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| Kundenbedienter Banknotenautomat |
Kundenbedienter Banknotenautomat]
Ein Geldautomat (in Deutschland übliche Bezeichnung; auch: Kundenbedienter Banknotenautomat, Geldausgabeautomat, Bankautomat; abgekürzt: GA oder GAA) bzw. Bankomat (in Österreich) und Bancomat (in der Schweiz, bzw. Postomat für die Automaten der Post) ist eine in Kreditinstituten oder an der Außenfront von Kreditinstituten oder an häufig frequentierten Orten betriebene technische Einrichtung zur Bargeldausgabe.
Das Gerät ermöglicht Bargeldbezüge des Kunden in Selbstbedienung. Es gibt auch verbesserte Automaten, die Fremdwährungen herausgeben und den Kunden über Kontostand und vergangene Transaktionen Auskunft geben können. Es rationalisiert somit in erster Linie Kassenvorgänge.
Im englischsprachigen Raum wird der Geldautomat meist ATM (Automated Teller Machine oder Automatic Teller Machine) genannt. Ein Teller ist der Kassier einer Bank, die Bezeichnung rührt also vom automatisierten Kassengeschäft her.
An einem Geldautomaten kann ein Bankkunde nach Eingabe einer Scheckkarte oder Kreditkarte und einer Geheimzahl (PIN) rund um die Uhr Bargeld von dem der Karte zugeordneten Giro- oder Kreditkartenkonto abheben. Nach der Identifikation über die Karte, der Authentifizierung via PIN-Eingabe erfolgt die Autorisierung für die gewünschte Transaktion. Eine Autorisierungszentrale entscheidet online über die Gültigkeit der Transaktion. Offline-Transaktionen werden heutzutage zumeist nicht unterstützt. Zum Schutz vor Missbrauch sind die Auszahlungssummen durch die Bank des Karteninhabers in der Regel pro Tag und Woche begrenzt. Die Auszahlung ist je nach Standortbank pro Transaktion begrenzt. In vielen Ländern werden von den Automatenbetreibern Gebühren für Auszahl-Transaktionen verlangt.
Neben Geldausgabeautomaten gibt es auch SB-Geräte zur Geldeinzahlung (Geldeinzahlungsautomaten) und Info-Terminals, die Funktionen wie Kontoauszugdruck, Kontoüberweisung, Aufladen der Elektronischen Geldbörse uvm. unterstützen.
Der Geldausgabeautomat war - noch vor dem PC - das erste Computerterminal, dem es gelungen ist, weltweit bei breiten Bevölkerungsschichten unentbehrlich zu werden. Die Behebungsmöglichkeiten sind dabei heute nicht mehr nur auf die eigene Bank oder das eigene Land beschränkt, sondern es kann heute nahezu jeder Inhaber einer international einsetzbaren Debit- oder Kreditkarte mit ihr nicht nur bargeldlos bezahlen, sondern auch Bargeld beziehen.
Bestandteile
Kreditkarte
Ein heutiger Geldautomat besteht aus einem Industrie-Standard-PC mit angeschlossener Spezialperipherie und einem Tresor.
Peripheriegeräte, die zur Basisausstattung jedes Geldautomaten gehören, sind:
- Ein Auszahlmodul zum Vereinzeln und Präsentieren von Geldscheinen oder anderer papierbasierter Medien, wie Briefmarken.
- Ein ID-Kartenleser zum Lesen von Scheckkarten oder Kreditkarten.
- Ein Encrypting PIN Pad (EPP) zur Erfassung und Verarbeitung der Geheimzahl, weiteren Bedienfunktionen und zur sicheren Kommunikation.
- Ein Monitor (Bildschirm) zur Ausgabe von Meldungen und Funktionsauswahl.
- Soft Keys (unbeschriftete Tasten, die rechts und links neben dem Bildschirm angeordnet sind und der Funktionsauswahl dienen).
Weitere Peripheriegeräte sind zum Beispiel: Videokamera, Journaldrucker, Quittungsdrucker, Kontoauszugdrucker, Touchscreen (ersetzt Bildschirm und Soft Keys), alphanumerische Tastaturen, Geräte zur Scheck- und zur Bargeldeinzahlung, Geräte zum Einwurf und Lagerung von Briefumschlägen, Geräte zur Aus- und Eingabe von Münzen, Geräte zur Verarbeitung von Sparbüchern, Barcode-Scanner, Kopfhöreranschluss oder Lautsprecher (zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung).
Die Softwareausstattung besteht aus einem Industrie-Standard-Betriebssystem, Gerätetreibern, einer Kommunikationsschicht (z. B. CEN/XFS oder J/XFS) und einer Applikation, die den Geldautomat steuert und mit der Gegenstelle (Server/Host) kommuniziert.
Geschichte
Der erste funktionierende Geldautomat wurde bereits 1939 von dem aus der Türkei stammenden George Luther Simjian gebaut und von der City Bank of New York (heute Citibank) probeweise in Betrieb genommen. Der Betrieb war jedoch nicht sonderlich erfolgreich, was weniger an technischen Schwierigkeiten, sondern vor allem an mangelnder Akzeptanz bei der Kundschaft lag.
1965 griff der Amerikaner Donald Wetzel, Vizepräsident der Firma Docutel die Idee zu einem Geldausgabeautomaten auf, als er in einer Schlange vor der Kasse eines Geldinstituts wartete. In der Folge konzipierte er ab ca. 1968 mit weiteren Docutel-Ingenieuren und einem Budget von fünf Millionen US-Dollar eine Maschine, welche die Barauszahlungen durch Einschieben einer Karte und Eingabe einer Zahlenkombination automatisierte. Die ersten Automaten wurden 1971 in Betrieb genommen, eine wesentlich verbesserte Version 1973.
Zeitgleich und davon unabhängig entwickelte auch der Schotte John Shepherd-Barron mit der Firma De la Rue einen Geldautomaten, dessen erstes Gerät 1967 in Enfield Town nördlich von London von der Barclays Bank aufgestellt wurde.
Das noch heute übliche Prinzip der Authentifizierung durch Vergleich einer eingegebenen PIN mit der auf einer Kundenkarte gespeicherten Zahl wurde 1965 von dem britischen Ingenieur James Goodfellow ersonnen, der mehrere Patente dazu hält.
Trotz dieser frühen Erfolge dauerte es noch lange Zeit bis zum großen Durchbruch dieser Technologie. Denn als die erste Geldausgabeautomatengeneration auf den Markt kam, wurde sie von den Geldinstituten zunächst nur zögerlich eingesetzt. Die Gründe dafür lagen in der technischen Konzeption der Geräte, der nicht ausreichend vorhandenen Sicherheit und der zu geringen Informationskapazität der verwendeten Karte. All dies ließ nur einen begrenzten Einsatz für die Kunden des jeweiligen, den Geldausgabeautomaten betreibenden Geldinstituts zu.
Die zweite, verbesserte Geldausgabeautomatengeneration wurde Anfang der 1970er Jahre angeboten. Hier wurden bereits genormte Plastikkarten eingesetzt, wobei sich die für einen Bargeldbezug erforderlichen Informationen in gelochter Form auf den Karten befanden. Sperrmöglichkeiten waren in eingeschränkter Form vorhanden. Auch sie wurden - nunmehr schon in größerer Stückzahl - vor allem von einzelnen Geldinstituten eingesetzt. Lediglich in der Schweiz kam es mit dieser Geldausgabeautomatengeneration zu einer Pool-Lösung, der sich viele Schweizer Geldinstitute anschlossen. Karteninhaber einer Bank können so ohne Aufpreis Geld bei Automaten einer Fremdbank beziehen.
Bedingt durch die Fortschritte in Hard- und Softwareentwicklung brachte die dritte Geldausgabeautomatengeneration den Durchbruch zur breiten Installation, zur institutsübergreifenden Kooperation, zur grenzüberschreitenden Akzeptanz, zur Ausstattung nahezu aller Bankkarten mit der Geldausgabeautomatenfunktion und damit zu rasant steigenden Transaktionszahlen. Diese Entwicklung, die heute noch nicht abgeschlossen ist, beruhte auf der Ausstattung der Plastikkarte mit einem Magnetstreifen mit weltweit einheitlichen Standards und Spezifikationen.
Nunmehr ist bereits die vierte Geldausgabeautomatengeneration auf dem Markt. Sie basiert einerseits weiterhin auf dem Magnetstreifen und andererseits bereits auf dem Chip. Heute sind bereits viele Bargeldbezugskarten – wie die deutschen und österreichischen Maestro-Karten (eurocheque- und Bankomat-Karten) - mit einem EMV-fähigen Chip versehen. In Hinblick auf die geplante Realisierung von EMV - den Chip-Spezifikationen für alle MasterCard- und Visa-Produkte sowie für alle MasterCard- und Visa-Produkte akzeptierende Terminals - kann man davon ausgehen, dass in 5 Jahren nahezu alle Bargeldbezugskarten zusätzlich zum Magnetstreifen mit einem Chip ausgestattet sein werden (Hybridkarten) und bei der Anwendung der Technologie ein Trend vom Magnetstreifen zum Chip zu verzeichnen sein wird.
Durch die Chiptechnologie kann den Geldausgabeautomaten eine Funktion hinzugefügt werden: Sie dienen dann nicht nur der Bargeldausgabe, sondern können auch die Ladung von Elektronischen Geldbörsen übernehmen.
Verbreitung
Bis Ende der 1960er Jahre gibt es aufgrund der geringen Stückanzahl keine Aufzeichungen über die Zahl der eingesetzten Geldausgabeautomaten. Von Anfang bis Ende der 1970er Jahre stieg die Anzahl der Geldausgabeautomaten weltweit moderat an, ab Anfang der 1980er Jahre wurde die Entwicklung zunehmend dynamischer.
Exakte Zahlen über die Anzahl der weltweit im Einsatz befindlichen Geldausgabeautomaten gibt es nicht. Man konnte jedoch feststellen, daß die Anzahl der Geldausgabeautomaten nach einem eher mühsamen Beginn seit Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre zuerst eher moderat, aber dann immer dynamischer anstieg. Zuletzt hat die Entwicklung der neu hinzugekommenden Geldausgabeautomateninstallationen etwas an Dynamik eingebüßt.
Die Geldausgabeautomaten sind, wenn man die Welt – wie es die internationalen Zahlungsverkehrssysteme tun – in sechs Regionen aufteilt, äußerst unterschiedlich plaziert. Bei drei Regionen, den USA, Kanada und Europa handelt es sich um weitgehend saturierte Märkte (hohe Geldausgabeautomatendichte je Million Einwohner). Trotz der größten Anzahl von Geldausgabeautomaten gibt es in der Region Asien/Pazifik sowie auch in Lateinamerika noch einen gewissen Nachholbedarf. Für Geldausgabeautomaten ein noch weitgehend unerschlossener Markt ist die Region Naher Osten/Afrika.
Diese Aufteilung erklärt auch die in den letzten Jahren etwas reduzierte Dynamik an neu aufgestellten Geldausgabeautomaten. In den entwickelteren Ländern ist bereits eine hohe Dichte an Geldausgabeautomaten, insbesonders an Standorten mit (potentiell) hoher Frequenz, gegeben. Aber auch in diesen Ländern stagniert die Zahl der Geldausgabeautomaten nicht, sondern steigt weiter an, da auch Plätze mit Geldausgabeautomaten ausgestattet werden, die bislang nicht dafür in Frage gekommen sind, jedoch bedingt durch sinkende Hardwarepreise und dem Trend zu umfassendem Kundenservice dort Geldausgabeautomaten nunmehr realisiert werden. Ein künftiges weiteres Wachstum der Geldausgabeautomaten wird aus den noch nicht so entwickelten Ländern kommen, die bislang keine oder kaum eine Infrastruktur für Geldausgabeautomaten aufgebaut haben.
Handhabung
Afrika zur sicheren Eingabe der Geheimzahl]]
Der Bargeldbezug an Geldausgabeautomaten ist denkbar einfach und verläuft schematisch wie folgt:
- Die Karte wird eingeschoben.
- Die persönliche (kartengebundene) Geheimzahl (auch: PIN) wird eingegeben und bestätigt.
- Der Betrag wird gewählt und bestätigt.
- Die Karte wird zurückgegeben und kann entnommen werden
- Das Geld wird ausgezahlt und kann entnommen werden.
Die Vorgänge können durch Betätigung der "Abbruch"-Taste unterbrochen werden. Wird das Geld nicht innerhalb einer Sekundenfrist entnommen, wird es zur Eigentumssicherung einbehalten.
Der Betreiber des Geldausgabeautomaten ist für die Funktionsvielfalt (und Schrittfolge) auf dem Endgerät verantwortlich. Typische (meist landesspezifische) weitere Funktionen sind Sprachauswahl, Quittungsdruck, Kontoauszug, Kontoüberweisung, Aufladen der Elektronischen Geldbörse, Aufladen von Prepaid-Karten für Mobiltelefone, usw.
Die konkrete Nutzung von Geldausgabeautomaten durch Bankkunden ist je nach Land insbesondere von der Dichte der Geldausgabeautomaten (je dichter, desto häufigere Nutzung), der Anzahl der ausgegebenen Karten mit einer Bargeldbezugsfazilität und der Tourismusintensität abhängig, wobei diese Nutzung an Geldausgabeautomaten an der Außenfront von Banken (“Through-the-Wall ATMs”), im (meist rund um die Uhr zugänglichen) Foyer von Banken (“Lobby ATMs”), in den Innenräumen der Banken (“Indoor ATMs”), an (meist hochfrequentierten) Standorten außerhalb von Banken (“Off-Premises ATMs”) oder an speziellen Autoschaltern (“Drive-through ATMs”) erfolgen kann.
Die Akzeptanz des Bargeldbezugs an Geldausgabeautomaten wird von ihrem Nutzen für die Bankkunden bestimmt, der heute unbestritten ist. Die Verfügbarkeit von Geldausgabeautomaten ist für alle von Vorteil. Neben der ureigenen Funktion, der zeitlichen Verbesserung des Bankservices durch Bargeldbehebungsmöglichkeiten rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche, erfüllen heute Geldausgabeautomaten noch weitere Zwecke. Sie reduzieren die Personal- und Verwaltungskosten für Bargeldauszahlungen, da Bargeldbezüge am Geldausgabeautomaten nur einen Bruchteil der Kosten an der Kasse verursachen, sie entlasten die Bankmitarbeiter von Routinetätigkeiten, womit zusätzlich Kapazitäten in der Kundenberatung zur Verfügung stehen und sie entschärfen die Diskussion um die Öffnungszeiten der Banken.
Darüberhinaus verbessern sie das Bankservice räumlich durch Bargeldbehebungsmöglichkeiten über die Geldausgabeautomaten des eigenen Institutes hinaus. Dies war durch die Zulassung von Kunden anderer Kreditinstitute zusätzlich zu den eigenen Kunden möglich. War es anfangs nur möglich, die Geldausgabeautomaten mit bankeigenen Karten bzw. regionalen oder nationalen Kartensysteme zu nutzen, wurden aufgrund des Kundenbedarfs bald auch die Karten der großen Zahlungsverkehrsorganisationen MasterCard (MasterCard, Maestro, Cirrus) und Visa (Visa, VisaElektron, VisaPlus) an den Geldausgabeautomaten akzeptiert. Heute akzeptieren über die Hälfte der Geldausgabeautomaten die Karten dieser globalen Zahlungssysteme. Dies hat dazu geführt, daß die Nutzung der Geldausgabeautomaten zugenommen hat, da der Inhaber derartiger Karten davon ausgehen kann, daß er überall, wo er einen Geldausgabeautomaten sieht, ihn auch nutzen kann.
Angriffe gegen Geldautomaten
Typische kriminelle Angriffe gegen Geldautomaten sind:
- Teilentnahme von Geld: Der Kunde hebt einen Geldbetrag ab, entnimmt aber nur einen Teil der Geldscheine und wartet bis der Automat den Restbetrag wieder einzieht, in der Hoffnung, dass seinem Konto der volle Abhebungsbetrag wieder gutgeschieben wird. Gegenmaßnahmen bestehen darin, das zurückgezogene Geld in eine spezielle Kassette zu transportieren, die die zurückgezogenen Geldbündel separiert, so dass die Bank das entnommene Geld dem Kunden zuordnen und den korrekten Teilbetrag stornieren kann. Manche Banken konfigurieren die Geldautomaten auch so, dass sie das angebotene Geld bei Nichtentnahme nicht zurückziehen; damit gilt das ausgezahlte Geld als in der Verantwortung des Kunden und der Auszahlbetrag wird nicht storniert.
- Rohe Gewalt: Die Automaten werden mit Baufahrzeugen aus der Verankerung gerissen und die Tresore werden gesprengt. Gegenmaßnahmen sind Videokameras, Alarmauslösung über Abreißsensoren, Einfärbung der Geldscheine bei Erschütterung und dickere Panzerung der Tresore.
- Sprengen: Die Täter dichten alle Öffnungen des Geldautomaten mittels Silikon ab und leiten ein brennbares Gas ein. Dieses Gas wird gezündet und der Automat wird gewaltsam durch eine Explosion geöffnet.
- Skimming: Ein Vorbau vor dem ID-Kartenleser liest die Daten der Magnetspur ein und sendet sie an ein Notebook in der Nähe. Die PIN-Eingabe wird mittels Minikamera abgefilmt und ebenfalls übertragen. Mit diesen Daten wird eine Kopie der Kundenkarte angefertigt und an einem (anderen) Geldautomaten Geld abgehoben. Gegenmaßnahmen sind Videokameras, Abdeckung der PIN-Eingabe mit der freien Hand, spezielle Vorbauten, die mit Alarmsensoren ausgestattet sind, elektronische Erkennung von Vorbauten, Enhanced Card Drive (Jittering beim Einzug) sowie der Übergang zu Chipkarten-Transaktionen. In Deutschland und Schweden haben Kundenkarten zusätzliche Sicherheitsmerkmale, die bei Vervielfältigungen der Karte anhand der Spurdaten nicht enthalten sind und in Geldautomaten beim Karteneinzug geprüft werden. Dies wird umgangen, indem Kopien der Karte im benachbarten Ausland zu illegalen Transaktionen verwendet werden.
- Lebanese Loop: Eine Fangschlinge wird in den ID-Kartenleser eingebracht. Diese versperrt die Ausgabe der Kundenkarte nach Abschluss der Transaktion. Der Kriminelle gibt sich als hilfsbereiter Kunde oder Bankangestellter aus und weist den Kunden an, seine PIN nochmals einzugeben, die er dabei beobachtet. Nachdem der Kunde ohne seine Karte gegangen ist, öffnet der Kriminelle die Fangschlinge und ist nun im Besitz von Karte und PIN. Gegenmaßnahmen sind Videokameras sowie Kartenleser, die die Ausgabeblockade der Karte erkennen und daraufhin die Karte festhalten und/oder Alarm auslösen.
- Tröpfchenmethode: Auf die einzelnen Tasten wird jeweils ein kleiner Tropfen Öl geträufelt. Nachdem ein Kunde den Automaten benutzt hat, kann man sehen, welche Tasten gedrückt wurden. Dadurch ist es sehr leicht, die eingegebene PIN zu erraten. Gegenmaßnahme: vor oder nach der PIN-Eingabe ein mal über alle Tasten wischen bzw. jede Taste berühren.
Bankomat (Österreich)
In Österreich gibt es zusätzlich zum Bankomat-System das Bankomat-Kassen-System aus POS-Terminals, an dem mit allen in- und ausländischen Maestro-Karten mit PIN, mit allen in- und ausländischen Kreditkarten mit Unterschrift und mit Quick, der österreichischen Elektronischen Geldbörse ohne PIN und ohne Unterschrift bezahlt werden kann.
Geldausgabeautomatensystem in Österreich
Am 8. September 1980 wurde für Kunden österreichischer Geldinstitute eine neue Bankdienstleistung - der Bankomat-Service - eingeführt. Dies wurde mit einer zum Bargeldbezug aus den - Bankomaten genannten - Geldausgabeautomaten berechtigenden Plastikkarte und einem Code möglich. In der Folge setzte sich dieses Service durch. Seit der Einführung des Bankomat-Services in Österreich im Jahr 1980 gab es bis Ende 2003 mehr als 1,1 Milliarden Abhebungen mit einem Betragsvolumen von knapp 170 Milliarden Euro. Wie Marktforschungen zeigen, können sich heute die meisten Österreicher ihr Leben ohne Bankomaten nur mehr schwer vorstellen, und die Bankomaten sind aus Österreichs Städten und Dörfern nicht mehr wegzudenken.
Gemeinsame Vorgangsweise
Seit Anfang der siebziger Jahre wurden in Österreich Geldausgabeautomaten der zweiten Generation angeboten und in der Folge zögerlich von einigen Geldinstituten in ganz geringer Stückzahl nur für die eigenen Kunden installiert. Aufgrund des nicht überwältigenden Erfolges und der damals noch äußerst hohen Gerätekosten standen die österreichischen Geldinstitute den Geldausgabeautomaten zurückhaltend und abwartend gegenüber. In den siebziger Jahren gab es sogar ein stillschweigendes Ruheabkommen bis zum Vorhandensein einer Normung, kundengerechter Verfügbarkeit und akzeptabler Hardwarepreise.
Erst mit der Verfügbarkeit von Geldausgabeautomaten der dritten Generation prüften die österreichischen Geldinstitute neuerlich die Möglichkeiten des Einsatzes von automatischen Bargeldbezugsgeräten und wurden erstmals Realisierungsüberlegungen in größerem Stil angestellt. Dabei sprachen Marktforschungsuntersuchungen und ausländische Erfahrungen (z. B. der Schweizer Geldinstitute) sowie Wirtschaftlichkeitsüberlegungen für eine Pool-Lösung.
Eine Pool-Lösung bedeutet einerseits eine größere Attraktivität von Geldausgabeautomaten, da jeder Bankkunde bei jedem Geldausgabeautomaten Bargeld beziehen kann. Andererseits bedeutet eine Pool-Lösung die Verteilung der Investitionskosten, höhere Benützungsfrequenzen und damit frühere Erreichung der Rentabilitätsschwelle sowie die Vermeidung von Mehrfachinvestitionen. Auch Marketing-Vorteile wären durch Eigenlösungen kaum zu erzielen gewesen, da bis zum Nachziehen der Konkurrenz nur ein kurzfristiger Wettbewerbsvorsprung erreicht werden könnte, der allerdings mit Kosten in voller Höhe verbunden wäre.
Da ein gemeinsames österreichisches Geldausgabeautomatensystem für alle daran beteiligten Parteien (Kunden = Inhaber von Bargeldbezugskarten, Geldinstitute mit installierten Geldausgabeautomaten = Bankomat-Standortbanken/Aktivbanken, Geldinstitute mit ausgegebenen Bargeldbezugskarten = Passivbanken) optimal schien, wurde 1978 die GABE Geldausgabeautomaten Service-Gesellschaft mbH gegründet. An ihr waren zehn österreichische Geldinstitute beteiligt, wobei die dezentralen Sektoren durch ihre Spitzeninstitute vertreten waren. Zweck dieser Gesellschaft war vorerst die Konzipierung und später die Errichtung und Wartung eines gesamtösterreichischen Netzes von Geldausgabeautomaten als gemeinsame konkurrenzneutrale Dienstleistung aller österreichischen Geldinstitute. Sie hat ihre Funktion bis 1993 wahrgenommen und ist dann in der Europay Austria Zahlungsverkehrssysteme GmbH aufgegangen.
Am 8. September 1980 ging das entwickelte System mit dem ersten Bankomaten in Betrieb. Es wurde von den Kunden der österreichischen Banken voll angenommen und zu einem durchschlagenden Erfolg.
Angepasstes Systemkonzept
Die Teilnahme am österreichischen Geldausgabeautomatensystem - Bankomat-Service genannt - stand/steht jedem Geldinstitut sowohl als Emittenten von bezugsberechtigten Debitkarten als auch als Betreiber von Geldausgabeautomaten offen und war/ist unabhängig von einer Beteiligung an der Systembetreiber-Gesellschaft. Es genügt/e vielmehr eine Vereinbarung, welche die Rechten und Pflichten der Vertragspartner regelt. Diese Vereinbarung inkludiert ein System von Verrechnungspreisen, die von der Passivbank an Europay Austria für die Nutzung des Bankomat-Systems durch deren Kunden und von Europay Austria für die Realisierung einer Bankomat-Transaktion an die Aktivbank bezahlt werden.
Bei der Klärung der Frage nach dem technischen Konzept stand einerseits eine offline-Lösung (der Geldausgabeautomat funktioniert völlig unabhängig von der Zentraleinheit) und andererseits eine online-Lösung (der Geldausgabeautomat ist ständig an die Zentraleinheit angeschlossen) zur Diskussion. Die Entscheidung fiel vorerst für eine Lösung, welche die Sicherheit eines online-Systems und die relativ niedrigen Kosten eines offline-Systems kombinierte. Bei einem derartigen zentralüberwachten System operieren die Geldausgabeautomaten grundsätzlich unabhängig von der Zentraleinheit, werden jedoch mehrmals täglich von dieser angewählt, wobei alle erforderlichen Daten ausgetauscht werden.
Dieses zentralüberwachte System hat sich in der Anfangszeit des Bankomat-Services voll bewährt, wurde jedoch danach aufgrund der sinkenden Kosten eines online-Betriebes, der Zulassung ausländischer Bargeldbezugskarten und von Kreditkarten sowie den stark steigenden Transaktionszahlen 1990 auf online konvertiert.
Als Bargeldbezugskarte diente vorerst ausschließlich die nur zu diesem Zweck ausgegebene Bankomat-Karte. Aufgrund der guten Akzeptanz des Bankomat-Services und der großen Anzahl emittierter eurocheque-Karten wurde Ende 1983 die Bankomat-Funktion auch auf die eurocheque-Karte gebracht. Beide Karten sind als Debitkarten unmittelbar mit einem Girokonto verknüpft und ermöglichen den Bargeldbezug von einem Geldausgabeautomaten mittels eines persönlichen vierstelligen Codes. Seit 1998 werden eurocheque- und Bankomat-Karte als Maestro-Karten für weltweite bargeldlose Zahlung und weltweiten Bargeldbezug („Zahlen & Bargeld weltweit“) vermarktet.
1990 wurden an den Bankomaten erstmals ausländische eurocheque- und Bankkundenkarten mit dem ec-Piktogramm zugelassen. In den Jahren danach folgten MasterCard- und Visa-Kreditkarten, die Bargeldbezugskarten von Cirrus und die Debitkarten von Maestro, die Bargeldbezugskarten von Plus sowie die Kreditkarten von Diners Club und American Express.
Seit 1985 gibt es neben den Bankomaten an der Außenfront von Banken oder gelegentlich anderen Gebäuden an stark frequentierten öffentlichen Plätzen, die rund um die Uhr betriebsbereit sind und mit dem Rechenzentrum von Europay Austria verbunden sind, auch Foyerautomaten (Lobby-ATMs) im separierbaren Eingangsbereich von Bankfilialen. Diese sind mit dem jeweiligen Bankrechenzentrum verbunden. Nur jene Transaktionen werden für Autorisierung sowie Clearing/Settlement an das Rechenzentrum von Europay Austria geroutet, die nicht von Karteninhabern dieser Bank/dieses Sektors generiert werden. Bei den Foyerautomaten werden derzeit inländische Maestro-Karten (die ehem. eurocheque- und Bankomat-Karten), ausländische Maestro-Karten, MasterCard- und Cirrus-Karten sowie reine In-House-Karten akzeptiert.
Systematischer Netzaufbau
Die Inbetriebnahme des ersten Bankomaten am 8. September 1980 war der Startschuß für die Errichtung eines Basisnetzes von rund 100 Geldausgabeautomaten in Wien und in den Bundesländern. Die bevorzugten Standorte wurden in einer Standortanalyse anhand der wichtigsten Kriterien (Wohnbevölkerung, Arbeitsplätze, Pendlerströme, etc.) unter Beachtung der wirtschaftlichen Zielvorstellungen (2.000 auszugebende Karten pro Geldausgabeautomat bzw. 3.000 zu erzielende Transaktionen pro Monat und Geldausgabeautomat) ausgewählt. Bei Mehrfachanträgen für einen Standort war eine Einigung auf lokaler Ebene ein wesentliches Kriterium für die Standortvergabe. Bei Nichtzustandekommen eines Konsenses wählte eine Standortkommission den „besten Platz“ aus. Kriterien dafür waren der „logische Aufstellungsort“, eine gute Erreichbarkeit, die Sicherheit der Kunden und ein kundenfreundlicher Komfort. Nach Ausbau des Basisnetzes wurde das System nach den gleichen Prinzipien um zunächst weitere 1.000 Automaten erweitert.
Nach erfolgreicher Etablierung des Bankomat-Services wurde 1992 die Aufstellung der Geldausgabeautomaten liberalisiert. Jede Bank kann seitdem nach ihrer freien Entscheidung Bankomaten aufstellen. Mittlerweile hat die Anzahl der installierten Bankomaten 2.500 überschritten und es dürfte in absehbarer Zeit zu einer Sättigung kommen.
Die Anzahl der seit 1985 installierten Foyerautomaten hat 1999 die der Bankomaten übertroffen. Eine Sättigung wird spätestens dann erreicht sein, wenn jede Bankfiliale mit Foyer einen derartigen Geldausgabeautomaten aufgestellt hat.
Insgesamt ist Österreich eines der mit Geldausgabeautomaten bestversorgten Länder der Welt. Bei acht Millionen Einwohnern ergibt dies 937 Geldausgabeautomaten pro 1 Million Einwohner.
Schnelles Wachstum
Der Bargeldbezug an Geldausgabeautomaten in Österreich nahm sehr schnell zu: jedes Jahr gab es im Rahmen des Bankomat-Services mehr Bankomaten und Foyerautomaten, mehr bankomatfähige Karten, mehr Bargeldbezugstransaktionen und mehr Bargeldbezüge.
Die Gesamtzahl aller Geldausgabeautomaten-Transaktionen und der Gesamtbetrag der Geldausgabeautomaten-Bezüge in Österreich übersteigt jedoch die hier angeführten Zahlen der Bankomaten und bank/sektorüberschreitenden Foyerautomaten. Wenn man die Gesamtzahl der Geldausgabeautomaten-Transaktionen und den Gesamtbetrag des Geldausgabeautomaten-Volumens wissen möchte, müßte man noch die Zahlen der bank/sektoreigenen Transaktionen bzw. Volumina an Foyerautomaten und die Zahlen der Indoor-Geldausgabeautomaten hinzuzählen. Diese sind jedoch nicht bekannt.
Problemlose Abwicklung
Code
Der Bargeldbezug erfolgt in Österreich wie auch in aller Welt weitgehend einheitlich, wobei dem Code (auch PIN – Persönliche Identifizierungsnummer - genannt) besondere Bedeutung beikommt. Deshalb soll die Codeeingabe ähnlich wie bei der Losungswortangabe bei einem Sparbuch durch Körper- und Handabdeckung so erfolgen, daß von niemandem Einsicht genommen werden kann.
Wenn mit österreichischen Maestro-Karten (ehem. eurocheque- und Bankomat-Karten) der Code an Bankomaten drei mal hintereinander falsch eingegeben wird, kommt ein Hinweis, daß die Karte beim vierten Mal zur Sicherheit des Kunden eingezogen wird. Sollte der Code dann ein weiteres Mal falsch eingegeben werden, kommt es zum Einzug der Karte. Diese Vorgangsweise ist möglich, da Fehlversuche auf die Speichermedien der Karte geschrieben werden. Die eingezogene Karte kommt zu Europay Austria, wo die Funktionsfähigkeit der Karte wieder hergestellt wird. Anschließend wird die Karte der kontoführenden Hausbank übermittelt.
Die Verifikation des Codes von ausländischen Debitkarten, von Kredit- und Bargeldbezugskarten erfolgt nach den Richtlinien der kartenausgebenden Bank bzw. der entsprechenden Zahlungsverkehrsorganisationen. Gleiches gilt für die Maßnahmen bei mehrfacher Fehleingabe.
Bargeldbezugshöhe
Die max. Bargeldbezugshöhe für österreichische Maestro-Karten (ehem. Eurocheque- und Bankomat-Karten) mit Code beträgt heute 400 Euro pro Transaktion. Wieviel jedoch tatsächlich abgehoben werden kann hängt davon ab, ob der initiierte Bargeldbezug von Europay Austria im Auftrag der kartenausgebenden Bank mittels fixen oder flexiblen Tages- bzw. Wochenlimits autorisiert wird oder von Europay Austria an das Rechenzentrum der kartenausgebenden Bank durchgeroutet und von dieser autorisiert wird.
Für ausländische Maestro-Karten, MasterCard-, Visa-, American Express- und Diners Club-Kreditkarten sowie Cirrus- und Plus-Bargeldbezugskarten gilt ebenso ein Limit von 400 Euro pro Transaktion. Die Anzahl der Transaktionen hängt von den Kundenrichtlinien der kartenausgebenden Bank bzw. den Richtlinien der entsprechenden Zahlungsverkehrsorganisation ab.
Clearing und Settlement
Der Bankomat tauscht alle Transaktionsdaten regelmäßig mit dem zentralen Bankomat-Rechenzentrum aus. Sie werden gesammelt und nach einer täglichen Batchverarbeitung gecleart und gesettled. Dabei wird einerseits der Bankomat-Standortbank das ausbezahlte Geld gutgeschrieben und andererseits den österreichischen Maestro-Karteninhabern sowie den entsprechenden Kartenorganisationen für Transaktionen mit ausländischen Maestro-Karten, MasterCard-, Visa-Kredit-, American Express- und Diners Club-Kreditkarten sowie Cirrus- und Plus-Bargeldbezugskarten das behobene Geld angelastet.
Seltene Reklamationen
Die Verfügbarkeit der Bankomaten ist über 98 Prozent, was bedeutet, daß die Karteninhaber nahezu immer und überall auf betriebsbereite und funktionstüchtige Geldausgabeautomaten stoßen. Ausfälle sind entweder „leere“ Bankomaten (z.B. wenn die Anzahl der Transaktionen oder die entnommenen Geldbeträge deutlich über den üblicherweise am jeweiligen Bankomaten vorkommenden liegen) oder vereinzelt auf ein technisches Gebrechen der Geräte zurückzuführen.
Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, daß pro eine Million Bankomat-Transaktionen in rund 13 Fälle vom Karteninhaber eine Aufklärung verlangt wird. Nach entsprechender Kommunikation erledigen sich 75-80 Prozent dieser Verlangen sofort zur Zufriedenheit des Karteninhabers. Lediglich 20-25 Prozent dieser Fälle, das sind rund drei Fälle pro eine Million Bankomat-Transaktionen müssen als Reklamationen betrachtet und entsprechend weiterverfolgt werden, womit sich eine Reklamationsquote von 0,0003 Prozent (drei Zehntausendstel Prozent bzw. drei Tausendstel Promille) ergibt.
Ladung von Quick an (österreichischen) Bankomaten
Bei Bankomaten kann man seit 1996 auch Quick, die österreichische Elektronische Geldbörse aufladen.
Ladung von Handy-Wertkarten an (österreichischen) Bankomaten
Seit Mai 2004 ist es zusätzlich möglich, die Wertkarten der vier größten Mobiltelefonbetreiber aufzuladen. Die derzeit rund 3,5 Mio Besitzer von Wertkarten-Handys von A1 (B-Free), T-Mobile (Klax), One (Take One) und Telering (Twist) haben jetzt eine neue und bequeme Möglichkeit, ihr Guthaben aufzuladen: mit allen 6,3 Mio österreichischen Maestro-Karten an über 2.700 Bankomaten. Damit gibt es jetzt neben dem Bezug von Bargeld und dem Aufladen von Quick, der österreichischen Elektronischen Geldbörse, ein weiteres Service der österreichischen Geldinstitute an Bankomaten, das rund um die Uhr genutzt werden kann. Es kommt dabei zu keiner Verknüpfung von Handy- und Kontodaten bei den Mobiltelefon-Gesellschaften, womit die Anonymität der Wertkarten-Kunden gewahrt bleibt.
Die Funktionsweise des Aufladens von Handy-Wertkarten ist denkbar einfach:
- Die Maestro-Karte in den Geldausgabeautomaten einführen.
- Am Display „Wertkartentelefon aufladen“ wählen.
- Den persönlichen Code der Maestro-Karte eintippen.
- Die Rufnummer des Wertkartenhandys eingeben.
Die Eingabe der Telefonnummer des aufzuladenden Handys kann wahlweise mit Landeskennzahl 43 + Rufnummer, mit 00 + Landeskennzahl 43 +Rufnummer oder mit der Rufnummer erfolgen.
Die Eingabe von Telefonnummern ausländischer Handys ist nicht möglich.
Nach Drücken der Taste „Bestätigung“ erfolgt eine Plausibilitätsprüfung der eingegebenen Telefonnummer.
Ergibt die Plausibilitätsprüfung einen Mangel kommt eine Fehlermeldung „Ungültige Vorwahl oder Nummernlänge“ und das Telefonnummerneingabefeld wird gelöscht.
Auch der Kunde kann durch Drücken der Taste „Korrektur“ das Telefonnummerneingabefeld löschen und danach eine neue Telefonnummer eingeben.
Durch Drücken der Taste „Abbruch“ kann der Kunde die Transaktion jederzeit abbrechen.
- Den gewünschten Betrag (€ 20, € 40, € 60, € 80) auswählen.
Nach Drücken der Taste „Bestätigung“ erfolgt eine Limitprüfung, wonach im positiven Fall die Transaktion an die Mobiltelefon-Gesellschaft weitergeleitet wird.
Ist der gewünschte Ladebetrag höher als das noch verfügbare Limit, dann werden die Ladebeträge angezeigt, die möglich sind. Sollte das noch verfügbare Limit so klein sein, dass kein Ladebetrag mehr möglich ist, wird dies dem Kunden angezeigt.
Durch Drücken der Taste „Abbruch“ kann der Kunde die Transaktion jederzeit abbrechen.
- Bei ordnungsgemäßer Eingabe wird der Ladeauftrag am Bankomat-Display unter Angabe des Ladebetrages und der Handy-Telefonnummer angezeigt, der durch Drücken der Taste „Bestätigung“ fixiert wird.
- Nach einer erfolgreichen Ladetransaktion wird am Display darauf hingewiesen.
Ist die Ladetransaktion nicht erfolgreich, erfolgt der Hinweis „Ihr Auftrag kann nicht durchgeführt werden“.
- Der Besitzer des Wertkartenhandys wird von der erfolgreichen Aufladung von seiner Mobiltelefon-Gesellschaft danach per SMS in Kenntnis gesetzt.
Seitens Europay Austria, das den Service im Auftrag der österreichischen Geldinstitute betreibt, erwartet man, dass nach der Anlaufzeit rund 25 Prozent der Ladungen von Wertkartenhandys an Bankomaten erfolgen wird. À la longue könnten es bis zu 50 Prozent sein.
Hersteller von Geldautomaten
Die weltweit größten Hersteller von Geldautomaten:
- Diebold, USA
- NCR, USA
- Wincor Nixdorf, Deutschland
Weitere Hersteller aus dem deutschen Sprachraum
- KEBA, Österreich
- [http://www.hess.de/index-x.html HESS SB-Automatenbau GmbH & Co. KG]
Siehe auch
- OPT (Online-Personalisierung von Terminals)
- Automatischer Kassentresor
Kategorie:Bank und Kreditwesen
Kategorie:Zahlungsverkehr
ja:現金自動預け払い機
th:บัตรเอทีเอ็ม
Deutschland
Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.
Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.
Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.
Geografie
Lage
Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km.
Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.
Exklaven
Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben.
Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.
Mittelpunkt Deutschlands
Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .
Großlandschaften
Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.
Geologie
Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums.
Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren.
Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf.
Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen.
Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Gewässer
Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]]
Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee.
Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer.
Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas.
Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert.
Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee.
Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen.
Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) teilweise mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in ehemals von Inlandeis bedeckten Gebieten oder deren Vorland, insbesondere in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland
Gebirge und Senken
Liste der Seen in Deutschland
Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.453 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.141 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist.
Details finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands.
Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Inseln
Jülich
Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist in Form von Inselketten dem Festland vorgelagert und stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Bestandteil des deutschen Wattenmeeres sind. Die nordfriesischen Inseln gehören zu Schleswig-Holstein und bestehen aus den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie den wesentlich kleineren Halligen. Die zu Niedersachsen gehörenden ostfriesischen Inseln sind von Aufbau und Größe sehr ähnlich. Größte dieser Inseln ist Borkum. Einen Sonderfall stellt die weiter in der Nordsee gelegene Insel Helgoland dar, die Deutschlands einzige Hochseeinsel ist.
Die Inseln in der Ostsee liegen an der deutschen Boddenküste, sind tendenziell größer und weisen ein stärker bewegtes Relief auf. Die größte dieser Inseln und gleichzeitig größte deutsche Insel ist Rügen, gefolgt von Usedom, deren Ostzipfel bereits zu Polen gehört. Wie die Nordseeinseln sind auch die Ostseeinseln beliebte Reiseziele und von bekannten Seebädern gesäumt.
Auch in einigen deutschen Binnengewässern gibt es Inseln, von denen die bekanntesten Mainau und Reichenau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im Chiemsee sein dürften. Für die vollständige Aufführung aller Inseln siehe: Liste deutscher Inseln
Klima
Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima wird unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für die Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet.
Extreme Wetterbedingungen wie langanhaltende Dürren, Tornados, strenger Frost oder extreme Hitze sind vergleichsweise selten. Gelegentlich treten jedoch Stürme auf, die in den Jahren 2000 und 2002 zu schweren Schäden geführt haben. Regelmäßig ereignen sich auch Hochwasser, die nach intensiven Regenperioden im Sommer (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) oder nach der Schneeschmelze im Winter zu Überschwemmungen und erheblichen Zerstörungen führen können. Dass es am Rhein häufiger zu Hochwasser kommt, liegt wahrscheinlich an der im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Tulla durchgeführten Rhein-Begradigung, die weitgehend zur Beseitigung der früheren Rheinauen geführt hat. Dürren betreffen hauptsächlich den Nordosten Deutschlands, können zuweilen aber auch das ganze Land in Mitleidenschaft ziehen, wie zuletzt während der Hitzewelle 2003.
Die Klimadaten betragen (gemittelte Werte der Jahre 1961–1990):
Quelle: [http://www.cru.uea.ac.uk/~timm/cty/obs/TYN_CY_1_1.html Tyndall Centre for Climate Change Report]
Die deutschlandweiten Klimamittel werden je nach Region teils erheblich über- oder unterschritten. Die höchsten Jahrestemperaturen verzeichnet Südbaden mit über 11 °C, während in Oberstdorf der Durchschnitt unter 6 °C liegt. Zudem zeichnet sich ein allgemeiner Trend zu höheren Temperaturen ab: Nach Angabe des Deutschen Wetterdienstes lagen in 14 der 15 Jahre seit 1990 die Durchschnittstemperaturen über dem langjährigen Mittel von 8,3 °C, im Jahr 2000 wurden sogar 9,9 °C erreicht. Insbesondere die Sommer sind deutlich wärmer geworden. Zudem verfrüht sich der Frühlingseinzug im Schnitt um fünf Tage pro Jahrzehnt. Zugvögel halten sich fast einen Monat länger in Deutschland auf als noch in den siebziger Jahren.
Böden und Flächennutzung
Die Zusammensetzung und Qualität der Böden ist regional sehr unterschiedlich. In Norddeutschland bildet ein küstennaher Gürtel aus fruchtbaren Marschböden die Grundlage für ertragreiche Landwirtschaft, während die dahinter liegende, eiszeitlich geprägte Geest nur sehr magere Böden aufweist. In der Lüneburger Heide ist dieser durch jahrhundertelange Weidewirtschaft zum Podsol degeneriert, so dass Ackerbau kaum möglich ist. Sehr unergiebig sind auch die Gebiete der Alt- und Jungmoränenlandschaft, in denen sich Flugsand angelagert hat. Brandenburg beispielsweise war schon in historischer Zeit als des „Heiligen Reiches Streusandbüchse“ berüchtigt. Zwischen der Moränenlandschaft und der Mittelgebirgsstufe zieht sich von West nach Ost eine Reihe von Börden: In diesen Gebieten ist durch eiszeitliche Lössablagerungen äußerst fruchtbarer Boden entstanden. Dieser besteht zumeist aus Braunerden, im Osten teils auch aus Schwarzerden und wird intensivst landwirtschaftlich genutzt. In den Mittelgebirgen herrschen magere Böden vor, die landwirtschaftlich nur extensiv bewirtschaftet werden. Die weitaus größte Fläche ist bewaldet. Ergiebige Böden finden sich in Süddeutschland insbesondere entlang der Flüsse Rhein, Main und Donau.
Insgesamt werden 53,5 % der deutschen Fläche landwirtschaftlich genutzt, Wälder bedecken weitere 29,5 %. Aufgrund hoher Bevölkerungsdichte und Mobilität macht die Siedlungs- und Verkehrsfläche stolze 12,3 % aus (Tendenz weiterhin steigend). Wasserflächen kommen auf 1,8 %, die restlichen 2,4 % verteilen sich auf sonstige Flächen, zumeist Ödland.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Staatsorganisation
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Nach Artikel 20 GG ist die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer, sozialer und rechtsstaatlicher Bundesstaat. Es gibt 16 teilsouveräne Bundesländer, von denen einige wiederum in Regierungsbezirke untergliedert sind. Die staatliche Ordnung regelt das Grundgesetz. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit repräsentativen Aufgaben. Protokollarisch gesehen folgen ihm der Präsident des Deutschen Bundestages, der Bundeskanzler und der jeweils amtierende Bundesratspräsident, der gemäß dem Grundgesetz den Bundespräsidenten vertritt. Der Regierungschef Deutschlands ist der Bundeskanzler. Er besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Kanzlerdemokratie).
Bundesregierung
Als Bundesstaat ist Deutschland föderal organisiert, d. h. es gibt zwei Ebenen im Politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene, die in jedem Bundesland einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive (ausführende Gewalt), Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt). Siehe auch: Gewaltenteilung
Bundestag und Bundesrat entscheiden gemeinsam über die Gesetze des Bundes und haben die Befugnis mit Zweidrittelmehrheit in beiden Organen das Grundgesetz, die Verfassung Deutschlands, zu ändern. In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten der Parlamente nach dem Grundgesetz nicht weisungsgebunden sind, dominieren Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung.
Parteien]
Die Exekutive wird auf Bundesebene durch die Bundesregierung gebildet, die durch den Bundeskanzler geleitet wird. Auf der Ebene der Bundesländer leitet der Ministerpräsident (bzw. der Bürgermeister der Stadtstaaten) die Exekutive. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jeweils durch die Fachminister geleitet, sie stehen an der Spitze der Behörden.
Wie in anderen Ländern auch, spielen Verbände im politischen System eine wichtige Rolle. Mit ihrer Lobbyarbeit versuchen sie, die Politik in die Richtung ihrer Interessen zu bewegen. Die Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeiten ist nicht unumstritten und unterliegt häufiger Kritik insbesondere der durch die Lobbyarbeit jeweils negativ betroffenen anderen Verbände.
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes. Die Obersten Gerichtshöfe des Bundes sind der Bundesgerichtshof mit Hauptsitz in Karlsruhe, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, das Bundessozialgericht in Kassel und der Bundesfinanzhof in München. Der Großteil der Rechtsprechung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Die Bundesgerichte sind fast immer nur Revisionsinstanz und prüfen die Entscheidungen der Landesgerichte auf formelle und materielle Rechtmäßigkeit.
Siehe auch: Grundgesetz
Bundesländer
Parteienlandschaft
Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) wurde 1945 als überkonfessionelle Nachfolgepartei bürgerlicher und religiös geprägter Parteien gegründet. In ihr vereinigten sich vor allem Kräfte aus der Zentrumspartei. Sie ist konservativ geprägt. Mit der Ausnahme Bayerns ist die CDU im gesamten Bundesgebiet vertreten.
Die Christlich Soziale Union (CSU) hat eine ähnliche konservative Ausrichtung, wirkt aber nur in Bayern. Gemeinsam bilden beide Parteien im Deutschen Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft, zusammen werden sie „die Union“ oder auch „Unionsparteien“ genannt.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) existiert einschließlich ihrer Vorläuferorganisationen seit 1863, und ist damit die älteste bis heute existierende politische Partei Deutschlands. Sie hat die Tradition der Sozialdemokratie begründet. Nach Verbot in der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie 1945 wiedergegründet. Sie versteht sich seit ihrem Godesberger Programm von 1959 auch offiziell nicht mehr nur als Arbeiterpartei, sondern als eine Volkspartei, die für breite Schichten wählbar sein will. Ihr Bekenntnis lautet „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) wurde 1948 gegründet und beruft sich in ihrem Selbstverständnis auf die Tradition des deutschen Liberalismus, der sich bereits 1861 mit der Deutschen Fortschrittspartei in Preußen als erste politische Partei Deutschlands im heute verstandenen Sinn organisiert hatte, sich wenige Jahre darauf jedoch in sich gegeneinander konkurrierende unterschiedliche Parteien aufgespalten hatte. Die moderne FDP steht insbesondere in Wirtschafts-, aber auch in Bürgerrechtsfragen für mehr Freiheiten und Verantwortung des Einzelnen, sowie für eine stärkere Zurückhaltung des Staates - insbesondere bei wirtschaftlichen Belangen. Sie war mit insgesamt 42 Jahren am längsten als kleinerer Koalitionspartner sowohl der CDU/CSU als auch der SPD an der Regierungsverantwortung der Bundesrepublik beteiligt.
Die Grünen entstanden als bundesweite Partei 1979/80 aus den damals neuen sozialen Bewegungen, beispielsweise der modernen Frauenbewegung, der Friedens- und der Ökologiebewegung der 1970er Jahre. 1983 zogen sie erstmals in den Bundestag ein. 1990 schlossen sie sich mit der ostdeutschen Bürgerbewegung Bündnis 90 zu Bündnis 90/Die Grünen zusammen.
Die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) war die Rechtsnachfolgerin der in der DDR allein herrschenden SED. Inhaltlich beruft sich die Partei auf sozialistische Ideale, und steht im Parteienspektrum des Bundestags links von der SPD. Bedeutendere Wahlerfolge für die PDS blieben zunächst auf Ostdeutschland beschränkt. 2005 wurde aus Protest gegen die Reformpolitik der rot-grünen Bundesregierung die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) auf Initiative von Gewerkschaftern und enttäuschten vormaligen SPD-Mitgliedern gegründet. Für die Bundestagswahl 2005 öffnete die PDS ihre Listen für WASG-Mitglieder. Aus diesem Grund hat sich die PDS inzwischen in Die Linkspartei. umbenannt. Beide Parteien streben eine Vereinigung an.
Rechtsextreme Parteien waren, von der Deutschen Reichspartei im Ersten Bundestag (1949–1953) abgesehen, nie im deutschen Bundestag vertreten, konnten aber auf Landesebene zeitweise in Parlamente einziehen. Eine relative Blütezeit erlebten sie Ende der 1960er und seit der Wiedervereinigung. Parteien dieser Richtung sind Die Republikaner, die Deutsche Volksunion (DVU) und die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD).
Es gibt zahlreiche regionale Parteien und „Splitterparteien“, deren politischer Einfluss auf Bundesebene aber durch die Sperrklausel der 5%-Hürde in der Regel auf außerparlamentarische Aktivitäten beschränkt ist. Die Ausnahmeregelung, über Direktmandate in den Bundestag einzuziehen, ist für diese ebenso fast unmöglich. Im Landtag von Schleswig-Holstein ist jedoch aufgrund einer Sonderregelung für die dänische Minderheit der Südschleswigsche Wählerverband gesetzlich garantiert vertreten.
In der Geschichte der Bundesrepublik gab es mehrere Parteiverbote, gegen die rechtsradikale SRP 1952 und gegen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1956. Ein Verbotsantrag gegen die NPD scheiterte 2004 unter anderem wegen Versagens des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
Nahezu allen einflussreichen Parteien stehen – mehr oder weniger selbständig – Jugendorganisationen zur Seite. Die wichtigsten sind die Junge Union (CDU/CSU), die Jusos (SPD), die Jungen Liberalen (FDP), die Grüne Jugend (Bündnis 90/Die Grünen) sowie ['solid] (Die Linkspartei.).
Siehe auch: Politische Parteien in Deutschland, Geschichte der Parteien in Deutschland, Politisches Spektrum, Bundestagswahl 2005
Außenpolitik
Die wichtigsten Leitlinien bundesdeutscher Außenpolitik sind die Westbindung und die europäische Integration. Deutschland hat am Aufbau europäischer Organisationen einen entscheidenden Anteil; Ziel war dabei auch, den Nachbarn Angst vor Deutschland zu nehmen und die Beschränkungen durch die Besatzungsmächte überflüssig zu machen. Die Bundesrepublik ist seit 1950 Mitglied des Europarates und unterschrieb 1957 die Römischen Verträge, den Grundstein für die heutige Europäische Union. Zentraler Aspekt für die Sicherheitspolitik und Ausdruck der Westbindung ist die Mitgliedschaft in der NATO, der die Bundesrepublik 1955 beitrat.
Während des Kalten Kriegs war der Spielraum deutscher Außenpolitik begrenzt. Als eines der wichtigsten Ziele galt die Wiedervereinigung. Militäreinsätze im Ausland kamen nicht in Frage. Laut Grundgesetz darf sich die Bundeswehr an Angriffskriegen nicht beteiligen, ihre Aufgabe besteht lediglich in der Landes- und Bündnisverteidigung. Durch die von Deutschland initiierte Ostpolitik unter der Devise Wandel durch Annäherung, die zunächst von wichtigen Verbündeten sehr skeptisch betrachtet wurde, konnten dennoch eigenständige politische Akzente gesetzt werden. Später wurde diese Politik als erfolgreich angesehen.
Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland seine außenpolitischen Grundsätze erweitert und einen Weg zu größerer internationaler Verantwortung eingeschlagen. So nimmt die Bundeswehr seit 1991 mit Zustimmung des Bundestages und zusammen mit verbündeten Armeen an verschiedenen friedenserhaltenden und -erzwingenden Einsätzen auch außerhalb Deutschlands und des Territoriums der Nato-Verbündeten teil (Out-Of-Area-Einsätze).
Traditionell spielt Deutschland zusammen mit Frankreich eine führende Rolle in der Europäischen Union. Deutschland treibt die Bemühungen voran, über die Wirtschafts- und Währungsunion hinaus ein einheitliches und wirkungsvolles System der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik zu schaffen. Weitere außenpolitische Ziele sind die Verwirklichung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz sowie die weltweite Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofs. Bedeutendes Interesse hat Deutschland auch an einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts. Aufgrund der schwierigen Materie und den Begrenzungen deutscher Politik besteht der Beitrag vor allem in der Bereitstellung informeller Kontaktmöglichkeiten zwischen den beteiligten Parteien. Die Bundesregierung lehnte den Irak-Krieg 2003 ab, da sie die Existenz von Massenvernichtungswaffen bezweifelte, eine diplomatische Lösung bevorzugte und um erhebliche Gefahren für die politische Stabilität des gesamten als fragil eingestuften Raumes fürchtete. Dafür wurde sie von wichtigen Verbündeten stark kritisiert. Zusammen mit den Verbündeten Großbritannien und Frankreich bemüht sich die Bundesrepublik, den Iran im Dialog dazu zu bewegen, auf die Weiterführung seines Atomprogramms zu verzichten. Die Bundesregierung strebt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an. Die Durchsetzung dieses Zieles wird jedoch aufgrund des Widerstands anderer, teils verbündeter Staaten erschwert und hat nur geringe Aussicht auf Erfolg. So würden zwar Frankreich und Großbritannien die G4 Staaten (Deutschland, Indien, Japan und Brasilien) grundsätzlich unterstützen; jedoch fehlt Deutschland die Zustimmung der USA, so wie Japans Beitritt durch China blockiert wird.
Militär
Vereinten Nationen
Vereinten Nationen]
Hauptartikel: Bundeswehr
Nach ihrer Gründung 1949 hatte die Bundesrepublik Deutschland zunächst keine eigenen Streitkräfte. Unter dem Eindruck des Koreakrieges und der als aggressiv empfundenen sowjetischen Politik in Osteuropa trat die Bundesrepublik 1955 der NATO bei und stellte Streitkräfte auf. Nach der Wiedervereinigung wurden Teile der Nationalen Volksarmee der DDR in diese Streitkräfte eingegliedert.
Die als Bundeswehr bezeichnete militärische Gesamtorganisation besteht aus den Streitkräften und ihrer Verwaltung. Die Streitkräfte gliedern sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine und die unterstützenden Organisationsbereiche Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst.
In der Bundeswehr dienten im April 2005 257.000 Soldaten und 125.000 zivile Mitarbeiter. Seit 2001 haben auch Frauen uneingeschränkten Zugang zum Dienst in den Streitkräften. Ihr Anteil beträgt 6,2 % der Soldaten (Stand 2005). Die Bundesrepublik Deutschland gab im Jahr 2004 24,4 Mrd. Euro für die Bundeswehr aus, womit sie im internationalen Vergleich nach absoluten Ausgaben den sechsten Platz und im Vergleich zum jeweiligen BIP einen Platz im letzten Drittel der NATO belegt. Das wird von einigen als zu wenig angesehen, vor allem, da die Bundeswehr sich nach dem Kalten Krieg auf erheblich veränderte Aufgaben einstellen muss.
Auf dem US-Stützpunkt Ramstein und dem Luftwaffenstützpunkt Büchel (in Rheinland-Pfalz) sind heute noch 65 US-amerikanische Wasserstoffbomben stationiert, an deren Einsatzplanung Deutschland im Rahmen der nuklearen Teilhabe beteiligt ist.
Geschichte
Der Hauptartikel Geschichte Deutschlands vermittelt einen detaillierten Überblick. Zum mittelalterlichen Deutschland siehe Deutschland im Mittelalter. Für die Entwicklung der neuen deutschen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg siehe die Artikel Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Geschichte der DDR.
Frühgeschichte und Antike
Geschichte der DDR
Die ältesten Siedlungsbelege auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland sind etwa 700.000 Jahre alt, seit rund 500.000 Jahren geht man von einer dauerhaften Besiedlung aus. In Deutschland existieren bedeutende Fundstätten aus der Urzeit: Nach dem Neanderthal in Mettmann ist der frühe menschliche Vertreter der Gattung Homo sapiens neanderthalensis, dem Neanderthaler, benannt. Diese wurden vor etwa 40.000 Jahren von dem zugewanderten Homo sapiens sapiens, dem modernen Menschen, verdrängt. In der Jungsteinzeit entwickelten sich Ackerbau, Viehzucht und feste Siedlungsplätze. Aus dieser Zeit sind einige bedeutende kulturelle Funde erhalten, etwa die Venus von Willendorf und die Himmelsscheibe von Nebra, die darauf deutet, dass schon um 2000 vor Christus in dieser Region Astronomie betrieben wurde.
Erste schriftliche Erwähnung finden keltische und germanische Stämme bei den Griechen und Römern in der vorchristlichen Zeit. Um 500 vor Christus war das heutige Süddeutschland keltisch und das heutige Norddeutschland germanisch besiedelt. Die Germanen wanderten im Laufe der Jahrhunderte südwärts, so dass um Christi Geburt die Donau die ungefähre Siedlungsgrenze zwischen Kelten und Germanen war. Sprachforscher vermuten, dass viele Merkmale süddeutscher Dialekte auf keltischen Einfluss zurückgehen. Von 58 v. Chr. bis etwa 455 n. Chr. gehörten die Gebiete links des Rheins sowie südlich der Donau zum Römischen Reich, von etwa 80 bis 260 n. Chr. auch der größte Teil des heutigen Baden-Württemberg südlich des Limes. Die Gebiete im heutigen Deutschland verteilten sich auf die Provinzen Germania Superior, Germania Inferior und Raetia. In diesem Gebiet gründeten die Römer viele Legionslager, die sich später zu Städten entwickelten. Wichtigste Städte zu römischer Zeit waren Köln, Trier (die älteste Stadt Deutschlands) und Augsburg. Zur Sicherung der Grenzen siedelten die Römer befreundete germanische Stämme in den Provinzen an. Außerdem wanderten Siedler aus anderen Teilen des Römischen Reiches, insbesondere aus Italien, ein und wurden westlich des Rheins und südlich der Donau sesshaft. Weitreichende Neuerungen, die auch das deutsche Vokabular beeinflussten, führten die Römer insbesondere in Hausbau, Handwerk, Wein- und Ackerbau sowie Verwaltung und Militär ein. Eine erste Geschichte Gesamtgermaniens verfasste der römische Schreiber Tacitus im Jahr 98.
Völkerwanderung und Frühmittelalter
98
Nach dem Einfall der Hunnen 375 und zeitgleich mit dem Niedergang Westroms ab 395 setzte die Völkerwanderung ein, in deren Verlauf die germanischen Stämme immer weiter nach Südwesten zogen. In die fast menschenleeren Gebiete des heutigen Ostdeutschland wanderten im 7. Jahrhundert bis zur Elbe-Saale-Linie slawische Stämme ein. Weite Teile der Bevölkerung der heutigen ostdeutschen Bundesländer waren daher bis ins hohe Mittelalter slawisch geprägt (Germania Slavica). Erst im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung wurden sie assimiliert und akkulturiert. Der Hauptteil West- und Mitteleuropas wurde vom Frankenreich eingenommen, das heutige Norddeutschland wurde von den Sachsen beherrscht.
Nach der blutigen Unterwerfung und Zwangsmissionierung der Sachsen erstreckte sich das Frankenreich bis zur Nordsee, der Elbe und dem heutigen Österreich. Auf dem Höhepunkt der fränkischen Macht stellte Karl der Große einen Anspruch auf die Führungsmacht in Europa. 800 ließ er sich in Rom zum Kaiser krönen. Doch die Einheit seines Reiches währte nicht lange: Streitigkeiten unter seinen Nachfolgern bewirkten im Vertrag von Verdun (843) die Dreiteilung des Reiches in das ostfränkische Reich unter König Ludwig Germanicus (später: ... dem Deutschen), das westfränkische Reich unter König Karl dem Kahlen und dem zwischen ihnen liegenden Königreich Lothars I., das den Namen Lotharingien erhielt. Das ostfränkische Reich bildete den groben geografischen Rahmen für das später entstehende Deutsche Reich.
Heiliges Römisches Reich (962–1806)
Hauptartikel: Heiliges Römisches Reich
Als traditioneller Beginn der deutschen staatlichen Tradition wird oft der 2. Februar 962 angesehen, an dem Otto I. als erster ostfränkischer König in Rom zum Kaiser gekrönt wurde und damit das Heilige Römische Reich begründete. Als Anfang wird aber auch das Jahr 911 genannt, der Regierungsantritt Konrads I. als erster nicht-karolingischer Herrscher in Deutschland. Im 10. Jahrhundert wurde erstmals für das bisherige ostfränkische Reich auch der Terminus regnum teutonicum („Deutsches Reich“) verwandt.
Die fränkischen Teilreiche waren schon zuvor unterschiedliche Wege gegangen: Während sich das ehemalige Westfränkische Reich, dessen fränkische Bewohner sich romanisierten, mit der Zeit zum französischen Zentralstaat entwickelte, blieb das ostfränkische Reich durch Territorialfürsten geprägt, die den Kaiser wählten und dadurch ihre Partikularinteressen geltend machen konnten. Obwohl die Kaiser des römisch-deutschen Reiches wiederholt versuchten ihre Position zu stärken, teilte sich das Reich immer weiter in weitgehend souveräne Klein- und Kleinststaaten sowie Reichsstädte. Nach Reformation und Dreißigjährigem Krieg, dem nach Opferzahl relativ zur Gesamtbevölkerung Deutschlands fatalsten Krieg, hatte der Kaiser nur noch eine überwiegend formale Machtstellung.
Der Name des Heiligen Römischen Reiches änderte sich über die Jahrhunderte mehrfach. So wurde es im 12. Jahrhundert noch als „Heiliges Reich“ bezeichnet, ab Mitte des 13. Jahrhunderts als „Heiliges Römisches Reich“ und ab dem 15. Jahrhundert als Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation.
Der Weg zum deutschen Nationalstaat (1806–1871)
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Dieser Zustand währte bis 1806, als Napoléon in seinen Eroberungskriegen Mitteleuropa überrannte und das schwache Reichsgebilde zum Einsturz brachte. Der letzte Kaiser des faktisch nur noch formell bestehenden Heiligen Römischen Reiches (deutscher Nation), Franz II., der erst 1804 auch Kaiser des österreichischen Vielvölkerstaates geworden war, musste die Reichskrone auf Druck des französischen Kaisers ablegen. Unter Napoléon Bonaparte wurde die Anzahl der deutschen Staaten durch Zusammenlegung erheblich verringert und auch viele Reichsstädte verloren ihre Unabhängigkeit (deren Zahl hatte zeitweise über 80 betragen).
Nach der Niederlage Napoleons restaurierte der Wiener Kongress weitgehend die alten Herrschaftsverhältnisse. Deutschland, nun ohne einigendes Band, war teilweise im Deutschen Bund, einer losen Vereinigung von 38 deutschen Staaten unter Führung Österreichs organisiert. Kurz darauf wurde der Deutsche Zollverein geschaffen, in dem das wiedererstarkte Preußen dominierende Macht war.
Schon bald nach der gescheiterten nationalen und liberalen Märzrevolution von 1848/1849 kam es zur Kollision der Preußen mit der Großmacht Österreich um die Vormachtstellung im Deutschen Bund wie auch in Europa, die zum Deutschen Krieg von 1866 führte. Nachdem Preußen diesen Krieg für sich entschieden hatte, kam es zur Auflösung des Deutschen Bundes, zur Annexion seiner norddeutschen Kriegsgegner durch Preußen und dadurch zu einer weiteren Schrumpfung der Zahl deutscher Staaten.
Deutsches Kaiserreich (1871–1918)
Die anschließende Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung leitete die so genannte kleindeutsche Lösung ein. Diese zielte entsprechend der Intention Bismarcks auf eine staatliche Einigung unter der Hegemonie Preußens ohne die damalige Großmacht Österreich. Das Deutsche Reich wurde nach dem gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und der Proklamation des preußischen Königs Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen.
Mit der Reichsgründung wurden Gebiete eingegliedert, die noch nie oder nicht mehr zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört hatten, sondern seit den Polnischen Teilungen Ende des 18. Jh. Teile Preußens außerhalb des Reiches waren. Dazu gehörten West-, Ostpreußen und Danzig, das überwiegend polnischsprachige Gebiet Posen und Schleswig. Frankreich trat (deutsch- und französischsprachige) Teilgebiete der Regionen Lothringen (nördliche und östliche Teile) und Elsass (ohne Belfort) ab, welche als direkt von der Zentrale verwaltetes "Reichsland Elsass-Lothringen" ohne Gliedstaatrechte konstituiert wurden.
Als ideeller Begründer des Deutschen Reiches wurde Otto von Bismarck erster Reichskanzler. Seine antidemokratisch-konservative Grundhaltung verhinderte allerdings die Reichseinigung unter demokratischen Bedingungen und schuf die Voraussetzung dafür, dass in Deutschland Nationalismus und Demokratie einander fremd wurden. Er führte einen wenig erfolgreichen Kampf gegen die Sozialdemokratie, die polnische Minderheit und die katholische Kirche (siehe Kulturkampf). Seine aggressiv-kriegerische Außenpolitik änderte sich ab der Reichsgründung dagegen zu einer Bündnispolitik, die auf die Isolierung Frankreichs abzielte und ein vertraglich geregeltes, aber fragiles Paktsystem in Europa schuf. Gleichwohl blieb die Außenpolitik imperialistisch ausgerichtet: Auf der Berliner Kongo-Konferenz trat Deutschland 1884 mit der Forderung nach einem „Platz an der Sonne“ in den Kreis der Kolonialmächte ein, nachdem schon in den frühen 1880er Jahren deutsche Vereine Territorien in Afrika und Asien erworben hatten. Im Dreikaiserjahr kam Wilhelm II. an die Macht, der wenig später Bismarck zur Kündigung zwang und die Außenpolitik in Richtung Konfrontation änderte. Das Attentat auf den
Österreich
Die Republik Österreich ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa mit der Staatsform einer parlamentarischen Demokratie. Das Land ist seit 1955 Mitglied in der UNO und seit 1995 in der Europäischen Union. Es grenzt im Norden an Deutschland und Tschechien, im Osten an die Slowakei und Ungarn, im Süden an Slowenien und Italien und im Westen an die Schweiz und Liechtenstein.
Geografie
Hauptartikel: Geografie Österreichs
Landschaft
Etwa 60 Prozent des Landes sind gebirgig und haben Anteil an den Ostalpen (vor allem Tiroler Zentralalpen, Hohe Tauern und Niedere Tauern, Nördliche Kalkalpen, Südliche Kalkalpen und Wienerwald). In Ober- und Niederösterreich liegt - bereits nördlich der Donau - die Böhmische Masse, ein altes Rumpfgebirge, das auch nach Tschechien und Bayern hinüberreicht, und an der Ostgrenze die Kleinen Karpaten.
Die fünf Großlandschaften Österreichs:
- Anteil an den Ostalpen (52.600 km², 62,8 % der Staatsfläche)
- Anteil am Alpen- und Karpatenvorland (9.500 km², 12,3 %)
- Vorland im Osten, Anteil an Randgebieten des Pannonischen Tieflands (9.500 km², 12,3 %)
- Granit- und Gneisplateau, Anteil am Mittelgebirgsland der Böhmischen Masse (8.500 km², 10,1 %)
- Anteil am Wiener Becken (3.700 km², 4,4 %)
Von der Gesamtfläche Österreichs (rd. 84.000 km²) entfällt etwa ein Viertel auf Tief- und Hügelländer. Nur 32 % liegen tiefer als 500 m.
Gebirge
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Die sieben höchsten Berge Österreichs sind:
Ebenen
Die großen Ebenen liegen im Osten entlang der Donau, vor allem das Alpenvorland und das Wiener Becken mit dem Marchfeld, sowie in der südlichen Steiermark, die wegen ihrer Landschaftsähnlichkeit zur
Toskana auch oftmals Steirische Toskana genannt wird.
tiefster Punkt: Hedwighof (Gemeinde Apetlon - Burgenland) 114 m
Seen
Der größte See ist der Neusiedler See im Burgenland, der mit ca. 77 % seiner Gesamtfläche von 315 km² in Österreich liegt, gefolgt vom Attersee mit 46 km² und dem Traunsee mit 24 km² in Oberösterreich. Auch der große Bodensee mit seinen 536 km² im Dreiländereck mit Deutschland (Freistaat Bayern und Land Baden-Württemberg) und der Schweiz liegt zu einem kleinen Anteil auf österreichischem Staatsgebiet. Allerdings sind die Staatsgrenzen innerhalb des Bodensees nicht genau bestimmt.
Für den Sommertourismus in Österreich haben die Seen neben den Bergen die größte Bedeutung, insbesondere die Kärntner Seen und jene des Salzkammerguts. Die Bekanntesten davon sind der Wörthersee, der Millstättersee, der Ossiachersee und der Weißensee. Weitere bekannte Seen sind der Mondsee und Wolfgangsee an der Grenze von Salzburg und Oberösterreich.
siehe auch: Liste der Seen in Österreich
Flüsse
Der größte Teil Österreichs wird über die Donau zum Schwarzen Meer entwässert, nur kleine Gebiete über Rhein oder Elbe zur Nordsee.
Große Nebenflüsse der Donau sind (von Westen nach Osten):
- Lech und Inn (entwässern Tirol) mit Salzach (entwässert Salzburg).
- die Ager, Traun, Enns, Ybbs, Erlauf, Traisen, Wien, und Fischa entwässern die südlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich sowie Wiens.
- die Große und Kleine Mühl, Rodl und Aist, der Kamp, Göllersbach und Rußbach, sowie die March an der Ostgrenze entwässern die nördlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich
Klima
Das Klima wird vom Westen nach Osten immer trockener (In Wien sind die Niederschläge nur noch halb so hoch wie in Salzburg) und erreicht in den östlichen und südöstlichen Landesteilen das pannonische Kontinentalklima, das teilweise im südlichen Seengebiet mediterran beeinflusst wird. Die schneereichen Winter bringen dem Tourismus eine zweite Saison. Die Sonnenscheindauer ist etwa um 10 bis 20 Prozent länger als beispielsweise in Norddeutschland.
Die niederschlagsreichsten Gegenden sind das gesamte Alpenvorland sowie das Tiroler Unterland, das Außerfern und der Bregenzer Wald. Dort fallen bis zu 3.000 mm Regen pro Jahr (Durchschnitt 900 mm). In diesen Regionen kann es auch sehr oft zu Überschwemmungen kommen.
Bundesländer
Bregenzer Wald
Die österreichischen Bundesländer: B Burgenland, K Kärnten, NÖ Niederösterreich, OÖ Oberösterreich, S Salzburg, St Steiermark, T Tirol, V Vorarlberg, W Wien
Die neun österreichischen Bundesländer sind in Bezirke aufgeteilt, diese wiederum in Gemeinden.
Städte
Siehe auch: Städte in Österreich
Das mit Abstand größte Siedlungsgebiet in Österreich ist die Metropolregion Wien mit einer Einwohnerzahl von 2.067.652 (Stand 1. Januar 2005). Damit konzentriert sich ein Viertel der Bevölkerung des Landes in der Hauptstadtregion. In Österreich besitzen rund 200 Gemeinden das Stadtrecht. Ein großes Problem, vor allem in wirtschaftlich schwachen Gegenden, ist die Abwanderung (Landflucht) der ländlichen Bevölkerung in die städtischen Ballungsräume.
Große Städte
Die größten Städte Österreichs (nach Einwohnerzahl) sind:
Landflucht]
Landflucht
Landflucht
Landflucht mit Bodensee (vom Pfänder gesehen)]]
Stand: 2001
Ballungsräume in Österreich
Die nachstehenden Gemeinden, die in einem größeren bebauten Siedlungsgebiet liegen, sind nach ihrer Einwohnerzahl sortiert.
Stand: 2001
Entfernungen (Luftlinie)
- Wien - Bregenz 505 km
- Wien - Innsbruck 390 km
- Wien - Salzburg 253 km
- Wien - Linz 155 km
- Wien - Graz 148 km
- Wien - Bratislava (SK) 55 km
- Salzburg - München (D) 116 km
- Wien - Berlin (D) 530 km
- Wien - Budapest (H) 255 km
- Bregenz - Paris (F) 568 km
- Villach - Triest (Mittelmeer) (I) 109 km
- Graz - Maribor (SLO) 70 km
Grenzlängen
- Staatsgrenzen insgesamt 2.562 km, davon zu:
- Deutschland (Bayern): 784 km
- Italien: 430 km
- Ungarn: 366 km
- Tschechische Republik: 362 km
- Slowenien: 330 km
- Schweiz: 164 km
- Slowakei: 91 km
- Liechtenstein: 35 km
Bevölkerung
siehe auch: Österreicher
Österreicher
Lebenserwartung
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Österreich beträgt zur Zeit (2005) bei den Frauen 82,1 Jahre und bei den Männern 76,4 Jahre (im Vergleich 1971: 75,7 Frauen und 73,3 Männer). Die Kindersterblichkeit beträgt 0,45 %. siehe auch: Österreichisches Gesundheitssystem
Sprache
Deutsch ist Amts- und Muttersprache von etwa 98 % der österreichischen Bevölkerung. Die deutsche Sprache wird vielfach in Form eines der vielen oberdeutschen Dialekte gesprochen, die zu den Mundartfamilien des
- Alemannischen (gesprochen in Vorarlberg sowie dem Tiroler Außerfern) und
- Bairischen (gesprochen in allen anderen Bundesländern – siehe Sprachgebrauch in Österreich) gehören. Sieben Millionen Österreicher sprechen einen mittel- oder südbairischen Dialekt.
Daneben werden slawische und andere Sprachen von autochthonen Minderheiten gesprochen. Die alteingesessenen burgenlandkroatischen, slowenischen und ungarischen Bevölkerungsanteile in Österreich haben einen Anspruch auf muttersprachlichen Schulunterricht und Behördenverkehr. Burgenlandkroatisch und Slowenisch sind zusätzliche Amtssprachen in jenen Verwaltungs- und Gerichtsbezirken der Steiermark, des Burgenlandes und Kärntens mit kroatischer oder slowenischer, bzw. gemischter Bevölkerung. Auch die alteingesessene Roma-Bevölkerung hat ihre eigene Sprache.
Außerdem leben 35.000 Jenische in Österreich, wovon gerade noch 3.500 ein fahrendes Leben führen. Sie wurden in den 1960er Jahren im Burgenland, im Mühlviertel, im Waldviertel, auf dem Hausruck, im Toten Gebirge, in den Seetaler Alpen und Fischbacher Alpen angesiedelt.
Siehe auch: Minderheitssprachen in Österreich, Kärntner Slowenen
Zuwanderung
Das Land beherbergt Menschen aus vielen anderen Ländern, die aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen ins Land gekommen sind. Diese Zuwanderer oder vorübergehend im Land lebenden Menschen stammen vornehmlich aus Russland, dem ehemaligen Jugoslawien | | |