Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Ecdysozoa

Ecdysozoa

Die Häutungstiere (Ecdysozoa) sind ein Überstamm der Urmünder (Protostomia), von A. M. Aguinaldo et al. 1997 primär aufgrund der Sequenzanalyse von 18S-rRNA vorgeschlagen. Der Name ist aus den griechischen Wörtern ecdysis (Häutung) und zoon (Tier) zusammengesetzt. Zu den Häutungstieren zählen folgende Tierstämme:
- Pararthropoda
  - Gliederfüßer (Arthropoda)
  - Bärtierchen (Tardigrada)
  - Stummelfüßer (Onychophora)
- Cycloneuralia
  - Fadenwürmer (Nematoda)
  - Saitenwürmer (Nematomorpha)
  - Hakenrüssler (Kinorhyncha)
  - Priapswürmer (Priapulida)
  - Korsetttierchen (Loricifera) Das Ecdysozoa-Konzept steht in Widerspruch zum älteren Articulaten-Konzept. Im Articulaten-Konzept werden die Pararthropoda mit den Ringelwürmern zusammengefasst, während nach neuer Systematik die Ringelwürmer nicht zu den Häutungstieren, sondern zu den Lophotrochozoen (Lophotrochozoa) gezählt werden. Neben den Sequenzierungsdaten zur rRNA (und anderen Nucleinsäuren) sprechen auch einige gemeinsame morphologische Merkmale für eine Verwandtschaftsgruppe Häutungstiere.
- Cuticula aus organischem Material aufgebaut
- Häutung (Ecdysis), ausgelöst durch Hormone
- dreilagige Cuticula Weitere Merkmale, die bei vielen Häutungstieren auftreten:
- innere Befruchtung bei vielen Arten
- Fehlen von Cilien, die zur Bewegung dienen
- getrennte Geschlechter (Weibchen und Männchen), wenngleich einige Gruppen parthenogenetisch sind und die Männchen im Verlauf der Evolution eingebüßt haben können. Das Ecdysozoa-Konzept löst einige morphologische Probleme, so das Vorkommen eines dreiseitig symmetrischen muskulären Saug-Pharynx bei Bärtierchen (deren Bauplan sehr weitgehend mit dem der Gliederfüßer übereinstimmt) und Fadenwürmern. Die Bauchhärlinge (Gastrotricha) werden oft als Schwestergruppe der Häutungstiere angesehen.

Literatur


- A. M. A. Aguinaldo, J. M. Turbeville, L. S. Linford, M. C. Rivera, J. R. Garey, R. A. Raff, & J. A. Lake: Evidence for a clade of nematodes, arthropods and other moulting animals. Nature 387, 1997, S. 489-493

Weblinks


- http://www.bio2.rwth-aachen.de/teaching/ws02/BO02_11.htm
- http://www.bio2.rwth-aachen.de/teaching/ws02/BO02_13.htm
- http://www.ucmp.berkeley.edu/phyla/ecdysozoa.html
- http://www.palaeos.com/Kingdoms/Animalia/Ecdysozoa.html
- http://chuma.cas.usf.edu/~garey/articulata.html
- http://chuma.cas.usf.edu/~garey/essential.html Kategorie:Wirbellose

Wikipedia:Taxoboxen

ACHTUNG: Die Taxobox-Vorlage hat sich geändert! Bitte hilf mit, alte Taxoboxen durch diese neue zu ersetzen. Bitte keine Taxoboxen nach der alten Vorlage mehr anlegen! ---- Eine Taxobox ist in einem Artikel über ein Taxon (= eine systematisch erfasste und benannte Tier- oder Pflanzengruppe bzw. Tier- oder Pflanzenart) eine Tabelle mit Informationen zur systematischen Einordnung und Unterteilung. Taxoboxen sollten nur für rezente, nicht aber für ausgestorbene Arten angelegt werden. (Arten, die erst in historischer Zeit ausgestorben sind, bilden eine Ausnahme von dieser Regel). Wenn Du mehr über die Gestaltung eines Tier- oder Pflanzenartikels wissen möchtest, solltest Du auch Wikipedia:WikiProjekt Lebewesen und Wikipedia:Leitlinien Biologie lesen. Eine Möglichkeit, Taxoboxen zu erzeugen, ist der [http://vs.aka-online.de/taxoboxomat/ Taxoboxomat].

Übergeordnete Taxa

Es sollen stets die fünf übergeordneten Taxa genannt werden. Bei einer Art könnten dies also die Gattung, die Tribus, die Unterfamilie, die Familie und die Überfamilie sein. Wenn eines dieser Taxa fehlt, rückt statt dessen ein anderes nach. Wenn also zum Beispiel die Tribus fehlt, wird zusätzlich noch die Unterordnung genannt.

Untergeordnete Taxa

Untergeordnete Taxa können, müssen aber nicht in der Taxobox stehen. Wenn sie genannt werden, müssen alle untergeordneten Taxa erwähnt sein und nicht bloß eine Auswahl. Sind es mehr als zehn untergeordnete Taxa, werden sie nicht in der Taxobox, sondern nur im Fließtext genannt. Allgemein ersetzt die Aufführung in der Taxobox nicht die Erwähnung im Fließtext.

Schreibweise der Taxa

Wissenschaftliche Taxonnamen werden nur für Gattung und Art kursiv dargestellt. Der Name einer Gattung wird immer großgeschrieben, der Artname besteht immer aus zwei Bestandteilen: Dem Gattungsnamen, der auch durch (großgeschriebene) Initiale abgekürzt werden kann und dem Artepithet, das immer kleingeschrieben wird.

Wissenschaftlicher Name

Jede Taxobox hat einen Abschnitt "Wissenschaftlicher Name". Hier wird neben dem gültigen Namen der Autor (Erstbeschreiber) und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Bei Pflanzen, Pilzen und Algen entfällt das Jahr der Erstbeschreibung. Nähere Informationen hierzu findet man in den Leitlinien Biologie.

Keine Kommentare in der Taxobox

Alle Unklarheiten die Einordnung und Unterteilung betreffend sollen im Text stehen. Die Taxobox soll von Kommentaren freibleiben. Sie soll auch keine Synonyme, Basionyme und andere alternative Schreibweisen des wissenschaftlichen Namens enthalten.

Bild

Steht ein Bild zur Verfügung, wird es in die Taxobox integriert. In einer Taxobox steht nur ein Bild. Weitere Bilder können außerhalb der Taxobox in den Artikel eingebracht werden. Unter dem Bild wird die Art mit eventuellen Besonderheiten (Weibchen, Winterfell, weiße Morphe etc.) genannt.

Weitere Informationen in der Taxobox

In der Taxobox unterbleiben alle Angaben, die nicht die Systematik betreffen. Angaben zu Größe, Gewicht, Verbreitung, Lebensweise, Bedrohungs- und Schutzstatus, Blütezeit etc. gehören in den Text und nicht in die Taxobox.

Schablone für Copy and Paste

Bitte ersetze alle in Großbuchstaben geschriebenen Wörter durch die Entsprechungen. Noch einfacher ist es, wenn Du die Tabelle aus einem Artikel rauskopierst, in der sie bereits halbwegs ähnlich vorhanden ist.



Taxon-Kategorien im MediaWiki-Namensraum

Dies ist eine Auflistung aller im MediaWiki-Namensraum angelegten Elemente zu den Taxoboxen sowie ihrer Entsprechungen. Diese Kürzel sollen in den Taxoboxen statt des Platzhalters "EINHEIT" eingesetzt werden. Für die Kategorien „Klassifikation“, „Domäne“ sowie „Stammgruppe“ gibt es noch kein besonderes Element, hierfür wird bisher einfach Klassifikation, Domäne bzw. Stammgruppe in die Taxobox eingesetzt.

Beispielhaftes Aussehen einer Taxobox

Beispiel für eine Pflanzenart


Beispiel für eine Tierfamilie


Beispiel für einen Speisepilz


Siehe auch: Portal:Lebewesen/Artikel ohne Taxobox, Portal:Lebewesen/Artikel mit alter Taxobox Taxoboxen Taxoboxen Kategorie:WikiProjekt Lebewesen

Stamm (Biologie)

1. Der Stamm (Phylum) ist eine hierarchische Stufe in der biologischen Systematik, und zwar in der Zoologie und in der Bakteriologie. Er wird manchmal weiter aufgeteilt in Unterstämme (Subphyla Einzahl:Subphylum). Mehrere Stämme werden in manchen Fällen zu einem Überstamm (Superphylum) (einer Stammgruppe) zusammengefasst. Der Stamm steht als Taxon zwischen Reich und Klasse.
- In einigen Systematiken wird das Tierreich zunächst in Abteilungen eingeteilt, die dann in Stämme unterteilt werden. So werden teilweise die Bilateria als Abteilung bezeichnet.
- In der Botanik und Mykologie entspricht dem Stamm (Phylum) dagegen die Abteilung (Divisio).
- In der Bakteriologie wird die Bezeichnung "Stamm" auch für einen Klon benutzt. Siehe auch: Systematik des Tierreiches 2. In der Botanik bezeichnet man als Stamm auch den verholzten Sprossteil eines Baumes. Siehe auch: Spross (Pflanze) Kategorie:Taxonomie ms:Filum th:ไฟลัม

Urmünder

Zu den Urmündern (Protostomia) gehören die Tierstämme mit vollständigem Verdauungstrakt, bei denen in der Embryonalentwicklung des Darmes der Urmund zum Mund wird und der After sekundär durchbricht. Sowohl die Häutungstiere (Ecdysozoa) als auch die Lophotrochozoen (Lophotrochozoa) gehören zu den Urmündern. Typische Urmünder sind beispielsweise
- Häutungstiere (Ecdysozoa)
  - Fadenwürmer (Nematoda)
  - Saitenwürmer (Nematomorpha)
  - Bärtierchen (Tardigrada)
  - Gliederfüßer (Arthropoda), unter anderem mit den Insekten, Spinnentieren, Krebstieren und Skorpionen
- Lophotrochozoen (Lophotrochozoa)
  - Weichtiere (Mollusca), unter anderem mit den Schnecken, Muscheln und Tintenfischen
  - Ringelwürmer (Annelida), unter anderem mit den Regenwürmern
  - Moostierchen (Bryozoa)
  - Armfüßer (Brachiopoda)
- Plattwurmartige (Platyzoa)
  - Plattwürmer (Plathelminthes)
  - Bauchhärlinge (Gastrotricha)
  - Kiefermündchen (Gnathostomulida)
  - Micrognathozoa
  - Rädertierchen (Rotatoria)
  - Cycliophora
  - Kratzwürmer (Acanthocephala) Siehe auch: Neumünder (Deuterostomia) und Systematik des Tierreiches Kategorie:Wirbellose

1997

Ereignisse

Jahreswidmungen


- Der Frauentäubling (Russula cyanoxantha) ist Pilz des Jahres (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
- Der Buntspecht (Dendrocopos major) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Eberesche (Sórbus aucupária) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Das Wanzen-Knabenkraut (Orchis coriophora) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
- Der Alpensteinbock (Capra ibex) ist Tier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)

Politik


- 1. Januar: Arnold Koller wird Bundespräsident der Schweiz
- 15. Januar: Andorra wird in die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgenommen
- 16. Januar: Yahya A.J.J. Jammeh wird Staats- und Regierungspräsident in Gambia
- 19. Januar: Bulgarien. Petar Stojanov wird Staatspräsident
- 21. Januar: Deutschland und Tschechien unterzeichnen die deutsch-tschechische Aussöhnungserklärung
- 3. Februar: Pakistan. Erneute Auflösung des Parlaments
- 4. Februar: Südafrika bekommt eine neue Verfassung
- 8. Februar: Vorgezogene Parlamentswahlen in Nauru
- 13. Februar: Vorgezogene Präsidentschaftswahlen in Nauru. Neuer Präsident wird Kinza Clodumar
- 17. Februar: Bulgarien stellt den Antrag auf Vollmitgliedschaft in der NATO
- 21. Februar: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Lettland
- 1. März: Albanien: Die Regierung unter Präsident Sali Berisha tritt zurück
- 14. März: Evakuierungsmaßnahme der Bundeswehr in AlbanienOperation Libelle
- 1. April: Konteradmiral Rudolf Lange wird Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, nachdem sein Vorgänger wegen der Roeder-Affaire um den Auftritt des bekannten Geschichtsrevisionisten Manfred Roeder zurücktreten musste
- 9. April: Erstmals tagen die Abgeordneten in Angola
- 11. April: Bildung der Regierung in Angola
- 11. April: Entsendung einer internationalen Schutztruppe nach Albanien im Auftrag der OSZE
- 13. April: Präsidentschaftswahlen in Mali
- 27. April: Zweite demokratische Wahlen im Jemen
- 1. Mai: Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Slowakei
- 1. Mai: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Slowakei. In Kraft seit dem 28. Mai 1998
- 21. Mai: Bulgarien. Ivan Kostov wird Ministerpräsident
- 21. Mai: Unterzeichnung der Versöhnungserklärung zwischen Polen und Ukraine
- 23. Mai: Regierungspräsident im Iran wird Hodschatoleslam Seyed Mohammad Khatami
- 27. Mai: Die NATO-Russland-Grundakte wird in Paris, Frankreich, unterzeichnet
- 2. Juni: Bundeswahlen in Kanada
- 6. Juni: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Finnland
- 11. Juni: Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Thüringen
- 20. Juni: Natsagiin Bagabandi wird Staatspräsident der Mongolei
- 29. Juni: Albanien. Erste Neuwahlen nach den Unruhen
- 1. Juli: Großbritannien wird wieder Mitglied in der UNESCO
- 1. Juli: Rückgabe von Hongkong an die Volksrepublik China
- 5. Juli: Staatsstreich in Kambodscha. Viele Politiker gehen ins Exil
- 6. Juli: Bundeskongresswahlen in Mexiko
- 8. Juli: Unterzeichnung der NATO-Ukraine-Charta
- 9. Juli: Mazedonien. Unruhen in Gostivar und Tetovo
- 12. Juli: Berlin. Als Protest gegen musikalische Ausgrenzung und Kommerzialisierung der Love Parade kommt es zur Hateparade, aus der sich später die Demonstration Fuckparade entwickelt
- 14. Juli: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Polen. In Kraft seit dem 4. Januar 1999
- 22. Juli: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Litauen
- 23. Juli: Laos wird Mitglied der ASEAN (Assoziation südostasiatischer Staaten]
- 25. Juli: In Indien wird mit Kocheril Raman Narayanan erstmals ein Kastenloser Staatspräsident
- 6. August: Bolivien. Hugo Banzer wird Präsident
- 28. August: Armenien und Russland unterzeichnen Freundschaftsvertrag
- 28. August: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Turkmenistan. In Kraft seit dem 19. Juni 2002
- 1. September: Finnland. Veränderung der Verwaltungsstrukturen
- 1. September: Eröffnung des Deutschen Gymnasiums Tallinn, Estland
- 16. September: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Mongolei. In Kraft seit dem 15. Juni 1998
- 18. September: Terroranschlag auf Touristen vor dem Ägyptischen Museum in Kairo, Ägypten
- 21. September: Parlamentswahlen in Polen
- 7. Oktober: Inkrafttreten der neuen Verfassung in Polen
- 12. Oktober: Kamerun. Paul Biya wird im Amt als Staatspräsident bestätigt
- 16. Oktober: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Mazedonien. In Kraft seit dem 13. Januar 1999
- 17. Oktober: Neue Verfassung in Polen
- 29. Oktober: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängt Sanktionen gegen Angola
- 30. Oktober: Mary McAleese wird Staatspräsidentin von Irland
- 31. Oktober: Lesotho. Letsie III. wird als König gekrönt
- 7. November: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Australien. In Kraft seit dem 15. Juni 2000
- 17. November: Terroranschlag auf Touristen vor dem Hatschepsut-Tempel in Luxor, Ägypten
- 26. November: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Kasachstan
- 1. bis 10. Dezember: In Kyoto (Japan) findet eine internationale Klimakonferenz statt, auf der sich die Industrieländer verpflichten, ihre Treibhausgas-Emissionen zu senken
- 10. Dezember: Kasachstan. Umbenennung der Hauptstadt Akmola in Astana
- 10. Dezember: Kasachstan. Akmola wird neue Hauptstadt
- 17. Dezember: Chile wird assoziiertes Mitglied des Mercosur
- 19. Dezember: Parlamentswahlen in Dschibuti
- 22. Dezember: Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Mecklenburg-Vorpommern
- 27. Dezember: Oman, Einführung des Oamnischen Rates

Katastrophen

Oman
- 9. Januar: Detroit, USA. Absturz einer Embraer EMB 120 beim Anflug. Alle 29 Menschen starben
- 21. Januar: Ein Erdbeben der Stärke 5,9 in der Provinz Xinjiang, Volksrepublik China. 12 Tote
- 1. Februar: Bei Tambacoumba, Senegal stürzte ein Flugzeug der Air Senegal ab. Von den 52 an Bord befindlichen Menschen kamen 23 ums Leben
- 2. Februar: Angola. Eine CASA 212 der Angolanischen Luftwaffe verunglückte auf einem Inlandsflug, wobei alle 37 Insassen starben
- 4. Februar: Israel. Kollision zweier Militär-Hubschrauber. Alle 73 Menschen starben
- 24. Februar: Ein Erdbeben der Stärke 6,5 in Turkmenistan und Iran. 100 Tote
- 27. Februar: Ein Erdbeben der Stärke 7,1 in Pakistan. 60 Tote
- 28. Februar: Ein Erdbeben der Stärke 6,1 in Armenien und Aserbaidschan; ca. 1.100 Tote
- 13. März: Iran. Bei Dezful stürzte eine Lockheed C-130 Hercules der Iranischen Luftwaffe ab. 86 Menschen kamen dabei um
- 18. März: Der Rumpf einer russischen Antonow An-24-Chartermaschine bricht während eines Fluges in die Türkei auseinander. 50 Personen sterben, und der Flugzeugtyp erhält Flugverbot
- 8. Mai: Shenzhen, Volksrepublik China. Notlandung einer Boeing 737 der China Southern Airlines bei schlechtem Wetter. 35 der 74 Personen an Bord starben
- 19. März: Ein Erdbeben der Stärke 4,9 in Pakistan. 15 Tote
- 10. Mai: Erdbeben der Stärke 7,5 im Iran, 1.560 Tote
- 21. Mai: Ein Erdbeben der Stärke 5,8 im Süden Indiens. 38 Tote
- 6. Juni: Kinshasa, Demokratische Republik Kongo. Absturz einer Vickers Viscount direkt nach dem Start. 23 Menschen starben
- 9. Juli: Ein Erdbeben der Stärke 7,0 in der Nähe der Küste von Venezuela. 81 Tote
- 17. Juli: Bandung, Indonesien. Eine Fokker F-27, auf dem Flug nach Jakarta, stürzte etwa 12 km nach dem Start ab. 28 Menschen starben, 22 wurden gerettet
- 21. Juli: Ein Erdbeben der Stärke 5,0 in Südafrika. 15 Tote
- 6. August: Agana, Guam. Absturz einer Boeing 747 der Korean Air, etwa 5 km vor dem Flughafen. 228 Menschen starben, 26 konnten gerettet werden
- 3. September: Phnom Penh, Kambodscha. Eine Tupolew Tu-134 der Vietnam Airlines stürzte ab. 65 Menschen starben. Ein Baby hat überlebt
- 13. September: Namibia. Kollision einer Tupolew Tu-154 der Deutschen Luftwaffe mit einer Lockheed C-141 Starlifter der US-Luftwaffe über dem Atlantik, rund 120 km westlich von Namibia. Alle 24 Menschen an Bord der Tupolew und alle 9 der Starlifter starben
- 26. September: Nähe Medan, Sumatra, Indonesien. Absturz eines Airbus A300 der Garuda Indonesia. Alle 234 Menschen an Bord starben
- 26. September: Zwei Erdbeben der Stärke 5,4 und 5,6 in Umbrien und Marken (Italien). Betroffene Städte: Assisi und Perugia. 11 Tote
- 28. September: Ein Erdbeben der Stärke 5,9 auf Sulawesi, Indonesien. 18 Tote
- 10. Oktober: Uruguay. Absturz einer argentinischen Douglas DC-9 bei Gewitter. Alle 74 Menschen starben
- 21. November: Ein Erdbeben der Stärke 6,1 in Indien und Bangladesch. 23 Tote
- 5. Dezember: Irkutsk, Russland. Eine Antonow An-124-Frachtmaschine stürzte unmittelbar nach dem Start in ein Wohngebiet. Mehrere Häuser wurden durch das anschließende Feuer vernichtet. 85 Menschen starben
- 15. Dezember: Sharjah, Vereinigte Arabische Emirate. Absturz einer Tupolew Tu-154, aus Tadschikistan kommend. Von den 86 Insassen überlebte nur einer
- 17. Dezember: Griechenland. Absturz einer ukrainischen Jakowlew Jak-42. Alle 70 Menschen an Bord starben
- 19. Dezember: Sumatra, Indonesien. Absturz einer Boeing 737 der Silk Air aus Singapur. Alle 104 Menschen an Bord starben

Wissenschaft/Technik


- 24. Februar: Das im vergangenen Sommer geborene geklonte Schaf Dolly wird der Öffentlichkeit vorgestellt
- 9. März: Totale Sonnenfinsternis im Osten Sibiriens
- 4. Juli: Die Sonde Pathfinder mit dem Geländewagen Sojourner landet auf dem Mars
- 18. September: Der erste Zeppelin NT belebt nach fast 60 Jahren die Zeppelin-Luftschifffahrt am Bodensee neu

Gesellschaft

Luftschiff
- 6. September: Am Trauerzug für die tödlich verunglückte Lady Di nehmen in London zwei bis drei Millionen Menschen teil
- Oktober: In Bilbao eröffnet das Guggenheim-Museum
- Dezember: Höhepunkt des bundesweiten Studentenstreiks

Kultur


- Joanne K. Rowling: Harry Potter und der Stein der Weisen
- Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel feiert 50. Geburtstag
- 21. November: Ein Niederländer zerstört im Stedelijk-Museum in Amsterdam das Gemälde „Cathedra“ von Barnett Newman mit einem Messer
- Gründung der Transport Protocol Experts Group

Sport

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- Borussia Dortmund gewinnt das Endspiel der UEFA Champions League am 28.Mai in München durch Tore von Karl-Heinz Riedle (2) und Lars Ricken mit 3:1 Toren gegen die italienische Mannschaft von Juventus Turin
- Der FC Schalke 04 gewinnt den UEFA-Cup im Elfmeterschießen im Giuseppe-Meazza-Stadion gegen Inter Mailand mit 3:1 Toren, nachdem die beiden vorherigen Spiele nach 90 bzw. 120 Minuten jeweils 1:0 von der gastgebenden Mannschaft für sich entschieden wurden
- Jan Ullrich gewinnt als erster Deutscher die Tour de France. Er war mit 23 Jahren zugleich einer der jüngsten Sieger des härtesten Radrennens der Welt

Sonstiges


- 30. November: Das Funknavigationssystem OMEGA wird abgeschaltet

Geboren


-

Gestorben


- 1. Januar: Hans-Martin Majewski, deutscher Komponist (
- 1911)
- 1. Januar: Aenne Brauksiepe, eine deutsche Politikerin (
- 1912)
- 1. Januar: Caspar Diethelm, Schweizer Komponist und Dirigent (
- 1926)
- 1. Januar: Townes Van Zandt, US-amerikanischer Songwriter (
- 1944)
- 2. Januar: Randy California, US-amerikanischer Gitarrist (
- 1951)
- 3. Januar: Karl Mewis, SED-Funktionär und Vorsitzender der Staatlichen Plankommission in der DDR (
- 1909)
- 5. Januar: André Franquin, belgischer Comiczeichner (
- 1924)
- 5. Januar: Vero Wynne-Edwards, britischer Zoologe, Begründer der Ökologie (
- 1906)
- 8. Januar: Melvin Calvin, US-amerikanischer Chemiker und Biochemiker (
- 1911)
- 9. Januar: Edward Osóbka-Morawski, polnischer Politiker und Ministerpräsident (
- 1909)
- 10. Januar: Alexander Robert Todd, britischer Chemiker, Nobelpreisträger (
- 1907)
- 12. Januar: Charles Brenton Huggins, kanadisch-US-amerikanischer Chirurg (
- 1901)
- 15. Januar: Helenio Herrera, argentinischer Fußballtrainer (
- 1916)
- 16. Januar: Juan Landázuri Ricketts, Erzbischof von Lima und Kardinal (
- 1913)
- 17. Januar: Clyde Tombaugh, US-amerikanischer Astronom und Entdecker des Planeten Pluto (
- 1906)
- 20. Januar: Albín Brunovský, slowakischer Grafiker und Maler (
- 1935)
- 28. Januar: Mikel Koliqi, Kardinal der römisch-katholischen Kirche (
- 1902)
- 31. Januar: Heiner Carow, deutscher Regisseur und Vizepräsident der Akademie der Künste der DDR (
- 1929)
- 2. Februar: Erich Eliskases, österreichischer und argentinischer Schachmeister (
- 1913)
- 2. Februar: Martin Mußgnug, deutscher Politiker (
- 1936)
- 3. Februar: Alfons Bauer, deutscher Komponist volkstümlicher Musik und Zitherspieler (
- 1920)
- 3. Februar: Bohumil Hrabal, tschechischer Schriftsteller (
- 1914)
- 9. Februar: Brian Connolly, schottischer Musiker (
- 1945)
- 13. Februar: Thies Christophersen, gehörte der Gruppe der Revisionisten an (Holocaustleugner) (
- 1918)
- 16. Februar: Chien-Shiung Wu, chinesisch-amerikanische Physikerin (
- 1912)
- 17. Februar: Bärbel Inhelder, Schweizer Entwicklungspsychologin (
- 1913)
- 17. Februar: Amha Selassie I., Kronprinz von Äthiopien (
- 1916)
- 17. Februar: Darcy Ribeiro, brasilianischer Anthropologe, Politiker, und Schriftsteller (
- 1922)
- 19. Februar: Deng Xiaoping, chinesischer Politiker (
- 1904)
- 19. Februar: Dieter Hasselblatt, Hörspielredakteur, Autor (
- 1926)
- 21. Februar: Josef Posipal, deutscher Fußballspieler (
- 1927)
- 23. Februar: Tony Williams, US-amerikanischer Jazz-Schlagzeuger (
- 1945)
- 25. Februar: Ugo Poletti, Erzbischof von Spoleto und Kardinal der römisch-katholischen Kirche (
- 1914)
- 27. Februar: Fritz Eschmann, deutscher Bundestagsabgeordneter (
- 1906)
- 4. März: Carey Loftin, US-amerikanischer Schauspieler und Stuntman (
- 1914)
- 6. März: Cheddi Jagan, Politiker, Guyana (
- 1918)
- 7. März: Martin Kippenberger, deutscher Maler und Installationskünstler (
- 1953)
- 7. März: Edward Mills Purcell, US-amerikanischer Physiker (
- 1912)
- 9. März: Vera Ferra-Mikura, österreichische Kinder- und Jugendbuchautorin (
- 1923)
- 9. März: The Notorious B.I.G., US-amerikanischer Rapper (
- 1972)
- 10. März: LaVern Baker, schwarze Rhythm and Blues-Sängerin (
- 1928)
- 14. März: Fred Zinnemann, US-amerikanischer Filmregisseur (
- 1907)
- 14. März: Jurek Becker, deutscher Schriftsteller (
- 1937)
- 15. März: Victor Vasarely, französischer Maler und Grafiker (
- 1908)
- 18. März: Wladimir Lindenberg, russischstämmiger Arzt (
- 1902)
- 19. März: Jacques Foccart, französischer Politiker (
- 1913)
- 20. März: Carlo Fassi, Eiskunstläufer und Trainer (
- 1929)
- 26. März: Otto John, erster Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (
- 1909)
- 27. März: Ella Maillart, Schweizer Sportlerin und Reiseschriftstellerin (
- 1903)
- 28. März: Helmut Grashoff, langjähriger Manager von Borussia Mönchengladbach (
- 1928)
- 31. März: Lyman Spitzer, US-amerikanischer Astronom und Physiker (
- 1914)
- 31. März: Friedrich Hund, deutscher Physiker (
- 1896)
- 4. April: Alparslan Türkeş, türkischer Soldat und Politiker (
- 1917)
- 6. April: Stephan Hermlin, deutscher Schriftsteller (
- 1915)
- 6. April: Jack Kent Cooke, kanadischer Unternehmer, Besitzer diverse Profiteams (
- 1912)
- 9. April: Yank Rachell, US-amerikanischer Blues-Musiker (
- 1910)
- 10. April: Toshiro Mayuzumi, japanischer Komponist und Professor (
- 1929)
- 10. April: Erik Blumenfeld, deutscher Kaufmann und Politiker der CDU (
- 1915)
- 10. April: Martin Schwarzschild, US-amerikanischer Astrophysiker (
- 1912)
- 14. April: Gerda Christian, Privatsekretärin von Adolf Hitler (
- 1913)
- 16. April: Roland Topor, französischer Autor, Schauspieler und Maler (
- 1938)
- 17. April: Chaim Herzog, Präsident Israels (
- 1918)
- 18. April: Herbert Czaja, deutscher Politiker (
- 1914)
- 20. April: Otto Wilhelm von Vacano, Klassischer Archäologe mit Schwerpunkt Etruskologie (
- 1910)
- 24. April: Werner Metzen, deutscher Unternehmer (
- 1946)
- 25. April: Brian May (Australien), ein Komponist für Filmmusik (
- 1934)
- 27. April: Dulce Maria Loynaz, kubanische Dichterin (
- 1903)
- 28. April: Peter Murray Taylor, Lord Chief Justice of England and Wales (1992–1996) (
- 1930)
- 2. Mai: Heinz Ellenberg, Biologe, Botaniker, Landschaftsökologie (
- 1913)
- 2. Mai: Paulo Freire, Pädagoge, Jurist, Historiker, Philosoph (
- 1921)
- 2. Mai: John Carew Eccles, australischer Physiologe (
- 1903)
- 2. Mai: Alfred Day Hershey, US-amerikanischer Biologe (
- 1908)
- 3. Mai: Narciso Yepes, klassischer Gitarrist (
- 1927)
- 8. Mai: Joachim Angermeyer, deutscher Politiker (
- 1923)
- 8. Mai: Kai-Uwe von Hassel, deutscher Politiker (
- 1913)
- 19. Mai: Troy Ruttman, Rennfahrer (
- 1930)
- 20. Mai: Virgilio Barco Vargas, Politiker und Präsident der Republik Kolumbien (
- 1921)
- 20. Mai: Richard Leising, deutscher Lyriker (
- 1934)
- 23. Mai: James Lee Byars, US-amerikanischer Künstler (
- 1932)
- 24. Mai: Edward Mulhare, Schauspieler (
- 1923)
- 26. Mai: Manfred von Ardenne, deutscher Naturwissenschaftler (
- 1907)
- 28. Mai: Ronald V. Book, US-amerikanischer Informatiker (
- 1937)
- 29. Mai: Jeff Buckley, US-amerikanischer Sänger und Gitarrist (
- 1966)
- 29. Mai: Victor Kirst, Politiker, Mitglied des Deutschen Bundestages von 1969 bis 1976 (
- 1925)
- 30. Mai: Béla Barényi, Konstrukteur des VW Käfer, Nestor der passiven Sicherheit im Automobilbau (
- 1907)
- 1. Juni: Nikolai Alexandrowitsch Tichonow, sowjetischer Politiker (
- 1905)
- 1. Juni: Fred Rauch, Sänger, Texter sowie Radio-moderator (
- 1909)
- 2. Juni: Helen Jacobs, US-amerikanische Tennisspielerin (
- 1908)
- 3. Juni: Marta Schanzenbach, deutsche Politikerin (
- 1907)
- 11. Juni: Kurt Stöpel, deutscher Radrennfahrer (
- 1908)
- 12. Juni: Bulat Schalwowitsch Okudschawa, russischer Dichter und Liedermacher (
- 1924)
- 14. Juni: Helmut Fischer, deutscher Schauspieler (
- 1926)
- 18. Juni: Lew Sinowjewitsch Kopelew, russischer Schriftsteller (
- 1912)
- 20. Juni: John Akii-Bua, Leichtathlet (
- 1949)
- 22. Juni: Peter Woydt, Berliner Sportjournalist
- 23. Juni: Betty Shabazz, Witwe von Malcolm X (
- 1936)
- 25. Juni: Adolf Kabatek, Geschäftsführer Ehapa (
- 1931)
- 25. Juni: Jacques-Yves Cousteau, französischer Meeresforscher (
- 1910)
- 28. Juni: Helmut Leherbauer, österreichischer Maler (
- 1933)
- 1. Juli: Robert Mitchum, US-amerikanischer Schauspieler (
- 1917)
- 1. Juli: Gerd Wiltfang, deutscher Springreiter, WM-Sieger 1978 (
- 1946)
- 3. Juli: Johnny Copeland, US-amerikanischer Bluesmusiker (
- 1937)
- 5. Juli: Miguel Najdorf, Schachgroßmeister (
- 1910)
- 7. Juli: Heino Jaeger, deutscher Maler, Graphiker und Satiriker (
- 1938)
- 11. Juli: Erwin Seeler, deutscher Fußballspieler (
- 1910)
- 12. Juli: Raimund Weissensteiner, österreichischer Priester und Komponist (
- 1905)
- 12. Juli: François Furet, französischer Historiker (
- 1927)
- 18. Juli: Eugene Shoemaker, US-amerikanischer Astronom (
- 1928)
- 21. Juli: Ernst Majonica, deutscher Politiker (
- 1920)
- 23. Juli: Chuhei Nambu, japanischer Leichtathlet und Olympiasieger (
- 1904)
- 24. Juli: Frank Parker, US-amerikanischer Tennisspieler (
- 1916)
- 25. Juli: Ben Hogan, US-amerikanischer Golfspieler (
- 1912)
- 26. Juli: Kunihiko Kodaira, japanischer Professor der Mathematik (
- 1915)
- 27. Juli: Gerhard Baumgärtel, Oberbürgermeister von Weimar und Minister der DDR (
- 1931)
- 28. Juli: Seni Pramoj, thailändischer Premierminister (
- 1905)
- 30. Juli: Bao Dai, letzter Kaiser von Vietnam (
- 1913)
- 1. August: Swjatoslaw Teofilowitsch Richter, sowjetischer Pianist. (
- 1915)
- 2. August: Paul Kurzbach, deutscher Komponist (
- 1902)
- 2. August: James Krüss, deutscher Schriftsteller und Dichter (
- 1926)
- 3. August: William S. Burroughs, US-amerikanischer Schriftsteller (
- 1914)
- 4. August: Jeanne Calment, Mensch mit der bisher (wissenschaftlich bestätigt) längsten Lebensspanne (
- 1875)
- 6. August: Jürgen Kuczynski, deutscher Historiker und Wirtschaftswissenschaftler (
- 1904)
- 6. August: Elisabeth Höngen, deutsche Sängerin (Mezzosopran) (
- 1906)
- 10. August: Conlon Nancarrow, mexikanischer Komponist US-amerikanischer Herkunft (
- 1912)
- 12. August: Luther Allison, US-amerikanischer Blues-Gitarrist (
- 1939)
- 16. August: Nusrat Fateh Ali Khan, pakistanischer Musiker (
- 1948)
- 24. August: Werner Abrolat, deutscher Schauspieler (
- 1924)
- 24. August: Luigi Villoresi, Formel-1-Rennfahrer (
- 1909)
- 25. August: Robert Pinget, Schweizer Schriftsteller (
- 1919)
- 27. August: Eduard Heilingsetzer, österreichischer Politiker und Minister (
- 1905)
- 28. August: Frank Bencriscutto, US-amerikanischer Komponist und Musikpädagoge (
- 1928)
- 30. August: Dodi Fayed, Millionärssohn (
- 1955)
- 30. August: Ernst Willimowski, deutsch-polnischer Fußballspieler (
- 1916)
- 31. August: Diana Frances Spencer, Ehefrau des englischen Thronfolgers Prince Charles (
- 1961)
- 1. September: Karl Berg (Erzbischof), österreichischer Erzbischof (
- 1908)
- 2. September: Viktor Frankl, Neurologe und Psychiater, Begründer der Logotherapie und der Existenzanalyse (
- 1905)
- 4. September: Aldo Rossi, Architekt und Designer im 20. Jahrhundert (
- 1931)
- 5. September: Georg Solti, ungarischer Dirigent (
- 1912)
- 5. September: Mutter Teresa, Gründerin einer Hilforganisation (
- 1910)
- 7. September: Mobutu Sese Seko, Präsident von Zaire (
- 1930)
- 17. September: Red Skelton, US-amerikanischer Schauspieler und Komiker (
- 1913)
- 17. September: Jan Peder Syse, norwegischer konservativer Politiker (
- 1930)
- 20. September: Gerhard Menzel, Enkel von Carl Menzel und Unternehmer in der Glasindustrie (
- 1911)
- 20. September: Kurt Gloor, Schweizer Filmregisseur (
- 1942)
- 25. September: Jean Françaix, französischer Pianist und Komponist (
- 1912)
- 27. September: Rolf Ulrici, deutscher Schriftsteller (
- RNA, die in Ribosomen vorkommt. Die rRNA ist wie die tRNA eine Non-coding RNA und trägt somit keine genetische Information, die in Proteine umgeschrieben wird, sondern ist am Aufbau und der enzymatischen Aktivität des Ribosoms beteiligt. Die Synthese der rRNA erfolgt wie bei allen RNAs durch Transkription an der DNA. Die Unterschiede in der Nukleotidsequenz der rRNA bei verschiedenen Organismen können wichtige Aufschlüsse über die Abstammung der Lebewesen (Evolutionstheorie) geben. So ist die derzeit aktuelle Einteilung der Urmünder (Protostomia), der artenreichsten Tiergruppe in Häutungstiere (Ecdysozoa) (u.a. Insekten, Fadenwürmer (Nematoda) etc.) und Lophotrochozoen (Lophotrochozoa) (u.a. Weichtiere, Ringelwürmer) vor allem anhand von Untersuchungen der 18S-rRNA der Ribosomen entwickelt worden. Im eukaryotischen Ribosom befinden sich vier verschiedene rRNAs. Die 5S-(ca. 120 Nukleotide), die 5,8S- (ca. 160 Nukleotide) und die 28S-rRNA (ca. 4718 Nukleotide) sind Bestandteile der 60S Ribosomen-Untereinheit. Die 18S-rRNA (ca. 1874 Nukleotide) ist hingegen Bestandteil der 40S-Untereinheit des Ribosoms. Im Gegensatz zur 5S-rRNA liegen die Sequenzen der 5,8S-; 18S-, und 28S-rRNAs in Clustern vor, d.h., dass sie zusammen als ein Strang transkribiert werden und in der resultierenden Prä-rRNA alle drei rRNAs enthalten sind. Das Primärtranskript wird dann durch snoRNP (small nucleolar ribonucleoproteins, hier guide-RNAs) vermittelte Prozessierung in die reifen rRNAs überführt. Die Transkription der so gereiften rRNA wird von der RNA-Polymerase I übernommen, während die 5S-rRNA direkt von der RNA-Polymerase III transkribiert wird. Die 5S-rRNA ist das einzige bekannte Genprodukt, welches ohne weitere Prozessierung (Veränderung) direkt weiterverwendet wird. Die Synthese der rRNA findet in den Nucleoli statt, in dem sie auch später in die Ribosomen eingebaut wird. Kategorie:Nukleinsäure Kategorie:Genetik Kategorie:Chemische Verbindung Kategorie:Zellbiologie ja:RRNA ko:RRNA

Häutung

Der Begriff Häutung kann verschieden Bedeutungen haben:

Biologie

Hier ist ein Vorgang in der Entwicklung von Gliederfüßern und Reptilien gemeint. Er ist hormonell gesteuert. Da sich bei diesen Tieren die Außenhülle während des Wachstums nicht kontinuierlich den neuen Größenverhältnissen anpassen kann, muss in bestimmten Zeitabständen die alte Hülle abgestoßen werden. Darunter liegt bereits die neue, größere Hülle vor, die bereits nach kurzer Zeit aushärtet und ihre Schutzfunktion erfüllen kann. Bei den Insekten ist mit den einzelnen Häutungen oft auch ein Gestaltwandel (Metamorphose) verbunden.

Rohstoffgewinnung

Hier versteht man unter Häuten das Abziehen der Haut (Oberhaut und Lederhaut) von getöteten Tieren zur Ledergewinnung. Kategorie:Haut ja:脱皮

Tiere

Wissenschaftlich bilden die Tiere ein Reich der Domäne der Eukaryoten. Das Tierreich ist in diverse Untergruppen untergliedert, darunter auch die Stämme, die auch Phyla genannt werden. Die Naturwissenschaft von den Tieren ist die Zoologie. Tiere sind Lebewesen, die ihre Energie nicht durch Photosynthese gewinnen, sondern sich von anderen tierischen oder pflanzlichen Organismen ernähren und Sauerstoff zur Atmung benötigen. Die meisten Tiere sind ortsbeweglich und mit Sinnesorganen ausgestattet. Naturwissenschaftlich gesehen ist auch der Mensch als Tier zu betrachten. Die Verhaltensbiologie hat gezeigt, dass höher entwickelte Tiere sich komplizierterer Verhaltensmuster und gewisser Zeichensysteme bedienen (Tiersprache). Auch zu abstraktem Denken zeigen sich neben dem Menschen einige Tierarten zumindest in Ansätzen fähig. Außer dem Menschen sind allerdings keine Tierarten bekannt, die in der Lage sind, hochentwickelte Kulturen hervorzubringen. Die in den meisten Sprachen übliche Unterscheidung zwischen Mensch und Tier ist wissenschaftlich gesehen jedoch nicht haltbar. Zum Verhältnis des Menschen zu anderen Tieren („Mensch-Tier-Verhältnis“) siehe auch Philosophische Anthropologie. Meist werden die Tiere heute mit den Vielzellern gleichgesetzt. Traditionell werden jedoch auch eine ganze Gruppe von Einzellern, die Protozoa zu den Tieren gerechnet. Dies kann biologisch allerdings nicht mehr gerechtfertigt werden. Die mit den eigentlichen Vielzellern am engsten verwandte Gruppe sind die Kragengeißeltierchen (Choanoflagellata). Sie werden in dieser Systematik mit zu den Tieren gezählt. Die evolutionäre Schwestergruppe der Tiere sind dann interessanterweise die Pilze, die traditionell zu den Pflanzen gerechnet wurden. Tiere (in dieser Definition) und Pilze zusammen werden auch als Opisthokonthen bezeichnet.

Tiere und der Mensch

Tiere werden vom Menschen seit frühesten Zeiten verehrt, bekämpft und auch als Nutz- oder Haustiere gehalten. Der Mensch unterscheidet je nach dem gegenseitigen Verhältnis:
- Heilige Tiere
- Wildtiere
- Nutztiere, (Vieh, Zugtiere, Schlachttiere)
- Haustiere
- Schädlinge und Nützlinge Heilige Tiere können lebendige Manifestationen von Tiergöttern sein, die beispielsweise im Alten Ägypten vielfach verehrt wurden. Im Verlauf von rituellen Handlungen können Tiere auch als Opfer dienen. Siehe auch: Systematik des Tierreiches, Rekorde im Tierreich, seltene und endemische Tiere Deutschlands

Weitere Informationen

Weblinks


- [http://Das-Tierlexikon.de Tierlexikon]
- [http://Tierwissen.de Tierwissen] ! ja:動物 ko:동물 ms:Haiwan simple:Animal th:สัตว์ zh-min-nan:Tōng-bu̍t

Bärtierchen

Die Bärtierchen (Tardigrada) bilden einen Tierstamm innerhalb der Häutungstiere (Ecdysozoa). Die meist weniger als einen Millimeter großen achtbeinigen Tiere erinnern durch ihr Aussehen und ihre etwas tapsig wirkende Fortbewegungsweise etwas an Teddybären in Miniaturversion, was ihnen auch ihren deutschen Namen eingetragen hat. Sie leben weltweit im Meer, Süßwasser oder in feuchten Lebensräumen an Land; besonders häufig findet man sie dort in Mooskissen. Eine bemerkenswerte Eigenschaft der Tiere ist die Kryptobiose, ein todesähnlicher Zustand, in dem sie extremste Umweltbedingungen überdauern können. Bärtierchen können sich sowohl vom Inhalt von Pflanzenzellen ernähren als auch räuberisch von kleinen Tieren wie Fadenwürmern oder Rädertierchen leben, die sie dazu anstechen und aussaugen. Sie pflanzen sich meist geschlechtlich fort; manche Arten vermehren sich aber auch parthenogenetisch, das heißt, ohne Beteiligung von Männchen; die Eier der Weibchen entwickeln sich in diesem Fall ohne Befruchtung. Die nächsten Verwandten der Bärtierchen sind vermutlich Glieder- (Arthropoda) und Stummelfüßer (Onychophora), mit denen sie das Taxon Panarthropoda bilden.

Aufbau

Die Größe von Bärtierchen liegt zwischen 50 Mikrometern bei einigen Jungtieren und 1,5 Millimetern bei einer Art der Gattung Macrobiotus, beträgt normalerweise aber etwa 100 bis 500 Mikrometer, so dass die Tiere zur Meiofauna gezählt werden. Sie haben einen relativ plumpen, zylindrisch geformten Körper, der bauchseitig abgeflacht ist und oberflächlich gesehen aus vier Körpersegmenten mit je einem Beinpaar und einem Kopfsegment zu bestehen scheint. Dieser äußere, durch Querfalten in der äußersten Hautschicht hervorgerufene Eindruck ist allerdings irreführend: Der nur wenig vom Rest des Körpers abgesetzte und differenzierte Kopf besteht wahrscheinlich nicht aus einem, sondern aus drei miteinander verwachsenen Segmenten, der Körper könnte dagegen nicht aus vier, sondern möglicherweise aus fünf Teilen zusammengesetzt sein. Meereslebende Arten sind meist farblos oder unauffällig weiß bis grau gefärbt, während sich bei land- und süßwasserlebenden Formen oft bunte Farben wie Rot, Gelb, Grün, Rosa, Lila oder Schwarz finden. Die Färbung wird entweder durch Pigmente in der Außenhaut, der Cuticula, oder durch den farbigen Inhalt der Leibeshöhle, des Hämocoeloms oder des Darms hervorgerufen. Oft wandern auch Farbstoffe aus letzterem in das Hämocoelom und werden von dort aus in der Cuticula abgelagert. Charakteristischerweise sind viele Gewebe der Bärtierchen eutelisch, das heißt, die Zahl der Zellen, aus denen sie bestehen, ist genetisch festgelegt. Größenwachstum kann daher nicht durch eine Vermehrung der Zellenanzahl, sondern nur durch ein Wachstum der individuellen Zellen selbst erfolgen. Eutelie findet sich häufig bei Tieren mit geringer Körpergröße, die vermutlich auch für die bei allen Bärtierchen-Arten geringe Genomgröße verantwortlich ist: Sie zählt zu den kleinsten, die sich bei wirbellosen Tieren finden lässt. Das mitochondriale Genom einer Art, von dem man sich Hinweise auf die Stammesgeschichte der Gruppe erhofft, ist nahezu vollkommen entziffert und umfasst etwa 17.000 Basenpaare.

Extremitäten

An vier Rumpfsegmenten entspringt am linken und rechten Rand der Bauchseite (ventrolateral) je ein „Stummelbein“, eine gelenklose Ausstülpung des Rumpfes, wie sie sich auch bei der verwandten Gruppe der Stummelfüßer findet. Gelegentlich werden einzelne Regionen des Beines unterschieden, die man dann als Coxa, Femur, Tibia oder Tarsus bezeichnet. Da die Beine nur wenig differenziert sind, ist die anatomische Grundlage dieser Begriffe fraglich; in jedem Fall sind sie jedoch rein deskriptiv zu verstehen, deuten also nicht auf eine evolutionäre Verwandtschaft mit den entsprechenden Beinbestandteilen der Gliederfüßer hin. Viele im Meer lebende Arten sind in der Lage, ihre Beine teleskopartig ineinanderzuschieben; dabei helfen ihnen die bei allen Bärtierchen innerhalb des Beins verlaufenden kurzen Muskeln. Am Beinende sitzen meist vier bis acht, seltener ein bis dreizehn einziehbare Klauen, die manchmal an dünnen Beinauswüchsen, den „Zehen“, sitzen und von speziellen Drüsen, den „Klauendrüsen“, sekretiert werden. Bei einigen Arten sind die Klauen sekundär zu Haftscheiben abgewandelt; bei der Gattung Apodibius sind keine Klauen vorhanden. Oft zeigen die Klauen des vierten Beinpaares in die umgekehrte Richtung wie diejenigen der ersten drei Paare.

Haut

Nach außen wird der Körper durch eine nicht-zellige Außenschicht, die Cuticula, und eine darunterliegende, aus individuellen Zellen bestehende Innenschicht, die Epidermis, begrenzt. Begeißelte Zellen treten in der Bärtierchen-Haut grundsätzlich nicht auf. Die Cuticula ist 0,5 Mikrometer dick und besteht aus drei Schichten, der äußeren Epicuticula mit einem Durchmesser von etwa 0,1 Mikrometern, einer darunterliegenden Intracuticula mit einer Dicke von ungefähr 0,2 Mikrometern und einer abschließenden Procuticula, die im Durchmesser meist 0,25 Mikrometer einnimmt. Sie setzt sich aus Chitin, verschiedenen Glykoproteinen, Polysacchariden, Mucopolysacchariden, Lipiden und Lipoproteinen zusammen und enthält bei vielen land- und süßwasserlebenden Arten auch Pigmente. Oft ist sie durch Höcker, Dornen oder Grübchen ornamentiert und bei manchen Arten rückseitig (dorsal), seltener seitlich (lateral), sehr selten auch bauchseitig (ventral) zu dicken Panzerplatten, den Skleriten verhärtet; diese sind dann wie bei den Gliederfüßern gelenkig verbunden. Die Cuticula wird zusammen mit den Beinklauen und der Auskleidung des Vorder- und Hinterdarms einschließlich der in ersterem enthaltenen Mundwerkzeuge, der Stilette, regelmäßig gehäutet. Die Epidermis besteht aus einer eutelischen, also innerhalb einer Art immer aus der gleichen Zellzahl bestehenden, einfachen Zellschicht, welche die darüberliegende Cuticula sekretiert. Sie ist von der Leibeshöhle nur durch eine dünne extrazelluläre Trennschicht, die sogenannte Basallamina, abgeteilt.

Hämocoelom

Die Leibeshöhle ist kein echtes Coelom, das heißt, sie ist nicht von einem auf embryonales Mesoderm zurückführbaren Gewebe ausgekleidet. Alle Organe sind von ihr lediglich durch die dünne Basallamina getrennt. Man bezeichnet die Leibeshöhle daher als Pseudo- oder, da sie mit „Blut“ gefüllt ist, als Hämocoelom. Ein echtes Coelom findet sich nur um die einzige Keimdrüse (Gonade) herum. Das Blut ist farblos und dient nicht dem Sauerstofftransport. Es zirkuliert durch Körperbewegungen; ein eigentlicher Blutkreislauf existiert aber ebensowenig wie separate Blutgefäße oder ein Herz. Dafür ist es mit bis zu 200 frei schwebenden oder an der Basallamina verankerten Zellen, den Hämozyten, gefüllt, deren erste Aufgabe die Nährstoffspeicherung zu sein scheint; möglicherweise spielen sie auch bei der Bakterienbekämpfung eine Rolle.

Muskulatur

Anders als bei den nahe verwandten Stummelfüßern treten Muskeln bei den Bärtierchen niemals in dicken Muskelschichten auf. Stattdessen besteht die Muskulatur des Rumpfs und der Gliedmaßen aus vereinzelten, dünnen, an der Cuticula befestigten Längsmuskeln, die aus nur wenigen, manchmal sogar nur aus einer einzigen Muskelzelle bestehen. Sie arbeiten entweder gegen das Hämocoel, das wie ein flüssigkeitsgefüllter Ballon als Hydroskelett wirkt oder antagonistisch, wie die Armbeuge- und -streckmuskulatur des Menschen, gegeneinander. Ringmuskulatur findet man bei Bärtierchen nicht. Die Muskelzellen sind meist glatt, selten quergestreift, wobei letzteres vermutlich der ursprüngliche Zustand ist; glatte Muskulatur ist bei vielen Arten nach einer verbreiteten Hypothese erst sekundär als Anpassung an das Landleben entstanden.

Atmung

Muskeln benötigen für ihre Arbeit Sauerstoff, dessen durchschnittlicher Konsum bei Bärtierchen auf zwischen 0,05 und 0,1 Kubikmillimeter pro Stunde und Milligramm Körpergewicht geschätzt wird. Aufgrund des sehr günstigen Verhältnisses von Körperoberfläche und -volumen sind jedoch keine separaten Atmungsorgane notwendig und dementsprechend auch nicht vorhanden. Der gesamte Gasaustausch kann durch einfache Diffusion über die Haut stattfinden, die dazu allerdings von einem dünnen Wasserfilm bedeckt sein muss.

Verdauungsorgane

Der Verdauungstrakt besteht aus einem langen, von der Vorder- zur Hinterseite des Körpers laufenden Schlauch, der sich in Mundhöhle, Schlund, Speiseröhre, Mitteldarm und Enddarm (Rektum) gliedern lässt. Die ersten drei Abschnitte werden als Vorderdarm zusammengefasst, weil ihre aus Cuticula bestehende Auskleidung zusammen mit der cuticulären Hinterdarmauskleidung bei jeder Häutung abgestoßen wird. Die Mundöffnung befindet sich bei fleisch- oder allesfressenden Arten (Carnivoren und Omnivoren) meist endständig am Vorderende des Körpers (terminal), bei Arten, die sich von Pflanzen oder organischem Abfall ernähren (Herbivoren und Detritivoren), dagegen oft etwas hinter dem Vorderende auf der Bauchseite (ventral-subterminal). Sie ist vielfach von einem Kranz aus 10 bis 30 harten, quaderförmigen Vorsprüngen, den sogenannten Lamellen (Lamellae) umgeben und sitzt manchmal auf einem Mundkegel, der teleskopartig ausgefahren werden kann. In die sich anschließende röhrenförmige Mundhöhle mündet links und rechts je eine Speicheldrüse, die nicht nur Verdauungssekrete absondert, sondern auch die für Bärtierchen charakteristischen Stilette synthetisiert. Dies sind harte, meist gerade, gelegentlich aber auch gekrümmte Nadeln, die normalerweise im Innenraum (Lumen) der jeweiligen Speicheldrüse liegen, aber mit ihrer scharfen Spitze in die Mundhöhle vorragen können. Durch Pro- und Retraktormuskeln, die an ihrem verdickten Hinterende ansetzen, können sie vorgestreckt oder eingezogen werden. Querverlaufende Stiletthalter verbinden sie mit der Mundhöhle, während ihr Vorderende im eingezogenen Zustand in eigenen Stilettscheiden ruht. Bei carnivoren Arten sind sie meist etwas kräftiger ausgeprägt als bei herbivoren Formen. Der Schlund besteht aus radial nach außen laufenden quergestreiften Epithelmuskelzellen, die von der Leibeshöhle durch eine Basallamina abgetrennt sind. Der Schlundinnenraum, das Lumen, ist dagegen von Cuticula ausgekleidet und durch seinen Y-förmigen, triradiaten Querschnitt ideal zum effizienten Erzeugen von Unterdruck geeignet, der dazu genutzt wird, flüssige Nahrung in den Darm einzusaugen. Dieses Pumpenprinzip hat sich unabhängig auch bei anderen, nicht näher verwandten Tieren wie etwa den Rädertierchen entwickelt. Eine aus würfelförmigen Zellen bestehende kurze Speiseröhre, die vermutlich Schleim sekretiert, stellt die Verbindung zum Mitteldarm her, der aus einschichtigem Epithelgewebe besteht, das manchmal seitliche Ausstülpungen (Mikrovilli) besitzt, die vermutlich dazu dienen, die Oberfläche zu vergrößern. Beim Eintritt in den Darm wird die Nahrung oft durch eine peritrophe Membran eingehüllt, deren Funktion es ist, das empfindliche Darmgewebe vor der Beschädigung durch Fremdkörper zu schützen. Der Mitteldarm sekretiert hydrolytische Enzyme, nimmt Nährstoffe aus der Nahrung auf, speichert diese in Form von Fetten oder Polysacchariden und hat vermutlich auch eine Funktion bei der Ausscheidung von Abfallstoffen. Bei vielen Arten findet sich hier eine umfangreiche Bakterienflora, die vermutlich kommensal, also ohne Beeinflussung ihres Wirts, lebt, teils aber wohl auch als Nahrungsquelle dient. In einem kurzen, von Cuticula ausgekleideten Enddarm werden die Nahrungsreste gesammelt, möglicherweise auch noch einmal modifiziert und dann durch den bauchseitig, etwas vor dem letzten Beinpaar auf der Mittellinie (medial-ventral) gelegenen Anus an die Außenwelt abgegeben. Bei vielen Arten münden nicht nur die nachfolgend näher beschriebenen Malpighischen Drüsen in den Enddarm ein, sondern auch der Eileiter der Weibchen; man bezeichnet den letzten Darmabschnitt in diesem Fall als Kloake.

Ausscheidungsorgane

Unverdauliche Reste, Abfallprodukte des Stoffwechsels oder Schadstoffe können auf verschiedenem Wege an die Außenwelt abgeben werden. Zum einen werden von der Epidermis viele Schadstoffe in die darüberliegende Cuticula eingebaut und dann bei der nächsten Häutung zusammen mit dieser abgestoßen. Daneben übernehmen die Speicheldrüsen während der Häutung anscheinend eine Ausscheidungsfunktion. Auch der Darm nimmt nicht nur Nährstoffe auf, sondern gibt wohl auch Schadstoffe aus der Leibeshöhle an das Darmlumen, den Darminnenraum, ab. Viele Arten, die der Klasse Eutardigrada zugeordnet werden, verfügen daneben noch über drei, sehr selten vier spezialisierte Organe, die man als Malpighische Drüsen bezeichnet. Zwei von ihnen liegen seitlich (lateral), eine liegt rückseitig (dorsal) des Darms. Sie münden an der Verbindungsstelle von Mittel- und Enddarm und dienen sehr wahrscheinlich der Ausscheidung stickstoffhaltiger Abfallstoffe. Obwohl sie strukturell den gleichnamigen Drüsen der Insekten ähneln, handelt es sich wahrscheinlich nicht um homologe Organe, das heißt, sie gehen evolutionsgeschichtlich nicht auf eine gemeinsame Vorgängerstruktur zurück. Da sie bei den als ursprünglich geltenden meereslebenden Arten der zweiten großen Klasse, der Heterotardigrada, nicht vorhanden sind, gelten sie als evolutionäre Anpassung an das Leben im Süßwasser und an Land. Einige landlebende Formen der Heterotardigrada verfügen an Stelle von Malpighischen Drüsen über spezielle bauchseitig gelegene Organe, die am Ansatz des zweiten und dritten Beinpaares münden und vermutlich eine Ausscheidungsfunktion inne haben. Echte Nephridien, hochentwickelte Ausscheidungsorgane, kommen dagegen bei Bärtierchen grundsätzlich nicht vor.

Nervensystem

Das Nervensystem der Bärtierchen besteht aus einem um den Vorderdarm laufenden Nervenring im Kopf und zwei paarig auf der Bauchseite nach hinten verlaufenden Nervensträngen, die durch Querverbindungen in jedem Rumpfsegment ein sogenanntes Strickleiternervensystem bilden. Der vordere Nervenring besteht aus einem oberhalb der Mundhöhle gelegenen Oberschlundganglion und einem unterhalb derselben befindlichen Unterschlundganglion, zwei Ansammlungen von Nervenzellen, die durch seitlich des Verdauungstrakts verlaufende Nervenbänder miteinander zu einem Ring verbunden sind und als primitives „Gehirn“ angesehen werden können. Das Oberschlundganglion besteht aus zwei Paaren rückseitig gelegener und zum Hinterende (caudal) ausgerichteter Gehirnlappen, einem inneren und einem äußeren, sowie einem weiteren seitlich der Stilette gelegenen Paar. Das äußere rückseitige Paar innerviert, falls diese vorhanden sind, die Augen und versorgt auch weitere am Kopf befindliche Sinnesorgane, die Cirri und Clavae, mit Nerven. Es ist außerdem in ungewöhnlicher Weise mit den Ganglien des ersten Rumpfsegments verbunden. Diese sind jedoch wie auch bei den verwandten Gliederfüßern in erster Linie durch breite Nervenbänder an das Unterschlundganglion angeschlossen. Das Bärtierchengehirn entsteht aus der Fusion mehrerer, ursprünglich unabhängiger Ganglien, was als Hinweis auf die Entstehung des Kopfes aus der Verschmelzung mindestens dreier Segmente gewertet werden kann. Auch das Gehirn der eng verwandten Gliederfüßer setzt sich aus mehreren Ganglien zusammen, welche dort die drei Gehirnregionen Proto-, Deuto- und Tritocerebrum bilden. Deswegen wird manchmal vermutet, dass es sich bei den entsprechenden Strukturen um Homologien handelt, also Gewebe, die auf gemeinsame Vorfahren von Bärtierchen und Gliederfüßern zurückgehen. Neuere elektronenmikroskopische Untersuchungen widersprechen dieser Ansicht und kommen stattdessen zu dem Ergebnis, dass das gesamte Gehirn der Bärtierchen evolutionsgeschichtlich dem Protocerebrum der Gliederfüßer entspricht. Zwei bauchseitig verlaufende Nervenstränge bilden das Rumpfnervensystem. Sie entspringen am Unterschlundganglion und verlaufen parallel zueinander zum Hinterende des Tieres. Jeder Nervenstrang weist vier oder fünf Ganglien auf, die den vier beintragenden Segmenten und vielleicht einem weiteren, beinlosen Genitalsegment entsprechen. Die zwei Ganglien eines Beinsegments sind miteinander durch querlaufende Nervenverbindungen verknüpft.

Sinnesorgane

Viele, aber nicht alle Bärtierchen verfügen über punktförmige, entweder rot oder schwarz gefärbte Augen. Sie sind als sogenannte Pigmentbecherocelli ausgeführt, das heißt, jedes Auge besteht aus einer von zwei Photorezeptorzellen umschlossenen, becherförmigen Pigmentzelle, deren konkave Seite der Körperoberfläche und damit dem Licht zugewandt ist. Sie werden durch die äußeren, rückseitigen Gehirnlappen mit Nerven versorgt und sind in ihrer speziellen Form nur bei Bärtierchen anzutreffen. Daneben finden sich bei manchen Arten auf den Rumpfsegmenten borstenförmige Sensillen, die vermutlich auf chemische oder Berührungsreize reagieren. Fadenförmige Sensillen, die Cirri, befinden sich besonders bei vielen meereslebenden Arten auf der Kopfrückseite und sind wahrscheinlich Tastsinnesorgane, während Clavae, etwas dickere und von innen hohle Fäden, vermutlich Chemorezeptoren darstellen. Bei vielen Arten finden sich um die Mundöffnung herum angeordnete warzenförmige Erhebungen, die Papillen, die wahrscheinlich ebenfalls eine Funktion bei der Wahrnehmung der Umgebung innehaben.

Fortpflanzungsorgane

Bärtierchen besitzen grundsätzlich nur eine, unpaarig angelegte und von echtem Coelomgewebe umgebene Keimdrüse (Gonade), die oberhalb des Verdauungstrakts gelegen und durch Bänder am Vorderende der rückseitigen Körperwand befestigt ist. Im Hoden der Männchen werden die begeißelten Spermien gebildet. Von ihm gehen zwei Spermienleiter aus, die sich bauchseitig an der vor dem Anus auf der Körpermittellinie gelegenen, oft röhrenartig vorstehenden Geschlechtsöffnung, der Gonopore, vereinigen und zur Umwelt nach außen öffnen. Die funktionell nicht erklärbare Dopplung der Spermienleiter wird als Hinweis auf den evolutionsgeschichtlichen Verlust einer Keimdrüse gewertet. Der Eierstock der Weibchen besitzt hingegen nur einen Eileiter, der je nach Art entweder rechts- oder linksseitig des Darms verläuft. Seine Mündung liegt bei den Arten einer Klasse, den Heterotardigrada, in einer separaten, meist vor dem Anus gelegenen, Gonopore, bei den Arten der anderen Klasse, den Eutardigrada dagegen im Hinterdarm, der damit zur Kloake wird. Viele Weibchen besitzen ein bis zwei Samenbläschen, die bei einer Kopulation die Spermien der Männchen aufnehmen und bis zur Eiablage speichern. Zwittrige Individuen besitzen eine als Ovotestis bezeichnete Keimdrüse, in der sowohl Spermien- als auch Eizellen heranreifen, die durch einen gemeinsamen Ei-/Samenleiter freigesetzt werden können.

Verbreitung

Bärtierchen leben weltweit auf allen Kontinenten einschließlich Antarktikas und in allen Ozeanen. Sie finden sich sowohl in mitteleuropäischen Regenrinnen als auch in regelmäßig vereisten arktischen Tümpeln oder tropischen Regenwäldern, in mehr als 6000 Metern Höhe im Himalaja-Gebirge, auf abgelegenen Inseln wie den Sandwich-Inseln, in der 4690 Meter tief gelegenen abyssalen Zone auf dem Boden des Indischen Ozeans oder mitten im Atlantik auf treibenden Braunalgen. Obwohl sie in allen Klimazonen vorkommen, besteht ein Verbreitungsschwerpunkt in polaren und gemäßigten Breiten. Erst auf Familien- und Gattungsebene lässt sich eine biogeografische Struktur erkennen, die mit der Trennung des Urkontinents Pangäa in Gondwana und Laurasia in Verbindung gebracht werden kann. Insgesamt zehn Gattungen und 22 Arten sind aber selbst Kosmopoliten, das heißt, auf der ganzen Welt zu finden. Sie gelten als Überbleibsel einer vor der erdgeschichtlichen Epoche der Trias bestehenden Pangäa-Fauna. Die meisten anderen Arten besitzen ein räumlich eingeschränktes Verbreitungsgebiet.

Lebensraum

Nach ihrem Lebensraum (Habitat) lassen sich Bärtierchen grundsätzlich als meeres- (marin), süßwasser- (limnisch) oder landlebend (terrestrisch) beschreiben, wobei die Trennung zwischen den letzten beiden Kategorien nur unscharf ist, weshalb auch der zusammenfassende Begriff limnoterrestrisch häufig Verwendung findet. Alle Bärtierchen sind, obwohl teilweise hochgradig austrocknungsresistent, zum aktiven Leben auf einen dünnen Wasserfilm angewiesen.

Lebensraum Meer

Die marinen Arten leben sowohl in Salz- als auch in Brackwasser und finden sich von der Gezeitenzone hinab über die Flachwasserzone bis in die abyssalen Tiefebenen der Ozeane; mindestens eine Art ist in der Lage, den sechsfachen Wasserdruck zu überstehen, der auf dem Boden des Marianengrabens herrscht. Ist der Meeresgrund schlammig ausgebildet, haben sich die dortigen benthischen Bärtierchen meist durch einen starken wurmförmigen Körper mit verkürzten Extremitäten an ihre Umgebung angepasst; in sandigem oder gerölligem Untergrund, der Spalten und Ritzen bietet, finden sich dagegen eher Tiere mit kräftig ausgebildeten Stummelbeinen. Eine Art hat sich anscheinend auf Manganknollen als Lebensraum spezialisiert, während andere in ausgedehnten Algenteppichen oder auf Tieren wie Steinkorallen (Scleractinia), Moostierchen (Bryozoa), Muscheln (Bivalvia), Asseln (Isopoda), Rankenfußkrebsen (Cirripedia), Seeigeln (Echinoidea) oder Seewalzen (Holothuroidea) leben, teils kommensal, also ohne Beeinflussung des Wirts, teils aber auch parasitär. Mindestens eine Art lebt auf treibenden Sargassum-Algen mitten auf dem offenen Ozean in der Sargassosee. Zum Land hin findet sich an fast allen Stränden eine ausgeprägte Sandlückenfauna in den obersten Zentimetern des Bodens, wo die Tiere zwischen einzelnen Sandkörnern leben. Sind mehrere Arten vorhanden, verteilen sie sich meist auf unterschiedliche Mikrolebensräume, die sich durch Feuchtigkeits- oder Temperaturunterschiede voneinander abgrenzen lassen. Den Übergang zu den terrestrischen Formen bilden diejenigen Bärtierchen, die in marinen Flechten leben, welche sich oberhalb des bei Flut gewöhnlich erreichten Wasserspiegels auf Felsgeröll angesiedelt haben und normalerweise nur von der salzigen Gischt erreicht werden.

Lebensraum Süßwasser

Flechte Die im eigentlichen Sinne limnischen Arten leben sowohl in Fließgewässern als auch in Seen, Teichen, Tümpeln oder auch einzelnen Pfützen. Innerhalb eines Sees bilden Bärtierchen meist einen Bestandteil der bodenlebenden Sandlückenfauna; Funde aus bis zu 150 Metern Tiefe sind bekannt. Die Tiere leben meist in den obersten, sauerstoffhaltigen Zentimetern des Bodens, finden sich zum Seeufer hin, wo lockerer Sand die Tiere ernsthaft verletzen könnte, aber meist etwas tiefer. Daneben werden auch Algen oder Wasserpflanzen besiedelt, an der Seeoberfläche finden sich Bärtierchen gelegentlich in Seerosen. Oft lassen sich einzelne Individuen auch in Regenrinnen aufspüren; die dort lebenden Tiere wurden aber vermutlich von das Dach besiedelnden Moosen eingewaschen, so dass sie meist schon als terrestrisch gelten. Schließlich bilden auch heiße Quellen einen von manchen Arten besiedelten Süßwasser-Lebensraum.

Lebensraum Land

Seerosen Die wichtigsten terrestrischen Habitate sind Moosrasen; die dort lebenden Arten werden als moosliebend oder bryophil bezeichnet. Weil Moose in den Zwischenräumen Wasser speichern, können sie allerdings auch als aquatische Lebensräume angesehen werden. Oft finden sich unterschiedliche Arten in den verschiedenen Zonen des Mooses; die Bärtierchen-Faunen der Rhizoidschicht, mit der die Moose im Boden verwurzelt sind, und der photosynthetisch aktiven, aber austrocknungsgefährdeten Außenschicht sind zum Beispiel nicht identisch. Daneben finden sich die Tiere auch in Flechten oder geeigneten Blütenpflanzen wie etwa Bromelien (Bromeliaceae), Kannenpflanzen (Nepenthaceae), in Steinbrech (Saxifraga), Mannsschild (Androsace) oder Karden (Dipsacus). Bei all diesen Pflanzen sammelt sich etwa in den Blattansätzen oder anderen becherförmigen Pflanzenteilen Wasser; sie werden damit für Bärtierchen zu einem Miniaturlebensraum. Daneben finden sich Bärtierchen häufig in der Laubstreu von Wäldern oder im Boden selbst, wobei Buchenwälder anscheinend besonders beliebt sind. Ein etwas ausgefalleneres Habitat sind die Gletscher der Hochgebirge: Dort können dunkle Ablagerungen von Staub oder feinkörnigem Geröll tagsüber zur Wärmeabsorption und damit zum vorübergehenden Antauen der Oberfläche führen; in der dabei entstehenden, wässrigen Kryokonit-Schicht lassen sich ebenfalls Bärtierchen finden. Städtische Lebensräume wurden bisher noch kaum untersucht. Bärtierchen sind nur dann aktiv, wenn sie selbst in ihrem jeweiligen Substrat zumindest von einem dünnen Wasserfilm bedeckt sind, so dass sie in ariden Gebieten wie etwa Wüsten nicht leben können. Viele terrestrische Arten sind allerdings extrem austrocknungsresistent und können daher regelmäßige Trockenperioden und auch Temperaturextreme gut überstehen. Diesen grundlegenden ökologischen Vorteil, den sie mit manchen Rädertierchen (Rotifera) teilen, können sie gegenüber konkurrierenden Tieren wie etwa Fadenwürmern (Nematoda) dort am besten ausspielen, wo der Feuchtigkeitsgehalt der Umgebung starken Schwankungen unterworfen ist, was zumindest teilweise die große Vorliebe vieler Bärtierchenarten für Moose und Flechten erklärt, die in sehr kurzer Zeit austrocknen oder mit Wasser geflutet werden können. Die Besiedlung dieser Lebensräume, zu denen wenige andere Tiere Zugang haben, gilt als ein wichtiger Grund für den großen evolutionären Erfolg der Bärtierchen.

Populationsdichten

Genaue Angaben über Populationsdichten liegen nur für wenige Arten und auch dort bisher nur in Stichproben vor: An Sandstränden fanden sich so pro Kubikzentimeter Sand bis zu 35 Individuen, in Böden wurden bis zu 30 Individuen pro Quadratzentimeter Oberfläche gezählt, während Mooskissen mit etwa 200 Individuen pro Quadratzentimeter erwartungsgemäß einen sehr eng besiedelten Lebensraum darstellen. In der Regel liegen die Populationsdichten jedoch deutlich unter diesem Höchstwert. Soweit es sich aufgrund der bisher noch unzureichenden Datenlage sagen lässt, sind die Individuenzahlen meereslebender Arten meist wesentlich kleiner als diejenigen der land- oder süßwasserlebenden Formen. Populationsdichten können durch Temperatur und Feuchtigkeit, das Nahrungsangebot, die Zahl der Parasiten und Fressfeinde oder durch Umweltschadstoffe beeinflusst sein und schwanken bei den limnoterrestrischen Arten meist jahreszeitbedingt, wobei sich oft im Frühjahr und Frühsommer ein erster und im Herbst ein zweiter Höhepunkt feststellen lässt.

Transport und Fortbewegung

Fadenwürmer Die Verbreitung von Bärtierchen erfolgt nur in sehr untergeordnetem Maße durch aktive Fortbewegung; die meisten Tiere werden stattdessen durch Wind, Wasser oder Tiere in neue potentielle Lebensräume verbracht. Dieser passive Transport betrifft in erster Linie die Eier der Tiere sowie Zysten und Tönnchen - gegenüber Umweltextremen in größerem oder extremem Maße unabhängige Lebensstadien. Marine Arten lassen sich in Ozeanströmungen treiben, wobei ihnen vermutlich spezielle segelartige Auswölbungen ihrer Außenhaut helfen. Limnoterrestrische Arten werden auf die selbe Weise manchmal von über die Ufer tretenden Fließgewässern oder von Schmelzwasser transportiert. Zeitweilig ausgetrocknete Habitate erlauben eine Verbreitung von Eiern oder Cysten mit dem Wind (Anemohoria), während kleinere Strecken in Wasserspritzern überbrückt werden können. Während eines Unwetters vor Grönland konnten sogar ausgewachsene Tiere in fallenden Regentropfen nachgewiesen werden, die wahrscheinlich zuvor vom Sturm aufgewirbelt wurden. Vermutlich verbringen auch Insekten oder Vögel, an denen die Eier oder Zysten haften bleiben, Bärtierchen in neue Habitate (Zoohoria). Zur aktiven Fortbewegung benötigen alle Arten einen dünnen umgebenden Wasserfilm. Sie nutzen dann die Beine der ersten drei Rumpfsegmente, die im Gegensatz zu den verwandten Stummelfüßern nicht nur paarweise, sondern auch einzeln bewegt werden können, um etwa über Sandkörner zu kraxeln oder in Mooskissen herumzuklettern. Die an den Beinen sitzenden Klauen oder Haftscheibchen werden dazu eingesetzt, das jeweilige Substrat zu ergreifen. Anders als die ersten drei Beinpaare dienen die hinteren beiden Gliedmaßen dazu, sich am Untergrund festzuhalten, bei manchen Arten auch zur Rückwärtsbewegung; an diese abgewandelte Funktion sind sie durch die unterschiedliche Klauenausrichtung angepasst. Die größte experimentell gemessene Laufgeschwindigkeit liegt bei 17,7 Zentimetern pro Stunde; der Wert lässt den lateinischen Namen der Gruppe, Tardigrada, der sich aus dem Lateinischen tardus, „langsam“ und gradus, „Schritt“ ableitet, also „Langsamschreiter“ bedeutet, angebracht erscheinen. Phototaxis, also die Hin-