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Nematode
Die Fadenwürmer (Nematoda) beziehungsweise eingedeutscht Nematoden sind einer der artenreichsten Stämme des Tierreichs. Bislang wurden mehr als 20.000 verschiedene Arten beschrieben.
Merkmale
Nematoden sind triploblastische Urmünder (Protostomia). Sie haben eine typisch wurmförmige Gestalt, lang und im Querschnitt rund. Eine Segmentierung fehlt. Die Körperhöhle ist ein enges Pseudocoel, wie auch bei vielen anderen kleineren Tierstämmen. Der Mund liegt vorne und wird häufig von Fortsätzen umgeben, die für die Nahrungsaufnahme und zum Tasten benutzt werden. Der Anus liegt kurz vor dem spitzen Hinterende. Die Epidermis sondert eine mehrlagige Cuticula ab, die die Nematoden vor Austrocknung oder anderen ungünstigen Umweltbedingungen schützt, bei parasitischen Arten auch vor den Verdauungssäften des Wirtes.
Lebensweise
Die Nematoden kommen fast überall vor, im Meer, Süßwasser und in terrestrischen Biotopen. Häufig sind mehr Nematoden nach Arten und Anzahlen vorhanden als alle anderen vielzelligen Tiere (Metazoa). Es gibt auch eine erhebliche Anzahl parasitischer Arten, sowohl in Pflanzen (siehe etwa Rübenälchen) als auch in Tieren einschließlich des Menschen. Dazu gehört zum Beispiel der Spulwurm (Ascaris lumbricoides), die Mikrofilarien Wuchereria bancrofti und Brugia malayi, der Madenwurm (Enterobius vermicularis) oder der Zwergfadenwurm (Strongyloides stercoralis).
Die Nematoden häuten sich und werden daher sowie aufgrund von RNA-Untersuchungen innerhalb der Urmünder (Protostomia) zu den Häutungstieren (Ecdysozoa) gerechnet.
Die meisten freilebenden Nematoden sind mikroskopisch klein und gehören zur Meiofauna. Lediglich Parasiten, wie der Pferdespulwurm können mehrere Meter lang werden. Nematoden besitzen Längsmuskulatur sowie ein dazu antagonistisch arbeitendes Hydroskelett. Die Nahrung ist unterschiedlich und reicht bei freilebenden Arten von Bakterien und Algen über Pilze, Aas und Fäkalien bis hin zu räuberisch erbeuteten Tieren.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung erfolgt sexuell oft mit zwei getrennten Geschlechtern. Die Männchen sind typischerweise kleiner als die Weibchen und haben oft einen charakteristisch gebogenen Schwanz. Allerdings sind auch selbstbefruchtende Hermaphroditen, wie zum Beispiel Caenorhabditis elegans keine Seltenheit. Bei freilebenden Arten erfolgt die Entwicklung meist direkt mit vier Häutungen im Verlauf des Wachstums. Parasiten haben oft einen recht komplizierten Zyklus mit Wirtswechseln oder Organwechseln im Wirt. Die Infektion geschieht meist durch rohes Fleisch mit Larven (beispielsweise Trichinen) oder durch Aufnahme von Fäkalien (beispielsweise von Hunden) aufgrund mangelnder Hygiene.
Taxonomie
Die Nematoden wurden ursprünglich von Nathan Cobb im Jahr 1919 als Stamm Nemata eingeführt, später als Klasse Nematoda in einem nicht mehr gültigen Stamm Aschelminthes klassifiziert. Hier werden die Fadenwürmer als eigener Stamm geführt.
- Klasse Adenophorea
- Unterklasse Enoplia
- Unterklasse Chromadoria
- Klasse Secernentea
- Unterklasse Rhabditia
- Unterklasse Spiruria
- Unterklasse Diplogasteria
Menschen und Fadenwürmer
Die Art Caenorhabditis elegans ist aufgrund ihrer einfachen Haltung und der Zellkonstanz (Eutelie) zu einem beliebten "Haustier" der Genetiker geworden und fungiert als Modellorganismus.
Weblinks
- [http://www.nematode.net/index.php Nematode Net] Nematoden-Systematik
Kategorie:Wirbellose
ja:線形動物
ko:선형동물
ms:Cacing Gelang
Wikipedia:TaxoboxenACHTUNG: Die Taxobox-Vorlage hat sich geändert! Bitte hilf mit, alte Taxoboxen durch diese neue zu ersetzen. Bitte keine Taxoboxen nach der alten Vorlage mehr anlegen!
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Eine Taxobox ist in einem Artikel über ein Taxon (= eine systematisch erfasste und benannte Tier- oder Pflanzengruppe bzw. Tier- oder Pflanzenart) eine Tabelle mit Informationen zur systematischen Einordnung und Unterteilung. Taxoboxen sollten nur für rezente, nicht aber für ausgestorbene Arten angelegt werden. (Arten, die erst in historischer Zeit ausgestorben sind, bilden eine Ausnahme von dieser Regel).
Wenn Du mehr über die Gestaltung eines Tier- oder Pflanzenartikels wissen möchtest, solltest Du auch Wikipedia:WikiProjekt Lebewesen und Wikipedia:Leitlinien Biologie lesen.
Eine Möglichkeit, Taxoboxen zu erzeugen, ist der [http://vs.aka-online.de/taxoboxomat/ Taxoboxomat].
Übergeordnete Taxa
Es sollen stets die fünf übergeordneten Taxa genannt werden. Bei einer Art könnten dies also die Gattung, die Tribus, die Unterfamilie, die Familie und die Überfamilie sein. Wenn eines dieser Taxa fehlt, rückt statt dessen ein anderes nach. Wenn also zum Beispiel die Tribus fehlt, wird zusätzlich noch die Unterordnung genannt.
Untergeordnete Taxa
Untergeordnete Taxa können, müssen aber nicht in der Taxobox stehen. Wenn sie genannt werden, müssen alle untergeordneten Taxa erwähnt sein und nicht bloß eine Auswahl. Sind es mehr als zehn untergeordnete Taxa, werden sie nicht in der Taxobox, sondern nur im Fließtext genannt. Allgemein ersetzt die Aufführung in der Taxobox nicht die Erwähnung im Fließtext.
Schreibweise der Taxa
Wissenschaftliche Taxonnamen werden nur für Gattung und Art kursiv dargestellt. Der Name einer Gattung wird immer großgeschrieben, der Artname besteht immer aus zwei Bestandteilen: Dem Gattungsnamen, der auch durch (großgeschriebene) Initiale abgekürzt werden kann und dem Artepithet, das immer kleingeschrieben wird.
Wissenschaftlicher Name
Jede Taxobox hat einen Abschnitt "Wissenschaftlicher Name". Hier wird neben dem gültigen Namen der Autor (Erstbeschreiber) und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Bei Pflanzen, Pilzen und Algen entfällt das Jahr der Erstbeschreibung.
Nähere Informationen hierzu findet man in den Leitlinien Biologie.
Keine Kommentare in der Taxobox
Alle Unklarheiten die Einordnung und Unterteilung betreffend sollen im Text stehen. Die Taxobox soll von Kommentaren freibleiben. Sie soll auch keine Synonyme, Basionyme und andere alternative Schreibweisen des wissenschaftlichen Namens enthalten.
Bild
Steht ein Bild zur Verfügung, wird es in die Taxobox integriert. In einer Taxobox steht nur ein Bild. Weitere Bilder können außerhalb der Taxobox in den Artikel eingebracht werden.
Unter dem Bild wird die Art mit eventuellen Besonderheiten (Weibchen, Winterfell, weiße Morphe etc.) genannt.
Weitere Informationen in der Taxobox
In der Taxobox unterbleiben alle Angaben, die nicht die Systematik betreffen. Angaben zu Größe, Gewicht, Verbreitung, Lebensweise, Bedrohungs- und Schutzstatus, Blütezeit etc. gehören in den Text und nicht in die Taxobox.
Schablone für Copy and Paste
Bitte ersetze alle in Großbuchstaben geschriebenen Wörter durch die Entsprechungen. Noch einfacher ist es, wenn Du die Tabelle aus einem Artikel rauskopierst, in der sie bereits halbwegs ähnlich vorhanden ist.
Taxon-Kategorien im MediaWiki-Namensraum
Dies ist eine Auflistung aller im MediaWiki-Namensraum angelegten Elemente zu den Taxoboxen sowie ihrer Entsprechungen. Diese Kürzel sollen in den Taxoboxen statt des Platzhalters "EINHEIT" eingesetzt werden.
Für die Kategorien „Klassifikation“, „Domäne“ sowie „Stammgruppe“ gibt es noch kein besonderes Element, hierfür wird bisher einfach Klassifikation, Domäne bzw. Stammgruppe in die Taxobox eingesetzt.
Beispielhaftes Aussehen einer Taxobox
Beispiel für eine Pflanzenart
Beispiel für eine Tierfamilie
Beispiel für einen Speisepilz
Siehe auch: Portal:Lebewesen/Artikel ohne Taxobox, Portal:Lebewesen/Artikel mit alter Taxobox
Taxoboxen
Taxoboxen
Kategorie:WikiProjekt Lebewesen
Art (Biologie)Eine Art ist eine Population von Lebewesen, deren Individuen auf Grund von Vererbung Ähnlichkeiten in Bau- und Leistungsmerkmalen aufweisen. Sie sind in diesen Merkmalen von Individuen anderer Arten unterscheidbar. Das Fremdwort für den Begriff Art ist Spezies (von lat. species, die Art).
Für die Systematik ist Art eine Ebene in der Hierarchie des klassifikatorischen Systems der Lebewesen. In diesem System können Arten in verschiedene Unterarten, Rassen, Varietäten oder Formen unterteilt werden. Der Art übergeordnet ist das Taxon der Gattung.
Der Begriff "Art" ist ein theoretisches Konzept. Versuche einer klaren Definition waren bisher nicht eindeutig und allgemein gültig erfolgreich. Im Folgenden sind die wichtigsten Definitionskonzepte dargestellt. Diese Artkonzepte werden in der Biologie noch immer heftig diskutiert. Ihre Verwendung in der wissenschaftlichen Praxis hängt zumeist von der biologischen Teildisziplin und vom Forschungsgegenstand ab.
Morphologisches (typologisches) Artkonzept
:Arten sind Gruppen von Organismen, die sich bezüglich morphologischer Merkmale eindeutig voneinander unterscheiden lassen.
:Eine Population wird derjenigen Art zugerechnet, deren Typusbeschreibung mindestens 75 % der Individuen entsprechen.
Eine auf Grund dieses Konzepts definierte Art wird als Morphospezies bezeichnet.
Hauptprobleme dieses Konzepts:
- künstliche Einengung der Variationsbreite auf einen abstrakten Typus
- Subjektivität:
Beispiel Paläontologie: Ein Fund von Fossilien zweier Individuen in der gleichen Fundschicht, also praktisch zeitgleich lebend, unterscheiden sich stark voneinander:
- Sie können jetzt zwei verschiedenen Arten zugeordnet werden, wenn man der Meinung ist, dass sie stark genug von einem morphologischen Typus abweichen. Sie können aber auch der gleichen Art zugeordnet werden, wenn man der Meinung ist, dass in dieser Art auch eine größere Variationsbreite, die die Funde mit einschließt, angenommen werden kann.
- Die Unterschiede können aber auch auf einen deutlichen Sexualdimorphismus (Unterschiede in der Erscheinung der Männchen und Weibchen) innerhalb einer Art zurückzuführen sein.
Diese Probleme werden mit zunehmender Zahl der Funde und damit Kenntnis der tatsächlichen Variationsbreite geringer, lassen sich aber nicht vollständig beseitigen.
Bei rezenten Lebewesen lassen sich neben den morphologischen Merkmalen auch ethologische, anatomische, physiologische, biochemische und molekulare Merkmale zur Bestimmung heranziehen. In weiten Bereichen, z.B. in der Mikrobiologie oder bei den Nematoden versagen morphologische Artabgrenzungen weitgehend.
Chronologisches Artkonzept
Auch dieses Konzept findet vorwiegend in der Paläontologie Anwendung und ist letztlich nur eine Erweiterung des morphologischen Artkonzeptes um den Faktor Zeit:
:Eine Art wird durch eine Sequenz zeitlich aufeinander folgender Populationen charakterisiert, deren Individuen innerhalb einer bestimmten morphologischen Variationsbreite liegen.
Dieses Konzept ist dann gut anwendbar, wenn praktisch lückenlose Fundsequenzen vorliegen.
Biologisches (populationsgenetisches) Artkonzept
:Eine Art (Biospezies) besteht aus mindestens einer Population, deren Genpool gegen andere Populationen generativ durch Fortpflanzungsisolation (reproduktive Isolation, siehe Biologische Evolution) isoliert ist.
:Angehörige einer Art sind abgesehen von geschlechtspezifischen Merkmalen morphologisch oder physiologisch nur in einzelnen Merkmalen unterscheidbar und können unter natürlichen Bedingungen fruchtbare Nachkommen erzeugen.
:Ernst Mayr 1969: Eine Art ist eine reproduktive Gemeinschaft von Populationen (reproduktiv isoliert von anderen), die eine besondere Nische in der Natur einnimmt.
Beispiele:
- Pferd und Esel sind zwar kreuzbar, haben aber keine fruchtbaren Nachkommen, gehören damit zu verschiedenen Arten.
- Löwe und Tiger sind kreuzbar (sog. "hybride Katzen": Liger und Tigon) und haben unter Umständen fruchtbare Nachkommen, leben aber in verschiedenen Verbreitungsgebieten, lassen sich morphologisch voneinander abgrenzen und gehören damit zu verschiedenen Arten.
Problematik:
- Spitzfindig könnte man frühere Generationen einer Art, die sich ja mit den rezenten Generationen nicht mehr kreuzen können, nach dem Wortlaut dieser Artdefinition als zu einer anderen Art gehörend ansehen. Eine tatsächliche Zeitbarriere zwischen gleichzeitig existierenden Populationen besteht jedoch z.B. zwischen der Frühjahrsform und der Herbstform des Landkärtchen-Schmetterlings. Sie unterscheiden sich farblich stark, kommen in unserm Klimabereich nicht mehr reproduktiv in Kontakt, können aber im Labor fruchtbar gekreuzt werden und gelten deshalb offiziell als eine gemeinsame Art.
- Arten, die sich nur ungeschlechtlich vermehren, werden durch die Definition nicht erfasst.
- Orchideen können sich z.T. sogar über Gattungsgrenzen hinweg fruchtbar kreuzen. Dennoch bilden diese Hybriden die quantitative Ausnahme, während die verschiedenen morphologisch beschriebenen Orchideenarten unterscheidbar bleiben und typreine Populationen bilden.
- Individuen, die sich in einer Population nicht fortpflanzen können (zum Beispiel Arbeiterinnen bei Ameisen oder Bienen) werden scheinbar nicht erfasst. Sie haben aber nachweislich gemeinsame Eltern mit den fruchtbaren Individuen und gehören deshalb zweifelsfrei zur Artpopulation.
Phylogenetisches (evolutionäres) Artkonzept
Dieses Artkonzept schließt das biologische mit ein.
:Eine Art ist eine (monophyletische) Abstammungsgemeinschaft aus einer bis vielen Populationen in einer bestimmten Zeitspanne.
:Eine Art beginnt nach einer Artspaltung und endet
:# wenn alle Individuen dieser Art, ohne Nachkommen zu hinterlassen, aussterben oder
:# wenn aus dieser Art durch Artspaltung zwei neue Arten entstehen.
Eine Artspaltung ist gekennzeichnet durch die (natürliche) reproduktive Isolation von Teilpopulationen, die durch geografische, morphologische, genetische oder ökologische Barrieren bewirkt wird.
Phylogenetische Anagenese ist die Veränderung einer Art im Zeitraum zwischen zwei Artspaltungen, also während ihrer Existenz.
Fossilien können zwar auch hier nur auf Grund morphologischer Merkmale einer Art zugeordnet werden, dies erfolgt aber auf der Grundlage einer Verwandtschaftsanalyse, dem Instrumentarium der phylogenetischen Systematik und nicht auf Grund einer Zuordnung zu einem abstrakten Typus oder Bauplan.
In phylogenetischen Bäumen werden die meist anhand eines oder mehrerer Gene ermittelten Verwandtschaftsbeziehungen zwischen verschiedenen Arten dargestellt.
Physiologische Definition bei Bakterien
Bakterien zeigen nur wenige morphologische Unterscheidungsmerkmale und weisen praktische keine Rekombinationsschranken auf. Deshalb wird der Stoffwechsel als Unterscheidungskriterium von Stämmen herangezogen.
Der wissenschaftliche Name einer Art (traditionell meist lateinischen oder griechischen Ursprungs) setzt sich nach der so genannten binären Nomenklatur aus dem Gattungsnamen (großgeschrieben) und dem Artnamen (kleingeschrieben) zusammen. Er wird im Text gewöhnlich kursiv gesetzt oder alternativ unterstrichen. Völlig korrekt im wissenschaftlichen Sinne wird der Artname erst dann, wenn dem Gattungs- und Artname noch die Autoren beigefügt werden, die die Art als erstes beschrieben haben. Diese Regel sollte in wissenschaftlichen Publikationen immer dann befolgt werden, wenn keine bibliografische Referenz zur Artbeschreibung erfolgt. Um Druckraum zu sparen werden die Autorennamen meist abgekürzt, beispielsweise "L." steht für Linné.
- Beispiel:
Shiitake Lentinula edodes (Berk.) Pegler
M. J. Berkeley hat die Art zuerst beschrieben, D. Pegler hat sie in das heute gültige System eingeordnet
Geschichtliche Entwicklung des Artbegriffes
Die Entwicklung des Artbegriffs ist eng mit der Entwicklung der Vorstellung von der Veränderlichkeit der Arten verknüpft:
Der Beginn der wissenschaftlichen Klassifizierung der Lebewesen liegt im 18. Jahrhundert bei Carl von Linné, der die Fortpflanzungsorgane (zum Beispiel Blüten) als wesentliche Merkmale nahm. Er ging (bewusst oder unbewusst) von einem idealisierten Artenbegriff aus: Nach dem Verständnis seiner Zeit stellte eine Art eine unveränderliche Einheit dar, und Linné versuchte, Standardexemplare jeder Art zu identifizieren. Die natürlich vorkommende Variabilität verstand er als Abweichungen oder Abartigkeiten.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts verdichteten sich die Beobachtungen, dass die Arten im Laufe ihrer Naturgeschichte Änderungen durchmachen. Charles Darwins Evolutionstheorie konnte diese Beobachtungen zusammenfassend erklären. Jedes Individuum vererbt die eigenen Merkmale an die Nachkommen. Variationen innerhalb von Populationen sind hierin keine Abweichungen von einer (ideellen) Norm sondern zum Überleben der Art notwendig. Individuen mit ungeeigneten Merkmalen werden durch Selektion im Mittel weniger Nachkommen haben, und somit ihre Merkmale nicht weitergeben.
Damit wurde die gemeinsame Abstammung zum wesentlichen Merkmal der Bestimmung einer Art.
Eine Folgerung aus der Theorie von Darwin ist, dass alles Leben auf der Erde von einer (oder einer Gruppe von) primitiven Organismen abstammen muss. Daher ist nicht die Tatsache der gemeinsamen Abstammung, sondern der Verwandtschaftsgrad ausschlaggebend für die Definition einer Art.
Eine zweite Folgerung ist, dass eine Art nur zu einem bestimmten Zeitpunkt wohldefiniert ist. In der Vergangenheit können zwei Populationen, die heute als zwei Arten aufgefasst werden, eine Art gewesen sein. Beispielsweise geht man davon aus, dass der Eisbär sich vor einigen 10.000 bis wenigen 100.000 Jahren von einer in Sibirien lebenden Population des Braunbären abgespaltet hat. In der Zukunft mag sich eine heutige Art in mehrere aufspalten.
Zitate
- "Es gibt nur zwei Art-Konzepte, alles andere sind Definitionen, wie man eine Art als systematische Einheit, also als Taxon, umschreiben soll. Die beiden Konzepte sind das typologische Artkonzept, das eine Art als etwas beschreibt, was sich deutlich äußerlich von anderen Lebewesen unterscheidet, und das biologische Artkonzept, was Arten als Gemeinschaften von Individuen bezeichnet, die potenziell fortpflanzungsfähige Nachkommen mit einander zeugen können. Andere Artkonzepte gibt es nicht." Ernst Mayr
- "Bakterien haben keine Arten. Netzeitung: Was dann? Mayr: Das überlasse ich den Mikrobiologen. Das verstehen die ja selber noch nicht. Archaebakterien zum Beispiel tauschen Gene mit Bakterien aus, Bakterien und Archaebakterien jeweils unter einander sowieso. Muss man also alle Bakterien als große Fortpflanzungsgemeinschaft, also als eine Art bezeichnen? Bakterien haben keine Arten. Die ersten Arten, die es gibt, sind schon Eukaryonten. Warum man einen Zellkern braucht, um eine Art sein zu können, weiß ich auch nicht." Ernst Mayr
Literatur
- Animal Species and Evolution (1963; deutsch: Artbegriff und Evolution, 1967)
- Werner Kunz: Was ist eine Art? In der Praxis bewährt, aber unscharf definiert. Biologie in unserer Zeit 32(1), S. 10 - 19 (2002),
Weblinks
- http://www.abi-bayern.de/bio/evol1.htm
Ein Link zu einer einzelnen Art:
- http://www.sandhai.de/
Ein Pressebericht, der viele wissenschaftliche Zweifel offen lässt:
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20612/1.html Neuer Wirt, neue Art (Artikel aus Telepolis)]
Siehe auch
Artbildung, Evolutionstheorie, Taxonomie
Kategorie:Evolution
Kategorie:Taxonomie
ja:種 (生物)
ms:Spesies
th:สปีชีส์
Urmünder
Zu den Urmündern (Protostomia) gehören die Tierstämme mit vollständigem Verdauungstrakt, bei denen in der Embryonalentwicklung des Darmes der Urmund zum Mund wird und der After sekundär durchbricht. Sowohl die Häutungstiere (Ecdysozoa) als auch die Lophotrochozoen (Lophotrochozoa) gehören zu den Urmündern.
Typische Urmünder sind beispielsweise
- Häutungstiere (Ecdysozoa)
- Fadenwürmer (Nematoda)
- Saitenwürmer (Nematomorpha)
- Bärtierchen (Tardigrada)
- Gliederfüßer (Arthropoda), unter anderem mit den Insekten, Spinnentieren, Krebstieren und Skorpionen
- Lophotrochozoen (Lophotrochozoa)
- Weichtiere (Mollusca), unter anderem mit den Schnecken, Muscheln und Tintenfischen
- Ringelwürmer (Annelida), unter anderem mit den Regenwürmern
- Moostierchen (Bryozoa)
- Armfüßer (Brachiopoda)
- Plattwurmartige (Platyzoa)
- Plattwürmer (Plathelminthes)
- Bauchhärlinge (Gastrotricha)
- Kiefermündchen (Gnathostomulida)
- Micrognathozoa
- Rädertierchen (Rotatoria)
- Cycliophora
- Kratzwürmer (Acanthocephala)
Siehe auch: Neumünder (Deuterostomia) und Systematik des Tierreiches
Kategorie:Wirbellose
Epidermis
Als Epidermis (griech. epi über, darauf; derma Haut) bezeichnet man die Oberhaut bei Tieren und beim Menschen. Sie bildet als äußerste Hautschicht die eigentliche Schutzhülle gegenüber der Umwelt. Sie ist mehrschichtig und besteht zu 90 Prozent aus Keratinozyten, den eigentlichen Epidermiszellen, die durch so genannte Desmosomen zusammengehalten werden. In den obersten Schichten besteht die Epidermis aus verhornten Plattenepithelzellen. Man unterscheidet insgesamt fünf Schichten: Hornschicht (Stratum corneum), Glanzschicht (Stratum lucidum), Körnerschicht (Stratum granulosum), Stachelzellschicht (Stratum spinosum), Basalschicht (Stratum basale).
Stratum corneum
Plattenepithel
Der Übergang in das Stratum corneum, die äußerste Schicht der Epidermis erfolgt abrupt. Die nun vollständig verhornten Korneozyten bilden jetzt als "Hornzellen" die "Hornzellschicht", die je nach Region zwischen 12 und 200 Zellschichten dick sein kann. Die Zellen dieser Epidermisschicht sind abgestorben und enthalten keine Zellorganellen mehr. Fette zwischen den Zellen bilden gemeinsam mit den Hornzellen (Korneozyten) eine wasserabweisende Schutzschicht.
Stratum disjunctum
Das Stratum disjunctum ist der Anteil des Stratum corneum, in dem sich die Hornzellen voneinander lösen und unmerklich von der Haut abschilfern (abfallen), indem sich die Kontakte zwischen den Zellen auflösen. Erfolgt dieser Prozess unvollständig, wird der "Zellverlust" als Schuppung sichtbar. Diese oberste Schicht der Hornhaut weist durch Lufteinlagerungen einen anderen Kontrast als das darunterliegende Material auf.
Stratum lucidum
Das auch als "Glanzschicht" benannte Stratum lucidum ist eine unter dem Mikroskop sehr einheitlich aussehende Zellschicht, die ausgeprägt nur an der Leistenhaut der Hände und Füße vorkommt. Sie hat die Aufgabe eine Barriere gegen alle Formen von Eindringlingen in die Haut darzustellen. Sie besteht zum Großteil aus einer öligen Schicht mit geringeren Brechungsunterschieden (daher erscheint sie transparent). In der Felderhaut ist sie kaum ausgebildet und daher auch nur als dünner andersfärbiger Zellstreifen unter dem beinahe unstrukturierten Stratum corneum zu erkennen und bildet die Übergangsschicht zur stark inhomogenen Körnerzellschicht.
Felderhaut
Stratum granulosum
Mit fortschreitender Verhornung beginnt in dieser "Körnerzellschicht" bereits der Abbau der Zellen, sie wandeln sich allmählich in leblose Keratinozyten um. Die äußere Form plattet sich allmählich ab und das Zellinnere wird mehr und mehr von Keratingranula dominiert. Der Zellkern ist nicht so gut abgrenzbar wie im Stratum spinosum.
Stratum spinosum
In dem auch als "Stachelzellschicht" bezeichneten Stratum spinosum sind die Zellen durch Zytoplasmaausläufer mit Desmosomen verbunden. Da die Zellen bei einer histologischen Verarbeitung schrumpfen haben die Zellen im Präparat ein stacheliges Aussehen. Hier beginnt bereits die Verhornung (Keratinisierung).
Im Stratum spinosum liegen Abwehrzellen des lymphatischen Systems, die als Langerhans-Zellen bezeichnet werden.
Stratum basale
Das Stratum basale - die "Basalzellschicht" - dient als einlagige innerste Zellschicht der Regeneration der Haut, hier finden Zellteilungen statt. Die Nährstoffversorgung ist hier noch vergleichsweise gut (denn die Epidermis selber enthält keine Blutgefäße). Die Abgrenzung zur darunter liegenden Lederhaut erfolgt wie bei allen Epithelien durch eine Basalmembran, die in der Felderhaut weitgehend flach verläuft, in der Leistenhaut aber stark durch Papillen (Ausbuchtungen der Lederhaut) verformt wird, deren Dichte die Struktur der Hautleisten vorgibt.
Innerhalb der Basalzellschicht liegen spezielle Sinneszellen für Berührungsreize, die Merkel-Zellen. Zudem liegen hier Melanozyten, die Pigment bildenden Zellen.
Die Grenze zur Lederhaut bildet die für Epithelien typische, extrazelluläre Basalmembran.
Siehe auch
Keratin, Akantholyse
Weblinks
- [http://www.uni-karlsruhe.de/~botanik/anf-prakt/hel-epi.jpg obere Epidermis in Aufsicht]
- [http://www.uni-karlsruhe.de/~botanik/anf-prakt/hel-bla.jpg Blattquerschnitt (Übersicht)]
- [http://www.zum.de/Faecher/Materialien/beck/12/bs12-3.htm Aufbau eines typischen Laubblattes]
- [http://www.clunes.de/derm-info-ordner/daten/Derm-Info-Ordner-32.htm Anatomie der Haut]
Kategorie:Haut
CuticulaAls Cuticula oder Kutikula (lat. Häutchen) bezeichnet man
- in der Botanik eine oft etwas gefaltete Schutzschicht, die bei Pflanzen den Außenwänden der Epidermiszellen aufliegt. Sie schützt das pflanzliche Gewebe vor Wasserverlust und erhöht die mechanische Festigkeit der Epidermis. Häufig ist zur Abdichtung Wachs in die Cuticula eingelagert oder ihr aufgelagert.
- ein der Oberfläche von tierischen und menschlichen Epithelien (besonders der Epidermis) aufliegendes "Oberhäutchen" als feste Zellausscheidung, die dem mechanischen Schutz und der Abschirmung des inneren Milieus dient. Insbesondere wird die Nagelhaut als Cuticula bezeichnet.
- bei Häutungstieren (Ecdysozoa) die außen liegende Körperdecke. Sie gibt dem Körper Form und Stabilität und ist ein in der Regel mehrlagiges Sekretionsprodukt der Epidermiszellen. Bei Insekten und anderen Gliederfüßern ist die Cuticula durch Chitin, teilweise auch Kalk zu einem selbst tragenden Exoskelett verstärkt, das vor Austrocknung schützt und den Gliederfüßern überhaupt erst ein Landleben ermöglicht. Bei den anderen Stämmen der Häutungstiere (u. a. Fadenwürmer (Nematoda), Bärtierchen (Tardigrada)) wird die Cuticula durch den Innendruck der Coelomflüssigkeit zu einem Hydroskelett versteift. Auch Ringelwürmer verfügen über eine derartige Cuticula.
- beim Ei, zum Beispiel dem Hühnerei ist die Kutikula ein dünnes, mit bloßen Auge fast unsichtbares Häutchen, dass das Ei-Innere vor Austrocknung und vor Infektion schützt, sie ist leicht verletzlich, besonders im feuchten Zustand, deswegen sollten Eier auch nicht gewaschen und gekochte Eier nicht mehr abgeschreckt werden. Denn ist die Kutikula nicht mehr intakt, sind die Eier nicht mehr lange haltbar, ob gekocht oder roh.
Weblinks
- [http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d05/r03.htm Botanik online: Kutikula; rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen]
- [http://www.lebenbegreifen.uni-bonn.de/lotus.htm Lotus-Effekt: Selbstreinigende Oberflächen nach dem Vorbild der Natur]
- [http://www.faunistik.net/DETINVERT/MORPHOLOGY/GEWEBE/cuticula_01.html Cuticula bei Insekten]
Kategorie:Morphologie
Meer
Unter Meer (von lateinisch mare: Meer oder althochdeutsch meri: Sumpf, stehendes Gewässer, verwandt mit Moor) versteht man im Hochdeutschen die miteinander verbundenen Gewässer der Erde, die die Kontinente umgeben, im Gegensatz zu den auf Landflächen liegenden Binnengewässern.
Im Niederdeutschen (und ebenso im Niederländischen) sind demgegenüber die Wortbedeutungen von "Meer" und "See" vertauscht: die an Norddeutschland angrenzenden Meere heißen Nordsee und Ostsee (die See); im Landesinneren liegen dagegen das Steinhuder Meer, das Zwischenahner Meer; in den Niederlanden wurde die Zuiderzee nach ihrer Eindeichung in IJsselmeer umbenannt.
Das Meer ist eine zusammenhängende, reich gegliederte Wassermasse, die rund 71% der Erdoberfläche bedeckt. 31,7% des Weltmeeres sind 4000 - 5000 m tief. Die Meeresflora produziert ungefähr 70% des Sauerstoffes, den die Menschen einatmen.
Die Kontinente gliedern es in drei Ozeane: den Atlantischen, den Indischen und den Pazifischen Ozean. Insgesamt hat das Meer ein Volumen von 1,338 Mrd. km³ und damit einen Anteil von 96,5% am Weltwasservorkommen. Meerwasser ist wegen des hohen Salzgehaltes von rund 3,5% für den Gebrauch als Trink- und Bewässerungswasser nicht direkt geeignet. Nur 3,5% des gesamten Wasservorrates auf der Erde ist Süßwasser.
Man unterscheidet die Ozeane (Pazifischer Ozean, Atlantischer Ozean, Indischer Ozean) und deren Nebenmeere. Zu diesen gehören unter anderem
:Chinesisches Meer
:Japanisches Meer
:Karibisches Meer
:Nordsee
:Ostsee (umrandet von Skandinavien und Deutschland, Polen und Baltikum)
:Mittelmeer (zwischen Europa, Afrika und Asien)
:Schwarzes Meer (umrandet von Bulgarien, Rumänien, Ukraine, Russland, Kaukasus, Türkei)
:Rotes Meer (zwischen Asien und Afrika)
:Gelbes Meer (zwischen Korea und der Volksrepublik China)
Weil das Kaspische Meer und das Tote Meer auf einem Kontinent liegen; zählen sie weder zu den Meeren noch zu den Binnenseen; sie gelten als Seen.
Alle Meere unterliegen den Gezeitenkräften. Durch die Anziehung des Mondes entstehen Ebbe und Flut - auch Tide genannt. Den bei Ebbe freiliegenden Meeresboden nennt man Watt.
Meeresgrund
Vor der Erfindung des Echolots stellte man sich den Meeresboden als eine weitestgehend ebene Fläche vor. Später erkannte man, dass der Meeresgrund mindestens genauso gebirgig ist wie die Erdoberfläche. Unter der Wasseroberfläche gibt es Riffe, Gebirge, Erdspalten, Graben und Rinnen. Durch die Verschiebung der Erdplatten (Tektonik) kommt es zu untermeerischen Vulkanausbrüchen und Seebeben.
Salzgehalt (Salinität)
Meerwasser zeichnet sich durch einen relativ einheitlichen Salzgehalt aus, der durchschnittlich 3,5% beträgt. Erhöht ist er dort, wo die Verdunstung sehr hoch ist, wodurch relativ gesehen die Wassermenge weniger wird, während der Salzgehalt steigt. Zusätzlich steigt er, wenn wenige Zuflüsse bestehen, die das Meer mit dem Süßwasser verdünnen.
Wirtschaftliche Bedeutung
Meere sind seit jeher eine der Nahrungsquellen. Seit Jahrtausenden leben viele Menschen an den Küsten, ja ganze Inselvölker vom Fischfang im Meer. Meere sind weiterhin für den internationalen Verkehr und Warenaustausch von größter Bedeutung. Die maritimen Branchen erreichen pro Jahr einen Weltmarktumsatz von 1 200 Milliarden Euro bei stark steigender Perspektive.
Vor der Erfindung des Flugzeugs war der Transport durch Schiffe über die Meere die einzige Möglichkeit, von Europa nach Amerika oder nach Australien zu gelangen. Auch die meisten in den Ozeanen gelegenen Inseln, wie z.B. Madagaskar, und Inselgruppen, wie z.B. die Kanarischen Inseln, waren nur auf dem Meerweg zu erreichen.
Da der Transport per Luftfracht viel teurer ist als per Schiff, ist der Warentransport über die Meere für Massengüter nach wie vor die erste Wahl. Nach dem Gewicht werden weiterhin 92% aller Güter im Welthandel - 5,7 Milliarden Tonnen jährlich - über den Seeweg transportiert.
In den letzten Jahrzehnten wurden Ideen zur Erzeugung elektrischen Stromes in den Meeren entwickelt und in den letzten Jahren auch vermehrt umgesetzt. (Windkraft, Gezeitenkraftwerk, Osmosekraftwerk ...)
Gefahren des Meeres
Das Meer hält für den Schiffsverkehr und für die Küstenstaaten einige Gefahren bereit. So können z. B. Untiefen, Riffe und Klippen, aber auch Sturmfluten für Schiffe gefährlich werden. Wattwanderer und Badende sollten auf Ebbe und Flut sowie auf starke Strömungen achten. Küstenländer können von Sturmfluten und Springfluten bedroht sein. Seebeben und Meteoriteneinschläge können riesige Schwerewellen auslösen, die Tsunamis.
Verwandte Themen
Wasserhalbkugel, Salinität, Liste der Meere
Siehe auch
- Meeresboden
- Meereskunde
- Meerestief
- Meerestiefe
- Nebenmeer (= Oberbegriff für):
- Binnenmeer
- Binnensee
- Mittelmeer
- Randmeer
- Ozean
- Ozeanografie
- Tiefseebecken
- Tiefseerinne
- Schwelle
- Weltmeer
- [http://www.meercam.com/ Webcams am Meer]
Kategorie:Ozeanologie
ja:海
ko:바다
ms:Laut
simple:Sea
zh-min-nan:Hái
SüßwasserSüßwasser ist im Gegensatz zu Salzwasser und Brackwasser derjenige Anteil des auf der Erde frei verfügbaren (also nicht z.B. in Pflanzen gebundenen) Wassers, in dem kein oder nur in geringstem Maße Kochsalz gelöst ist.
Kochsalzarmes Wasser (Salinität von unter 0,1 %) wird unabhängig vom Aggregatzustand als Süßwasser bezeichnet: Auch Eis ist Süßwasser, ja es stellt sogar den größten Anteil des Süßwassers dar. Denn die größten Süßwasservorkommen der Erde befinden sich, zu Eis gefroren, in den Gletschern der beiden Polarregionen. Daneben gibt es natürlich auch Süßwasser in Form der Bäche, Flüsse, und Seen der Erde, sowie - wiederum in Eisform - in den Gletschern und schneebedeckten Höhen der Gebirge. Auch Wolken und Regen sind Süßwasser. Der Anteil von Süßwasser am Wasservorkommen der Erde beträgt 3%.
In der Seefahrt wird das gebunkerte Süßwasser als Frischwasser bezeichnet.
2003 ist von der UNESCO zum Jahr des Süßwassers erklärt worden.
Siehe auch
-
- Destilliertes Wasser
Weblinks
- http://lernarchiv.bildung.hessen.de/archiv/umwelt/projekte/suesswasser
- http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/astuecke/26614/
Kategorie:Hydrologie
Kategorie:Limnologie
Kategorie:Ökologie
Kategorie:Wasserwirtschaft
Kategorie:Wasser
ja:淡水
simple:Fresh water
Parasit
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Parasitismus ist die Wechselwirkung von Organismen unterschiedlicher Arten, bei denen der Vertreter einer Art Nutznießer (Parasit) und der Vertreter der anderen Art der Geschädigte ist (Wirt).Der Begriff ist weiter dadurch definiert, dass der Parasit einen
deutlichen Vorteil dadurch hat, daß er sich größtenteils durch Bestandteile des Wirtes ernährt.
Einige Parasiten übertragen Krankheitserreger auf den Menschen, die zum Teil tödliche Krankheiten (Parasitosen) verursachen. Eine Auflistung ist unter Parasiten des Menschen zu finden.
Auch auf viele Bakterien und Pilze trifft die Definition Parasit zu; sie werden aber aufgrund ihrer
medizinischen Bedeutung und auch ihres teilweise nur fakultativen Parasitismus in den
Fachgebieten Bakteriologie und Mykologie innerhalb der Mikrobiologie behandelt.
In übertragener Bedeutung wird der Ausdruck zur Diffamierung von Menschen verwendet, denen eine Existenz auf Kosten der Gemeinschaft unterstellt wird.
Herkunft des Wortes
Parasiten kommt von griechisch παράσιτος, pará- für neben und sitos für gemästet - ursprünglich für Vorkoster bei Opferfesten, die dadurch ohne Leistung zu einer Speisung kamen.
Das deutsche Wort Schmarotzer für einen Parasiten stammt von mittelhochdeutschen smorotzer ab, das soviel wie Bettler heißt.
Allgemeines
Parasiten sind Organismen, die temporär oder dauerhaft zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedürfnisse auf Kosten anderer Lebewesen - ihren Wirten - existieren. Ihre Fortpflanzung
muss deshalb meist ebenso auf Kosten des Wirtes erfolgen.
Dadurch muss eine ständige gegenseitige Anpassung erfolgen, dies zeigt sich in einer Koevolution von Wirt und Parasit. Im fortgeschrittenen Stadium der Evolution profitiert der Parasit, ohne dem Wirt als "Existenzgrundlage" übermäßig zu schaden oder ihn völlig zu vernichten (Stoffentzug, Abgabe leichter Gifte usw.). Man nimmt auch an, daß die geschlechtliche Fortpflanzung bei Bakterien aufgrund des Selektionsdruckes von Parasiten entstanden ist.
Parasitäre Infektionen beim Menschen sind Infektionen durch Protozoen bzw. Protista und Wurminfektionen.
Die Wissenschaft, die sich mit den Parasiten befasst, wird Parasitologie genannt und ist
sowohl Teilbereich der Ökologie als auch der Medizin.
Parastiten sind grundsätzlich kleiner als ihre Wirte.
Parasitoide
Hierbei handelt es sich um eine vestärkte Form des Parasitismus.
Parasitoide entwickeln sich ebenfalls an oder in einem Wirt; ist die Entwicklung dann gewährleistet, stirbt der Wirt ab. Befällt ein Parasitoid einen anderen Parasitoiden, so spricht man von Hyperparastismus.
Verwandte Formen des Zusammenlebens
Gegenseitiger Nutzen
- Symbiose (trophisch bedingt)
- Mutualismus (ökologisch bedingt)
- Meist sozial organisierte Kolonien oder Assoziationen derselben Art,
Vorteil eines Partners
- Kommensalismus (trophisch bedingt)
- Parasitismus (trophisch bedingt)
- Phoresis (ökologisch bedingt)
- Raubparasitismus (Parasitoidismus) (auch trophisch bedingt)
- Kleptoparasitismus
- Beziehungen bei der ein Partner einen Vorteil hat, aber der andere nicht geschädigt wird, bezeichnet man als Probiose
Bei der Symbiose sind beide Partner nur zusammen überlebensfähig (Flechten), wohingegen beim Mutualismus beide getrennt existieren können. Beim Kommensalismus und bei anderen Formen des Parasitismus findet eine Verschiebung hin zur Bevorteilung des Parasiten statt. Die stärkste Verschiebung zugunsten des Parasiten ist beim Raubparasitismus vorhanden, dabei wird der Wirt vom Parasiten getötet, damit sich der Parasit vermehren kann (Schlupfwespen). Kleptoparasitismus bezeichnet das Ausnutzen von Leistungen anderer, beispielsweise das Stehlen von Nahrung oder das Ausnutzen von Nistgelegenheiten.
Klassifizierung
- Fakultative Parasiten: nicht auf Wirt angewiesen
- Obligate Parasiten: brauchen den Wirt ständig; Wirtsspezifität möglich
- Temporäre Parasiten: sind nur für kurze Zeit auf den Wirt angewiesen.
- Permanente Parasiten: sind permanent auf den Wirt angewiesen.
- Periodische Parasiten: leben in bestimmten Entwicklungsstadien parasitisch
Permanente und Periodische Parasiten werden unter dem Oberbegriff "stationäre Parasiten" zusammen gefasst
Pflanzen
- Holoparasiten: ganz auf Wirt angewiesen
- Hemiparasiten: nur ein Teil der Nährstoffe vom Wirt
Allgemein
- Ektoparasiten: auf Wirtsoberfläche (Flöhe, Läuse, Milben, Zecken)
- Endoparasiten: im Innern des Wirts (Protozoen, Würmer)
- Hyperparasiten: Parasiten, die andere Parasiten befallen (z. B. die Schlupfwespe)
- Brutschmarotzer: Parasiten, die bei brutpflegenden Tieren schmarotzen (z. B. Kuckuck)
Weblinks
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19841/1.html "Es gibt kein System ohne Parasiten!"] - Telepolis, 2005
Siehe auch
biotische Faktoren, Wirt (Biologie), Interspezifische Wechselbeziehungen, Autöcisch
Literatur
- Johannes Dönges: Parasitologie: mit besonderer Berücksichtigung humanpathogener Formen. 2.Aufl., Thieme Verlag, 1988. ISBN 3135799026
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Spulwurm
Der Spulwurm (Ascaris lumbricoides) ist ein den Menschen und Tiere befallender Parasit, der ohne Zwischenwirte auftritt. Er gehört zu den Fadenwürmern.
Verbreitung
Die erste Erwähnung dieses Wurms findet sich im Papyrus Ebers, das um 1540 v. Chr. verfasst wurde. Damit ist er einer der am längsten bekannten Fadenwürmer, die als Parasiten auftreten. Seine Verbreitung selbst ist weltweit und an genügend Bodenfeuchtigkeit gebunden. Durch seine sehr widerstandsfähigen Eier, die bis zu vier Jahre infektiös bleiben und auch von den meisten Chemikalien nicht abgetötet werden, kann er sich lange in bestimmten Gebieten halten. Es sind etwa 22 % der Weltbevölkerung betroffen, wovon bis zu 1 % der Infektion erliegt.
Merkmale
Die bis zu 35 cm - Männchen messen nur bis zu 30 cm - großen Würmer haben ein rosafarbenes, regenwurmartiges Aussehen, daher auch der lateinische Name lumbricoides von Lumbricidae (Familie der Regenwürmer). Ihre Mundöffnung ist dreilippig und mit bloßem Auge kann man die Ausscheidungskanäle als weiße Linien wahrnehmen. Die Männchen unterscheiden sich von den Weibchen durch ihr meist eingerolltes Schwanzende und durch die herausragenden Spicula.
Lebenszyklus
Spicula Spicula
Die von erwachsenen Weibchen im Darm abgelegten Eier gelangen mit dem Kot in die Umwelt. Dort findet noch im Ei bei ausreichender Feuchtigkeit und Temperaturen von 8 bis 35 °C innerhalb von 12 Tagen (unter Laborbedingungen, im Freien wesentlich länger) die Entwicklung über ein Larvenstadium hin zur zweiten Larve statt. Diese wird vom Menschen oder Tier aufgenommen und schlüpft im Dünndarm. Von hier aus bohrt sie sich durch die Darmwand und wandert über den Blutstrom zur Leber, wo sie sich wieder häutet und eine dritte Larve heranwächst. Diese gelangt nun zum Herzen und über den Lungenkreislauf in die Alveolen, dort häutet sie sich abermals und wird zur vierten Larve, welche nun über die Bronchien und Luftröhre zum Kehlkopf wandert. Von dort aus wird sie entweder abgehustet oder geschluckt. Die Dauer dieser Phase beträgt 30 bis 35 Tage. Nun kehrt die Larve wieder zum Dünndarm zurück, wo sie zum erwachsenen Tier auswächst. Die Weibchen legen am Tag bis zu 200.000 Eier. Im Eierstock selbst sind bis zu 27 Millionen Eier angelegt. Die Lebensdauer des Parasiten beträgt bis zu eineinhalb Jahren.
Bei Haustieren besteht daneben die Möglichkeit einer somatischen Wanderung. Die Larven des 2. Stadiums können hierbei aus dem Bereich der Bronchien in den Blutkreislauf übertreten oder direkt die Pleurahöhle besiedeln. Die hämatogen verschleppten Larven können sämtliche Organe des befallenen Tieres befallen, werden dort eingekapselt und bleiben über mehrere Jahre infektiös. Bei einer eventuell auftretenden Trächtigkeit des Tieres bilden diese Larvenstadien die Hauptquelle für die noch im Uterus erfolgende Infektion des Fötus.
Schadwirkung, Diagnose
Die Larven erzeugen gelegentlich allergische Reaktionen. Bei der Lungendurchwanderung kommt es zur Ascaris-Pneumonie, mit Husten, Fieber, starker Verschleimung und asthmaähnlichen Anfällen. Im Darm rufen sie Koliken, Erbrechen, Schwindel hervor, wobei die adulten Würmer die Bauchspeicheldrüsengänge, den Darm oder die Gallengänge blockieren können. Sie blockieren auch teilweise die Verwertung der Nahrung, speziell der Laktose. Bei Sensibilisierung kommt es zu heftigen allergischen Reaktionen.
Die Diagnose des Spulwurmbefalls erfolgt am effektivsten durch eine Kotuntersuchung mittels des Flotationsverfahrens. Hierbei werden die dickschaligen, 70 bis 80 µm großen Eier nachgewiesen. Weiterhin ist der serologische Nachweis einer larvalen Spulwurminfektion mittels ELISA möglich.
Vorbeugung, Bekämpfung
Eine sehr effektive Maßnahme besteht im konsequenten Händewaschen vor jeder Nahrungsaufnahme. Der Verzehr kopfgedüngter Gemüse sollte vermieden, Fäkalien unter hygienischen Gesichtspunkten beseitigt werden. In der Familie gehaltenene Kleintiere bedürfen einer regelmäßigen (vierteljährliche) Entwurmung.
Insbesondere im Bereich der Veterinärmedizin hat der Einsatz von Medikamenten zur Spulwurmbekämpfung (Anthelminthika) eine große Bedeutung. Die derzeit bedeutendste Stoffklasse sind die Benzimidazole, deren meistverwendete Vertreter neben Flubendazol vor allem Fenbendazol und Mebendazol sind. Ebenfalls häufig verwendete Wirkstoffgruppen sind Tetrahydropyrimidine (hier vor allem das Pyrantel) und Imidazothiazole (v.a. Levamisol). Als relativ neue Wirkstoffgruppe gelten Ivermectine (beispielsweise Moxidectin, Doramectin, Milbemycin).
Ältere Anthelminthika wie Piperazin oder auch organische Phosphorsäureester wie Dichlorvos spielen nur noch eine untergeordnete Rolle.
Kategorie:Wirbellose
Kategorie:Parasit
Wuchereria bancrofti
Wuchereria bancrofti ist ein Vertreter der Fadenwürmer, der parasitisch in den Lymphgefäßen des Menschen lebt. Seinen Namen erhielt das Tier von dem portugiesisch-brasilianischen Arzt Otto Wucherer.
Verbreitung
Sie sind hauptsächlich in China, Amerika, Asien, Afrika und im Pazifik verbreitet. Sie kommen dort in den tropischen Regionen vor.
Merkmale
Sie erreichen eine Länge von bis zu 40 Millimetern, wobei die Weibchen bis zu 60 Millimeter lang werden können. Ihre Dicke beträgt dabei aber nur bis zu 0,3 Millimeter.
Lebenszyklus
Übertragen werden die Würmer durch Mücken, vor allem die Stechmücken der Gattungen Culex, Anopheles und Aedes. Die Larven werden in die Stichwunde der Tiere eingespritzt oder wandern aktiv in die Wunde und werden dann meist passiv in die Kapillaren der Lymphgefäße gespült. Die ausgewachsenen Würmer können mehrere Jahre im Lymphsystem leben und produzieren in dieser Zeit Unmengen neuer Wurmlarven.
Schadwirkung
Filariosen, bekannt als Elephantiasis tropica. Dabei handelt es sich um Schwellungen, die durch Lymphgefäßverstopfungen in peripheren Lympgefäßen entstehen, hervorgerufen durch sich entwickelnde Larven in den Gefäßen. Sichtbares Zeichen dieser Krankheit sind extreme Wucherungen des Bindegewebes in den Armen und Beinen, an den Genitalien und den Brüsten. Akute Symptome treten erst bis zu 16 Monate nach der Infektion auf, diese dauern jedoch Tage bis Wochen lang an. Dabei kommt es zu beschriebenen Schwellungen, diese bilden sich generell jedoch wieder zurück, nur bei schweren Formen verbleiben diese.
Kategorie:Wirbellose
Kategorie:Parasit
Madenwurm
Der Madenwurm (Enterobius vermicularis syn. Oxyuris vermicularis) ist ein parasitischer Fadenwurm, der weltweit, vor allem aber in den gemäßigten Klimazonen verbreitet ist. Die Art Vermicularis befällt Menschen, seltener Affen (in Tiergärten). 500 Millionen Infektionen sind weltweit pro Jahr zu verzeichnen, und zwar in sämtlichen Ländern und in allen sozialen Gruppen.
Etwa 50% aller Menschen wird mindestens einmal im Leben befallen. Der Wurmbefall selbst wird als Enterobiasis oder Oxyuriasis.
Merkmale
Die Würmer sind länglich und weiß. Die Weibchen werden bis zu 13 Millimeter lang, während die Männchen nur bis zu 3 Millimeter messen. Die Dicke ist unter 1 Millimeter. Das Weibchen ist aufgrund seiner Größe und seines spitzen Hinterendes vom Männchen unterscheidbar. Es kommen bis zu 3 Larvenstadien vor.
Lebenszyklus
Das durch den Mund aufgenommene Ei wandert durch den Magen, aus dem Ei entwickeln sich schon nach 6 Stunden die ersten Larven, diese wandern vom Dünndarm (wo sie sich bis zu 3 mal häuten) zum bevorzugten Aufenthaltsort rund um den Blinddarm. Dort bilden sie mit ihrem Wirt eine Kommensale (Fressgemeinschaft). Das Weibchen legt nachts seine Eier an den Anusfalten ab (5.000 - 17.000) und durch Anus - Finger - Mund-kontakt erfolgt nun die Infektion von Neuem. Anders als viele andere Darmparasiten dringt der Madenwurm nicht in den Blutkreislauf oder in andere Organe als den Darm ein. Er hat auch keine Zwischenwirte.
Schadwirkungen
Meist kommt es zu einem symptomlosen Wurmbefall. Wenn die Weibchen die Eier ablegen, kann es zu starkem Juckreiz im Analbereich und damit zu Schlafstörungenen kommen und dies wieder zu Konzentrationsschwierigkeiten vor allem bei Schulkindern führen. Kratzen aufgrund des Juckreizes kann zu Hautabschürfungen (Exkoreationen) führen; diese können sich (als Superinfektion) sekundär bakteriell infizieren. Ein massiver Befall kann zu Bauchschmerzen und Gewichtsabnahme, Übelkeit oder Symptomen einer chronischen Blinddarmreizung führen, Selten wird bei Mädchen der Genitaltrakt befallen und damit die Entstehung einer Vulvovaginitis möglich. Dem noch mangelhaft ausgebildeten Hygieneverhalten von Kindern entsprechend kann sich ein Madenwurmbefall auf ganze Schulklassen oder Familien ausdehnen. Deshalb ist es auch von entscheidender Bedeutung, zumindest alle Familienmitglieder einer betroffenen Person auch bei Beschwerdefreiheit und fehlendem Wurm(eier)nachweis (am besten mit Mebendazol oder Pyrantelpamoat als gewichtsabhängige Einmalgabe) zu behandeln.
Diagnose
Zur Diagnostik wird mithilfe eines durchsichtigen Klebestreifens ein Abdruck der Analregion gemacht. Die Klebeseite nimmt die abgelegten Eier auf. Unter dem Mikroskop können bei schwacher Vergrößerung die Eier aufgrund ihrer charakteristischen Form erkannt werden: einseitig abgeflacht, oval, mit einer Größe von 25 x 55 µm. Da Madenwurmeier auf der Haut der Perianalregion abgesetzt werden, ist die Untersuchung einer Stuhlprobe nicht sinnvoll!
Weblinks
- [http://www.aok.de/bund/tools/medicity/diagnose.php?icd=823 Informationen der AOK zur Madenwürmern]
- [http://www.kiel.de/Aemter_30_bis_52/50/Infektionsschutz_Umwelthygiene/download/Infoblatt_Oxyuriose.pdf Informationen] des Gesundheitsamtes Kiel zur Oxyuriose
Kategorie:Wirbellose
Kategorie:Parasit
ko:요충
RNARibonukleinsäure (RNS), meist nach der englischen Bezeichnung ribonucleic acid mit RNA abgekürzt, ist eine Nukleinsäure, eine Kette aus vielen Nukleotiden (ein so genanntes Polynukleotid). Eine wesentliche Funktion der RNA in der Zelle ist mittels Transkription genetische Information von der DNA zu kopieren und mittels Translation in Proteine zu übersetzen.
Translation
Aufbau und Unterschied zur DNA
Vom Aufbau her ist die RNA der DNA ähnlich. Jedoch sind RNA-Moleküle – im Gegensatz zur doppelsträngigen DNA – in der Regel einzelsträngige Polynukleotide. Dieser Unterschied erhöht die Möglichkeiten für dreidimensionale Strukturen der RNA und erlaubt ihr chemische Reaktionen, die der DNA nicht möglich sind. Jedes Nukleotid besteht bei der RNA aus einem Ribosemolekül (d. h. eine Pentose: einem Zucker mit 5 C-Atomen), einem Phosphatrest und einer organischen Base. Die Ribose der RNA ist mit derjenigen der DNA identisch, bis auf eine Hydroxyl-Gruppe (statt einem Hydrogen) an der 2'-Position im Pentose-Ring. Dieser Unterschied macht RNA weniger stabil als DNA, da es eine Hydrolyse ermöglicht.
In der RNA kommen die folgenden organischen Basen vor: Adenin, Guanin, Cytosin und Uracil. Die ersten drei Basen sind die selben wie die in der DNA verwendeten. Uracil dagegen ersetzt Thymin als komplementäre Basen zu Adenin. Vermutlich nutzt RNA Uracil, da dieses energetisch weniger aufwändig herzustellen ist. Da Uracil aber leicht zu Cytosin mutiert, verwendet DNA das stabilere Thymin.
Synthese von RNA
Das Enzym RNA-Polymerase katalysiert an der DNA durch den Prozess der Transkription aus Nukleosidtriphosphat(NTP) die RNA. Dafür setzt sich die RNA-Polymerase an eine Promotor genannte DNA-Sequenz (siehe auch Initiation (DNA-Transkription)). Dann trennt sie die DNA-Doppelhelix durch Lösen der Wasserstoffbrücken in einem kurzen Bereich in zwei DNA-Einzelstränge auf. Am codogenen Strang der DNA lagern sich durch Basenpaarung komplementäre Ribonukleotide an. Sie werden unter Eliminierung Pyrophosphat durch eine esterartige Bindung zwischen Phosphorsäure und Ribose miteinander verknüpft. Die Ableserichtung der DNA verläuft vom 3'-Ende zum 5'-Ende, die Synthese der komplementären RNA dem entsprechend 5'–3'. Die Öffnung der DNA-Doppelhelix erfolgt nur in einem kurzen Bereich, so dass der bereits synthetisierte Teil der RNA aus dieser Öffnung heraushängt und zwar mit dem 5'-Ende der RNA voran. Die Synthese der RNA wird an einer Stopp-Sequenz (Terminator) beendet. Danach wird das RNA-Transkript entlassen und die RNA-Polymerase löst sich von der DNA.
Abbau von RNA
Da ständig neue RNA gebildet wird, muss die „alte“ wieder abgebaut werden. Dies geschieht mit Hilfe der RNase, eines Enzyms, das Verbindungen des Zucker-Gerüstes der RNA trennt und somit die Monomere bildet, welche wieder zur Bildung neuer RNA verwendet werden.
Biologische Bedeutung
RNA-Moleküle können unterschiedliche Funktionen ausüben. Zum einen kann RNA genetische Information übertragen. Andere RNA-Moleküle tragen zur Übersetzung dieser Information in Proteine bei sowie bei der Regulation der Gene. Darüber hinaus kann RNA auch katalytische Funktionen ähnlich einem Enzym inne haben. RNA wird daher – je nach ihrer Funktion – auch verschieden benannt. Vorangestellte Kleinbuchstaben kennzeichnen die unterschiedlichen RNA-Typen:
- Die mRNA, Boten-RNA (englisch messenger RNA), kopiert die in einem Gen auf der DNA liegende Information und trägt sie zum Ribosom, wo mit Hilfe dieser Information die Proteinbiosynthese stattfinden kann. Jeweils drei im Polynukleotidstrang nebeneinander liegende Nukleotide bilden ein Codon, mit dessen Hilfe sich eine spezifische Aminosäure, die in ein Protein eingebaut werden soll, eindeutig bestimmen lässt. Diese Gesetzmäßigkeit wurde im Mai 1961 von Heinrich Matthaei und Nirenberg gefunden. Dieser Zeitpunkt markiert einen Neubeginn in fast allen Bio-Wissenschaften.
- Die tRNA, Transfer-RNA, kodiert keine genetische Information, sondern dient als Hilfsmolekül bei der Proteinbiosynthese, indem sie eine einzelne Aminosäure aus dem Cytoplasma aufnimmt und zum Ribosom transportiert. Die tRNA wird durch ein bestimmtes 'RNA-Gen' kodiert.
- Die rRNA, ribosomale RNA, trägt, ähnlich wie die tRNA, keine genetische Information, sondern ist am Aufbau des Ribosoms beteiligt und erfüllt dort auch eine Stoffwechselfunktion.
- Die hnRNA, heterogene Kern-RNA, kommt im Zellkern von Eukaryoten vor, Vorstufe der mRNA.
- Die snRNA, small nuclear-RNA, im Zellkern von Eukaryoten, verantwortlich für die enzymatische Spaltung der hnRNA im Spliceosom.
- Die snoRNA, small nucleolar-RNA, im Nukleolus und die eng verwandten sca RNAs in den Cajal Bodies.
- Die siRNA, small interfering RNA entsteht bei einem Signalweg der Zelle, der als RNAi (RNA Interference) zusammengefasst wird. Dabei wird dsRNA (doppelsträngige RNA) durch das Enzym Dicer in viele kleinere Fragmente von ca. 22 Nukleotiden Länge zerteilt (die siRNAs) und in den Enzymkomplex RISC (RNA-induced silencing complex) eingebaut. Mithilfe der inkorporierten RNA-Fragmente bindet RISC komplementär an DNA, z.B. Genbereiche, oder mRNA und kann diese damit "abschalten". siRNA's werden aktuell intensivst auf ihre Beteiligung an verschiedenen Zellvorgängen und Krankheiten erforscht.
- Die microRNA dient der Feinregulation des Wachstums in Zellen.
- Die Antisense-RNA dient der Regulation von Genexpression.
In der Mehrzahl der Lebewesen spielt die RNA als Informationsträger eine der DNA untergeordnete Rolle:
Die DNA ist hier das permanente Speichermedium für die genetische Information, die RNA dient als Zwischenspeicher.
Nur einige RNA-Viren, wie etwa HIV, das AIDS auslösende Virus, nutzen RNA anstelle der DNA als permanentes Speichermedium. Zur Klassifikation der Viren unterscheidet man folgende Typen:
- dsRNA: Doppelstrang-RNA
- ss(+)RNA: Einzelstrang-RNA, die als mRNA verwendet wird.
- ss(-)RNA: Einzelstrang-RNA, die als Matrize zur mRNA-Produktion dient.
Die RNA-Welt-Hypothese
Die RNA-Welt-Hypothese wurde erstmals 1986 von Walter Gilbert vorgeschlagen und besagt, dass RNA-Moleküle in der chemischen Evolution die Vorläufer der Organismen waren.
Die Hypothese lässt sich ableiten aus der Fähigkeit der RNA zur Speicherung, Übertragung, und Vervielfältigung genetischer Informationen sowie aus ihrer Fähigkeit, als Ribozyme Reaktionen zu katalysieren. In einer Evolutionsumgebung würden diejenigen RNA-Moleküle gehäuft vorkommen, die sich selbst bevorzugt vermehren.
Ausgangspunkt sind einfache sich selbst replizierende RNA-Moleküle. Einige davon erhalten die Eigenschaft, die Synthese von Proteinen zu katalysieren, die selbst wieder die Synthese der RNA und ihre eigene Synthese katalysieren (Entwicklung der Translation). Einige RNA-Moleküle lagern sich zu doppelsträngigen RNA-Molekülen zusammen, die sich zu DNA-Molekülen und Trägern der Erbinformation weiterentwickeln (Entwicklung der Transkription).
Als Grundlage dienen bestimmte RNA-Molküle, die von beliebigen RNA-Vorlagen und damit von sich selbst Kopien erzeugen können. Jennifer A. Doudna und Jack W. Szostak benutzten als Vorlage zur Entwicklung dieses RNA-Typs das selbst-spleißende Intron des eukaryotischen Einzellers Tetrahymena thermophila. Damit besteht die Möglichkeit, dass in den Ribosomen die eigentlich katalytischen Moleküle die rRNA sind und somit RNA die Eiweißsynthese katalysiert. Einschränkungen bestehen allerdings darin, dass bei der selbstreplizierenden RNA als Bausteine nicht Mononukleotide sondern Oligonukleotide und Hilfsstoffe benötigt werden.
2001 wurde entdeckt, dass die wichtigen katalytischen Zentren der Ribosomen von RNA und nicht, wie vorher angenommen, von Proteinen gestellt werden. Dies zeigt, dass eine katalytische Funktion der RNA, wie sie in der RNA-Welt-Hypothese vorgeschlagen wurde, heute von Lebewesen genutzt wird. Da Ribosomen als sehr ursprüngliche Zellbausteine gelten, gilt diese Entdeckung als wichtiger Beitrag zur Untermauerung der RNA-Welt-Hypothese. Man ist nun sicher, dass RNA-Moleküle – zumindest prinzipiell – in der Lage sind, Aminosäuren zu Proteinen zu verketten.
In diesem Zusammenhang ist auch die PNA (Peptid-Nukleinsäure) als mögliches Vorläufermolekül der RNA von Interesse.
Weblinks
- [http://www.foerstner.org/konrad/bco/grundlagen/nukleinsaeuren.html Nukleinsäure - DNA/RNA] auf der Homepage von Konrad Förstner
- [http://www.stern.de/wissenschaft/forschung/?id=527080&nv=cp_L1_rt Genforscher Thomas Tuschl in Stern über RNA-Interferenz]
- [http://www.zeit.de/2004/48/M-Small_RNA Die Zeit: Schatz im Erbgut]
Siehe auch
- Transkription (Biologie)
- Codogener Strang
- Chemische Evolution
Kategorie:Genetik Kategorie:Nukleinsäure Kategorie:Chemische Verbindung
ja:リボ核酸
ko:RNA
MeiofaunaAls Meiofauna oder auch Mesofauna bezeichnet man den Anteil der bodenlebenden Organismen, die zwischen 0,30 mm und 1 mm groß sind. Größere Bodentiere ordnet man der Makrofauna zu, kleinere der Mikrofauna.
Im terrestrischen Lebensraum gehören zur Meiofauna etwa größere Nematoden, Mikroarthropoden (Gliederfüßer) wie etwa Milben und Springschwänze, Bärtierchen, Rädertiere und kleine Borstenwürmer (Oligochaeta, Polychaeta). Sie leben meist saprophytisch oder als Räuber von der Mikrofauna und -flora.
In Gewässern wird die Meiofauna ebenfalls von verschiedenen Gliederwürmer, Nematoden, benthischen Rädertierchen und ähnlichen Organismen gebildet.
Kategorie:tierwelt
Trichine
Trichinen (Trichinella) sind eine Gattung der Fadenwürmer mit parasitischer Lebensweise. Säugetiere, Vögel und Menschen dienen als Zwischen- und Endwirt. Hauptüberträger für den Menschen sind Hausschweine. Bei Befall spricht man von Trichinose.
Verbreitung
Die Trichine ist durch mehrere Arten weltweit verbreitet. Vor Einführung des "Reichsfleischbeschaugesetzes" unter der Federführung von Rudolf Virchow um 1900 gab es in Deutschland nach Schätzungen etwa 15.000 Erkrankungen. Durch die Fleischbeschau sank diese Zahl in nur 50 Jahren auf nahezu Null. In den westlichen Ländern tritt die Trichine nur noch im "silvatischen Zyklus" auf, dabei werden die Würmer durch Füchse und Nager verbreitet. In nördlicheren Gebieten durch Bären, Schlittenhunde und Robben. Ein "urbaner Zyklus" ist ebenfalls vorhanden, dieser geschieht vor allem über Ratten und Schweine. Die Hauptursache für menschliche Infektionen in anderen Ländern ist eine fehlende Fleischbeschau. Es treten auch noch in Deutschland Infektionen auf, diese werden durch individuell gezogene Schweine verursacht, die keiner Fleischbeschau unterzogen werden.
Merkmale
Die adulten Tiere erreichen eine Länge von 1,5 Millimetern, deutlich kann man das verdickte Hinterende erkennen, das den Darm beherbergt. Die Larven kapseln sich im Muskelgewebe ein und bilden dort einen "Ammenzellnährkomplex", eine Kapsel, die reichlich mit Blutgefäßen versorgt wird und dadurch die Larve am Leben erhält. Sie erreicht eine Größe von rund einem Millimeter und ist dann infektiös.
Lebenszyklus
urbaner Zyklus
Bei Trichinen fungiert zunächst jeder Wirt als Zwischenwirt, da die Larven zuerst im Darm zu adulten Würmern heranreifen. Mit dem infizierten Fleisch werden die eingekapselten Larven aufgenommen, die Kapseln im Dünndarm aufgelöst und die Larven somit freigesetzt. Die Würmer bohren sich in das Dünndarmepithel ein und entwickeln sich innerhalb von 30 Stunden zum adulten Tier, danach findet eine Paarung statt. Dort angesiedelt bringen die Weibchen lebendgebärend bis zu 1500 Larven zur Welt. Die Larven bohren sich nun durch den Dünndarm und erreichen so die Lymphe oder den Blutstrom. Sie treiben nun durch den Kreislauf und lassen sich vor allem im quergestreiften Muskelgewebe nieder. Bevorzugt werden hierbei Zwerchfell, Augen, Zunge, und Extremitäten. Nun beginnt die Bildung des Ammenzellnährkomplexes, bei dem die Zellen, in welche die Larve eindringt, sich stark verändern und sich eine Kapsel bildet, die stark von Blutgefäßen versorgt wird. Diese Kapsel bleibt infektiös, solange der Parasit lebt. Ab dem fünften Monat findet im menschlichen Gewebe jedoch eine Verkalkung statt, die zum Absterben der Ammenzelle und der Larve führt.
Schadwirkung
Dünndarmepithel
Die adulten Würmer im Darm rufen Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Muskelschmerzen und Schwindel hervor. Danach beginnen die durch die Larven hervorgerufenen Symptome mit Ödemen im Gesichtsbereich, Fieber, Schwäche. Diese Symptome halten bis zu einem Jahr an und verschwinden danach ohne bleibende Folgen. Jedoch führt dies bei bereits geschwächten Personen zum Tod.
Vorbeugung
Als einzige proaktive Maßnahme sei hier die Trichinenschau genannt, bei der die Kapseln der Larven gezielt erkannt werden. Man kann eine Abtötung der Larven mit Kochen erreichen, dabei muss das Fleisch mindestens 65 °C erreichen, des weiteren gilt das Gefrieren als Abtötungsmaßnahme. Jedoch kann die im hohen Norden verbreitete Art T. nativa selbst sehr tiefen Temperaturen lange widerstehen. Durch Räuchern, Pökeln, Salzen können die Trichinen auch unschädlich gemacht werden, wenn Mindestzeiten und -konzentrationen eingehalten werden. Vorsicht ist bei Import von Fleisch aus dem nicht EU-Ausland geboten, da in manchen Ländern keine obligatorische Fleischbeschau stattfindet bei Wild, Haus- und Einzelschlachtungen. Gegebenenfalls ist eine Beschau durch das Veterinäramt bei der jeweiligen Verwaltungsbehörde nachzuholen und auch zu empfehlen.
Rechtliches
- Deutschland, Österreich Schweiz:
Lebensmittelgesetz, Meldepflicht, Lebensmittelimportbestimmung
Kategorie:Infektionskrankheit
Kategorie:Wirbellose
Kategorie:Parasit
Kategorie:Meldepflichtige Krankheit
1919
Politik
- Während der Friedensverhandlungen in Versailles tritt der englische Delegierte Keynes aus Empörung über die Höhe der Reparationsforderungen an Deutschland zurück
- 1. Januar: Die Tschechoslowakei besetzt Preßburg, Ungarn
- 1. Januar: Die bereits am 25. Dezember 1918 proklamierte Sowjetrepublik Weißrussland wird gegründet
- 1. Januar: Gustave Ador wird neuer Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Der Achtstundentag tritt als Folge des Stinnes-Legien-Abkommens im Deutschen Reich in Kraft
- 1. Januar: Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Leo Jogiches gründen die KPD als selbständige Partei
- 4. Januar: Parade der Eisernen Garde vor Gustav Noske und Friedrich Ebert in Berlin
- 15. Januar: Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden von Soldaten der Garde-Schützen-Kavallerie-Division in Berlin ermordet; ihre Leichen im Landwehrkanal versenkt
- 19. Januar: Wahlen zur Nationalversammlung in Deutschland. Zum ersten Mal sind Frauen stimmberechtigt und auch wählbar
- 23. Januar: Beginn des Polnisch-Tschechoslowakischen Grenzkrieges um das Olsa-Gebiet
- 6. Februar: Eröffnung der Weimarer Nationalversammlung durch Friedrich Ebert
- 11. Februar: Friedrich Ebert wird von der Nationalversammlung zum ersten Reichspräsident der Weimarer Republik gewählt und bleibt dies bis 1925
- 21. Februar Der bayrische Ministerpräsident Kurt Eisner wird ermordet
- 6. März: Das Gesetz über die Bildung einer vorläufigen Reichswehr tritt in Kraft
- 21. März: Gründung der Ungarischen Räterepublik
- 13. April: Bildung der zweiten kommunistischen Münchner Räterepublik
- 14. April: Der Vollzugsrat der Betriebs- und Soldatenräte ruft in München zur Bewaffnung auf
- 2. Mai: Reichswehrtruppen des Obersten von Epp besetzen nach heftigen Kämpfen gegen Kommunisten und Anarchisten München
- 7. Juni: Arbeiteraufstand auf Malta
- 22. Juni: Jens Olivur Lisberg hisst die erste Flagge der Färöer
- 23. Juni: Schlacht von Wenden
- 23. Juni–1. Juli: Sülzeunruhen in Hamburg. In ihrer Folge besetzen Reichswehr und Freikorps die Stadt
- 28. Juni: Unterzeichnung des Versailler Vertrages
- 1. August: Auflösung der Ungarischen Räterepublik
- 10. August: Vertrag von Rawalpindi. Afghanistan wird unabhängig von Großbritannien
- 11. August: Die Weimarer Nationalversammlung gibt Deutschland eine demokratisch-parlamentarische Verfassung
- 17. August: Beginn des ersten polnischen Korfanty-Aufstandes in Oberschlesien
- 4. September -Beginn des Sivas Kongress in der Türkei
- 10. September: Annahme des Friedensvertrags von Saint-Germain-en-Laye durch die österreichische Nationalversammlung. Dadurch wird Südtirol italienisch
- Rote Garden besetzen den Münchner Hauptbahnhof
- Max Brauer (SPD) wird unter dem liberalen Oberbürgermeister Bernhard Schnackenburg Bürgermeister von Altona
- November: Der Berliner Stadtkommandant Otto Wels bildete Soldatenwehren zum Schutz vor Plünderungen und Bürgerkrieg in Berlin
Wissenschaft und Technik
Luftfahrt
- Gründung der IATA
- Februar: Erstflug der Farman F.60 Goliath
- März: Erstflug der De Havilland DH 16
- Juni: Erstflug der Junkers F13
- 14./15. Juni: Erster Nonstop-Flug über den Atlantik durch John Alcock und Arthur Whitten-Brown
- 7. September: Die Koninklijke Luchtvaart Maatschappij: KLM wird gegründet und ist somit die älteste noch existierende Fluggesellschaft der Welt
- Oktober: Erstflug der Fokker F II
- Dezember: Erstflug der Handley Page W.8
Wissenschaft
- Ernest Rutherford wandelt künstlich Stickstoff in Sauerstoff um: 147N + 42He → 178O + 11H
- Francis William Aston entdeckt, dass Isotopie eine über das ganze Periodensystem verbreitete Erscheinung ist
- Arthur Eddington beobachtet während einer Sonnenfinsternis in Brasilien am 29. Mai, dass das Schwerefeld der Sonne Licht genau so ablenkt, wie es die allgemeine Relativitätstheorie vorhersagt
Chemie
- Ernst Späth gelingt die Strukturaufklärung und Synthese des Meskalins
Kultur
- 21. Februar: Uraufführung der Oper Absalom i Eteri von Sacharij Paliaschwili in Tiflis
- 18. März: Uraufführung der Oper Gaudeamus von Engelbert Humperdinck in Darmstadt
- 10. April: Uraufführung der musikalischen Komödie Masques et bergamasques von Gabriel Fauré in Monte Carlo
- 16. April: Uraufführung der Oper Don Ranudo de Colibrados von Othmar Schoeck in Zürich
- 6. Oktober: Uraufführung der Operette Apple Blossoms von Fritz Kreisler am Globe Theatre in New York
- 21. Oktober: Uraufführung der Oper Fennimore und Gerda von Frederick Delius am Opernhaus in Frankfurt am Main
- Die Künstlervereinigung „Die Kugel“ wird in Magdeburg gegründet
Katastrophen
- Ende der Influenza-Pandemie („Spanische Grippe“), die 1918 begonnen hatte
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 18. März: Gründung des Fußballclubs FC Valencia
- 1. Januar: Karl Otto Dehnert, Bürgermeister von Wuppertal († 2004)
- 1. Januar: Jerome David Salinger, US-amerikanischer Schriftsteller
- 2. Januar: Josef Moser (Bautenminister), Bautenminister († 2003))
- 9. Januar: Hans Lebert, österreichischer Schriftsteller und Opernsänger († 1993)
- 12. Januar: Hans Richter (Schauspieler), Schauspieler
- 13. Januar: Ludwig Janda, ehemaliger deutscher Fußballspieler († 1981)
- 15. Januar: Heinz Bethge, deutscher Physiker († 2001)
- 18. Januar: Anton Turek, deutscher Fußballspieler, († 1984)
- 22. Januar: Victor Futter, US-amerikanischer Anwalt und Professor († 2005)
- 23. Januar: Hans Hass, Biologe und Ichthyologe
- 26. Januar: Bill Nicholson, britischer Fußballspieler († 2004)
- 27. Januar: David Seville, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber († 1972)
- 29. Januar: Konrad Hesse, deutscher Rechtswissenschaftler, Richter am Bundesverfassungsgericht († 2005)
- 31. Januar: Hans Katzer, deutscher Politiker († 1996)
- 1. Februar: Eugen Stadelmann, österreichischer Lehrer und Heimatdichter († 1998)
- 2. Februar: Lisa Della Casa, Schweizer Opern- und Operettensängerin
- 4. Februar: Widukind Lenz, deutscher Humangenetiker († 1995)
- 5. Februar: Robert R. Merhige Jr., US-amerikanischer Jurist und Bundesrichter († 2005)
- 8. Februar: Leopold Neumer, deutscher und österreichischer Fußballspieler († 1990)
- 11. Februar: Gretchen Frazer, ehemalige US-amerikanische Skifahrerin († 1994)
- 12. Februar: Ernst-Joachim Gießmann, Minister für Hoch- und Fachschulwesen der DDR († 2004)
- 13. Februar: Willi Bars, deutscher Fußballspieler
- 13. Februar: Tennessee Ernie Ford, US-amerikanischer Country- und Gospel-Sänger († 1991)
- 17. Februar: Kathleen Freeman, US-amerikanische Schauspielerin († 2001)
- 17. Februar: Joseph Hunt, US-amerikanischer Tennisspieler († 1945)
- 18. Februar: Jack Palance, US-amerikanischer Schauspieler
- 20. Februar: Jesco von Puttkamer (Publizist), deutscher Politiker und Diplomat († 1987)
- 22. Februar: Henri Arnoldus, niederländerischer Autor († 2002)
- 26. Februar: Mason Adams, US-amerikanischer Schauspieler († 2005)
- 27. Februar: Roman Haubenstock-Ramati, Komponist († 1994)
- 1. März: Ludwig Volkholz, Politiker († 1994)
- 2. März: Tibor Flórián, ungarischer Schachspieler, Problemkomponist, Autor und Funktionär († 1990)
- 2. März: Jennifer Jones, US-amerikanische Schauspielerin
- 3. März: Hannelore Schmidt, Ehefrau von Helmut Schmidt
- 7. März: Juanita Kidd Stout, Richterin († 1998)
- 12. März: Christian Broda, österreichischer Politiker († 1987)
- 17. März: Nat King Cole, US-amerikanischer Sänger und Jazz-Musiker († 1965)
- 19. März: Josef Stingl, deutscher Politiker († 2004)
- 19. März: José Alí Lebrún Moratinos, Erzbischof von Caracas und Kardinal († 2001)
- 19. März: Peter Abrahams, südafrikanischer Schriftsteller
- 19. März: Lennie Tristano, US-amerikanischer Jazzmusiker (Pianist und Komponist) († 1978)
- 20. März: Gerhard Barkhorn, deutscher Jagdflieger im 2. Weltkrieg († 1983)
- 20. März: Ernst Topitsch, österreichischer Philosoph und Soziologe († 2003)
- 24. März: Robert Heilbroner, US-amerikanischer Volkswirtschaftler († 2005)
- 29. März: Robert Lowry (Schriftsteller), Schriftsteller († 1994)
- 29. März: Eileen Heckart, US-amerikanische Schauspielerin († 2001)
- 1. April: Joseph Edward Murray, US-amerikanischer Chirurg
- 2. April: Delfo Cabrera, argentinischer Marathonläufer († 1981)
- 3. April: Reno Nonsens, deutscher Satiriker und Theaterleiter († 2001)
- 9. April: John Presper Eckert, US-amerikanischer Computerpionier († 1995)
- 10. April: Richard Bergmann, österreichischer Tischtennisspieler († 1970)
- 13. April: Howard Keel, US-amerikanischer Schauspieler und Musical-Darsteller († 2004)
- 14. April: Raúl Francesco Primatesta, Erzbischof von Córdoba und Kardinal
- 14. April: Karel Berman, tschechischer Komponist und Opernsänger († 1985)
- 16. April: Liesel Christ, Frankfurter Volksschauspielerin († 1996)
- 16. April: Merce Cunningham, US-amerikanischer Tänzer und Choreograf
- 18. April: John Taras, Choreograf und Ballettmeister († 2004)
- 21. April: Michael Thomas Mann, deutscher Musiker und Literaturwissenschaftler († 1977)
- 21. April: Licio Gelli, Gründer der Geheimloge Propaganda Due
- 21. April: Don Cornell, US-amerikanischer Sänger der 1940er und 1950er († 2004)
- 23. April: Silja Walter, Benediktinerin und Schriftstellerin
- 23. April: Yoshitaro Nomura, japanischer Filmregisseur († 2005)
- 24. April: César Manrique, Künstler, Architekt, Bildhauer und Umweltschützer von Lanzarote († 1992)
- 24. April: Axel von dem Bussche, Offizier des Heeres während des 2. Weltkrieges († 1993)
- 24. April: Wolfgang Panofsky, US-amerikanischer Teilchenphysiker
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