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Ablativus Absolutus

Ablativus absolutus

Der Ablativus absolutus (im Schülerjargon Ablabs genannt; auch Ablativ mit Partizip oder Ablativ mit Prädikativum (AmP)) ist eine lateinische Partizipialkonstruktion, die im Normalfall aus einem Substantiv und einem Partizip im Ablativ besteht und im Deutschen keine direkte Entsprechung hat. Der Ablativus absolutus vertritt die Stelle eines Nebensatzes, wobei nur das zeitliche Verhältnis zum übergeordneten Satz angegeben wird - die weitere logische Verknüpfung muss aus dem Kontext erschlossen werden. Siehe auch: absoluter Kasusgebrauch Beispiele:
- mit Partizip Präsens:
  - Cicerone cenante nuntius litteras Quinti attulit.
  - "Als/Während Cicero aß, brachte ein Bote einen Brief von Quintus."

- mit Partizip Perfekt:
  - Ponte facto milites flumen transierunt.
  - "Nachdem eine Brücke gebaut worden war, überschritten die Soldaten den Fluss."
Zu beachten ist beim zweiten Typus, dass das Partizip Perfekt passive Bedeutung hat. Dies muss bei der Übersetzung berücksichtigt werden. Überdies ist bei den Ablabs-Konstruktionen mit Partizip Perfekt oftmals das Subjekt des übergeordneten Satzes identisch mit dem Agens, der handelnden Person der Partizipialkonstruktion. Da die passivische Konstruktion hier nur eine aktivische vertritt, die mangels eines entsprechenden Partizips im Lateinischen nicht gebildet werden kann, sollte man sie durch einen aktiven Nebensatz wiedergeben. Aus obigem Satz wird also: "Nachdem sie eine Brücke gebaut hatten, überschritten die Soldaten den Fluss." Statt mit einem Nebensatz kann der Ablativus absolutus auch mit einem Hauptsatz übersetzt werden. Die logische Verbindung mit dem früheren übergeordneten Satz muss dann passend wiedergegeben werden. Eine mögliche Übersetzung des letzten Satzes wäre dann: "Die Soldaten bauten eine Brücke. Dann überschritten sie den Fluss." Eine Sonderform des Ablativus absolutus ist der nominale Ablativus absolutus, der aus mindestens zwei Nomina im Ablativ besteht, aber kein Partizip enthält. Dabei entspricht das eine Substantiv dem Subjekt, das zweite einem Prädikatsnomen. Die Stelle des fehlenden Partizips müsste das Partizip der Kopula esse "sein" darstellen, das im klassischen Latein aber nicht existiert.
- Beispiel:
  - Romulo rege Sabinae raptae sunt.
  - "Während Romulus König war, wurden die Sabinerinnen geraubt." Weitere Fomen: ... invito: gegen den Willen von ... ... duce : unter der Führung von ... ... praesente/absente: in Anwesenheit/Abwesenheit von ... Eine ähnliche Konstruktion ist der griechische Genitivus absolutus. Einige stehende Ausdrücke im Deutschen bilden diesen nach und bieten somit eine begrenzte Vergleichsmöglichkeit zum ablativus absolutus: "unverrichteter Dinge", "trockenen Fußes".

Weblinks


- [http://www.lateinservice.de/grammatik/inhalte/ablabs.htm Grundlagen und Übersetzungsmöglichkeiten] Kategorie:Grammatik

Jargon

Als Jargon [] wird ein Wortschatz bezeichnet, der in einer beruflich, gesellschaftlich oder kulturell abgegrenzten Menschengruppe, einem bestimmten sozialen Milieu oder einer Subkultur ("Szene") verwendet wird.

Überblick

Der Jargon ist als Umgangssprache eine Sondersprache (Soziolekt), die der (häufig vereinfachten) Kommunikation innerhalb der Anwendergruppe (als Berufs- und Spezialistensprache auch Fachjargon genannt) sowie der Abgrenzung nach außen und somit zur Identitätsbildung dienen kann. Der Fachjargon beschreibt die spezielle Berufswelt treffend und konkret. Er ist effizient und klar, vermag zu differenzieren und zu pointieren. Ein Außenstehender vermag wohl eine Tätigkeit mit dem Grundwortschatz beschreiben. Aber mit zunehmender Vertiefung eines Gebietes wird es erforderlich, auch die Komplexität der Wirklichkeit durch eine reichere Sprache widerzuspiegeln. Parallel dazu zieht der Jargon als Szenejargon Gruppengrenzen, indem er eine Sprach"komplizenschaft" herstellt. Durch die Anwendung eines speziellen Jargons, z. B. der Jugendsprache, die sich verbal von den Älteren abgrenzt, entsteht eine eigene Identität. Die Sprecher als Schöpfer und Besitzer ihrer Sprache üben damit gleichsam eine Macht in der Sphäre aus, die zwischen Zugehörigen und Fremden klar unterscheidet. Die Gruppe schafft Ausdrücke, die eine besondere Wirklichkeitserfahrung widerspiegeln. Der Jargon gliedert diese in die Identität und die Kultur der Gruppe ein. Anwendungsbeispiele hierfür finden sich in den Fachartikeln. Man unterscheidet u. a.:
- Gruppensprache: Gefängnisjargon, Jugendsprache, Netzjargon, Computerspieler-Jargon, Drogenjargon, Motorradfahrerjargon, Schülerjargon, Studentensprache, Bürojargon, Schwulensprache, Börsenjargon, Graffiti-Jargon und Hip-Hop-Jargon
- Berufssprachen: Bühnendeutsch, Bergmannssprache, Jägersprache, Seemannsprache, Soldatensprache
- Techniksprachen: Computerjargon, Hackerjargon
- Fachjargon/Fachsprache: Beamtendeutsch, Wissenschaftssprache, Sportjargon Manchmal entwickelt sich aus einem Jargon eine Pidginsprache.

Siehe auch


- Argot, Rotwelsch, Register, Sklavensprache, Parallelgesellschaft, Graffiti, Jargon-File

Literatur


- Prof. Peter Wippermann/Trendbüro (Hrsg.): Wörterbuch der Szenesprachen. Duden, Mannheim 2000, ISBN 3-411-70951-0 Kategorie:Spezialsprache Kategorie:Umgangssprache Kategorie:Soziolinguistik ja:隠語 simple:Jargon

Substantiv

Ein Substantiv (auch Hauptwort, Namenwort oder Dingwort; zum Teil auch Nomen) bezeichnet ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Person, die in Raum und Zeit existiert oder existiert hat. Außerdem gehören in der deutschen Sprache (und einigen anderen) zu den grammatischen Substantiven abstrakte Objekte oder Eigenschaften, wie Wirklichkeit, Güte, Unwissenheit, Unmöglichkeit, das Gehen, das Rot und andere. Zu unterscheiden sind:
- Eigenname, Name (lat. nomen proprium): Paula, die Alpen, Hamburg
- Gattungsname, (lat. nomen appellativum): Mensch, Tisch, Kunst, Liebe
- Stoff-/Substanzname: Milch, Gold Substantive gehören wie Substantivierungen (die Blauen, das Streiten, das Ich) zu den Nomen. Das Nomen bildet den Kopf der Nominalphrase: „ein schönes Bild“, „die lieben Kleinen“, „der Mann, der zuviel wusste“. Der Kopf gibt Genus-, Numerus- und Kasusmerkmale an die veränderbaren Teile der Nominalphrase weiter, bestimmt also die Grammatik dieser Wortgruppe. Substantive scheinen in allen Sprachen vorzukommen - der westliche Begriff von ihnen ist aber nicht immer problemlos übertragbar, das gilt z.B. für den irokesischen Sprachtyp. In der deutschen Sprache können aus verschiedenen anderen Wortarten Substantive gebildet werden. Zum Beispiel können aus Verben (wie „zurückgehen“) Verbalsubstantive („der Rückgang“) gebildet werden. Aus einigen Substantiven können auch Wörter anderer Wortarten gebildet werden. Substantive beginnen im Deutschen mit einem Großbuchstaben. Beispiele:
- der Bundespräsident (eine Person, eine Funktion)
- der Gott (ein mythologisches Wesen)
- das Haus (ein materielles Objekt)
- das Wasser (ein materielles Objekt, allgemeiner Oberbegriff)
- die Drei (eine Zahl, Menge)
- das Gehen, aus dem Verb gehen
- das Rot, aus dem Adjektiv rot Deutsche Substantive gehören entweder dem Genus Maskulinum (männlich) mit dem bestimmten Artikel der, dem Femininum (weiblich) mit dem bestimmten Artikel die oder dem Neutrum (sächlich) mit dem bestimmten Artikel das an. Im DaF-Unterricht („Deutsch als Fremdsprache“) macht die Grammatik von der Möglichkeit Gebrauch, für die Fremdsprachenlerner das Genus des Substantivs über die Substantivendung und den Artikel erkennbar zu machen. Besonders zuverlässig sind die Regeln für die femininen Substantive, unter denen sich zahlreiche mit den Endungen -e, -anz, -ion, -ik, -heit, -keit, -ung und -tät finden. Substantive sind in flektierenden Sprachen deklinierbar („beugbar“), im Deutschen existieren vier Fälle (Kasus): Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Die deutsche Deklination ist noch einigermaßen komplex. Das Englische hat kaum noch Kasusdifferenzierungen, es nähert sich in dieser Hinsicht dem Chinesischen, das keinerlei Flexion aufweist. Obwohl die meisten Substantive in den Numeri Singular und Plural vorkommen, werden bestimmte Substantive nur im Singular (Singularetantum) bzw. im Plural (Pluraletantum) gebraucht.

Zusammengesetzte Substantive (Komposita)

Durch Zusammensetzung mehrerer Wörter können neue Substantive gebildet werden. Beispiele:
- das Rotwild
- der Autoverkehr
- die Sonnenfinsternis
- der Landesmusikdirektor
- die Fluss-Schifffahrt bzw. die Flussschifffahrt
- die Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmützenkokarde Dabei steht das Grundwort in der deutschen Sprache und vielen anderen Sprachen rechts, links davon stehen entsprechende modifizierende bzw. erklärende Wörter, die selbst zusammengesetzt sein können. Prinzipiell können so beliebig lange Substantive gebildet werden, die meisten bestehen aber aus zwei, drei oder vier Wörtern. In der deutschen Sprache werden zusammengesetzte Substantive zusammengeschrieben oder zur Verdeutlichung der Struktur durch einen Bindestrich verbunden. In einigen Sprachen, zum Beispiel im Englischen, werden sie jedoch oft weder zusammengeschrieben, noch besonders gekennzeichnet. Die getrennte Schreibweise wird immer häufiger irrtümlich ins Deutsche übernommen. Dieses Phänomen bezeichnet man abwertend als Deppenleerzeichen.

Siehe auch


- Genus, Wort, Artikel, Syntax, Adjektiv, Verb Kategorie:Grammatik Kategorie:Wort ja:名詞 ko:명사 (품사) simple:Noun

Ablativ

Ablativ ist die Bezeichnung für einen Fall in der Grammatik. Er taucht in verschiedenen Sprachen auf:

Latein

Die Bezeichnung Ablativ leitet sich vom lateinischen (casus) ablativus ab. Entsprechend dieser Bezeichnung ist der Ablativ zunächst ein die Trennung beziehungsweise Wegbewegung ausdrückender oder ein "indirekter" Fall; er ist wahrscheinlich einer der ursprünglichen indogermanischen Fälle. Die Deutsche Sprache nutzt in Ermangelung des Ablativs meist den Dativ oder den Akkusativ mit Präposition. Der lateinische Ablativ übernimmt seinerseits bereits die Funktionen zweier weiterer ursprünglicher Fälle, nämlich des Lokativs (Ortsangabe) und des Instrumental (Angabe des Mittels). Die drei Grundfunktionen des Ablativs werden im Lateinischen weiter ausdifferenziert. Er ist entsprechend im Deutschen unterschiedlich wiederzugeben; beispielsweise:
- Ablativus instrumentalis Ablativ des Mittels (Wodurch? Womit?)
- Ablativus modi Ablativ der Art und Weise (Wie? Auf welche Art und Weise?)
- Ablativus sociativus Ablativ der Gemeinschaft (Mit wem? Woraus? Teilungsartikel)
- Ablativus mensurae Ablativ des Maßes (Um wie viel größer, kleiner, klüger etc.?)
- Ablativus limitationis Ablativ der Einschränkung/des Geltungsbereichs einer Aussage (in welcher Hinsicht?)
- Ablativus originis Ablativ der Herkunft (aus was für einer Familie?)
- Ablativus separativus Ablativ des Ausgangspunktes und der Trennung (Woher? Wovon?)
- Ablativus auctoris Ablativ des logischen Subjekts beim Passiv (Von wem?)
- Ablativus comparationis Ablativ des Vergleichs beim Komparativ (Als wer/was?)
- Ablativus thematis Ablativ des Themas (worüber?) [Oft Verwendung bei Überschriften]
- Ablativus locativus Ablativ des Ortes (Woher?)
- Ablativus temporalis Ablativ der Zeit (Wann?)
- Ablativus qualitatis Ablativ der Eigenschaft (Von welcher Art? Was für ein?)
- Ablativus causae Ablativ des Grundes (Warum?)
- Ablativus pretii Ablativ der Preisangabe (Für wieviel?)
- Ablativus absolutus „los gelöster“ Ablativ: eine Nebensatz-Konstruktion

Ablativ im Türkischen

In der türkischen Sprache wird als Ablativ der woher-Fall bezeichnet. Er wird durch das Anhängen von den bzw. dan gebildet (gemäß den Regeln der kleinen Vokalharmonie). Beispiel: Nereden geliyorsun? (Woher kommst du?) Sinemadan geliyorum. (Ich komme aus dem Kino.)

Ablativ im Finnischen

Auch die finnische Sprache kennt einen Ablativ, dort wird er für eine Wegbewegung, wie zum Beispiel "vom Haus weg", verwendet.

Sanskrit

Im Sanskrit ist der Ablativ, wie im lateinischen ein indirekter Fall.

Siehe auch


- Kasus Kategorie:Grammatischer Kasus

Nebensatz

Ein Nebensatz ist ein Satz, der in einen übergeordneten Hauptsatz oder in einen anderen Nebensatz eingebunden wird und dort als Satzteil fungiert. Während im Deutschen in Hauptsätzen das Prädikat (die Satzaussage) oder bei mehrteiligen Prädikaten zumindest die finite Verbform gewöhnlich an der zweiten Stelle im Satz steht (entweder hinter dem Subjekt (Satzgegenstand) oder, falls der Satz mit einer Zeit- oder Ortsangabe beginnt, nach dieser), unterscheidet sich die Satzstellung im Nebensatz davon erheblich: Dort findet man das Prädikat (die Satzaussage) immer am Satzende. Wenn das Prädikat z.B. bei bestimmten Vergangenheitsformen oder im Futur, der Zukunft, aus mehreren Teilen besteht, setzt man im Nebensatz dessen finites Verb ans Ende. Dabei befindet sich ein infinites Verb (Partizip oder Infinitiv) im Nebensatz oft direkt vor dem finiten Verb, wohingegen in Hauptsätzen letztere oft am Satzende stehen.

Arten von Nebensätzen

Nach ihrer Funktion als Satzteil des übergeordneten Satzes unterscheidet man zwischen Subjektsätzen, Objektsätzen, Adverbialsätzen, Attributsätzen und Prädikativsätzen.
- Der Subjektsatz und der Objektsatz werden durch die unterordnende Konjunktion dass eingeleitet, beziehungsweise durch ob oder ein Fragepronomen, wenn eine Frage in den übergeordneten Satz eingeordnet wird. Steht der Subjektsatz in Endstellung, wird er oft durch das Pronomen es vorsignalisiert. Beispiele für Subjektsätze: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Wann er kommt, ist unklar. Beispiel für Objektsatz: Und er sah, dass es gut war.
- Adverbialsätze werden durch verschiedene Konjunktionen eingeleitet. Je nach ihrem Bedeutungsgehalt unterscheidet man:
  - Temporalsätze (Zeit): Als das hohe Pfingstfest gekommen war, waren sie alle an einem Ort.
  - Konditionalsätze (Bedingung): Wenn ich gewinne, bezahlst du.
  - Konzessivsätze (Einschränkung): Obwohl sie unter Wasser sind, versuchen sie, unter Wasser zu schimpfen.
  - Kausalsätze (Grund): Weil du gesehen hast, glaubst du.
  - Modalsätze (Art und Weise): Indem sie schweigen, schreien sie.
  - Komparativsätze (Vergleich zweier Dinge/Sachen): Es ist besser, als ich es mir erträumt habe.
  - Adversativsätze (Gegenüberstellung): Während der Konzessivsatz einen logischen Widerspruch angibt, ist das beim Adversativsatz nicht der Fall.
  - Finalsätze (Absicht): Damit du mich verstehst, erkläre ich es noch einmal.
  - Konsekutivsätze (Folge): Er verpasste den Bus, sodass er sich verspätete.
  - Lokalsätze (Ort): Ich wohne da, wo die großen Häuser sind.
  - Instrumentalsätze (Mittel): Er schrieb, indem er einen Füller benutzte.
- Attributsätze (Relativsätze) werden meist durch Relativpronomina, gelegentlich durch Fragewörter bzw. Relativadverbien eingeleitet. Beispiele: Lange stand K. auf der Holzbrücke, die von der Landstraße zum Dorf führte. Es liegt der Ort, wo ich geboren ward, am Meeresufer, wo der Po ausmündet.

Sonderfälle

Kein System kann die Fülle sprachlicher Äußerungen vollkommen adäquat widerspiegeln. Beim Nebensatz ergeben sich unter anderem folgende Grenz- und Sonderfälle:
- a) nach ihrer Signalisierung
  - Nebensatz ohne Konjunktion: Hättest du geschwiegen, wärest du ein Philosoph geblieben. (Signalisierung durch Inversion)
  - Nebensatz ohne Konjunktion und ohne Inversion: Er meint, es sei gut so. (Signalisierung durch Modus)
  - Schwanken zwischen Nebensatz und Hauptsatz: Er meint, es ist gut so. (Signalisierung durch Intonation bzw. Interpunktion)
- b) nach ihrer Klassifikation
  - Einordnung z. B. der verallgemeinernden Relativsätze: Wer Ohren hat zu hören, der höre. (Elliptischer Attributsatz (Jeder, der...) oder Subjektsatz?)
  - Einordnung der weiterführenden Relativsätze vom Typ „Da brach sie ab, was schade war.“ (Satzapposition, elliptischer Relativsatz, eigenständiges sprachliches Phänomen?)

Gliedsatz/Nebensatz

Der Begriff "Gliedsatz" besagt, dass ein Nebensatz ein Satzglied vertritt. Die terminologische Unterscheidung ist uneinheitlich. Meist wird der Begriff synonym für "Nebensatz" gebraucht. In Benennungssystemen, die das Attribut nicht zu den Satzgliedern zählen, sondern nur die direkt auf das Prädikat bezogenen Elemente des Satzes, wird entsprechend der Relativsatz (Attributsatz) vom Gliedsatz geschieden. Kein Gliedsatz ist dann auch der weiterführende Relativsatz.

Schachtelsätze

Haupt- und Nebensätze können weitere Nebensätze enthalten. Die Schachtelungstiefe ist dabei unbestimmt. Sinnvoll ist es, die Satzstruktur durch Satzzeichen erkennbar zu machen. Seit dem 20. Jahrhundert hat sich eine Tendenz zur Vereinfachung und Verkürzung des Satzbaus herausgebildet. Vergleiche: Haupt- und Nebensätze, die zur Verdeutlichung der Satzstruktur durch Komma, einem Satzzeichen, das nach der Rechtschreibreform vereinfachten Regeln folgt, getrennt werden sollten, können weitere Nebensätze in ihrer Struktur, deren Schachtelungstiefe unbestimmt ist, sich aber seit hundert Jahren verkürzte, enthalten. Kategorie:Grammatik

Kontext

Als Kontext (lateinisch con-textus »Zusammenhang«, Plural: „Kontexte“) wird ein Zusammenhang oder Umfeld beispielsweise eines Wortes oder einer Handlung bezeichnet. Im Falle eines Wortes bezieht sich der Kontext auf das sprachliche Umfeld des Textes. Im Rahmen der Diplomatik (Lehre der mittelalterlichen und frühzeitlichen Urkunden) wird als Kontext der Teil einer Urkunde bezeichnet, der zwischen den einleitenden und abschließenden Floskeln (Protokoll und Eschatokoll) eine allgemeine Einleitung (Arenga die Vorgeschichte der Urkunde (Narratio) und den eigentlichen Rechtssachverhalt (Dispositio) enthält sowie die Beglaubigungsmittel ankündigt (Corroboratio).

Etymologie

Kontext ist ein Fremdwort aus dem Lateinischen (contexo = zusammenweben, zusammensetzen; contextus = verflochten, fortlaufend). Die Vorsilbe Kon heißt auf deutsch „zusammen“, das Wort text heißt so etwas wie Textur, auf deutsch übersetzt „das Gewebe“. Siehe auch: Kontextualisierung, Szene, Umfeld, Sprache, Kultur, Konstruktivismus, Kontextmenü

Weblinks


- http://www.thomasgransow.de/Grundbegriffe/Kommunikation.htm Kategorie:Literarischer Begriff Kategorie:Historische Hilfswissenschaften

Partizip Präsens

Ein Partizip (v. lat. particeps „teilhabend“; Pl.: Partizipien) ist eine infinite Verbform. Die Bezeichnung deutet auf die Teilhabe (Partizipation) an den Eigenschaften sowohl von Nomen als auch von Verben hin. Ähnliches bringt die aus der Mode gekommene Bezeichnung Mittelwort zum Ausdruck, weil das Partizip quasi in der Mitte zwischen Verb und Nomen steht. Das Partizip kann wie ein Adjektiv dekliniert werden. Es wird aus diesem Grunde auch oft als Verbaladjektiv bezeichnet. Ein Partizip kann immer durch einen Relativsatz aufgelöst werden. Dadurch wird der Satz leichter verständlich.

Partizip Präsens

Beim Partizip Präsens Aktiv (PPA) handelt es sich um ein Adjektiv, das sinngemäß der Aktivform des Verbs zuzuordnen ist. Beispiele:

- die liebende Mutter
- das singende Mädchen Das PPA drückt das Zeitverhältnis der Gleichzeitigkeit zwischen der durch das Partizip ausgedrückten Handlung und der des übergeordneten Satzes aus. Diese Form gibt es auch im Lateinischen und im Griechischen. Das Griechische hat darüber hinaus auch ein Partizip Präsens Passi.

Partizip Perfekt

Im Deutschen ist, wie im Lateinischen, nur das Partizip Perfekt Passiv (PPP) vorhanden. Es handelt sich um ein Adjektiv, das sinngemäß der Passivform des Verbs zuzuordnen ist. Die Art der Bildung des Partizip Perfekt hängt wesentlich davon ab, ob das jeweilige Verb stark oder schwach ist. (Vgl. unten die jeweiligen Formen zu lieben -schwach- und singen -stark-) Beispiele:

- die geliebte Mutter
- das gesungene Lied Das Partizip Perfekt wird im Deutschen außerdem zur Bildung der zusammengesetzten Tempusformen des Verbs verwendet, also zur Bildung von Perfekt, Plusquamperfekt und zur Bildung der Passivformen. Ähnlich ist der Gebrauch z. T. im Lateinischen und Griechischen, jedoch bilden diese beiden Sprachen für das Passiv des Präsens eigene Formen und greifen hier nicht auf das PPP zurück. Nominale Eigenschaften des Partizips im Deutschen sind die Steigerbarkeit (Beispiel: "die gelungenste Vorstellung"), die Antonymie (Beispiel: "passend - unpassend"), die Möglichkeit, Komposita zu bilden (Beispiel: "hochtalentiert") sowie die Möglichkeit sowohl attributiv als auch prädikativ verwendet zu werden (Beispiel: "eine passende Gelegenheit - die Gelegenheit ist passend"). Im Griechischen gibt es auch ein Partizip Perfekt Aktiv. Insgesamt drückt das Partizip Perfekt Vorzeitigkeit zur Handlung des übergeordneten Satzes aus.

Partizip Futur

Diese Form kann im Deutschen - im Gegensatz zu den alten Sprachen - nicht gebildet, sondern nur umschrieben werden. Dies wird notwendig, wenn etwa ein lateinisches Partizip Futur Aktiv übersetzt werden soll. Bsp.: Morituri te salutant - die Todgeweihten/diejenigen, die sterben werden/die, die im Begriff sind zu sterben, grüßen dich

Balto-slawische Partizipien

Besonders viele Partizipialformen gibt es in den baltischen und slawischen Sprachen. Die synthetischen Verbformen werden nach Tempus und Genus verbi abgewandelt, außerdem noch wie Adjektiva nach Kasus und Numerus. Darüber hinaus unterscheiden Partizipien zwischen Kurz- und Langformen (die slawischen resultativen Partizipien haben heute in der Regel nur mehr Kurzformen). Durch Kombination dieser grammatischen Kategorien ergeben sich bis zu mehrere Dutzend Formen, die in der Regel nur selten zusammenfallen. Allerdings werden in einigen Sprachen die Partizipien verdrängt und mit Nebensätzen paraphrasiert. Besonders selten sind Partizipien des Futurs, die nur mehr im Tschechischen vorkommen (ausschließlich in älteren Texten). Im Russischen werden sie häufiger verwendet, gelten dort aber als ungrammatisch. Beispiel aus dem Litauischen: Inf. matyti "sehen", akt. Präsens mask. Nom. Sg. matąs/matantis "der sieht", akt. Perfekt mask. Nom. Sg. matęs "der gesehen hat", akt. iter. Perfekt mask. Nom. Sg. matydavęs "der wiederholend gesehen hat", akt. Futur mask. Nom. Sg. matysiąs/matysiantis "der sehen wird", pass. Präsens mask. Nom. Sg. matomas "der gesehen wird", pass. Perfekt mask. Nom. Sg. matytas "der gesehen worden ist", pass. Präsens mask. Nom. Sg. matysimas "der gesehen werden wird". Prädikativ können einige baltische Paritizipen den Modus relativus ausdrücken, z.B. litauisch Jis sako buvęs namie (Er sagt, er sei zu Hause gewesen), kuršiai gyvenę šiaurėje (die Kuren lebten im Norden; vgl. die Indikativform gyveno) bzw. im Passiv kuršių gyventa šiaurėje (dass.; im Indikativ käme noch das Hilfsverb hinzu: buvo gyventa). Analog dazu wird auch das Transgressiv verwendet, wenn sich das Subjekt des Hauptsatzes von dem der indirekten Rede unterscheidet, z.B. jis sakė tėvą išęjus (er sagte, dass der Vater weggegangen sei; diese Konstruktion heißt in Latein Accusativus cum participio).

Von Partizipien abgeleitete infinite Verbformen

In den baltischen und slawischen Sprachen gibt es den Transgressiv (z.B. lit. matant, mačius, matysiant von matyti "sehen") und in den baltischen Sprachen auch Halbpartizipien, z.B. litauisch rašydamas (schreibend, Infinitiv rašyti), lettisch likdams (legend, Infinitiv likt). Halbpartizipien können nur als satzwertige Verbalphrasen verwendet werden. Ins Deutsche werden sie meist durch Nebensätze paraphrasiert. In einigen Sprachen kongruiert die infinite Verbform mit dem Bezugswort in Genus und Numerus, z.B. im Tschechischen (Transgressiv) oder Litauischen (Halbpartizip), vgl. litauisch Jis įėjo verkdamas vs. Ji įėjo verkdama , was in etwa dem österreichischen (verschriftdeutscht) Als ein(e) Weinende(r) ist er/sie hereingekommen entspricht.

Modalitätsausdrücke

Einige Sprachen kennen spezielle Partizipialformen, die modale Aspekte ausdrücken. Beispielsweise im Litauischen gibt es das Partizip des Müssens (Partizipium Necessitatis), dessen Bedeutung dem deutschen Gerundiv ähnlich ist, z.B. rašytinas straipsnis (der zu verfassende Aufsatz). In einigen slawischen Sprachen gibt es das Partizip der Möglichkeit, z.B. im Obersorbischen (korigujomny korrigierbar, wobdźiwajomny bewundernswert), im Niedersorbischen (widobny sehbar, zranjobny verletzbar) oder im Tschechischen (korigovatelný korrigierbar). Manche modalen Partizipien haben jedoch ihre Modalität allmählich eingebüßt. Darüber hinaus können auch die üblichen Partizipien als Modalitätsausdrücke verwendet werden, z.B. lettisch dzerams (trinkbar), im Litauischen und Russischen haben meist die negierten Formen einen modalen Nebensinn, z.B. lit. neištariamas (unaussprechbar), russ. nerešaemyj (unlösbar). Ob ein Partizip modale Aspekte ausdrücken kann, hängt von dessen Tempus, Verbalaspekt und Genus verbi ab, die Kriterien variieren von Sprache zu Sprache. Modale Partizipien sind durch Nebensätze mit Modalverben paraphrasierbar.

Verwendungsweisen

Im Lateinischen dient das Partizip auch als Satzverkürzer in der Konstruktion des Participium Coniunctum (PC) (Sonderfall im Ablativ: Ablativus absolutus). Kategorie:Grammatik ja:分詞

Agens (Linguistik)

Das Agens (lat: agere: handeln) in der Linguistik bezeichnet – im Gegensatz zum Patiens – den Aktanten des Satzes, der aktiv handelt. Somit ist das Agens eine semantische Rolle, aber keine syntaktische Funktion, weshalb auch zwischen Agens und Subjekt unterschieden werden muss (auch wenn in einigen Fällen Agens und Subjekt ein und die selbe Phrase sein kann).

Beispiele:

# Der Professor quält den Studenten # Der Student wurde gequält Im ersten Beispiel ist Der Professor Agens (und gleichzeitig Subjekt). Im zweiten Beispiel hingegen ist Der Student zwar das Subjekt aber nicht Agens. Da der Student in beiden Fällen nicht aktiv handelt, sondern etwas erleidet, besetzt er die semantische Rolle Patiens. Kategorie:Semantik

Kopula

Kopula (lat. Band) ist ein Ausdruck der traditionellen Logik, der in einem - wie man traditionell sagte - Urteil, heute eher Aussage, das Subjekt mit dem Prädikat verbindet (Kopula-Band). Eine geradezu klassische Rolle spielt die Kopula in den Schlussfiguren des Syllogismus. Bezeichnet man das Subjekt mit S, das Prädikat mit P und die Kopula mit k, ergibt sich als Grundform S k P, in Worten: P wird S zugesprochen, P kommt S zu oder auch S ist P. Beispiele (Kopula jeweils fett):
- Sokrates war ein Mensch.
- Das Auto ist blau.
- Die Staatsverschuldung nimmt gefährliche Ausmaße an. In anderen Darstellungen wird die Kopula als Bestandteil des verbalen oder nominalen Prädikats gesehen, für das obige Beispiel "Sokrates war ein Mensch." ist hiernach "Sokrates" Subjekt, "war" Kopula und "ein Mensch." das nominale Prädikat.(S+(K+nP))=(S+P) In folgender Formulierung fehlt ein direktes Wort für die Kopula, obwohl einem Subjekt ein Prädikat zugesprochen wird und die Kopula natürlich in der Formulierung verborgen steckt:
- Sein Gesicht färbte sich rot vor Wut.
- Sie gab niemals auf. Dies zeigt, wie mächtig, ausdrucksvoll, aber auch vieldeutig die natürliche Sprache ist, womit sich die natürliche Sprache auch als sehr missverständlich und konfliktträchtig erweist. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb sich die exakten Wissenschaften, allen voran Mathematik und Physik eigene formale Sprachen geschaffen haben. Die verschiedenen "Sprachen" werden einmal von der Linguistik, zum anderen von Logik, Logistik, Methodologie und Wissenschaftstheorie untersucht. Eine zentrale Rolle nimmt die Kopula auch in der Definitionslehre ein.

Konjugation

Wie in den meisten indogermanischen Sprachen ist das Verb "sein" das unregelmäßigste von allen, und zwar wegen des häufigen Gebrauchs.

Siehe auch


- Urindogermanische Kopula
- Verb (Hilfsverb)

Literaturhinweis


- Kondakow, N.I. (dt. 1978, russ. 1975). Wörterbuch der Logik. Berlin: deb. Kategorie:Grammatik Kategorie:Sprache ja:コピュラ

Griechische Sprache

Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen. Siehe: Griko in Italien Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden. Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis 1453) grc.

Geschichte

1453 Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist. Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert. Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden. Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt. Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus). Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt. Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.

Grammatik

Altgriechisch

Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie. Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen. Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.

Nominale Wörter

Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Genera

- (allgemeine) Regeln:
  - Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
  - Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
  - Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache. Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
  - echter Akkusativ (direktes Objekt)
  - adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
  - echter Genitiv (Bereich)
  - Separativ (Herkunft)
- Dativ
  - echter Dativ (indirektes Objekt)
  - Soziativ (Gemeinschaft)
  - Instrumental (Mittel)
  - Lokativ (Ort, Zeit)

Verben

Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm. Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt. Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen) Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung. Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens) Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt. Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten). Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.) Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung. Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden. Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck. Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint. In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt. Der Imperativ drückt einen Befehl aus. Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt). Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung. Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus. Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn: Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.) Beispiele: Aktiv: er löst (etwas) transitives Medium: er löst (etwas) für sich intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Personen
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural). Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.

Neugriechisch (Dimotiki)

Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation. Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache: Vokale geschlossen halbgeschlossen offen Alle Vokale werden kurz ausgesprochen. laut IPA Konsonanten p t k b d g v δ z γ f θ s χ m n l r

Siehe auch


- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen

Literatur


- Geschichte:
  - Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
  - Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
  - Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
  - Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
  - Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
  - Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
  - Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
  - Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
  - Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
  - Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992

Weblinks


- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Einzelsprache als:Griechische Sprache ja:ギリシア語 ko:그리스어 ms:Bahasa Greek simple:Greek language th:ภาษากรีก

Kategorie:Grammatik

Kategorie:Sprache ja:Category:文法

Grand Cru

Grand Cru is the highest level of classification of AOC wines from Burgundy or Alsace, those that come from a single vineyard. The same term is used in Saint-Émilion and Champagne, but there it refers to a differing level of classification. Grand cru is one level above premier cru. In theory, and many times in practice, vineyards are designated "grand cru" (literally, "great growth") when they have shown the highest potential for greatness. It is emphatically not a classification of wine quality per se, but rather the potential of the site. An underachieving winemaker can easily make characterless wine from outstanding terroir, and a conscientious one can make a superior wine from a less-favored site. To help increase the quality of grand cru wines, they typically have the lowest maximum yields, not uncommonly around 25 hl/ha. However, there are no other real restrictions on winemaking. Especially within Burgundy, some Grand Cru vineyards contain climats or lieux dits within them which are even more specific; Corton and Clos Vougeot, for example. Lieux dits within Corton are Corton Clos de Cortons, owned by the Faively estate, and Corton Grancy, owned by the Louis Latour estate, among others.

Other meanings

The term can also be used to refer to any item that is of high quality and is hence highly collectible.

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