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| Supinum |
SupinumDas Supinum ist eine der infiniten Verbformen (neben z.B. Infinitiv, Partizip, Transgressiv). Es kommt in verhältnismäßig wenigen Sprachen vor und drückt zumeist eine Absicht aus. In der Regel wird das Supinum mit einem Bewegungsverb verwendet. In Sprachen, die kein Supinum haben, wird stattdessen oft der Infinitiv benutzt.
Das Supinum gab es vermutlich im Proto-Indogermanischen. Auch Latein oder das Urslawische (vgl. alttschechisch spáti vs. spát) kennen es, von den lebenden Sprachen z.B. Niedersorbisch (z.B. njok spaś "ich will nicht schlafen" vs. źi spat "geh schlafen"), Slowenisch oder Litauisch (z.B. tu turi malkų atnešti (Infinitiv, du musst Holz holen) vs. eik malkų atneštų (Supinum, geh Holz holen/ums Holz)). Im Litauischen wird jedoch oft anstatt des Supinums, das mit der Konditionalform (3. Person) formgleich ist, der Infinitiv verwendet. Das Bewegungsverb kann wegfallen, da schon die Supinumform allein die auszudrückende Bedeutung impliziert.
Kategorie:Grammatik
InfinitivInfinitiv ist der lateinische Name für die ungebeugte sogenannte "Grundform" eines Verbs. Diese Festlegung des Infinitivs als "Grundform" ist allerdings sprachwissenschaftlich gesehen willkürlich. Eine Reihe von Sprachen, wie etwa das Neugriechische, hat beispielsweise gar keinen Infinitiv; Arabisch benutzt zur Ableitung der übrigen Verbformen die 3. Person Singular maskulin des Perfekts und des Imperfekts als Grundformen, Beispiel: kataba - yaktubu: "er schrieb - er schreibt".
Die häufigste Infinitivform ist in den meisten Fällen der Infinitiv Präsens Aktiv, im Deutschen an der Endung -en zu erkennen:
- Der Zeuge will aussagen (Präsens Aktiv).
Man kann den Infinitiv auch in der Zeitform des Perfekt bilden:
- Der Zeuge will die Tat beobachtet haben (Perfekt Aktiv).
Für beide Zeitformen kann man auch einen Infinitiv im Passiv bilden:
- Der Täter möchte bei der Tat nicht entdeckt werden (Präsens Passiv).
- Der Zeuge könnte zur Aussage genötigt worden sein (Perfekt Passiv).
Infinitive können auch mit zu gebildet werden:
- Der Zeuge wünscht auszusagen (Präsens Aktiv).
- Der Zeuge behauptet, die Tat beobachtet zu haben (Perfekt Aktiv).
- Der Täter hofft, bei der Tat nicht entdeckt zu werden (Präsens Passiv).
- Der Zeuge bestätigt, zur Aussage genötigt worden zu sein (Perfekt Passiv).
Erweiterter Infinitiv
S. erw. Infinitiv
----
Die meisten Infinitivformen sind unpersönlich. Eine Ausnahme bildet die portugiesische Sprache, die einen "persönlichen Infinitiv" kennt (infinitivo pessoal).
Siehe auch: Portal:Sprache, Konjugation (Grammatik)
Kategorie:Grammatik
ja:不定詞
TransgressivDer Transgressiv (auch Adverbialpartizip) ist eine infinite, von Partizipien abgeleitete Verbform in einigen slawischen und baltischen Sprachen. Er drückt einen Nebenvorgang aus, der Hauptvorgang wird anders (meist durch ein finites Verb realisiert). Der Nebenvorgang kann im Bezug auf den Hauptvorgang vorzeitig, gleichzeitig bzw. auch nachzeitig sein und bezieht sich immer auf das Subjekt (sofern es ein Subjekt im Satz gibt und außer im Niedersorbischen, wo er sich auch auf das direkte Objekt beziehen kann, z.B. Som jogo tam stojecy wiźeł wörtlich: Ich habe ihn dort stehend gesehen). Im Niedersorbischen konkurriert diese Form mit dem kongruenten Partizip (z.B. W sedle sejźecy/sejźeca cyta casnik. Sie liest eine Zeitung, im Sessel sitzend).
Beispiele
- tschechisch: Nakladatelství X vydalo knihu nemaje autorských práv. (Der Verlag X gab das Buch heraus, ohne die Urheberrechte zu haben.)
- polnisch: Rozmawiano pijąc piwo. (Man hat sich beim Bier (wörtlich: Bier trinkend) unterhalten; hier kein Subjekt)
- litauisch: Jis išėjo nieko nesakęs. (Er ging weg, ohne etwas gesagt zu haben.)
Prädikative Verwendung des Transgressivs
In manchen russischen Dialekten wird mit dem Transgressiv das Perfekt gebildet, z.B. я был тогда все сделавши (ich hatte damals alles getan), приеду, когда буду все сделавши (ich komme, nachdem ich alles gemacht haben werde).
Siehe auch
- Gerundium
Kategorie:Linguistik
InfinitivInfinitiv ist der lateinische Name für die ungebeugte sogenannte "Grundform" eines Verbs. Diese Festlegung des Infinitivs als "Grundform" ist allerdings sprachwissenschaftlich gesehen willkürlich. Eine Reihe von Sprachen, wie etwa das Neugriechische, hat beispielsweise gar keinen Infinitiv; Arabisch benutzt zur Ableitung der übrigen Verbformen die 3. Person Singular maskulin des Perfekts und des Imperfekts als Grundformen, Beispiel: kataba - yaktubu: "er schrieb - er schreibt".
Die häufigste Infinitivform ist in den meisten Fällen der Infinitiv Präsens Aktiv, im Deutschen an der Endung -en zu erkennen:
- Der Zeuge will aussagen (Präsens Aktiv).
Man kann den Infinitiv auch in der Zeitform des Perfekt bilden:
- Der Zeuge will die Tat beobachtet haben (Perfekt Aktiv).
Für beide Zeitformen kann man auch einen Infinitiv im Passiv bilden:
- Der Täter möchte bei der Tat nicht entdeckt werden (Präsens Passiv).
- Der Zeuge könnte zur Aussage genötigt worden sein (Perfekt Passiv).
Infinitive können auch mit zu gebildet werden:
- Der Zeuge wünscht auszusagen (Präsens Aktiv).
- Der Zeuge behauptet, die Tat beobachtet zu haben (Perfekt Aktiv).
- Der Täter hofft, bei der Tat nicht entdeckt zu werden (Präsens Passiv).
- Der Zeuge bestätigt, zur Aussage genötigt worden zu sein (Perfekt Passiv).
Erweiterter Infinitiv
S. erw. Infinitiv
----
Die meisten Infinitivformen sind unpersönlich. Eine Ausnahme bildet die portugiesische Sprache, die einen "persönlichen Infinitiv" kennt (infinitivo pessoal).
Siehe auch: Portal:Sprache, Konjugation (Grammatik)
Kategorie:Grammatik
ja:不定詞
Indogermanische UrspracheDie indogermanische Ursprache ist der hypothetische gemeinsame Vorfahre der indogermanischen Sprachen.
Da die Ursprache nicht direkt überliefert ist, wurden alle Laute und Wörter durch die Komparativmethode erschlossen. Man hat sich darauf geeinigt, nicht bestätigte Formen mit einem Sternchen zu markieren: - wódr̥ "Wasser", - ḱwṓn "Hund", - tréyes "drei (maskulin)", etc. Viele der Wörter in den modernen indogermanischen Sprachen stammen durch regelmäßige Lautverschiebung von diesen "Urwörtern" ab (z.B. Grimms Gesetz).
Phonologie
Es wird angenommen, dass die indogermanische Ursprache folgende Phoneme verwendete:
Konsonanten
Vokale
- Kurze Vokale a, e, o
- Lange Vokale ā, ē, ō
- Diphthonge ei, eu, ēi, ēu, oi, ou, ōi, ōu
Ablaut
Die indogermanische Ursprache hatte eine charakteristische, generelle Ablautsequenz der Phoneme o/e/Ø.
Substantive
Substantive wurden nach acht Fällen (Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ, Instrumental, Ablativ, Lokativ, Vokativ) und nach Singular, Plural, und Dual dekliniert. Es gab drei Geschlechter: Maskulin, feminin und Neutrum.
Verben
Das urindogermanische Verbsystem ist extrem kompliziert und beinhaltet eine Ablautsequenz, die in den germanischen Sprachen noch immer vorhanden ist.
Verben haben mindestens vier Modi (Indikativ, Imperativ, Konjunktiv und Optativ, und vielleicht auch den Injunktiv, der sich aus dem Sanskrit rekonstruieren lässt), eine Diathese (Aktiv and Mediopassiv), sowie drei Personen und drei Numeri (Singular, Dual und Plural). Verben werden in drei Tempora konjugiert (Präsens, Aorist, und Perfekt).
Konjugation
Die Wurzel ist das grundlegende Morphem eines Wortes. Der Stamm ist ein Wort, dem die flektierten Endungen abgeschnitten wurden. Im einfachsten Fall besteht der Stamm aus der einfachen Wurzel.
Zeit, Person und Numerus
Konjugation des Präsens
Im Präsens wurden Verben folgendermaßen konjugiert:
Stamm - gwh(é)n- "schlagen"
1.sg. - gwhén-mi
2.sg. - gwhén-si
3.sg. - gwhen-ti
1.pl. - gwhn-més
2.pl. - gwhn-té
3.pl. - gwhn-énti
Konjugation des Präteritums
Im Präteritum wurden Verben folgendermaßen konjugiert:
Stamm - w(ó)id- "wissen"
1.sg. - wóid-h2a
2.sg. - wóid-th2a
3.sg. - wóid-e
1.pl. - wid-mé
2.pl. - wid-té
3.pl. - wid-é:r
Modi
Zusätzlich zum Indikativ hatte die indogermanische Ursprache noch einige andere Modi.
Der Imperativ
Es gab zwei verschiedene Arten des Imperativs: Imperativ Präsens und Futur.
Konjugation des Imperativs Präsens
Stamm - weg^h-e-- "tragen, transportieren"
2.sg. - weg^h-es
3.sg. - weg^h-e-t
2.pl. - weg^h-e-te
3.pl. - weg^h-ont
Der Optativ
Der Optativ drückt Wünsche und Wahlen aus.
Kategorie:Sprachwissenschaft
Latein
Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum.
Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.
Entwicklung
romanischen Sprachen
Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein.
Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen.
Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa.
In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.
Antike
Antike Schreibweise
Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen.
Vergleiche folgendes Beispiel:
Alte Schreibweise:
AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO
SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT
POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO
AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT
IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI
NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM
MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS
NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT
NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE
NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI
NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV
MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES
Heutige Schreibweise:
Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo,
sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat.
poena metusque aberant nec verba minantia fixo
aere legebantur, nec supplex turba timebat
iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti.
nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem,
montibus in liquidas pinus descenderat undas,
nullaque mortales praeter sua litora norant.
nondum praecipites cingebant oppida fossae,
non tuba directi, non aeris cornua flexi,
non galeae, non ensis erant: sine militis usu
mollia securae peragebant otia gentes.
Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter)
Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.
Antike Aussprache
Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.
Literatur
Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.
Gegenwart
Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte.
Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften.
Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare - „gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden.
Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher.
Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.
Modernes Latein
Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr.
Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat.
Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry.
Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein.
In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu „Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen.
Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.
Latein in den Wissenschaften
In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.
Latein in der katholischen Kirche
Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken).
Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen.
Siehe auch: Lateinische Kirche
Referenzlisten
- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter
Siehe auch
- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus
Weblinks
- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de]
Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein
ja:ラテン語
ko:라틴어
simple:Latin language
th:ภาษาละติน
zh-min-nan:Latin-gí
Tschechische Sprache
Tschechisch ist eine Sprache aus dem westslawischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie.
Sie wird von ca. 12 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen (Stand 1999), von denen ca. 10 Millionen in Tschechien leben, wo es die Amtssprache ist. Seit dem 1. Mai 2004 ist Tschechisch auch eine Amtssprache der EU. Die Wissenschaft, die sich mit der tschechischen Sprache befasst, ist die Bohemistik.
Tschechisch und Slowakisch sind gegenseitig gut verständlich (siehe dazu unter slowakische Sprache). Schriftlich sind die beiden Sprachen am einfachsten durch den Buchstaben ř unterscheidbar, den es nur im Tschechischen gibt (zur Aussprache siehe unten). Der ebenso geschriebene Laut des Obersorbischen wird heute nach t wie tsch oder c, sonst wie sch gesprochen.
Die Aussprache des Tschechischen gilt als schwierig, einerseits wegen der Zischlaute und des ř, andererseits weil r und l eigene Silben bilden können (z.B. wird der Ortsname Brno, dt. Brünn, zweisilbig gesprochen). Dadurch sind Sätze wie Strč prst skrz krk möglich, die offensichtlich keine Vokale enthalten.
Grammatik
Tschechisch ist eine stark flektierende Sprache mit sieben grammatischen Fällen (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Vokativ, Lokativ, Instrumental) im Singular und Plural. Im Akkusativ Singular und Nominativ Plural der Maskulina gibt es unterschiedliche Formen für belebte (Belebtheitskategorie) und unbelebte Wesen. Die Substantiva haben in jedem der drei Genera mindestens vier Grundformen.
Das Verbum verfügt über die Kategorien von Aspekt (perfektiv und imperfektiv) und Tempus (Präsens, Futur, Präteritum), Person, Numerus und Modus (Imperativ, Konditional).
Die Deklinierung und Konjugierung erfolgt mittels Endungen (und/oder kleine Änderungen im Stamm), deren Bildung sehr vielfältig und nicht immer regelmäßig und somit sehr schwer erlernbar ist.
Die Wortfolge ist relativ frei und ermöglicht stilistische Differenzierungen.
Im Tschechischen werden viele Adjektive und Partizipien nicht nur nach Genus, Numerus und Kasus abgewandelt, es wird zusätzlich zwischen langen und kurzen Formen unterschieden. Im Unterschied z.B. zum Serbokroatischen oder den baltischen Sprachen können kurze Formen nur prädikativ verwendet werden und weisen ein reduziertes Paradigma auf. Während die Kurzformen von Adjektiven meist in gehobenem Stil benützt werden, ist die Verwendung der Kurz-/Langformen von Partizipien im periphrastischen Passiv auch in der Umgangssprache bedeutungsunterscheidend, z.B. okno bylo zavřeno (Vorgangspassiv: das Fenster wurde geschlossen) vs. okno bylo zavřené (Zustandspassiv: das Fenster war geschlossen).
Alphabet
Tschechisch wird mit dem lateinischen Alphabet geschrieben, durch diakritische Zeichen differenziert.
Beim Sortieren und in Verzeichnissen (Telefonbuch) und Wörterbüchern werden die Zeichen: Č, Ch, Ř, Š, Ž als selbständige und eigenständige Buchstaben behandelt (das Ch folgt dem Buchstaben H); das tschechische Alphabet hat demzufolge ganze 34 statt nur 26 Buchstaben.
:nota bene: Da die diakritischen Zeichen im Web nicht immer korrekt dargestellt werden, werden tschechische Namen (Orts- und Personennamen) oft ohne sie geschrieben, es gibt auch zahlreiche tschechische Webseiten, die heute noch bewusst ganz auf die diakritischen Zeichen verzichten. Teilweise wird dem Besucher (Benutzer) die Wahl überlassen - "Diakritik ein oder ausschalten?" In der westlichen Presse werden dagegen viele Zeichen oft falsch (oft genau umgekehrt) verwendet. Für die Suche im Web braucht es sie meistens nicht, manche Suchmaschinen können mit Sonderzeichen schon gar nichts anfangen.
Vollständig lautet das tschechische Alphabet:
A, (Á), B, C, Č, D, (Ď), E, (É), (Ě), F, G, H, Ch, I, (Í), J, K, L, M, N, (Ň), O, (Ó), P, Q, R, Ř, S, Š, T, (Ť), U, (Ú), (Ů), V, W, X, Y, (Ý), Z, Ž.
Die in Klammern gesetzten Buchstaben werden beim Sortieren so behandelt wie der ihnen vorhergehende Buchstabe. So steht dann beispielsweise pět (= fünf) vor petrklíč (= Schlüsselblume). Wenn sich zwei Wörter nur durch die beiden verwandten Buchstaben unterscheiden, steht zunächst das Wort mit dem einfachen Buchstaben und dann das andere, also etwa pas (= Pass) vor pás (= Gürtel).
Ě, Ů und Ý kommen nie am Wortanfang vor, deshalb sind die entsprechenden Buchstaben sehr selten und werden nur dann verwendet, wenn das ganze Wort in Großbuchstaben geschrieben wird (z.B. MĚSTO).
Die tschechischen Laute
Vokale
Es gibt kurze und lange Vokale. Ferner können im Tschechischen die Konsonanten r, l und (selten) m Silben bilden, so gibt es auch Wörter, die nur aus Konsonanten bestehen, vgl. etwa krk "Hals" oder blb "Blödmann".
Diphthonge
Im Tschechischen gibt es die Diphthonge ou, au und eu. Der Diphthong ou ist auch in tschechischen Wörtern häufig, au und eu kommen nur in Fremdwörtern oder Interjektionen vor - in tschechischen Wörtern bilden sie zwei Silben, z.B. in neučím "ich lehre nicht", das dreisilbig gesprochen wird [].
- Der Diphthong au wird wie im Deutschen ausgesprochen, z.B. auto [].
- Bei der Aussprache des Diphthongs ou werden ein offenes o und ein unsilbisches offenes u verbunden, vgl. moudrý "weise" als [], auf keinen Fall darf – wie in französischen Lehnwörtern im Deutschen – nur ein Vokal gesprochen werden (vgl. Souterrain []).
- Bei der Aussprache des Diphthongs eu werden ein offenes e und ein unsilbisches u verbunden, vgl. Leukemie [ˈlɛʊ̯kɛːmɪɛ], auf keinen Fall darf wie im Deutschen oi [ɔʏ̯] gesprochen werden.
Konsonanten
In der tschechischen Rechtschreibung unterscheidet man sog. harte, neutrale und weiche Konsonanten. Weich ausgesprochen (wie in anderen slawischen Sprachen wie dem Russischen) werden aber nur die Konsonanten ť, ď und ň.
Für die Rechtschreibung und die Deklination ist diese Einteilung sehr wichtig. Die Kinder lernen daher in der Grundschule zum einen die Reihen der harten und neutralen Konsonanten wie das Alphabet aufzusagen und zum anderen jene Wörter mit neutralen Konsonanten aufzusagen, in denen ein [i] als y geschrieben wird (so genannte vyjmenovaná oder vybraná slova bzw. "ausgewählte Wörter"). Erwachsene haben aber meistens die Rechtschreibung bereits "automatisiert" und brauchen diese Reihen nicht mehr.
Sog. harte Konsonanten
Die 8 harten Konsonanten sind:
In der Rechtschreibung schreibt man nach diesen Konsonanten ein [i] wie y.
Sog. weiche Konsonanten
Die 9 weichen Konsonanten sind:
Anmerkung: ď wird handschriftlich als dˇ, ť als tˇ geschrieben.
In der Rechtschreibung schreibt man nach diesen Konsonanten ein [i] wie i.
Sog. neutrale Konsonanten oder Zwitterlaute
Die 8 neutralen Konsonanten sind:
In der Rechtschreibung schreibt man nach diesen Konsonanten in "ausgewählten Wörtern" und einigen Fremdwörtern ein [i] wie y, sonst wie i.
Aussprache
Das reglementierte Hochtschechisch (entsprechend der Schriftform) wird bei offiziellen Anlässen gesprochen (z. B. Nachrichten im Rundfunk, TV, Festreden), die tatsächlich gesprochenen Mundarten weichen jedoch oft stark davon ab, sowohl in der Aussprache als auch in der Grammatik.
Grundregeln
- Im Tschechischen wird grundsätzlich die erste Silbe des Worts betont.
- Die mit der so genannten čárka (Akut) gekennzeichneten Buchstaben (á, é, í, ó, ý, ú, sowie ů) werden lang ausgesprochen. Lange und betonte Silben fallen oft nicht zusammen.
- Die mit dem so genannten háček (Häkchen) gekennzeichneten Buchstaben sind entweder Zischlaute (š, č, ž, ř) oder sie werden weich ausgesprochen, d.h. mit einem Anklang an ein j hinter dem Konsonanten artikuliert (dies im Falle von ť, ď, ň).
- ě wird wie je gesprochen, außer nach d, t und n, wo es deren Erweichung auslöst.
- Vor ě und i werden die Konsonanten d, t und n weich ausgesprochen, d.h. mit einem Anklang an ein j hinter dem Konsonanten artikuliert. Die Zunge geht dabei zum vorderen Gaumen.
Im Folgenden eine Übersicht über die Aussprache einzelner Buchstaben und Buchstabenfolgen im Tschechischen:
- Statt ď/ť/ň+ e wird d/t/n+ ě geschrieben (und ď/ť/ň+ e ausgesprochen), wie in Německo [Njemecko], Deutschland).
- Statt ď/ť/ň+ i wird nur d/t/n+ i geschrieben (und ď/ť/ň+ i ausgesprochen), dy/ty/ny werden dagegen als di/ti/ni ausgesprochen;
- h wird immer ausgesprochen (kein stummes "h" wie im Deutschen!; z.B. husa [hussa] = Gans), ck = c + k (kein hartes k!), sch = s + ch (kein deutsches sch!), sp = s + p (kein deutsches s(ch)p!), st = s + t (kein deutsches s(ch)t!), eu = e + u (kein deutsches eu!; z.B. neutralita [ne-utralita]= Neutralität)
- ou ist ein Diphthong, der aus o und u besteht (Rakousko [Ra|kous|ko] = Österreich). Beide Bestandteile befinden sich in einer Silbe und werden daher zusammen ausgesprochen, wie im deutschen au bei Auto, wobei man jedoch mehr vom u hört, als vom o (etwa wie Rakusko mit nur ganz schwach angedeutetem o).
Tschechische Schrift und ihre diakritischen Zeichen
So schreibt man sie im Web und in der Wikipedia: Siehe Tschechische Sonderzeichen
Zahlen
Beim einfachen Zählen (Kardinalzahlen) im Nominativ gilt für den zu zählenden Ausdruck:
- nach 1 kommt Nominativ Singular,
- nach 2, 3, 4 kommt Nominativ Plural,
- nach 5 und mehr kommt Genitiv Plural.
Bei größeren Zahlen mit 1, 2, 3, 4 am Ende (z. B. 21, 103, 123, 2004 ...) ist nach 1 die erste, sonst die zweite Form grammatikalisch richtig, aber in der Praxis die letzte überwiegend gebräuchlich. Bei zusammengesetzten Zahlen (dvaadvacet) gilt immer die letzte Form.
:0 - nula
:1 - jeden (mask.), jedna (fem.), jedno (neutr.)
:2 - dva (mask.), dvě (fem. u. neutr.)
:3 - tři
:4 - čtyři
:5 - pět
:6 - šest
:7 - sedm (auch sedum - Volksmund)
:8 - osm (auch osum - Volksmund)
:9 - devět
:10 - deset
:11 - jedenáct
:12 - dvanáct
:13 - třináct
:14 - čtrnáct
:15 - patnáct
:16 - šestnáct
:17 - sedmnáct (auch sedumnáct - Volksmund)
:18 - osmnáct (auch osumnáct - Volksmund)
:19 - devatenáct
:20 - dvacet
:21 - dvacet jedna / jedenadvacet (auch jednadvacet)
:22 - dvacet dva / dvaadvacet
usw.
:30 - třicet
:40 - čtyřicet
:50 - padesát
:60 - šedesát
usw.
:100 - sto
:200 - dvě stě (grammatikalische Ausnahme)
:300, 400 - tři, čtyři sta
:500, 600, ... - pět, šest, ... set
:1000 - tisíc (jeden tisíc)
:2000, 3000, 4000 - dva, tři, čtyři tisíce
:5000, 6000, ... - pět, šest, ... tisíc
Uhrzeit
Kolik je hodin? - Wie spät ist es?
Je ... (z.B. jedna hodina usw.)
:1 Uhr - jedna hodina
:2, 3, 4 Uhr - dvě, tři, čtyři hodiny
:5, 6, ... Uhr - pět, šest, ... hodin
Preise
Co stojí ...? - Was kostet ... ? (Co to stojí - Was kostet das?)
... stojí jednu korunu. usw.
:1 Krone - jedna koruna
:2, 3, 4 Kronen - dvě, tři, čtyři koruny
:5, 6, ... Kronen - pět, šest, ... korun
Wörter tschechischen Ursprungs
- Pistole: abgeleitet von der Bezeichnung für Feuerwaffen in den Hussitenkriegen, ursprüngliche Bedeutung Pfeife, Rohr (vgl. das heutige Wort píšťala)
- Roboter: künstliche Menschen aus Karel Čapeks sozialutopischem Drama R.U.R. (1921)
- rabotten: abgeleitet von robotovat – fronen, rabotten
- Trabant: als drabant wurden Landsknechte zu Zeiten der Hussitenkriege bezeichnet
In Österreich (Auswahl)
- Tuchent (Federbett): von duchenka
- Buchtel (Dampfnudel): von buchta
- pomadig (langsam, dialektal): von pomalý
- plazen (weinen, dialektal): von plakat (on, ona, ono pláče – er, sie, es weint)
- Trafik (Tabakladen): von trafika
- Kuckeruz (Mais): von sladká kukuřice
Tschechische Wörter deutschen Ursprungs
- kšeft, ksicht: Dialektal aus Bayern von Geschäft, Gesicht.
- umgangssprachlich: švindlovat, vartovat, mašírovat für schwindeln, warten, marschieren. Auch Interjektionen wie au, pšt und no jo sind dem Deutschen sehr ähnlich.
hajzl = Toilette (Dialektal aus Österreich, Bayern). Ich gehe auf das Haisl. = Jdu na hajzl.
Eine Übersicht vieler im Tschechischen noch benutzen Germanismen als kostenlosen Download auf [http://www.tandem-org.de/ www.tandem-org.de] unter "Fremdsprachen".
Weblinks
- Tschechisches Nationalkorpus: Die Prager Karlsuniversität bietet für Forschungszwecke verschiedene, über Internet zugängliche Textkorpora: http://ucnk.ff.cuni.cz (Textsammlung)
- [http://slovnik.seznam.cz/ Wörterbuch zwischen tschechisch und dt / en / it / fr/ es / ru]
- [http://www.slovnik.cz/ Noch ein Wörterbuch, zusätzlich mit Latein]
- [http://archiv.radio.cz/deutsch/gesagt/index.html Eine Einführung in die tschechische Sprache mit Tonausgabe (Realplayer)]
- [http://www.tandem-org.de/seite_108.html Sprachanimation - spielerische Vermittlung des Tschechischen auf www.tandem-org.de]
- [http://www.nj.cz/cestina.htm Tschechisch per Internet]
- [http://www.eki.ee/letter/chardata.cgi?lang=cs+Czech&script=latin alle notwendigen Details zu der tschechischen Schrift, UniCode, HTML, Adobe, ISO, CodePage...]
- [http://www.uebersetzung.at/twister/cs.htm tschechische Zungenbrecher]
- [http://www.bohemica.com/czechonline/conversation/ Online-Kurs mit Sound: Ausspracheregeln, Konversation, Real Audio, engl.]
- [http://archiv.radio.cz/php/parse.phtml?start=/english/language/ Besonderheiten des Tschechischen, 36 Folgen von Radio Prag, Real Audio, engl.]
Kategorie:bohemistik
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Alphabet
Kategorie:Slawische Sprache
ja:チェコ語
ko:체코어
Sorbische Sprache
Die beiden sorbischen Sprachen (auch Wendisch genannt, obersorbisch
serbšćina, serbska rěč, niedersorbisch serbšćina, serbska rěc) gehören zur Gruppe der westslawischen Sprachen. Man unterscheidet zwei Schriftsprachen, die wiederum in mehrere Dialekte zu untergliedern sind:
- Obersorbisch (in der Oberlausitz) und
- Niedersorbisch (in der Niederlausitz).
Der Language Code ist (nach ISO 639-2):
- für das Sorbische insgesamt: wen
- für Niedersorbisch: dsb
- für Obersorbisch: hsb.
Sorben in Deutschland
Insgesamt leben in Deutschland ca. 60.000 Sorben, davon ca. 40.000 in Sachsen und ca. 20.000 in Brandenburg. Somit sind die sorbischen Sprachen nach dem Dänischen zweitgrößte Minderheitensprache Deutschlands. Da es eine feste Nationalitätenzugehörigkeit für deutsche Staatsbürger nicht gibt, sind diese Zahlen auf der Basis von Hochrechnungen entstanden, und demzufolge vergleichbar genau anderen Angaben (auch hier in der Wikipedia). Die tatsächliche Anzahl der aktiven Sprecher ist wesentlich geringer. Nur eine kleine Minderheit spricht im Alltag primär Sorbisch, eine größere ist primär deutschsprachig, spricht und versteht es aber noch (gegebenenfalls nur gelegentlich und teilweise); das sorbische Zugehörigkeitsgefühl reicht deutlich darüber hinaus. Anders als das Obersorbisch gilt das Niedersorbische als akut vom Aussterben bedroht.
Sorbische Grammatik
Die obersorbische Grammatik kennt sieben Fälle:
#Nominativ
#Genitiv
#Dativ
#Akkusativ
#Instrumental
#Lokativ
#Vokativ
Im Niedersorbischen ist der Vokativ nur in einigen erstarrten Formen erhalten.
Bemerkenswert ist, dass es neben Singular und Plural noch den Dual (=Zweizahl) gibt.
Singular: ruka ("Hand")
Dual: ruce ("zwei Hände")
Plural: ruki ("mehr als zwei Hände")
Im Gegensatz zu anderen westslawischen Sprachen (Tschechisch, Slowakisch, Polnisch, Kaschubisch) hat sich in der obersorbischen Schriftsprache und einem Teil der Dialekte bis in die heutige Zeit auch das synthetische Präteritum (Aorist, Imperfekt) erhalten. Auch in der niedersorbischen Schriftsprache war diese Form gebräuchlich, ist aber im Laufe des 20. Jahrhunderts immer seltener geworden und wird heute kaum noch verwendet.
Das Niedersorbische hat dafür aber das Supinum (als Variante des Infinitivs nach Verben der Bewegung) erhalten, z. B. "njok spaś" (ich will nicht schlafen) gegenüber "źi spat" (geh schlafen).
Das geschriebene Sorbische kann von Muttersprachlern der westslawischen Sprachen zumindest verstanden werden.
Geschichte des Sorbischen
Die Geschichte des Sorbischen in Deutschland nahm mit der Völkerwanderung (etwa seit dem 6. Jahrhundert) ihren Anfang. Seit dem 12. Jahrhundert, mit dem massenhaften Zuzug von bäuerlichen germanischen bzw. deutschen Siedlern aus Flandern, Sachsen, Thüringen und Franken und der vorangegangenen Verwüstung des Landes durch kriegerische Handlungen begann der langsame Rückgang der sorbischen Sprache.
Hinzu kam, dass das Sorbische eine rechtlich untergeordnete Stellung gegenüber dem Deutschen bekam, die u.a. im Sachsenspiegel festgeschrieben wurde. Später kamen Sprachverbote hinzu: 1293 wurde das Sorbische in Bernburg (Saale) vor Gericht verboten, 1327 in Altenburg, Zwickau und Leipzig, 1424 in Meißen. Weiterhin gab es in vielen Zünften der Städte des Gebietes die Maßgabe, nur Mitglieder deutschsprachiger Herkunft aufzunehmen.
Das Kerngebiet der Milzener und Lusizer, zwei der etwa 20 sorbischen Stämme, die im Gebiet der heutigen Lausitz lebten, war von deutschsprachiger Neusiedlung und rechtlichen Beschränkungen relativ wenig betroffen. Die Sprache hatte daher dort einen guten Halt. Die Sprecherzahl wuchs dort bis in das 17. Jahrhundert zu über 300.000 Sprechern an.
Ältestes Sprachdenkmal des Obersorbischen ist der Budissiner (Bautzener) Bürgereid in sorbischer Sprache aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Wichtige sorbische Dichter und Schriftsteller
siehe auch die Liste sorbischsprachiger Schriftsteller
- Jakub Bart-Ćišinski
- Handrij Zejler
- Jakub Lorenc-Zalĕski
- Jurij Koch
- Jurij Chěžka
- Jurij Brězan
- Kito Lorenc
- Róža Domašcyna
- Marja Krawcec
- Mina Witkojc
- Mato Kosyk
Siehe auch
- Sorben
- Wenden
- Elbslawen
- Surbi
Weblinks
- [http://sibz.whyi.org/~edi/wucbnica/zawod.html Lehrbuch des Obersorbischen]
- [http://www.niedersorbisch.de www.niedersorbisch.de (Deutsch-Niedersorbisches Wörterbuch)]
- [http://www.internecy.de/slownik/slow.php Ortsnamen_Obersorbisch-Deutsch]
- [http://www.sorben.com/lodka/orte/Ortew.htm Ortsnamen_in_der_Niederlausitz_(niedersorbisch)]
- [http://www.boehmak.de/ Obersorbisches Onlinewörterbuch]
- [http://www.sorbspirit.com/hsb/ Tastaturlayouts für Mac OS X und Microsoft Windows 2000/XP]
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Lausitz
Kategorie:Sorben
Kategorie:Slawische Sprache
Kategorie:Sprachinsel
ja:ソルブ語
ko:소르브어
Slowenische Sprache
Slowenisch ist eine Sprache aus dem slawischen Zweig (siehe südslawische Sprachen) der indogermanischen Sprachen.
Ungefähr 2 Millionen Menschen in Slowenien sprechen Slowenisch als Muttersprache; dort ist es Amtssprache. Seit dem 1. Mai 2004 ist Slowenisch auch eine der Amtssprachen in der EU. Darüber hinaus wird es noch in Teilen Österreichs, insbesondere in Kärnten (die Anzahl der Kärntner Slowenen in Südkärnten beträgt rund 20.000) und in Italien (Gebiet um Gorizia, Resia-Tal, Kanaltal, Collio, Triest) sowie in Teilen Westungarns (Komitat Vas) als Muttersprache gesprochen. Die Sprecher bezeichnen sich selbst als Slovenci, ihre Sprache als slovenščina.
Die Sprache wird mit dem lateinischen Alphabet geschrieben.
Umstritten ist die Bezeichnung windisch.
Sprachgeschichte
Die frühesten slowenischen Textdokumente sind die Brižinski spomeniki (Freisinger Denkmäler), welche man im bayrischen Freising fand. Diese Mischung aus homiletischen und liturgischen Schriften war wahrscheinlich ein bischöfliches Handbuch. Man nimmt an, dass das Freisinger Denkmal aus der Zeit um 1000 n. Chr, stammt.
Slowenisch war lange Zeit eine zweitrangige Sprache in der Österreich-Ungarischen Monarchie. Bis 1918 war es vor allem durch die Deutsche Sprache in zahlreichen Bereichen wie Verwaltung und Wissenschaft zurückgedrängt.
Um 1900 nahm man die alte Schrifttradition wieder auf und entwickelte eine puristische (Germanismen entfernende) Sprachform, wobei Wortschatzentlehnungen gezielt aus anderen slawischen Sprachen erfolgten. Der Revolutionär Ljudevit Gaj wollte in der ersten Hälfte des 19. Jh. alle Südslawischen Sprachen unter einer politischen Führung zusammenbringen. Doch Slowenien lehnte diesen Illyrismus ab.
In dieser Zeit erfuhr das Slowenische zudem eine literarische Blüte durch France Prešeren.
Kodifizierung
Die Kodifizierung der slowenischen Sprache erfolgte durch die Grammatiker Škrabec und Ramovš um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert.
Um 1919 wurde die Laibacher Universität gegründet. Die Sprachwissenschaftler Fran Miklošič und Jernej Kopitar wurden zu den Vätern der Slowenischen Sprache.
Dabei wurde die Zugehörigkeit des slowenischen Volkes umstritten diskutiert:
- Windischen-Theorie: Slowenen gehören nicht zur Ethnie der Südslawen.
- Wenden-Theorie: Slowenen gehören nicht zur Ethnie der Ungarn.
Auch später war man um eine Integrierung der Slowenen in die Mitteleuropäisch-Österreichische Kultur bemüht, z. B. durch Kurt Schuschnigg (Österreichischer Bundeskanzler). Auf der anderen Seite wurde der Versuch einer gemeinsamen Serbo-Kroatisch-Slowenischen Schriftsprache unternommen. Als 1929 das Königreich Jugoslawien ausgerufen wurde, fürchtete man um das Slowenische und gründete 1938 eine eigene Akademie der Wissenschaften. 1941 wurde Slowenien durch die Achsenmächte (Deutschland/Italien/Ungarn) zerschlagen.
Alphabet
Das Slowenische Alphabet verwendet die Buchstaben:
A, B, C, Č, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, R, S, Š, T, U, V, Z, Ž.
In der Wikipedia werden die Buchstaben Č, Š, Ž folgendermaßen kodiert:
- Č: Č (groß), č (klein)
- Š: Š (groß), š (klein)
- Ž: Ž (groß), ž (klein)
Ausgesprochen werden sie so:
- č wie deutsches tsch in "klatschen"
- š wie deutsches sch in "schade"
- ž wie (französisches) g in "Garage"
Grammatik
Slowenisch ist eine flektierende Sprache. Die Beziehung des Wortes zum Satz wird hauptsächlich durch äußere Flexion ausgedrückt. Daraus ergibt sich eine sehr freie Satzstellung. Üblich ist jedoch, wie im Deutschen, die Reihenfolge SPO.
Eine Besonderheit ist die Zweizahl (Dual, Dvojina)
Nomen
Nomen werden durch Deklination markiert nach Fall, Zahl und Geschlecht. Diese drei Eigenschaften werden gemeinsam durch eine Nachsilbe (Suffix) ausgedrückt.
Fälle
Im Slowenischen sind von den acht urindogermanischen Fällen sechs erhalten:
#Nominativ (Imenovalnik)
#Genitiv (Rodilnik)
#Dativ (Dajalnik)
#Akkusativ (Tožilnik)
#Lokativ (Mestnik)
#Instrumental (Orodnik)
- Einzahl
- Zweizahl
- Mehrzahl
Wie im Deutschen gibt es die grammatischen Geschlechter Maskulin (Männlich), Feminin (Weiblich), und Neutrum (Sächlich), die oft nicht mit dem Natürlichen Geschlecht übereinstimmen.
Deklinationen
Es gibt vier Grunddeklinationen, mit bedeutenden Ausnahmen:
- Männlich
- Weibliche Nomen auf -a
- Zweite Weibliche Deklination
- Sächliche Deklination
Adjektiv
Das Adjektiv steht unmittelbar vor dem Substantiv, auf das es sich bezieht und stimmt mit ihm in Fall, Zahl und Geschlecht überein. Die Adjektivdeklination unterscheidet sich geringfügig von der der Substantive.
Im Slowenischen gibt es die Zeiten
- Gegenwart
- Vergangenheit
- Zukunft.
Wegen der Ähnlichkeit in der Bildung sei in diesem Zusammenhang auch der Konjunktiv erwähnt.
Um Abgeschlossenheit beziehungsweise Dauerhaftigkeit auszudrücken, bedient sich das Slowenische, ähnlich dem Russischen, der Aspekttrennung. Dies erklärt, warum das Slowenische nur drei Zeiten benötigt, im Gegensatz zum Deutschen oder gar Englischen, wo die Wahl der Zeitform ein wichtiges Stilmittel ist.
Wortschatz
Das Slowenische hat, wie die meisten Sprachen Europas, Fremdwörter aus folgenden Sprachen entlehnt:
- Griechisch
- Latein
- Französisch
- Italienisch
- Tschechisch
- Stroj: Maschine
- Sokol: Falke
- Deutsch, z.B:
- Krompir: Erdapfel (Grundbirn)
- Nagelj: Nelke (Gewürznagel)
- Englisch, z.B:
- Šport: Sport
Das Deutsche hat aus dem Slowenischen übernommen:
- Jause von južina; Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
- Doline von Dolina (das Tal); Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
- Polje (das Feld); Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
Daneben sind ins Kärntnerische einige slowenische Wörter eingegangen.
Aussprache
Slowenisch wird in Lateinschrift geschrieben, und die Ausspracheregeln sind in ihrer Schlichtheit mit Italienisch oder Latein vergleichbar.
Eine Schwierigkeit besteht darin, dass das Slowenische über freien Akzent verfügt, der sich auch in der Schreibung nicht niederschlägt. Eine genauere Schilderung sollte früher oder später unter http://de.wikibooks.org/wiki/Slowenisch entstehen.
Mundarten
Da das slowenische Sprachgebiet durch die Jahrhunderte selten eine politische Einheit bildete und stets vom Deutschen als Schriftsprache bedrängt war, bildeten sich zahlreiche sehr unterschiedliche, aber auch sehr ursprüngliche Mundarten heraus. Diese lassen sich zusammenfassen zu
Sieben Gruppen:
Kärntnerisch
slow. Koroško
Der Kärntner Mundartenzweig des Slowenischen greift über die heutigen Grenzen Kärntens hinaus. Er wurde und wird im Gebiet des Kärntens vor 1914 gesprochen. Daneben in der Gemeinde Rateče (Ratschach, mit dem vom Schispringen her bekannten Ortsteil Planica), die in der Oberkrain (Gorenjska) liegt, sowie im untersteirischen Drautal.
Es lässt sich gliedern in
- Jauntalerisch
- Rosentalerisch
- Gailtalerisch
Als Untergruppe des Jauntalerischen kann man die Obirmundart sehen, die unter Einfluss des Oberkrainerischen steht.
Die Kärntnerischen Mundarten sind besonders ursprünglich.
Steirisch
slow. Štajersko
Oberkrainerisch
slow. Gorenjsko
Unterkrainerisch
slow. Dolenjsko
Primorsko
In der Primorska, dem Küstenland
Prekmursko
Im Prekmurje, dem Übermurgebiet
Rovtarsko
Prleško
In der Region Prlekija (in der slowenischen Steiermark)
Siehe auch
- Sprache
Weblinks
- [http://www.rrz.uni-hamburg.de/slowenisch/ Online-Wörterbuch Slowenisch-Deutsch-Slowenisch]
!
Kategorie:Slawische Sprache
ja:スロベニア語
ko:슬로베니아어
Litauische Sprache
Die litauische Sprache (Litauisch) gehört zur östlichen Gruppe der baltischen Sprachen innerhalb der indogermanischen Sprachen. Litauisch ist Amtssprache in Litauen. Besonders archaische (leider im Aussterben begriffene) Dialekte des Litauischen werden im Nordwesten Weißrusslands gesprochen, auch die litauische Minderheit in Polen (um Suwałki) spricht Litauisch.
Der Language Code ist lt bzw. lit (nach ISO 639).
Geschichte
Litauisch ist eng verwandt mit der lettischen Sprache und der ausgestorbenen altpreußischen Sprache.
Vom Lettischen hat sie sich im Mittelalter (7./8. Jh.) abgespalten. Sie zeichnet sich durch viele erhaltene altertümliche grammatische Formen auf, die sich zum Teil auch im Sanskrit wiederfinden; unter allen lebenden europäischen Sprachen ist Litauisch am nächsten mit dem indischen Zweig der indogermanischen Sprachen verwandt.
Trotz des heute kleinen Sprachraumes lassen sich mehrere Idiome unterscheiden, die in zwei Großgruppen unterschieden werden: Aukštaitisch (Oberlitauisch) und Žemaitisch (Niederlitauisch). In der geschriebenen Sprache hat sich das dem Aukštaitischen zuzurechnende Idiom der Region Suvalkija durchgesetzt.
Besondere Verdienste um die Erforschung des Litauischen erwarb sich im 19. Jahrhundert August Schleicher, der als Philologieprofessor an der Prager Universität 1856/57 das erste wissenschaftliche Handbuch der litauischen Sprache in 2 Bänden veröffentlichte.
Seit dem 1. Mai 2004 ist Litauisch eine der Amtssprachen in der EU.
Alphabet
- Dass ą, ę į und ų sowie ū längere Vokale sein sollen, ist im Gesprochenen aber kaum hörbar, dient vielmehr im Geschriebenen zur Unterscheidung zwischen Nominativ und Akkusativ bzw. Instrumental und Genitiv Plural. Ebenso ist das e einem kurzen ä (wie das 'e' im Wort 'Dreck') ähnlich, das ė hingegen entspricht eher dem deutschen e (siehe IPA).
- Das o wird immer lang ausgesprochen [oː], kann aber auch kurz ausgesprochen werden [], was aber nur in Fremdworten vorkommt, wie z. B. kokonas Kokon oder fokusas Fokus.
- z und ž sind stimmhaft wie im Französischen 'Balzac' bzw. 'Orange'.
- Das r wird stark gerollt, wie in den slawischen Sprachen - schwierig zum Beispiel bei trys broliai = drei Brüder.
- Das i vor a, o, u wird nicht ausgesprochen - es markiert nur, dass der davorstehende Konsonant weich gesprochen wird.
- Die Buchstaben q, w und x sind dagegen in litauischen Worten unbekannt und werden in litauischen Worten als kv, v und ks dargestellt.
- Der Buchstabe f kommt nur in Fremdwörtern, wie z. B. filmas oder futbolas vor, in urlitauischen Wörtern findet man ihn nicht, was folgendes Beispiel zeigt: Prancūzija Frankreich.
Eigenheiten
Typisch für die litauische Schriftsprache ist der Umstand, dass ausländische Lehnwörter und auch Eigennamen der Aussprache folgend „litauisch“ wiedergegeben werden (z. B. Gerhardas Šrederis für Gerhard Schröder, Džordžas Bušas für George Bush oder Haris Poteris für Harry Potter), sowie das Anhängen der Endung -as, -is oder -us an maskuline, und eines -a oder -ė an feminine Substantive, auch wenn es sich um ausländische Worte handelt (z. B. šlagbaumas, ananasas, vunderkindas – aber: taksi, kino(teatras)). Aktuell in der Diskussion ist die Umbenennung des 'Euro', der unter diesem Namen in allen bisherigen EU-Mitgliedsstaaten bekannt ist, in die grammatisch „richtige“ Form Euras. Allerdings wird die „Lituanisierung“ von weniger bekannten Eigennamen nicht immer vorgenommen. So etwa bleiben im Sportteil der Zeitung viele Namen in ihrer Originalschreibweise und werden lediglich um die Endung „korrigiert“, zum Beispiel O'Neil'as.
Grammatik
Das Litauische ist eine hoch-flektierende Sprache und darin dem Lateinischen ähnlich, insbesondere in seiner Fixierung auf die Endungen zur Angabe des Kasus und in der unbeschränkten Voranstellung bestimmenden Adjektiven und Substantiven vor dem eigentlichen Substantiv und deren Verschränkung. Zur näheren Bestimmung eines Substantives ist dabei der Genitiv von essentieller Bedeutung.
Zwei Beispiele:
- naujas vyrų ir moterų drabužių salonas = neues Damen- und Herrenkleidergeschäft, wörtlich jedoch: neues der Männer und der Frauen der Kleidung Geschäft
- nacionalinis dramos teatras = Nationales Dramatheater, wörtlich jedoch: Nationales des Dramas Theater
Das Litauische kennt keine Artikel und kommt im Wesentlichen mit drei Zeiten aus (einmalige Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft; selten wird die mehrmalige Vergangenheit verwendet), die sehr regelmäßig gebildet werden. Es gibt auch nur eine Konjunktivform, die in der Vergangenheit mit Partizipien kombiniert wird. Auffällig sind zahlreichen Partizipformen, die sich in dieser Vielfältigkeit nur in der litauischen Sprache erhalten haben. Für jede Zeitform existiert ein aktives und passives Partizip (lediglich für die dem Litauischen eigene Zeitform der mehrmaligen Vergangenheit existiert nur ein aktives Partizip). Mit Hilfe dieser Partizipien lassen sich neben den reinen Zeiten auch zusammengesetzte Zeitformen im Aktiv und Passiv bilden. Allerdings ist darauf zu achten, dass sämtliche dieser Partizipien streng nach Zahl, Genus und Kasus des Handlungsträgers gebeugt werden. Zu diesen Partizipen gesellen sich noch spezielle Formen des Gerundiums sowie verschiedene Adverbialpartizipen.
Substantive
Eigenwillig ist die Verwendung des Numerus:
- 1 = Nominativ Singular
- 2-9 = Nominativ Plural
- 10 und größer sowie unbestimmte Mengenangaben = Genitiv Plural
- 21 aber (da Zwanzig und 1!) wieder Nominativ Singular usw.
Beispiele: 1 vyras = 1 Mann, 2 vyrai = 2 Männer, 10 vyrų = 10 Männer, keleta vyrų = einige Männer; interessant hierbei: ein Bier im Restaurant zu bestellen ist: "vieną alaus" wobei "vieną" = "ein" (im Akk.) und "alaus" = "des Bieres" (also Genitiv), da dazwischen das Wort Glas/Krug mitgedacht werden muss (also: "ein Glas des Bieres") - entsprechend bestellen Sie zwei Bier ebenfalls: "du alaus" = "zwei (Gläser) des Bieres".
Es gibt 5 Beugungsklassen im Litauischen. Substantive, die auf
-as, -ias, -ys oder -jas enden, gehören der 1. Klasse an; die auf
-a, -ia oder -ė enden der 2. Klasse; die auf -us oder -ius enden der 4. Klasse; und die auf -uo und einige wenige, die auf -ė enden, gehören der 5. Klasse an. Substantive, die auf -is enden, stellen eine Schwierigkeit bei der Beugung dar, da sie entweder zur 1. Klasse gehören können oder zur 3. Klasse. Bei der Beugung erhalten die Substantive, je nachdem welcher Beugungsklasse sie angehören, in jedem der sieben litauischen Fälle eine charakteristische Endung:
1. Klasse (männlich):
2. Klasse (weiblich):
3. Klasse (weiblich und ein paar männliche Ausnahmen):
: - Einige wenige männliche Substantive sind auch in dieser Beugungsklasse zu finden: dantis (Zahn), debesis (Wolke), vagis (Dieb), žveris (Tier) und wenige andere.
- Nach der seltenen 4. und 5. Klasse werden gerne alte, originär litauische (baltische) Wörter konjugiert.
Die Endungen lauten in der 4. und 5. Klasse Singular:
Die Endungen lauten in der 4. und 5. Klasse Plural:
Vokabeln:
- 1. Klasse: vakaras (vakaro) = Abend, tarnautojas (tarnautojo) = Beamter, butelis (butelio) = Flasche, niežulys (niežulio) = Juckreiz
- 2. Klasse: užeiga (užeigos) = Gasthof, šakutė (šakutės) = Gabel
- 3. Klasse: akis (akies) = Auge, ausis (ausies) = Ohr, dalis (dalies) = Teil
- 4. Klasse: alus (alaus) = Bier, sūnus (sūnaus) = Sohn
- 5. Klasse: vanduo (vandens) = Wasser, akmuo (akmens) = Stein, šuo (šuns) = Hund, sesuo (sesers) = Schwester, duktė (dukters) = Tochter, mėnuo (mėnesio) = Monat
Verben und Personalpronomen
Bei der Beugung litauischer Verben sollte man wissen, zu welcher Beugungsklasse sie gehören. Erkennen kann man das nur an der Endung der 3. Person Singular. Anhand dieser Endungen in der 3. Person Singular werden in der Gegenwart drei und in der einmaligen Vergangenheit zwei Beugungsklassen unterscheiden: Gegenwart: 1. Klasse -a oder -ia, 2. Klasse -i, 3. Klasse -o; einmalige Vergangenheit: 1. Klasse -o, 2. Klasse -ė. Ist das Verb reflexiv, wird an die Endsilbe die Endung -si angehängt. In der Grundform enden Verben immer mit -ti, reflexive Verben immer mit -tis.
1. Klasse Gegenwart:
2. Klasse (-i) und 3. Klasse (-o) Gegenwart:
Vokabeln:
- 1. Klasse Gegenwart: dirbti = arbeiten, džiaugtis = sich freuen, klausti = fragen, įlipti = einsteigen, imti = nehmen
- 2. Klasse Gegenwart: apžiūrėti = besichtigen, linkėti = wünschen, norėti = wollen, mylėti = lieben
- 3. Klasse Gegenwart: aplankyti = besuchen, maudytis = baden, statyti = bauen
1. Klasse (-o/-jo) und 2. Klasse (-ė) einmalige Vergangenheit:
Vokabeln:
- 1. Klasse einmalige Vergangenheit: dirbti = arbeiten, įlipti = einsteigen, apžiūrėti = besichtigen, linkėti = wünschen, norėti = wollen, mylėti = lieben
- 2. Klasse einmalige Vergangenheit: džiaugtis = sich freuen, klausti = fragen, iti = nehmen, aplankyti = besuchen, maudytis = baden, statyti = bauen
In der mehrmaligen Vergangenheit und in der Zukunft gibt es keine Beugungsklassen. Die Beugung ist bei diesen Zeitformen bei allen regelmäßigen Verben gleich:
Das Verb būti (sein):
- aš esu - ich bin
- tu esi - du bist
- jis/ji yra - er/sie ist
- mes esame - wir sind
- jūs esate - ihr seid
- jie/jos yra - sie sind
Das Verb turėti (haben, aber auch müssen i.S.v. ich habe etwas zu tun):
- aš turiu - ich habe
- tu turi - du hast
- jis/ji turi - er/sie hat
- mes turime - wir haben
- jūs turite - ihr habt
- jie/jos turi - sie haben
Die Höflichkeitsform "Sie" wird mit dem Personalpronomen der 2. Person Plural ausgedrückt. Allerdings wird in diesem Fall dieses Personalpronomen groß geschrieben:
- Jūs esate - Sie sind
- Jūs turite - Sie haben
Die Beugung der Personalpronomina erfolgt auf diese Weise:
Demonstrativpronomen
- 1. männliche Demonstrativpronomen
: - šitas dieser hier
: - tas der da
: - anas jener
: - kitas der andere
- 2. weibliche Demonstrativpronomen
: - šita diese hier
: - ta die da
: - ana jene
: - kita die andere
- 3. šis dieser hier und ši diese hier
- 4. Unveränderliche Demonstrativpronomen (werden nicht gebeugt)
: - tai dieses/das
: - šitai dies hier
: - Tai ... Das ist ...
Die Beugung der Demonstrativpronomen:
Adjektive und Adverbien
Das litauische Adjektiv steht vor dem Substantiv und stimmt in Genus, Numerus und Kasus mit dem Substantiv, das es begleitet, überein. Mögliche männliche Endungen von Adjektiven sind -as, -ias, -us und -is; mögliche weibliche Endungen sind -a, -ia, -i und -ė. Beim Steigern eines litauischen Adjektivs wird für den Komparativ -esn- und für den Superlativ -(i)aus- zwischen den Wortstamm und den männlichen bzw. weiblichen Endungen eingefügt:
Die Beugung des Adjektivs:
- 1. Klasse Singular:
- 1. Klasse Plural:
: - Die Beugung der Adjektive mit der Endung -is nach der 1. Klasse gilt nur für das Adjektiv didelis groß und für die Komperativformen auf -esnis; ansonsten gehören alle Adjektive mit der Endung -is der 3. Klasse an.
- 2. Klasse Singular:
- 2. Klasse Plural:
- 3. Klasse Singular:
- 3. Klasse Plural:
Adjektive lassen sich leicht in Adverbien umwandeln. Dabei werden die männlichen Adjektiv-Endungen durch folgende Endungen ersetzt:
- aus -as wird -ai
- aus -us wird -iai
Beim Steigern der Adverbien wird an den Adjektiv-Stamm (= Adjektiv ohne Endung) die Endung -iau für die 1. Stufe und die Endung -iausiai für die 2. Stufe angehängt.
Vokabeln:
- geras = gut
- blogas = schlecht
- didelis = groß
- mažas = klein
- stiprus = stark
- silpnas = schwach
- įdomus = interessant
- nuobodus = langweilig
Zahlen
- 1 ... vienas (m.) / viena (w.)
: - Beugung, wie Adj. mit den Endungen -as und -a
- 2 ... du / dvi (Nom./Akk.)
: - dviejų (Gen.)
: - dviem (Dat./Instr.)
: - dviejuose / dviejose (Lok.)
- 3 ... trys (Nom.)
: - trijų (Gen.)
: - trims (Dat.)
: - tris (Akk.)
: - trimis (Instr.)
: - trijuose / trijose (Lok.)
- 4 ... keturi / keturios (Nom.)
: - keturių (Gen.)
: - keturiems / keturioms (Dat.)
: - keturis / keturias (Akk.)
: - keturiais / keturiomis (Instr.)
: - keturiuose / keturiose (Lok.)
- 5 ... penki /penkios (Beugung wie keturi / keturios)
- 6 ... šeši / šešios (Beugung wie keturi / keturios)
- 7 ... septyni / septynios (Beugung wie keturi / keturios)
- 8 ... aštuoni / aštuonios (Beugung wie keturi / keturios)
- 9 ... devyni / devynios (Beugung wie keturi / keturios)
- 10 ... dešimt (wird nicht gebeugt)
- 11 ... vienuolika (Beugung wie Substantiv 2. Klasse mit -a; aber im Akk. -a)
- 12 ... dvylika (Beugung wie vienuolika)
- 13 ... trylika (Beugung wie vienuolika)
- 14 - 19 (männliche Form der Ziffer plus -olika) ... keturiolika - devyniolika (Beugung wie vienuolika)
- 20 ... dvidešimt (wird nicht gebeugt)
- 21 - 29 ... dvidešimt vienas / dvidešimt viena - dvidešimt devyni / dvidešimt devynios (Beugung wie die Ziffern 1 - 9, wobei dvidešimt unverändert bleibt)
- 30 ... trisdešimt (wird nicht gebeugt)
- 40 ... keturiasdešimt (wird nicht gebeugt)
- 50 ... penkiasdešimt (wird nicht gebeugt)
- 60 ... šešiasdešimt (wird nicht gebeugt)
- 70 ... septyniasdešimt (wird nicht gebeugt)
- 80 ... aštuoniasdešimt (wird nicht gebeugt)
- 90 ... devyniasdešimt (wird nicht gebeugt)
- 100 ... šimtas (Beugung wie Substantive 1. Klasse mit -as)
- 101 ... šimtas vienas / šimtas viena (Beugung wie die vienas / viena, wobei šimtas unverändert bleibt)
- 111 ... šimtas vienuolika (Beugung wie vienuolika, wobei šimtas unverändert bleibt)
- 155 ... šimtas penkiasdešimt penki / šimtas penkiasdešimt penkios (Beugung wie penki / penkios, wobei šimtas und penkiasdešimt unverändert bleiben)
- 200 - 900 ... du šimtai - devyni šimtai (Beugung wie die Substantive 1. Klasse im Plural, wobie du - devyni unverändert bleiben)
- 1000 ... tūkstantis (Beugung wie Substantive 1. Klasse mit -is)
- 2000 - 9000 ... du tūkstančiai - devyni tūkstančiai (Beugung wie die Substantive 1. Klasse im Plural, wobie du - devyni unverändert bleiben)
- 1.000.000 ... milijonas (Beugung wie Substantive 1. Klasse mit -as)
Wortschatz
Der Wortschatz des Litauischen kommt in der Alltagssprache mit deutlich weniger Wörtern aus als das Deutsche, ein Wort wie 'metas' heißt im Singular etwa 'Zeit(punkt)', im Plural 'metai' aber Jahr, das Wort 'vakaras' heißt 'Westen' und aus diesem Ursprung synonym auch 'Abend', 'vakar' dementsprechend gestern. Im Gegensatz zum Lettischen hat das Litauische nur wenige Fremdwörter übernommen (vorwiegend Lehnwörter aus dem Russischen und einige wenige aus dem Polnischen und dem Deutschen). Eine eigene Kommission, die direkt bei der Regierung angesiedelt ist, wacht über die Reinheit der litauischen Sprache. Teilweise werden auch neue Wörter kreiert, um nicht Anglizismen zu übernehmen. Ein populäres Beispiel ist das Wort 'žiniasklaida' für Medien (wörtlich: Nachrichtenausbreiter), das sich im Alltagsgebrauch durchgesetzt hat. Der Computer heißt dagegen schlicht 'kompiuteris'. Ein lustiges Beispiel eines älteren Lehnwortes aus dem Deutschen ist das Wort 'biški' für deutsch 'bisschen'.
Einige Redewendungen:
- Labas! - Hallo!
- Laba diena! - Guten Tag!
- taip - ja
- ne - nein
- Ate! - Tschüss!
- Gero apetito! (Gen.) - Guten Appetit!
- Į sveikatą! (Akk.) - Prost!
- Atsiprašau! - Entschuldigung! (wörtlich: Ich entschuldige mich.)
- Prašom! - Bitte!
- Ačiū! - Danke!
- (labai) gerai - (sehr) gut
Sekundäre Kasus
Die ostbaltischen Sprachen haben unter finno-ugrischem Einfluss vier sekundäre Lokalkasus entwickelt: Inessiv (zB miške "im Wald"), Illativ (zB miškan "in den Wald (hinein)"), Adessiv (zB miškiep "am Wald"), Allativ (zB miškop "zum Wald"). Heute stehen jedoch nur Inessiv und Illativ in Verwendung, wobei der Illativ fast immer mit einer Präpositionalphrase paraphrasiert wird (zB į mišką statt miškan). Der Allativ ist relikthaft in Adverbien erhalten, zB galop "am Ende", velniop "zum Teufel".
Der alte indogermanische Lokativ ist ebenfalls nur relikthaft erhalten, zB namie "zu Hause" (vgl. Inessiv name "im Haus"). Auch der Instrumental kann teilweise eine Lokalbedeutung innehaben, zB mišku "durch den Wald". Allativ und Adessiv werden zum Teil noch in litauischen Dialekten in Weißrussland verwendet.
Litauische Mundarten in Weißrussland
Im nordwestlichen Weißrussland gibt es einige kleinere litauische Sprachinseln (Zietela, Gervėčiai, Lazūnai), deren Mundart besonders archaisch ist. Die dortigen Dialekte bewahrten beispielsweise alle vier Lokalkasus und teilweise auch den Dual. Andererseits wurden sie in hohem Maß vom dortigen slawischen Idiom beeinflusst. Sowohl der litauischen als auch der slawischen Mundart Nordwestweißrusslands liegt ein jatwingisches Substrat zugrunde.
Beispiele:
Die meisten Sprachinseln in Weißrussland schrumpfen, oft sprechen nur mehr ältere Menschen litauisch, die Jüngeren assimilieren sich ans Weißrussische.
Literatur
- August Schleicher: Handbuch der litauischen Sprache. (2 Bde. 1856/57)
- Gertrud Bense u. a.: Deutsch-litauische Kulturbeziehungen: Kolloquium zu Ehren von August Schleicher an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Mayer Verlag GmbH, Jena/Erlangen (1994), ISBN 3925978380
- Katrin Jähnert: Litauisch - Wort für Wort. REISE KNOW-HOW Verlag Peter Rump GmbH, Bielefeld (2003), ISBN 3-89416-244-9
- Juozas Algirdas Križinauskas: Vokiečių-lietuvių lietuvių-vokiečių kalbų žodynas. Deutsch-litauisches litauisch-deutsches Wörterbuch. TEV Verlag, Vilnius (2003), ISBN 9986-546-94-X
Weblinks
Litauische Wörterbücher
- http://mokslas.liux.lt/ -- Online/offline-Wörterbuch
- [http://dictionaries.vnvsoft.com/de/index.html Deutsch-Litauisches Wörterbuch/Vokiečių-lietuvių kalbų žodynas] -- Online-Wörterbuch
- [http://dictionaries.vnvsoft.com/index_ltde.html Litauisch-Deutsches Wörterbuch/Lietuvių-vokiečių kalbų žodynas] -- Online-Wörterbuch
- [http://beta.lka.lt/~serveris/biblioteka/KNYGOS/Karinis%20vokieciu-lietuviu%20kalbu%20zodynas_2003.pdf Karinis vokiečių-lietuvių kalbų žodynas] -- 87seitiges Kriegswörterbuch im PDF-Format
Litauische Sprachkurse:
- [http://www.angelfire.com/ma4/thelithuanians/page10satsch.html Šeštadieninė Mokykla] -- Litauischer Online-Sprachkurs in englischer Sprache
- [http://www.travlang.com/languages/cgi-bin/langchoice.cgi?page=main&lang1=german&lang2=lithuanian Lietuviškai Pagrindiniai Žodžiai] -- Litauischer Online-Sprachkurs in deutscher Sprache
Litauische Musik:
- [http://m11zet.deep-ice.com/22410214/14545/lietus11.htm Lietuviška muzika]-- Litauische Musik
- [http://www.live365.com/stations/raymondbalta Lietuviškas radijas]-- Litauisches Online-Radio
- [http://193.219.139.116/lr1live LR1 live Radio] -- Litauisch-russischer Radiosender LR1 live
- [http://ausis.gf.vu.lt/eka/songs/sutartines.html Sutartinės] -- litauische Folklore-Musik
Sonstiges:
- [http://prince.night.lt/princas/antraste.htm Mažasis princas] -- Der kleine Prinz auf Litauisch
- [http://www.hab.de/ausstellung/postille/einleitung.htm Litauische Sprache und Geschichte] -- Einführung zu einer Ausstellung der Herzog August Bibliothek
- [http://www.weltzeituhr.com/laender/108.shtml Uhrzeit in Litauen]
- [http://pauker.at/deutsch/Diskussionsforen/Litauisch.html Litauisches Übersetzungsforum]
Kategorie:Einzelsprache
ja:リトアニア語
KonditionalEine Implikation (v. lat.: implicare = verwickeln) bezeichnet
- bildungsspr. die Einbeziehung einer Sache in eine andere
- eine mitgemeinter, aber nicht ausgedrückter Bedeutungsinhalt
----
- logisch die Verknüpfung von Aussage a mit Aussage b, sodass die verknüpfte Aussage genau dann falsch ist, wenn a wahr und b falsch ist (Aus Wahrem kann nichts Falsches folgen). Dabei wird a auch als Prämisse und b als Konklusion bezeichnet. Ferner nennt man a hinreichende Bedingung für b und b notwendige Bedingung für a.
Schreibweise dafür:
Sprechweise dafür:
"Wenn a, dann b" oder "Aus a folgt b" oder "a impliziert b"
Beispiel: "Wenn es regnet, dann wird die Straße nass."
Hier lautet die Prämisse: "es regnet" und die Konklusion sagt "die Straße wird nass". Beachte: Es wird nichts darüber gesagt, was gilt, wenn die Prämisse nicht erfüllt ist, es also nicht regnet. Auch dann ist die Gesamtaussage wahr. (Wir machen nämlich keine Aussage darüber, ob die Straße nicht auch aus anderen Gründen nass werden kann.) Die einzige Möglichkeit nachzuweisen, dass die Aussage falsch ist, wäre die Beobachtung, dass die Straße trotz Regens nicht nass wird.
Aussagenlogisch kann die Implikation durch eine Verknüpfung von Disjunktion und Negation nachgebildet werden. Es gilt in der klassischen Logik:
(In der intuitionistischen Logik gilt diese Äquivalenz nicht. Die Subjunktion hat in der Dialogischen Logik und in der Quantenlogik einen Effekt, der diese Äquivalenz ausschließt.)
Für die Aussage aus dem obigen Beispiel könnten wir also auch sagen "Entweder es regnet nicht oder die Straße wird nass." (Es dürfen auch beide Bedingungen erfüllt sein.)
Für die Implikation gilt folgende Umkehrung:
. (aus a folgt b) ist gleichwertig zu (aus nicht b folgt nicht a).
Beispiele:
Wenn es regnet, wird die Straße nass. Wenn die Straße trocken ist, regnet es nicht.
Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt. Wirst du morgen früh nicht geweckt, dann hat Gott nicht gewollt.
Wenn es bayrisch Bier regnet und Bratkartoffeln schneit, dann bitten wir den Herrgott, dass das Wetter so bleibt. Wenn wir den Herrgott nicht bitten, dass das Wetter so bleibt, dann regnet es kein bayrisch Bier oder es schneit keine Bratkartoffeln.
Die Implikationen und sind Tautologien, also immer wahr. Wenn aus einer Aussage a eine wahre Aussage folgt oder aus einer falschen Aussage eine Aussage a folgt, so ist damit a weder bewiesen noch widerlegt.
Umgekehrt gilt, dass wenn gilt, so ist a bewiesen, und wenn
gilt, so ist a widerlegt.
Eine Implikation selbst ist ein Boole'scher Ausdruck. Sie ist weder assoziativ noch kommutativ. So bedeutet
Wenn gilt, dass, wenn a wahr ist, dann b wahr ist, dann ist c wahr.
und
bedeutet:
Wenn a gilt, dann gilt auch, dass wenn b gilt, dann auch c wahr ist.
Beide Aussagen sind nicht gleich.
Verschiedene Programmiersprachen kennen einen Operator für die logische Implikation (z.B. IMP). Dieser verknüpft zwei Bits wie folgt:
Siehe auch
- Subjunktion
- Aussagenlogik
- Äquivalenz (XNOR-Gatter)
- Negation (Komplement-Gatter)
- Konjunktion (Und-Gatter)
- Disjunktion (Oder-Gatter)
- Kontravalenz (XOR-Gatter)
- Kausale Implikation
Kategorie:Logik
VerbDas Verb (von latein.„verbum“: „Wort“ (siehe auch Indo-Europäischer Wortstamm wer-); auch Verbum, Zeitwort, Tätigkeitswort, oder – besonders im Elementarunterricht bei Kindern – Tuwort genannt) ist ein Wort, das normalerweise eine Handlung (zum Beispiel spielen, lachen, werfen), einen Zustand (glänzen) oder ein Geschehen (regnen, schneien, expandieren) ausdrückt.
Reihenfolge im Satz
Sprachen unterscheiden sich unter anderem in der Reihenfolge, in der die Bestandteile Subjekt, Prädikat und Objekt vorkommen.
Es gibt Sprachen, in denen die Wahl der Reihenfolge gar nicht oder nur teilweise eingeschränkt ist; im Deutschen sind im Aussagesatz sowohl die Bauweise Subjekt–Prädikat–Objekt: „Das Kind isst jetzt den Apfel“ als auch Objekt–Prädikat–Subjekt möglich: „Den Apfel esse ich jetzt nicht“. Selbst die Reihenfolge Prädikat–Subjekt–Objekt ist möglich: „Steht einer an der Straße und ruft: ‚Guck mal, ein Auto!‘“ Die Reihenfolge ist trotz der Freiheiten nicht willkürlich, sondern hat eine Bedeutung oder drückt eine Wichtung aus. Daneben hängt die Stellung auch von der Satzart (Aussagesatz, Fragesatz, Hauptsatz, Nebensatz) ab.
In der deutschen Sprache kann ein Verb andere Satzteile umklammern: einladen -> Ich lade die ganze Familie zum Geburtstag ein.
Es gibt auch Sprachen mit grammatisch fest vorgeschriebenen Reihenfolgen. So ist die Wortfolge eines Hauptsatzes im Englischen heute so vorgegeben: Subjekt–Verb–Objekt.
Transitive und intransitive Verben
Verben werden nach ihrem Gebrauch in transitive und intransitive unterschieden.
Transitive Verben beschreiben eine auf ein Objekt gerichtete Tätigkeit (z. B. „Sie liest die Zeitung.“) Sie haben ein Akkusativobjekt, das aber nicht immer sichtbar ist. Beispiele: „Herr Meier isst gerade.“ „Herr Meier isst den Salat.“
Intransitive Verben regieren kein Objekt. Beispiel: „Sie weint.“
Andere Satzergänzungen, z. B. Adverbiale, können hinzu kommen: „Ich wohne in der Stadt.“ „Die Tasse steht auf dem Tisch“. Hier sind „in der Stadt“ und „auf dem Tisch“ erforderliche Lokaladverbiale.
Es gibt auch einige Verben, die sowohl transitiv, als auch intransitiv sind. Z. B. sind dies: hängen, reißen, (ver-)brennen, riechen, schmecken, (zer-)brechen, stoppen, schmelzen, leuchten, scheinen, rauchen oder zünden.
Konjugation
Die Konjugation bezeichnet die Flexion (Rektion) von Verben in Person, Zahl, Zeit, Modus usw. Alles weitere siehe bei Konjugation.
Hilfsverben und Vollverben
Die größte Zahl der Verben sind Vollverben. Zur grammatischen Darstellung der zusammengesetzten Tempora (Zeiten), des Modus, des Passivs und in einigen Sprachen des Aspekts werden Hilfsverben verwendet (auch Kopula genannt). Hilfsverben gehören zu einer kleinen Klasse von Verben, die zusammen mit einem Vollverb eine grammatische Struktur bilden können. Die meisten Hilfsverben können auch selbständig gebraucht werden.
Beispiele für Vollverben
- Ich erschrecke.
- Du schreibst.
- Er gibt mir etwas.
- Ich belehre ihn.
Beispiele modaler Hilfsverben (Modalverben)
- Ich will schreiben.
- Ich möchte schreiben.
- Du darfst schreiben.
- Er kann schreiben.
- Sie muss schreiben.
- Es soll nicht essen.
Einige modale Hilfsverben können auch als Vollverb verwendet werden: Ich mag Kuchen. Er mag sein Brüderchen.
Ausdruck der Zeit mit Hilfsverben
- Ich hatte gekocht.
- Ich war mit dem Zug gefahren.
- Er ist damals durch Paris gefahren.
- Ich bin gelaufen.
- Ich werde ins Kino gehen. (Enthält zusätzlich Absichtserklärung.)
Iterativa
Iterativa (auch Frequentiva) sind Verben, die eine wiederholte Handlung ausdrücken.
Beispiele:
- clamitare (lat.) oft rufen (von clamare rufen)
- sticheln oft ein wenig stechen
Substantivierung
Auch in der deutschen Sprache können aus Verben durch die Substantivierung Substantive gebildet werden. Diese werden wie „normale“ Substantive verwendet (Deklination, Geschlecht). Substantivierte Infinitive haben immer sächliches Geschlecht und können nicht immer einen sinnvollen Plural bilden.
- gehen → das Gehen
- rennen → das Rennen (als Vorgang, Bedeutungserweiterung als Veranstaltung)
Substantivierung erfolgt gegebenenfalls auch durch Verwendung bestimmter Endungen.
- substantivieren → die Substantivierung
Auch aus von Verben abgeleiteten Partizipien können Substantive gebildet werden:
- gehen → gehend → der gehende Mann, die gehende Frau → der Gehende, die Gehende.
- verloben → der/die Verlobte.
Die Substantive behalten inhaltliche Eigenschaften des Verbes und erhalten syntaktische Eigenschaften der Substantive.
Bildung von Verben aus anderen Wörtern
In der deutschen Sprache und in einigen anderen können Verben aus Wörtern anderer Wortarten gebildet werden.
Beispiele:
- Aus Substantiv: der Geist -> herumgeistern, die Angst -> sich ängstigen
- aus Adjektiv: rot -> erröten, dumm->verdummen
Dabei tritt oft ein Bedeutungswandel auf, wie an den Beispielen zu sehen ist.
Verben können aus verschiedenen Wortarten zusammengesetzt sein: Er wollte darangehen, das Haus zu reparieren. Vergleiche aber als Wortgruppe: Ich will daran gehen und nicht hieran. Ich kann da gar nicht daran glauben.
Das Verb in der Morphologie, Semantik und Syntax
Das Verb ist semantisch, morphologisch und syntaktisch gekennzeichnet. Die semantische Kennzeichnung erfolgt durch das Merkmal der Prozessualität (Handlungen, bezeichnetes Geschehen, Nullprozess]]. Morphologisch ist das Verb durch einen Kanon von fünf spezifisch verbalen Kategorien und zwei nicht spezifischen Kategorien gekennzeichnet.
Spezifische verbale Kategorien
1. Aspekt
2. Genus verbi
3. Modus
4. Tempus
5. Person
Nichtspezifisch verbale Kategorien
6. Genus
7. Numerus
Syntaktisch ist das Verb durch die Position des Prädikats bezeichnet. Man unterscheidet infinite (ungebeugte), finite und partizipiale Formen des Verbs.
Slawische Sprachen (Slawinen) verfügen über Verben, die durch das Merkmal der Aspektualität gekennzeichnet sind. Die morphologische Kategorie des Aspekts ist ein System einander gegenüberstehender Formenreihen (Verbformen, Verbalformen), von denen eine den ganzheitlichen Prozess kennzeichnet (vollendeter Aspekt oder auch perfektiver Aspekt mit dem Merkmal der Totalität) und die andere das Merkmal des abgegrenzt ganzheitlichen Prozesses unausgedrückt lässt (unvollendeter oder auch imperfektiver Aspekt).
Die Aspektualität bezeichnet die Sichtweise des Sprechers auf ein Geschehen oder einen Sachverhalt.
Die Aspekte stehen in binärer Opposition zueinander. Das Merkmal des Prozesses der Totalität ist die abgegrenzte Ganzheitlichkeit. Die Form verhält sich dem gegenüber redundant (überflüssig).
Aktionsarten von Verben
Aktionsarten sind lexikalisch-grammatische Klassen von Verben, die eine bestimmte Modifikation der lexikalischen Bedeutung eines präfigierten Verbs (Verb mit Präfix) ausdrücken und dieses Verb in temporaler und quantitativer Hinsicht und in Bezug auf die Intensität durch spezielle Formenmittel modifizieren.
privative Opposition
Bei der privativen Opposition stehen sich ein merkmalhaftes, markiertes Glied (Glied 1) und ein nichtmarkiertes, merkmalloses Glied (Glied 2) gegenüber.
Aspekt: (Glied 1)+(Glied 2)+/- Totalität
Die Wahl des Aspekts ist objektiv bedingt durch die Situation und den Sachverhalt. Die Mehrheit der verben slawischer Sprachen tritt als Aspektpaar auf. Das Aspektpaar unterscheidet sich nur grammatisch, nicht lexikalisch. Die Bedeutung bleibt gleich. Das verb tritt lediglich in zwei Formen auf. Im Russischen zum Beispiel sind alle Verben durch das Merkmal der Aspektualität gekennzeichnet. Jedoch hat nicht jedes Wort einen Aspektpartner.
zweiaspektige Verben slawischer Sprachen haben ihren Ursprung meist
a) in einem Lehnwort oder
b) in Verben aus dem Altslawischen, die als Aspektsystem noch nicht ausgeprägt sind.
Aspektdefektivität
Von der Aspektdefektivität sind vollendete oder auch unvollendete Verben (Perfektiva oder Imperfektiva tantum) aber auch aterminative (nichtgrenzbezogene) Verben betroffen.
Bildung der Aspekte
Es gibt drei Möglichkeiten der Bildung von Aspekten.
1. durch Suffixe erfolgt Imperfektionierung
2. durch Präfixe erfolgt Perfektionierung
3. durch unterschiedliche Wurzeln erfolgt Suppletivierung
Siehe auch
- Ergativ
- Adjektiv, Substantiv
- Unregelmäßiges Verb bzw. Starkes Verb
- Regelmäßiges Verb bzw. Schwaches Verb
- verbal, nonverbal, verbalisieren, werben
Weblinks
-
- [http://www.verba.org www.verba.org] - Universaler Konjugator
- [http://www.verben.info www.verben.info] - Englische, spanische oder französische Verben uvm. online üben
- [http://www.soviseau.de/verben/verben.php www.soviseau.de/verben/verben.php] Scherzhafte Sammlung starker Verben
Kategorie:Grammatik
ja:動詞
simple:Verb
1943-44 NHL season
The 1943-44 season was the 27th National Hockey League (NHL) season. Six teams played 50 games each.
Regular Season
Final Standings
Scoring leaders
Stanley Cup playoffs
National Hockey League]
Stanley Cup finals
NHL awards
See also
- List of Stanley Cup champions
- 1943 in sports
- 1944 in sports
References
- [http://www.hockeydb.com/ihdb/stats/leagues/nhl1927.html Hockey Database]
- [http://nhl.com/]
Category:NHL Seasons
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