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Minamoto Yoshitsune

Minamoto Yoshitsune

] Minamoto no Yoshitsune (jap. 源義経 Minamoto no Yoshitsune;
- 1159; † 17. Mai 1189) ist ein direkter Nachfahre Tsunemotos, einem Enkel des Tennō Seiwa, der als erster den Namen Minamoto, im Jahre 961, also seinem Todesjahr erhielt. Er war ein japanischer Feldherr und Halbbruder von Minamoto no Yoritomo.

Historische Fakten

Kurze Vorgeschichte

1030 wurde ein Vorfahre Yoshitsunes, Yorinobu, gegen die Taira unter Tadatsune ausgesandt um deren Revolte zu unterdrücken. Was ihm auch gelang, und er in diesem Zuge, die ganzen Taira im Kantō-Gebiet zu seinen Vasallen machen konnte. Die berühmtesten Genji/Minamoto vor Yoshitsune und Yoritomo, waren wohl Yoriyoshi, der die Revolte der Abe zwischen 1051 und 1062, den so genannten „früheren neunjährigen Krieg“ beendete. Er galt auch als besonders gerechter Fürst und genoss sehr großes Ansehen bei seinen Gefolgsleuten. Und sein Sohn Yoshiie, der schon mit seinem Vater gegen die Abe gekämpft hatte, und den Einflussbereich, sowohl was das Land betraf aber auch die Macht am Hofe, weiter ausbaute. Nach seinem Tod schwand das Ansehen der Minamoto immer weiter. Als 1156 der Hōgen-Krieg ausbrach, war Yoshitsunes Vater, Yoshitomo, der bedeutendste Genji-General. Es hieß er sei seinem Großvater Yoshiie sehr ähnlich gewesen. Er kämpfte auf der Seite von Taira Kiyomori, und Kaiser Go-Shirakawa. Nach dem Krieg waren er und Taira Kiyomori die beiden mächtigsten Männer Japans. Da Taira Kiyomori aber vom Kaiser bevorzugt wurde, rebellierte Yoshitomo 1159. In der so genannten Heiji-Rebellion, in der er aber unterlag, die Genji beinahe vernichtet wurden, und Taira Kiyomori als mächtigsten Mann Japans zurückließ. Am Ende der Unruhen wurde Yoshitomo von einem Verräter erschlagen und seine beiden ältesten Söhne von den Taira getötet. Sein Sohn Yoritomo wurde in die Izu-Provinz (heute die Präfektur Shizuoka) verbannt und dort unter die Aufsicht der Hojo gestellt. Später heiratete er die Tochter seines Aufpassers Hojo Masako.

Jugend Yoshitsunes

Über die Jugend Yoshitsunes sind wenige Fakten bekannt, dafür ranken sich aber umso mehr Legenden darum. Als die Heiji-Rebellion zu Ende war, war Yoshitsune, der zu diesem Zeitpunkt noch den Namen Ushiwaka trug, noch nicht einmal ein Jahr alt. Seine Mutter Tokiwa versuchte, mit ihm und seinen beiden Brüdern Zenjō und Gien, in die Yamato-Provinz zu entkommen, denn die Taira suchten nach allen Söhnen Yoshitomos. Als jedoch ihre Mutter gefangen genommen wurde, ergab sie sich den Taira. Es heißt, dass nur aufgrund ihrer Schönheit, der Taira Kiyomori erlag, sie und ihre drei Söhne überlebten. Seine beiden Brüder wurden sofort in ein Kloster geschickt und zu Mönchen gemacht. Als Yoshitsune 7 Jahre alt war, wurde er in das Kuramadera-Kloster geschickt und dort auch zu einem Mönch erzogen. Im Alter von 11 Jahren wurde er auf den Namen Shanaō umgetauft. Im gleichen Jahr entdeckte Yoshitsune durch Zufall Chroniken über die Minamoto. Aus ihnen erfuhr er, wer er wirklich war. Seit diesem Zeitpunkt verfolgte er nur noch ein Ziel, seinen Vater zu rächen. So weigerte er sich erfolgreich sich die Tonsur schneiden zu lassen, das sichtbare Zeichen eines Mönches. Stattdessen begann er heimlich damit, denn Schwertkampf zu trainieren, was in der menschenleeren Gegend um Kurama auch kein Problem war. Im dritten Monat des Jahres 1174 floh Yoshitsune aus dem Tempel, und machte sich auf den Weg nach Ōshū im Norden Japans. Auf den Weg dorthin feierte Yoshitsune, im Alter von 14 Jahren seine Volljährigkeitszeremonie. Während dieser Zeremonie nahm er seinen endgültigen Namen Minamoto Kurō Yoshitsune an, wobei das Kurō soviel bedeutete wie 9. Sohn. Das Oshū-Territorium war im Zuge des Späteren 3-jährigen Krieges zwischen 1086 und 1087, an die Fujiwara, nun angeführt von Fujiwara Hidehira, gefallen. Yoshitsune wusste, dass er dort Unterschlupf finden würde, da sein Vorfahre Yoshiie und der Großvater Fujiwara Hidehiras zusammen in eben diesem Krieg gekämpft hatten. Dort blieb Yoshitsune von 1174 bis 1180. Während dieser Jahre baute Taira Kiyomori seine Macht immer weiter aus, was dem Ex-Kaiser Go-Shirakawa sehr missfiel, so kam es dazu, dass im 4. April 1180 Minamoto Yorimasa, ein 76 Jahre alter, in Heian lebender Kriegerpoet, zur Rebellion gegen die Taira aufrief. Obwohl diese erste Rebellion schnell niedergeschlagen wurde, folgte Minamoto Yoritomo diesem Aufruf im August des gleichen Jahres. Als Yoshitsune von der Rebellion seines Bruders hörte, entschloss er sich, sich ihm anzuschließen, obwohl ihm Fujiwara Hidehira davon abriet.

Yoshitsune im Gempei-Krieg

Yoshitsune traf am 21. Oktober 1180 mit seinem Bruder zusammen. Das Treffen fand in der Nähe von Kisegawa statt. Von diesem Zeitpunkt an, bis zu seiner Flucht Ende 1185, kann man recht genau nachverfolgen was Yoshitsune tat. Da die Taira zu diesem Zeitpunkt aus der Gegend vertrieben waren, kehrten die beiden Brüder für die nächsten 3 Jahre nach Kamakura zurück. Dort sicherten sie die Macht im Kantō und den umliegenden Provinzen. Währenddessen drang ihr Cousin Minamoto Yoshinaka weiter nach Westen gegen die Taira vor. Es gelang ihm recht schnell diese aus Heian zu vertreiben. So mussten die Taira und der Kindkaiser Antoku im Juli des Jahrs 1183 nach Yashima fliehen. So gab es Ende 1183 3 ungefähr gleich starke Mächte in Japan. Einmal die Taira im Westen, dann Minamoto Yoshinaka in den mittleren Provinzen und Heian, und im Osten die Yoritomo mit Yoshitsune. Ende 1183 benahm sich Yoshinaka dermaßen barbarisch in Heian, dass sich der Ex-Kaiser Go-Shirakawa an Yoritomo wand, und ihn bat Yoshinaka aus der Hauptstadt zu vertreiben. So sandte Yoritomo seine beiden Brüder Yoshitsune, obwohl er bis dahin noch keine Erfahrung als General hatte, und Noriyori, der weder strategisch noch taktisch eine Leuchte war, gegen Yoshinaka aus. So stand Yoshitsune in seiner ersten Schlacht gleich einem siegesgewohntem Gegner gegenüber, hatte keinen erfahrenen Berater, und wusste die Taira auf der anderen Seite Heians, jederzeit bereit die Stadt wieder zu übernehmen. Diese Lage wurde noch verschärft, als Yoshinaka und die Taira einen Nichtangriffspakt schlossen. Yoshitsune schaffte es nun, Yoshinakas Armee zu teilen, indem sein Onkel Yukiie in Kawachi gegen Yoshinaka zu Felde zog, und er Yoshinaka glauben machte er hätte nur 1000 Mann unter seinem Kommando, obwohl es wohl zwischen 3000 und 4000 waren. So vertraute Yoshinaka darauf, dass er Yoshitsune schon aufgrund der guten Lage Heians zurückschlagen konnte. Doch die Krieger aus Ostjapan, überwanden schnell und ohne Rücksicht auf Verluste, die verbarrikadierten Flüsse um Heian. Also Yoshinaka sich nach Ōmi zurückzog, wurde er dort von Noriyori gestellt und getötet. Sofort nach dem Sieg über Yoshinaka baten Yoshitsune und Noriyori in Yoritomos Namen Go-Shirakawa um Erlaubnis die Taira anzugreifen. Nachdem sie die Erlaubnis bekommen hatten, zogen die beiden Genji Generäle sofort gegen die Taira aus. In der Nähe der heutigen Stadt Kobe kam es dann zur Schlacht. Dort hatten die Taira ihre beiden Festungen Ichi no Tami und Ikuta no Mori errichtet. Die Festungen wurden von ca. 20.000 Mann gehalten. Demgegenüber standen Yoshitsunes 2000 bis 3000 Mann. Nachdem er eine Scheinniederlage gegen einen kleinen Taira Außenposten erlitt, übergab er danach das Kommando an einen seiner Kommandeure und ritt mit ca. 30 Männern über die Berge in den ungeschützten Rücken der Festungen. Als die Schlacht in vollem Gange war, griff er die Taira im Rücken an und steckte Gebäude und Bäume in Brand. Die Taira, nun gefangen zwischen den Flammen und den Schwertern der Minamoto, flohen trotz ihrer Überzahl, und Yoshitsune errang einen glorreichen Sieg. Nach diesem Sieg kehrte Yoshitsune nach Heian zurück um als Yoritomos Stellvertreter zu agieren. Mit 25 war er also schon ein gefeierter Held, der vom Hofadel und dem Ex-Kaiser hochgeschätzt wurde. Aber schon zu dieser Zeit wurden Intrigen gegen ihn gesponnen. Und zwar von Kajiwara Kagetoki, der von Anfang an gegen Yoshitsune war, und es auf seine Position an der Seite Yoritomos abgesehen hatte. Schon kurz vor der Schlacht um Ichi no Tami war ihr Verhältnis so schlecht, das Kagetoki sich in Noriyoris Armee versetzen ließ. Kurz nach dem Sieg über die Taira kehrte Kagetoki nach Kamakura zurück, wo er Yoritomo gegen Yoshitsune aufbrachte, da dieser angeblich ihm nicht angemessen gedient hätte, und allen Ruhm für sich beanspruchen würde. So wurde dann Noriyori, auf Yoritomos Wunsch, hin für seine Verdienste auf dem Schlachtfeld belohnt, während Yoshitsune leer ausging. Der Ex-Kaiser Go-Shirakawa sah darin die Möglichkeit die beiden Brüder auseinander zu bringen, und verlieh Yoshitsune einige Wochen später dann auf eigene Faust die entsprechenden Ränge. Dies brachte seinen Bruder gegen ihn auf, obwohl Yoshitsune ihm verdeutlichte, dass er die Ernennung unmöglich hatte ablehnen können, der ihn daraufhin von seinem Kommando entband und nur Noriyori gegen die Taira weiter ins Feld zog. Aber aufgrund seiner Inkompetenz hatte Noriyori wenig Erfolg gegen die Taira, unter anderem auch deswegen, da er zuerst gegen die zweite Basis unter dem Kommando von Tomomori auf Kyushu zog, anstatt gegen die Hauptbasis bei Yashima. Als er dann 1185 beinahe ganz geschlagen war, musste Yoritomo Yoshitsune doch wieder als Kommandant einsetzen. Dieser Zog dann gleich gegen die Taira ins Feld. Doch anstatt Tomomori noch einmal anzugreifen, marschierte er gleich gegen Yashima, wo auch der Kindkaiser Antoku seinen Palast hatte. Yoshitsune wollte von der Landseite aus angreifen, da seine Krieger besser vom Rücken eines Pferdes kämpfen konnten als von einem Schiff aus. So setzte er mit 150 Mann über und startete am 19. Februar einen Überraschungsangriff auf die Basis bei Yashima. Die Taira rechneten nicht mit einem Angriff von der Landseite und so konnte Yoshitsune trotz der haushohen Überlegenheit der Taira einen schnellen Sieg davontragen. Am 21. zogen sich die Taira von Yashima zurück nach Kyushu. Und als am 22. dann Kajiwara Kagetoki mit den restlichen Streitkräften eintraf, gab es keine Feinde mehr, was Yoshitsune nicht nur Freunde unter den Kriegern einbrachte. Vor allem Kagetoki sah sich um seine Chance gebracht gegen die Taira zu kämpfen, der Yoshitsune vorwarf er würde das ganze Rampenlicht für sich beanspruchen. Nach einem Monat Vorbereitungen zogen die Genji schließlich in die entscheidende Seeschlacht von Dannoura. Während dieser Vorbereitungen gerieten Yoshitsune und Kagetoki so heftig aneinander, dass sie beinahe mit den Schwertern aufeinander losgegangen wären. Schon allein diese Situation zeigt wie schlecht das Verhältnis zwischen den beiden war. Die Schlacht fand am 24. März statt. Nachdem die Gezeiten zuvor den Heike/Taira einen Vorteil verschafft hatten, konnte Yoshitsune die Schlacht nach dem Gezeitenwechsel schnell gewinnen. In dieser Schlacht starben der Kaiser Antoku und ein Großteil seiner Verwandten die mit ihm 3 Jahre zuvor geflohen waren. Seine Mutter und der Taira General Munemori konnten gefangen genommen werden. Nach dieser Schlacht war Yoritomo der unumstrittene Herr über Japan.

Verbannung und Tod

Nach den Siegen von Yashima und Dan no Ura fürchtet Yoritomo wohl, dass sein Bruder Yoshitsune mächtiger würde als er. Diese Befürchtungen wurden von Kagetoki noch geschürt. Sowohl Noriyori als auch Yoshitsune hatten auf ihre Feldzüge ältere Krieger als Berater zur Seite gestellt bekommen, während Noriyori jeden Schritt mit seinem Berater abklärte, entschied Yoshitsune allein für sich und ließ Kagetoki fast kein Mitspracherecht. Nachdem Yoshitsune triumphierend nach Heian zurückgekehrt war und dort eine Tochter aus dem Hofadel geheiratet hatte, gab Yoritomo den Befehl aus, dass Bakufu-Beamte ihm nicht weiter zu gehorchen hatten, obwohl er immer noch der offizielle Vertreter des Kamakura-Bakufu in Heian war. Nachdem Yoshitsune von Yoritomos wachsendem Misstrauen und Verärgerung merkte, sandte er mehrere schriftliche Loyalitätsschwüre nach Kamakura, und als diese alle abschlägig beantwortet wurden, reiste er selbst dorthin. Allerdings wurde ihm der Einlass verwehrt und er musste in Sakai Quartier beziehen. Schließlich sandte er am 24. April den berühmten „Koshigoe-Brief“ an seinen Bruder, aber auch dieser letzte Versuch schlug fehl. Stattdessen wurde ihm befohlen nach Heian zurück zukehren, was er am 9. Juni auch tat, schon 4 Tage später nahm Yoritomo 24 Besitztümer wieder in seinen Besitz, die er zuvor Yoshitsune geschenkt hatte. Schon am 9. Oktober 1185, befahl Yoritomo Yoshitsunes Tod, und so wurde aus ihm ein gejagter Mann. Und schon am 17. wurde Yoshitsune in Kyoto angegriffen, mit Hilfe seines Onkel Yukiie konnte er den Angriff, obwohl er in Unterzahl war, abwehren. Die Attentäter wurden schon am 26. in Kurama (von Yoshitsunes ehemaligen Mönchsbrüdern) gefangen und getötet. Als kurz darauf das Bakufu mit Macht gegen ihn ausziehen wollte, bat Yoshitsune für sich und Yukiie um Gouverneursposten in Kyushu und Shikoku, und zog am 3. November friedlich aus Kyoto ab. Die nächsten beiden Tage kämpften sie sich den Weg nach Settsu frei, um dort mit Schiffen überzusetzen. Allerdings gerieten sie in einen Sturm, in dem mehr als die Hälfte ihrer Flotte sank. Sie konnten sich gerade noch an die Küste von Izumi retten, dort trennten sich Yoshitsune und Yukiie, während sich Yukiie noch 6 Monate in der Gegend aufhielt, bis er gefangen genommen und getötet wurde, tauchte Yoshitsune schon am nächsten Tag unter. Als nun Yoritomo von Yoshitsunes Flucht und Verschwinden hörte kehrte er nach Kamakura zurück, allerdings nicht um vorher viele von Yoshitsunes Unterstützern aus den Ämtern am Palast zu werfen und sie durch eigene Untergebene zu ersetzen, auch wurden nun viele westliche Provinzen die Kamakura noch nicht direkt unterstanden Yoritomos Vertrauten verwaltet. So verhalf Yoshitsune auch nach Dan no Ura seinem Bruder noch zu mehr Macht. Trotz gründlichen Nachforschungen blieb Yoshitsune für Yoritomo unauffindbar, erst als Ende 1186 immer mehr Truppen nach ihm suchten, musste sich Yoshitsune aus der Gegend um Heian zurückziehen. Und wieder einmal schlug er auf der Flucht den Weg nach Norden, nach Ōshu, ein, zu seinem alten Freund Fujiwara Hidehira. Und wie schon gut 10 Jahre früher gewährte ihm dieser wieder Unterschlupf. Als nun Yoritomo erfuhr wo sich Yoshitsune aufhielt, sandte er eine Nachricht an Hidehira, dass dieser Yoshitsune ausliefern sollte. Dieser widersetzte sich aber, und solange Yoshitsune Hidehiras Unterstützung hatte, wagte Yoritomo es nicht gegen seinen Bruder, und sein taktisches Genie, in den Krieg zu ziehen. Erst nach Hidehiras Tod 1188 wurde Yoshitsunes Position unsicher. Im April 1189 schließlich war es soweit, das Hidehiras Sohn seine Treue zu Yoshitsune brach und seine Festung angriff und ihn und seine Familie dort zum Selbstmord zwang. Am 13. Juni kam schließlich ein Bote nach Koshigoe und überreichte den beiden Oberhäuptern, Wada Yoshimori und Kajiwara Kagetoki in einem schwarz lackierten, mit süßem Sake gefüllten Behälter den Kopf Yoshitsunes. Angeblich soll keiner der Anwesenden Krieger diesen Anblick ertragen haben, nicht einmal Kagetoki. Soweit die historischen Fakten.

„History became legend, legend became myth“

Was aus so einem kurzem, aber sehr interessanten Leben lässt sich natürlich sehr leicht ein Mythos schaffen. Und so ist es auch geschehen. Schon während oder aber kurz nach Yoshitsunes Lebzeiten entstand die Bezeichnung Hōgan Biiki, was soviel bedeutet wie Sympathie für Hōgan bzw. Sympathie für den Underdog. Hōgan deswegen, weil Yoshitsunes voller Name Minamoto Kurō (9. Sohn) Hōgan (Titel den er nach der Befreiung Kyotos erhielt) Yoshitsune lautete. Dieses hōgan biiki war vor allem dafür verantwortlich, dass Yoshitsunes Geschichte sich immer weiter zur einer Legende und schließlich zu einem Mythos entwickelte. Gerade während der Muromachi-Zeit, in der sich die Legende um Yoshitsune zu entwickeln begann, wurde großen Wert auf die nationalen alten japanischen Werte gelegt, und diese Vorbehaltlos übernommen, was dem Ruf Yoshitsunes natürlich nur gut tat. So wurde die Geschichte von den Schriftstellern dieser Zeit in alle literarischen Formen, den Kriegsgeschichten, wie dem Taiheiki, dem Nō-Theater, dem Kōwakamai (Tanztheater) und dem Otogi Zōshi/Chūsei Shōsetsu den Kurzgeschichten. Wenn in dieser Zeit auch wenig Neues geschaffen wurde, so wurden doch die alten Geschichten endlich schriftlich fixiert, und so der Nachwelt überliefert. Die Legende um Yoshitsune kann man in zwei Hauptarten unterteilen. Die erste, und kleinere besteht aus ca. 6 Geschichten, die von Yoshitsunes Taten während seiner Zeit als Genji-General berichten. Alle diese Geschichten kommen im Heike Monogatari und im Gempei Seisuiki vor. Diese Geschichten sind relativ verlässlich und stammen wohl aus der Kamakura-Zeit. Ein Teil davon ist besonders interessant, da sie Yoshitsunes Charakter näher beleuchten. In ihnen wird er als militärisches Genie beschrieben, als ein Krieger der weder Tod noch Teufel scheute, einem typischen jungen Mann mit all seinen typischen Stärken und Schwächen. Er war loyal, freundlich und zuvorkommend zu seinen Freunden. Er vertraute auf seine sozialen Verbindungen. Aber er konnte auch arrogant, taktlos und hitzköpfig sein. Die zweite, weitaus größere Art der Geschichten um Yoshitsune entstand in der Muromachi-Zeit. Zwar wurden auch während der Edo-Zeit viele Geschichten geschrieben, allerdings sind diese inhaltlich kaum von Bedeutung. Diese Geschichten aus der Muromachi Zeit muss man auch noch einmal in zwei Kategorien unterteilen, die erste, „Ushiwaka-Gruppe“ genannte, handelt von der Yoshitsunes Kindheit bis er zu Yoritomo stieß, die zweite handelt von Yoshitsunes Erlebnissen nach dem endgültigen Bruch mit Yoritomo. In den beiden Kategorien wird Yoshitsune selbst unterschiedlich beschrieben. So wird er in den „Ushiwaka“-Geschichten sowohl mit den typischen Charakterzügen eines Hofadligen, wie Flötenspielen, einer alles überragenden Schönheit, verführen zahlloser junger Frauen, etc. beschrieben, als auch mit den typischen Kriegerqualitäten, wie Mut und Durchsetzungsvermögen, und das trotz seiner Jugend. Diese Qualitäten waren auch nötig um seine späteren militärischen Erfolge zu erklären. Genauso einmalig wie die kriegerischen Qualitäten sind in der „Ushiwaka-Gruppe“ die Shintō-Geister und Dämonen, von den der junge Yoshitsune lernt mit dem Schwert umzugehen, oder wie man eine Armee führt. Auch versprechen ihm einige dieser Geister ihn sein Leben lang zu beschützen. Durch diese übernatürlichen Lehrmeister versuchte man Yoshitsunes überragende Schwertkunst und sein militärisches Genie zu erklären. Ebenso ist in diesen Geschichten Yoshitsune allein der bestimmende Charakter. In der zweiten Gruppe wird nun auf die kriegerischen Qualitäten vollkommen verzichtet. So wird Yoshitsune in ihnen nur noch als der typische Aristokrat am Hof der Heian Zeit beschrieben, denn nach der Schlacht von Dan no Ura war er in keine wichtigen Kämpfe mehr verwickelt. Genauso fehlen die Geister aus den Geschichten über Yoshitsunes Jugend. In den Erzählungen über seine Flucht nimmt er nur noch eine passive Rolle ein, während seine Verbündeten die Fäden in der Hand halten. Diese Entwicklung liegt wohl darin begründet, dass in der Muromachi-Zeit der Hofadel der Heian-Zeit immer noch als das kulturelle Ideal galt, und dieser stand nun einmal im krassen Gegensatz zu der auf das hier und jetzt ausgerichteten Philosophie des Schwertadels. Durch diese Charakterisierung Yoshitsunes als typischen Hofadligen der Heian-Zeit wird er über die anderen Krieger seiner Zeit gestellt. Die Legende über Yoshitsune wurde unter anderem in dem gleichnamigen Buch versucht komplett zusammen zu fassen. Aber auch im Heike Monogatari und dem Soga Monogatari wird über Yoshitsune berichtet. Von ca. 240 Nō-Stücken gehen 50-60 auf Heldengeschichten zurück, auf Yoshitsune allein ca. 30. Von insgesamt 44 Kōwakanomai handeln allein 14 nur über Yoshitsune. Kurzgeschichten wurden über beinahe jedes Thema geschrieben. Von den 16 die über Helden der japanischen Geschichte erzählen, handeln 8 von Yoshitsune. Schon allein diese Zahlen machen deutlich wie wichtig die tragische Figur des Minamoto Kurō Hōgan Yoshitsune für die Japanische Geschichte, Kultur und Literatur war und ist. Kategorie:Samurai Kategorie:Japaner Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 1159 Kategorie:Gestorben 1189 ja:源義経 th:มินาโมโตะ โนะ โยชิซึเนะ

Japanisches Schriftsystem

:Dieser Artikel enthält japanische Schriftzeichen. Möglicherweise muss eine spezielle [http://www.travelphrases.info/gallery/Fonts_Japanese.html Schriftart] installiert werden. ---- Das Schriftsystem der modernen japanischen Sprache besteht aus den Kanji, die der chinesischen Schrift entstammen und als Logogramme meist den Wortstamm bilden, den Silbenschriften Hiragana (oft für grammatikalische Formen) und Katakana (hauptsächlich für Fremdwörter) und dem lateinischen Alphabet, das in Japan als Rōmaji bezeichnet wird. Diese Schriftarten haben unterschiedliche spezifische Funktionen und werden in Alltagstexten parallel verwendet.

Schreibweise und -richtung

Im Japanischen werden die Wörter gewöhnlich ohne Leerzeichen aneinandergereiht und am Zeilen- oder Spaltenende an beliebigen Stellen ohne Bindestrich getrennt (nur nicht direkt vor einem Satzzeichen). Die Zeichen werden in gedachte Quadrate geschrieben: Anders als z.B. in der lateinischen Schrift, wo ein „i“ viel schmaler ist als ein „m“, erhält in der japanischen Schrift jedes Zeichen (einschließlich Satzzeichen) gleich viel Platz, rund um schmalere oder kleinere Zeichen bleibt also etwas mehr Leerraum. Im traditionellen Japanisch wird, wie auch im klassischen Chinesisch, von oben nach unten geschrieben, wobei die Spalten von rechts nach links aneinandergereiht werden. Diese Schreibrichtung findet heutzutage bei literarischen Texten und Manga Anwendung. Hieraus ergibt sich auch, dass japanische Bücher und andere mehrseitige Druckwerke auf der (nach westlichem Verständnis) „falschen“ Seite aufgeschlagen werden: sieht man auf die Titelseite, so liegt der Buchrücken rechts. Bei Sachtexten und Texten, die viele Rōmaji enthalten, wird meist nach westlichem Vorbild in horizontalen Zeilen von links nach rechts geschrieben. Dies gilt auch für (waagerechte) Hinweisschilder. In Zeitungen kommen abhängig vom jeweiligen Artikel beide Schreibrichtungen vor.

Schriftarten

Kanji

Zeitung Zeitung Kanji (漢字) bedeutet Han-Zeichen, wobei Han als Synonym für China bzw. Chinesen steht. Die Kanji haben (im Gegensatz zu den Kana) eine eigenständige Bedeutung und werden auch als Logogramme bezeichnet, die wiederum in drei Gruppen aufgeteilt werden können: Piktogramme, Ideogramme und Phonogramme. Viele Kanji sind dabei aus mehreren (oft zwei) verkleinerten Zeichen zusammengesetzt. Diejenigen Ideogramme unter diesen Bestandteilen, die oft für die Kernbedeutung der jeweiligen Kanji stehen und nach denen sie in Kanji-Lexika geordnet werden, nennt man Radikale bzw. Bushu; das andere Element in zweiteiligen Zeichen bezeichnet oft die originale chinesische Aussprache. Die Lesung (Aussprache-Art) wurde dabei dem japanischen Lautsystem angepasst. In der Folge wurden auch eine relativ kleine Zahl eigener japanischer Kanji entwickelt, die sogenannten Landeszeichen oder Kokuji (国字), wie z. B. 働 (dō, dt. Arbeit), 辻 (tsuji, dt. Straße) und 峠 (tōge, dt. Bergpass). Viele Kanji haben zwei oder noch mehr unterschiedliche Lesungen, die man in zwei Gruppen zusammenfassen kann:
- Die ON-yomi (音読み, wörtlich: Klang-Lesung) nennt man auch sino-japanische Lesung. Sie wurde aus dem Chinesischen abgeleitet (es handelt sich um eine ans Japanische angepasste Variante der originalen chinesischen Aussprache des Zeichens) und wird daher auch oft chinesische Lesung genannt. Die ON-yomi wird meistens (aber nicht immer) verwendet, wenn ein Zeichen zusammen mit anderen Kanji steht, um ein zusammengesetztes Wort zu ergeben. ON-yomi werden in Aussprachelisten (etwa in Lexika) meist mit Katakana oder mit lateinischen Großbuchstaben angegeben.
- Die kun-yomi (訓読み, wörtlich: Begriff-Lesung) heißt auch reinjapanische Lesung. Bei einer solchen Lesung handelt es sich i.d.R. um ein altjapanisches Wort (das also nicht aus dem Chinesischen stammt), für das das Schriftzeichen nur von seiner Bedeutung her übernommen wurde, aber nicht vom Klang her. Diese Lesung wird meistens (aber nicht immer) benutzt, wenn ein Kanji alleine steht und selbst ein ganzes Wort bildet. kun-yomi werden in Aussprachelisten meist mit Hiragana oder mit lateinischen Kleinbuchstaben wiedergegeben. Fast alle Kanji, mit Ausnahme einiger weniger Kokuji, haben eine oder mehrere On-Lesungen, aber nicht alle haben Kun-Lesungen. Die oft mehreren verschiedenen On-Lesungen eines einzigen Zeichens entstanden dadurch, dass viele Zeichen mehrmals zu verschiedenen Zeiten aus verschiedenen Landesteilen Chinas übernommen wurden, und damit auch die verschiedenen Aussprachen des Zeichens in den unterschiedlichen chinesischen Sprachen. Welche der Lesungen jeweils zu verwenden ist, richtet sich nach der Kanji-Kombination, in der das Zeichen jeweils auftaucht. Es heißt in japanischen Legenden, dass ein in Paekche (Baekje) wirkender chinesischer Gelehrter namens Wani (王仁, koreanisch Wang-In, chin. Wang-Ren) die chinesischen Schriftzeichen im späten 4. Jahrhundert nach Japan brachte, als er an den Hof des Yamato-Reiches eingeladen wurde, um den Konfuzianismus zu lehren, und dabei die chinesischen Bücher die Analekte des Konfuzius und den Tausend-Zeichen-Klassiker nach Japan brachte. Wani wird im Kojiki und im Nihon Shoki erwähnt. Ob Wani wirklich lebte oder nur eine fiktive Person ist, ist unklar, denn die heute bekannte Version vom Tausend-Zeichen-Klassiker ist zur Zeit der Regentschaft von Kaiser Liang Wu Di (502-549) entstanden.
Es wird von einigen Wissenschaftlern für möglich gehalten, dass bereits im 3. Jahrhundert chinesische Werke ihren Weg nach Japan fanden. Als gesichert gilt, dass spätestens ab dem 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung die Kanji in mehreren Wellen aus verschiedenen Teilen Chinas importiert wurden.
Heute nennt man die klassische Schreibweise der chinesischen Texte für Japan Kanbun. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anzahl der „für den Alltag gebräuchliche Schriftzeichen“ vom Bildungsministerium auf zuerst 1.850 und im Jahr 1981 auf 1.945 (Tōyō- bzw. Jōyō-Kanji) festgelegt, die auch in der Schule gelehrt werden. Amtliche Texte und viele Zeitungen beschränken sich auf diese Zeichen und geben alle anderen Begriffe in Kana wieder. Daneben gibt es weitere ca. 580 sogenannte Jinmeiyō Kanji, die nur für die Verwendung in japanischen Eigennamen offiziell sind. Grundsätzlich entsprechen die Kanji den traditionellen chinesischen Langzeichen. Einige Zeichen wurden mit der Tōyō-Reform aber in einer ähnlichen Weise vereinfacht wie die Kurzzeichen bei der chinesischen Schriftreform von 1955. Gebildete Japaner beherrschen nicht selten (zumindest passiv) über 5.000 Kanji, was vor allem zum Lesen von literarischen Texten notwendig ist. Insgesamt gibt es mehr als 50.000, in der Mehrzahl aber ungebräuchliche Kanji. In manchen Berufsfeldern, etwa Jura, Medizin oder buddhistischer Theologie, wird die Beherrschung von bis zu 1.000 weiteren Kanji, die in diesem Bereich eine Rolle spielen, vorausgesetzt. Dabei handelt es sich jedoch um Fachbegriffe. Japanische Texte für Erwachsene lassen sich bei Bedarf mit hoher Geschwindigkeit „querlesen“. Da der wesentliche Inhalt mit Kanji geschrieben wird und auch komplexe Begriffe mit nur wenigen Kanji dargestellt werden können, kann man durch Springen von Kanji zu Kanji unter Nichtbeachtung der anderen Zeichensysteme den Sinn eines Textes rasch erfassen. Andererseits kann man am Gesamtanteil und dem Schwierigkeitsgrad der Kanji eines Textes erkennen, für welche Alters- bzw. Bildungsgruppe er vorzugsweise geschrieben wurde. Durch den starken chinesischen Einfluss auf Korea waren Kanji (kor. Hanja) traditionell auch in Korea gebräuchlich, seit der Kabo-Reform Ende des 19. Jh. sind diese aber weitgehend durch die Hangul-Zeichen ersetzt. Insgesamt geht die Anzahl der verwendeten Kanji immer mehr zurück, was möglicherweise auch daran liegt, dass aufgrund der heute vorhandenen elektronischen Schreibhilfen japanischer Textverarbeitungssysteme die jüngeren Japaner sie zwar noch lesen, aber besonders die selteneren Kanji immer öfter nicht mehr handschriftlich schreiben können, so dass in zahlreichen Printmedien inzwischen über komplizierten Kanji die dazugehörigen Kana (Furigana) abgedruckt werden.

Kana

Höfische Dichter des 7. bis 8. Jahrhunderts begannen, die chinesischen Zeichen unabhängig von ihrer Bedeutung nur mehr als Lautzeichen zu verwenden, um bestimmte ästhetische Effekte für ihre Poesie zu erzielen. Langsam kristallisierten sich dadurch jeweils ein oder wenige „Standardzeichen“ für jede mögliche japanische Silbe heraus. Diese Schreibart (Man'yōgana) war jedoch sehr aufwändig – für die oft vielsilbigen japanischen Wörter benötigte man jeweils mehrere komplizierte chinesische Zeichen. Dies führte zur Bildung der so genannten Kana aus den Kanji. Sie sind Silbenalphabete, bei denen die einzelnen stark vereinfachten Zeichen keine eigenständige Bedeutung haben und nur Laute wiedergeben. Je nach Entstehungsgeschichte und Schreibstil unterscheidet man bei den Kana zwischen Hiragana und Katakana. Siehe auch: Ableitungstafel der Kana-Zeichen

Hiragana

Ableitungstafel der Kana-Zeichen Hiragana (ひらがな oder auch 平仮名) wurden im 9. Jahrhundert entwickelt und zuerst vor allem von adeligen Frauen verwendet, da für Frauen sowohl das Studium der chinesischen Sprache als auch das Erlernen der Kanji als unangemessen galt. Bei Hiragana handelt es sich um abgeschliffene Kursivformen der oben beschriebenen Man'yōgana, daher wirken sie relativ einfach geformt und abgerundet. Im Laufe der Jahre setzte sich jeweils ein einziges Zeichen für jede mögliche japanische Silbe durch. Dieses wurde in ein Alphabet eingeordnet, das man nach dem Vorbild der Siddham-Schrift des damaligen Sanskrit systematisch aufbaute, der einzigen alphabetischen Schrift, die durch den Buddhismus in Japan einigen Gelehrten bekannt war. Dieses Alphabet, die Fünfzig-Laute-Tafel, dient auch heute noch in Japan zur alphabetischen Anordnung, etwa in Wörterbüchern; in Kanji oder Katakana geschriebene Wörter werden dabei entsprechend ihrer Hiragana-Umschrift eingeordnet. Japanische Kinder lesen und schreiben alles zuerst in Hiragana, bevor sie zum Lernen der Kanji übergehen (Beispiel: ひらがな bedeutet Hiragana in Hiragana geschrieben und 平仮名 bedeutet Hiragana in Kanji geschrieben). Bei Texten für Erwachsene werden Hiragana vor allem für Prä- und Suffixe, für grammatikalische Partikel (Okurigana) und für solche japanischen Wörter verwendet, für die es kein Kanji gibt oder für die das Kanji so selten ist, dass man es mit Rücksicht auf die Leser nicht benutzen möchte. Auch in Privatbriefen werden viele Hiragana verwendet, da es gegenüber dem Empfänger als unhöflich gilt, diesen durch die eigene Bildung beeindrucken zu wollen. Bei Verwendung von wenig bekannten oder noch nicht gelernten Kanji (z. B. in Schulbüchern) wird die korrekte Aussprache in Form von kleinen Hiragana über (bei senkrechter Schreibweise rechts neben) das entsprechende Zeichen geschrieben. Solche Hiragana werden als Furigana (ふりがな) bezeichnet.

Katakana

Furigana Katakana (カタカナ oder auch 片仮名) wurden von buddhistischen Mönchen, besonders der Shingon-Sekte, entwickelt und dienten zunächst als Lesehilfe für chinesische religiöse Texte sowie als eine Art Stenografie. Sie sind zumeist aus Einzelelementen komplizierter Kanji entstanden und fallen als besonders einfach geformt und eckig auf. Aufgrund ihres futuristischen Aussehens werden sie außerhalb Japans manchmal für Design-Effekte oder sogar für Sciencefiction-Filme verwendet (z. B. bestehen die grünen Zeichenkaskaden, die in den drei US-Filmen der Matrix-Trilogie über den Bildschirm laufen, neben Ziffern auch aus spiegelverkehrten Katakana). Heute werden Katakana meistens für Lehnwörter aus anderen Sprachen verwendet, für die es keine chinesischen Schriftzeichen gibt (hauptsächlich aus dem Englischen, Deutschen und Portugiesischen, aber auch aus allen anderen Sprachen außer Chinesisch und Koreanisch). Dabei wird das fremdsprachige Wort anhand der Aussprache umgesetzt, nicht anhand der originalgetreueren Schriftübertragung. Ein Beispiel: Internet wird in Katakana インターネット, also i-n-ta-(Verlängerungszeichen)-ne-(Verschärfungszeichen)-to geschrieben und somit intaanetto ausgesprochen. Daneben dienen Katakana der Hervorhebung, ähnlich den Kursiven im Deutschen. Verweis: Gairaigo

Rōmaji

Gairaigo Bei den Rōmaji (ローマ字, römische/lateinische Zeichen) handelt es sich um das lateinische Alphabet. Die lateinischen Schriftzeichen kamen hauptsächlich durch portugiesische Jesuiten-Missionare nach Japan, die bereits kurz nach der Landung der ersten Europäer im Jahr 1544 nach Japan reisten um das „Wort Gottes“ zu verbreiten. 1590 wurde die erste Druckpresse von Portugal nach Japan gebracht. Diese und weitere eingeführte Pressen brachten 20 Jahre die kirishitanban (Christen-Drucke) hervor, die in Latein, Portugiesisch oder romanisiertem Japanisch verfasst waren. Danach verschwanden die Rōmaji aufgrund des politischen Klimas fast vollständig aus Japan und gewannen erst wieder nach der Öffnung des Landes an Bedeutung. Der US-amerikanische Arzt und Missionar Dr. James Curtis Hepburn verfasste 1867 das erste Japanisch-Englische Wörterbuch, das wa eigo rin shūsei (和英語林集成), und entwickelte dafür ein lateinisches Transkriptionssystem, das nach ihm benannte Hepburn-System. Rōmaji werden heute zu Marketing-Zwecken benutzt, weil in Rōmaji geschriebenes Japanisch besonders modern und international wirken soll, und zur Umschrift von japanischen Schildern verwendet, damit sich Ausländer besser zurechtfinden. Da alle Schüler in Japan Englisch lernen, lernen auch alle Rōmaji. Es gibt drei anerkannte Transkriptionssysteme von japanischen Schriftsätzen nach Rōmaji: Neben dem Hepburn-System gibt es noch das Nippon-System sowie das Kunrei-System. Das Nippon-System ist eine modifizierte Form des Hepburn-Systems und nach ISO 3602 Strict standardisiert. Das Kunrei-System ist wiederum eine modifizierte Form des Nippon-Systems und nach ISO 3602 standardisiert. Daneben gibt es noch einige andere Transkriptionssysteme, die geringere Bedeutung haben, wie z.B. JSL. Da die sich i.d.R. von einem der anerkannten Systeme ableiten, können diese ohne große Probleme von Kundigen eines anderen Systems gelesen werden. Rōmaji sind für Japaner mittlerweile zur Standardmethode für Computer-Eingaben geworden, da in Japan fast alle Computer englische Tastaturen haben. Um auf einem japanischen Computer japanisch zu schreiben, buchstabiert man die einzelnen Silben gewöhnlich in Rōmaji, die auf dem Bildschirm zunächst als Kana erscheinen. Sobald genügend Silben eingegeben sind, bietet der Computer eine Liste mit möglichen Kanji bzw. Kanji-Kombinationen an, aus der man den richtigen Begriff auswählen kann. Nach der Bestätigung werden die Silben durch den ausgewählten Begriff ersetzt.

Fünfzig-Laute-Tafel

Die alphabetische Reihenfolge der Silben, wie sie etwa in japanischen Telefonbüchern oder Lexika benutzt wird, folgt den Zeilen einer Tabelle, die auf japanisch 五十音 gojūon (Fünfzig-Laute-Tafel) genannt wird. Es gibt sowohl bei Hiragana als auch bei Katakana nicht genau 50, sondern je 46 Grund-Kana (gerade Laute). Bis 1945 waren es je 48; zwei wurden abgeschafft (ゐ und ゑ bzw. ヰ und ヱ), da das w davor nicht mehr artikuliert wird und sie deshalb genau wie die Vokale i und e (い und え bzw. イ und エ) klingen. Die seit 1945 nicht mehr üblichen Zeichen sind in der folgenden Tabelle in runde Klammern gesetzt. Die eingeklammerten (w) zeigen an, dass dort früher ein (englisches) w gesprochen wurde, im heutigen Japanisch aber nicht mehr.

Diakritika

Etwa seit 1945 werden zwei Akzentzeichen und kleinere angehängte Vokalbuchstaben systematisch verwendet, vorher nur in Zweifelsfällen und nach Laune des Schreibers. Bei alphabetischer Anordnung werden sie den entsprechenden unakzentuierten Zeichen beigeordnet.

Stimmhaftigkeit / Trübung

Einige Kana können durch Hinzufügen zweier kleiner Striche (゛, ten ten, dakuten oder nigori) oder eines kleinen Kreises (゜, handakuten oder maru) in der Aussprache verändert werden, um weitere Silben zu erhalten. Nigori macht den Laut stimmhaft oder „getrübt“, Maru halbstimmhaft. So wird aus einem k ein g (z.B. in „Hiragana“), aus s z (englische Aussprache), aus t d und aus h/f erst p und schließlich b. (Beispiel: ふ = フ = hu/fu, ぷ = プ = pu, ぶ = ブ = bu.)

Ligatur / Brechung

Bei den sogenannten gebrochenen Lauten (yō·on) folgt auf eine auf i auslautende Silbe (i·kō, zweite Spalte) eine (verkleinerte) mit y beginnende (ya·dan, achte Zeile). Zusammen bilden sie eine gemeinsame Silbe, so dass entweder nur ein einziger j-Laut gesprochen wird oder dieser ganz entfällt: aus pi und kleinem yu (ぴゅ / ピュ) wird pyu, ein s(h)i gefolgt von kleinem yo (しょ / ショ) würde ein Deutscher „scho“ schreiben. Katakana bietet darüberhinaus weitere Möglichkeiten für Fremdwörter, im Japanischen nicht vorkommende Silben abzubilden, indem auch Silben auf andere Vokale mit kleinen Versionen der Vokale (ァ, ィ, ゥ, ェ, ォ) kombiniert werden. Die 1945 weggefallenen ヰ (wi) und ヱ (we) können so bspw. durch ウ (u) plus Vokal ersetzt werden (ウィ und ウェ), wenn die Laute in einer anderen Sprache vorkommen; außerdem hat ウォ im Gegensatz zu ヲ das double-u. Mit Nigori wird aus dem Vokal endgültig eine Konsonantensilbe: ヴ = vu (dt. wu), die wiederum mit den anderen Vokalen kombiniert werden kann, z.B. ヴィ = vi. Aus su und zu (ス, ズ) plus i wird si und zi. Sche/she/še, –/je/že und tsche/che/če werden aus den Silben auf i (シ = s(h)i, ジ = z(h)i/ji, チ = ti/chi) mit kleinem e (ェ) gebildet. Bei t und d werden einerseits die Silben auf e (テ, デ) mit kleinem i zu ti bzw. di verbunden, andererseits die auf o (ト, ド) mit kleinem u (ゥ) zu tu und du. Die Silben ツ (tsu, dt. zu) und フ (fu/hu) können schließlich mit a, i, e und o kombiniert werden, so dass das u wegfällt. Letztere kann außerdem auch vom kleinen yu gefolgt werden: フュ (fyu).

Iroha-jun

Neben der Fünfzig-Laute-Tafel wird zur Festlegung einer Reihenfolge gelegentlich noch die iroha-jun (いろは順) verwendet. Sie ist ein aus der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts stammendes „Alphabet“ in Form eines Liedes, in dem jede mögliche Silbe genau einmal vorkommt (伊呂波歌 iroha-uta): Die angegebenen Katakana geben dabei die damalige Originalaussprache wieder, im heutigen Japanisch klingen einige der Wörter etwas anders. Das Zeichen n fehlt, da es erst vor relativ kurzer Zeit als eigenständiges Zeichen eingeführt wurde; früher schrieb man für ein gesprochenes n als Behelf mu, was auch in diesem Gedicht der Fall ist. Dafür finden sich aber die beiden nach 1945 abgeschafften Zeichen. Das Lied ist eine freie, poetisierte japanische Übertragung der folgenden chinesischen Passage des mahayana-buddhistischen Textes Daihatsunehangyō (大般涅槃経; Sutra des Nirvana): 諸行無常 / 是正滅法 / 生滅滅己 / 寂滅為楽 (Chinesisch mit japanischer Aussprache, wie die heiligen Texte im japanischen Buddhismus gewöhnlich gelesen werden: Shogyōmujō / Zeshōmeppō / Shōmetsumetsuï / Jakumetsuïraku)

Reformgedanken

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das japanische Schriftsystem zu dem wohl kompliziertesten Schriftsystem der Welt entwickelt. Vielen Kanji können mehr als fünf verschiedene Lesungen entsprechen, wobei auch zehn verschiedene keine Seltenheit sind. Umgekehrt kann ein gesprochenes Wort, ohne dass es hierfür allgemeine Regeln gäbe, sowohl mit verschiedenen Kanji als auch mit verschiedenen Okurigana-Varianten (Kana für die „Endungen“ eines Wortes) geschrieben werden. Schließlich gibt es noch Wörter, die rebusartig aus verschiedenen Kanji zusammengesetzt werden können: Zum Beispiel wurde das aus dem Portugiesischen übernommene Wort tabako (Zigarette, Tabak) mit den Kanji für Rauch und Gras wiedergegeben, aber nicht so ausgesprochen, wie diese Kanji normalerweise gelesen werden. Diese Entwicklung erreichte in der Meiji-Zeit ihren Höhepunkt, wobei es damals verbreiteter war als heutzutage, den Kanji Furigana (kleine Kana neben oder über den Kanji zur Ausspracheanleitung) beizufügen. Seit der Meiji-Ära hat es in Japan daher mehrmals Überlegungen gegeben, die japanische Schrift radikal zu reformieren. Die Vorschläge reichen von einer Beschränkung auf die Silbenschriften (wie z. B. im Koreanischen) mit weitgehendem Verzicht auf Kanji bis zu einer vollständigen Umstellung auf die lateinische Schrift (ähnlich wie es z. B. im Türkischen geschehen ist). Dies scheiterte bisher jedoch an zahlreichen Faktoren:
- Anders als die Türkei, wo Analphabetismus bis zum Ende des Osmanischen Reiches der Normalfall war und die Lateinschrift für die meisten Türken ihre erste erlernte Schrift war, hat Japan seit mehreren Jahrhunderten eine weitreichende Alphabetisierung (es war im 19. Jahrhundert sogar eine Zeitlang das am stärksten alphabetisierte Land der Welt).
- Die japanische Sprache hat ungewöhnlich viele Homonyme, die sich in Lateinschrift oder in Kana nicht mehr unterscheiden lassen würden. Die japanische Sprache ist mit nur etwa 105 Silben relativ „arm“ an Lauten. Das kommt vor allem daher, dass Japanisch anders als Chinesisch keine Tonsprache ist und keine Triphthonge und viel weniger Diphthonge hat als das Chinesische. Aus dem Chinesischen übernommene Wörter, die sich im Original durch Di- oder Triphthonge oder durch die Tonhöhe unterscheiden lassen, klingen im Japanischen oft völlig gleich, werden aber im Schriftbild durch verschiedene Kanji auseinandergehalten. Oftmals ist deswegen im Japanischen der Kontext eines Wortes wichtig um dessen Bedeutung zu bestimmen. (In Gesprächen kommt es deshalb nicht selten vor, dass bei einem fraglichen Wort das richtige Kanji dazu mit dem Finger auf die Handfläche „gemalt“ wird, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.)
- Die großen Bibliotheken und die Jahrtausende alte umfangreiche Schriftkultur wären nur noch wenigen Gelehrten zugänglich.
- Beim Schreiben nur mit Kana würde ein Text länger werden und die Möglichkeit zum schnellen Querlesen verschwinden.
- Die vorhandenen Kanji-Kenntnisse ermöglichen den Japanern das leichte Erlernen der in Ostasien immer wichtiger werdenden chinesischen Sprache.
- Auch manche Eigenheiten der japanischen Kultur gingen dann verloren. So gibt es etwa für viele Vornamen mehrere verschiedene Schreibweisen, aus denen die Eltern nach ästhetischen Überlegungen eine auswählen: Beispielsweise kann der japanische Vorname Akira in Hiragana als あきら, in Katakana als アキラ und in Kanji u. a. als 明, 光, 旭, 玲, 日明, 彰, 晶, 彬, 明朗, 晄, 徴 oder 亜喜良 geschrieben werden. Im Jahr 1945 wurden im Zuge einer Schriftreform die Anzahl der „Alltags-Kanji“ auf ca. 2.000 reduziert, die Zahl der Lesungen eines Kanji deutlich verringert und neue Regeln für die Verwendung von Hiragana, Katakana, Okurigana und Furigana aufgestellt. Dennoch bleibt das Lesen der japanischen Schrift komplizierter als das Lesen einer alphabetischen Schrift.

Das Lehren der Schriftarten an japanischen Schulen

Siehe Schule in Japan

Literatur


- Harald Suppanschitsch und Jürgen Stalph: Japanische Sprache und Schrift. IUDICIUM, München 2001, ISBN 3-89129-399-2
- Christopher Seeley: A History of Writing in Japan.
  - Brill Academic Publishers, Leiden 1991, ISBN 90-04-09081-9 (Gebundene Ausgabe)
  - University of Hawaii Press, Honolulu 2000, ISBN 0-8248-2217-X (Taschenbuch)
- Wolfgang Hadamitzky und Mark Spahn: Langenscheidts Großwörterbuch Japanisch - Deutsch (Zeichenwörterbuch). Langenscheidt, München 1997, ISBN 3-468-02190-9
- Volker Grassmuck: Die japanische Schrift und ihre Digitalisierung. In: Winfried Nöth und Karin Wenz (Hrsg.), Intervalle 2: Medientheorie und digitale Medien. Kassel University Press, Kassel 1999, ISBN 3-933146-05-4 – [http://waste.informatik.hu-berlin.de/Grassmuck/Texts/jp-schrift.html (Kapitel auch online)]

Weblinks


- [http://www.japanische-sprache.de/schrift.html Weitere Informationen zur japanischen Schrift und Sprache]
- http://www.nihongo4u.de
- [http://www.csse.monash.edu.au/~jwb/wwwjdic.html Japanese-English Dictionary Server]

Computerprogramme


- [http://www.physics.ucla.edu/~grosenth/jwpce.html JWPce (Freeware, GPL). Spezielle Textverarbeitung für Japanisch, inkl. Wörterbuch]
- [http://members.aol.com/JapAlpha/private/japa10.htm JapAlpha (Freeware) zum Erlernen der phonetischen Buchstaben]
- [http://www.theiling.de/schrift/#kanatop Hiragana und Katakana online lernen]
- [http://moji.mozdev.org/ Moji] ist eine Erweiterung für Mozilla Firefox mit der man Worte und Kanji nachschauen kann. Wörterbücher sind für Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Chinesisch-Englisch verfügbar. (Freeware, GPL)
- [http://www.kanji.de KanjiQuick Wörterbuch Kanji-Deutsch, Deutsch-Kanji mit Übersetzungs- und TTS- (Text To Speech) Modul]
- [http://web.uvic.ca/kanji-gold/ Kanji Gold (Freeware) zum Erlernen der Kanji]
- [http://www.physics.ucla.edu/~grosenth/jfc.html JFC (Freeware, GPL) zum Erlernen der Kanji] ([http://jfcmac.sourceforge.net/ Auch für Mac OS X])
- [http://www.steffen.jp/cambrium.htm Multiple-Choice-Kanji-Lernprogramm (online)]
- Mozilla Firefox [http://en.wikibooks.org/wiki/Japanese:Software Längere Liste an weiteren Computerprogrammen auf der englischen Wikibooks-Seite] Kategorie:Kultur (Japan) ja:日本語の表記体系

17. Mai

Der 17. Mai ist der 137. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 138. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 228 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse

Schaltjahren
- 1648 - Schlacht bei Zusmarshausen (Bayern) ist das letzte größere Gefecht im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648).
- 1654 - Verabschiedung des Reichstags zu Regensburg 1653/54, der unter Kaiser Ferdinand III. erstmals nach dem 30jährigen Krieg zusammentrat. Auf Beschluss dieses Reichstages wurde danach kein Reichstag mehr abgehalten, sondern die Institution des so genannten "Immerwährenden Reichstags" verabschiedet.
- 1814 - Nach dem Ende der Dänisch-norwegischen Personalunion wird Norwegen für kurze Zeit unabhängig. Die in Eidsvoll unterzeichnete Verfassung bleibt mit leichten Änderungen bis heute gültig; der 17. Mai ist heute Nationalfeiertag.
- 1935 - Am 17. Mai untersagte der damalige Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Bernhard Rust, den Unterricht von Esperanto in deutschen Schulen.
- 1954 - Der Oberste Gerichtshof der USA verbietet die Rassentrennung an öffentlichen Schulen.
- 1972 - Nach dem gescheiterten konstruktiven Misstrauensvotum gegen Kanzler Willy Brandt wurde im Bundestag der Grundlagenvertrag zwischen der Bundesrepublik und Polen ratifiziert.
- 1980 - Ausrufung des landesweiten Ausnahmezustandes in Südkorea
- 1992 - Demonstrationen in Bangkok gegen die Militärmachthaber, etwa 450 Menschen werden erschossen, Auslöser für eine verstärkte Demokratisierung des Landes.
- 1994 - Erste freie Wahlen in Malawi
- 1999 - Ehud Barak wird zum israelischen Ministerpräsidenten gewählt.
- 2000 - Ahmet Necdet Sezer wird Staatspräsident in der Türkei

Wirtschaft


- 1846 - Adolphe Sax erhält das Patent für das von ihm erfundene Saxophon.

Wissenschaft und Technik


- 1902 - Der Mechanismus von Antikythera, antikes Artefakt aus Zahnrädern, wird entdeckt.

Kultur


- 1890 - Uraufführung der Oper Cavalleria rusticana (Sizilianische Bauernehre) von Pietro Mascagni am Teatro Costanzi in Rom.
- 1931 - Uraufführung der Oper Die Mutter von Alois Hába in München.
- 1956 - Kulturabkommen zwischen Deutschland und Griechenland. In Kraft seit dem 16. Juni 1957
- 1966 - Bob Dylan Live 1966 „The Royal Albert Hall Concert“ The Bootleg Series Vol. 4
- 1971 - Uraufführung der musikalischen Show Der langwierige Weg in die Wohnung der Natascha Ungeheuer von Hans Werner Henze in Rom.

Religion

Katastrophen


- 1943 - Bei britischen Bombenangriffen auf mehrere Talsperren im Sauerland werden die Edertalsperre und die Möhnetalsperre zerstört. Es sind über 1600 Tote zu beklagen.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1928 - Eröffnung der IX. Olympischen Sommerspiele Amsterdam

Geboren

Amsterdam Amsterdam Amsterdam
- 1008 - Heinrich I., König von Frankreich
- 1490 - Albrecht von Brandenburg Preußen, erster Herzog von Preußen
- 1628 - Ferdinand Karl, Landesfürst von Tirol
- 1705 - Ambrosius Stub, dänischer Dichter
- 1749 - Edward Jenner, englischer Landarzt, der die moderne Pockenschutzimpfung entwickelte
- 1793 - Vincenz Ferreri Dominikus Kuenzer, katholischer Priester
- 1800 - Carl Friedrich Zöllner, deutscher Komponist
- 1821 - Sebastian Kneipp, deutscher Naturheilkundler
- 1825 - Johann Jakob Egli, schweizerischer Geograph
- 1836 - Joseph Norman Lockyer, britischer Astrophysiker
- 1836 - Wilhelm Steinitz, österreichischer Schachspieler aus Böhmen
- 1842 - August Thyssen, deutscher Industrieller
- 1843 - Otto Intze, Professor für Wasserbau
- 1844 - Julius Wellhausen, deutscher Theologe
- 1845 - Jacint Verdaguer, katalanischer Dichter
- 1848 - Tony Schumacher, deutsche Kinderbuchautorin
- 1850 - Antonio Scontrino, italienischer Komponist
- 1860 - Nataly von Eschstruth, deutsche Schriftstellerin
- 1863 - Charles Robert Ashbee, englischer Architekt
- 1866 - Eric Satie, französischer Komponist und Pianist
- 1866 - Julian Balthasar Marchlewski, Politiker und Mitgründer des Spartakusbundes
- 1873 - Henri Barbusse, französischer Schriftsteller
- 1879 - Hans Grade, deutscher Flugpionier
- 1886 - Alfons XIII. von Spanien, spanischer König
- 1895 - Georg Wulf, deutscher Flugpionier und Flugzeugbauer
- 1897 - Odd Hassel, norwegischer Chemiker
- 1900 - Nikolai Berezowski, russischer Komponist
- 1900 - Ruhollah Chomeini, Schiitenführer
- 1901 - Werner Egk, deutscher Komponist
- 1904 - Jean Gabin, französischer Filmschauspieler
- 1909 - Magda Schneider, deutsche Schauspielerin
- 1911 - Maureen O'Sullivan, US-amerikanische Schauspielerin
- 1912 - Percy Young britischer Musikschriftsteller und Komponist
- 1915 - Hans Joachim Faller, Richter am deutschen Bundesverfassungsgericht
- 1918 - Birgit Nilsson, schwedische Opernsängerin
- 1921 - Sigi Feigel, schweizerischer Rechtsanwalt
- 1922 - Antje Weisgerber, deutsche Schauspielerin
- 1924 - Hannes Messemer, deutscher Schauspieler
- 1924 - Kazimierz Dejmek, polnischer Theater-Regisseur
- 1925 - Michel de Certeau, französischer Kulturphilosoph
- 1926 - Dietmar Schönherr, österreichischer Schauspieler
- 1926 - Karl Lieffen, deutscher Schauspieler
- 1927 - Hans Koch, Kulturwissenschaftler und Kulturfunktionär der SED in der DDR
- 1927 - Heinz Frieler, deutscher Politiker und MdB
- 1927 - Winnie Jakob, tschechisch-österreichische Karikaturistin
- 1928 - Idi Amin, ugandischer Diktator
- 1929 - Branko Zebec, jugoslawischer Fußballspieler
- 1932 - Miloslav Vlk, Kardinal und Erzbischof von Prag
- 1936 - Dennis Hopper, US-amerikanischer Schauspieler und Filmemacher
- 1936 - Lars Gustafsson, schwedischer Schriftsteller
- 1938 - Paolo Bortoluzzi, italienischer Tänzer und Choreograph
- 1939 - José Antonio Abreu, venezolanischer Komponist
- 1941 - Csilla von Boeselager, Mitbegründerin des ungarischen Malteser-Caritas-Dienstes
- 1942 - Eberhard David, Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld
- 1942 - Taj Mahal, US-amerikanischer Musiker
- 1944 - David Kelly, britischer Mikrobiologe, Biowaffenexperte
- 1944 - Jesse Winchester, US-amerikanischer Musiker
- 1944 - Wolf-Dietrich Berg, deutscher Schauspieler
- 1946 - Udo Lindenberg, Rockmusiker, Schriftsteller und Maler
- 1947 - Andy Latimer, britischer Musiker
- 1947 - Michael Wolffsohn, deutscher Historiker und Politikwissenschaftler
- 1948 - Bill Bruford, einflussreicher britischer Schlagzeuger
- 1948 - Horst Köppel, ehemaliger deutscher Fußballspieler und Trainer
- 1949 - Elke Leonhard, deutsche Politikerin und MdB
- 1952 - Bernhard Brink, deutscher Schlagersänger und TV-Moderator
- 1953 - George Johnson, US-amerikanischer Musiker
- 1956 - Bob Saget, US-amerikanischer Schauspieler
- 1957 - Wilfried Hannes, deutscher Fußballspieler
- 1959 - Michaela Sburny, österreichische Politikerin
- 1959 - Paul Di'anno, britischer Sänger
- 1961 - Enya, irische Musikerin
- 1962 - Thomas Rachel, deutscher Politiker und MdB
- 1965 - Trent Reznor, US-amerikanischer Musiker, siehe Nine Inch Nails
- 1967 - Kusai Hussein, Sohn von Saddam Hussein
- 1968 - Florian Schwarthoff, deutscher Leichtathlet
- 1971 - Máxima, Ehefrau von Kronprinz Willem-Alexander der Niederlande
- 1973 - Josh Homme, US-amerikanischer Musiker, u.a. Queens of the Stone Age
- 1974 - Andrea Jane Corr, irische Sängerin in der Pop-Folk-Gruppe The Corrs
- 1979 - David Jarolím, tschechischer Fußballspieler
- 1981 - Cosma Shiva Hagen, deutsche Schauspielerin
- 1982 - Tony Parker, französischer Basketballspieler

Gestorben

Tony Parker Tony Parker
- 1189 - Minamoto no Yoshitsune, japanischer Feldherr
- 1336 - Go-Fushimi - 93. Kaiser von Japan (1298 - 1301)
- 1510 - Sandro Botticelli, italienischer Maler und Zeichner der Florentiner Schule
- 1587 - Gotthard Kettler, letzter Meister des Deutschen Ordens in Livland
- 1648 - Peter Melander von Holzappel, bedeutender Feldherr im Dreißigjährigen Krieg
- 1660 - Abraham de Fabert, französischer Heerführer und Militäringenieur, Marschall von Frankreich
- 1662 - Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar, deutscher Herzog
- 1694 - Johann Michael Bach, deutscher Komponist
- 1700 - Adam Adamandy Kochański, polnischer Mathematiker
- 1707 - Benjamin Raule, holländischer Reeder und kurbrandenburgischer Generalmarinedirektor
- 1727 - Katharina I. (Russland), Zarin von Russland 1725-1727
- 1765 - Alexis-Claude Clairaut, französischer Mathematiker und Physiker
- 1822 - Armand Emmanuel du Plessis, Herzog von Richelieu, französischer Staatsmann
- 1829 - John Jay, US-amerikanischer PolitikerPolitiker
- 1838 - René Caillié, französischer Afrikaforscher
- 1866 - Adolf Bernhard Marx, deutscher Komponist und Musikwissenschaftler
- 1875 - John Cabell Breckinridge, US-amerikanischer General und Staatsmann
- 1882 - François Chabas, französischer Ägyptologe
- 1886 - Josef Haltrich, sächsischer Lehrer, Pfarrer und Volkskundler
- 1889 - Marie Friederike Franziska Hedwig von Preußen, Königin von Bayern und Mutter Ludwigs II.
- 1900 - Hermann Howaldt, deutscher Ingenieur
- 1907 - Albert Clément, französischer Rennfahrer
- 1908 - Carl Koldewey, deutscher Polarforscher
- 1919 - Guido von List, Autor und Begründer der Ariosophie
- 1923 - Thomas Scott Baldwin, US-amerikanischer Ballonfahrer und Flugpionier
- 1930 - Max Valier, südtiroler Schriftsteller, Astronom und Raketenbau-Pionier
- 1935 - Paul Dukas, französischer Komponist und Musikpädagoge
- 1944 - Milena Jesenska, tschechische Schriftstellerin
- 1947 - Seabiscuit, US-amerikanisches Rennpferd
- 1958 - Hugo Häring, deutscher Architekt und Autor
- 1962 - Arseni Grigorjewitsch Golowko, sowjetischer Admiral
- 1969 - Grażyna Bacewicz, polnische Komponistin
- 1969 - Josef Beran, Erzbischof von Prag und Kardinal
- 1976 - Norbert Frýd, Schriftsteller und Publizist
- 1980 - Harold Connolly, kanadischer Journalist und Premierminister
- 1987 - Gunnar Myrdal, schwedischer Ökonom
- 1989 - Lucia Moholy, schweizerische Fotografin tschichischer Herkunft
- 1991 - Tom Trana, schwedischer Rallyefahrer
- 1994 - Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph
- 1996 - Nikolaus Utermöhlen, deutscher Musiker und Künstler
- 2003 - Luigi Pintor, italienischer Journalist, Schriftsteller und Politiker
- 2003 - Moses Rosenkranz, rumänischer Schriftsteller
- 2004 - Essedin Salim, irakischer Politiker
- 2004 - Izz ad-Din Salim, Präsident des provisorischen irakischen Regierungsrats
- 2004 - Edgardo Martín, kubanischer Komponist
- 2004 - Matthias Weisheit, deutscher Politiker
- 2004 - Tony Randall, US-amerikanischer Schauspieler
- 2005 - Piero Dorazio, italienischer Maler

Feier- und Gedenktage


- Nationalfeiertag in Norwegen
- Feiertag in Nauru (Tag der Verfassung von 1968)
- Weltfernmeldetag (ITU)
- Schandtag: der 17.5. wurde in Deutschland früher ironisch als der Feiertag der Schwulen bezeichnet, eine Anspielung auf den § 175 StGB, der männliche Homosexualität unter Strafe stellte (er wurde 1969 liberalisiert und 1994 endgültig abgeschafft).
- Namenstag von Pascal

Siehe auch


- 16. Mai - 18. Mai
- 17. April - 17. Juni
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0517 ja:5月17日 ko:5월 17일 simple:May 17 th:17 พฤษภาคม

Tennō

Tennō oder sumera-mikoto (jap. 天皇 tennō oder sumeragi, dt. Himmlischer Herrscher), auch bekannt als der Mikado (帝, Göttlicher [Kaiser], Schöpfer) ist die Bezeichnung für den japanischen Kaiser. Derzeit ist Akihito, der Heisei-Kaiser, der amtierende Tennō.
Anmerkungen zur Übersetzung
- tennō 天皇 (lit. "Himmlischer Herrscher") Wird nur als Bezeichnung eines japanischen Kaisers verwendet.
- kōtei 皇帝 (lit. "Kaiser der Kaiser") Wird speziell als Bezeichnung für einen Chinesischen Kaiser verwendet.
- teiō 帝王 (lit. "Herrscher der Könige") Wird als Bezeichnung für alle übrigen Kaiser verwendet.

Funktion

Die Hauptfunktion des Tennō ist heute zeremonieller Natur, unter anderem gilt er als oberster Priester des Shintō. Seine politische Rolle beschränkt sich laut der Verfassung von 1946 auf eine reine Symbolfunktion, die durch das Volk legitimiert ist – er gilt im rechtlichen Sinne nicht als Staatsoberhaupt. Zu seinen Funktionen gehören ferner die Ernennung des Ministerpräsidenten, des Präsidenten des obersten Gerichtshofes, die Verkündung von Gesetzen und die Einberufung des Parlamentes; in diesen Dingen hat er jedoch keine eigene Entscheidungsgewalt. Während der Shōwa-Tennō Hirohito, der als Mitverantwortlicher des 2. Weltkrieges gilt, sich nach Kriegsende nicht mehr am politischen Tagesgeschehen beteiligte, ist seit seinem Tod 1989 eine zunehmende Einflussnahme seines Sohnes Akihito auf die Politik zu erkennen.

Geschichtliches

Die Institution des Tennō wird in der japanischen Tradition bis ins Jahr 660 v. Chr. zurückgeführt, existiert tatsächlich aber wohl erst seit der Gründung des japanischen Staatswesens im 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, und geht wahrscheinlich aus einer Priesterfunktion hervor. Seit der Begründung des Yamato-Reichs fand kein Dynastienwechsel statt. Diese Kontinuität wurde unter anderem dadurch erleichtert, dass für das Tennō-Amt in Ausnahmefällen auch Frauen eingesetzt werden konnten, wenngleich auch nur in symbolischer Funktion, die Staatsgeschäfte wurden in diesen Fällen von Prinzregenten ausgeführt. In den ersten japanischen Reichschroniken, die 712 und 720 abgefasst wurden, wird die Sonnengottheit Amaterasu als Ahnherrin des Tennō angeführt. Die Bedeutung des Tennō-Amtes hat im Laufe seiner Geschichte stark fluktuiert. Vom 7. bis zum 8. Jahrhundert stellten die Tennō tatsächlich die oberste Regierungsinstanz dar, im Laufe der Zeit wurde die Entscheidungsmacht des Tennō aber immer stärker durch Regenten, und schließlich durch die Shōgune (Militärmachthaber) eingeschränkt. Im japanischen Mittelalter (12.-16. Jahrhundert) übernahmen die Shogune praktisch die gesamte Regierungsgewalt, schafften aber das Amt des Tennō nicht ab, sondern behielten es als Legitimation ihrer eigenen Rolle bei. Auch diese Machtlosigkeit während des Großteils der japanischen Geschichte sicherte indirekt den Fortbestand der Dynastie; denn wer die Macht im Lande übernehmen wollte, musste nicht den Tennō, sondern den Regenten oder Shogun absetzen. In dieser Form existierte das Tennō-Wesen auch während der so genannte Edo- oder Tokugawa-Zeit (1600-1868) weiter. Erst durch die Reformen des Jahres 1868, bekannt als Meiji-Restauration, bekam der Tennō wieder mehr politische Bedeutung zugesprochen. Der ursprüngliche Gedanken dieser Reformen war eine Rückkehr zum Staatswesen des Altertums, als der Tennō noch alle Macht innehatte. Daher spricht man auch von einer Restauration (Wiederherstellung). Der Begriff der Restauration ist umstritten. Gebräuchlich ist daneben auch „Revolution“. Tatsächlich erfolgte nach 1868 aber eine rasante Umgestaltung des japanischen Staates in einen als modern empfundenen Nationalstaat westlicher Prägung. Der junge Meiji-tennō galt zwar als Oberhaupt des Staates, hatte aber de facto auch in dieser Regierungsform mehr zeremonielle Funktionen als wirkliche politische Gestaltungsmöglichkeiten. Als Symbol des Staates spielte der Tennō aber in der nationalistischen Staatsideologie, die besonders im 20. Jahrhundert immer stärker forciert wurde, einen umso bedeutendere Rolle. Der Staat wurde als Familie dargestellt, der Tennō als Vater und die Untertanen als Kinder (Familiarismus). Am göttlichen Ursprung des Tennō, wie er in den alten Mythen dargestellt wird, durfte nicht gezweifelt werden. Auch die japanische Eroberungspolitik, die schießlich im Zweiten Weltkrieg ihren Höhepunkt erreichte, wurde im Namen des Tennō geführt. Dennoch wurde die Institution des Tennō nach dem verlorenen Krieg unter der US-amerikanischen Besatzung nicht abgeschafft, der Tennō wurde lediglich der meisten politischen Funktionen entmächtigt. Ein Tennō, der sein Volk über den Rundfunk zum friedlichen Gehorsam gegenüber den amerikanischen Besatzern aufrief, war für die USA nützlicher als ein abgesetzter. Dass der Tennō aber nach wie vor eine wichtige symbolische Rolle in der japanischen Gesellschaft einnimmt, lässt sich daran erkennen, dass die offizielle japanische Zeitrechnung seit 1979 wieder der Ärabezeichnung des jeweiligen Tennō folgt. Derzeit (2004) hat die kaiserliche Familie Japans, auch bedingt durch die Abschaffung der einst üblichen Polygamie und Konkubinate im 19. Jahrhundert und die Abschaffung des japanischen Adels im Jahr 1946, ein großes Nachwuchsproblem: Nur sieben Männer leben heute noch, die nach derzeitiger Gesetzeslage als Thronfolger in Frage kämen, und fünf davon sind bereits im fortgerückten Alter. Keiner der sieben hat einen Sohn. Seit über 30 Jahren wurde in der Familie kein Junge mehr geboren. Daher - und besonders nach der Geburt von Prinzessin Aiko, Tochter des Kronprinzen Naruhito, im Jahr 2001 - wird in Japan zur Zeit erwogen, die weibliche Thronfolge wieder zu ermöglichen. Aber selbst in diesem Fall wäre es möglich, dass die Familie innerhalb des nächsten Jahrhunderts nach fast zwei Jahrtausenden ausstirbt.

Namensgebung

Zu Beginn seiner Amtszeit erlässt der Tennō ein Regierungsmotto, welches sich nur aus jeweils 2 von ausgewählten 216 Schriftzeichen zusammensetzen darf. Es dient offiziell seit 1974 zugleich als Ärabezeichnung – vor der Meiji-Restauration 1868 wurden diese sogenannten Nengō auch durch Shōgune und Prinzregenten verkündet, gewöhnlich nach bedeutenden Natur- oder politischen Ereignissen oder auf Basis astrologischer Erwägungen, und auch während der Amtsperiode eines Tennō geändert. Bis zu seinem Tod trägt der Tennō seinen nach seiner Geburt erhaltenen Eigennamen, wird jedoch von Japanern (außer vielleicht innerhalb seiner Familie) niemals so angeredet oder bezeichnet, sondern stets tennō heika (kaiserliche Majestät) genannt. Nach seinem Tod wird er mit seinem Regierungsmotto und dem suffix -tennō bezeichnet (etwa: Kaiser Hirohito, verstorben 1989, heißt heute Shōwa-tennō).

Bestattungsriten

Beim Tod des Tennō ist nach dem Gesetz über die kaiserliche Familie (jap. 皇室典範 kōshitsutenpan) ein großer Bestattungsritus (taiso no rei) abzuhalten. Der Ritus als solcher bedient sich stark shintoistischer Symbolik, ist aber trotz gegenteiliger Auffassung des Kaiserhauses eine Erfindung der Meiji-Zeit mit ihrer Politik der Trennung von Shinto und Buddhismus – vorher erhielt der Tennō, wie die meisten anderen Japaner auch, ein buddhistisches Begräbnis. Das letzte Mal wurde ein solcher Ritus am 24. Februar 1989 bei der Bestattung des Shōwa-Tennō Hirohito durchgeführt.

Siehe auch

HerrschertitelListe der japanischen KaiserJapanisches Kaiserhaus

Weblinks


- [http://www.kunaicho.go.jp/eindex.html Kunaichō – Kaiserliches Hofamt] (auf Englisch und Japanisch)
- [http://www.uni-tuebingen.de/geschichte-japans/emm/emm_tenno.htm#nara.htm/ Universität Tübingen - Japans Kaiser] Kategorie:Nationale_Symbole_(Japan) Kategorie:Shintō Kategorie:Japanische Geschichte ! Kategorie:Gesellschaft (Japan) ja:天皇 ko:덴노

961

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Ottos I. zweiter Italienzug dauert von 961 bis 965.
- Ehingen und Gernrode werden erstmals urkundlich erwähnt.
- Der byzantinische Feldherr Nikephoros Phokas erobert Kreta von den Sarazenen zurück.

Geboren


-

Gestorben


- 2. Januar - Berta von Alamannien, als Gattin von Rudolf II. Königin von Hochburgund (
- um 907)
- 15. Oktober - Abd ar-Rahman III., Emir und Kalif von Córdoba (
- 889)
- Haakon I. von Norwegen (
- um 920) ko:961년

Minamoto no Yoritomo

Minamoto no Yoritomo (jap. 源 頼朝;
- 9. Mai 1147; † 9. Februar 1199) war der erste Shōgun Japans. Nach der Seeschlacht von Dannoura (Gempei-Krieg) und der dortigen Vernichtung der Taira am 25. April 1185 wurde er zum mächtigsten Mann Japans, denn er entmachtete den damaligen Kaiser und gründete den Samurai-Staat , obwohl sein Bruder Minamoto no Yoshitsune alle wichtigen Schlachten für ihn geschlagen hat. Er wurde 1192 vom Tennō Go-Shirakawa zum Shōgun ernannt und begründete das Kamakura-Shōgunat. Kategorie:Mann Kategorie:Shogun Kategorie:Geboren 1147 Kategorie:Gestorben 1199 ja:源頼朝

1030

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Norwegen: Olav II. Haraldsson verhilft dem Christentum zum Durchbruch.
- Baubeginn des Doms in Speyer
- Erste urkundliche Erwähnung von Weiskirchen und Wattrelos.

Geboren


- Stanislaus von Krakau, polnischer Nationalheiliger († 1079)

Gestorben


- Olav II. Haraldsson, König von Norwegen (
- 995) ko:1030년

Taira

Die Taira (jap. 平) waren ein mächtiger Klan des antiken Japans. Sie sind auch bekannt unter den sino-japanischen Lesung ihres Namens: Heishi (平氏, Taira-Klan) bzw. Heike (平家, Taira-Familie). Sie nahmen Teil am Gempei-Krieg und waren die Gegner des Minamoto-Clans, der im Streit um die Macht auf der Seite des Kaisers stand während die Taira versuchten den Kaiser zu stürzen und die Macht an sich zu reissen. Nach einem Sieg der Taira in einer grossen Schlacht in der Kaiserstadt schien es für die Taira aufwärts zu gehen, doch nach erneuten Kämpfen gewannen schlussendlich die Minamoto den Gempei-Krieg der die Geschichte der Samurai stark beeinflusste. Kategorie:Adelsgeschlecht Kategorie:Japanische Geschichte ja:平

Kant

Kant ist der Nachname folgender Persönlichkeiten:
- des deutschen Philosophen Immanuel Kant (1724-1804)
- des deutschen Schriftstellers Hermann Kant (
- 1926)
- des deutschen Schriftstellers Uwe Kant

außerdem:
- der Name einer Stadt in Kirgisistan: Kant (Kirgisistan)
- als KANT der Name eines Software-Pakets für Computeralgebra in ANSI FORTRAN 77 der Heinrich Heine Universität Düsseldorf

Minamoto no Yoritomo

Minamoto no Yoritomo (jap. 源 頼朝;
- 9. Mai 1147; † 9. Februar 1199) war der erste Shōgun Japans. Nach der Seeschlacht von Dannoura (Gempei-Krieg) und der dortigen Vernichtung der Taira am 25. April 1185 wurde er zum mächtigsten Mann Japans, denn er entmachtete den damaligen Kaiser und gründete den Samurai-Staat , obwohl sein Bruder Minamoto no Yoshitsune alle wichtigen Schlachten für ihn geschlagen hat. Er wurde 1192 vom Tennō Go-Shirakawa zum Shōgun ernannt und begründete das Kamakura-Shōgunat. Kategorie:Mann Kategorie:Shogun Kategorie:Geboren 1147 Kategorie:Gestorben 1199 ja:源頼朝

1051

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Seldschuken erobern Isfahan

Geboren


- Mi Fei, chinesischer Maler

Gestorben


- Bardo von Mainz, Mönch in Fulda, Abt von Werden, Erzbischof von Mainz (
- um 980) ko:1051년

1062

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Juni - Erzbischof Anno II. von Köln übernimmt die Regentschaft über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.
- Nürnberg erhält des Marktrecht
- Yusuf ibn Taschfin gründet Marrakesch

Geboren


-

Gestorben


- ko:1062년

1156

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 10. Februar - Erstmalige urkundliche Erwähnung der späteren Stadt Schwäbisch Hall
- Juni: Friedrich I. Barbarossa heiratet in Würzburg
- Vertrag von Benevent: Papst Hadrian IV. erkennt den Normannenstaat samt dessen Eroberungen an
- Die Stadt Cottbus wird erstmals urkundlich erwähnt.
- In Venedig wird der Monte Vechio gegründet, eine Vereinigung von Gläubigern, die als das erste Bankinstitut des Abendlandes Geschichte macht.
- Österreich wird durch das Privilegium Minus zum Herzogtum erhoben
- Friedrich II. von Berg wird Erzbischof von Köln
- Otto der Reiche wird Markgraf von Meißen
- Gründung von Jaisalmer

Geboren


-

Gestorben


- 17. Januar - André de Montbard, 5. Großmeister des Templerordens (
- 1103)
- 14. Mai - Arnold II. von Wied, Erzbischof von Köln (
- um 1098)
- 20. Juli - Toba (Kaiser), 74. Kaiser von Japan (
- 1104) ko:1156년

Japan

Japan (jap. 日本 Nihon/Nippon; ) ist nach Indonesien, Madagaskar und Papua-Neuguinea der viertgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik vor den Küsten Russlands und Koreas. Der Landesname setzt sich aus den Zeichen 日 (Aussprache ni, in der Bedeutung „Tag“ oder „Sonne“) und 本 (Aussprache hon, in der Bedeutung „Ursprung“ oder „Wurzel“) zusammen. Japan ist deshalb auch bekannt als „Land der aufgehenden Sonne“. Sowohl der frühere mythologische Name Cipangu als auch Japan leiten sich vermutlich von der chinesischen Aussprache der Schriftzeichen (chin. 日本國 rìbĕnguó) ab. Mit Japan befasst sich ein eigener Bereich der Kulturwissenschaft und Landeskunde, die Japanologie.

Geographie

Japanologie Hauptartikel: Geographie Japans Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū, sowie Shikoku und Kyūshū im Süden. Dazu kommen ca. 3.000 kleinere Inseln, die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryūkyū-Inseln konzentrieren. Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die ungefähr 73% der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshū mit 3.776 m über dem Meeresspiegel. Nur in den Regionen Kantō (Großraum Tōkyō) und Kansai (Kyōto - Ōsaka - Kōbe) finden sich größere Ebenen. Beide sind dicht besiedelt und der Standort gleich mehrerer Millionenstädte. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terassenfeldbau kultiviert.

Regionale Einteilung

Hauptartikel: Regionen Japans Japan ist in acht Regionen eingeteilt: Hokkaidō, Tōhoku, Kantō, Chūbu, Kansai, Chūgoku, Shikoku und Kyūshū. Diese Einteilung ist historisch begründet und spielt heutzutage nur eine untergeordnete Rolle. Politisch ist Japan in Präfekturen gegliedert (siehe Politik).

Klima

Aufgrund der Nord-Süd-Ausdehnung des Landes ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprägt, die Inselkette erstreckt sich von der kalt-gemäßigten Klimazone in Hokkaidō, mit kalten und schneereichen Wintern, bis in die Subtropen in Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden - im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer, und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im späten Juni und frühen Juli fällt im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (jap. 梅雨前線 baiu zensen), außerdem ist diese Zeit Taifun-Saison mit bis zu zwanzig Wirbelstürmen jährlich. Japan kann wegen seiner breit gefächerten geographischen Verhältnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:
- Hokkaidō: nicht sonderlich starke Niederschläge, aber während der langen kalten Winter größere Schneeverwehungen
- Japanisches Meer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall. Im Sommer ist diese Region kühler als die pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
- Zentrales Hochland (Chūo-kochi): starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht, geringe Niederschläge
- Seto-Inlandsee: Die Berge der Region Chūgoku und Shikoku halten den Wind auf und führen zu einem ganzjährig milden Klima.
- Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und heiße trockene Sommer
- Nansei-shoto (Ryūkyū-Inseln): Subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Starke Niederschläge vor allem während der Regenzeit, regelmäßig auftretende Taifune. Bild:Klima wakkanai.png|Klimadiagramm Wakkanai (Hokkaidō) Bild:Klima tokio.png|Klimadiagramm Tokio (Honshū) Bild:Klima kagoshima.png|Klimadiagramm Kagoshima (Kyūshū)

Naturerscheinungen

Kyūshū] Japan liegt an der geologischen Bruchzone dreier tektonischer Platten (die Eurasische Platte im Westen und Norden, die Philippinische Platte im Süden und die Pazifische Platte im Osten). Von seinen etwa 240 Vulkanen, die zum pazifischen Feuerring gehören, sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes Kanto-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kōbe 1995). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt. Im Spätsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der Süden und Südwesten Japans von über dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelstürmen heimgesucht wird (z. B. von Tokage im Oktober 2004). In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis (durch unterseeische Erdbeben ausgelöste Flutwellen). Das Land ve