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Nordholland

Nordholland

Nordholland (niederl. Noord-Holland) ist eine der zwölf Provinzen der Niederlande.

Geografie

Nordholland umfasst eine Halbinsel zwischen der Nordsee und dem Ijsselmeer. Über die Hälfte der Fläche besteht aus trockengelegten Gebieten (Polder). Zur Provinz gehört die Insel Texel im Wattenmeer.

Geschichte

Die Provinz Nordholland entstand 1840 durch Teilung der Provinz Holland in Nordholland und Südholland.

Regionen

In Nordholland sind folgende Regionen zu unterscheiden:
- Kennemerland, das Geestland hinter den Dünen, zwischen Haarlem und Alkmaar;
- West-Friesland, die im Frühmittelalter friesische Region nördlich von Alkmaar;
- Waterland, die zum Teil immer noch wasserreiche und sumpfige Region nördlich von Amsterdam;
- Het Gooi, das Gebiet mit Wäldern und Heideflächen um Hilversum. Kategorie:Niederländische Provinz ja:北ホラント州

Niederlande

Die Niederlande (niederländisch Nederland) sind Teil des Königreichs der Niederlande in Westeuropa. Sie sind einer der am dichtesten besiedelten Staaten der Welt. Rund ein Viertel des Landes liegt unterhalb des Meeresspiegels und ist mit rund 3.000 km Deichen geschützt. Im deutsch- und englischsprachigen Raum wie auch in den Niederlanden selbst wird anstelle der offiziellen und korrekten Bezeichnung Niederlande umgangssprachlich häufig der Name Holland für das gesamte Staatsgebiet verwendet. Diese Bezeichnung stammt von der alten Grafschaft Holland her und bezieht sich eigentlich nur auf die heutigen Provinzen Nord- und Südholland. - Siehe dazu auch die Rubrik "Die Niederlande im deutschen Sprachgebrauch" am Seitenende.

Geografie

Räumliche Lage

Das ganze Landes liegt weniger als einen Meter über, einige Gebiete sogar unterhalb des Meeresspiegels.
Der höchste Punkt des Landes, der Vaalserberg im Südosten, befindet sich 322 m über dem Amsterdamer Pegel, dort liegt auch gleichzeitig das Dreiländereck zu Deutschland und Belgien. Die flachen Gebiete werden in der Regel durch Deiche vor Sturmfluten geschützt.
Teile der Niederlande, wie zum Beispiel fast die gesamte Provinz Flevoland, wurden durch Landgewinnung dem Meer abgewonnen. Sie werden als Polder bezeichnet.
Ungefähr ein Fünftel (18,41 %) der Landesfläche ist mit Wasser bedeckt, wovon den größten Teil das IJsselmeer ausmacht, eine ehemalige Nordsee-Bucht, die 1932 durch einen 29 km langen Abschlussdeich eingepoldert wurde. Die wichtigsten Flüsse in den Niederlanden sind der Rhein, die Waal und die Maas. Maas Die Hauptwindrichtung in den Niederlanden ist Südwest, daraus resultiert ein gemäßigtes maritimes Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern. Siehe auch: Niederländische Inseln, Westfriesische Inseln

Nachbarländer

Die Niederlande grenzen im Westen und Norden an die Nordsee, im Osten an Deutschland und im Süden an Belgien. Siehe auch: Städte in den Niederlanden

Bevölkerung

Die Niederlande sind mit etwa 480 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt (zum Vergleich: Deutschland 236, Monaco 16.435, Namibia 2). Niederländisch ist die Amtssprache im gesamten Staat; daneben werden niederdeutsche Mundarten gesprochen. Das Friesische ist Amtssprache in der Provinsje Fryslân und dort auch Rundfunk- und Verwaltungssprache. Im Nordosten werden niedersächsische Dialekte gesprochen, im Südosten hochdeutsche Mundarten. In den Niederlanden wohnen Einwanderer aus der ganzen Welt: Indonesien, Karibik, Südamerika, Afrika, Türkei, Polen etc. Die wichtigsten Religionen (Stand: 2002) sind der Katholizismus (31 %), der Protestantismus (21 %) und der Islam (5,5 %). Die meisten Protestanten gehören einer calvinistischen Kirche an. 40 % der Niederländer fühlen sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig. Die katholische Bevölkerung lebt vor allem im Süden, die protestantische vor allem im Norden des Landes.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Niederlande Nach der Aufteilung des Frankenreiches gehörten die niederen Lande zum ostfränkischen Königreich (Regnum Teutonicae) und danach zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Unter Kaiser Karl V., der zugleich spanischer König war, war das Land in siebzehn Provinzen aufgeteilt und umfasste auch den Großteil des heutigen Belgiens. Nach der Unabhängigkeitserklärung der sieben nördlichen Provinzen (Allianz von Utrecht) vom 23. Januar 1579 und dem folgenden Achtzigjährigen Krieg gegen die spanischen Habsburger wurde die formelle Unabhängigkeit von Spanien im Westfälischen Frieden am 15. Mai 1648 besiegelt, der, gleichzeitig mit der Schweiz, zur Trennung vom mittelalterlichen deutschen Reich führte. Dieses Datum gilt als Geburtstag der heutigen Niederlande. In der Folge wuchsen die Niederlande (de nederen duitsche landen) als Republik der Vereinigten Niederlande, zu einer der größten See- und Wirtschaftsmächte des 17. Jahrhunderts. Während dieser Zeit wurden Kolonien und Handelsposten auf der ganzen Welt errichtet. Bekannt ist die Gründung von Nieuw Amsterdam, welches später in New York umbenannt wurde. In Asien schufen die Niederländer ihr Kolonialreich 'Nederlands-Indie', das heutige Indonesien, welches erst 1946 unabhängig wurde. Auch im nordöstlichen Südamerika (Surinam) und der Karibik entstanden Niederländische Kolonien (Aruba, Curaçao), (Bonaire), (Saba), (St. Eustatius) und (St. Maarten); diese Inseln sind heute stiller Teil der niederländischen Monarchie (Königreich). 1796 wurde mit französischer Unterstützung die Batavische Republik gegründet (benannt nach dem germanischen Stamm, der das Gebiet zwischen Rhein und Maas zuerst besiedelt hatte, den Batavern); 1806 machte Napoleon daraus das Königreich Holland. Nach der Einverleibung durch Frankreich unter Napoleon I. wurde 1815 das Königreich der Niederlande gegründet, das auch das heutige Belgien umfasste. Erster König wurde Wilhelm I. aus dem Haus Oranien-Nassau. Belgien und damit das die niederfränkischen Flandern erlangte nach der belgischen Revolution von 1830 seine Unabhängigkeit, die allerdings erst 1839 von Wilhelm I. anerkannt wurde. Der niederländische König war gleichzeitig Großherzog von Luxemburg, wo das Salische Gesetz kein weibliches Staatsoberhaupt zuließ. Als Wilhelm III. bei seinem Tod 1890 nur eine Tochter (Königin Wilhelmina) hinterließ, ging der Luxemburger Thron auf eine andere Erbfolgelinie im Haus Nassau über und Wilhelms Vetter Adolf von Nassau übernahm dort die Regierung. Die Niederlande blieben im Ersten Weltkrieg offiziell neutral und konnten sich auch erfolgreich aus dem Krieg halten. Sie hielten ihre Truppen aber dennoch bis zum Kriegsende mobilisiert und hatten überdies mit einer großen Flüchtlingswelle zu tun. Auch im Zweiten Weltkrieg versuchte die niederländische Regierung zunächst, sich aus dem Krieg herauszuhalten. Anderslautenden Warnungen glaubte sie nicht. Hitler jedoch befahl die Okkupation der Niederlande um so Frankreich unter Umgehung der "Maginot Linie" von Norden her einnehmen zu können. Nach dreitägigem Kampf zwangen die deutschen Truppen am Abend des 14.Mai 1940 die Niederlande mit dem Bombardement von Rotterdam zur Aufgabe. Die Innenstadt wurde durch Bomben und durch die anschließenden Brände weitgehend zerstört. Es war das erste Flächenbombardement im zweiten Weltkrieg. Die Niederlande waren von Mai 1940 bis Mai 1945 besetzt. Viele Niederländer arrangierten sich mit dem Regime und viele Mitläufer verinnerlichten auch die Ideologie eines großdeutschen bzw. großgermanischen Reiches. Die Judenverfolgung schlug in den Niederlanden besonders heftig zu: aus keinem anderen europäischen Land wurde ein so großer Bevölkerungsanteil abtransportiert. Noch immer ist die Rolle niederländischer Verwaltungsstellen und etwa der Niederländischen Eisenbahn beim Abstransport der Juden nicht restlos geklärt. Die Bevölkerung hatte aber mehrheitlich unter der Besatzung zu leiden und auch unter der Judenverfolgung (Anne Frank). Der südliche Teil der Niederlande wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 von den Alliierten befreit, der Norden des Landes erst durch das Kriegsende. 1949 kam die westdeutsche Stadt Elten (bei Kleve) mit Umgebung bis 1963 unter niederländische Verwaltung. Deren Bewohner blieben formal bundesdeutsche Staatsbürger, erhielten allerdings niederländische Pässe und wurden auch niederländischen Staatsbürgern rechtlich gleichgestellt. Forderungen nach Angliederung von Teilen des Münsterlandes und des grenznahen Rheinlandes an die Niederlande, deren Bürger niedersächsische und niederfränkische Dialekte - ebenso wie in den Niederlanden - sprachen, konnte sich in den Niederlanden letztlich jedoch nicht durchsetzen. Im Februar 1953 verheerte eine Sturmflut den Südwesten der Niederlande und forderte 1800 Tote. Die Niederlande sind Gründungsmitglied der Benelux-Wirtschaftsunion (seit 1944 geplant, am 3. Februar 1958 festgelegt und am 1. November 1960 in Kraft getreten). Sie waren ebenfalls Mitbegründer der NATO und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (und damit der Europäischen Union). In der jüngsten Vergangenheit stand das multikulturelle politische Toleranzmodell der Niederlande auf dem Prüfstand. Ihre liberale Politik machte den Weg auch für eingewanderte radikale Islamisten und so genannte Hassprediger frei: Am 2. November 2004 kam es zum Mord an dem Regisseur Theo van Gogh. Die Folge des Mordes waren Anschläge auf Moscheen und Hassbekundungen gegen muslimische Bürger. Große Bevölkerungsteile fordern seither eine rigorose Politik gegen gewalttätige Einwanderer und eine Änderung der zu liberalen Einwanderungspolitik. Zahlreiche Politiker können seither nur noch unter Polizeischutz arbeiten und werden weiterhin von Islamisten bedroht.

Politik

Seit dem Ende der französischen Revolution im Jahre 1815 sind die Niederlande eine konstitutionelle Monarchie mit dem Königshaus Oranien-Nassau an der Spitze. Es herrscht allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahren.

Staatsoberhaupt

Staatsoberhaupt seit 1980 ist Königin Beatrix von Oranien-Nassau. Gemäß der Verfassung ist sie Mitglied der Regierung und ernennt die Minister. In der Praxis lässt sie nach Wahlen einen informateur (meist ein hoher Beamter) die Parlamentsfraktionen befragen. Nach dessen Berichterstattung bestellt die Königin einen formateur, der das Kabinett zusammenstellt. Dabei kann es sich bereits um den künftigen Ministerpräsidenten handeln.

Parlament

Das Parlament (Staten-Generaal, Generalstände) besteht aus zwei Kammern. Die Wahl der 150 Mitglieder der Zweiten Kammer (Tweede Kamer) findet im Normalfall alle vier Jahre statt. Diese Kammer ist das Parlament im eigentlichen Sinne, als Volksvertretung und Kontrolle der Regierung. Die Erste Kammer (Eerste Kamer), inoffiziell auch Senat genannt, setzt sich aus 75 Vertretern der Provinzparlamente zusammen, die ebenfalls alle vier Jahre gewählt werden. Die Arbeit der Ersten Kammer besteht vor allem in der Begutachtung von Gesetzen, die die Zweite Kammer erarbeitet hat; unter Umständen kann die Erste Kammer ein Gesetz durch ein Veto blockieren. Der heutige Ministerpräsident Jan Peter Balkenende von den Christdemokraten ist seit 2002 im Amt.

Parteien


- Christlich-Demokratischer Apell/CDA (christlich-konservativ)
- Partei der Arbeit/PvdA (sozialdemokratisch)
- Volkspartei für Freiheit und Demokratie/VVD (liberal-konservativ)
- Sozialistische Partei/SP (links)
- Liste Pim Fortuyn/LPF (rechtspopulistisch)
- Grüne Linke/GL (ökologisch und sozialistisch)
- Democraten 66/D66 (sozial-liberal)
- Christen Union/CU (extrem christlich-konservativ)
- Staatskundig Reformierte Partei/SGP (extrem christlich-konservativ)
- Neue Kommunistische Partei der Niederlanden/NCPN (kommunistisch) Siehe auch: Liste der niederländischen Ministerpräsidenten

Gesellschaftspolitik

In den letzten Jahrzehnten wurden die Niederlande unter anderem für ihre liberale gesetzliche Reglementierung weicher Drogen (siehe Coffee Shop), der Prostitution (sie ist ein gesetzlich anerkanntes Gewerbe und Prostituierte sind daher sozialversichert), von Abtreibung und Sterbehilfe bekannt. Die Niederlande gehörten auch zu den ersten Staaten, die die Ehe für Homosexuelle ermöglichten. Mit Ausnahme der so genannten Randstad (Amsterdam, Rotterdam und Den Haag) hinken Offenheit und Toleranz in der Bevölkerung der eigenen liberalen Gesetzgebung jedoch noch Jahrzehnte hinterher und die Intoleranz wird hinter der vor allem in den Medien und der Politik demonstrativ vorgetragenen Political Correctness versteckt. So ist es in einigen Teilen des Landes um die Akzeptanz offen gelebter Homosexualität weit schlechter bestellt als in den meisten Teilen Deutschlands und oftmals finden verbale oder gar gewalttätige Übergriffe gegenüber Homosexuellen statt. Am 2. November 2004 wurde der islamkritische Filmregisseur Theo van Gogh in Amsterdam ermordet. In Folge kam es zu Brandanschlägen auf Moscheen und zu moslemischen Übergriffen auf Kirchen. Die Vorfälle lösten heftige Diskussionen über die Integration von Ausländern und über das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen aus.

Militär

Es besteht keine allgemeine Wehrpflicht. Die Streitkräfte umfassen insgesamt 53.130 Personen, davon entfallen auf das Heer 23.150, auf die Luftwaffe 11.050 und auf die Marine 12.130 Soldaten. Die Militärausgaben betragen 1,6 % des BIP (zum Vergleich, Deutschland: 1,5 %, USA: 3,4 %). Die Führung des niederländischen Heeres ("Koninklijke Landmacht") ist durch das 1. D/NL-Korps eng mit der Deutschen Bundeswehr verzahnt.

Provinzen

1579 mit sieben Provinzen begonnen, kamen später die sogenannten Generalitätslande (NL: generaliteitslanden) als Provinzen Nord-Brabant und Limburg hinzu. Drenthe wurde ebenfalls eine eigene Provinz, und die dominierende Provinz Holland wurde 1840 aufgespalten in Nord-Holland und Süd-Holland. Die jüngste Provinz ist Flevoland, das erst 1986 als Provinz gegründet wurde. Seit dem 1. Januar 1986 gliedern sich die Niederlande in 12 Provinzen (NL: provincies). Die Provinzen wiederum gliedern sich in 483 Gemeinden (gemeenten).

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft der Niederlande Die Niederlande haben ein gut funktionierendes, offenes Wirtschaftssystem. Seit den 1980er Jahren hat die Regierung ihre ökonomischen Eingriffe weitgehend zurückgenommen. Beim produzierenden Gewerbe dominieren Nahrungsmittel- und chemische Industrie, Erdölraffinerien und die Herstellung von Elektrogeräten. Lange vor seinen europäischen Nachbarn sorgte das Land für einen ausgewogenen Staatshaushalt und bekämpfte erfolgreich die Stagnation im Arbeitsmarkt. Die moderne und hoch technologisierte Landwirtschaft ist außerordentlich produktiv: neben Getreide-, Gemüse-, Früchte- und Schnittblumenanbau - die Tulpenzüchtung beeinflusste sogar die Geschichte des Landes - gibt es noch Milchviehhaltung in großem Maßstab. Letztere liefert die Grundlage für den Holländer Käse als wichtiges Exportprodukt. Die niederländische Landwirtschaft beschäftigt knapp unter 4 % der Arbeitnehmer, trägt jedoch erheblich zum Export bei. Die Niederlande sind nach den USA und Frankreich der weltweit drittgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Als Mitbegründer der Euro-Zone wurde in den Niederlanden für Bankgeschäfte am 1. Januar 1999 die vorherige Währung, der Gulden, durch den Euro ergänzt. Drei Jahre später, am 1. Januar 2002, ersetzen die Euromünzen und -banknoten für die Konsumenten den Gulden als Zahlungsmittel.

Naturressourcen

Die Niederlande verfügen über Erdgaslager, aus denen nahe Groningen sowie in der südlichen Nordsee in großem Maßstab gefördert wird. 1996 wurden 75,8 Mrd. m³ (nach BP) gefördert. Damit stehen die Niederlande im Ländervergleich bei der Erdgasförderung auf Platz fünf, nach Russland (561,1 Mrd. m³), USA (546,9 Mrd. m³), Kanada (153,0 Mrd. m³) und Großbritannien (84,6 Mrd. m³). Weiterhin gibt es an der emsländischen Grenze kleinere Erdölreserven und größere Salzlagerstätten bei Delfzijl und Hengelo. Abgesehen von Torf (u. a. im Bourtanger Moor) verfügen die Niederlande über keine weiteren nennenswerten Bodenschätze.

Kultur

Feiertage

Malerei

Viele weltberühmte Maler waren Niederländer. Die Blütezeit der Republik im 17. Jahrhundert, das sogenannte Goldene Zeitalter brachte große Künstler wie Rembrandt van Rijn, Johannes Vermeer, Frans Hals, Carel Fabritius, Gerard Dou, Paulus Potter oder Jan Steen hervor. Berühmte Maler späterer Epochen waren Vincent van Gogh und Piet Mondriaan. M. C. Escher ist ein bekannter Grafiker.

Architektur

Niederländische Architekten gaben wichtige Impulse für die Architektur des 20. Jahrhunderts. Hervorzuheben sind vor allem Hendrik Petrus Berlage und die Architekten der De Stijl-Gruppe (Robert van't Hoff, J.J.P. Oud, Gerrit Rietveld). Johannes Duiker war ein Vertreter des Neuen Bauens. Die sogenannte Amsterdamer Schule (Michel de Klerk) leistete einen bemerkenswerten Beitrag zur expressionistischen Architektur. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg traten innovative niederländische Architekten hervor. Aldo van Eyck und Herman Hertzberger prägten die Architekturströmung Strukturalismus. Piet Blom wurde durch seine eigenwilligen Baumhäuser bekannt.

Wissenschaft

Aus den Niederlanden stammten Erasmus von Rotterdam, Baruch Spinoza und Christiaan Huygens. René Descartes verbrachte den Großteil seiner Schaffenszeit in den Niederlanden. Überhaupt fanden seit der frühen Neuzeit zahlreiche verfolgte Wissenschaftler in den Niederlanden Asyl und Wirkungsmöglichkeiten. Die moderne Soziologie verdankt ihrem niederländischen Begründer S. Rudolf Steinmetz bedeutende Anregungen.

Literatur

Im "Goldenen Zeitalter" (De Gouden Eeuw) der Niederlande blühte neben der Malerei auch die Literatur, als bekannteste Vertreter wären Joost van den Vondel und P. C. Hooft zu nennen. Wichtige Autoren im 20. Jahrhundert waren Harry Mulisch, Jan Wolkers und Simon Vestdijk. Und während der deutschen Besatzung verfasste Anne Frank in Amsterdam ihr weltbekanntes Tagebuch.

Musik

Das niederländische Musikleben war im Bereich der klassischen Musik lange Zeit nicht auf dem Niveau anderer europäischer Staaten organisiert. Erst Ende des 19. Jahrhunderts fand eine Professionalisierung statt und es bildeten sich zahlreiche Orchester und Kammerensembles. Wichtige Komponisten im 20. Jahrhundert sind Julius Röntgen, Willem Pijper, Mathijs Vermeulen, Louis Andriessen, Otto Ketting, Ton de Leeuw, Theo Loevendie, Misha Mengelberg, Tristan Keuris und Klaas de Vries (Liste niederländischer und flämischer Komponisten). Die wohl bekannteste niederländische Rockband Golden Earring hatte in den 1970er Jahren ihren größten Hit mit "Radar Love". Die Niederlande haben eine sehr lebendige Musik-Szene auf hohem Niveau. Es gibt zahlreiche Veranstaltungslokale und in den Medien wird den Künstlern viel Raum gegeben. Seit einigen Jahren ist "nederlandstalige muziek", Musik in der Landessprache sehr erfolgreich. Die berühmtesten Pop/Rockbands sind Blof, die meistgespielte Band im niederländischen Radio der vergangenen Jahre, und [http://www.acdaendemunnik.nl/ Acda en de Munnik], ein Duo, das mit Kleinkunstprogrammen bekannt geworden ist. Noch höhere Plattenverkaufszahlen erzielen Schlagerkünstler, wie Marco Borsato und [http://www.fransbauer.nl/ Frans Bauer]. Bekannte niederländische Rapper sind Ali B und Lange Frans & Baas B.

Natursehenswürdigkeiten


- De Hollandse Biesbosch, eine Fluss- und Sumpflandschaft
- Keukenhof
- die Nationalparks De Hoge Veluwe und Veluwezoon in der Veluwe
- die Naturschutzgebiete auf Texel
- Reeuwijkse Plassen bei Gouda
- Schiermonnikoog
- Die Deltawerke Schutzwehre gegen Sturmfluten. Gebaut nach der Sturmflut von 1953

Landesübliche Küche

Das inoffizielle Nationalgericht Stamppot ist zumeist eine passierte Mischung aus Kartoffeln und Gemüse. Häufig wird dabei Grünkohl (niederl. Boerenkool) verwendet. Teilweise werden auch angebratene Zwiebeln mit Schinkenspeck untergemengt. Eine regelrechte Snackbarkultur ist in den letzten Jahrzehnten entstanden. In diesen Fastfoodrestaurants erhält man Pommes Frites (niederl. Patat) mit Mayonnaise, Ketchup (auch gemischt mit Zwiebeln = special) oder Erdnusssoße (niederl. Pindasaus). Letztere hat sich durch die Einflüsse der Kolonialzeit etabliert. Überhaupt sind indonesische Einflüsse in der niederländischen Küche kaum zu übersehen, auch wenn die meisten Gerichte dem holländischen Geschmacksempfinden angepasst wurden. Neben den Pommes Frites werden in den Snackbars auch fritierte Fleisch- und Käsegerichte angeboten. Eine wirkliche Einzigartigkeit stellt der "Hollandse Nieuwe" dar. Dabei handelt es sich um rohe Heringsfilets, die am Schwanz gehalten über Kopf verzehrt werden, und über viele wertgebende Inhaltsstoffe verfügen sollen. International bekannt ist der niederländische Käse (niederl. Kaas), der sowohl als Brotbelag als auch in Stücke geschnitten verzehrt wird. Am weitesten verbreitet ist der Gouda, der seinen Ursprung in der gleichnamigen Stadt hat. Er ist in unterschiedliche Reifegrade eingeteilt. Jonger Kaas ist am kürzesten gelagert und schmeckt sahnig mild. Belegen ist die nächste Stufe mit einem würzigem Geschmack und einer festen Konsistenz. Oude Kaas ist die teuerste und aromatischste Lagerstufe. Besonders bekannt ist der "Oud Amsterdam". Das niederländische Frühstück ist eher spärlich und besteht meist aus einem Brot und einer Tasse Kaffee. Mittags gibt es ebenfalls belegte Brote dazu Milch oder Buttermilch. Die Hauptmahlzeit stellt das Abendbrot dar, welches aus warmen Speisen besteht und gegen fünf Uhr nachmittags eingenommen wird.

Die Niederlande im deutschen Sprachgebrauch

Der grammatikalisch richtige Gebrauch des Namens Niederlande ist vielen Sprechern nicht geläufig, was zu der fälschlichen Verwendung des Namens Holland beiträgt. Niederlande stellt eine Pluralform dar; vergleichbar mit den USA (die USA). Den Ländernamen gibt es im Singular nicht. Die Deklinationstabelle lautet wie folgt:
- Nominativ Plural: die Niederlande
- Genitiv Plural: der Niederlande
- Dativ Plural: den Niederlanden
- Akkusativ Plural: die Niederlande Beispielsätze
- Nominativ: Die Niederlande sind Mitglied der EU.
- Genitiv: Das Bruttosozialprodukt der Niederlande beträgt x Euro.
- Dativ: Deutschland hat den Niederlanden Hilfe versprochen.
- Akkusativ: Viele deutsche Touristen besuchen die Niederlande. Bei Satzkonstruktionen mit in ist zu beachten, dass in sowohl mit richtungsanzeigendem Akkusativ als auch mit ortsanzeigendem Dativ gebraucht werden kann:
- Ich fahre in die Niederlande. (richtungsanzeigender Akkusativ)
- Ich bin in den Niederlanden. (ortsanzeigender Dativ)

Weitere Themen


- Tourismus in den Niederlanden
- Nationalparks in den Niederlanden
- Liste der Bahnhöfe in den Niederlanden
- Niederländische Kolonien
- Niederländisch-Indien
- Liste der Königinnen und Könige der Niederlande
- Liste bekannter Niederländer
- Portal:Niederlande
- Portal:Benelux
- Niederlandistik Über Niederländische Sprache und Kultur

Weblinks


- [http://www.government.nl Offizielle Netzpräsenz der Regierung der Niederlande (englisch)]
- [http://www.koninklijkhuis.nl/ Offizielle Netzpräsenz des niederländischen Königshauses]
- [http://www.niederlandenet.de NiederlandeNet.de: Größtes Informationsportal über die Niederlande und die deutsch-niederländischen Beziehungen in deutscher Sprache]
- [http://www.niederlandeweb.de Offizielle Netzpräsenz der niederländischen Botschaft und Generalkonsulate in Deutschland]
- [http://www.netherlands-embassy.at Offizielle Netzpräsenz der niederländischen Botschaft in Wien]
- [http://www.niederlande-im-unterricht.de Deutsches Unterrichtsmaterial über die Niederlande für diverse Fächer, ausgerichtet auf die Lehrpläne Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=123 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-karten/karten.cgi?action=detail&templ=01_01_karten_detail&id=29 Karte: Die Niederlande um 1620 : Historische Karten (Haus der Bayerischen Geschichte)]
Kategorie:Staat ! Kategorie:Monarchie Kategorie:Land in der EU als:Niederlande [[got:

Nordsee

Die Nordsee ist ein relativ flaches Randmeer des Atlantischen Ozeans im nördlichen Europa.

Lage

Die Nordsee trennt die britische Insel im Westen vom mittel- und nordeuropäischen Festland mit Norwegen (Nordost), Dänemark (Ost) sowie Deutschland, Niederlande und Belgien (Südost). Im Süden geht die Nordsee durch die Straße von Dover in den Ärmelkanal über, im Osten hat sie über Skagerrak und Kattegat Kontakt zur Ostsee und nach Norden öffnet sie sich zum trichterförmig zum Arktischen Ozean. Die wichtigsten Zuflüsse sind vom Festland her die Schelde, die Maas, der Rhein, die Ems, die Weser und die Elbe, sowie die Themse, die in England nördlich der Straße von Dover in dieses Meer mündet.

Daten

Themse Die Oberfläche der Nordsee beträgt ungefähr 575.000 km² bei einer Wassermenge ca. 54.000 km³. Die Nordsee ist ein Flachmeer mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur 94 Metern. Die Ausnahme bildet die Norwegische Rinne; an dieser tiefsten Stelle misst die Nordsee 725 Meter. Die flachste Stelle an der Doggerbank beträgt 13 Meter. Im übrigen liegt der Meersboden größtenteils auf dem Schelf, und so steigt die Tiefe von 25 bis 35 Metern im südlichen Teil bis zu 100 bis 200 Metern zwischen Norwegen und den Shetlandinseln. Der Salzgehalt ist orts- und jahreszeitenabhängig und liegt zwischen 1,5 bis 2,5 Prozent in der Nähe der Flussmündungen bis zu 3,2 bis 3,5 Prozent in der nördlichen Nordsee. Die Temperatur schwankt im Mittel zwischen 18 °C (Sommer) und 1 °C (Winter); die Eisbildung ist damit ausgeschlossen. An der südlichen Küste der Nordsee beträgt der durch Gezeiten ausgelöste Tidenhub bis zu 4 Meter.

Entstehung

Die Nordsee ist ein geologisch altes Meer und seine Entstehung sowie die Veränderungen in Gestalt und Größe sind über einen Zeitraum von etwa 350 Millionen Jahren zu beobachten. Die jetzige Form erhielt sie jedoch erst mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 11.000 Jahren.

Gliederung

Der Südostteil der Nordsee ist die Deutsche Bucht.

Flora und Fauna

Starke Gezeiten, große algen- und kelpwaldreiche Flachwasserbereiche und der große Nährstoffvorrat in der See sorgen für ein vielfältiges maritimes Leben. An der Nordsee liegt das das größte Wattenmeer der Welt. Bekannte Vertreter sind die Miesmuscheln, Möwen, Krebse, Garnelen und kleine Haie.

Rohstoffe

In den 1960er Jahren wurde in der Nordsee erstmals Erdöl entdeckt, weitere große Entdeckungen von Ölfeldern folgten in den 1980ern und 1990ern. Obwohl die Produktionskosten vergleichsweise hoch sind, haben es die hohe Qualität des zu findenden Öls, die politische Stabilität der Region und die Nähe zu den Absatzmärkten Westeuropas zu einer wichtigen Ölregion werden lassen. Mittlerweile gilt die Nordsee als erschlossenes Rohstoffgebiet, in dem kaum noch große Entdeckungen zu erwarten sind. Große Ölkonzerne wie Shell oder British Petroleum haben die Ölförderung in dem Gebiet bereits eingestellt. Mittlerweile gibt es im Meer 450 Bohrinseln, die Nordsee ist das wichtigste Gebiet der Offshore-Förderindustrie. Die meisten Plattformen befinden sich im britischen Sektor der Nordsee, gefolgt vom norwegischen, dem niederländischen und dem dänischen Sektor. Im deutschen Sektor befinden sich nur zwei Plattformen, es handelt bei ihm um den am wenigsten erschlossenen Sektor in dieser Hinsicht. Das größere der beiden Felder ist das Ölfeld Mittelplate.

Inseln und Küste

Mittelplate Zu den größten Inseln der Nordsee gehören Helgoland, die Nordfriesischen Inseln, die Ostfriesischen Inseln und die niederländischen Westfriesischen Inseln (siehe auch Friesland). Zwischen Esbjerg (Dänemark) im Norden und Den Helder (Niederlande) im Westen erstreckt sich das Wattenmeer. Dies ist eine von Ebbe und Flut geprägte Landschaft, von der wichtige Teile mittlerweile zum Nationalpark erklärt wurden. Die Küstenlinie verändert sich stetig. Sowohl durch die natürlichen Wassersteigungen und -senkungen, die im Laufe der Geschichte immer wieder vorkamen, als auch in den letzten Jahrhunderten durch gezielte Landgewinnung. Besonders die Niederländer waren hierbei aktiv, das größte Projekt der Art war die Abdeichung des Ijsselmeeres und die Landgewinnung im Ijsselmeer. In einem 150-Kilometer-Bereich von der Küste leben 80 Millionen Menschen, davon fast die gesamte Bevölkerung der Niederlande und Belgiens, fast alle davon in urbanen Gegenden. In diesen Bereichen haben die Küstenregionen eine Bevölkerungsdichte von über 1000 Einwohner pro Quadratkilometer, der Küstenabschnitt zwischen Hamburg und Brüssel ist stark industrialisiert, wahrscheinlich findet sich hier die größte Ansammlung von Schwerindustrie weltweit. Im Einzugsbereich der Flüsse, die in die Nordsee münden, leben auf ungefähr 850 000 km² etwa 160 Millionen Menschen. Sie entwässern einen Großteil Westeuropas, darunter ein Viertel Frankreichs, dreiviertel Deutschlands, fast die gesamte Schweiz und Großbritannien, die Hälfte Jütlands, die gesamten Niederlande und Belgien, den Süden Norwegens, sowie kleine Teile von Österreich. In diesem Bereich findet sich die größte Ansammlung weitweiter Industrie, allein 15 Prozent der Weltindustrieproduktion finden im Einzugsbereich der Nordsee statt. Zu den bekanntesten Städten an der Nordsee zählen Aberdeen, Den Haag, Haarlem, Rotterdam, Bremerhaven, Cuxhaven, Wilhelmshaven, Esbjerg und Bergen. Über die Weser und die Elbe gehören auch Bremen und Hamburg zu den wichtigen deutschen Nordseehäfen.

Schifffahrt

Die Nordsee ist ein vielbefahrenes Gewässer, in dem wichtige Handels- und Verkehrswege verlaufen. Unter Seefahrern ist sie berüchtigt als der Blanke Hans, Untiefen wie der Große Vogelsand, Grundseen und sehr schwerer Seegang zu Zeiten der Sturmfluten in Frühling und Herbst haben schon zu vielen Schiffsunglücken geführt, die in früheren Zeiten gelegentlich auch Strandräubern als Verdienstquelle gedient haben sollen.

Umweltschutz

Zum Schutz der Nordsee wurde 1992 die Oslo-Paris-Konvention gegründet. An der Nordsee befinden sich mit den Nationalparks Wattenmeer in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg die größten deutschen Nationalparks.

Weblinks


- [http://www.nordseecam.com/ Webcams an der Nordsee]
- [http://www.dwd.de/de/WundK/Warnungen/index.htm?Land=NS00&Art=O Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes im Nordseebereich (DWD)] Kategorie:Meer Kategorie:nordeuropa als:Nordsee ja:北海 ko:북해 zh-min-nan:Pak-hái

Polder

Ein Koog (Mehrz.: Köge) ist ein an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins und Niedersachsens durch Deichbau und Entwässerung aus der See gewonnenes, sehr flaches Land. Der Deich bewahrt das Land vor Überflutung, da es niedriger als der Wasserspiegel des Gewässers liegt, aus dem das Land gewonnen wurde. Köge werden in Niedersachsen als Groden und in den Niederlanden und im westlichen Ostfriesland als Polder bezeichnet. Neben der Gewinnung von Land aus dem Meer spricht man auch an Flüssen von Kögen oder Poldern, meist handelt es sich um ehemalige Feuchtgebiete, die nun landwirtschaftlich genutzt werden. So werden an Rhein und Oder diese Flächen auch zum Hochwasserschutz mittels Fluten genutzt. Ist das Hochwasser ausreichend abgeflossen, pumpt man das Wasser wieder aus den Poldern und kann diese bis zum nächsten Hochwasser wieder landwirtschaftlich nutzen. Bis in die 1950er Jahre wurden Köge aus wirtschaftlichen Gründen zur Landgewinnung angelegt, seitdem steht der Küstenschutz im Vordergrund. In den Niederlanden und Flandern sind ganze Landstriche eingedeicht und bilden eine typische Polderlandschaft. Das bekannteste Beispiel sind die Zuiderzeewerke, die die Zuiderzee in das Ijsselmeer verwandelt haben. An der Schleswig-Holsteinischen Westküste und der Elbe gibt es etwa 170 Köge. Bekannte Köge:
- Augustenkoog
- Beltringharder Koog
- Dieksanderkoog (ehemals Adolf-Hitler-Koog)
- Hauke-Haien-Koog (nach einer Figur der Novelle "Der Schimmelreiter" von Theodor Storm benannt)
- Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog
- Kaiser-Wilhelm-Koog
- Friedrichskoog
- Tümlauer Koog

Literatur


- Harry Kunz: "Die Köge Nordfrieslands" mit Karte, 1997 Nordfriisk Instituut, ISBN 3-88007-251-5 Siehe auch: Neulandgewinnung Kategorie:Wasserwirtschaft Kategorie:Schleswig-Holstein

Texel (Insel)

Die Insel Texel (die Bewohner der Insel sprechen es Tessel aus) liegt in der Nordsee und gehört zu den Niederlanden. Sie ist abgesehen von dem kleinen unbewohnten Eiland Noorderhaaks die westlichste der Westfriesischen Inseln. Sie gehört zur Provinz Nordholland und ist mit 16.982 Hektar Fläche die größte Watteninsel der Niederlande und beherbergt 336 Vogelarten und 1358 Pflanzen- und Blumensorten. Die Insel ist 23,7 km lang und 9,6 km breit. Der höchste Punkt der Insel (de Hoge Berg) liegt 15 Meter über dem Meeresspiegel. Die Insel Texel bietet einen ca. 30 km langen Sandstrand, der in die Strandpfähle (Paal) 9 (bei Den Hoorn) bis 33 (bei De Cocksdorp) untergliedert ist. Wegen der starken Strömung zwischen Texel und Vlieland ist das Schwimmen zwischen Pfahl 31 und 33 verboten. Bei den Pfählen 9 und 28 befinden sich nicht überwachte FKK-Strandabschnitte. Texel befindet sich vor dem Marinehafen Den Helder und ist dem großen Abschlussdeich vorgelagert, der das Ijsselmeer von der Nordsee trennt. Auf Texel wohnen 13.787 Menschen (1. Juni 2005), die sich auf die Dörfer De Cocksdorp, De Koog, De Waal, Den Burg, Den Hoorn, Oosterend, 't Horntje und Oudeschild verteilen. Daneben gibt es noch die Weiler: Bargen, Burger Nieuwland, De Kuil, De Naal, De Nes, De Westen, Dijkmanshuizen, Driehuizen, Harkebuurt, Midden-Eierland, Molenbuurt, Nieuweschild, Noord Haffel, Noorderbuurt, Ongeren, Spang, Spijkdorp, Tienhoven, Westergeest, Westermient, Zevenhuizen, Zuid Haffel Den Burg ist das Zentrum der Insel mit der Inselverwaltung und anderen behördlichen Einrichtungen sowie Geschäften. Die Insel darf mit Autos befahren werden. Eine Fährverbindung besteht nach Den Helder (Fahrzeit ca. 20 Minuten) mit den Fähren der Teso.

Geschichte

Teso Im 13. Jahrhundert bestand Texel nur aus Geschiebelehmaufschüttungen. Diese Böden waren häufig mit Prielen durchzogen, während niedriger gelegene Flächen regelmäßig überschwemmt wurden. Abgetrennt davon befand sich ursprünglich im Norden die kleine Insel Eierland. Im Jahr 1415 erhielt Texel Stadtrechte. Im zweiten Weltkrieg versuchten zwischen dem 4. April und dem 20. Mai 1945 ursprünglich als Hilfstruppen angeworbene Georgier, die auf Texel stationiert waren, die Kontrolle über die Insel zu erlangen, konnten aber die entscheidenden Artilleriestellungen nicht erobern. In den Kämpfen starben 1.400 Menschen, darunter 120 Zivilisten. 565 Georgier fanden auf dem ehrenfriedhof auf dem Hoge Berg eine Ruhestätte. Jedem dieser Georgier wurde eine Rose gepflanzt. (Siehe auch Georgischer Aufstand auf Texel)

Natur

Der Hoge Berg

Der Hoge Berg ist durch eiszeitliche Geschiebelehmaufschüttungen, über die sich mehrere Schichten Decksand ablagerten, vor ca 130.000 Jahren entstanden . Sein höchster Punkt beträgt 15,3 m über NN. Seit 1968 steht das Gebiet um den Hoge Berg unter Landschaftsschutz. Die Wiesen um den Hoge Berg sind von der Staatsforstverwaltung an Landwirte verpachtet. Das einzige Insektenschutzgebiet der Niederlande, De Zandkuil (Sandmulde), befindet sich ebenso auf dem Hoge Berg. Es ist eine alte Sand- und Lehmgrube, die am Tag nach Pfingsten (Tag des Waldes) jährlich eine Begegnungsstätte war. Begünstigt wird die Insektenvielfalt durch die sonnige Lage der Grube, in der der Sand sehr warm werden kann. Man findet seltene Grabwespen- und Bienenarten. Durch vorsichtiges Plaggen und Mähen unterhält die Staatsforstverwaltung das Insektenreservat.

Dünen

Sind untiefe Sandküsten, Wind aus Meeresrichtung und allmählicher Übergang von Wasser zu Land als Voraussetzung gegeben, so können Dünen entstehen. Binsenquecke und Strand-Salzmiere können sich auf ersten Sandanhäufungen niederlassen und ihnen Festigung geben. Sammelt sich anschließend Regenwasser, siedelt sich der Strandhafer an. Die auf Texel seewärts liegenden Dünen sind nicht sehr jung. Dünenbildung findet man gegenwärtig auf Texel nur auf De Hors, bei De Slufter und in der Nähe des Leuchtturms. Um Dünenschwund zu verhindern, führt man künstlich Sand zu und baut Längsbuhnen.

De Muy und De Slufter

Die Naturreservate De Muy, ein junges Gebiet mit Feuchttälern zwischen den Dünenketten, und De Slufter sind beide durch menschliches Eingreifen entstanden. Bis zum 16. Jahrhundert wurden zahlreiche Eindeichungen auf der Insel vorgenommen. Die wichtigsten waren Waal und Burg, zwischen Den Burg, De Koog und De Waal, die zunächst im Jahr 1532 und dann erneut 1617 vorgenommen wurden. Auf Befehl der Generalstaaten erfolgte in den Jahren 1629 / 1630 die Anlage eines Deiches zwischen den Dünen bei De Koog und der Insel Eierland. Durch die Anpflanzung von Dünengras wurde Flugsand festgehalten, und es entstanden neue Dünen und Priele. Im Windschatten von Schirmen aus Zweigen lagerte sich angewehter Sand zu Sandwällen ab, auf die Strandhafer gepflanzt wurde, der ebenfalls Sand auffängt. Gegen 1850 muss entlang der heutigen Küstenlinie eine geschlossene Dünenreihe existiert haben. Während eines schweren Sturmes brach die See zwischen De Muy und De Slufter allerdings wieder durch, eine Abdichtung erfolgte nur beim Muysee erfolgreich. Der letzte Versuch, das Sluftergatt abzudichten, verlief ergebnislos. So entstand unbeabsichtigt ein Naturgebiet. Durch das eindringende Salzwasser wächst hier viel Strandflieder, der in den Monaten Juli und August für eine weitflächige violett Färbung des Gebietes verantwortlich zeichnet, sowie die Gemeine Grasnelke und der Glasschmalz. Viele Vögel finden vor allem in den Zugzeiten ihre Ruhe (Pfeif- und Spießenten, Stelzläufer und Regenpfeiferarten, Drosselarten, Mönchsgrasmücken und viele mehr) oder brüten (Löffler, Kiebitz, Uferschnepfe).

Eierland

Im Norden Texels befindet sich das Wandergebiet Eierland (auch De Krim genannt), das seinen Namen den vielen Vogeleiern (von Möwen) verdankt. Bis 1630 bestand die Insel aus einzelnen Dünen, die anschließend mit Flugsanddeichen verbunden wurden. 1835 wurde Eierland eingepoldert. Die Dünen dienen den Schafen als Weideland.

Schafscheunen

Selbst bei sehr kaltem Wetter bleibt das Texeler Schaf draußen. Allerdings suchen sie nicht selten Schutz im Windschatten der Schafscheunen, die mit der flachen Seite (und der Eingangstür) nach Nordosten stehen, weil der Wind auf Texel hauptsächlich aus dem Südwesten weht. Einige dieser Schafscheunen stehen unter Denkmalschutz, ein großer Teil verwahrlost allerdings, da sie den Landwirten als Hindernis für den Ackerbau erscheinen.

Gulfhäuser

Viele Häuser auf Texel ähneln aufgrund der Form ihres Daches Pyramiden. Das nach allen Seiten schräg ablaufende Dach verhindert, dass der permanent wehende Wind zu großen Druck ausübt. Im Gegensatz zu früher ist der Wohnbereich als Anbau von der Unterkunft des Viehs abgetrennt.

Sehenswürdigkeiten

Dünengras

EcoMare

EcoMare ist ein Museum, das sich mit dem Leben auf einer Insel und dem Meer befasst. Berühmt ist es für seine Vogel- und Seehundauffangstation. Ölverschmierte Vögel und von den Müttern zurückgelassene junge Seehunde (Heuler) und andere schwache Seehunde werden hier aufgenommen. Etwa 25 Seehunde werden jährlich aufgenommen und wieder freigelassen. Eine feste Gruppe von 20 Seehunden, die sich nicht mehr an das freie Leben gewöhnen konnten, lebt hier. Sie werden um 11 und 15 Uhr gefüttert. Im Wassersaal sieht man in meist offenen Aquarien Nordseebewohner und die Seehunde unter Wasser. In der Ausstellung "Leben auf einer Insel" kann man die Ausbreitung von Texel von der letzten Eiszeit bis heute und in die Zukunft projiziert verfolgen und die sich langsam ändernden Beziehungen zwischen Mensch und Insel nachvollziehen. Knochen von Säugetieren aus der Eiszeit, Informationen zur Arbeit der ersten Naturschützer von Texel (Jac. P. Thijsse) und Vögel der Insel sind zu besichtigen. "Sicht auf See" befasst sich mit Schifffahrt, Deichbau, Ölförderung und Fischerei an und auf der Nordsee. Im "Wassersaal" können unter anderem Seehunde und Seefische in teils offenen Aquarien beobachtet werden.

Weblink


- [http://www.texel.nl Gemeinde Texel]
- [http://www.texel.net/&lng=de VVV Texel]
- [http://www.teso.nl/de_index1.htm TESO Fährgesellschaft]
- [http://www.ecomare.nl/ Ecomare]
- [http://mitglied.lycos.de/daho5/texel.html Texel auf www.hoffmann90.de >Reise]
- [http://kriegsende.ard.de/pages_std_lib/0,3275,OID1113882,00.html Texel - der Krieg, der nicht enden wollte] Kategorie:Insel (Niederlande)

Wattenmeer

Als Wattenmeer bezeichnet man das Teilgebiet eines Meeres im Küstenbereich beziehungsweise die dortige Landschaft, die unter einem starken Einfluss der Gezeiten steht. Gezeiten am Mont St. Michel.]] Ein Wattenmeer (sprachlich: "watend begehbares Meer") ist regelmäßig zwei Mal täglich während eines Hochwassers überflutet und fällt während eines Niedrigwassers trocken. Die bei Niedrigwasser trocken fallenden Flächen bezeichnet man als Watt.

Vorkommen

Watt, Sylt.]] Wattenmeere findet man in allen Teilen der Welt in den gemäßigten Zonen. In den tropischen Zonen sind derartige Küstengebiete zumeist mit Mangroven überwachsen und werden nicht Wattenmeer sondern Gezeitenwälder genannt.

Die wichtigsten Wattenmeere


- Das mit etwa 8.000 Quadratkilometern Wasseroberfläche größte Wattenmeer der Erde ist das Wattenmeer der Nordsee. Es verfügt über etwa 60 Prozent der Fläche aller Wattenmeere Europas.
- Das zweitgrößte Wattenmeer der Welt ist mit einer Wasseroberfläche von etwa 400 Quadratkilometern das Wattenmeer Saemangeum in Korea.

Entstehung

Ein Wattenmeer entsteht im Allgemeinen durch einen dauerhaften Anstieg des Meeresspiegels, wodurch ehemalige Landmassen regelmäßig beim Hochwasser der Gezeiten überflutet werden.

Merkmale

Bei einem Wattenmeer verfügt der Meeresboden, also die ehemalige Landmasse, nur über ein geringes Gefälle, wobei der Höhenunterschied im Allgemeinen weniger als einen Meter auf einer Länge von einem Kilometer aufweist. Gleichzeitig beträgt der Unterschied des Wasserstandes zwischen Hochwasser und Niedrigwasser mindestens zwei Meter, damit eine genügend große Fläche trockenfällt. Geringe Höhenunterschiede im Watt verursachen die Bildung von Prielen, natürliche Wasserläufe die unterschiedliche Wasserhöhen ausgleichen. Im Bereich von Flussmündungen werden feinkörniges Material und Schwebstoffe durch Flüsse in das Wattenmeer eingeführt, die zuvor in relativ niederschlagsreichen, flachen Gebieten vom Land in die Flüsse gespült wurden. Auch landseitige Winde führen dem Wattenmeer dieses Material zu, welches dann Bestandteil des Wattsediments wird. Oft bilden vorgelagerte Inseln und Sandbänke einen Schutz vor der Brandung des Meeres.

Flora und Fauna

Ein Wattenmeer bietet einen speziellen, in Teilen auch extremen Lebensraum. Viele Tiere und Pflanzen leben ausschließlich im jeweiligen Wattenmeer, in dem sie angesiedelt sind und haben sich den dort herrschenden Bedingungen angepaßt. Zudem ist ein Wattenmeer oft ein wichtiges Rastgebiet für Zugvögel. Außerdem bietet das Wattenmeer den Lebensraum für Wattwürmer und viele Muschelarten.

Problematik

Der Lebensraum Wattenmeer ist sehr sensibel und empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen, die zum großen Teil menschlichen Ursprungs sind. Daher gibt es weltweit Initiativen zum Schutz der Wattenmeere, die schon heute Ansätze zu einer internationalen Zusammenarbeit zeigen.

Wattenmeere weltweit


- Wattenmeer (Nordamerika)
- Wattenmeer (Frankreich), speziell das Wattenmeer bei Mont St. Michel mit einem auf einem Granitfelsen errichteten Kloster inmitten des Wattenmeeres
- Wattenmeer (Japan)
- Wattenmeer (Irland)
- das wattenmeerähnliche Gezeitenbecken „The Wash“ in Großbritannien.
- Wattenmeer (Australien) Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Wattenmeer

Holland

Holland ist ein Teil der Niederlande, der im Westen von der Nordsee und im Osten vom Ijsselmeer begrenzt wird. Holland teilt sich auf in die Provinzen Nordholland und Südholland. Die nördliche Grenze liegt bei Den Helder und der Insel Texel, die südliche liegt im Delta von Rhein, Maas und Schelde. In Holland befinden sich u.a. die Großstädte Den Haag, Rotterdam und Amsterdam, die Teil des Ballungsraumes Randstad sind. Im Westen, an der Nordsee, befinden sich entlang der Küste überwiegend Dünen, landeinwärts sind flache Polder vorzufinden. Weite Teile Hollands liegen unterhalb des Meeresspiegels. Das Gebiet war Bestandteil des Römischen Reiches, später des Frankenreiches, des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und Burgunds. Ab 1581 war Holland führender Bestandteil der Republiek der Zeven Verenigde Nederlanden. Während der napoleonischen Zeit gab es das Königreich Holland (1806-1810), das die heutigen Niederlande umfasste. Um die Dominanz Hollands zu verringern, welches schon immer der kulturelle, politische und gesellschaftliche Hauptteil des Landes war, wurde es 1840 in die heutigen beiden Provinzen Nordholland und Südholland geteilt. Der Name Holland wurde erstmals 866 als Holtland (Holzland bzw. Waldland) für die Gegend um Haarlem erwähnt. Im deutschen Sprachgebrauch wird oft Holland für den Staat Niederlande benutzt. Der umgangssprachliche Gebrauch von "Holland" für Niederlande besteht aber seit dem 16. Jahrhundert seit Hollands Beitritt zur "Republik der Sieben Vereinigten Niederlande". Verstärkt wurde dieser Gebrauch in den 1970er und 1980er Jahren, als Agrarexporteure aus der Region Holland mit einer intensiven Werbekampagne erfolgreich versuchten gegen das negative Image der niederländischen Treibhausprodukte in Deutschland anzukämpfen. Die Werbeträgerin "Frau Antje" mit ihrem Spruch "Käse und Gemüse - Qualität aus Holland" wurde in Deutschland bekannter als die niederländische Königin Beatrix.

Siehe auch


- Liste der Grafen von Holland Kategorie:Niederlande zh-min-nan:Hô-lân (tē-tài)

Südholland

Südholland (niederl. Zuid-Holland) ist eine westliche Provinz der Niederlande an der Nordseeküste. Sie ist das am dichtesten besiedelte und höchstindustrialisierte Gebiet der Niederlande. Angrenzende Provinzen sind Nordholland im Norden, Utrecht und Gelderland im Osten, Nordbrabant im Südosten und Zeeland im Süden. Im Westen grenzt die Provinz an die Nordsee. Wichtige Städte sind Den Haag (Regierungssitz, Internationaler Gerichtshof) und die Seehafenstadt Rotterdam. Die Städte Leiden, Delft, Dordrecht, Schiedam und Gouda besitzen ein historisches Zentrum. Südöstlich von Rotterdam befinden sich die Mühlen von Kinderdijk, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Flüsse und Kanäle sind u.a. die Nieuwe Maas, der Nieuwe Waterweg, die Oude Maas, der Haringvliet und das Hollands Diep. Im Süden der Provinz liegen im Rheindelta viele Inseln, die durch Brücken und Dämme miteinander verbunden sind:
- Goeree-Overflakkee
- Tiengemeten
- Voorne-Putten
- Rozenburg
- IJsselmonde
- Hoeksche Waard
- Eiland van Dordrecht

Geschichte

Die Provinz Südholland entstand 1840 durch Teilung der Provinz Holland in Nordholland und Südholland.

Kategorie:Niederländische Provinz ja:南ホラント州 simple:South Holland

Haarlem

Haarlem ist eine Stadt in der Region Kennemerland und die Hauptstadt der Provinz Nordholland, Niederlande. Die Stadt liegt am Fluss Spaarne, was ihr den Beinamen Spaarnestad eingebracht hat. Die Gemeinde Haarlem grenzt an die Gemeinden Haarlemmermeer, Heemstede, Bloemendaal und Velsen und zählt 147.519 Einwohner (2003, CBS). Die Stadt ist seit 1853 der Sitz des Römisch-Katholischen Bistums Haarlem.

Geschichte

Haarlem entstand als Geestsiedlung an der Spaarne und entwickelte sich auf dem Verbindungsweg von Süd nach Nord. Die Stadt wurde Residenz der Grafen von Holland. Graf Wilhelm II von Holland verlieh Haarlem 1245 Stadtrechte. Haarlemer Ritter hatten sich früher in diesem Jahrhundert, 1219, unter Graf Wilhelm I. entschieden, den fünften Kreuzzug zu unternehmen. Daher findet sich bis heute ein Kreuz im Stadtwappen. 1429 bekam die Stadt das Zollrecht. Das spätmittelalterliche Haarlem kannte Textilherstellung, Schiffsbau und viele Bierbrauereien. Der Reichtum ging zu Ende durch einen etwa dem deutschen Bundschuh-Aufstand ähnelnden Bürgerkrieg namens „Hoeker und Kabeljau-Streit“ (Hoekse en Kabeljauwse Twisten) und den Aufstand der Käser und Bäcker (Kaas- en Broodvolk). 1573 fiel die Festung nach einer monatelangen spanischen Belagerung durch Frederik von Toledo. 1577 zogen sich die Spanier nach dem Vertrag von Veere zurück, worin Protestanten und Katholiken gleiche Rechte bekamen. Flämische und französische Immigranten brachten der Stadt eine neue Blütezeit (Leinenweberei, wie auch in Leiden). 1658 gründete der Holländer Petrus Stuyvesant Nieuw Haarlem an der Ostküste von Nordamerika. Später wurde Nieuw Haarlem als Bezirk Harlem Teil der Stadt New York. Im 19. Jahrhundert wurden die Stadtbefestigungen geschleift und als Park gestaltet. 1839 fuhr der erste niederländische Zug zwischen Haarlem und Amsterdam. 1927 wurde die Gemeinde Schoten Teil von Haarlem. Nach der Erfindung der Buchdruckerei, in deren Frühzeit der Haarlemer Laurens Janszoon Coster eine wichtige Rolle spielte, bekam Haarlem eine bleibende Reputation als Druckerstadt. Die Älteste, noch erscheinende, Tageszeitung wird immer noch in Haarlem gedruckt. In 1656 erschien zum ersten mal "de Oprechte Haerlemse Courant", jetzt Haarlems Dagblad. Die Firma Johan Enschedé ist eine bekannte Spezialdruckerei, die auch für das Ausland u.a. Geldscheine und Ausweisdokumente herstellt. Hinzu kommt die Tradition als Stadt der Schriftsteller. Laurens Janszoon Coster

Bekannte Bauwerke und Orte


- Die Große oder St. Bavokirche
- Der Große Markt
- Der Amsterdamer Hafen
- Das Teylers Museum (18. Jhdt., das älteste Museum der Niederlande)
- Das Frans Hals-Museum

Berühmte Haarlemer


- Jurriaan Andriessen, Komponist
- Il Bamboccio (Spottname des Malers Pieter Jakobsz van Laer (
- 1592 oder 1595 oder 1599 - 1642)
- Nicolaas Beets, Schriftsteller
- Beths, Vera, Violinist
- Bomans, Godfried, Schriftsteller, geboren in Den Haag
- Brouwer, Adriaen, Maler
- Jacob van Campen, Baumeister
- Cohen, M.J., Politiker
- Laurens Janszoon Coster, Buchdrucker
- de Hartog, Jan, Schriftsteller
- hals, Frans, Maler
- de Nobel, Felix, Pianist
- de Vries, Hugo, Biologe
- Freymuth, Alphons, Maler
- Geels, Geertruida Maria (Ruud), Fußballer
- Hasselaar, Kenau Symonsdochter, Freiheitskämpferin
- Heda, Willem Claesz., Maler
- Ketting, Piet, Komponist
- Kruseman, Jan Adam, Maler
- Leyster, Judith, Maler
- Matham, Jakob, niederländischer Kupferstecher
- Mok, Maurits, Dichter
- Mul,Jan, Komponist
- Mulisch, Harry, Schriftsteller
- Mullier, Pim. Sportpionier und Sportjournalist
- Noorda, Werner Jan Christiaan, Maler und Dichter
- Okker, Tom, Tennisspieler
- Peper, Bram, Politiker
- Pola, Alexander, Schriftsteller
- Post, Pieter, Architekt
- Pot, Hendrik Gerritsz., Maler
- Prins, Sonja, Schriftstellerin
- Ritsema, Coba, Malerin
- Röell, Jhr., Staatsmann
- Saenredam, Pieter Jansz(oon), Maler
- Sontrop, Theo, Dichter
- Steen, Jan, Maler
- van Gennip, Yvonne, ehem. Welt- und Olympiameisterin im Eisschnelllauf
- van Heemskerck, Maarten, Maler
- van Looy, Jacobus van, Schriftsteller
- van Ostade, Adriaen, Maler
- van Ruysdael, Jacob, Maler
- van Teylingen, Hendrik, Schriftsteller
- Jelle van Tongeren, JazzViolinist
- Verkade, Kees, Bildhauer
- Visscher, Cornelis, Graveur
- Visser 't Hooft, Protestantenführer
- Zwaardemaker Czn., Hendrik, Physiologe

Städtepartnerschaft


- Osnabrück, seit 1961

Weblinks


- [http://www.haarlem.nl Website der Gemeinde Haarlem] Kategorie:Ort in den Niederlanden

Friesen

Die Friesen sind ein germanischer Volksstamm, der an der Nordseeküste in den Niederlanden, Deutschland und Dänemark lebt. Die in den Niederlanden zwischen der Zuiderzee und der Lauwers lebenden Friesen werden als Westfriesen bezeichnet, die in Deutschland zwischen der Ems und der Harle in Niedersachsen lebenden als Ostfriesen, die südöstlich davon in der Gemeinde Saterland lebenden als Saterfriesen, die in Schleswig-Holstein und Dänemark lebenden als Nordfriesen. Als ethnische Minderheit, die sich über die friesische Sprache definiert, sind die Friesen heute noch im niederländischen Westfriesland wie im schleswigschen Nordfriesland anzutreffen. Die friesische Minderheit stellt zusammen mit der dänischen und der sorbischen Minderheit sowie den in Deutschland lebenden Roma und Sinti eine der vier in Deutschland ansässigen ethnischen Minderheiten. Die Größe der nordfriesischen Minderheit ist schwer einzuschätzen. Deren Zahl dürfte sich auf einige 10.000 Mitglieder schätzen lassen. Nordfriesisch sprechen heute noch 10.000 - 20.000 Nordfriesen, vor allem auf den Nordfriesischen Inseln und in der Nähe der deutsch-dänischen Grenze. Zusammen mit der dänischen Minderheit haben sie den Südschleswigschen Wählerverband als politische Interessenvertretung. Die friesische Minderheit in den Niederlanden hat weit über 100.000 Angehörige. Siehe auch Friesland.

Geschichte

Die Friesen sind vom römischen Historiker Tacitus in seiner Germania der Gruppe der Ingaevones zugeordnet worden. Ihr Land lag an der Küste der Nordsee von der Mündung des Rheins bis zur Ems, der östlichen Grenze. Plinius der Ältere schrieb, dass der römische General Drusus diesen Landstrich 12 v. Chr. von Region des heutigen Belgiens aus eroberte. Danach versanken die Friesen größtenteils in historischer Versenkung, bis sie mit den Merowingern und Karolingern in Kontakt kamen. Im 5. Jahrhundert, während der geschichtlichen Ruhe um die Friesen, haben sich wohl viele Friesen den Angeln und Sachsen angeschlossen, die über friesisches Land marschierten, um in Britannien einzufallen. Die Völker, die auf dem Kontinent blieben, drangen in die nun entvölkerten Gebiete der Angelsachsen ein. Am Ende des 6. Jahrhunderts besetzten die Friesen die Küste bis zur Mündung der Weser und verbreiteten sich bis ins 7. Jahrhundert weiter südwärts bis nach Dorestad und sogar bis nach Brügge. Danach, eroberte jedoch Karl Martell den westlichen Teil Frieslands und der letzte Gesamtherzog der Friesen Poppo fiel in einem Kampf gegen einen fränkischen Adeligen. Diese größte Ausbreitung des friesischen Territoriums ist bekannt als Frisia Magna. Das was heute von Frisia Magna übriggeblieben ist, ist klein und verstreut. Das meiste ist von den sich ausbreitenden Nachbarn erobert worden, von den Sachsen, die in den Norden und Westen vordrangen und den Franken, die den Norden und Osten besetzten. Bis zum Aufstieg der Hanse waren die Friesen das bedeutendste Handels- und Seefahrervolk der Nordseeküste. Nach dem Tod von Fürst Karl Edzard endete in Ostfriesland des Hauses Cirksena im Jahr [1744]. Anschließend wurde Ostfriesland von Friedrich der Große okkupiert. Das heute zu den Niederlanden gehörende Hauptgebiet der Friesen, West- und Mittelfriesland, erstreckt sich von Alkmaar in der Provinz Nordholland entlang der Küste der Provinzen Friesland und Groningen bis zur Mündung der Ems. Kulturell ist es allerdings auf die Provinz Friesland begrenzt. Die friesische Sprache wird nur noch dort und auf den Wattenmeerinseln Terschelling und Schiermonnikoog gesprochen. Letztes Refugium der ostfriesischen Sprache ist das Saterland (Niedersachsen). Ostfriesland selbst ist inzwischen vollständig niederdeutsch geprägt. Allerdings ist das ostfriesische Platt noch stark vom Friesischen geprägt und hebt sich von anderen niederdeutschen Dialekten deutlich hervor. Zudem ist das friesische Selbstverständnis vieler Ost-Friesen äußerst stark ausgeprägt. Lebendig ist die friesische Kultur und Sprache auch auf der Insel Helgoland, (Kreis Pinneberg), wo der Hallunder Dialekt gesprochen wird und in Nordfriesland (Schleswig-Holstein, Deutschland). Friesisch wird sowohl auf den Inseln Sylt, Föhr und Amrum als auch auf dem Festland, z.B. rund um Bredstedt gesprochen. Das Friisk Gesäts führt ab 2004 zu rechtlich klarerem Status. Es gibt auch noch einige Nachkommen der Friesen an der Küste von Jütland und angrenzenden Inseln. Es ist aber nicht bekannt, wann sie sich dort angesiedelt haben, nicht mal, ob sie erst auf den Inseln siedelten und dann ins Inland vordrangen oder umgekehrt. Die wenigen Menschen die heute noch Friesisch sprechen, bedienen sich im Alltag auch der angrenzenden Sprachen wie Niederdeutsch, Hochdeutsch oder Dänisch. Wie viele andere kleine Minderheitensprachen Europas auch, ist auch das Friesisch akut vom Aussterben bedroht.

Herzöge Frieslands


- Sibbelt ???-???
- Ritzard ???-???
- Aldegisel ???-680
- Radbod 680-719
- Poppo 719-734 Siehe auch: Friesische Sprache, Eala Freya Fresena Kategorie:Germanischer Stamm Kategorie:Europäische Ethnie Kategorie:Friesland Kategorie:Ostfriesland Kategorie:Nordfriesland

Waterland

Waterland ist der Name einer Gemeinde und auch einer Region in der Provinz Nordholland in den Niederlanden. Die Gemeinde liegt in der Region Waterland, die sich nördlich von Amsterdam befindet.

Orte der Gemeinde Waterland


- Monnickendam
- Broek in Waterland
- Ilpendam
- Katwoude
- Marken
- Overleek
- Uitdam
- Watergang
- Zedde
- Zuiderwoude
- Grootewerf
- Havenbuurt
- Het Schouw
- Kerkbuurt
- Klein-Overleek
- Moeniswerf
- Rozewerf
- Wittewerf

Weblinks


- [http://www.waterland.nl Website der Gemeinde Waterland] Kategorie:Ort in den Niederlanden

Hilversum

Hilversum ist eine Gemeinde (ohne Stadtrechte) in den Niederlanden mit (2004) etwa 82.000 Einwohnern in der Provinz Nordholland.

Lage und Wirtschaft

Hilversum liegt im Het Gooi, einem Gebiet mit Heide, Wald, Wiesen, und kleinen Seen. Die Stadt ist 30 km südöstlich von Amsterdam und 25 km nördlich von Utrecht gelegen. Sie hat drei Bahnstationen: Hilversum Noord, Hilversum (beide an der Linie Amsterdam-Amersfoort - Groningen / Hengelo (O) - Berlin) und Hilversum Sportpark. Intercity-Züge halten jedoch nicht mehr in Hilversum. Eine Autobahn (A27) verbindet die Stadt mit Utrecht. Die Gemeinde, bis etwa 1820 ein Bauerndorf, gilt als „Medienstadt“, da sie das Rundfunk- und Fernsehzentrum der Niederlande bildet. Der niederländische Rundfunk sendet hier seit den 1920er Jahren. Zahlreiche Radio- und Fernsehstudios sind hier angesiedelt. Außerdem gibt es in Hilversum noch etwas Industrie sowie eine große Rangier- und Wartungsanlage der Niederländischen Eisenbahnen (Crailo). Seit mehr als einem Jahrhundert ist Hilversum beliebt als Wohnort für Amsterdamer Pendler.

Sehenswürdigkeiten

Pendler Hilversum ist bekannt für sein architektonisch bedeutsames Rathaus, entworfen von Willem Marinus Dudok (18841974). Außerdem ist Hilversum der Geburtsort der niederländischen Showmasterin Linda de Mol. Im Jahre 2005 wird ein neues Museum fertiggestellt, mit den Themen Architektur, Rundfunk und Fernsehen. Die 1892 erbaute römisch-katholische St. Vituskirche wurde vom Baumeister Pierre Cuypers entworfen.

Söhne und Töchter der Stadt


- 1969 Arjen Lucassen, niederländischer Rockmusiker

Weblinks


- [http://www.hilversum.nl Webseite der Gemeinde] Kategorie:Ort in den Niederlanden

Kategorie:Niederländische Provinz

Niederlande Provinz nb:Kategori:Nederlandske provinser

Robert Gordon

Robert Gordon (1668-1731), a 17th century merchant and philanthropist, was born in Aberdeen. He was the only son of Arthur Gordon who married Isabella Menzies of Balgownie. When Arthur Gordon, a well respected advocate in the Edinburgh courts, died in 1680, he left his twelve year old son the sum of 20,000 merks (about £1,100 then and considerably more in modern currency). When Robert reached the age of sixteen he became a Burgess of the City of Aberdeen. Among other benefits, this entitled him to follow a merchant's trade in the town. During the next few years he attended Marischal College, graduating in 1689. Soon afterwards, like many Scots at the time, he left Aberdeen, travelling far and wide around Northern Europe before finally settling in Gdańsk (also known as Danzig) where he established himself as a merchant trader. Over the next few decades he built a highly successful business and soon became wealthy. By 1692, he was rich enough to donate a large sum of money to his old college and by 1699, it appears that he was providing low interest loans to landowners in Aberdeenshire who needed working capital. Little more is known about his time on the Baltic but by 1720 at the latest, he returned to Aberdeen, a very wealthy man. However he had never married and had no heirs. Consequently he decided that his fortune would be used to found ‘a hospital for maintenance, aliment, entertainment and education of young boys’ and wrote his will to that effect. He started work on the project in 1730. He died shortly thereafter -- of overeating it is said -- but the project had started, funding was still there, owing to his foresightedness, and work continued on his dream. Construction of the building was completed in 1743. However before it could be used for its intended purpose, it was taken over by the Duke of Cumberland to use as a barracks for the Hanoverian troops on his visit to Aberdeen in 1746 to put down the Jacobite rising, and so the hospital did not open until 1750. During the nineteenth century the hospital developed in two different directions. The first, aimed at secondary education led directly to the modern private school, Robert Gordon's College. The second, aimed at tertiary education, developed in combination with external technical institutes such as Gray's School of Science and Art, into an institution which achieved university status in the late twentieth century, the Robert Gordon University. Gordon, Robert Gordon, Robert Gordon, Robert

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External links


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