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Kordestan
Kurdistan oder Kordestan (persisch استان کردستان) ist eine der dreißig Provinzen des Iran. Es sollte nicht mit dem größeren geographischen Gebiet Kurdistan verwechselt werden.
Es liegt im Westen des Irans an der Grenze zum Irak. Im Norden liegt die Provinz West-Aserbaidschan, im Nordosten Zandschan, im Osten Hamadan und im Süden Kermānschāh.
Kordestan liegt im Zagrosgebirge. Daher hat es ein typisches Kontinentalklima.
Die Hauptstadt der Provinz ist Sanandadsch (auf kurdisch Sine) mit etwa 350.000 Einwohnern. Andere große Städte sind Marivan, Baneh, Saqqez, Qorveh, Bidschar und Sardascht. Die Kurden machen die größte Volksgruppe in der Provinz aus, dann folgen Aserbaidschaner und Perser. Die Kurden sprechen den Sorani-Dialekt. Der historische Name der Provinz ist Ardalan.
Die Provinz hat die Landkreise:
- Baneh
- Bidschar
- Divanderre
- Kamyaran
- Marivan
- Qorveh
- Sanandadsch
- Saqqez
Kategorie:Provinz (Iran)
Kategorie:Kurdistan
Persische Sprache
Die persische Sprache oder kurz: Persisch (lokal: فارسی Fārsi oder auch Dari genannt) ist die wichtigste indogermanische Sprache im südwestwestlichen Asien. Sie gehört zum iranischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Persisch wird von ca. 60 Millionen Menschen als Muttersprache und von weiteren 60 Millionen als Zweitsprache gesprochen, die vor allem im Iran und in angrenzenden Gebieten leben. Etwa 35-40 Millionen Muttersprachler leben im Iran, weitere 7 Millionen in Afghanistan (siehe Tadschikische Sprache), 15 Millionen in Tadschikistan (lokal Dari genannt) und in Teilen Usbekistans, Pakistans und Indiens. Daneben gibt es bedeutende Persisch-sprachige Gemeinden in Bahrain, Irak und in den USA.
Kleinere Sprachinseln gibt es unter anderem in Georgien, in Aserbaidschan und im Pamir-Gebirge. Starken Einfluss hat Persisch auch auf Schrift und Sprache in Usbekistan und Kirgisistan genommen sowie auf das Urdu (Pakistan), in geringerem Maß auch auf Arabisch, Türkisch und auf die Sprachen des heutigen Indiens. Die Deutsche Welle sendet auch in Persisch ([http://dw-world.de/persian/ Farsi] - [http://www2.dw-world.de/dari/ Dari]).
Persisch ist Amtssprache im Iran, in Tadschikistan und in Afghanistan; in Tadschikistan wurde es ab 1928/29 erst in lateinischer, seit 1939/40 in kyrillischer Schrift geschrieben.
Viele persische Wörter wurden in europäische Sprachen übernommen. Im Deutschen kennt man unter anderem die Wörter Basar (Bazaar), Scheck, Karawane, Pistazie, Schach, Paradies, Schal oder Magier.
Der Language Code ist fa bzw. fas oder per (nach ISO 639).
Kurze Geschichte der persischen Sprache
ISO 639
Das Persische wird seit der Islamisierung in arabischer Schrift geschrieben, aber mit einigen zusätzlichen Buchstaben wegen der sehr unterschiedlichen Sprache. Es besitzt zahlreiche arabische Lehnwörter sowie eine umfangreiche Literatur.
Die Entwicklung der iranischen Sprachen wird in drei Perioden gegliedert: altiranisch (bis 100 v. Chr.), mitteliranisch (100 v. Chr. bis etwa 900 n. Chr.) und neuiranisch (ab 900 n. Chr). Von den altiranischen Dialekten sind nur Altpersisch und Avestisch ausreichend dokumentiert, die anderen Sprachen dieser Gruppe nur indirekt. Die Bezeichnung "Avestisch" der nordöstlichen Sprache im antiken Perserreich kommt von der Avesta, den heiligen Schriften des Zoroastrismus. Abgesehen von seiner religiösen Verwendung starb es aber schon Jahrhunderte vor dem Aufkommen des Islam aus; wahrscheinlich löste sich die Sprache im verwandten Baktrisch auf. Das Altpersische ist aus dem Südwesten des Achämenidenreiches (um 560 bis 330 v. Chr.) in Keilschrift-Texten überliefert. Gesprochen wurde es dort länger, als Verwaltungssprache diente aber eher das Aramäische. Altpersisch und Avestisch sind dem Sanskrit und damit dem Ur-Indogermanischen sehr nahe; sie gehören ebenso wie Griechisch und Latein zu den flektierenden Sprachen, und sind die Vorfahren des heutigen Neupersisch.
Im Unterschied zu den jüngeren Sprachstufen hatte das Altpersische noch eine komplexere Grammatik mit bis zu sieben Kasus und drei Genera. Auch der Dual ist neben Singular und Plural noch erhalten. Das Verbalsystem ist gegenüber dem altertümlicheren Avestischen jedoch schon vereinfacht: Das Altpersische hat keine Differenzierung von Imperfekt, Aorist und Perfekt mehr, sondern kennt nur noch ein Präteritum.
Die für das Altpersische verwendete Keilschrift wurde eigens dafür erfunden und ist eine rechtsläufige gemischte Laut- und Silbenschrift (wie die indischen Schriften), die durch 8 Wortzeichen und besondere Zahlzeichen ergänzt wird. Überliefert sind vor allem Monumentalinschriften auf Felsen oder Gebäuden. Meist steht neben der altpersischen Version noch eine elamische und eine babylonische.
Mitteliranisch
Mitteliranisch waren nicht nur Mittelpersisch und das ihm verwandte Parthische, sondern auch einige andere Sprachen Zentralasiens, wie z.B. Baktrisch oder Sogdisch. Parthisch wurde im Arsakidenreich (etwa 250 vor- bis 226 nach Christus) gesprochen. Es ist gut durch Inschriften der ersten Sassaniden-Könige dokumentiert, obwohl es damals schon langsam ausstarb. Es beeinflusste aber das Mittelpersische (auch Pehlewi genannt), die Sprache des Sassanidenreichs (226-641).
Mittelpersisch ist grammatisch einfacher als Altpersisch und wurde meist in einer Aramäischen Schrift aufgezeichnet - also mit Buchstaben, die zum Teil mehrere Laute repräsentieren. Es verlor nach der Eroberung Persiens durch die Araber (7. Jahrhundert) an Bedeutung, doch wurde seine Literatur vielfach ins Arabische übersetzt. Leider gingen nach der Islamisierung die meisten Schriften verloren.
Andere mitteliranische Sprachen des sassanidischen Raums und Zentralasiens sind Charismisch (Corismisch) in Choresm, Soghdisch im Land Sogdiana (siehe Samarkand und Buchara), Baktrisch in Baktrien (heute Nordafghanistan) und Sakisch unter einigen Skythen in Chinesisch-Turkistan und für buddhistische Schriften. In sogdischer Sprache entstand sowohl christliche als auch buddhistische und weltliche Literatur. Baktrisch ist in einigen Inschriften erhalten, die unlängst in Afghanistan und Zentral-Asien entdeckt wurden, charismische Texte entstanden auch noch nach der Islamisierung.
Das Neupersische
Afghanistan
Neupersisch entwickelte sich bis zum 9. Jahrhundert als internationale Standardsprache von Zentral- und Südwestasien. Sie besitzt neben parthischen und mittelpersischen Anteilen (siehe oben) auch solche aus anderen iranischen Sprachen. In seiner Allgemeinheit ist das Neupersische eine Mischung der wichtigsten Sprachen des antiken Iran. Auch wenn die Sprache heute Persisch heißt, sind ihre Ursprünge nicht ausschließlich dem aus der Provinz Fars stammenden Altpersischen oder Mittelpersischen zuzuordnen. Da sich die Sprache in Zentralasien entwickelte, ist es wahrscheinlich, dass die ostiranischen Sprachen (Baktrisch, Parthisch, Sogdisch) diese Sprache erheblich beeinflusst haben. Die Anzahl von parthischen und sogdischen Lehnwörter im modernen Neupersisch ist beträchtlich, aber im Kernbereich ist die ursprüngliche persische (südwestiranische) Basis immer noch erkennbar.
Neupersisch ist die Kultur- und Amtssprache des Iran, Afghanistans und Tadschikistans und wird in einer um vier Buchstaben erweiterten syrisch-aramäischen („arabischen“) Schrift geschrieben. Doch ist das Verhältnis zwischen gesprochenem Neupersisch und arabischer Schrift als problematisch einzustufen. Persisch hat eine regelmäßigere und daher einfachere Grammatik als Mittelpersisch, sowie ein einfaches Lautsystem und viele arabische Lehnwörter. Viele altpersische Flexionen gingen verloren (z.B. die Kasusflexion), ebenso wie das grammatische Geschlecht. Solche Sprachvereinfachungen (insbesondere bei Flexionen) treten in vielen modernen Sprachen auf - z.B. im Englischen, Französischen und Neugriechischen.
Dari
Dari, die neupersische Schriftsprache, ist die literarische Abkürzung der persischen Wörter Parsi-e Darbâri . Wörtlich übersetzt bedeutet das persische Wort Dar „Tor, Tür, Schwelle“ während das Wort Bâr „Audienz, Anhörung“ bedeutet. Darbâri bedeutet also wörtlich übersetzt Tor zur Audienz und im erweiterten Sinn königlicher Hof; Parsi-e Darbâri bedeutet Persisch des königlichen Hofes und entwickelte sich als Schriftsprache im 9. Jahrhundert n. Chr. aus dem Mittelpersischen in den kulturellen Zentren der persischen Samaniden in Zentralasien. Von dort aus verbreitete sie sich in ganz Persien. Der erste Autor der Literatur des Dari ist Rudaki. Der in der azarbaijanischen Stadt Gendsche geborene Nezami leistete mit seinen Pandsch Gandsch („fünf Schätze“) einen großen Beitrag zur Entwicklung der Dari-Literatur.
Im Gegensatz zum normalen Persisch (Farsi), handelt es sich bei Dari um die geschriebene Sprache, nicht um die gesprochene Sprache. Dari ist quasi das Skelett des modernen Neupersisch (Farsi), welche in Afghanistan, Tadschikistan und Iran die offizielle Landessprache ist. Dari kennt keine Dialekte und ist auch selbst kein Dialekt. Jedoch kann man alle Dialekte des modernen Farsi auf seine geschriebene Urform Dari zurückführen.
Parsi-e Darbâri (Neupersisch) bedient sich, im Gegensatz zum Parsi-e Pahlavi (Mittelpersisch), der syrisch-aramäischen (arabischen) Schrift und beinhaltet viele arabische Wörter und Fachbegriffe - besonders aus der Wissenschaft und Theologie.
Dari war lange Zeit die Lingua Franca des Orients und dient auch heute als solche in vielen Teilen Zentral- und Südasiens. Zudem gilt Dari als die Sprache des Sufismus, des mystischen Islams. Einige der größten Werke des Sufismus, unter anderem die Werke der Dichter Rumi, Hafiz, Saadi, Omar Chayyām, Onsori und Ansari, wurden in Dari verfasst.
Als Musterwerk des Parsi-e Darbâri gilt das "Schah-Nameh" ("Buch der Könige") des Dichters Abū l-Qasem-e Ferdousī. 35 Jahre arbeitete der Dichter an diesem Werk, das eines der frühesten Werke des Neupersischen ist und zudem nur sehr wenige Fremdwörter (arabische Wörter) enthält. Bis heute hin ist Ferdousīs "Schah-Nameh" die Basis des persischen Nationalbewustseins im Iran, in Afghanistan und - vor allem - in Tadschikistan.
Seit einiger Zeit wird des Öfteren das Wort Dari mit "afghanisches Persisch" übersetzt. Das ist in der Tat eine falsche Übersetzung. In den 60er Jahren wurde im Zuge der Paschtunisierung Afghanistans immer mehr versucht, die persische Kultur und Geschichte Afghanistans zu entfremden und der paschtunischen Kultur unterzuordnen. So hießen persische Lesebücher bis in die späten 60er noch "Farsi-Lehrbücher", wurden dann in "Farsi-e Dari Lehrbücher" umbenannt und schließlich nur noch zu "Dari-Lehrbücher" reduziert.
Ursprung des Wortes Persisch
Das Wort Perser bzw. Farsi hat seinen Ursprung im Wort Persis, einer Region im Süden des heutigen Iran und einstiges Zentrum des persischen Weltreiches.
"Pars" war die Altbezeichnung für Persien sowie der Name der heutigen Provinz Fars.
Die Anhänger Zarathustras in Indien werden als Parsen und die persisch-sprechenden Einwohner in Afghanistan als Parsiwan bzw. Farsiwan bezeichnet (siehe auch Parsismus, Deutsch, Pagan und Apagan).
Das Wort war ursprünglich der Name nur eines einzigen iranischen Stammes. Doch nach dem Siegeszug der Makedonen, die alle iranisch-stämmigen Menschen im Perserreich Perser nannten, wurde dieser Begriff immer mehr zur Selbstbezeichnung der persischsprachigen Bevölkerung dieser Region, die iranischer Abstammung war.
Die Araber, die im 7. Jahrhundert n. Chr. Persien im Zeichen des Islam eroberten, konnten den Laut "p" nicht aussprechen. Somit wurde das alte griechisch-persische Parsi zu Farsi. Heute ist dieser Begriff sowohl der Name der Bevölkerung, als auch umgangssprachlich der Name der persischen Sprache.
Bis zum Siegeszug der Araber war das Wort Parsi keine Selbstbezeichnung der Perser. Wie alle iranischen Stämme bevorzugten auch sie die Identität ihrer arischen (=iranischen) Vorfahren, und bezeichneten sich selbst Iranier und ihr Land Iran (mit verschiedenen Aussprachen: Aryana, Eran, Eron, Iran-Shahr etc.)
So bezog sich der Prophet Zarathustra direkt auf die iranischen Völker, und auch der persische Dichter Ferdousi erzählt in seinem Schahnama von Iran und Iraniern.
1936 bat der damalige Staat Persien die internationale Gemeinschaft, das Land fortan nur noch Iran zu nenen - unter massiven Protesten des Nachbarstaates Afghanistan, welcher, wie heute auch Tadschikistan, ebenfalls den Begriff kulturell für sich beansprucht.
Heute unterscheidet man zwischen:
- Iraner = Staatsbürger der Islamischen Republik Iran
- Iranier = Menschen iranischer Abstammung, d.h. Nachkommen der einstigen iranischen Baktrier, Perser, Meder, Sogdier, Parther, etc. Im engeren Sinn handelt es sich dabei hauptsächlich um die heutigen Perser (Tadschiken), Kurden und Paschtunen. In der persischen Mythologie bezieht sich das Wort nur auf die Perser.
- Perser (Farsi) = persischsprachige Bevölkerung iranischer Herkunft. Die Kurden und Paschtunen sind demnach keine Perser, weil sie kein Persisch sprechen, sondern ihre eigenen iranischen Sprachen haben.
- Tadschiken = Alttürkische Bezeichnung für Perser, die in Zentralasien leben. Heute bezieht sich das Wort fast ausschließlich auf die persischsprachige, iranische Bevölkerung in Tadschikistan, Usbekistan und Afghanistan. Im Gegensatz zum Wort Perser hat sich das Wort Tadschik bis heute nicht als Selbstbezeichnung jener Bevölkerung durchgesetzt.
- Persisch (Farsi) = die eigentliche persische Sprache
- Dari = die persische Schriftsprache und direkter Vorgänger der heutigen modernen persischen Dialekten. Dari ist ebenfalls der offizielle Name der persischen Sprache in Afghanistan und der Name eines altertümlichen Dialekts von zoroastrischen Persern im Süden des heutigen Iran.
Das Persische kennt keinen Artikel. Bestimmtheit kann gegebenenfalls mithilfe des Akkusativs wiedergegeben werden, Unbestimmtheit durch Anhängen eines -i. Ein grammatisches Geschlecht existiert nicht.
Anstelle von Possessivpronomen wird entweder das Personalpronomen oder eine Personalendung an das Substantiv oder die Präposition angehängt. Dies geschieht mittels der Ezafe ("Hinzufügung"), die auch bei der Genitivverbindung zweier Nomen verwendet wird (Substantiv + Substantiv oder Substantiv + Adjektiv).
Der Plural wird meist regelmäßig durch das Anhängen einer Endsilbe gebildet. Die regelmäßigen Endungen setzen sich allmählich auch bei den Lehnwörtern aus dem Arabischen durch.
Verben
Die persischen Verben besitzen einen Präsens- und einen Präteritalstamm. Diese Stämme bilden die Grundlage für alle Zeitformen.
Präsens und Präteritum werden gebildet, indem man an den entsprechenden Verbstamm eine Personalendung anfügt. Im Präsens wird noch die Vorsilbe mi- vor den Verbstamm gehängt, außer bei den Verben budan (sein) und dâschtan (haben).
Perfekt und Plusquamperfekt werden ähnlich wie im Deutschen durch Verwendung des Partizips Perfekt gebildet; für das Futur wird eine Konstruktion mit dem Verb "wollen" benutzt.
Der Konjunktiv wird in ähnlicher Art und Weise wie in romanischen Sprachen und häufiger als im Deutschen verwendet. Als wichtige Zeitform ist noch der Durativ zu nennen, der eine fortdauernde oder wiederholte Tätigkeit ausdrückt.
Da der Verbstamm innerhalb einer Zeitform nicht verändert wird (im Gegensatz z. B. zu einigen Verben im deutschen Präsens: du gibst, wir geben), ist die persische Verbkonjugation sehr regelmäßig.
Wortschatz
Die Verwandtschaft zu den indogermanischen Sprachen ist in zahlreichen Fällen deutlich erkennbar, vgl. z.B. (in Umschrift):
mādar "Mutter", pedar - lat. pater "Vater", morde - lat. mors, mortis "tot",
barādar "Bruder", dochtar "Tochter", nām "Name", setāre "Stern", zamin - russ. zeml’a "Erde", to "du", do - frz. deux "zwei", pandsch - altgriech. penta "fünf", schesch "sechs",
bordan - "bürden, tragen", dādan - lat. dare - "geben", gereftan "er-greifen", na "nein", yogh "Yoch", garm "warm", u.v.a.
Eine Besonderheit besteht im Persischen darin, dass ursprüngliche Konsonantengruppen der indoeuropäischen Wurzel im Anlaut durch einen Vokal aufgebrochen wurden, vgl. z.B. b[a]râdar "Bruder", g[e]reftan "er-greifen", s[e]târe "Stern". Dies dürfte unter dem Einfluss des Arabischen geschehen sein.
Ein großer Teil des heutigen persischen Wortschatzes stammt aus dem Arabischen, wobei sich trotz angepasster Aussprache exakt an die ursprüngliche arabische Orthographie gehalten wird. Für viele dieser Wörter gibt es persische Entsprechungen, die aber zum Teil einer anderen Stilebene zuzuordnen sind oder schlicht seltener verwendet werden. Besonders deutlich wird der Einfluss des Arabischen bei den zusammengesetzten Verben, die oft aus einem arabischen Substantiv und einem persischen Verb mit vergleichsweise unspezifischer Bedeutung (z.B. "machen" oder "geben") bestehen.
Umgekehrt hat auch das Arabische zahlreiche Wörter aus dem Persischen entlehnt.
Auch im Deutschen finden sich Lehnwörter aus dem Persischen, wie z. B. Orange aus pers. nārendsch (نارنج) "Bitterorange" oder Schal aus pers. schāl (شال) "Umschlagtuch".
Die Bezeichnung Pfirsich geht ebenfalls auf einen persischen Ursprung zurück. Sie hat sich aus dem vulgärlateinischen Wort persica entwickelt und bedeutete ursprünglich "persisch" oder "persische Frucht".
Sonderzeichen
Das heutige Persisch wird mit arabischen Buchstaben geschrieben (Zur lateinischen Umschrift siehe Persische Transkription). Um verschiedene Laute wiedergeben zu können, die es im Arabischen nicht gab, wurde das arabische Alphabet um vier Buchstaben erweitert. Das persische Alphabet umfasst insgesamt 32 Buchstaben.
Zwei Buchstaben werden im Persischen in der isolierten Stellung graphisch etwas anders ausgeführt als im Arabischen:
Literatur
Das wohl bekannteste Werk der persischen Literatur im Westen ist die Geschichtensammlung Tausendundeine Nacht, eine Nacherzählung vieler iranischer Volkssagen und Märchen.
Geprägt wurde das heutige Persisch vor allem durch die persische Dichtkunst (siehe auch: Persische Literatur). Zwei bekannte Dichter Persiens waren Sa'adi und Hafis. Auch Goethe ließ sich im "West-östlichen Diwan" von Hafis inspirieren. Andere bekannte Dichter sind Rumi, Omar Chayyām, Rudaki, Ferdousi oder Dschami. Auch viele Werke von persischen Wissenschaftlern - wie z.B. der Mathematiker Al Khorezmi oder der Arzt Ibn Sina (Avicenna) - sind hier zu erwähnen.
- Persische Literatur
Weblinks
- http://www.europasprachen.de/Weltsprachen/Persisch/persisch.html
- http://www.weikopf.de/body_indoeuropaisch.html
Kategorie:Einzelsprache
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ja:ペルシア語
ko:페르시아어
th:ภาษาเปอร์เซีย
Iran
Der Iran (Persien, persisch: ایران //) ist ein Staat im westlichen Asien.
Landesname
Seit frühester Zeit wurde das Land von seiner Bevölkerung als Iran bezeichnet. Die altiranische Form dieses Namens, Aryanam, bedeutet Land der Arier.
Die im Abendland bis ins 20. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung Persien geht auf die Zeit der Achämeniden zurück, die im 6. Jahrhundert v. Chr. ein erstes persisches Großreich schufen. Dessen Kerngebiet war die von den Griechen so genannte Landschaft Persis, die heutige Provinz Fars um Schiraz. Von ihr leitet sich auch der Name Farsi für die persische Sprache ab.
Der geographische Begriff Iran bezieht sich auf das gesamte iranische Hochland, über den Staat Iran hinaus also auch auf Regionen von Nachbarländern.
Geografie
Der Iran grenzt an den Irak (Grenzlinie 1.458 km), die Türkei und Aserbaidschan (je ca. 500 km), Armenien (35 km), das Kaspische Meer (500 km), Turkmenistan (ca. 1.000 km), Afghanistan (936 km) und Pakistan (Provinz Belutschistan, 909 km).
Der höchste Berg des Irans ist der 5.610 m hohe, erloschene Vulkan Damavand (Demawend) im Elbursgebirge, nördlich der Hauptstadt Teheran.
Im Süden und Südwesten hat das Land eine 2.000 km lange Küste zum Golf von Oman bzw. Persischen Golf, die beiden Meere sind durch die Straße von Hormuz (Vereinigte Arabische Emirate, Oman) getrennt. Aufgrund der geophysischen Gegebenheiten treten im Iran verhältnismäßig häufig Erdbeben auf. (Die Situation ist vergleichbar mit der Erdbebenhäufigkeit in der Türkei und an der Westküste der USA.)
Klima
Erdbeben
Das Klima des Irans ist, bedingt durch seine geografische Ausdehnung, sehr unterschiedlich. Viele verschiedene Jahreszeiten herrschen gleichzeitig, weshalb es möglich ist, im Iran alle Gemüse- und Früchtearten anzubauen, abgesehen von Kakao.
Es überwiegen aride Klimaverhältnisse, regional liegen die Niederschläge aber bei 2.000 mm im Jahr.
Vegetation
53 % des Irans sind Wüstengebiet (Kavir im Norden, Lut im Süden, siehe Wüsten Afghanistans und Irans), 27 % Weideland, 9 % Ackerland (gut 1/3 bewässert), 11 % Wald.
Die Wälder sind zumeist übernutzt, zwischen Elburs-Gebirge und Kaspischem Meer finden sich aber großflächige Urwälder der Buche, die sich in dieser Ausdehnung nur im äußersten Osten des Buchenareals erhalten haben.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Irans (69 Millionen - Stand Juli 2004) setzt sich zusammen aus ca. 51 % Persern, ca. 24 % Aserbaidschanern, ca. 7 % Kurden, 8 % Gilaki und Mazandarani, ca. 3 % Araber, 2 % Turkomanen, 2 % Luren und 2 % Belutschen und einigen kleineren Minderheiten, wie christliche Armenier, Assyrer und Georgier.
Insgesamt bekennen sich 98 % der Bevölkerung zum Islam; 90 % davon sind Schiiten und 8 % Sunniten.
Daneben leben im Iran zahlreiche Flüchtlinge: 2 Millionen aus Afghanistan und 203.000 aus dem Irak.
20.000 Iraner befinden sich als Flüchtlinge im benachbarten Irak.
Zu den größten Städten (über 700.000 Einwohner) zählen Teheran (7,1 Mio.), Mashhad (2,3 Mio.), Isfahan (1,5 Mio.), Karaj (1,4 Mio.), Täbris (1,4 Mio.), Schiraz (1,2 Mio.), Qom (1,0 Mio.), Ahwas (850.000) und Kermānschāh (770.000).
Siehe auch: Liste der Städte im Iran
Sprachen
Amtssprache des Irans ist Neupersisch, lokal auch Farsi genannt. Sie ist eine indogermanische Sprache und zugleich die Wichtigste unter allen iranischen Sprachen, die gemeinsam mit den Indischen Sprachen den Ostindogermanischen Sprachast bilden. Persisch ist in der Entwicklung ihrer Grammatik, sprich in der Vereinfachung, sogar noch weiter vorangeschritten als das Englische. Persisch ist zwar die einzige Amtssprache des Irans, die etwa von 58 % der iranischen Bevölkerung gesprochen wird, sie ist jedoch nicht die alleinige Landessprache. Der Anteil der Aserbaidschanisch-, und Turkmenisch-Sprecher wird mit 26 % beziffert; Kurdisch mit 9 %; Lurisch mit 2 %; und andere, darunter Arabischsprecher, mit 1 %.
- Iranische Sprachen: Persisch (Dari), Lorī, Kurdisch, Belutschi, Tajik
- Turksprachen: Aserbaidschanisch, Turkmenisch.
- Armenisch
Religion
Der schiitisch/safawidische Islam ist Staatsreligion. Knapp 95 % der Bevölkerung sind Muslime (89 % Shiiten, 5 % Sunniten und 1 % andere muslimische Gruppen, vorwiegend Kharidschiten und Sufis). Daneben gibt es orientalische Christen (1.500.000), Anhänger der armenisch-apostolischen Kirche (500.000), assyrische Christen (500.000), syrische Christen (300.000), Kopten (100.000), andere Christen (100.000), Juden (150.000), Parsen (480.000), Mandäer (218.000), Jesiden (55.000), Sikhs (20.000), Drusen (82.000) und ca. 300.000 der im Iran als ketzerisch bezeichneten Baha'i, deren nach dem Islam entstandene Buchreligion im Iran nicht als solche anerkannt wird, was teils blutige Pogrome und Hinrichtungen zur Folge hat.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte des Iran
Der heutige Staat Iran (Iran bedeutet in den westiranischen Dialekten soviel wie Land der Arier; das ostiranische Äquivalent dazu ist Aryana) befindet sich auf dem Gebiet, das man im deutschen Sprachgebrauch lange als Persien bezeichnet hat. Die geografische Lage zwischen dem Kaukasus im Norden, der Arabischen Halbinsel im Süden, Indien und China im Osten und Mesopotamien und Syrien im Westen ließen das Land zum Schauplatz einer wechselvollen Geschichte werden.
Im persischen Großraum führt die Geschichte vom Reich der Meder zum Perserreich der Achämeniden (Kyros II. der Große bis Dareios III.) über Alexander den Großen zu den Parthern und Sassaniden. Seit dem Mittelalter folgten auf das islamische Kalifat, welches das Sassanidenreich zertrümmerte (siehe Islamische Expansion), verschiedene einheimisch-persische, mongolische und türkische Dynastien bis zu den Safawiden, Kadscharen und dem heutigen Staat Iran.
Der Iran trat als Monarchie mit einem Schah als Oberhaupt und bald auch mit einer eigenen, freien Regierung in die Neuzeit ein.
Mit Reza Schah Pahlavi (Reza Chan) begann 1921 unter dem Einfluss von Großbritannien eine politische Neuorientierung Persiens in Richtung Westen. Dabei nahm der Kontakt zwischen Herrscher und Volk immer mehr ab. Die Unzufriedenheit im Land stieg. Die Wut konzentrierte sich zunächst auf Großbritannien.
Ein Zweckbündnis mit Deutschland und das erstarkte Selbstverständnis des neugeordneten Staates veranlassten den Schah, die internationale Staatengemeinschaft aufzufordern, den seitens der Briten hartnäckig als "Persia" bezeichneten Iran als IRAN zu bezeichnen; dem Landesnamen, unter welchem es den Persern seit Jahrhunderten ein Begriff war. Durch den mit dem Öl verknüpften Reichtum entwickelte sich Iran zur Regionalmacht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1951, unter der Regierung Mohammed Mossadeghs, zu einer Verstaatlichung der Ölindustrie. Auslöser war die britische BP, die das Ölgeschäft im Iran beherrschte und die sich in Verhandlungen strikt weigerte, ihre Gewinne aus dem Ölgeschäft hälftig mit dem iranischen Staat zu teilen. In der Folge kam es zum internationalen Boykott des iranischen Öls, allen voran durch die USA und Großbritannien, was im weiteren Verlauf zu einer Wirtschaftskrise und zum Staatsdefizit führte. Trotz dieser Ergebnisse wählte das Parlament später in demokratischer Wahl Mossadegh zum Präsidenten des Landes.
Der 1941, ursprünglich gegen den Willen der USA, als Nachfolger seines Vaters ins Amt gekommene Schah, Mohammad Reza Pahlavi, der Sohn Reza Schahs, stellte sich mit Unterstützung der USA gegen Mossadegh und sprach sich für ein Handelsabkommen mit den USA aus. In diesem sollten Ölförderrechte an US-amerikanische Unternehmen übertragen und dem Iran 50 % des Gewinns aus dem Ölgeschäft zugesprochen werden (mit der britischen BP waren es ca. 5 %). Mossadegh weigerte sich, da er den mit dem Öl verbundenen Reichtum des Iran im Lande behalten wollte. Es kam zu Unruhen und Spannungen zwischen Shah und Mossadegh. Letzterer hatte jedoch großen Rückhalt im Volk, was den Schah veranlasste, auf dem Höhepunkt der Krise im August 1953 das Land zu verlassen.
Dennoch organisierten monarchistische Kräfte unter Führung des Generals (i. R.) Fazlollah Zahedi einen Staatsstreich (militärisch unterstützt von den USA) und holten den Schah wieder zurück an die Macht. Die damalige Regierung, mit Zahedi als Ministerpräsident, schloss neue Verträge mit den USA ab. Diese hielten bis zur ersten Ölkrise, hervorgerufen durch deutliche Preiserhöhungen des Irans, an. Schah Mohammad Reza Pahlavi (1941-1979) leitete zwar die "weiße Revolution" ein, verlor aber in der Folgezeit seiner Herrschaft zunehmend den Kontakt zum Volk. Anfang 1979 musste er infolge einer islamischen Revolution endgültig den Iran verlassen.
Der Schiitenführer Ruhollah Chomeini kehrte aus dem französischen Exil zurück, etablierte sich als oberste Autorität des Staates und transformierte das Kaiserreich Iran bzw. Persien (offizielle Bezeichnungen des Landes bis 1979) in eine Islamische Republik. Seine Politik war geprägt durch eine fundamentalistische, stark antiwestliche Linie.
Von 1980 bis 1988 befand sich das Land in einem Krieg (erster Golfkrieg), nachdem der Irak das Land angegriffen hatte. Die anhaltende internationale Isolation des Irans lockerte sich erst Ende der 1990er.
Seit 2005 ist der Iran zusammen mit Indien, Pakistan und der Mongolei Beobachter bei der Shanghai Cooperation Organization (SCO).
Politik
Seit der Revolution von 1979 ist der Oberste Rechtsgelehrte ("Revolutionsführer") entweder der Rahbar (i. e. Führer) oder in seiner Abwesenheit ein Rat religiöser Amtsträger. Der Revolutionsführer, seit 1989 Seyyed Alī Chāmene'ī, hat die uneingeschränkte Macht und ernennt die obersten Richter (alle Prediger) und ist auch Oberkommandierender der Streitkräfte. Er wird vom Expertenrat auf Lebenszeit gewählt. Dieser wird wiederum alle acht Jahre vom Volk gewählt, wobei der Wächterrat die Kandidaten genehmigen muss.
Das Staatsoberhaupt und Regierungschef des Irans ist der Präsident (seit 2005 Mahmud Ahmadinedschad). Er wird in allgemeinen Wahlen für eine 4-jährige Amtszeit bestimmt und ist gleichzeitig Regierungschef. Der Präsident ernennt die Mitglieder des Kabinetts und steht diesem auch vor. Er koordiniert die Regierungsarbeit und legt dem Parlament die Regierungsvorlagen vor. Die Macht von Präsident, Regierung und Parlament ist jedoch stark beschränkt, denn alle zu wählenden Kandidaten und alle Gesetze müssen vom Wächterrat bestätigt werden. Zudem hat in allen Fragen das letzte Wort der Revolutionsführer.
Der Wächterrat besteht aus 6 religiösen Geistlichen und 6 weltlichen Rechtswissenschaftlern. Die Geistlichen werden vom Revolutionsführer ernannt. Ihre Aufgabe ist es, jedes Gesetz auf seine Konformität mit den islamischen Prinzipien hin zu überprüfen. Die Juristen werden vom Obersten Richter, dem Chef der Judikative ernannt. Ihre Aufgabe ist es, die Verfassungskonformität legislativer Akte zu überprüfen. Der Oberste Richter seinerseits wird vom Revolutionsführer ernannt. Der Wächterrat ist befugt, jedes Gesetz abzulehnen oder im Nachhinein für ungültig zu erklären, und Kandidaten die Teilnahme an der Wahl für das Parlament und das Präsidentenamt zu verweigern. Der Wächterrat entscheidet per einfacher Mehrheit. Bei gleichen Stimmanteilen hat der Revolutionsführer das letzte Wort.
In der iranischen Verfassung Artikel § 57 wird die staatliche Gewalt, Legislative, Exekutive und Judikative, der religiösen Führung (welayat-e faghi) unterstellt. Alle drei Gewalten sind somit nicht autonom in ihren Entscheidungen, sondern abhängig vom geistlichen Führer "Rahbar".
Das iranische Einkammer-Parlament (Islamischer Konsultativrat; persisch Majles e-Shura ye-Eslami) besteht aus 290 Abgeordneten, die in allgemeinen, direkten und geheimen Wahlen für eine 4-jährige Amtszeit gewählt werden. Wegen der Auswahl des Wächterrates wird das Parlament (außer von 2000-2003) von den islamisch-konservativen Kräften dominiert.
Mit dem überraschenden Wahlsieg Mohammad Chātemīs 1997 etablierte sich die politische Bewegung der Reformer im iranischen Parlament. Sie stehen dem religiösen Machtmonopol kritisch gegenüber und versuchen, die republikanischen Elemente des Staates zu stärken. So gelang es Chatemi zu Beginn seiner Amtszeit, eine Liberalisierung der nationalen Presse durchzusetzen. Die systemkritischen Stimmen bekamen dadurch ein öffentliches Organ, um ihrem Reformwillen Nachdruck zu verleihen.
Das Aufleben der Pressefreiheit dauerte allerdings nicht sehr lange an. Der Wächterrat macht die Gesetze mit Verweis auf Unverträglichkeit mit dem Islam rückgängig und blockierte fortan nahezu alle Reformversuche des Parlaments.
Seitdem sehen sich die Reformer mit großen Vertrauensverlusten in den reformwilligen Bevölkerungsgruppen konfrontiert. Die Enttäuschung über die Ohnmacht des Parlaments führte bei den letzten Kommunalwahlen (2003) zu sehr geringer Wahlbeteiligung (Landesschnitt 36 %, in Teheran 25 %) und zu einem klaren Sieg der konservativen Kräfte.
Bei den Parlamentswahlen am 17. Juni 2005 trat vorerst das parlamentarische Ende der Reformer ein, zumal Chātemī nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren durfte.
Der Wahlkampf wurde im Fernsehen, im Radio, auf Plakaten und auf Redeveranstaltungen geführt. Dominant was das Bild eines Mannes: Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī. Der ehemalige Präsident Irans (1989-1997) kandidierte erneut für den Posten des Regierungschefs. Aus westlicher Sicht war er der sichere Wahlsieger, da er als starker Mann der Tat, als Pragmatiker galt und für wirtschaftlichen Aufschwung stand, dessen strahlende, ungezwungen westlich orientierte Auftritte allenfalls Korruptions- und Kungelleivorwürfe schmählerten.
Aber die Wahlen gewann völlig überraschend (für westliche Beobachter) Mahmud Ahmadinedschad in der ersten Stichwahl der iranschen Geschichte. Ahmadinedschad gilt als sogenannter Hardliner. In westlichen Zeitungen wurde er unter anderem als "religiöser Faschist" bezeichnet. Auf seiner politischen Agenda stehen viele Punkte, die an Ruhollah Mousavi Chomeini erinnern: Islamisierung der Gesellschaft, Kleiderordnungspflicht für Frauen, erhebliche Einschnitte der Presse- und Meinungsfreiheit, eine Abwendung von diplomatischen Eingeständnissen in internationalen Verhandlungen (Atomstreit), etc.
Doch wegen dieser Politik ist er nicht hauptsächlich gewählt worden. Er steht auch für eine realistische Lösung der Probleme, welche die einfachen Iraner täglich haben. Hohe Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger, Perspektivlosigkeit. Die Lösung dieser Probleme, oder zumindest deren Abschwächung, hat sich Ahmadinedschad ebenfalls zur Aufgabe gemacht. Die Arbeitslosen, die Armen, die vielen Menschen ohne Zukunft in einem Land mit außergewöhnlich vielen jungen Einwohnern, die einfachen Leute haben ihn gewählt - weil sie ihn als einen von ihnen ansehen.
Ob Mahmud Ahmadinedschad die Hoffnungen, die in ihn projiziert werden, wird einhalten können, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass Iran einen schweren Rückschlag in Sachen Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaft und des Staatsystems erfahren hat.
In einer Rede vom 26. Oktober 2005 hat der Präsident die Vernichtung Israels gefordert, ein in der UN-Geschichte einmaliger Vorgang, der von den meisten UN-Staaten einhellig verurteilt wurde.
Rechtssystem
Durch die islamische Revolution ist das islamische Recht, die Scharia als Gesetz wieder eingeführt worden. Da die Scharia niemals erfolgreich kodifiziert worden ist, obliegt die Rechtspflege und Fortentwicklung der islamischen Jurisprudenz in einer Art Case Law-System. Von einem Standpunkt der Gewaltenteilung aus wirkte sich die Tätigkeit des ersten Obersten Richters nach der Revolution Chalkali katastrophal aus. Bis heute gibt es keine Gewaltenteilung im Iran, der oberste geistliche Führer hat weitreichende Befugnisse.
Zivilgesellschaft und Menschenrechtsprobleme
Die Situation wurde 1997 mit der Wahl von Präsident Khatami besser und es konnten sich diverse Nichtregierungsorganisationen gründen. Die Bemühungen erfuhren schließlich durch die Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahre 2003 an die iranische Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi internationale Anerkennung.
Todesstrafen (öffentliche Hinrichtungen wie Erhängen) oder öffentliches Auspeitschen werden auch für Personen unter 18 Jahren als Strafen für Vergewaltigung, Mord, Drogenhandel verhängt; auch Alkoholkonsum wird bestraft. Im Islam sind Jungen ab 15 Jahren und Mädchen schon ab 9 Jahren volljährig und voll straffähig.
Homosexualität widerspricht dem Islam, wobei laut internationalen Menschenrechtsorganisationen für Homosexualität alleine keine Todesurteile ausgesprochen wurden. Für Homosexualität in Verbindung mit Vergewaltigung wurden in letzter Zeit aber Todesurteile verhängt.
Die Meldung von zwei Jugendlichen, die im Juli 2005 wegen homosexueller Handlungen hingerichtet wurden, sorgte weltweit fuer Aufsehen und wurde wegen des internationalen Entsetzens nachtraeglich von iranischen Behoerden so erweitert, dass die beiden einen weiteren, unbekannten Dreizehnjaehrigen vergewaltigt haben sollen. Geschlechtsumwandlungen sind im Iran erlaubt.
Staatsoberhäupter
siehe auch: Liste der Herrscher des Irans
Militär
Hauptartikel: Streitkräfte des Iran
Das iranische Militär befindet sich nach wie vor in einer Aufbauphase, in der das Land versucht, die Verluste durch den ersten Golfkrieg wieder auszugleichen. US-Schätzungen gehen davon aus, dass der Irak in den acht Kriegsjahren zwischen 20 und 40 % der iranischen Militärkapazität vernichtete, sowohl Soldaten als auch Material. Was die Mannschaftsstärke betrifft, ist der Prozess der Wiederherstellung der Schlagkraft weitgehend abgeschlossen, ähnliches dürfte auch für bodengebundene Waffensysteme gelten, bei denen es dem Land heute vor allem um Modernisierung und weniger um zahlenmäßige Aufrüstung geht. Noch nicht ausgeglichen sind die Materialverluste durch den Krieg auf dem Feld der Luftwaffe, in viel höherem Maß aber bei den größeren Überwassereinheiten der Marine. Auf diesen Feldern ist der Iran für ein Land seiner Größe unterbewaffnet. Neben den Kriegsverlusten sind vor allem die Ausfuhrbeschränkungen zahlreicher Staaten der Grund für diesen Zustand. Ein Großteil der vorhandenen Waffensysteme stammt aus US-Waffenhilfen und in neuerer Zeit aus Waffengeschäften mit Russland und der Volksrepublik China.
- Informationen zum iranischen Nachrichtendienst unter: VEVAK
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung des Iran
Der Iran ist in 30 Provinzen gegliedert. Die größten Städte sind die Hauptstadt Teheran mit circa 14 Millionen und Maschhad mit circa 2,1 Millionen Einwohnern.
- Siehe auch: Liste der Städte im Iran
Wirtschaft
Der Iran ist ein bedeutendes Erdöl und Erdgas förderndes Land. Iran exportiert jeden Tag 3,96 Millionen Barrel = 630 Mio. Liter (1 Barrel = 159 Liter) Erdöl. Über 85 % des Exportes oder rund 19 Milliarden Euro entfallen auf Kohlenwasserstoffe. Wichtige Wirtschaftssparten sind auch die Landwirtschaft, die trotz vieler Gebirge und Wüsten 10 % der Fläche ausmacht (zur Hälfte künstliche Bewässerung), Datteln, Teppiche, Kaviar und Textilindustrie.
Der Import beträgt rund 11 Milliarden Euro (vor allem Maschinen und Fahrzeuge, Industrie- und Chemieprodukte).
Kultur
Medien
Teheran ist das Medienzentrum des Landes. Hier erscheinen die wichtigsten Tageszeitungen (Jumhori-yi Islami, Resalat, Kayhan, Akhbar, Ettelaat), darunter auch zwei englischsprachige (Tehran Times, Kayhan International). Die Zeitungen und auch die staatlichen Rundfunk- und Fernsehsender unterliegen staatlicher Zensur.
Zusätzlich gibt es über 30 iranische Fernsehsender aus dem bei Los Angeles liegenden San Fernando Valley, Kalifornien, die über Satellit oder Internet im Iran empfangen werden können. Diese von der iranischen Zensur nicht erreichbaren Sender spielten bei den Studentenprotesten 2003 eine wichtige Rolle bei der Koordination der Demonstrationen.
Siehe auch: Persische Literatur
Literatur
- Columbia University (Hrsg.): [http://www.iranica.com/ Encyclopædia Iranica]. (Das ausführlichste Nachschlagewerk zum Iran von dem bisher 12 Bände erschienen sind.)
- Navid Kermani: Iran. Die Revolution der Kinder, Verlag C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47625-2
- W. G. Lerch: Iranische Traumata. Persien ist im vorigen Jahrhundert von vielen angegriffen oder fremdbestimmt worden. FAZ v. 21.6.2003. (Beleuchtet die Rolle des Iran als Opfer des Imperialismus)
- Roy Mottadeh: Der Mantel des Propheten oder Das Leben eines persischen Mullah zwischen Religion und Politik, Verlag C.H. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32289-1
Weblinks
- [http://www.iran-infos.de/ Iran-Infos Das Nachrichten und Info Portal]
- [http://www.iran-now.de/ Iran-Now Das Nachrichten und Community Portal]
- [http://www.persian-galaxy.de/ Persian- Galaxy Fun, Nachrichten und Community Portal]
- [http://www.economy-iran.com/ Economy Iran]
- [http://www.boell.de/de/14_presse/1662.html Monatliche Iran-Reporte der Heinrich-Böll-Stiftung seit 2002 zum Download]
- [http://www.iranwpd.com Iran Weekly Press Digest (englisch)]
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Irak
Der Irak (arab. العراق al-ʿIrāq) liegt im westlichen Asien, nördlich der Arabischen Halbinsel.
Er umfasst das fruchtbare Zweistromland (Mesopotamien) zwischen den südwärts fließenden Euphrat und Tigris sowie angrenzende Berg- und Wüstenregionen.
Der Irak grenzt an Kuwait, Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien, die Türkei, Iran und den Persischen Golf. Die Hauptstadt Bagdad liegt im Zentrum des Landes. Weitere Großstädte sind Basra, Mosul, Erbil/Hewler und Sulaimaniyya/Silemani. Der Irak ist Mitglied der Vereinten Nationen (UNO).
Der Staat kann sich mit der Rückgabe der Souveränität am 28. Juni 2004 wieder selbst verwalten, doch bestehen noch Einschränkungen.
Geographie
2004
Der Irak gehört zum Orient. Zum Kulturraum des Orients werden gewöhnlich Länder Nordafrikas und Südwestasiens gezählt. Sie liegen überwiegend im Bereich des subtropischen Trockengürtels der „Alten Welt“. Im Sommerhalbjahr sorgt hier ein aus Nordost wehender Wind, der Nordostpassat, für lange Trockenheit und glühende Hitze. Die Feuchtigkeit des Winterhalbjahres wird vor allem durch Westwind verursacht. In dieser Zeit kann auch Frost auftreten. In den Hochländern und Gebirgen fällt Schnee. Insgesamt nehmen die Jahresniederschläge von Westen nach Osten rasch ab.
Im Nordosten befindet sich eine ca. 3.000 m hohe Bergkette. Diese Kette gehört zum alpinen Gebirgszug, der sich vom Balkan aus ostwärts in die Türkei, den nördlichen Irak und Iran und dann weiter nach Afghanistan erstreckt.
Die Temperaturen schwanken zwischen 50° C im Sommer und etwa dem Nullpunkt im Januar. Frost ist möglich, insbesondere im Bergland. Regen fällt etwa 10 bis 18 cm im Jahr: Ein großer Teil des Iraks besteht aus Wüste und Steppe. Hauptregenmonate sind Dezember bis April. Die an den Golf angrenzenden Gebiete sind etwas feuchter.
Irak wird von zwei wichtigen Flüssen durchzogen, dem Euphrat und dem Tigris. Sie kommen vom Nordwesten aus Syrien bzw. der Türkei und durchqueren das Land bis in den Südosten. Bei al-Qurna im Süden des Iraks fließen Tigris und Euphrat zusammen. Sie bilden dort den 193 Kilometer langen Schatt al-Arab, dieser mündet in den persischen Golf. Euphrat und Tigris sind im Grunde die Lebensadern des Landes, die Becken sind sehr fruchtbar. Im Südosten des Landes ragt die Halbinsel Fao zwischen dem Iran und Kuwait in den Persischen Golf und stellt damit den einzigen Zugang Iraks zum Meer dar.
Bevölkerung
Der Irak hat nach eigenen Angaben ca. 27 Mio. Einwohner. Die zentralen Provinzen Bagdad und Babylon sind am dichtesten besiedelt. Etwa 70 % der Bevölkerung sind Araber, 25 % Kurden, 3 % Turkmenen. Weitere Bevölkerungsgruppen sind 2% Chaldoassyrer, Armenier (beide großteils Christen) 2%, im Ausland hat sich allerdings in den letzten Jahren eine große Exilgemeinde Chaldoassyrer etabliert, 1987 stellen sie 9% der Bevölkerung, alleine in den U.S.A leben heute mehr als 500.000. Über 95 % der Bevölkerung ist muslimisch. Davon sind rund 61 % Schiiten und 39 % Sunniten.
Neben den beiden Hauptrichtungen des Islam haben sich zahlreiche altorientalische Religionen erhalten (Jesiden, Mandäer). Es gibt Angehörige orientalisch-christlichen Glaubens: Chaldäisch-katholische Kirche, Assyrische Kirche des Ostens, Gregorianer, römische und syrische Katholiken, armenische Christen, Altsyrisch-Orthodoxe usw. (insges. 3 % der Gesamtbevölkerung). In Irak leben außerdem nach den Vertreibungen und Massenmorden u.a. im Rahmen der "Anfal-Kampagne" noch schätzungsweise 2.500 Juden und im Südosten 20.000 - 50.000 Marsch-Araber. Offensichtlich seitens islamistischer Extremisten gibt es Versuche, einen Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten zu entfachen. Sunnitische und Schiitische Religionsführer aber machen eine Teile-und-Herrsche-Politik der USA im Irak für diese Situation verantwortlich.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Iraks
Der Irak liegt auf dem Gebiet des alten Mesopotamien; hier sind ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. einige der frühesten Hochkulturen der Menschheit entstanden (Sumer, Akkad, Babylonien, Mittani, Assyrien), weshalb die Region heute von vielen als Wiege der Zivilisation gesehen wird.
Das alte Mesopotamien fiel 539 v. Chr. bei der Unterwerfung Babyloniens an das aufstrebende Alt-Persien unter Kyros. Unter den Achämeniden wurde Mesopotamien zeitweilig in die zwei Satrapien Syria und Assyria aufgeteilt, nach der Eroberung durch alexanders des Großen nach der Schlacht bei Gaugamela 331 wurden beide Satrapien jedoch zu einer neuen Satrapie Mesopotamia zusammengeführt. In diese Zeit fällt die Gründung einer nicht geringen Anzahl griechischer Städte (etwa Apamea, Dura-Europos, Edessa, etc.). Nach der Schlacht von Gaza 312 gerät Mesopotamien unter die Kontrolle des Seleukidenreichs und bleibt fortan für fast zwei Jahrhunderte von weiterem Kriegsgeschehen verschont. In dieser Zeit blühen nicht zuletzt die hellenistischen Stadtgründungen auf.
Erst nach dem Tod von Antiochos Sidetes 129 v. Chr. fällt Mesopotamien ganz an die Parther. Ktesiphon wird zur parthischen Hauptstadt, daneben gelangt auch Hatra zu besonderer Bedeutung. Teile Mesopotamiens gelangen zwischen 83 und 69 v. Chr. an Armenien, werden allerdings im Zuge der Römisch-Parthischen Einigung nach der Schlacht bei Karrhai den Parthern zurückgegeben. In der Folgezeit stabilisiert sich der Euphrat als Grenze zwischen Römischer und Parthischer Einflusssphäre. Versuche Trajans, Mesopotamien zwischen 114 und 117 zu annektieren, scheitern zunächst, doch nach dem Partherkriegs des Lucius Verus von 162 bis 165 bleiben größere Teile Mesopotamiens im römischen Einflussbereich. 195 fällt Mesopotamien bis auf die strategisch wichtige Stadt Nisibis wieder an die Parther, wird jedoch von Septimius Severus 197 aber wieder zurückerobert und befestigt.
Auch der Wechsel von der dezentral-feudalen Partherherrschaft zum Sassanidenreich bringt zunächst keine grundlegenden Veränderungen mit sich. Erst in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts gerät Mesopotamien in den Strudel der Reichskrise und wechselweise unter römische, sassanidische und palmyrenische Kontrolle. Diokletian gelingt es 296/97, die alten Besitzverhältnisse wiederherzustellen. Erst ab 336 beginnt Shapur II., große Teile Mesopotamiens zurückzuerobern. Der gescheiterte Perserfeldzug von Kaiser Julian führt 363 schließlich zum Verlust fast ganz Mesopotamiens und insbesondere von Nisibis. Trotz verschiedener Versuche von beiden Seiten, den Grenzverlauf zu verschieben, bleibt dieser im Wesentlichen unverändert, bis schließlich Mesopotamien und Syrien zwischen 633 und 640 an die Araber fallen.
Im 7. Jahrhundert, nach dem Tod Mohammeds, bemächtigten sich die arabischen Muslime des Gebietes (656); Bagdad wurde 762 Hauptstadt des abbasidischen Kalifats (bis 1258).
Ab 1055 eroberten die Seldschuken das Land, 1258 die Mongolen (Ilchane), was einen Niedergang von Wirtschaft und Kultur brachte. 1401 wurde Bagdad durch Timur Lenk verwüstet. 1534 fiel das Gebiet des Zweistromlandes an das Osmanische Reich.
20. Jahrhundert
Während des 1. Weltkrieges marschierten britische Truppen und arabische Aufständische gemeinsam ein und besetzten 1917 Bagdad. 1920 löste Großbritannien aus dem ehemaligen osmanischen Reich die Provinzen Bagdad, Mossul und Basra heraus und verschmolz sie zum heutigen Irak. Bei der Festlegung der heutigen Grenzen war Gertrude Bell als Beraterin des Kolonialministers Winston Churchill wesentlich beteiligt. Der Völkerbund sanktionierte diese Maßnahme und übertrug Großbritannien das Mandat über den Irak. Da Großbritannien den Arabern ein souveränes Großarabien versprochen hatte, falls sie sich gegen das osmanische Reich erheben würden, akzeptierten sie den Status als britisches Mandatsgebiet nicht und begannen 1920 einen Aufstand gegen die britische Krone. Bei der drei Monate dauernden Revolte starben nach britischen Schätzungen 8450 Iraker und mehr als 2000 britische Soldaten. Der hohe Blutzoll und die Kosten (40 Millionen Pfund) zur Niederwerfung des Aufstandes erschreckten die britische Regierung. Um die Kosten für die britische Präsenz und gleichzeitig die Araber von neuem Aufruhr abzubringen, setzte die britische Regierung einen arabischen König ein.
Am 23. August 1921 wurde Faisal, Sohn des Scherifen Hussein von Mekka, zum König proklamiert. Die Aufnahme des Irak in den Völkerbund erfolgte am 3. Oktober 1932.
Die Rechte am Erdöl des Landes teilten Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und die USA (je 23,75 %) unter sich auf; 5 % gingen an ein privates Unternehmen. An die irakische Regierung zahlten sie Abgaben, die jedoch nur einen geringen Prozentsatz der Gewinne ausmachten.
Dieser Zustand dauerte bis 1958. Unter General Abdel Karim Qasim schlossen sich die so genannten „Freien Offiziere“ zusammen um die britische Kontrolle abzuschütteln. Diese stürzten am 14. Juli 1958 mit Hilfe des Volkes die pro-britische Monarchie (Faisal II. 1935-1958). Die Republik Irak wird proklamiert. Es strömten Hunderttausende Iraker auf die Straßen, um ath-Thawra (die Revolution) zu feiern. Mit Ausrufung der Republik wurden neue politische Verhältnisse geschaffen. Die Monarchie wurde abgeschafft und der Irak trat aus dem mit Türkei, Pakistan und Iran geschlossenen CENTO (Bagdad)-Pakt aus. Innenpolitisch wurde eine Bodenreform durchgeführt und der Irak trat aus dem britischen Sterling-Währungssystem aus. Die ausländischen Ölgesellschaften wurden verstaatlicht und es wurden wirtschaftliche und politische Beziehungen zu den sozialistischen Ländern eingeleitet. Ein Erlass ermöglichte es, dass politische Parteien, berufliche Organisationen gebildet werden konnten. Die Pressefreiheit wurde eingeführt. Ein historischer Schritt war aber der Artikel 3 der provisorischen Verfassung: „Araber und Kurden sind Partner im Irak“. Die Kurden wurden erstmalig ausdrücklich anerkannt. Die demokratischen Prozesse dauerten jedoch nur kurze Zeit an. Bald wurden Zeitungen verboten. Die Entwicklung der neuen Republik Irak wirkte den grundsätzlichen Interessen des Westens entgegen. Die Briten und die USA übten Druck von außen aus. Innenpolitisch wurde Druck von rechtsorientierten, panarabistischen Parteien und Nationalisten ausgeübt. Dazu gehörte auch die Baath-Partei.
Die damals kleine irakische Baath-Partei putschte mit Hilfe von Verschwörern in der irakischen Armee am 8. Februar 1963 gegen Qasim. Qasim wurde erschossen. Der Putsch wurde mit Hilfe der CIA durchgeführt. Als die Baath-Partei an der Macht war, folgten Massenhinrichtungen und willkürliche Verhaftungen, vor allem von Kommunisten und linken Intellektuellen. Der Irak brach jedoch 1967 die Beziehungen zu den USA ab und das Land näherte sich der Sowjetunion an.
Besonders nachdem Saddam Hussein 1979 an die Macht gelangt war, kam es zu Menschenrechtsverletzungen. Am 22. September 1980 befahl er der irakischen Armee, den Iran mit neun von insgesamt zwölf Divisionen auf einer 600 km breiten Front anzugreifen. Dies bildete den Auftakt für den fast acht Jahre dauernden Ersten Golfkrieg, der erst 1988 ein Ende fand. Mehrmals setzte der Staat chemische Kampfstoffe ein, sowohl gegen die Kurden im Nordirak als auch gegen Aufstände der schiitischen und restlichen Bevölkerung (u. a. liefen im Zuge des Ersten Golfkriegs mehrfach an der Grenze gelegene Dörfer zum Kriegsgegner Iran über). Im Rahmen der Anfal-Operation 1988 wurden ca. 100.000 Menschen aus dem kurdischen Norden systematisch ermordet.
Nach der Besetzung Kuwaits durch den Irak 1990 und der darauf folgenden Wiederbefreiung durch internationale Truppen unter US-Führung (Zweiter Golfkrieg) wurde das Land - auf Druck der USA und Großbritanniens - mit UNO-Sanktionen belegt, was zu internationaler Isolierung und durch die Misswirtschaft mit dem erlaubten Handelsgütern zur Verarmung weiter Teile der Bevölkerung führte. Jedoch wurde dem Irak erlaubt, im Rahmen des Oil for Food-Programms von 1996 bis 2003 Öl im Wert von 64 Milliarden US-$ zu exportieren. Das Geld floss auf ein UNO-Treuhandkonto.
Am 8. November 2002 beschloss der UN-Sicherheitsrat auf längeren Druck der USA die bislang 19. Irak-Resolution 1441 mit nicht näher definierten „ernsthaften Konsequenzen“.
Invasion der USA und Verbündeter
Im März und April 2003 begannen die USA und Großbritannien, sowie kleine Verbände Australiens, Italiens, Spaniens, Polens und militärisch unerheblicher Alliierter (Dänemark, Ukraine, Bulgarien, Honduras, El Salvador, Südkorea, Japan) einen völkerrechtlich umstrittenen dritten Golfkrieg gegen den Irak, mit dem Ziel, Saddam Hussein zu stürzen und vermeintliche Massenvernichtungswaffen ausfindig zu machen. Die Iraq-Survey-Group-Kommission kommt in ihrem Endbericht September 2004 zu dem Schluss, dass es im Irak keine Massenvernichtungswaffen gibt. Damit fiel einer der von der US-Regierung offiziell genannten Kriegsgründe weg. Dass Saddam Hussein auch keine Beziehungen zum Terroranschlag des 11. Septembers 2001 in den USA hatte, war schon vorher klar geworden. Statt den Massenvernichtungswaffen hat man aber Massengräber gefunden: Seit Machtantritt der 2003 von US-Truppen gestürzten Baath-Partei gelten bis zu einer Million Iraker als vermisst. Bisher wurden über 300 Massengräber mit mindestens 500.000 Toten im Irak gehoben.
Derzeitige Situation
Baath-Partei
Im Mai 2003 erklärte US-Präsident Bush die größeren Kampfhandlungen für beendet. Seitdem sind erheblich mehr US-Soldaten durch Terroranschläge umgekommen als durch die Kriegshandlungen zuvor. Die meisten Opfer findet der Islamistische Terror allerdings unter der Zivilbevölkerung und unter den Vertretern der mehrheitlich von Schiiten und Kurden getragenen irakischen Regierung. Schätzungen zufolge sind zwischen 25.000 und 30.000 Iraker seit Mai 2003 - dem "Ende der großen Kampfhandlungen" - ums Leben gekommen. Einige irakische Quellen gehen sogar von bis zu 60.000 Opfern aus. Etwa 3500 Irakische Sicherheitskräfte wurden seit 2003 von Widerstandskämpfern getötet.
Al Qaida verfolgt anscheinend die Strategie, einen Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten zu provozieren, um so zu verhindern, dass der Irak eine staatliche Ordnung findet. Als wichtigster Kopf der irakischen Ansar al-Islam Organisation wird der Jordanier Abu Musab az-Zarqawi angesehen. Die USA werfen Iran und Syrien vor, nichts gegen das Eindringen ausländischer Kämpfer zu tun. Mittlerweile wird die Situation als an der Kippe zum Bürgerkrieg stehend bezeichnet. Von Sunniten und Schiiten gegeneinander geführte Terrorangriffe und Gegenanschläge, fordern fast schon täglich dutzende Menschenleben.
Pro Tag gibt es im Irak etwa 75-85 Anschläge, zeitweise lag die Zahl der täglichen Anschläge sogar über 120, an anderen Tagen jedoch auch "nur" 50-60.
Man geht davon aus, dass die Mehrheit der Aufständischen irakische Sunniten sind. Allerdings werden auch ein Teil der Anschläge von Ausländischen Islamisten verübt und zum Teil auch von einigen (wenigen) Schiitischen Extremisten.
Nach einer im Oktober 2005 veröffentlichten geheimen Umfrage der britischen Armee lehnen 82 Prozent der Iraker die Besatzung ab, 67 Prozent fühlen sich unsicherer durch die ausländischen Truppen, 72 Prozent haben kein Vertrauen in die Besatzungstruppen, 71 Prozent verfügen nicht über sauberes Wasser, bei 70 Prozent funktionieren die Abwasseranlagen nicht oder schlecht, 47 Prozent werden nicht ausreichend mit Strom versorgt und 40 Prozent der Südiraker sind arbeitslos.
Politik
Nach Bildung eines Übergangsrates Ende 2003 wurde der bis dahin von der Koalitions-Übergangsverwaltung ausgeübte Verwaltungsauftrag am 28. Juni 2004 einer irakischen repräsentativen Übergangsregierung übertragen. Die Truppen und Logistik der Besatzungsmächte in einer Stärke von etwa 150.000 Soldaten sollen aber vereinbarungsgemäß noch ein bis zwei Jahre im Irak stationiert bleiben.
Der Irak befindet sich politisch seitdem in einem Übergangszustand: Nach diesem dritten Golfkrieg sind die früheren Machtstrukturen, insbesondere der Revolutionäre Kommandorat, nicht mehr vorhanden, aber die neuen Verhältnisse, damals noch zwischen der westlichen Besatzung, der Zivilverwaltung und dem Irakischen Regierungsrat, waren nicht endgültig etabliert.
Nach ersten Planungen sollte der ehemalige US-General Jay Garner, der 1991 die kurdische Schutzzone eingerichtet hatte, den Vorsitz einer vorläufigen Regierung im Irak übernehmen. Wenige Wochen nach seiner Etablierung änderte man jedoch die Strategie: US-Präsident George W. Bush benannte am 6. Mai 2003 L. Paul Bremer III. zum Zivilverwalter. Der Irak wird im September 2003 in vier Besatzungszonen eingeteilt:
zwei amerikanische im Norden, eine polnische im zentralen Süden und eine britische im äußeren Süden des Landes. Der algerische UNO-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi vermittelte zwischen verschiedenen Parteien für eine irakische Übergangsregierung, die am 1. Juni 2004 entstand, um ab 30. Juni die Macht zu übernehmen. Am 30. Januar 2005 wurden im Irak die ersten freien und allgemeinen Wahlen seit über 40 Jahren abgehalten.
Die aktuelle politische Lage ist von Unsicherheit bestimmt. Dennoch sahen 60-70 % Verbesserungen seit dem Krieg oder erwarteten weitere bis 2005. Knapp 60 % vertrauten wieder der UNO (Resolution Mai 2004) und erwarteten Aufbauhilfe durch die USA (7 % lehnten sie ab).
Beim Aschura-Fest am 2. März 2004 kam es zu einer schlimmen Anschlagserie, es gab 271 Tote und 393 Verletzte, die meisten waren schiitische Gläubige, für die Kerbala ein Wallfahrtsort ist. Es wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Am 4. März 2004 erhoben die USA den Vorwurf, der Terrorist Abu Musab az-Zarqawi oder die Al-Qaida nah
stehende Terrororganisation Ansar al Islam sein die Drahtzieher der Anschläge gewesen.
Wahlen
Laut Übergangsverfassung mussten auf jeder Wählerliste ein Drittel Frauen stehen. Ebenfalls stehen rund ein Viertel aller Sitze der neu gewählten Nationalversammlung Frauen zu. Irakische Frauen gingen bei dieser Wahl zum ersten Mal in ihrem Leben wählen.
Bei den Wahlen am 30. Januar 2005 wurden 275 Sitze vergeben. Insgesamt traten 7.200 Kandidaten auf 111 Listen für die Wahlen der Nationalversammlung an. Eine wichtige Aufgabe des neuen Parlaments ist die Ausarbeitung einer Verfassung bis zum 15. August. Bei einer Wahlbeteiligung von 58 % der Wähler, die sich haben registrieren lassen, ergab sich folgendes Ergebnis:
- Vereinigte Irakische Allianz (überwiegend schiitisch): 48,2 % / 4,079 Mill. Stimmen und 132 Sitze
- Demokratische Patriotische Allianz Kurdistans: 25,7 % / 2,175 Mill. Stimmen und 71 Sitze
- Irakische Liste - Liste des ehemaligen Ministerpräsidenten Iyad Allawi: 13,8 % / 1,168 Mill. Stimmen und 38 Sitze
- Die Iraker - Liste des Übergangspräsidenten Ghazi al-Yawar: 1,8 % / 152.000 Stimmen und 5 Sitze
- Irakische Turkmenenfront: 1.1 % / 93.094 Stimmen und 3 Sitze
- National Independent Cadres and Elites: 0,8 % / 69.938 Stimmen und 3 Sitze
- Volksunion - Die Irakische Kommunistische Partei (IKP) trat mit dieser Liste zur Wahl an, älteste Partei des Iraks: 0,8 % / 69.920 Stimmen und 2 Sitze
- Islamic Group of Kurdistan: 0,7 % / 60.592 Stimmen und zwei Sitze
- Islamic Action Organization in Iraq - Central Command: 0,5$nbsp;% / 43.205 Stimmen und zwei Sitze
- Nationaldemokratische Allianz: 0,4 % / 36.795 Stimmen und ein Sitz
- National Rafidain List (Assyrische Christen): 0,4 % / 36.255 Stimmen und ein Sitz
- Reconciliation and Liberation Bloc: 0,4 % / 30.796 Stimmen und ein Sitz
- Iraq Assembly of National Unity: 0,3 % / 23.686
- Rat Unabhängiger Demokraten - Liste des früheren Außenministers Adnan Patschatschi: 0,2 & / 21.728 Stimmen
- Irakische Islamische Partei: 0,2 % / 21.342 Stimmen
Es traten noch weitere Parteien und unabhängige Kandidaten an, die allesamt einen Sitz im Parlament verfehlten.
Irakische Islamische Partei
Übergangsverfassung
In der Zwischenzeit geht die Diskussion um eine neue Verfassung weiter. Als erster Schritt wurde am 8. März 2004 von den 25 Mitgliedern des Regierungsrates eine Übergangsverfassung feierlich unterzeichnet. Nach anfänglichen Einwänden und einer Verschiebung des Termins, wurde dann aber das Werk ohne Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf verabschiedet.
Die Übergangsverfassung regelt die Geschicke des Staates seit der Machtübergabe am 28. Juni 2004. Der Irak ist laut Verfassungstext eine multi-ethnische und multi-religiöse parlamentarische Republik, die sich zur Demokratie, zum Pluralismus und zum Föderalismus bekennt. Im Text verankert sind die Menschen-, Freiheits- und Bürgerrechte, das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit sowie die Rechte ethnischer und religiöser Minderheiten.
Es besteht Religionsfreiheit, wobei der Islam als Staatsreligion festgeschrieben ist. Amtssprachen sind arabisch und kurdisch. Sprachen von anerkannten Minderheiten, wie z.B. Turkmenen und Assyrern werden in den entsprechenden Regionen ebenfalls als offizielle Amtssprachen akzeptiert.
Politische Macht geht im Rahmen von freien, gleichen und unmittelbaren Wahlen ausschließlich vom Volk aus. Der vom Volk alle 4 Jahre gewählte Repräsentantenrat ist das höchste gesetzgebende Organ des Staates. Der vom Repräsentantenrat gewählte Präsident und Ministerpräsident nehmen gemeinsam die höchste Exekutivgewalt war. Die Gesetzgebung basiert auf den Regeln des Islams (Scharia) aber auch auf den Prinzipien der Demokratie bzw. der Verfassung. Alle Iraker sind vor dem Gesetz gleich. Die Judikative ist von den anderen Gewalten unabhängig und das höchste Rechtsorgan ist der Bundesgerichtshof, der eine noch nicht bestimmte Anzahl islamischer Rechtsgelehrte umfasst (Schariarichter). Er überwacht u.a. die Verfassungskonformität der Legislative.
Die zentralstaatlichen Kompetenzen sind die Außen-, Verteidigungs-, Handels-, Einwanderungspolitik, die Währung, das Zoll- und das Messwesen. Die Regionen und Provinzen genießen eine weitreichende Autonomie. So haben die Provinzen bei Angelegenheiten, über die mit dem Bund gemeinsam entschieden wird, letztlich das letzte Wort. Provinzen sind berechtigt gemeinsame Verwaltungsbezirke mit weitreichenden Kompetenzen zu bilden, sofern dies im Rahmen eines Referendums durch das Volk bestätigt wurden. Auch sind die Provinzen berechtigt eigenen Sicherheitskräfte zu unterhalten.
Die Gleichberechtigung der Frau ist explizit in der Verfassung garantiert. So müssen mindestens 25 % der Abgeordneten des Repräsentantenrats weiblichen Geschlechts sein. Der umstrittene Artikel 39 sieht jedoch vor, dass irakische Bürger sich der Zivilgerichtsbarkeit ihrer eigenen Religionsgemeinschaft unterwerfen können, was ggf. zu einer entsprechenden Benachteiligung bei Erbschafts- und Scheidungsangelegenheiten führen kann.
Bodenschätze, wie z.B. Erdgas und Erdöl, sind als gemeinschaftliches Eigentum aller Iraker festgeschrieben. Ihre gemeinschaftliche Nutzung wird von der Zentralregierung und den Provinzen gemeinsam bestimmt.
Am 30. Januar 2005 fanden die Wahlen für ein Übergangsparlament (Nationalversammlung) statt, in dem die Vereinigte Irakische Allianz (United Iraqi Alliance [UIA]), welche von Großajatollah Ali as-Sistani unterstützt wurde, mit 48,2 % der abgegebenen Stimmen fast die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament erreichte. Eine von diesem Übergangsparlament ernannte 55-köpfige Kommission muss bis 15. August 2005 die endgültige Verfassung erarbeiten, über die per Volksentscheid abgestimmt wird. 28 der Mitglieder der Kommission gehören der UIA an, die weiteren Sitze teilen größtenteils die Kurden und das Parteienbündnis des früheren Ministerpräsidenten Iyad Allawi, Irakische Liste, unter sich auf. Die Kommission wird von dem moderaten schiitischen Kleriker Hummam Hammudi geleitet, seine Stellvertreter sind der Sunnit Adnan al-Dschanabi und der Kurde Fu'ad Massum. Wegen der Unterrepräsentierung der Sunniten übte US-Außenministerin Condoleezza Rice Kritik an der Zusammensetzung der Kommission, worauf der irakische Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafari versprach, die Sunniten mehr in den politischen Prozess mit einzubeziehen. Daraufhin wurde den Sunniten eine stärkere Beteiligung an der Ausarbeitung der Verfassung angeboten.
Am 15. Oktober wurde die neue Verfassung zu Abstimmung freigegeben. Wenn in drei Provinzen zwei Drittel der Wähler mit Nein stimmen, wäre die Verfassung nicht angenommen. Laut Ergebnis lag die Wahlbeteilung bei über 60 %. Die Verfassung wurde mit 78,59 % der Stimmen angenommen. Nur in den Provinzen Al-Anbar und Salah ad-Din stimmten mehr als zwei Drittel der Wähler dagegen.
Siehe auch Neue irakische Verfassung
Verwaltung
Der Irak ist in 18 Provinzen (muhafazat, Singular muhafaza) unterteilt:
Darüber hinaus gibt es eine militärische Aufteilung in amerikanische, polnische und britische Besatzungs- oder Stabilisierungszonen.
Des Weiteren ist der kurdische Norden in einer Kurdischen autonomen Region zusammengefasst. Die Schiiten im Süden wollen nach dem Vorbild der Kurden ebenfalls eine autonome Region errichten, die Basra und andere Provinzen umfassen und den Namen Sumer tragen soll.
Siehe auch: Liste der Städte im Irak
Militär
Im Irak sind die „Koalitionstreitkräfte“, vorrangig die USA und Großbritannien als Besatzungstruppen für die innere und äußere Sicherheit im Land zuständig und arbeiten mit dem neuaufgestellten irakischen Zivilverteidigungskorps (engl: ICDC Iraqi Civil Defense Corps) und der paramilitärischen Polizei (engl: IPS Iraqi Police Service) eng zusammen. Die ICDC besteht dabei u.a. aus der 60. ICDC-Brigade.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft des Irak
Wichtigster Wirtschaftszweig des Landes ist die Erdölförderung. Der Irak ist Gründungsmitglied der am 14. September 1960 gegründeten OPEC und hat nach Saudi-Arabien die größten erkundeten Erdölvorräte (113 Mrd. Barrel). Man schätzt, dass sich die gesamten Vorräte auf bis zu 250 Mrd. Barrel belaufen könnten. 2001 wurden fast 98 Millionen Tonnen gefördert. Bei voller Leistung der Förderanlagen ist eine Förderung von bis zu 6 Mio. Barrel täglich möglich. Nach der Verstaatlichung der Erdölgesellschaften (1972) und der Ölkrise (1973) erlebte der Irak in den 1970er Jahren einen Wirtschaftsaufschwung, das nach Ausbruch des Ersten Golfkrieges 1980 ein Ende fand. Durch die beiden Golfkriege (1980 - 1988 und 1990/91) sowie des UN-Embargos (1991 - 2003) wurde die Wirtschaft fast lahmgelegt. Mit 120 Milliarden US-$ Schulden zählt der Irak zu den am höchstan verschuldeten Länder der Welt.
Die Vereinten Nationen haben am 22. März 2003 die Sanktionen gegen den Irak aufgehoben. Die USA und Großbritannien behielten sich als Besatzungsmächte bis zur Einsetzung einer Regierung die finanzielle Verwaltung der irakischen Erdölförderung vor.
Die geplante Privatisierung der bis dahin staatlichen Erdölindustrie wird wegen Zuschlag an amerikanische Konzerne von vielen Irakern kritisch gesehen.
Die EU hat am 5. März 2004 für das laufende Jahr 160 Millionen Euro Wiederaufbauhilfe zugesagt. Das Geld soll vor allem in das Bildungswesen, die Wasserversorgung und die medizinischen Einrichtungen investiert werden.
Kultur
Film
- „Turtles can fly“, deutsch: „Schildkröten können fliegen“ von Bahman Ghobadis. Erste internationale irakische Produktion seit 26 Jahren.
Literatur
- Stephan Kloss: Mein Bagdad-Tagebuch - Als Kriegsreporter im Brennpunkt Irak. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2003. ISBN 3596161428
- Günter Kettermann: Atlas zur Geschichte des Islam, Darmstadt 2001, ISBN 3534141180
- FAZ 30. Juni 2004, p.7: Umfrage im Irak zu Leben, Politik und Zukunft.
- Hadi Malik: Irak, Quo vadis ? Havibun - Verlag, Berlin 2004, ISBN 3937716246
- Christoph Reuter/Susanne Fischer:´Cafe Bagdad - Der ungeheure Alltag im neuen Irak. Berichte bis August 2004
- Ali, Tariq: Bush in Babylon, Die Re-Kolonisierung des Irak Diederichs Verlag Kreuzlingen, ISBN 3-7205-2480-9
- Mary Kreutzer, Thomas Schmidinger (Hg): Irak - Von der Republik der Angst zur bürgerlichen Demokratie? ça-ira-Verlag 2004. ISBN 3-924627-85-1
Weblinks
- http://www.niqash.org/ – NIQASH: aktuelle Informationen (seit Juni 2005) zu Diskussionen im Irak, (z.B. Verfassungserabeitung), Blogger, Foren und Radiobeiträge aus dem Irak engl./arab./kurd.
- http://www.bessereweltlinks.de/irak.htm – „Bessere Welt“ Links - Linkliste zum Irak
- http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,,IRQ,00.html – Spiegel online / Jahrbuch / Irak
- http://www.heise.de/tp/deutsch/special/irak/default.html – Telepolis: Irak
- http://www.iraqfoundation.org/ – Iraqfoundation (engl.)
- http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen_popup/0,1658,OID3322284,00.html – Irakische Übergangsregierung
- http://www.electionmonitoriraq.com/ – Aktuelle Informationen zur Irak-Wahl (engl./arab.)
- http://www.km.bayern.de/blz/web/irak/ – Zusammenfassung der Geschichte und Entwicklung Iraks bis heute; von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.
- http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=62 – Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes
- http://derstandard.at/?id=2181625 Der Standard vom 22.Sept.2005: Zustände in Basra nach einer britischen Militäraktion im September 2005
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West-Aserbaidschan
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West-Aserbaidschan (persisch آذربايجان غربى / Azarbayjān-e Bakhtari) ist eine Provinz im Iran/Iranisch-Aserbaidschan. Sie hat eine Einwohnerzahl von 2.955.634 und eine Fläche von 39.487 km².
Mit den türkisch-russisch-persischen Grenzverträgen von 1813, 1828 und 1878 kam das heutige Gebiet West-Aserbaidschan völkerrechtlich an das damalige Persien, das vorher formal die Oberhoheit über dieses hatte. Damit entstanden die noch heute gültigen türkisch-aserbaidschanisch-iranischen Außengrenzen. Es bildet heute eine der 30 iranischen Provinzen.
Geografie
Das heutige West-Aserbaidschan liegt im äußersten Nordwesten des Iran. Wer sich per Landweg von Mitteleuropa auf den langen Weg in den Iran macht erreicht bei dem Ort Gülbulak oder bei Doğubeyazıt in der Nähe des Ararat die Grenze zwischen der Türkei und dem Iran. Die erste Provinz, die der Reisende somit betritt, ist Westaserbaidschan. Die Hauptstadt der Provinz ist die 602 403 Einwohner zählende Stadt Urmia. Von hier sind es bis zur Hauptstadt Teheran knapp 900 Straßenkilometer. Nahe der Hauptstadt liegt der gleichnamige See, der ähnlich wie der Vansee in Anatolien ein riesiger Steppensee ist. Je nach Jahreszeit erreicht er eine Fläche zwischen 5000 und 6000 km². Der abflusslose See ist mit einem Salzgehalt von bis 29% ganzjährig eisfrei. Die Landschaft ist der des benachbarten Ostanatoliens sehr ähnlich, mit hohen Bergen und vielen weiten Hochebenen. Daneben befindet sich die Stadt Mahabad im Süden der Provinz.
Gliederung
Mahabad
Die Distrikte der Provinz sind:
Hier die derzeitige Bevölkerung der wichtigsten Städte (Quelle [http://www.gazetteer.de/] - 2005):
Flora und Fauna
Im Orumiyehsee kann aufgrund des hohen Salzgehalts nur eine einzige Fischart überleben. Ansonsten ist die Umgebung des Sees ein Paradies für Ornitholgen. Es leben dort Flamingos, Pelikane und viele andere Wasservögel. In den Bergen Westaserbaidschan leben noch einzelne Braunbären und viele Wölfe. In der Region werden sehr viele Obstsorten angebaut. Kirschen gedeihen genauso wie Orangen, Zitronen oder Trauben.
Klima
Die Provinz hat ein ausgesprochenes Kontinentalklima, welches aufgrund der Höhe der meisten Orte zudem für die geografische Breite extrem kühl ist. Die Winter sind ähnlich kalt wie in den Alpen und die Sommertemperaturen entsprechen denen des Mittelmeeres. Niederschläge fallen ganzjährig, allerdings eher von geringer Intensität. Im Durchschnitt bewegen sich die Temperaturen am Tage zwischen 0°C im Januar und 30°C im Juli, sowie –8°C in den Januarnächten und 18°C in den Julinächten. Wintertemperaturen von unter –20°C kommen allerdings ebenso regelmäßig vor, wie Sommertemperaturen von über 40°C.
Bevölkerung
Die Bevölkerungsmehrheit stellen seit Jahrhunderten die Aserbaidschaner und Kurden dar, daneben gibt es noch Perser und Türken. Kurmandschi und Aseri sind weit verbreitet. Gerade ältere Menschen können die Landessprache Farsi weniger gut verstehen, was bei den Jugendlichen nicht mehr der Fall ist. Offizielle Sprache in Ämtern und Behörden West-Aserbaidschans ist Farsi.
Religion
Die meisten Einwohner der Provinz sind schiitische Muslime. Es gibt eine kleine hauptsächlich armenisch-orthodoxe christliche Minderheit die, wie im gesamte Iran, keinerlei Einschränkungen bezüglich der Religionsausübung hat. Die Hauptstadt Orumiyeh ist zudem Sitz der chaldäischen Kirche, einem Zweig der ostkatholischen Kirche.
Sehenswürdigkeiten
Neben dem Orumiyehsee, der auch Urmiasee genannt wird, befindet sich in der Provinz etwa 45 km von der türkisch-iranischen Grenze entfernt die Thaddäus-Kirche. In Orumiyeh selbst befinden sich Zeugnisse der verschiedenen Religionen, wie Kirchen und Moscheen. In der Kleinstadt Takab befindet sich eine sehenswerte Zitadelle aus der Zeit der Sassaniden. In der Kleinstadt Bonab gibt es viele Taubentürme zu bewundern, die denen auf der griechischen Insel Tínos ähneln. Außerdem sind die archäologischen Ausgrabungen von Hasanlu einen Besuch wert. In der iranischen Grenzstadt Bazargan hat man eine grandiosen Ausblick auf den ganzjährig schneebedeckten Ararat.
Kategorie:Provinz (Iran)
Kategorie:Aserbaidschan
Kategorie:Kurdistan
ja:西アーザルバーイジャーン州
Zandschan (Provinz)
Die Provinz Zandschan (persisch استان زنجان) liegt zwischen Teheran im Osten, der kaspischen Region im Norden und den beiden aserbaidschanischen Provinzen des Iran im Westen. Sie hat eine Fläche von 25.495 km² und 1,2 Millionen Einwohner.
Kategorie:Provinz (Iran)
Hamadan (Provinz)
Hamadan ist eine Provinz im Nordwesten des Iran. Die Hauptstadt heißt ebenfalls Hamadan. Sie ist 19 546 km² groß und hat 1,7 Millionen Einwohner, die vor allem Kurden und Luren sind.
Neben der Stadt Hamadan gibt es noch die Städte Twiserkan, Nahavend, Malayer, Assad Abad, Bahar, Razan und Kabudrahang.
Geschichte
Die Provinz gehört zu einer der ältesten Regionen des Irans. Die Hauptstadt der Meder Ekbatana liegt neben dem heutigen Hamadan. Nach den Medern und Persern beherrschten die Makedonen Hamadan. Nach der Gründung des Partherreiches wurde die Stadt Hamadan zur Sommerresidenz der parthischen Könige. Auch die Sassaniden benutzten die Stadt als Residenz. Im Jahre 633 fand bei Nehawend die Entscheidungsschlacht zwischen den Sassaniden und den eindringenden Arabern statt. Mit der Niederlage der Sassaniden wurde der Iran muslimisch. Nach den arabischen Kalifen beherrschten die Bujiden diese Gegend. Im 11. Jahrhundert machten die Seldschuken Hamadan anstelle von Bagdad zu ihrer Hauptstadt. Hamadan wurde auch ein Opfer von Timur Lenk. Als das Safawidenreich gegründet wurde, erlebte die Region einen Aufschwung. Die Osmanen, die ewigen Rivalen der Safawiden, eroberten im 18. Jahrhundert die Gegend. Allerdings mussten sie sich bald wieder zurückziehen, nachdem Nadir Schah sie besiegte. Seitdem blieb Hamadan im Besitz der Perser. Bedeutung erlangte die Region auch durch den Umstand, dass sie auf der Route der Seidenstraße lag.
Kategorie:Provinz (Iran)
Kermānschāh (Provinz)
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Kermānschāh (persisch: کرمانشاه //) ist eine Provinz im Westen des Iran, an der Grenze zum Irak. Auf 24.641 km² leben etwa 1,8 Millionen Einwohnen (Stand 1996), vor allem Kurden und Luren.
Die Hauptstadt Kermānschāh (auch: Kirmaschan) und die Provinz trugen nach der Islamischen Revolution den Namen Bachtaran, mittlerweile ist aber die alte Namensform wieder gebräuchlich.
Landkreise
Die Provinz besteht aus den Kreisen
- Gilan e garb
- Hersin
- Islamabad e garb
- Javanrud
- Kangavar
- Kermānschāh
- Paveh
- Qasr i sirin
- Sahneh
- Sar e Pol e zahab
- Sonqor
Kategorie:Provinz (Iran)
Kategorie:Kurdistan
ja:ケルマーンシャー州
ZagrosgebirgeDas Zagros-Gebirge (auch Sagros, in Persisch رشتهكوه | | |