Straßburg, das den zweitgrößten Binnenhafen Frankreichs hat. Die Erweiterung des Rhein-Rhône-Kanals, der die Rhône und damit das Mittelmeer mit dem mitteleuropäischen Flussnetz (Rhein) und damit der Nordsee und der Ostsee verbindet, wurde 1998 wegen der Kosten und der Zerstörung der Landschaft, vor allem im Tal des Doubs, eingestellt.

Flugverkehr

Es gibt im Elsass zwei internationale Flughäfen:
- Der Aéroport International Strasbourg bei Entzheim im Südwesten von Straßburg
- Der Flughafen Basel-Mülhausen-Freiburg (EuroAirport Bâle-Mulhouse-Fribourg) zwischen Mülhausen und Basel Beide Flughäfen hatten zusammen 1998 ein Aufkommen von 5.155.380 Passagieren.

Sprache der Elsässer

Seit der alemannischen und fränkischen Besiedelung im frühen Mittelalter wurde im Elsass mehrheitlich Elsässerdeutsch gesprochen. Dieser alemannische Dialekt weist – wie jeder deutsche Dialekt – große regionale Unterschiede auf, insbesonders zwischen Nord (Straßburg) und Süd (Mülhausen). Nach der Eroberung des Elsass durch französische Truppen 1639 blieb deutsch oder der elsässische Dialekt bis zur Zeit der Französischen Revolution die beherrschende Sprache. Nach der Französischen Revolution änderte sich die Sprachpolitik des französischen Staates, der danach für Frankreich die sprachliche Einheit propagierte. So drang die französische Sprache insbesondere in Straßburg sowie in bürgerlichen Kreisen der anderen Städte vor. Auf dem Land dagegen konnten die Maßnahmen der französischen Staatsmacht den Dialekt nicht grundlegend ändern. Hier breiteten sich allenfalls französische Wörter aus, die jedoch in den meisten Fällen der angestammten alemannischen Grammatik und Betonung unterworfen wurden. Mit dem Anschluss des Elsass an das Deutsche Reich 1871 wurde Deutsch wieder als Amtssprache eingeführt. Die Sprachenfrage wurde in einem Gesetz vom März 1872 zunächst so geregelt, dass grundsätzlich die amtliche Geschäftssprache deutsch war, jedoch in den Landesteilen mit überwiegend französisch sprechender Bevölkerung den öffentlichen Bekanntmachungen und Erlassen eine französische Übersetzung beigefügt werden sollte. In einem weiteren Gesetz von 1873 wurde für die Bezirksverwaltungen von Lothringen und die Kreisverwaltungen derjenigen Kreise, in denen die französische Sprache ganz oder teilweise Volkssprache war, der Gebrauch des Französischen als Geschäftssprache zugelassen. In einem Gesetz über das Unterrichtswesen von 1873 wurde geregelt, dass in den Gebieten mit Deutsch als Volkssprache diese auch ausschließliche Schulsprache war, während in den Gebieten mit überwiegend französisch sprechender Bevölkerung der Unterricht ausschließlich in französischer Sprache gehalten wurde. Als das Elsass 1918 wieder an Frankreich fiel, betrieb der französische Staat eine sehr restriktive Sprachpolitik. In Schule und Verwaltung war ausschließlich die französische Sprache zugelassen, zeitweise wurde bei Strafe verboten, Elsässisch zu sprechen. Ziel dieser Politik war, den elsässischen Dialekt (ebenso wie die anderen Minderheitensprachen in Frankreich wie Bretonisch, Korsisch oder Okzitanisch) systematisch durch die französische Hochsprache zu verdrängen. Als Folge dieser Politik ist Elsässerdeutsch heute vom Aussterben bedroht. In den Schulen wird die Hochdeutsche Schriftsprache überwiegend als eine Fremdsprache unterrichtet, ansonsten Französisch. In bilingualen Schulen wird der Unterricht allerdings in Hochdeutsch gehalten. Im September 2003 besuchten 13.000 Kinder im Elsass diese bilinguale Schulform. Die Mehrheit der älteren deutschen Generation spricht umgangssprachlich weiterhin ihre elsässische Mundart; die jüngeren Generationen, insbesondere in den größeren Städten, sprechen vorwiegend Französisch, was aber auch auf eine stärkere Durchmischung der Bevölkerung und intensivere Kontakte zu anderen französischen Zentren zurückzuführen sein dürfte. Nach Angaben des in Straßburg ansässigen „Amts für Sprache und Kultur im Elsass“ (Office pour la Langue et Culture d’Alsace – OLCA) sprechen noch 600.000 Menschen elsässisch. Vor allem im ländlichen Raum, in Dörfern und kleineren Städten, leistet die regionale Sprachkultur noch Widerstand gegen das Verschwinden dieser deutschen Mundart. Unter dem Motto "E Friehjohr fer unseri Sproch" finden sich seit 2001 Theater- und Musikgruppen, Mundartdichter, Heimatvereine und Sprachpfleger zusammen, um Werbung für den Erhalt des Elsässischen zu machen. Zudem subventioniert der Regionalrat Kurse in Elsässerditsch. Intellektuelle, etwa Liedermacher und Dichter (z. B. André Weckmann) beschreiben die Tragödie des langsamen Aussterbens des elsässischen Dialekts (siehe auch dort).

Kulinarische Spezialitäten


- Tarte flambée (Flammkuchen)
- Gugelhupf (schwerer Hefe-Napfkuchen)
- Tarte aux pommes (Elsässer Apfelkuchen)
- Bretele (Butterplätzchen mit Zimt und Nüssen)
- Mignardises (süße Törtchen)
- Friands (süße Teigpasteten)
- Crémant (elsässischer Sekt)
- Baeckeoffe (= "Bäckerofen", Eintopf aus Fleisch, Kartoffeln und Zwiebeln, das elsässische Hauptgericht)
- Galettes de pommes de terre (kleine Kartoffelpfannkuchen)
- Choucroute (Sauerkraut)
- Quiche Lorraine
- Coq au vin (unter Verwendung von Elsässer Riesling)
- Foie gras (Paté aus der Leber gestopfter Gänse oder Enten)
- Munster (intensiv schmeckender, cremiger Käse mit rötlicher Kruste)

Siehe auch


- Liste der Präsidenten des Regionalrates des Elsass seit 1986
- Liste deutsch-französischer Ortsnamen im Elsass

Zeitungen, Zeitschriften, Periodika


- [http://www.dna.fr/ Dernières Nouvelles d'Alsace/Tageszeitung (französisch) Online-Ausgabe]
  - [http://www.dna.fr/bilingue/ DNA (deutsch, bilingual)]
  - [http://www.dna.fr/france/ DNA, Frankreich-Ausgabe (französisch)]
  - [http://www.dna.fr/monde/ DNA, internationale Ausgabe (französisch)]
- [http://www.lalsace.fr/ L'Alsace/Tageszeitung (französisch) Online-Ausgabe]

Literatur


- Haeberlin, Marc (2004): Elsass, meine große Liebe. Orselina: La Tavola, 279 S., zahlr. Farbfotos ISBN 3-9099-0908-6
[http://www.bad-bad.de/buecher/haeberlin.htm - Rezension] über das "Schlaraffia" Elsass
- Ungerer, Tomi (2004): Elsass. Das offene Herz Europas. Straßburg: Édition La Nuée Bleue / DNA, 48 S., 40 farb. Abb.
ISBN 2-7165-0618-3
- (2001): Das Elsass. Ein literarischer Reisebegleiter. Frankfurt a.M.: Insel Verlag, 251 S., mehr. Abb. ISBN 3-4583-4446-2
- Impressionen von fünfzig Schriftsteller/-innen aus fünf Jahrhunderten über das Elsass
- Vogler, Bernard und Lersch, Hermann (2000): Das Elsass. Morstadt: Éditions Ouest-France, 127 S., 240 meist farb. Abb.
ISBN 3-8857-1260-1
[http://www.perlentaucher.de/buch/5241.html - Rezension]
- Schreiber, Hermann (1996): Das Elsass und seine Geschichte, eine Kulturlandschaft im Spannungsfeld zweier Völker. Augsburg: Weltbild, 358 S., Ill. (vergriffen)
- Faber, Gustav (1989): Elsass. München: Artemis-Cicerone Kunst- und Reiseführer (vergriffen)
- Mehling, Marianne (Hrsg.): Knaurs Kulturführer in Farbe Elsass. München: Droemer Knaur, 1984, 259 S., überw. Ill. (vergriffen)

Weblinks


- [http://www.unibas.ch/schulen/wgym/projekte/regio/geschichte/geschichteelsass.html Geschichte des Elsass in 17 Stichpunkten]
- [http://www.visit-alsace.com/librairie/index_de.html Geschichte des Elsass mit kurzen Artikeln] von visit-alsace.com
- [http://www.bad-bad.de/elsass/ausfl.htm Museen und Ausflugsziele im Elsass]
- [http://www.bad-bad.de/elsass/goethe.htm auf den Spuren Goethes im Elsass]
- [http://www.literaturreisen.com/literaturreisen/strassburg_sturm_drang.html auf den Spuren der Stürmer und Dränger durchs Elsass]
- [http://www.promsundgau.com Promsundgau]: Sundgau ist eine Region im Süden von Elsass
- [http://www.alsace-route-des-vins.com/NewVersion/index.cfm/Language/De.cfm die elsässische Weinstrasse im Detail]
- [http://www.sdv.fr/judaisme/synagog/index.htm elsässische Synagogen]
- [http://www.friehjohr.olcalsace.org/ „E Friehjohr fer unseri Sproch - Un printemps pour notre langue“]: Initiative zur Erhaltung der Zweisprachigkeit im Elsass
- [http://www.pwgester.de/starter/elsas.html Elsass-Portale und weitere Literaturempfehlungen]
- [http://www.alsace-passion.com/deut/index_de.htm Um die Dörfer und Städte des Elsass zu besichtigen] Kategorie:Elsass Elsass Kategorie:Historische Landschaft als:Elsass ja:アルザス地域圏 ms:Alsace

Region (Frankreich)

Die Regionen (frz. Régions, Sg. Région) sind die oberste Ebene der Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften) in Frankreich. Frankreich ist in insgesamt 26 Regionen unterteilt. 22 der Regionen befinden sich in Europa. Die in Europa gelegenen Regionen bestehen jeweils aus mehreren Départements. Die Region Korsika ist eine Collectivité territoriale mit Sonderstatus. Die 4 Regionen in Übersee (Régions d'Outre-Mer: Martinique, Guadeloupe, Réunion und Guyane française) entsprechen den vier französischen Überseedépartements (Département-d'Outre-Mer = DOM).

Institutionen

Jede Region verfügt über einen Regionalrat (Conseil Régional), der alle sechs Jahre direkt gewählt wird. Während bei den Wahlen der Regionalräte 1986, 1992 und 1998 ein reines Verhältniswahlrecht gegolten hatte, wurde zu den Wahlen vom März 2004 ein neues Wahlverfahren eingeführt. Demnach gilt weiterhin ein Verhältniswahlrecht nach Listen, jedoch mit zwei Wahlgängen und einer Mehrheitsprämie. Wenn im ersten Wahlgang keine Liste die absolute Mehrheit der Stimmen gewonnen hat, findet ein zweiter Wahlgang statt. An diesem können nur Listen teilnehmen, die im ersten Wahlgang mehr als 10 % der Stimmen erhalten haben. Gleichzeitig erhalten alle Listen, die im ersten Wahlgang mehr als 5 % der Stimmen erhalten haben, die Möglichkeit, mit einer anderen Liste zu fusionieren. Drei Viertel der Sitze des Regionalrats werden proportional unter allen Listen verteilt, die im letzten Wahlgang mehr als 5 % der Stimmen erhalten haben. Die siegreiche Liste (mit mehr als 50 % im ersten Wahlgang bzw. der größten Stimmenzahl im zweiten Wahlgang) erhält das letzte Viertel der Sitze des Regionalrats zusätzlich. Der Regionalrat wählt einen Präsidenten (Président) sowie mehrere Vizepräsidenten (Vice-Présidents) für verschiedene Zuständigkeitsbereiche, die die Selbstverwaltung der Region leiten. Der von der Zentralregierung ernannte Regionalpräfekt (Préfet de Région) koordiniert die Tätigkeit der Zentralregierung in der Region. Die Funktion des Regionalpräfekten wird jeweils in Personalunion von dem Präfekten des Départements ausgeübt, in dem sich der Hauptort der Region befindet. In den mit den Überseedépartements identischen Überseeregionen existieren jeweils nebeneinander ein Regionalrat und der Generalrat des Départements, die jeweils die den Regionen beziehungsweise den Départements zukommenden Befugnisse ausüben. Korsika hat abweichend von den übrigen Regionen anstelle eines Regionalrats eine Territorialversammlung (Assemblée territoriale de Corse), die weiterhin nach reinem Verhältniswahlrecht gewählt wird, und einen dieser gegenüber verantwortlichen Exekutivrat (Conseil exécutif).

Geschichte

Die heutigen französischen Regionen wurden 1956 als Programmregionen (Régions de programme) zur Koordinierung der staatlichen Regionalplanung geschaffen. Ab 1960 trugen sie die Bezeichnung Circonscriptions d'action régionale. 1964 wurden für die Regionen Kommissionen für Regionale wirtschaftliche Entwicklung (Commissions de Développement Économique Régional) geschaffen. 1970 wurde Korsika, das bis dahin Teil der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur-Corse gewesen war, eine eigene Region getrennt von Provence-Alpes-Côte d'Azur. 1972 erhielten die Regionen den Status von Établissements publics unter Leitung eines Préfet de Région. Die Commissions de Développement Économique Régional wurden mit Wirkung ab 1973 in Regionalräte (Conseils Régionaux) umbenannt. Die Überseedépartements erhielten 1972 ebenfalls den Status von Regionen. 1976 wurde das Gebiet um die Hauptstadt Paris, das bis dahin die Bezeichnung Région Parisienne trug, unter dem Namen Île-de-France mit den übrigen Regionen gleichgestellt. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. Im Jahre 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt (in den Überseeregionen fanden die ersten Regionalwahlen schon 1983 statt). Seitdem wurden die Befugnisse der Regionen gegenüber denen der Zentralregierung schrittweise erweitert. Korsika wurde 1982 eine Region mit Sonderstatus und hatte von diesem Jahr an eine direkt gewählte Regionalversammlung. Im Jahre 1991 wurde es eine Collectivité territoriale mit Sonderstatus.

Übersichtstabelle

1: Volkszählung von 1999, Quelle: http://www.insee.fr
2: in km2
3: Ew./km2

Siehe auch


- Liste der französischen Regionen nach Fläche
- Liste der französischen Regionen nach Einwohnerzahl
- Liste der Präsidenten der französischen Regionalräte
- Liste der Wappen und Flaggen der Regionen Frankreichs
- Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet) Kategorie:Politische Geographie Frankreich, Regionen ja:フランスの地域圏 ko:프랑스 레지옹

Präfektur (Frankreich)

In Frankreich bezeichnet die Präfektur (frz. préfecture) einen Verwaltungssitz.

Geschichte

Die Verwaltungseinheit der Präfektur ist eine Einrichtung, die zur Zeit des Konsulats unter Napoléon Bonaparte geschaffen wurde und noch bis heute fortbesteht.

Merkmale

Der Standort der Präfektur ist die Hauptstadt (frz. chef-lieu) eines Départements. Der oberste Verwaltungsbeamte eines Départements ist der Präfekt (frz. préfet). Die Untergliederung eines Départements ist ein Arrondissement, diesem steht eine Unterpräfektur vor, wenn sich in der Gemeinde (frz. commune) nicht bereits die Präfektur befindet. Die Präfektur der Hauptstadt einer Region ist gleichzeitig díe Präfektur für die Region.

Heutiger Zustand

Es gibt in Frankreich 100 Präfekturen. Eine Ausnahme gibt es im Raum Paris, wo die Polizei-Präfektur für die Départements Paris (75), Hauts-de-Seine (92), Seine-Saint-Denis (93) und Val-de-Marne (94) zusammengefasst ist. Kategorie:Verwaltung (Frankreich) Kategorie:Konsulat und Empire

Bas-Rhin

Das französische Département Bas-Rhin [] (dt. Unterelsass) ist das 67. Département in alphabetischer Reihenfolge. Es liegt im Osten Frankreichs, in der Region Elsass. Es ist benannt nach dem die Grenze zu Deutschland bildenden Rhein (Nieder-/Unterrhein).

Geographie

Das Département liegt im Norden der Region Elsass. Die östliche Grenze des Départements bildet der Rhein, im Westen ziehen sich die nördlichen Ausläufer der Vogesen (franz.: Vosges) durch das Departement. Im Norden grenzt es an den Pfälzerwald. Das Département grenzt im Norden (Rheinland-Pfalz, ehemaliger Reg.Bez. Rheinhessen-Pfalz) und Osten (Baden-Württemberg, Reg.Bez. Karlsruhe und Freiburg) an Deutschland, im Süden liegt das elsässische Département Haut-Rhin, im Westen das Département Moselle der Region Lothringen.

Geschichte

Das Département wurde während der französischen Revolution am 4. März 1790 aus dem nördlichen Teil der bis dahin bestehenden Provinz Alsace gebildet. Es untergliederte sich in 4 Distrikte (frz.: district), den Vorläufern der Arrondissements. Die 4 Distrikte waren Haguenau, Benfeld, Strasbourg und Wissembourg. Das Département und die Distrikte untergliederten sich in 32 Kantone und hatten ca. 400.000 Einwohner (?). Hauptstadt war bereits damals Strasbourg. Nach der Annexion der Grafschaft Saarwerden durch Frankreich 1794 (heute Alsace bossu/Krummes Elsaß) wurde als 5. Distrikt Sarre-Union gegründet. Aus dem Distrikt Benfeld wurde der Distrikt Schlestadt. Die Arrondissements wurden am 17. Februar 1800 eingerichtet. Es waren zunächst Barr (anstelle von Schlestadt), Saverne (anstelle von Sarre-Union), Strasbourg und Wissembourg. Am 10.Februar 1806 wurde Barr wieder durch Schlestadt ersetzt. Vom 10. Mai 1871 (Friede von Frankfurt) bis zum 28. Juni 1919 (Vertrag von Versailles) war das Département ein Teil des Deutschen Reiches. Als "Bezirk Unterelsaß" gehörte er zum Reichsland Elsass-Lothringen. Der Bezirk (=Département) untergliederte sich in 8 Kreise (=Arrondissement). Es waren Erstein, Haguenau, Molsheim, Schlettstadt, Straßburg (Stadt), Straßburg (Land), Weißenburg (wie gehabt) und Zabern (wie gehabt, der deutsche Name von Saverne). Der Bezirk umfasste damals 4.778 km² und hatte (1885) 612.077 Einwohner. Mit der Wiedereingliederung des Départements nach Frankreich wurde die Untergliederung in Arrondissemets (=Kreise) komplett übernommen. Zabern wurde wieder zu Saverne, Straßburg (Stadt) zu Strasbourg-Ville, Straßburg (Land) zu Strasbourg-Campagne und Schlettstadt zu Sélestat (der neue Name von Schlestadt). Am 24. Mai 1974 wurden die Arrondissements Erstein und Sélestat zu Sélestat-Erstein mit dem Verwaltungssitz Sélestat zusammengelegt.

Verwaltungsgliederung

Sélestat Das Département Bas-Rhin untergliedert sich in 7 Arrondissements. Siehe auch:
- Kantone im Département Bas-Rhin
- Gemeinden im Département Bas-Rhin

Städte

Die größten Städte des Départements sind (> 10.000 Einwohner (1999)):
- Strasbourg (Straßburg) (264.115)
- Haguenau (32.242)
- Schiltigheim (30.841)
- Illkirch-Graffenstaden (23.815)
- Sélestat (Schlettstadt) (17.179)
- Lingolsheim (16.860)
- Bischheim (16.763)
- Bischwiller (11.596)
- Saverne (11.201)
- Ostwald (10.761)
- Hoenheim (10.726)
- Obernai (10.471)

Weblinks


- [http://www.Bas-Rhin