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| Participium Coniunctum |
Participium ConiunctumDas Participium Coniunctum oder abgekürzt PC ist eine syntaktische Konstruktion im Lateinischen, die vor allem in der lateinischen Schriftsprache häufig verwendet wird.
Das PC wird mit den verschiedenen Partizipformen des Verbs gebildet und steht statt Nebensätzen, die ein finites Verb erfordern würden. Somit wird der Satz verkürzt, ähnlich wie mit dem Ablativus absolutus, Gerundivum oder Gerundium.
Auch in anderen indogermanischen Sprachen findet man PC-Konstruktionen.
Anwendung im Lateinischen
Das PC verwendet die drei lateinischen Partizipformen PPP, PPA und PFA:
- PPP = "participium perfecti passivi" bzw. "participium praesentiae passivae" (passives Perfekt-/Präsenspartizip)
zum Ausdruck von Vorzeitig-/Gleichzeitigkeit
- PPA = "participium praesentiae activae" (aktives Präsenspartizip)
gleichzeitig
- PFA = "participium futuri activi" (aktives Futurpartizip)
nachzeitig
Es existieren mehr als die im Deutschen bekannten zwei Arten von Partizipien:
1. Partizip oder Präsenspartizip:
attributivischer (beifügender) Gebrauch: z. B. gehend
2. Partizip oder Perfektpartizip:
als Attributivum verwendet, für Passivbildung oder zur Zeitenbildung (Perfekt, Plusquamperfekt, Futurum exactum)notwendig: gegangen
Beispiele
1.)Anwendung des PPP zum Ausdruck der Vorzeitigkeit:
- ohne PC: Tantalus, qui in Tartarum missus erat, poenas persolvit.
- mit PC: Tantalus in Tartarum missus poenas persolvit.
Tantalus, welcher in die Unterwelt geschickt worden war, erlitt Strafen.
2.)Anwendung des PPA zum Ausdruck der Gleichzeitigkeit:
- ohne PC: Flaminus legiones contra Hannibalem duxit atque cum equo concidit.
- mit PC: Flaminus legiones contra Hannibalem ducens cum equo concidit.
Flaminus führte Legionen gegen Hannibal und fiel mit dem Pferd.
3.)Anwendung des PFA zum Ausdruck der Nachzeitigkeit:
- ohne PC: Ii, qui morientur, te salutant.
- mit PC: Morituri te salutant.
Die, die sterben werden, grüßen dich.
Übersetzungsmöglichkeiten
Es gibt verschiedenste Translationsvarianten, die nach Belieben angewandt werden können. Die obigen Übersetzungen sind streng nach den Beispielen ohne PC gehalten und somit durchaus verbesserungswürdig. Das PC erlaubt der eigenen Individualintellektualität die Auslebung zahlreicher stilistischer Ausschmückungen:
a) wörtlich:
1) mit Attribut:
- vorzeitig: Tantalus, in die Unterwelt geschickt, erlitt Strafen.
- gleichzeitig: Flaminus, die Legionen gegen Hannibal führend, fiel mit dem Pferd.
- nachzeitig: Die, die sterbenwerdend, grüßen dich.
[PFA ist niemals ins Deutsche direkt-translationabel!]
2) mit Apposition (substantivisches Attributivum im Kasus des Bezugswortes):
- vorzeitig: Der in die Unterwelt geschickte Tantalus erlitt Strafen.
- gleichzeitig: Der die Legionen gegen Hannibal führende Flaminus fiel mit dem Pferd.
- nachzeitig: Die Sterbenwerdenden grüßen dich.
[äußerst unüblich]
b) mit Hauptsatzreihe, koordinierend = beiordnend (betonend): Reihenfolge beachten!
- vorzeitig: Tantalus wurde in die Unterwelt geschickt und erlitt Strafen.
- gleichzeitig: Flaminus führte Legionen gegen Hannibal und fiel mit dem Pferd.
- nachzeitig: Die grüßen dich und werden sterben.
Perfektpartizip-Ausdruck immer vorher, Präsenspartizip-Ausdruck beliebig, Futurpartizip immer nachher!
c) mit Nebensätzen, subordinierend = unterordnend: meist recht mulilaterale Gestaltungsmöglichkeiten, auch hier ist die Beachtung der Consecutio Temporum (Zeitenfolge) erforderlich!
Beispiele:
1) Relativsatz(mit der, die, das eingeleitet):
- vorzeitig: Tantalus, der/welcher in die Unterwelt geschickt worden war, erlitt Strafen.
- gleichzeitig: Flaminus, der die Legionen gegen Hannibal führte, fiel mit dem Pferd.
- nachzeitig: Die, die sterben werden, grüßen dich.
2) Temporalsatz:
- vorzeitig: Nachdem/als/... Tantalus in die Unterwelt geschickt worden war, erlitt er Strafen.
- gleichzeitig: Während/als/... Flaminus die Legionen gegen Hannibal führte, fiel er mit dem Pferd.
- nachzeitig: Bevor die sterben werden, grüßen die dich.
3) Die besprochenen Satzarten sind die gebräuchlichsten. Oft sind aber auch andere möglich,
wie z. B. ein Kausalsatz (Begründungssatz) mit "weil" oder "da" beim Beispiel für Vorzeitigkeit et cetera. Vor allzu vagen Experimenten sollte man sich allerdings hüten.
d) manchmal Präpositionalausdruck opportun:
- vorzeitig: Nach der Entsendung Tantalus' in die Unterwelt erlitt er Strafen.
- gleichzeitig: Während eines Kriegszuges Flaminus' gegen Hannibal fiel ersterer mit dem Pferd.
- nachzeitig: Die Todgeweihten grüßen dich.
Nicht immer lassen sich mit dieser Möglichkeit inhaltlich wirklich korrekte Übersetzungsvarianten erschließen. Auf jeden Fall ist dieses vor der Benützung der besprochenen Eventualität, aber auch bei der Selektion überhaupt zu bedenken.
In den bisher behandelten Kasus wurde nur der Nominativ angewandt. Die Partizipialkonstruktion kann auch in anderen Fällen als dem 1. Fall vorkommen. Importantes Merkmal ist bei der Anwendung, dass neben dem Partizip keine Form von "esse", also "sein" aufscheint (was ein Anzeichen für eine Perfekt, Plusquamperfekt oder Futur II - Passiv-Form wäre).
Abgrenzung in Bezug auf andere Konstrukte
Nicht verwechselt darf das PC mit dem Ablativus absolutus werden, welcher im Gegensatz zu ersterem von der übrigen Satzkonstruktion abgespalten wäre. "Ablativus absolutus" heißt dementsprechend wörtlich übersetzt "entfernter, abgelöster Ablativ" (Ablativ = 6.Fall). Auch hier wäre PPA, PPP und PFA möglich. Allerdings könnte dieser Ablativus absolutus dann logischerweise nur im 6.Fall stehen. Weiteres Merkmal ist die totale, absolute Unabhängigkeit vom restlichen Satz. Die Übersetzung geschieht in der selben Weise.
Bsp.: gleichzeitig:
Qua re animadvertente rex iit.
Die Sache bemerkend, ging der König.
Als der König die Sache bemerkte, ging er.
Es gibt hierbei immer einen Täter. Bei diesem Beispiel hat ein König die Sache bemerkt - ein weiterer Unterschied zum PC. Beim Ablativus absolutus muss bei mehr Angaben immer beachtet werden, wer der Täter ist, welcher beim PC nicht unbedingt vorhanden ist.
Die Differenzierung hinsichtlich Gerundium und Gerundivum fällt leicht. Man kann Gerundium und Gerundivum durch die "nd"-Form vom PC unterscheiden. Diese wird jeweils vom Infinitiv abgeleitet und ist ebenfalls deklinabel.
Bsp.: pareo, -es, -ere, -ui = gehorchen, ...
parenda = Gerundivum im 1./5./6. Fall Sg. fem.
analoge Partizipien, wie sie bei Abl. abs. und PC vorkommen:
parens = PPA im 1./5. Fall Sg.
parente = PPA im 6. Fall Sg.
parita = PPP im 1./5./6. Fall Sg. fem.
paritura= PFA im 1./5./6. Fall Sg. fem.
PC in anderen Sprachen
Auch in modernen indogermanischen Sprachen wird das PC in ähnlicher Weise wie im Latein verwendet, so im Französischen (Partizip fett)
Confrontée à la vérité, l'accusée avouait ses péchés.
statt
Puisqu'elle était confrontée à la vérité, l'accusée avouait ses péchés.
Beides bedeutet: "Nachdem sie mit der Wahrheit konfrontiert wurde, gestand die Angeklagte ihre Sünden."
SyntaxDie Syntax (griechisch σύνταξις [] - die Zusammenstellung) behandelt die Muster und Regeln, nach denen Wörter zu größeren funktionellen Einheiten wie Phrasen (Teilsatz) und Sätzen zusammengestellt und Beziehungen wie Teil-Ganzes, Abhängigkeit etc. zwischen diesen formuliert werden (Satzbau).
In der Linguistik ist die Teildisziplin der Syntax die wissenschaftliche Untersuchung von Form und Struktur natürlicher Sprache. Diese wird untersucht anhand universeller, angeborener Formprinzipien (Noam Chomsky) oder ihres kommunikativen Zwecks (Funktionale Syntax) oder ihre Rolle beim Aufbau von komplexen Bedeutungen (logische Semantik, Montague-/kategoriale Grammatik). Zwei wichtige linguistische Syntaxtheorien generativer Prägung sind die Government and Binding-Theorie (Chomsky 1981) und das Minimalistische Programm (Chomsky 1995). Zwei weitere bedeutende Syntaxtheorien sind Generalized Phrase Structure Grammar und Head-driven Phrase Structure Grammar.
In der Informatik wie in Logiksprachen wird eine formale Grammatik festgelegt, um bei einer formalen Sprache (z. B. Programmiersprachen) erlaubte Konstruktionen festzulegen und unerlaubte auszuschließen. Für den Logiker Richard Montague bestand allerdings kein prinzipieller Unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Sprachen. ("Universal Grammar", 1970)
In der Syntax-Ebene der Semiotik wird die Kombinatorik von Zeichen beschrieben. (Charles Morris "Foundations of the Theory of Signs", 1938)
Siehe auch
- Sprachtypologie
- Satzzeichen
- Syntaxhighlighting
- Satzstellung
- Defektivum
Literatur
- J. Jacobs, A. v. Stechow, W. Sternefeld, Th. Vennemann (Hrsg.): Syntax, de Gruyter, HSK 9.1-2, Berlin 1993/1995
Kategorie:Grammatik
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Kategorie:Semiotik
ja:統語論
PartizipEin Partizip (v. lat. particeps „teilhabend“; Pl.: Partizipien) ist eine infinite Verbform. Die Bezeichnung deutet auf die Teilhabe (Partizipation) an den Eigenschaften sowohl von Nomen als auch von Verben hin. Ähnliches bringt die aus der Mode gekommene Bezeichnung Mittelwort zum Ausdruck, weil das Partizip quasi in der Mitte zwischen Verb und Nomen steht.
Das Partizip kann wie ein Adjektiv dekliniert werden.
Es wird aus diesem Grunde auch oft als Verbaladjektiv bezeichnet.
Ein Partizip kann immer durch einen Relativsatz aufgelöst werden. Dadurch wird der Satz leichter verständlich.
Partizip Präsens
Beim Partizip Präsens Aktiv (PPA) handelt es sich um ein Adjektiv, das sinngemäß der Aktivform des Verbs zuzuordnen ist.
Beispiele:
- die liebende Mutter
- das singende Mädchen
Das PPA drückt das Zeitverhältnis der Gleichzeitigkeit zwischen der durch das Partizip ausgedrückten Handlung und der des übergeordneten Satzes aus. Diese Form gibt es auch im Lateinischen und im Griechischen. Das Griechische hat darüber hinaus auch ein Partizip Präsens Passi.
Partizip Perfekt
Im Deutschen ist, wie im Lateinischen, nur das Partizip Perfekt Passiv (PPP) vorhanden.
Es handelt sich um ein Adjektiv, das sinngemäß der Passivform des Verbs zuzuordnen ist. Die Art der Bildung des Partizip Perfekt hängt wesentlich davon ab, ob das jeweilige Verb stark oder schwach ist. (Vgl. unten die jeweiligen Formen zu lieben -schwach- und singen -stark-)
Beispiele:
- die geliebte Mutter
- das gesungene Lied
Das Partizip Perfekt wird im Deutschen außerdem zur Bildung der zusammengesetzten Tempusformen des Verbs verwendet, also zur Bildung von Perfekt, Plusquamperfekt und zur Bildung der Passivformen. Ähnlich ist der Gebrauch z. T. im Lateinischen und Griechischen, jedoch bilden diese beiden Sprachen für das Passiv des Präsens eigene Formen und greifen hier nicht auf das PPP zurück.
Nominale Eigenschaften des Partizips im Deutschen sind die Steigerbarkeit (Beispiel: "die gelungenste Vorstellung"), die Antonymie (Beispiel: "passend - unpassend"), die Möglichkeit, Komposita zu bilden (Beispiel: "hochtalentiert") sowie die Möglichkeit sowohl attributiv als auch prädikativ verwendet zu werden (Beispiel: "eine passende Gelegenheit - die Gelegenheit ist passend").
Im Griechischen gibt es auch ein Partizip Perfekt Aktiv. Insgesamt drückt das Partizip Perfekt Vorzeitigkeit zur Handlung des übergeordneten Satzes aus.
Partizip Futur
Diese Form kann im Deutschen - im Gegensatz zu den alten Sprachen - nicht gebildet, sondern nur umschrieben werden. Dies wird notwendig, wenn etwa ein lateinisches Partizip Futur Aktiv übersetzt werden soll.
Bsp.: Morituri te salutant - die Todgeweihten/diejenigen, die sterben werden/die, die im Begriff sind zu sterben, grüßen dich
Balto-slawische Partizipien
Besonders viele Partizipialformen gibt es in den baltischen und slawischen Sprachen. Die synthetischen Verbformen werden nach Tempus und Genus verbi abgewandelt, außerdem noch wie Adjektiva nach Kasus und Numerus. Darüber hinaus unterscheiden Partizipien zwischen Kurz- und Langformen (die slawischen resultativen Partizipien haben heute in der Regel nur mehr Kurzformen). Durch Kombination dieser grammatischen Kategorien ergeben sich bis zu mehrere Dutzend Formen, die in der Regel nur selten zusammenfallen. Allerdings werden in einigen Sprachen die Partizipien verdrängt und mit Nebensätzen paraphrasiert. Besonders selten sind Partizipien des Futurs, die nur mehr im Tschechischen vorkommen (ausschließlich in älteren Texten). Im Russischen werden sie häufiger verwendet, gelten dort aber als ungrammatisch.
Beispiel aus dem Litauischen: Inf. matyti "sehen", akt. Präsens mask. Nom. Sg. matąs/matantis "der sieht", akt. Perfekt mask. Nom. Sg. matęs "der gesehen hat", akt. iter. Perfekt mask. Nom. Sg. matydavęs "der wiederholend gesehen hat", akt. Futur mask. Nom. Sg. matysiąs/matysiantis "der sehen wird", pass. Präsens mask. Nom. Sg. matomas "der gesehen wird", pass. Perfekt mask. Nom. Sg. matytas "der gesehen worden ist", pass. Präsens mask. Nom. Sg. matysimas "der gesehen werden wird".
Prädikativ können einige baltische Paritizipen den Modus relativus ausdrücken, z.B. litauisch Jis sako buvęs namie (Er sagt, er sei zu Hause gewesen), kuršiai gyvenę šiaurėje (die Kuren lebten im Norden; vgl. die Indikativform gyveno) bzw. im Passiv kuršių gyventa šiaurėje (dass.; im Indikativ käme noch das Hilfsverb hinzu: buvo gyventa). Analog dazu wird auch das Transgressiv verwendet, wenn sich das Subjekt des Hauptsatzes von dem der indirekten Rede unterscheidet, z.B. jis sakė tėvą išęjus (er sagte, dass der Vater weggegangen sei; diese Konstruktion heißt in Latein Accusativus cum participio).
Von Partizipien abgeleitete infinite Verbformen
In den baltischen und slawischen Sprachen gibt es den Transgressiv (z.B. lit. matant, mačius, matysiant von matyti "sehen") und in den baltischen Sprachen auch Halbpartizipien, z.B. litauisch rašydamas (schreibend, Infinitiv rašyti), lettisch likdams (legend, Infinitiv likt). Halbpartizipien können nur als satzwertige Verbalphrasen verwendet werden. Ins Deutsche werden sie meist durch Nebensätze paraphrasiert.
In einigen Sprachen kongruiert die infinite Verbform mit dem Bezugswort in Genus und Numerus, z.B. im Tschechischen (Transgressiv) oder Litauischen (Halbpartizip), vgl. litauisch Jis įėjo verkdamas vs. Ji įėjo verkdama , was in etwa dem österreichischen (verschriftdeutscht) Als ein(e) Weinende(r) ist er/sie hereingekommen entspricht.
Modalitätsausdrücke
Einige Sprachen kennen spezielle Partizipialformen, die modale Aspekte ausdrücken. Beispielsweise im Litauischen gibt es das Partizip des Müssens (Partizipium Necessitatis), dessen Bedeutung dem deutschen Gerundiv ähnlich ist, z.B. rašytinas straipsnis (der zu verfassende Aufsatz). In einigen slawischen Sprachen gibt es das Partizip der Möglichkeit, z.B. im Obersorbischen (korigujomny korrigierbar, wobdźiwajomny bewundernswert), im Niedersorbischen (widobny sehbar, zranjobny verletzbar) oder im Tschechischen (korigovatelný korrigierbar). Manche modalen Partizipien haben jedoch ihre Modalität allmählich eingebüßt. Darüber hinaus können auch die üblichen Partizipien als Modalitätsausdrücke verwendet werden, z.B. lettisch dzerams (trinkbar), im Litauischen und Russischen haben meist die negierten Formen einen modalen Nebensinn, z.B. lit. neištariamas (unaussprechbar), russ. nerešaemyj (unlösbar). Ob ein Partizip modale Aspekte ausdrücken kann, hängt von dessen Tempus, Verbalaspekt und Genus verbi ab, die Kriterien variieren von Sprache zu Sprache. Modale Partizipien sind durch Nebensätze mit Modalverben paraphrasierbar.
Verwendungsweisen
Im Lateinischen dient das Partizip auch als Satzverkürzer in der Konstruktion des Participium Coniunctum (PC) (Sonderfall im Ablativ: Ablativus absolutus).
Kategorie:Grammatik
ja:分詞
Finites VerbEin finites Verb oder konjugiertes Verb ist die konjugierte Form eines Verbes. Im Deutschen hat ein finites Verb also Person, Numerus (der Person) und Modus. Den Gegensatz bilden die infiniten Verben.
Im folgenden Beispielsatz
: Du fährst Fahrrad
ist das Verb "fahren" markiert als 2. Person Singular, Indikativ.
Von der finiten Verbform sind die infiniten Formen Infinitiv (fahren) und Partizip (fahrend, gefahren) zu unterscheiden, die in Bezug auf die oben genannten verbalen Kategorien nicht festgelegt sind.
Ein unabhängiger Hauptsatz enthält im Deutschen wie in den meisten indogermanischen Sprachen mindestens ein finites Verb, neben der eine oder mehrere infinite Verbformen vorkommen können. Beispielsweise werden zusammengesetzte Tempusformen wie Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und II im Deutschen regulär durch ein finites Hilfsverb und ein infinites Vollverb gebildet.
Das finite Verb unterliegt im Deutschen besonderen Stellungsregeln, die es im Hauptsatz von den infiniten Verbteilen im selben Satz trennen, so z.B. im folgenden Satz:
: Er hat bereits seine Freundin angerufen
Hier ist "hat" der finite, "angerufen" der (einzige) infinite Verbteil; beide sind voneinander getrennt und schließen den Rest des Satzes ein (im sogenannten Mittelfeld). So kommt die für den Aussagesatz und den W-Fragesatz charakteristische Satzklammer zustande. Am Ende des Mittelfelds stehen die besonders gewichteten Satzelemente. Die Satzklammer ist eine Besonderheit des Deutschen, ähnliche Stellungsmuster finden sich nur in einer Handvoll anderer Sprachen der Welt.
- Zifonun, Gisela/Hoffmann, Ludger/Strecker, Bruno: "Grammatik der deutschen Sprache." Berlin/New York 1997
Kategorie:Grammatik
Ablativus absolutusDer Ablativus absolutus (im Schülerjargon Ablabs genannt; auch Ablativ mit Partizip oder Ablativ mit Prädikativum (AmP)) ist eine lateinische Partizipialkonstruktion, die im Normalfall aus einem Substantiv und einem Partizip im Ablativ besteht und im Deutschen keine direkte Entsprechung hat. Der Ablativus absolutus vertritt die Stelle eines Nebensatzes, wobei nur das zeitliche Verhältnis zum übergeordneten Satz angegeben wird - die weitere logische Verknüpfung muss aus dem Kontext erschlossen werden.
Siehe auch: absoluter Kasusgebrauch
Beispiele:
- mit Partizip Präsens:
- Cicerone cenante nuntius litteras Quinti attulit.
- "Als/Während Cicero aß, brachte ein Bote einen Brief von Quintus."
- mit Partizip Perfekt:
- Ponte facto milites flumen transierunt.
- "Nachdem eine Brücke gebaut worden war, überschritten die Soldaten den Fluss."
Zu beachten ist beim zweiten Typus, dass das Partizip Perfekt passive Bedeutung hat. Dies muss bei der Übersetzung berücksichtigt werden.
Überdies ist bei den Ablabs-Konstruktionen mit Partizip Perfekt oftmals das Subjekt des übergeordneten Satzes identisch mit dem Agens, der handelnden Person der Partizipialkonstruktion. Da die passivische Konstruktion hier nur eine aktivische vertritt, die mangels eines entsprechenden Partizips im Lateinischen nicht gebildet werden kann, sollte man sie durch einen aktiven Nebensatz wiedergeben. Aus obigem Satz wird also: "Nachdem sie eine Brücke gebaut hatten, überschritten die Soldaten den Fluss."
Statt mit einem Nebensatz kann der Ablativus absolutus auch mit einem Hauptsatz übersetzt werden. Die logische Verbindung mit dem früheren übergeordneten Satz muss dann passend wiedergegeben werden. Eine mögliche Übersetzung des letzten Satzes wäre dann: "Die Soldaten bauten eine Brücke. Dann überschritten sie den Fluss."
Eine Sonderform des Ablativus absolutus ist der nominale Ablativus absolutus, der aus mindestens zwei Nomina im Ablativ besteht, aber kein Partizip enthält. Dabei entspricht das eine Substantiv dem Subjekt, das zweite einem Prädikatsnomen. Die Stelle des fehlenden Partizips müsste das Partizip der Kopula esse "sein" darstellen, das im klassischen Latein aber nicht existiert.
- Beispiel:
- Romulo rege Sabinae raptae sunt.
- "Während Romulus König war, wurden die Sabinerinnen geraubt."
Weitere Fomen:
... invito: gegen den Willen von ...
... duce : unter der Führung von ...
... praesente/absente: in Anwesenheit/Abwesenheit von ...
Eine ähnliche Konstruktion ist der griechische Genitivus absolutus. Einige stehende Ausdrücke im Deutschen bilden diesen nach und bieten somit eine begrenzte Vergleichsmöglichkeit zum ablativus absolutus: "unverrichteter Dinge", "trockenen Fußes".
Weblinks
- [http://www.lateinservice.de/grammatik/inhalte/ablabs.htm Grundlagen und Übersetzungsmöglichkeiten]
Kategorie:Grammatik
GerundivumDas Gerundivum (nicht zu verwechseln mit dem Gerundium) ist im Lateinischen ein Verbaladjektiv (der a- und o-Deklination) mit passivischer Bedeutung. Da das Deutsche die entsprechende Verbform nicht kennt, ist eine wörtliche Übersetzung ins Deutsche nicht möglich.
Wird das Gerundivum attributiv gebraucht, kann es sinngemäß einem Gerundium entsprechen und wird auch so übersetzt:
- Beispiele: in legendo (Gerundium) beim Lesen; in libro legendo (Gerundivum) beim Lesen des Buches
liber legendus est. Das Buch muss gelesen werden / muss man lesen.
Bei einem Objekt im Akkusativ (bzw. bei passiver Konstruktion bei einem Subjekt im Nominiativ) kann die Absicht oder der Zweck signalisiert werden:
- Beispiel: Do tibi litteras legendas. Ich gebe dir den Brief zu lesen.
Wird es prädikativ bzw. als Prädikatsnomen gebraucht, signalisiert es eine Verpflichtung ("notio necessitatis"), ein Verbot oder eine Möglichkeit; dabei steht das Gerundivum in Korpula mit esse.
- Beispiele: liber legendus ein Buch, das gelesen werden muss / ein zu lesendes Buch / ein lesenswertes Buch; Amanda die Liebenswerte;
labores non fugiendi Anstrengungen, die man nicht scheuen darf;
dolor vix (non) ferendus ein Schmerz, den man kaum (nicht) ertragen kann. ein kaum erträglicher (unerträglicher) Schmerz
Das Gerundivum wird durch Anhängen von -(e/u)nd + Kasus-/Genus-/Numerusendung an den Verb-Stamm (im Beispiel: leg- von legere) gebildet. Es wird, wie "normale" Adjektive, in Übereinstimmung mit seinem Bezugswort durch alle Kasus flektiert.
Das bekannteste Gerundivum der Weltgeschichte dürfte das "Ceterum censeo Carthaginem esse delendam." ("Im Übrigen glaube ich, dass Karthago zerstört werden müsse.") gewesen sein, das Cato angeblich an den Schluss jeder Rede gehängt hat ("delendam" ist das Gerundivum von "delere" = zerstören).
Links
[http://www.lateinservice.de/grammatik/inhalte/gerundivum.htm Gerundivum in S.P.Q.R.]
Kategorie:Grammatik
PPPDie Abkürzung PPP steht für:
- Point-to-Point Protocol, ein Begriff der Netzwerktechnik
- Public Private Partnership, deutsch Öffentlich-Private Partnerschaft
- Positive Parenting Program (auch: Triple P), ein Kommunikations- und Verhaltenstraining für Eltern
- Purchasing Power Parity, deutsch Kaufkraftparität
- Partizip Perfekt Passiv, eine Verbform
- das Kombinations-Studienfach Pädagogik, Philosophie, Psychologie
- Polypara-phenylen
- Pariser-Parr-Pople (auch PPP-Verfahren), Methode zur Berechnung angenäherter Molekülorbitale
- Pakistan People’s Party, Partei aus Pakistan
- Pearly Penile Papules, medizinischer Fachbegriff für Hornzipfel
- Parlamentarisches Patenschafts-Programm auch CBYX ([http://en.wikipedia.org/wiki/CBYX]), Austauschprogramm von Deutschem Bundestag und US-Kongress
- People's Progressive Party, eine gambische Partei
- den Proserpine Airport in Queensland, Australien, nach dem IATA-Flughafencode
- Product Provisioning Process (Produktbereitstellungsprozess)
Kategorie:Abkürzung
ja:PPP
PFADie Polizei-Führungsakademie (PFA) ist die zentrale Polizeischule für den höheren Polizeidienst und liegt im münsterschen Stadtteil Hiltrup in Westfalen.
Zu ihren Aufgaben zählen:
- Ausbildung für den höheren Polizeivollzugsdienst des Bundes und der Länder
- Fortbildung der Beamten des höheren Polizeidienstes des Bundes und der Länder
- Pflege und Förderung internationaler Beziehungen zu den Polizeien anderer Länder
- Forschung auf dem Gebiet des Polizeiwesens (am Polizeitechnischen Institut (PTI))
Die Ausbildung umfasst:
- Führung, Organisations- und Wirtschaftswissenschaften (Fachbereich I)
- Polizeiliches Management (Fachbereich II)
- Rechts- und Sozialwissenschaften (Fachbereich III)
- Sprachausbildung (Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch)
Beschlossen ist die Umwandlung in die Deutsche Hochschule der Polizei, wobei gehofft wird, dass ab 2007 200 Polizeischüler in Münster studieren. Durch den Schritt wird die PFA auch offiziell zu einer wissenschaftlichen Hochschule.
Weblinks
- [http://www.pfa.nrw.de Polizeiführungskademie Münster]
Kategorie:Polizei (Deutschland)
FuturMit Futur bezeichnet man eine eigene grammatikalische Form, die unter anderem zur Kennzeichnung von Zukünftigem verwendet wird.
Zukunftsbegriff (im Vergleich zu Gegenwart und Vergangenheit)
Die traditionelle Grammatik hat folgendes gelehrt: Die grammatische Zukunft wird im Deutschen mit dem Hilfsverb werden gebildet:
- Marion wird morgen gegen 16.30 Uhr eintreffen. (Futur I)
- Egon wird morgen gegen 16.30 Uhr eingetroffen sein. (Futur II)
Die Forschung hat indessen gezeigt, dass die Verwendung dieser Bildungsart vor allem am Tempusgebrauch des lateinischen Verbs mit seiner streng durchgehaltenen so genannten Zeitenfolge (engl. sequence of tenses, lat. consecutio temporum) orientiert war. In der deutschen Sprache konnte sich die strikte Anwendung dieser Regeln außerhalb der Schriftsprache einer Bildungsschicht mit Lateinkenntnissen nie richtig durchsetzen; auch aus stilistischen Gründen wirkt ein andauernder Gebrauch von werden schwerfällig. Überdies ist in Aussagen, die bereits einen klaren Zukunftsbezug aufweisen (in obigen Sätzen das morgen), eine zusätzliche Kennzeichnung der Zukunft im Verb aus sprachökonomischen Gründen eigentlich unnötig.
Aus diesen Gründen wird in der Mehrheit der Fälle das grammatische Präsens als Zukunftsform an Stelle von Futur I benutzt:
- Marion trifft morgen gegen 16.30 Uhr ein.
Wie eine 1982 an einem repräsentativen Korpus von Texten durchgeführte Untersuchung ergeben hat, wurde dort "Zukünftiges" bloß in 4,6 % der Fälle mit dem Futur I ausgedrückt, während für das Präsens 76,0 % errechnet wurden.
Damit ist die Präsensverwendung mit Zukunftsfunktion im Deutschen klarerweise nicht als "Fehler" oder "umgangssprachlich" zu qualifizieren.
Absicht
Auf die Frage: "Was machst du morgen? "
drückt die Antwort: "Ich will ins Kino gehen." ebenfalls eine Zukunftsform aus.
Möglichkeitsform (Potential)
Die Form von Futur II wird als Möglichkeitsform verwendet
- Robert wird bereits eingetroffen sein. (Futur II)
- Eva wird in einer Stunde eingetroffen sein.
Aufforderung
Die Form von Futur I (in der zweiten Person) wird als Aufforderung verwendet:
- Du wirst dein Mittagessen aufessen.
Oder als auffordernde Frage:
- Wirst du doch dein Mittagessen aufessen?
- Du wirst doch dein Mittagessen aufessen!
Kategorie:Grammatik
PräsensDas Präsens (lat.) ist eine grammatikalische Zeitform und beschreibt die Gegenwartsform eines Verbs. Bei den Zeitangaben handelt es sich um relative Zeitpunkte, mit deren Hilfe sprecherbezogene oder objektbezogene Abläufe in der Zeit geordnet werden können.
Kursiver TextKonjugation am Beispiel des stark konjugierten Verbes 'schreiben'
- ich schreibe
- du schreibst
- er/sie/es schreibt
- wir schreiben
- ihr schreibt
- sie schreiben
Besonderheiten
Ich bin
1. Person Singular (ich)
Das abschließende e wird in der gesprochenen Umgangssprache oft weggelassen, während es in der Poesie oft mit einem Apostroph ersetzt wird.
- Standardsprache: ich gehe
- Umgangssprache: ich geh
- Poesie: ich geh'
2. Person Singular (du)
In der Umgangssprache wird oft bei Wörtern, die auf einen Zischlaut enden, statt st nur t an die Stammform (das ist der Verbstamm ohne Endung -en, -eln, -ern, -n)angefügt.
- Standardsprache: du wäschst
- Umgangssprache: du wäscht
Lautwechsel bei stark gebeugten Verben
Bei starken Verben, die ein a, o oder au als Stammvokal haben, wird dieser in der zweiten und dritten Person Singular gegen einen Umlaut ausgetauscht.
- Starkes Verb fahren: ich fahre, du fährst, es fährt
Analog dazu wird bei manchen starken Verben mit e als Stammvokal dieses gegen ein i ausgetauscht.
- Starkes Verb nehmen: ich nehme, du nimmst, sie nimmt
Das ist aber nicht immer der Fall, wie folgendes Beispiel beweist:
- Starkes Verb heben: ich hebe, du hebst, er hebt
Verwendung
Mit dem Präsens wird ausgedrückt, was jetzt gerade oder regelmäßig wiederkehrend geschieht.
- Ich stöbere jetzt gerade in der Wikipedia.
- Ich stöbere abends in der Wikipedia.
Das Präsens wird auch zum Erzählen von Vergangenem oder zur Einleitung von Zitaten (Konfuzius sagt: „...“) verwendet. Man bezeichnet dies als historisches Präsens.
Das Perfekt und das Imperfekt treten als Vergangenheitsform jedoch häufiger auf.
Durch die Anwendung des Präsens kann ein vergangenes Ereignis besonders hervorgehoben werden: "Ich ging gemächlich im Wald spazieren, da kommt doch plötzlich ein Bär auf mich zu." (szenisches Präsens).
Oft wird mit dem Präsens eine besondere emotionale Nähe zum Erzählten zum Ausdruck gebracht; so wird es eben auch grammatisch "vergegenwärtigt": Gestern gehe ich zur Arbeit, da kommt mir ...
Im Deutschen wird das Präsens auch als Zukunftsform benutzt, besonders wenn Zeitangaben den gemeinten Zeitpunkt in der Zukunft verdeutlichen:
- Nächsten Dienstag fahre ich in die Stadt. "Ich gehe heute Abend Skat spielen."
Die Benutzung des Futur impliziert neben den temporalen auch modale (Absichts-)Komponenten(Nächsten Dienstag werde ich in die Stadt fahren.).
Ebenso wird im Deutschen das Präsens für Vorgänge oder Zustände verwendet, die in der Vergangenheit begonnen haben und bis in die Gegenwart reichen:
- Ich warte schon seit 2 Stunden.
Siehe auch: Präteritopräsens
Kategorie:Grammatik
PassivUnter Passiv (Gegenteil: Aktiv) versteht man:
- (in der Regel auf der letzten Silbe betont) umgangssprachlich „willenlos“, „inaktiv“, „ruhend“.
- in der Linguistik: Das Substantiv Passiv (auf der ersten Silbe betont) bezeichnet eine Form des Verbs, die es ermöglicht, in einer Konstruktion die handelnde Person nicht zum Subjekt des Satzes zu machen, obwohl das Verb ein solches Subjekt von seiner Bedeutung her erfordert, siehe Diathese (Linguistik).
- in der Elektrotechnik: Bauteile, die zur Funktion keine zusätzliche Speiseenergie benötigen, etwa ein Widerstand. (Siehe auch: Spannungsteiler, Halbleiter, Passive Bauteile)
- (in der Regel auf der ersten Silbe betont) in der Sexualität: Stellung beim Ausüben des Geschlechtsverkehrs.
- Passives Wissen: Etwas von etwas anderem zu unterscheiden, ohne es aus dem Nichts heraus sagen zu können.
PlusquamperfektDas Plusquamperfekt (wörtlich: mehr als vollendet) ist die am seltensten benutzte Vergangenheitsform. Die deutsche Bezeichnung lautet vollendete Vergangenheit.
Beispiele für die Konjugation
Besonderheiten
Die Bildung des Plusquamperfekts ähnelt der beim Perfekt, statt der Personalform des temporalen Hilfsverbs (sein, haben) im Präsens (ich bin, ich habe) wird dieses ins Präteritum gesetzt (ich war, ich hatte). Darauf folgt das Partizip Perfekt des Verbs (geschrieben).
Verwendung
Das Plusquamperfekt wird benutzt, um bei einer Erzählung in der Vergangenheit noch weiter in die Vergangenheit zurückzugreifen. Das Plusquamperfekt verhält sich daher zum Präteritum ähnlich wie das Perfekt zum Präsens und wird auch Vorvergangenheit genannt.
- Als ich mich für die Klausur vorbereitet hatte, war ich nicht mehr nervös. (erster Teilsatz greift zeitlich vor und steht im Plusquamperfekt, darauf folgt eine Aussage im Präteritum)
- Sie waren sehr böse. Ich hatte wohl etwas falsch gemacht. (erster Satz Präteritum, zweiter Satz Plusquamperfekt)
In gewissen regionalen Dialekten (z. B. im Rheinischen) und im Berlinischen wird es oft als normale Erzählzeit (statt Perfekt oder Präteritum) verwendet. Die meisten Dialekte in Süd- und Norddeutschland, sowie Österreich und Schweiz benutzen dieses Tempus aber nie oder nur selten.
Andere Sprachen
Die meisten indoeuropäischen Sprachen besitzen eine Zeitstufe die dem deutschen Plusquamperfekt entspricht. In vielen Sprachen wird diese Zeitform auch - wie im Deutschen - durch Kombination der Präteritum-Form eines Hilfsverbs mit dem Partizip Perfekt gebildet.
Im Französischen wird das Plus-que-parfait verwendet, um Vorzeitigkeit gegenüber dem Passé composé auszudrücken. Es wird durch das Imparfait von être oder avoir und das participe passé des konjugierten Verbs gebildet, z.B.: J'avais regardé; Il était arrivé.
Auch das Englische kennt eine entsprechende Form: Das Pluperfect Tense (auch Past Perfect genannt) wird durch die Verbindung des Hilfsverbs have mit dem past participle gebildet: Beispiele: I had seen him, He had gone to London.
Das Lateinische unterscheidet sich von den genannten Sprachen dadurch, daß es im Aktiv keine Hilfskonstruktion aus Hilfsverb und Partizip benötigt, um die Vorvergangenheit auszudrücken. Vielmehr besitzt es eigene Verbformen für das Plusquamperfekt Aktiv: viderat bedeutet: "Er/sie/es hatte gesehen". Diese Formen setzen sich zusammen aus dem Perfektstamm (hier vid-) und den Imperfektformen von esse (sein). Im Passiv allerdings werden Formen des Partizip Perfekt Passiv mit Formen von esse kombiniert: laudatus erat bedeutet: "Er/sie/es war gelobt worden."
Weblinks
- [http://www.zeit.de/archiv/1998/39/199839.plusquamperfekt_.xml Sehr unterhaltsamer Zeit-Artikel zur falschen Verwendung des Plusquamperfekts]
Kategorie:Grammatik
Futur IIMit Futur bezeichnet man eine eigene grammatikalische Form, die unter anderem zur Kennzeichnung von Zukünftigem verwendet wird.
Zukunftsbegriff (im Vergleich zu Gegenwart und Vergangenheit)
Die traditionelle Grammatik hat folgendes gelehrt: Die grammatische Zukunft wird im Deutschen mit dem Hilfsverb werden gebildet:
- Marion wird morgen gegen 16.30 Uhr eintreffen. (Futur I)
- Egon wird morgen gegen 16.30 Uhr eingetroffen sein. (Futur II)
Die Forschung hat indessen gezeigt, dass die Verwendung dieser Bildungsart vor allem am Tempusgebrauch des lateinischen Verbs mit seiner streng durchgehaltenen so genannten Zeitenfolge (engl. sequence of tenses, lat. consecutio temporum) orientiert war. In der deutschen Sprache konnte sich die strikte Anwendung dieser Regeln außerhalb der Schriftsprache einer Bildungsschicht mit Lateinkenntnissen nie richtig durchsetzen; auch aus stilistischen Gründen wirkt ein andauernder Gebrauch von werden schwerfällig. Überdies ist in Aussagen, die bereits einen klaren Zukunftsbezug aufweisen (in obigen Sätzen das morgen), eine zusätzliche Kennzeichnung der Zukunft im Verb aus sprachökonomischen Gründen eigentlich unnötig.
Aus diesen Gründen wird in der Mehrheit der Fälle das grammatische Präsens als Zukunftsform an Stelle von Futur I benutzt:
- Marion trifft morgen gegen 16.30 Uhr ein.
Wie eine 1982 an einem repräsentativen Korpus von Texten durchgeführte Untersuchung ergeben hat, wurde dort "Zukünftiges" bloß in 4,6 % der Fälle mit dem Futur I ausgedrückt, während für das Präsens 76,0 % errechnet wurden.
Damit ist die Präsensverwendung mit Zukunftsfunktion im Deutschen klarerweise nicht als "Fehler" oder "umgangssprachlich" zu qualifizieren.
Absicht
Auf die Frage: "Was machst du morgen? "
drückt die Antwort: "Ich will ins Kino gehen." ebenfalls eine Zukunftsform aus.
Möglichkeitsform (Potential)
Die Form von Futur II wird als Möglichkeitsform verwendet
- Robert wird bereits eingetroffen sein. (Futur II)
- Eva wird in einer Stunde eingetroffen sein.
Aufforderung
Die Form von Futur I (in der zweiten Person) wird als Aufforderung verwendet:
- Du wirst dein Mittagessen aufessen.
Oder als auffordernde Frage:
- Wirst du doch dein Mittagessen aufessen?
- Du wirst doch dein Mittagessen aufessen!
Kategorie:Grammatik
L'Abergement-ClémenciatAbergement-Clémenciat, L'
L'Abergement-Clémenciat est une commune française, située dans le département de l'Ain et la région Rhône-Alpes.
Géographie
Histoire
Administration
Liens externes
- [http://ladombes.free.fr/Villes_Dombes/Abergement_Clemencia.htm La Dombes et la ville de L'Abergement-Clémenciat]
- [http://dicodain.free.fr/wakka.php?wiki=AbergementClemenciat L'Abergement-Clémenciat dans le Dicodain]
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