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Lorestan

Lorestan

Lorestan oder Luristan ist eine der 30 Provinzen des Iran und liegt im Südwesten am Zagrosgebirge. Die Hauptstadt ist Chorramabad, in der sich auch die bekannte Burg Falak-ol-Aflak befindet. Die Provinz ist 28.392 km² groß und die größeren Städte sind: Chorramabad, Borudscherd, Aligudarz, Dorud, Kuhdascht, Azna, Delfan, Selseleh, und Pol-e-Dochtar. 1996 lebten in der Provinz etwa 1,6 Millionen Menschen.

Geographie

Der Name der Provinz bedeutet wörtlich „Land der Luren“. Lorestan ist in der Nordwest-Südost-Ausdehnung 640 km lang und zwischen 160 und 180 km breit. Das Gebiet ist sehr gebirgig. Der Zagros zieht sich von Nordwesten nach Südosten quer durch Lorestan. Der höchste Gipfel ist der Oschtoran Kuh mit 4050 m und die niedrigsten Täler liegen 500 m über NN. Wichtige Flüsse des Irans entspringen hier im Gebirge: der Zayendeh-rud, Dscharahi, Karun, Dix, Abi und der Karcheh. Es gibt viele fruchtbare Felder und Hügel. Das Klima ist ein humides Kontinentalklima. In Chorramabad fallen im Durchschnitt 530 mm Niederschlag pro Jahr und in den Bergen bis zu 1270 mm. Die Monate Juni bis September sind ziemlich trocken. Die Temperaturen liegen zwischen 12 und 32 °C in Chorramabad im Sommer und im Winter zwischen -2 bis 8 °C.

Geschichte

Lorestan ist eine der ältesten Regionen des Irans. Es gibt hier seit dem 3. und dem 4. Jahrtausend v. Chr. Siedlungen. Die Region war erst unter der Herrschaft der Sumerer, dann der Elamiter, bis die Perser um 600 v. Chr. hierhin einwanderten. Lorestan gehörte dann zu den Perserreichen der Achämeniden, der Parther und der Sassaniden. 660 n. Chr. eroberten die Araber diese Region und später kam sie wieder unter die Herrschaft der Perser. Die heutigen Bewohner der Provinz sind größtenteils Luren, von denen man annimmt, dass sie aus der Gegend des Kaspischen Meeres einwanderten. Des Weiteren leben noch Bachtiyārī und Kurden hier. Kategorie:Provinz (Iran) Kategorie:Kurdistan

Verwaltungsgliederung des Iran

Der Iran ist in 30 Provinzen unterteilt: 2004 wurde die bis dahin größte Provinz Chorasan in die drei Provinzen Nord-, Süd- und Razavi-Chorasan aufgeteilt. Ein Teil der ehemaligen Provinz wurde auch der Provinz Yazd zugeschlagen.

Siehe auch


- ISO 3166-2:IR Kategorie:Geographie (Iran) Kategorie:Liste (Geographie) ja:イランの州

Zagrosgebirge

Das Zagros-Gebirge (auch Sagros, in Persisch رشته‌كوه‌های زاگرس Reshte-Kuhha-ye Zagros) ist das größte Gebirge von Persien bzw. des heutigen Iran. Der Zagros zieht sich über etwa 1500 km von Kurdistan an der irakischen Grenze bis zur Schifffahrts-Straße von Hormuz, wo sich Vorderasien und die Arabische Halbinsel auf 50 km nähern. Das Gebirge läuft etwa parallel zum Schwemmland des Tigris bzw. zum Persischen Golf in 50 - 100 km Entfernung, und ist in mehreren Gebirgszügen 200 bis 300 km breit. Die höchsten Gipfel erreichen nahe der Großstadt Isfahan über 4.500 m Höhe, während sie etwas südlicher bei Schiraz um ca. 1000m niedriger sind. Die Bergregion ist keineswegs die einzige des Iran. Etwa parallel dazu - ostwärts gegen die großen Wüsten des Landesinneren - verläuft das etwas kürzere Kuhrud-Gebirge. Zwischen diesem und dem Zagros fließen Binnenflüsse, welche in riesige Salzseen münden und für angenehme Klimate auf den Hochflächen um Schiras und Isfahan sorgen. Im Nordpersien wiederum, in Sichtweite der auf 1600 m liegenden Hauptstadt Tehran, biegt sich das gewaltige Elburs-Gebirge südlich der Kaspi-Provinzen entlang (Demavend 5670 m). Das Gebirge gehört geologisch zu den "jungen", alpidischen Kettengebirgen aus dem Miozän, die sich von den Pyrenäen über die Alpen, Karpaten, Balkan und Türkei zum Elburs-Gebirge zieht. Östlich des Zagros setzt sich diese Gebirgsfolge Eurasiens über Hindukusch, Karakorum und Himalaya bis nach Ostasien fort - und ist fast überall auch von Erdbeben heimgesucht. Es wird vermutet, dass der Mensch Ziegen zuerst im Zagrosgebirge domestiziert hat. Siehe auch: Asien, Gebirgsbildung, Kuh (Berg) Kategorie:Gebirge Kategorie:Geographie (Iran) ja:ザグロス山脈

Luren

Luren oder Loren sind ein westiranischer Stamm, im Gebiet Lorestan des alten Persiens am Rand des Zagros-Gebirge (entspricht in der heutigen Islamischen Republik Iran den Provinzen Lorestan, Kermānschāh, Ilam und Teilen von Fars und Chuzestan). Von der Abstammung sind sie einheimische Iraner mit etwas semitischen Einflüssen, die einige Ähnlichkeiten mit ihren kurdischen Nachbarn zeigen, die sich selbst als die Nachfahren der Meder ansehen. Ihre Sprache Lorī ist jedoch sehr eng mit dem Persischen verwandt und wird in zwei Haupt-Dialekte geteilt: Lure Bozorg ("größeres Lur") im Süden, der von den Bachtiyaris gesprochen wird, und Lure Kuchik ("kleineres Lur") im Norden von den Luren selbst. Die Luren im Norden teilen sich außerdem in die Gruppen Poshte Kuh ("jenseits der Berge") und Pishe Kuh ("diesseits der Berge"). Bis zum 20. Jahrhundert lebte die Mehrheit der Luren als nomadische Hirten, mit einer kleinen städtischen Minderheit in der Provinzhauptstadt Khorramabad. Während der Herrschaft von Reza Schah Pahlavi und seinem Sohn Schah Mohammad Reza Pahlavi wurde die kulturelle Identität der Luren unterdrückt. Das vormals nomadische Volk wurde zur Sesshaftigkeit gezwungen, und viele seiner Führer wurden hingerichtet.

Weblinks


- [http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/c/c3/Lur1921.jpg Bild: Lur mit typischer Tracht] Kategorie:Iranische Ethnie Kategorie:Nahost Kategorie:Lure

Zagros

Das Zagros-Gebirge (auch Sagros, in Persisch رشته‌كوه‌های زاگرس Reshte-Kuhha-ye Zagros) ist das größte Gebirge von Persien bzw. des heutigen Iran. Der Zagros zieht sich über etwa 1500 km von Kurdistan an der irakischen Grenze bis zur Schifffahrts-Straße von Hormuz, wo sich Vorderasien und die Arabische Halbinsel auf 50 km nähern. Das Gebirge läuft etwa parallel zum Schwemmland des Tigris bzw. zum Persischen Golf in 50 - 100 km Entfernung, und ist in mehreren Gebirgszügen 200 bis 300 km breit. Die höchsten Gipfel erreichen nahe der Großstadt Isfahan über 4.500 m Höhe, während sie etwas südlicher bei Schiraz um ca. 1000m niedriger sind. Die Bergregion ist keineswegs die einzige des Iran. Etwa parallel dazu - ostwärts gegen die großen Wüsten des Landesinneren - verläuft das etwas kürzere Kuhrud-Gebirge. Zwischen diesem und dem Zagros fließen Binnenflüsse, welche in riesige Salzseen münden und für angenehme Klimate auf den Hochflächen um Schiras und Isfahan sorgen. Im Nordpersien wiederum, in Sichtweite der auf 1600 m liegenden Hauptstadt Tehran, biegt sich das gewaltige Elburs-Gebirge südlich der Kaspi-Provinzen entlang (Demavend 5670 m). Das Gebirge gehört geologisch zu den "jungen", alpidischen Kettengebirgen aus dem Miozän, die sich von den Pyrenäen über die Alpen, Karpaten, Balkan und Türkei zum Elburs-Gebirge zieht. Östlich des Zagros setzt sich diese Gebirgsfolge Eurasiens über Hindukusch, Karakorum und Himalaya bis nach Ostasien fort - und ist fast überall auch von Erdbeben heimgesucht. Es wird vermutet, dass der Mensch Ziegen zuerst im Zagrosgebirge domestiziert hat. Siehe auch: Asien, Gebirgsbildung, Kuh (Berg) Kategorie:Gebirge Kategorie:Geographie (Iran) ja:ザグロス山脈

Karun

Der Karun ist ein bedeutender Fluss im Südwest-Iran. Der Karun fliesst vom Zardkuh-Berg im Zagros-Gebirge bis Arvand Rud (Schatt el Arab) und schließlich in den Persischen Golf. Dieser 720 km lange Fluss ist der längste und als Einziger schiffbare Fluss des Iran. Schatz des Karun (Lydia) Hierbei handelt es sich um Kunstgegenstände, die bei den illegalen Ausgrabungen in der Nähe von Güre in der Provinz Usak gelegenen Toptepe-Grabhügel im Jahre 1965, am Ikiztepe-Grabhügel im Jahre 1966 und am Aktepe I-Grabhügel im Jahre 1968 zutage gefördert und von Antiquitäten-Schmugglern im Jahre 1970 an das Metropolitan-Kunstmuseum in New York verkauft worden waren. Diese Gegenstände stellen die schönsten Beispiele für das lydische Kunstschaffen im vi. Jh. v.Chr. dar. Nach langen, seitens des Ministeriums für Kulturelle Angelegenheiten ausgefochtenen Rechtsstreitigkeiten konnten obige Werke im Jahre 1993 in die Türkei zurück geführt werden (Museum von Usak). reha64



Sumerer

Sumer bezeichnet eine der fünf autochthonen Hochkulturen in Mesopotamien. Sumer, Shumer oder Schumer kommt aus dem Akkadischen und bedeutet Kulturland – eine Anspielung auf die Leistung der Sumerer als Kulturbringer. Kulturbringer Die sumerische Sprache ist weder eine semitische noch eine indogermanische Sprache, sie konnte bisher auch keiner anderen Sprachfamilie zugeordnet werden. Man bezeichnet sie deshalb als isolierte Sprache. Am Anfang standen eine Reihe von Stadtstaaten (Adab, Eridu, Isin, Kisch, Kullab, Lagasch, Larsam, Nippur, Ur und Uruk), welche etwa 2800 v. Chr. das Altsumerische Reich unter wechselnden Stadtherrschern bildeten. Erster bekannter Herrscher von Sumer ist Etana, der um 2800 v. Chr. lebte und König von Kisch war. Sein Nachfolger Meskiaggascher, König von Uruk (dem biblischen Erech), gründete weit südlich von Kisch eine rivalisierende Dynastie und erlangte die Herrschaft über die ganze Region zwischen dem Mittelmeer und dem Zagros-Gebirge. Er wurde von seinem Sohn Enmerkar (um 2750 v. Chr.) abgelöst. Diesem folgte sein Feldherr Lugalbanda auf den Thron. Am Ende der Regierungszeit von Lugalbanda wurde Enmebaragesi (um 2700 v. Chr.), ein König der Etana-Dynastie in Kisch, zum führenden Herrscher von Sumer. Die Akkader aus dem Norden vereinten Sumer unter einer Dynastie (2371 bis 2191 v. Chr.). Befördert durch Uneinigkeit zwischen Akkad und dem restlichen Sumer, endete diese Dynastie mit der Eroberung durch die Gutäer. Das Neusumerische Reich (2112 bis 2004 v. Chr.) unter der Herrschaft der 3. Dynastie von Ur endete unter dem Druck Elams aus dem Osten. Kleinreiche um Assur, Babylon, Eschunna, Der und Susa entstanden in der Folge. Mesopotamien wurde später von Assyrien und Babylonien dominiert. Im August 2005 wurde von schiitischen Gruppierungen vorgeschlagen, den Südirak zu einer autonomen Region eines föderalen Irak zu machen. Als Name für diese zu bildende autonome Region wurde Sumer vorgeschlagen. Der Vorschlag ist jedoch insbesondere unter den irakischen Sunniten hochumstritten.

Die kulturelle Bedeutung der Sumerer

Obwohl die Schrift mehrmals in der Geschichte der Menschheit erfunden wurde (Ägypten, China, Maya), ist für Europa die sumerische Keilschrift von zentraler Bedeutung und vermutlich auch älter als die anderen hochentwickelten Schriften. Die Keilschrift wurde erfolgreich an das Akkadische und Hethitische (auch Hittitisch) angepasst und gilt als Vorläufer vieler Schriften. Die Entwicklung des Rades – ebenfalls erstmals im Reich der Sumerer benutzt – steht in engem Zusammenhang mit der Erkenntnis, dass domestizierte Tiere nicht nur eine Nahrungs- und Rohstoffquelle (z.B. Leder) sind, sondern auch als Zugtiere und Arbeitstiere dienen können (Pflug, Karren). Eine weitere Vorbedingung für die Nutzung des Rades sind ebene, breite Wege, die erst bei einer kritischen Bevölkerungsdichte und geeignetem Landschaftsrelief entstehen. Im Bereich der Landwirtschaft haben die Sumerer wahrscheinlich keine neuen Nutzpflanzen oder Nutztiere domestiziert; der Beitrag liegt hier in der Verfeinerung der Bewässerung sowie der Einführung der Milchwirtschaft. Die fortschrittliche Bewässerungstechnik legte gleichzeitig den Grundstein zum Niedergang Sumers (bzw. seiner Nachfolgestaaten): Aufgrund der Versalzung des Bodens gingen die landwirtschaftlichen Erträge immer weiter zurück. Noch heute sind weite Landstiche nur bedingt nutzbar. Die Sumerer haben die erste bekannte Kultur mit hoch entwickelter Mathematik hervorgebracht. Sie gelten als die Erfinder des Gewölbes und gründeten mit Ur, Uruk und Lagasch die ältesten bekannten Städte mit Monumentalbauten, insbesondere der für Mesopotamien typischen Zikkurat. Die sumerische Religion ist eine der ältesten der bekannten Religionen und gilt als wesentliches Vorbild für spätere Religionen in Mesopotamien und den angrenzenden Gebieten. Die Herkunft der Sumerer ist bis heute ungeklärt, aber es wurde vermutet, dass die Sumerer ein turksprachiges Volk waren, deren Vorfahren altaischer Abstammung waren. Die Vermutung wird dadurch bestätigt, dass mehr als 1000 Wörter in Schrift und Sprache den heutigen Turksprachen aus aller Welt ähnlich sind; auch die Bestattung der Toten wurde wie im turksprachigen Raum vorgenommen und praktiziert. Diese Theorie wird aber von den meisten Historikern abgelehnt, denn wie so viele Theorien ist auch diese weder zu beweisen, noch zwangsläufig glaubwürdig. Die großartige Leistung der Sumerer besteht in der Schaffung der ersten Hochkultur der Menschheit ab ungefähr 3500 v. Chr. in einem Gebiet, das keinesfalls ein landschaftlicher Gunstraum war, sondern mühevoll umgestaltet werden musste. Die gewaltige Leistung bei der Entwicklung zur Hochkultur im Gefolge der neolithischen Revolution bzw. Evolution kann keinesfalls überbewertet werden. Dies zeigt sich nicht zuletzt in der kleinen Anzahl von nur fünf authochtonen Hochkulturen. (Anmerkung: Absolute Jahreszahlen innerhalb der sumerischen Datierung variieren je nach Lehrmeinung um etwa 100 Jahre. Zur genaueren Datierung sollte Fachliteratur herangezogen werden.)

Literatur


- Dietz Otto Edzard: Geschichte Mesopotamiens, C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51664-5.
- Helmut Uhlig: Die Sumerer, Lübbe, Bergisch-Gladbach 1992, ISBN 3-404-64117-5.

Weblinks


- [http://www.ancient-cultures.com/untergang_sumerer.php Der Untergang der Sumerer (deutsch)]
- [http://etcsl.orinst.ox.ac.uk/ Elektronische Sammlung der sumerischen Texte (englisch)] Kategorie:Alter Orient ! ja:シュメール ko:수메르

Perser (Volk)

Die Perser waren ursprünglich ein westiranisches Volk in der Region nördlich des (nach ihnen benannten) persischen Golfs, im Gebiet der Persis (die heutige iranische Provinz Fars). Heute bezeichnet man allgemein alle Persisch-sprechenden Menschen iranischer Herkunft als Perser. In Zentralasien nennt man sie Tadschiken, im Kaukasus nennt man sie Tat. Die arabische Bezeichnung für die Perser ist Adscham.

Ursprung des Wortes Perser

Das Wort Perser bzw. Farsi hat seinen Ursprung im Wort Persis, einer Region im Süden des heutigen Iran und einstiges Zentrum des persischen Weltreiches. Das Wort war ursprünglich der Name nur eines einzigen iranischen Stammes. Doch nach dem Siegeszug der Makedonen, die alle iranisch-stämmigen Menschen im Perserreich Perser nannten, wurde dieser Begriff immer mehr zur Selbstbezeichnung aller Persisch-sprechenden Menschen der Region, die iranischer Abstammung waren. Die Araber, die im 7. Jht. n. Chr. Persien im Zeichen des Islam eroberten, konnten den Buchstaben "P" nicht aussprechen. Somit wurde das alte griechisch-persische Parsi zu Farsi. Heute ist dieser Begriff sowohl der Name der Bevölkerung, als auch umgangssprachlich der Name der persischen Sprache. Bis zum Siegeszug der Araber war das Wort Parsi keine Selbstbezeichnung der Perser. Wie alle iranischen Stämme bevorzugten auch sie die Identität ihrer arischen (=iranischen) Vorfahren, und bezeichneten sich selbst Iranier und ihr Land Iran (mit verschiedenen Aussprachen: Aryana, Eran, Eron, Iran-Shahr, etc.) So bezog sich der Prophet Zarathustra direkt auf die iranischen Völker, und auch der persische Dichter Ferdousi erzählt in seinem Schahnama von Iran und Iraniern. Das Wort Arier darf in diesem Fall jedoch nicht mit dem nationalsozialistischen Bild des Ariers verwechselt werden. 1936 bat der damalige Staat Persien die internationale Gemeinschaft, das Land fortan nur noch Iran zu nenen - unter massiven Protesten des Nachbarstaates Afghanistan, welcher, wie heute auch Tadschikistan, ebenfalls den Begriff kulturell für sich beansprucht. Heute unterscheidet man zwischen:
- Iraner = Staatsbürger der Islamischen Republik Iran
- Iranier = Menschen mit iranischer Abstammung, d.h. Nachkommen der einstigen iranischen Baktrier, Perser, Meder, Sogdier, Parther, etc. Im engeren Sinn handelt es sich dabei hauptsächlich um die heutigen Perser (Tadschiken), Kurden, Paschtunen und Belutschen. In der persischen Mythologie bezieht sich das Wort nur auf die Perser.
- Perser = Persisch-sprachige Menschen iranischer Herkunft. Die Kurden und Paschtunen sind demnach keine Perser.
- Tadschiken = Alt-türkische Bezeichnung für Perser, die in Zentralasien leben. Heute bezieht sich das Wort fast ausschließlich auf die Persisch-sprachige, iranische Bevölkerung in Tadschikistan, Usbekistan und Afghanistan. Im Gegensatz zum Wort Perser hat sich das Wort Tadschik bis heute nicht als Selbstbezeichnung jener Bevölkerung durchgesetzt. Möglicher Ursprung des Wortes ist wahrscheinlich der alt-chinesische Begriff Ta-Hia (Baktrien).
- Adscham = arabischer Name für das Volk der Perser; Selbstbezeichnung der persischstämmigen Bevölkerung in Bahrain, Kuwait, UAE und im restlichen arabischen Sprach- und Kulturkreis. Siehe auch: [http://www.staff.uni-marburg.de/~widmer/parsa.pdf Etymologisches und Historisches zum Namen der Perser (Paul WIDMER, Philipps-Universität Marburg)]

Geschichte

UAEUAE Erstmals wurden die Perser nachweislich von den Assyrern in ihren Inschriften aus dem Jahre 843 v. Chr. erwähnt, wo sie in die nordöstlichen Teil Assyriens eindrangen. Die Perser, die sich selbst Artaioi nannten, waren die direkten Nachkommen der Aratti, ein arisches Volk aus dem Osten des antiken Iran (wahrscheinlich die Region Sistan, im Grenzgebiet der heutigen Staaten Afghanistan und Iran). Ca. 1000 v. Chr. wanderten die Aratti in Persis ein (daher der moderne Name Perser). Nach ihrem Sesshaftwerden eroberten sie das Reich von Elam und lösten das medische Reich um 550 v. Chr ab. Das Perserreich entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Zivilisationen in Vorderasien und prägte die Geschichte der Menschheit. Nach ihrer Niederlage gegen die Makedonen und Griechen unter Alexander dem Großen wurden sie hellenisiert, behielten aber ihren großen kulturellen Einfluss über Jahrhunderte hinweg. Die heutigen Perser sind jedoch, wie oben schon angesprochen, nicht identisch mit dem antiken Volk der Perser. Somit kann die Geschichte der Perser nicht auf die Geschichte eines einzigen Volkes miniminiert werden. Für die genauere Geschichte der einzelnen iranischen Völker, den Vorfahren der heutigen Perser, siehe:

Antike


- Arier/Iranier, indoeuropäische Vorfahren der heutigen Perser
  - Die Aratti, die direkten Vorfahren der Perser
- Avesta, das heilige Buch des Zoroastrismus; seine Ursprünge liegen im ostiranischen Baktrien
- Perserreich, die 3 Imperien der Perser:
  - Achämeniden, das erste Weltreich der Geschichte
  - Arsakiden, Königsgeschlecht aus Parthien
  - Sassaniden, das letzte große Imperium des antiken Iran

Frühes Mittelalter


- Abu Muslim Khorassani, persischer Patriot und Widerstandskämpfer
- Kalifat der Abbasiden, mit dem Kalifat der Abbasiden übernahmen die Perser die Macht in der islamischen Welt
- Persische Dynastien der:
  - Barmakiden
  - Bujiden, erste unabhängige persische Dynastie nach der Islamisierung in Westpersien
  - Samaniden, erste unabhängige persische Dynastie nach der Arabisierung in Ostpersien
  - Ghuriden, die letzte persische Dynastie in Ostpersien vor der türkischen Eroberung

Spätes Mittelalter


- Safawiden
- Afschariden

Neuzeit


- Iran
- Afghanistan
- Tadschikistan

Sprache, Kultur und Religion

Religion

Tadschikistan Die meisten heutigen Perser bekennen sich zum imamitischen Islam. Diese Tradition geht nicht nur auf die imamitischen Safawiden zurück, die im späten Mittelalter diese Richtung des schiitischen Islam radikal verbreiteten, sondern reicht über die schiitische Dynastie der Bujiden viel weiter zurück, bis zu den Anfängen des Islam in Persien. Heute wird die Kultur der Perser mit dem Schiismus identifiziert. Man bezeichnet allgemein schiitische Perser Farsen, während sunnitische Perser (in Zentralasien) Tadschiken genannt werden. (Genaueres unter: Tadschiken)

Sprache

Ein Großteil der Perser spricht das Neupersische, das eine mit vielen arabischen Wörten durchsetzte und in syrisch-aramäischer Schrift (arabischer Schrift) geschriebene Form des indogermanischen Persisch ist. Somit gehören auch die heutigen Perser zur indogermanischen (indoeuropäischen) Völkerfamilie.

Kultur

Die Perser haben das Bild des Orient maßgeblich geprägt. Das wohl bekannteste Werk der muslimisch-persischen Literatur in der westlichen Welt ist die Geschichtensammlung 1001 Nacht (pers. Hazar-o yak-Schab هزار و يكشب). Das Herz der persischen Kultur jedoch war und ist die Kunst der Dichtung. Nirgendwo sonst hat die Poesie eine so große Bedeutung im alltäglichen Leben der Menschen, wie im persischen Kulturkreis. Persische Dichter haben maßgeblich an der Entwicklung der neupersischen Sprache und der neupersischen Indentität beigetragen, u.a.:
- der Epik-Dichter Abū l-Qasem-e Ferdousī, der Autor des Schah-Nama (Königsbuch)
- der Dichter Hafis, der beliebteste Lyriker Persiens
- der Mystiker Saadi
- der Mystiker Abdur Rahman Dschami, der letzte große Sufi-Meister des Mittelalters
- der Mystiker und Romantiker Dschalal ad-Din Rumi, der bekannteste und erfolgreichste Sufi-Dichter des alten Persien Ebenfalls Perser/Tadschiken waren einige der berühmtesten Wissenschaftler, Gelehrte und Künstler des Mittelalters:
- der Arzt Ibn Sina (Avicenna), der heute als Vater der modernen Medizin gilt
- der Mathematiker Khwarismi; von seinem Namen und seinen Werken sind die Beriffe Algebra und Algorithmus abgeleitet
- der Dichter und Mathematiker Omar Chayyām
- der Astronom und Geschichtsschreiber Biruni
- der Maler Behzad

Perser heute

Weltweit beträgt die Zahl der ethnischen Perser (einschließlich der Tadschiken) mehr als 50 Millionen. Etwa 35 Millionen Perser leben im Iran (51% des Landes). In Afghanistan leben 8-10 Millionen Tadschiken (25-35% des Landes), weitere 7-10 Millionen Tadschiken leben in Zentralasien. Sie sind das vorherrschende Volk im heutigen Iran und in Tadschikistan. In Afghanistan bilden sie die zweitstgrößte ethnische Gruppe nach den Paschtunen. Zudem gibt gibt es bedeutende Gemeinden in Bahrain, im Irak, in Usbekistan, und seit dem Ende des 2. Weltkriegs auch in Europa und in den USA, etwa 3 Millionen In der Zeit der Islamisierung Persiens floh eine beträchtliche Anzahl von Persern nach Zentralasien, China und auf den indischen Subkontinent, wo sie auch heute noch als eigene ethnische Gruppe (Parsi) bestehen und wo sich Religion, überkommene Bräuche und Sprache besser erhalten haben als im eigentlichen Kerngebiet, das heute fast vollkommen islamisiert ist.

Literatur


- Josef Wiesehöfer: Das frühe Persien. Geschichte eines antiken Weltreichs, München 1999.
- Jahanshah Derakhshani: Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v.Chr., 2. Auflage 1999 ISBN 964-90368-6-5
- Richard Frye: Persien, Zürich 1963

Siehe auch

Iranier, Arier/Iraner, Tadschiken

Weblinks


- [http://www.iranica.com/ Encyclopaedia Iranica - wichtige Enzyklopädie, noch im Entstehen begriffen (englisch)]
- [http://www.JaVuN.com/ JaVuN.com - Das iranische Portal! (Infos über Iran, Nachrichten, Entertainment, Community)]
- [http://www.iranchamber.com/ Fachwissenschaftliche Seite "Iranchamber" (englisch)]
- [http://www.int-pub-iran.com/ipis05.htm Jahanshah Derakhshani: Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v. Chr.] Kategorie:Iranische Ethnie Kategorie:Persisches Reich

Parther

Die Parther (altpersisch Partawa, lat. Parthi) waren ein antikes iranisches Volk, das vom 3. Jahrhundert v. Chr. an im heutigen Iran ein Reich aufbaute. Mitunter werden sie nach dem Namen der regierenden Dynastie auch als Arsakiden bezeichnet. Das Parthische, die Sprache des Partherreiches, war eine mitteliranische Sprache und dem Mittelpersischen verwandt.

Geschichte des Partherreiches

Ursprünge

Arsakiden Die Parther waren ursprünglich ein Teilstamm der Skythen mit dem Namen Parner (Parni), der an der Südostecke des Kaspischen Meeres ansässig war. Als sie in die Satrapie Parthia einwanderten, nahmen sie den davon abgeleiteten Namen Parther an. Zwischen 250 v. Chr. und 238 v. Chr. eroberten die Parther unter ihrem Anführer Arsakes die iranischen Gebiete des Seleukidenreichs und knüpften so wenigstens indirekt an das Achämenidenreich an - auch wenn die Quellenlage insgesamt recht dünn ist, so auch für die Frühzeit des Reiches. Das von den Parthern eroberte Territorium war nur sehr schwach hellenisiert worden. Dennoch gab es Regionen, in denen ein relativ starker griechischer Einfluss bemerkbar war, vor allem in einigen Städten. Die Parther übernahmen bald die griechische Münzprägung und Griechisch war wohl auch eine der Verwaltungssprachen. Der letzte ernsthafte Versuch der Seleukiden, ihre verlorenen Gebiete zurückzuerobern, stellte die so genannte Anabasis des Seleukidenkönigs Antiochos III. dar (209-206 v. Chr.); die Parther mussten vorübergehend die seleukidische Oberherrschaft akzeptieren, doch wandte sich Antiochos anschließend dem Westen zu, so dass die Parther bald schon wieder ihre Expansionspolitik aufnehmen konnten. Im Osten musste sich die Parther des Gräko-baktrischen Reichs erwehren, doch zeigte dieses bald schon Auflösungserscheinungen - auch aufgrund des Einbruchs der Steppenvölker aus Zentralasien, die eine ständige Bedrohung darstellten; auch die Parther sollten später an dieser Grenze in teils schwere Abwehrkämpfe verwickelt sein. Zentralasien

Expansion und Abwehrkampf

Unter Mithridates I. fügten die Parther 141 v. Chr. auch Mesopotamien ihrem Reich hinzu. Er nahm als erster, nach den Achämeniden, den Titel "Sháh an Sháh" ("König der Könige", Großkönig) an. Unter dem erfolgreichen Partherkönig Mithridates II. (124/123 - 88/87 v. Chr.) wurde 115 v. Chr. die Seidenstraße eröffnet. Eine Delegation des chinesischen Kaisers Wu Ti machte ihre Aufwartung. Bald nach dem ersten Zusammentreffen mit den Römern 96 v. Chr. wurde das mächtige Partherreich zum Rivalen Roms um die Macht im Osten. Zahlreiche militärische Auseinandersetzungen kennzeichneten hinfort das Verhältnis der beiden Staaten, wobei die Parther in der Regel (aber nicht immer) die Angegriffenen waren. Am bekanntesten ist sicher die römische Niederlage in der Schlacht bei Carrhae 53 v. Chr., in der 30.000 römische Soldaten ihr Leben verloren und 10.000 in parthische Gefangenschaft gerieten. Anlass dieser Schlacht war der Bruch der 69 v.Chr. geschlossenen Verträge, die den Euphrat als Grenze festlegten, durch den römischen Statthalter Syriens Crassus. Unter Augustus erkannten 20 v. Chr. beide Reiche den Euphrat mit der Stadt Dura Europos als Grenze an. Weitere römisch-parthische Kriege fanden unter den Kaisern Nero (51-63), Trajan (114-117), Marcus Aurelius (161-166) und Septimius Severus (195) und Caracalla (216-18; der Krieg wurde erst nach seinem Tod beendet) statt. Dabei scheinen die Parther lediglich 161 überraschend und unprovoziert angegriffen zu haben; besonders der Partherkrieg Trajans war offenbar auf Eroberung größerer Teile des Partherreiches angelegt gewesen zu sein, was freilich keinen Erfolg hatte. Bei diesen Partherkriegen zeigte sich oft dasselbe Schema. Einem parthischen Vorstoß, bis tief nach Syrien und Armenien hinein, folgte, nach Zusammenziehen entsprechend schlagkräftiger Verstärkungen, eine römische Gegenoffensive. Diese war zunächst meist erfolgreich, und die römischen Heere eroberten Mesopotamien und Armenien. Auch die parthische Hauptstadt Ktesiphon wurde mehrfach besetzt. Doch gelang es den Römern nie, die gemachten Eroberungen auch zu behaupten, ein baldiger Rückzug stellte die Ausgangssituation wieder her; dabei erwies sich, dass, obwohl das Partherreich im Inneren oft von Bürgerkriegen heimgesucht wurde, es sich gegen Invasoren doch recht erfolgreich zur Wehr setzen konnte, womöglich gerade aufgrund des dezentralen Aufbaus des Reiches (siehe unten). Die Euphratgrenze erwies sich angesichts der zahlreichen Kriege als erstaunlich dauerhaft und bestand bis zum Ende des Partherreiches im wesentlichen unverändert fort - allerdings konnte Septimius Severus Nordmesopotamien erobern. Obwohl es unter Nero einen Kompromiss in Hinblick auf Armenien gegeben hatte, blieb das Land noch über Jahrhunderte umstritten; dies sollte sich auch später unter den Sassaniden nicht ändern.

Niedergang und Ende

Im 1. und 2. Jahrhundert n.Chr. wurde das Partherreich durch mehrere Bürgerkriege erschüttert. Auch im Kampf mit dem alten Rivalen Rom musste man Niederlagen hinnehmen, konnte sich im letzten Krieg mit dem westlichen Nachbarn aber letztendlich erfolgreich behaupten. Aber auch die Abwehrkämpfe gegen die Steppenvölker (Saken, Kuschan) an der Nordostgrenze, stellte eine ständige Belastung für das Reich dar, dessen König nur über relativ geringe Einnahmemöglichkeiten verfügte (wie etwa Zölle). In der Persis begann zu Beginn des 3. Jahrhunderts n.Chr. eine Revolte unter dem lokalen Fürsten Ardaschir I., der um 211 Feldzüge in die benachbarten Regionen unternahm. Ardaschir konnte schließlich 224 den letzten parthischen König Artabanos IV. (nach älterer - falscher - Zählung Artabanos V.) töten und wurde 226, nach der Eroberung von Ktesiphon, wo sich ein anderer Arsakide noch zwei Jahre hatte halten können, zum König gekrönt. Er begründete so die Dynastie der Sassaniden, deren "Neupersisches Reich" bis ins 7. Jahrhundert fortbestand und erst im Zuge der islamischen Expansion am Ende der Spätantike unterging. Jedenfalls sollte man Abstand davon nehmen, die Parther nur als halbe Barbaren anzusehen. Vielmehr waren sie auch durchaus kulturell fruchtbar und stellten das Bindeglied zwischen der griechisch-römischen Welt und Zentralasien und China dar.

Militärwesen und staatlicher Aufbau

Die militärische Macht der Parther lag im massiven Einsatz berittener Bogenschützen (siehe auch Parthisches Manöver) und in ihrer schweren Kavallerie, den Kataphraktoi und Klibanophoroi, begründet. Allerdings sind keine detaillierten Berichte über das parthische Militärwesen erhalten. Bei Carrhae sollen 10.000 Reiter auf parthischer Seite gekämpft haben. Gegen Marcus Antonius sollen gar 50.000 Reiter gekämpft haben, was womöglich die Maximalstärke darstellte. Innenpolitisch war das Partherreich ein "Feudalstaat", in dem sich dynastische Unterfürstentümer (z.B. Armenien, Charakene, Elymais) herausbildeten. Die Zentralregierung war offenbar nur recht schwach ausgeprägt (trotz eines Königsrats), und die Macht der großen Adelshäuser war beträchtlich, sogar am Hofe des Königs; die ewigen Kämpfe zwischen König und Adel mögen auch mit ein Grund für den letztendlichen Niedergang des Partherreiches gewesen sein. Kulturell zeigten die Parther eine große Toleranz und waren vor allem der hellenistischen Kultur gegenüber sehr aufgeschlossen (es wurden griechische Münzen geprägt, ebenso diente Griechisch wohl auch mit als Verwaltungssprache), auch wenn nach der Zeitenwende wieder stärker das iranische Element betont wurde - vielleicht in bewusster Abgrenzung zu den Römern. Die parthischen Könige nahmen teils die achaimenidische Titulatur König der Könige auf - womöglich steckte dahinter auch ein politisches, vielleicht sogar nationales Konzept (vgl. J. Neusner, Iranica Antiqua 3, 1963, S. 40ff. und Wolski).

Siehe auch


- Perserreich
- Ktesiphon
- Abgar
- Liste der Herrscher des Partherreiches
- Nisa

Literatur

Die Quellenlage bezüglich der Parther ist nicht besonders ergiebig, zumal wir in der Regel auf westliche (sprich den Parthern feindlich gesonnenen) Autoren angewiesen sind, wie beispielsweise Pompeius Trogus (dessen Werk nur in Exzerpten bei Junianus Justinus erhalten ist), Tacitus und Cassius Dio, wenn auch Inschriften und Münzfunde sowie unter anderem auch babylonische und chinesische Quellen dazu treten; relativ ausführliche Darstellungen der Quellenlage finden sich in den unten angegebenen Werken (z.B. Wiesehöfer, Schippmann). Knapp, aber informativ: [http://www.parthia.com/parthia_ancient.htm Parthia.com]; dort findet sich auch eine umfassende [http://www.parthia.com/parthia_biblio.htm Bibliographie].
- Malcolm A. R. Colledge: The Parthians, London 1967.
- Klaus Schippmann: Grundzüge der parthischen Geschichte, Darmstadt 1980.
- André Verstandig: Histoire de l'Empire parthe, Bruxelles 2001.
- Josef Wiesehöfer: Das antike Persien, Zürich 1994.
- Josef Wiesehöfer (Hrsg.): Das Partherreich und seine Zeugnisse, Stuttgart 1998.
- Józef Wolski: L'empire des Arsacides, Louvain 1993.
- Józef Wolski: Iran und Rom. Versuch einer historischen Wertung der gegenseitigen Beziehungen, in: ANRW (Aufstieg und Niedergang der römischen Welt) II 9.1, Berlin - New York 1979, S. 195-214
- Karl-Heinz Ziegler: Die Beziehungen zwischen Rom und dem Partherreich, Wiesbaden 1964

Weblinks


- [http://www.forumromanum.org/literature/justin/english/trans41.html Justins Bericht über die Parther (englisch)]
- [http://www.iranchamber.com/history/parthians/parthians.php Fachwissenschaftlicher Überblick (englisch)]
- [http://parthia.com/ Parthia.com - empfehlenswert (englisch)] Kategorie:Iranische Ethnie Kategorie:Persisches Reich ja:パルティア nb:Parthia

Araber

Die Zuordnung einer Person zur Gruppe der Araber kann auf unterschiedlicher Grundlage erfolgen:
- politisch: leben in einem Land, welches zur Arabischen Liga gehört - das betrifft ca. 300 Millionen Menschen.
- linguistisch: sprechen eine arabische Sprache (siehe unten) - das betrifft ca. 200 Millionen Menschen.
- genealogisch: die Vorfahren stammen von einem bestimmten Volk der arabischen Halbinsel.
- ethnisch handelt es sich bei den Arabern um semitische Nomadenstämme im nördlichen und zentralen arabischen Steppengebiet. Oft spielen mehrere oder alle Merkmale eine Rolle. So sind nach Sir Hamilton Gibb Araber solche Menschen, "für die die Mission des Propheten Muhammad und die Erinnerung an das Arabische Reich das zentrale historische Faktum sind und die darüber hinaus die arabische Sprache und ihr kulturelles Erbe als ihre gemeinsame Wurzel betrachten und an ihr festhalten." Nachdem die Definition in unterschiedlichen Kulturkreisen und Zeiten stark voneinander abweicht, ist eine eindeutige Zuweisung nur im entsprechenden Kontext möglich.

Textquellen

Die ältesten Überlieferungen stammen von den Assyrern (Inschrift aus dem Jahre 853 v.Chr.), aus der Genesis (10. Kapitel) und von Aischylos (Prometheus). In den assyrischen Texten tauchen die Begriffe "Arabi", "Arabu" oder "Urbi" häufig als Bezeichnung für einen Landstrich oder für ein Volk auf, das in der nördlichen Region der arabischen Halbinsel lag bzw. lebte. Nicht zu verwechseln mit dem Volk der Sabäer die im Königreich Saba auf dem Staatsgebiet des heutigen Jemens lebten. Herodot und viele andere griechische und lateinische Schriftsteller bezeichneten als Arabien die ganze Arabische Halbinsel und als Araber alle ihre Bewohner (einschließlich derer der ostägyptischen Wüste zwischen Nil und Rotem Meer). Auf Relikten der im Süden der arabischen Halbinsel lebenden Stämme (Sabäer) wird der Begriff zum ersten mal von Personen, die auf der arabischen Halbinsel leben, gebraucht. Als Araber werden Beduinen und Räuber bezeichnet. Somit dient das Wort der Trennung der sesshaften Bevölkerung von der nomadisierenden Bevölkerung. In arabischer Sprache, aber noch in nabatäisch-aramäischer Schrift verfasst, tauchte das Wort 'raber im frühen vierten Jahrhundert nach Christus in einem Text der Grabinschrift von Namara auf und erzählt die Geschichte eines "Königs aller Araber" (Imru al-Qais), der die Oberherrschaft über alle Nomaden in Nord- und Zentralarabien beanspruchte.

Linguistische Definition

Zur Herkunft des Wortes arab existieren mehrere Ansätze. Einige führen es zurück auf die semitische Wurzel "Westen", die von den Bewohnern Mesopotamiens auf die Völker westlich des Euphrattals angewandt wurde; auch "Abhar" für "reisen, weiterziehen" wird als möglich angenommen. "A'raabi أعرابي" und "arabi عربي"; A'raabis sind die Nomaden, während arabis die Bewohner der Städte waren.

Arabisch-Islamische Expansion

Im Zuge der islamischen Expansion breiteten sich die Araber im 7. und 8. Jahrhundert von ihrem ursprünglichen Gebiet auf der arabischen Halbinsel nach Nordafrika, Spanien, Palästina, Syrien und Persien aus.

Bedeutungswandel des Wortes

Die Bedeutung des Begriffes Araber unterlag einem gewissen Wandel:
- In vorislamischer Zeit galt die Unterteilung der Araber zu Nomaden (A'raab) auch als Beduinen bekannt, Stadtbewohner (A'rab) und ausgestorbenen Stämmen. Darüber hinaus unterschied man die nordischen Adnan-Stämmen von den südlichen Qahtan-Stämmen. Die größte Konzentration der Araber war auf der arabischen Halbinsel zu finden, dennoch gab es arabische Stämme im Nil-Tal, im Römischen Reich und in Persien.
- In der Zeit des Propheten Mohammed hat sich an der Unterteilung nichts geändert. Die Sprache wurde aber einheitlicher, denn der Koran wurde in der städtischen Sprache von Mekka und Umgebung verfasst, was dazu führte, daß viele Dialekte verschwanden.
- Zur Zeit der Ausbreitung des Islamischen Weltreichs galten als Araber alle arabisch sprechenden Menschen, die zu einem arabischen Stamm oder zu dessen Nachfahren gehörten. Die Unterscheidung zwischen den Arabern und den Nichtarabern innerhalb des Staates war einfach, da die Vermischung der Völker sich noch am Anfang befand. Es war nie die Absicht eine strikte Trennlinie zwischen den Menschen zu ziehen.
- In der Blütezeit des Islamischen Weltreichs vermischten sich die Araber mit den anderen Völkern immer stärker. Der Islam und die arabische Sprache wurden die zentralen Gemeinsamkeiten der Bevölkerung des Islamischen Weltreichs. Die Ansiedelung der Turkvölker hat mit der Entwicklung des Begriffs Araber wenig zu tun.
- Am Ende des ersten Abbasidenstaates (13. Jahrhundert) setzt sich im Okzident zur Bezeichnung der Einwohner der islamischen Welt die Bezeichnung Sarazenen durch. Der erste Abbasidenuntergang war im Jahre 1258 in Bagdad durch die Mongolen. Der zweite Untergang war im Jahre 1517 in Kairo durch die Osmanen.
- Im Osmanischen Reich änderte sich hier auch nichts an der Grundunterteilung der Araber. Hier war der Herkunftsnachweis in vielen Fällen nicht mehr möglich. Deshalb bezeichnet man heutzutage jeden als Araber, der die Sprache spricht und sich zum Arabersein bekennt, es sei denn, man kann seine Herkunft nachweisen, dann gilt die Person als arabisch, auch ohne die Sprache zu können.

falsche Verwendung der Bezeichnung Araber

sehr beliebt ist die Bezeichnung 'Araber' auch für die iranischen Völker Irans, Afghanistans und Tadjikistans. Diese Bezeichnung ist jedoch gänzlich falsch, da sich die Perser sowohl durch Sprache, Sitten und Gebräuche (iranischer Kulturkreis), Religionen, Politik, Ethnie und Lebensraum streng unterscheiden. Durch die Nachbarschaft ist es da nicht verwunderlich, dass es in der gesamten Geschichte Irans immer wieder zu Kriegen zwischen diesen Völkern kam. Neuestes Beispiel: erster Golfkrieg. Um 641 unterlagen die Perser der islamischen Expansion, infolge dessen sie arabische Schrift und islamischen Glauben annahmen. Der Irak als Südgebiet des Irans ging an die Araber verloren. Die persische Sprache gehört zu den indoeuropäischen Sprachen. Im heutigen Iran macht der Anteil der Araber an der Bevölkerung ca. 3% aus.

Konfessionen

Die große Mehrzahl der Araber sind Muslime der verschiedenen islamischen Konfessionen. Die christlichen Araber gehören überwiegend den altorientalischen Kirchen an, wie z.B. der Assyrischen Kirche des Ostens, der koptischen Kirche oder der Syrisch-orthodoxen Kirche, in Syrien und Palästina finden sich aber auch viele Östlich-Orthodoxe und im Libanon katholische Maroniten. In neuerer Zeit gibt es auch kleine Gruppen von Protestanten, meist durch US-amerikanische Mission. schlauster araber:momo

Organisationen


- Arabische Liga

Literatur


- Bernard Lewis: Die Araber. - ISBN 3423308664 - Fundierte historische Einführung Kategorie:Nahost Kategorie:Arabien als:Araber ja:アラブ人 ko:아랍인

Luren

Luren oder Loren sind ein westiranischer Stamm, im Gebiet Lorestan des alten Persiens am Rand des Zagros-Gebirge (entspricht in der heutigen Islamischen Republik Iran den Provinzen Lorestan, Kermānschāh, Ilam und Teilen von Fars und Chuzestan). Von der Abstammung sind sie einheimische Iraner mit etwas semitischen Einflüssen, die einige Ähnlichkeiten mit ihren kurdischen Nachbarn zeigen, die sich selbst als die Nachfahren der Meder ansehen. Ihre Sprache Lorī ist jedoch sehr eng mit dem Persischen verwandt und wird in zwei Haupt-Dialekte geteilt: Lure Bozorg ("größeres Lur") im Süden, der von den Bachtiyaris gesprochen wird, und Lure Kuchik ("kleineres Lur") im Norden von den Luren selbst. Die Luren im Norden teilen sich außerdem in die Gruppen Poshte Kuh ("jenseits der Berge") und Pishe Kuh ("diesseits der Berge"). Bis zum 20. Jahrhundert lebte die Mehrheit der Luren als nomadische Hirten, mit einer kleinen städtischen Minderheit in der Provinzhauptstadt Khorramabad. Während der Herrschaft von Reza Schah Pahlavi und seinem Sohn Schah Mohammad Reza Pahlavi wurde die kulturelle Identität der Luren unterdrückt. Das vormals nomadische Volk wurde zur Sesshaftigkeit gezwungen, und viele seiner Führer wurden hingerichtet.

Weblinks


- [http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/c/c3/Lur1921.jpg Bild: Lur mit typischer Tracht] Kategorie:Iranische Ethnie Kategorie:Nahost Kategorie:Lure

Bachtiyārī

Die Bachtiyārī sind ein Volk im südwestlichen Iran. Ein kleiner Prozentsatz lebt noch als Nomaden von der Hütewirtschaft. Die Schätzungen zur Bevölkerungszahl gehen weit auseinander. Ihre Sprache ist ebenfalls Bachtiyārī, ein persischer Dialekt der den westiranischen Sprachen zugerechnet wird. Viele bedeutende iranische Politiker, z. B. Mohammad Mossadegh, haben bachtiarische Wurzeln. Der Name ist auch in der iranischen Provinz Tschahār Mahāl und Bachtiyārī enthalten. Auf internationalem Parkett ist vor allem Soraya Esfandiary Bakhtiari mit diesem Namen bekannt. Kategorie:Iranische Ethnie Kategorie:Iranische Sprache Kategorie:Lure

Kategorie:Provinz (Iran)

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung des Iran Iran Kategorie:Iran ja:Category:イランの地方行政区分

Kategorie:Kurdistan

Der Begriff Kurdistan bezieht sich auf das Siedlungsgebiet der Kurden. ---- Kategorie:Irak Kategorie:Iran Kategorie:Syrien

Self-denying Ordinance

The Self-denying Ordinance was a bill proposed by Sir Henry Vane the Younger to deprive members of Parliament from holding command in the army or the navy of the Parliamentary forces during the English Civil War. It passed the House of Commons on December 19 1644, but was only passed by the House of Lords on April 3 1645. Its purpose was ostensibly to promote the professionalism of the armed forces; but there were those who thought that the Presbyterian leaders of the army were not prosecuting the war against the king forcefully enough. They wanted to promote Oliver Cromwell, who was exempted from the terms of the ordinance. This cleared the way for a new generation of specialist non-aristocratic generals to introduce army reform, culminating in the New Model Army and more effective and determined soldiering. The chief losers were Essex and Manchester who resigned their commissions.

External links

[http://www.constitution.org/eng/conpur063.htm Text of the Ordinance]

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