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Joseph-Ignace Guillotin

Joseph-Ignace Guillotin

Joseph-Ignace Guillotin (
- 28. Mai 1738 in Saintes, † 26. März 1814 in Paris) war französischer Arzt und Politiker. Die Hinrichtungsmaschine Guillotine wurde nach ihm benannt. Guillotin war zuerst Professor der Literatur in Irisnah College in Bordeaux, studierte später in Reims und Paris Medizin. Er war einer der zehn Mitglieder der Assemblée Constituante vom 2. Mai 1789, der er von Juni 1789 bis Oktober 1791 als Sekretär diente. Ironischerweise war Guillotin ein Gegner der Todesstrafe. Zu seiner Zeit wurden Todesstrafen auf grausame Weise ausgeführt (zum Beispiel durch Verbrennen, Hängen oder Vierteilen). Nur der Adel und die Reichen konnten einen schnellen Tod, meist durch Schwert oder Axt, erkaufen. Als eine Übergangslösung, so lange die Todesstrafe bestand, schlug Guillotin am 10. Oktober 1789 eine einheitliche Hinrichtungsform vor, bei der eine Maschine "schmerzlos enthauptet". Nach Guillotins Vorstellung hätte die Hinrichtung privat und würdevoll vollzogen werden sollen. 1791 wurde sein Vorschlag als Gesetz erlassen, nach dem in Frankreich die Todesstrafe nur noch über so eine Maschine vollstreckt werden sollte. Guillotin selbst beteiligte sich nicht an der Entwicklung der Maschine, die bis heute seinen Namen trägt. Guillotin wurde von Maximilien de Robespierre ins Gefängnis geworfen. Erst nach dem Fall Robespierres wurde er freigelassen. Er war einer der ersten Befürworter von Edward Jenners Impfung und war Präsident des Komittes für Impfungen in Paris im Jahre 1805. Guillotins Familie bat nach seinem Tod, den Namen der Hinrichtungsmaschine zu ändern. Nachdem die Regierung dies abgelehnt hatte, veränderte die Familie ihren eigenen Namen. Guillotin, Joseph-Ignace Guillotin, Joseph-Ignace Guillotin, Joseph-Ignace Guillotin, Joseph-Ignace Guillotin, Joseph-Ignace

28. Mai

Der 28. Mai ist der 148. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 149. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 217 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 585 v. Chr. - Eine durch Thales vorhergesagte Sonnenfinsternis bewirkt der Überlieferung nach einen Waffenstillstand zwischen den Lydern und den Medern.
- 1830 - US-Präsident Jackson unterzeichnet den Indian Removal Act zur zwangsweisen Umsiedlung der Indianer Nordamerikas.
- 1871 - Der 72 Tage anhaltende Aufstand des "Nationalkomitee der Nationalgarde" und der mit ihr verbündeten Pariser Bevölkerung - der Pariser Kommune - der u.A. durch die Ablehnung der Waffenstillstandsbedingungen nach dem Deutsch-Französischen Krieg begonnen hat, endet nach sechswöchigem Beschuss von Paris und mit der "Blutwoche" vom 21.-28- Mai, in der bei Kämpfen und den darauf folgenden Massenexekutionen 20-30.000 Menschen ihr Leben verlieren.
- 1918 - Armenien erklärt sich zur unabhängigen Republik.
- 1918 - Gründung der unabhängigen Republik Aserbaidschan
- 1926 - Revolte von Gomes da Costa in Portugal
- 1932 - Die Fertigstellung des Abschlussdeichs macht die niederländische Zuidersee zum Binnengewässer.
- 1937 - Die Golden Gate Bridge in San Francisco wird für den Autoverkehr freigegeben.
- 1938 - Hitler befiehlt den Ausbau des vor 1937 begonnenen Westwalls zu Frankreich.
- 1940 - Belgien. Kapitulation von König Leopold III..
- 1961 - Der Observer veröffentlicht einen Aufruf, sich durch Briefe für die Freilassung politischer Gefangener einzusetzen - Amnesty International ist geboren.
- 1964 - In Alexandria wird auf der Gipfelkonferenz der Arabischen Liga die PLO ("Organisation zur Befreiung Palästinas") gegründet.
- 1979 - Der Beitrittsvertrag mit Griechenland zur europäischen Gemeinschaft (EG) wird unterzeichnet.
- 1983 - Die Grüne Partei der Schweiz wird gegründet.
- 1987 - Mathias Rust landet am Tag der Grenzstreitkräfte mit einer Cessna auf dem Roten Platz in Moskau.
- 1991 - Äthiopien. Sturz des kommunistischen Militärregimes.
- 1991 - Eritrea. Truppen der EPLF (Volksbefreiungsfront Eritrea) und der TPLF (Volksbefreiungsfront Tigray) marschieren in Addis Abeba ein und stürzen das kommunistische Militärregime.
- 1993- Edmund Stoiber wird Bayrischer Ministerpräsident
- 1993 - Monaco wird als 182. Mitglied in die Vereinten Nationen (UNO) aufgenommen. Ebenfalls aufgenommen werden Eritrea und Mazedonien
- 1999 - Dr. Rudolf Schuster wird Staatspräsident der Slowakei

Wirtschaft


- 1937 wird "Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH" gegründet. Daraus entstand dann der Volkswagen Konzern
- 1992 - Armenien tritt dem IWF bei.

Wissenschaft, Technik


- 2003 - München entscheidet sich als die erste Großstadt in Deutschland für die Ausrüstung der städtischen EDV mit Linux statt mit Windows.

Kultur


- 1608 - Uraufführung der Oper "Arianna" von Claudio Monteverdi in Mantua.
- 1904 - Die revidierte Fassung von Giacomo Puccinis Oper "Madame Butterfly" wird in Brescia uraufgeführt.
- 1905 - Uraufführung der Kinderoper "Der Schnee-Held" von César Cui in Jalta.
- 1920 - Uraufführung der Operette "Die blaue Mazur" von Franz Lehár am Theater an der Wien in Wien.
- 1934 - Uraufführung der Oper "Rolande et le mauvais garçon" von Henri Rabaud an der Grand Opéra Paris.
- 1938 - Uraufführung der Oper "Mathis der Maler" von Paul Hindemith am Stadttheater in Zürich.

Religion


- 2003 - Der erste Ökumenische Kirchentag, ein Laientreffen von Christen vor allem der beiden großen Konfessionen in Deutschland unter der Losung "Ihr sollt ein Segen sein", beginnt in Berlin.

Katastrophen


- 1977 - Ein Feuer im Beverly Hills Supper Club in Southgate, Kentucky fordert 165 Menschenleben.
- 1995 - Ein Erdbeben der Stärke 7,5 erschüttert die Stadt Neftegorsk auf Sachalin, Russland, ca. 2.000 Tote.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1966 - Der TSV 1860 München wird deutscher Fußballmeister.
- 1997 - Borussia Dortmund gewinnt das Endspiel der UEFA Champions League in München mit 3:1 Toren gegen die italienische Mannschaft von Juventus Turin.

Geboren


- 1371 - Johann ohne Furcht, Herzog von Burgund
- 1660 - Georg I., König von Großbritannien
- 1669 - Graf von Saint Germain, angeblich Sohn des Fürsten Franz II. Rákóczi.
- 1710 - Thomas Arne, britischer Komponist
- 1735 - François-Christophe Kellermann, französischer General
- 1738 - Joseph-Ignace Guillotin, französischer Arzt und Politiker
- 1759 - William Pitt der Jüngere, Premierminister von Großbritannien
- 1779 - Thomas Moore, irischer Schriftsteller
- 1786 - Louis McLane, US-amerikanischer Außenminister
- 1789 - Bernhard Ingemann, dänischer Schriftsteller
- 1807 - Louis Agassiz, US-amerikanischer Zoologe und Geologe
- 1818 - Pierre Gustave Toutant Beauregard, General der Konföderierten
- 1836 - Alexander Mitscherlich (Chemiker), deutscher Chemiker
- 1840 - Hans Makart, österreichischer Maler und Dekorationskünstler
- 1841 - Giovanni Sgambati, Pianist
- 1853 - Carl Larsson, schwedischer Maler
- 1854 - Germán Riesco Errázuriz, chilenischer Politiker
- 1862 - Theodor Fischer, deutscher Architekt und Stadtplaner
- 1867 - Reimmichl, bürgerlich: Sebastian Rieger, Tiroler Volksdichter
- 1879 - Milutin Milanković, serbischer Astrophysiker
- 1879 - Henri-Pierre Roché, französischer Schriftsteller
- 1881 - Augustin Bea, Jesuit, römisch-katholischer Kardinal
- 1884 - Edvard Beneš, Mitbegründer, Außenminister und Präsident der Tschechoslowakei
- 1886 - Jakob Fischbacher, deutscher Politiker
- 1886 - Karl Aloys Schenzinger, deutscher Autor von Romanen und Sachbüchern
- 1888 - Jakob Fischbacher, deutscher Politiker der Bayernpartei
- 1888 - James Francis Thorpe, erfolgreicher Fünfkämpfer und Zehnkämpfer
- 1889 - Richard Réti, berühmter Schachspieler
- 1892 - Josef Dietrich, SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS
- 1893 - Mina Witkojc, niedersorbische Dichterin und Publizistin
- 1900 - Heinrich Müller, Chef der Gestapo im Reichssicherheitshauptamt
- 1906 - Wolf Albach-Retty, österreichischer Schauspieler
- 1908 - Ian Fleming, britischer Schriftsteller (James-Bond-Romane)
- 1910 - T-Bone Walker, US-amerikanischer Musiker
- 1911 - Fritz Hochwälder, Dramatiker
- 1912 - Patrick White, australischer Schiftsteller
- 1912 - Verena Loewensberg, Malerin
- 1915 - Wolfgang Schneiderhan, deutscher Geiger
- 1917 - Papa John Creach, US-amerikanischer Musiker
- 1918 - Marie-Luise Jahn, war Mitglied der Weißen Rose
- 1921 - Heinz Günther Konsalik, deutscher Schriftsteller
- 1923 - György Ligeti, ungarischer Komponist
- 1924 - Alfonso Prinz zu Hohenlohe, deutscher Adliger
- 1925 - Bülent Ecevit, türkischer Politiker, Regierungschef und Premierminister
- 1925 - Dietrich Fischer-Dieskau, deutscher Kammersänger (Bariton)
- 1926 - Gerhard Beil, SED-Funktionär und Minister für Außenwirtschaft der DDR
- 1929 - Horst Frank, deutscher Schauspieler
- 1930 - Frank Drake, US-amerikanischer Astronom und Astrophysiker
- 1931 - Carroll Baker, US-amerikanische Schauspielerin
- 1936 - Cathy Carr, US-amerikanische Sängerin
- 1938 - Jerry West, US-amerikanischer Basketballspieler
- 1939 - Prince Buster, jamaikanischer Musiker und Songschreiber
- 1940 - Wilfried Baasner, deutscher Schauspieler
- 1940 - Maeve Binchy, irische Schriftstellerin und Kolumnistin
- 1943 - Tony Mansield, britischer Musiker
- 1944 - Billy Vera, US-amerikanischer Sänger
- 1944 - Gladys Knight, US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin
- 1944 - Rudolph Giuliani, US-amerikanischer Politiker, Bürgermeister von New York City
- 1945 - John Fogerty, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1945 - Leo Pleysier, niederländischsprachiger Schriftsteller aus Belgien
- 1947 - Frangis Ali-Sade, aserbaidschanische Komponistin
- 1948 - Ray Laidlaw, britischer Musiker
- 1949 - Ernst Burgbacher, deutscher Politiker und Mitglied der FDP
- 1956 - Jerry Douglas, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1959 - Steve Strange, britischer Sänger und Songschreiber
- 1963 - Valerie Dore, italienische Sängerin
- 1967 - Omar Pedrini, italienischer Musiker
- 1968 - Kronprinz Frederik, dänischer Kronprinz
- 1968 - Kylie Minogue, australische Sängerin und Schauspielerin
- 1969 - Eric Fish, deutscher Sänger und Musiker
- 1971 - Ekaterina Gordeeva, russische Eiskunstläuferin
- 1971 - Isabelle Carré, französische Filmschauspielerin
- 1972 - Boris Palmer, deutscher Politiker und MdL
- 1972 - Michael Boogerd, niederländischer Radrennfahrer
- 1974 - Hans Jörg Butt, deutscher Fußballspieler

Gestorben

Hans Jörg Butt
- 1505 - Ascagnio Sforza, Erzbischof von Eger, Kardinal
- 1551 - Johannes Aal, Schweizer Theologe, Komponist und Dramatiker
- 1747 - Luc de Clapiers, französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller
- 1750 - Sakuramachi, 115. Kaiser von Japan
- 1787 - Leopold Mozart, Salzburger Geiger, Musikpädagoge, Komponist
- 1805 - Luigi Boccherini, italienischer Komponist und Cellist
- 1833 - Friedrich Haeffner, schwedischer Komponist
- 1836 - Anton Reicha, tschechischer Komponist
- 1849 - Anne Brontë, britische Schriftstellerin
- 1869 - Ernst Wilhelm Hengstenberg, deutscher protestantischer Theologe
- 1872 - Sophie von Österreich, Tochter von König Maximilian I. von Bayern
- 1890 - Victor Ernst Nessler, deutscher Komponist
- 1902 - Adolf Kussmaul, deutscher Arzt und medizinischer Forscher
- 1905 - Balduin Möllhausen, deutscher Reisender und Schriftsteller
- 1905 - Friedrich Junge, deutscher Biologe
- 1910 - Emil Zuckerkandl, österreichischer Mediziner
- 1912 - Paul Emile Lecoq de Boisbaudran, französischer Chemiker
- 1916 - Albert Lavignac, französischer Musikwissenschaftler und Komponist
- 1916 - Iwan Franko, ukrainischer Dichter und Schriftsteller
- 1918 - Richard Aßmann, deutscher Meteorologe
- 1933 - Marga von Etzdorf, deutsche Fliegerin
- 1936 - Bertha Pappenheim, Frauenrechtlerin und Sozialarbeiterin
- 1936 - Karl Litzmann, deutscher General der Infanterie im Ersten Weltkrieg
- 1937 - Alfred Adler, österreichischer Allgemeinmediziner und Sozialmediziner; Begründer der Individualpsychologie
- 1938 - Diedrich Speckmann, deutscher Schriftsteller
- 1940 - Väinö I., Prinz und Landgraf zu Hessen sowie zwei Monate lang König von Finnland
- 1970 - Iuliu Hossu, Bischof von Fagaras und Kardinal
- 1971 - Audie Murphy, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 1972 - Eduard VIII. König von Großbritannien
- 1974 - Hans Georg Wunderlich, deutscher Geologe
- 1976 - Steffan Danielsen, färöischer Maler
- 1981 - Mary Lou Williams, US-amerikanische Jazzpianistin
- 1989 - Erwin Welke, deutscher Politiker
- 1990 - Wilhelm Wagenfeld, deutscher Gebrauchs-Designer
- 2000 - Donald Watts Davies, Physiker
- 2001 - Tony Ashton, englischer Musiker
- 2003 - Alexander Heimann, Schweizer Krimiautor
- 2003 - Friedrich Baumschulte, deutscher Schauspieler
- 2003 - Ilya Prigogine, russisch-belgischer Chemiker, Nobelpreisträger
- 2004 - Jerzy Klempel, polnischer Handballspieler
- 2004 - Umberto Agnelli, italienischer Industrieller (Fiat)

Feier- und Gedenktage


- Nationalfeiertag in Aserbaidschan (Unabhängigkeitstag von 1918)
- Nationalfeiertag in Äthiopien (Tag der Revolution von 1991)

Siehe auch


- 27. Mai - 29. Mai
- 28. April - 28. Juni
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0528 ja:5月28日 ko:5월 28일 simple:May 28 th:28 พฤษภาคม

Saintes

Saintes ist eine französische Stadt im Département Charente-Maritime der Region Poitou-Charentes. Postleitzahl ist 17100. 2004 hatte die Stadt etwa 25.800 Einwohner. Saintes war die Hauptstadt der ehemaligen Provinz Saintonge. Sehenswürdigkeiten sind die römischen Ruinen, verschiedene Kirchen, etwa die Kathedrale Saint-Pierre aus dem 15. Jahrhundert sowie verschiedene Museen, die sich insbesondere mit der Frühgeschichte und den römischen Funden beschäftigen. Ein berühmter Sohn der Stadt ist Henri Mignet. Seit 2002 besteht eine Städtepartnerschaft mit Xanten.

Söhne und Töchter der Stadt


- Joseph-Ignace Guillotin, Arzt und Politiker. Die Hinrichtungsmaschine Guillotine wurde nach ihm benannt.
- Henri Mignet, französischer Flugzeugkonstrukteur und Pilot

Weblinks


- [http://www.ville-saintes.fr/ Homepage] Kategorie:Ort in Poitou-Charentes

1814

Siehe auch: März 1814

Ereignisse


- 1. Januar: der preußische Generalfeldmarschall Blücher überschreitet mit seiner Armee den Rhein
- März-König Friedrich Wilhelm III. verleiht erstmals das Eiserne Kreuz an Verdiente
  - 30. März: Napoléon wird auf die Insel Elba verbannt, Einzug der verbündeten Truppen in Paris
- 31. März: Alliierte Truppen mit dem russ. Zaren und Preußenkönig ziehen mit ihren Garden in Paris ein
- 11. April: Napoléon dankt in Fontainebleau ab
- 12. April: Bei dem Versuch über den Main zu kommen ertrinken 62 Mitglieder vom Banner der freiwilligen Sachsen bei Miltenberg
- 5. Mai: Die Briten erobern die amerikanische Festung Fort Oswego am Ontariosee
- 17. Mai: Unterzeichnung der norwegischen Verfassung
- 30. Mai: Frankreich. Friede von Paris mit Preußen, Österreich, Russland und Großbritannien
- 5. Juli: Eine amerikanische Brigade besiegt eine britische Truppe in der Schlacht bei Chippewa
- 25. Juli: Die verlustreiche Schlacht bei Lundy's Lane zwischen Briten und Amerikanern bleibt ohne klaren Sieger, zwingt die Amerikaner jedoch zum Rückzug und damit zur Aufgabe ihrer letzten Invasion in Kanada
- 13. August: Großbritannien. Südafrika wird britisch
- 18. September: Eröffnung des Wiener Kongresses (1814/1815): Der Deutsche Bund entsteht
- Joseph von Fraunhofer gibt ein erstes Verzeichnis von 567 Absorptionslinien im Sonnenspektrum an
- Im Friedensvertrag von Paris erhält Großbritannien die Insel Dominica zurück
- Papst Pius VII. lässt den 1773 von Papst Clemens XIV. aufgehobenen Jesuiten-Orden wieder zu
- Erfindung des Schweinfurter Grün

Kultur


- 3. Januar: Uraufführung der Operette Die Nachtmütze des Propheten Elias von Conradin Kreutzer in Stuttgart
- 1. Februar: Uraufführung der Oper L'Oriflamme von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 24. Februar: Uraufführung der Oper Alimon und Zaide oder Der Prinz von Catanea von Conradin Kreutzer in Stuttgart
- 10. März: Uraufführung des Feenspiels Die Eselshaut oder Die blaue Insel von Johann Nepomuk Hummel am Theater an der Wien in Wien
- 23. Mai: Uraufführung der Oper Fidelio von Ludwig van Beethoven am Theater am Kärtnertor in Wien
- 15. Juni: Uraufführung des Singspiels Die Rückfahrt des Kaisers von Johann Nepomuk Hummel am Theater an der Wien in Wien
- 11. September: Uraufführung der Oper Die Alpenhütte von Conradin Kreutzer in Ludwigsburg
- 4. Oktober: Uraufführung der Oper Elisabetha, Regina d'Inghilterra von Gioacchino Rossini am Teatro San Carlo in Neapel
- 19. November: Uraufführung der komischen Oper Die Pflegekinder von Peter Joseph von Lindpaintner in München
- Jane Austens Roman „Mansfield Park“ erscheint

Geboren


- 11. Januar: James Paget, englischer Chirurg und Pathologe († 1899)
- 15. Januar: Ludwig Schläfli, Schweizer Mathematiker († 1895)
- 17. Januar: Ludwik Mieroslawski, polnischer Revolutionär († 1878)
- 12. Februar: Jenny Marx, deutsche Sozialistin und Ehefrau von Karl Marx († 1881)
- 24. Februar: Wilhelm Benque, Landschaftsgärtner und Gartenarchitekt († 1895)
- 9. März: Taras Schewtschenko, ukrainischer Dichter († 1861)
- 30. März: Josef Mayburger, Österreichischer Maler († 1908)
- 3. April: Lorenzo Snow, 5. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage († 1901)
- 21. April: Béni Egressy, ungarischer Komponist, Librettist, Übersetzer und Schauspieler († 1851)
- 9. Mai: Adolf von Henselt, Komponist und Klaviervirtuose († 1889)
- 24. Mai: Adalbert von Bredow, preußischer Generalleutnant († 1890)
- 26. Mai: Heinrich Geißler, deutscher Physiker und Erfinder († 1879)
- 30. Mai: Michail Alexandrowitsch Bakunin, russischer Anarchist und Sozialrevolutionär († 1876)
- 3. Juli: John Brinckman, plattdeutscher Schriftsteller († 1870)
- 19. Juli: Samuel Colt, Erfinder der ersten funktionierenden Feuerwaffe mit Drehzylinder († 1862)
- 30. Juli: Johann Georg Halske, deutscher Unternehmer († 1890)
- 10. August: Henri Nestlé, deutscher Unternehmer († 1890)
- 13. August: Anders Jonas Ångström, schwedischer Astronom und Physiker († 1874)
- 30. August: Heinrich Goldstein, Lehrer an der jüdischen Schule zu Gleiwitz
- 3. September: James Joseph Sylvester, englischer Mathematiker († 1897)
- 6. September: Levin Schücking, deutscher Schriftsteller († 1883)
- 7. September: Ludwig Kalisch, deutscher Schriftsteller († 1882)
- 19. September: Karl Friedrich von Savigny, preußischer Diplomat und Politiker († 1875)
- 15. Oktober: Michail Jurjewitsch Lermontow, russischer Dichter († 1841)
- 25. Oktober: Louis d'Orléans, duc de Nemours, französischer General († 1896)
- 5. November: Alfred de Bougy, französischer Schriftsteller († 1874)
- 6. November: Adolphe Sax, belgischer Instrumentenbauer und Saxophonist († 1894)
- 13. November: Joseph Hooker, General der Nordstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg († 1879)
- 23. November: Adolf Soetbeer, deutscher Nationalökonom
- 25. November: Julius Robert von Mayer, deutscher Arzt und Physiker († 1878)
- 26. November: Konrad Deubler, österreichischer Landwirt und Bürgermeister († 1884)
- 26. November: Louise Aston, deutsche Schriftstellerin und Frauenrechtlerin († 1871)
- 14. Dezember: Ludwig Droste, Architekt und Stadtbaumeister († 1875)
- 28. Dezember: John Bennet Lawes, britischer Agrikulturchemiker († 1900)
- 30. Dezember: Betty Paoli, deutsche Schriftstellerin († 1894)
- Louis Alfred Becquerel, französischer Physiker und Mediziner († 1862)
- Adolf Henselt, deutscher Komponist

Gestorben


- 4. Januar: Johann Georg Jacobi, deutscher Dichter und Publizist (
- 1740)
- 21. Januar: Jacques-Henri Bernardin de Saint-Pierre, französischer Schriftsteller (
- 1737)
- 26. Januar: Julien Louis Geoffroy, dramatischer Kritiker, mit dem Beinamen le Terrible (
- 1743)
- 27. Januar: Johann Gottlieb Fichte, deutscher Philosoph (
- 1762)
- 29. Januar: Johann Gottlieb Fichte, deutscher Philosoph (
- 1762)
- 16. März: Karl Friedrich Friesen, Pädagoge und Freiheitskämpfer (
- 1784)
- 19. März: Johannes Albrecht, deutscher Arzt und Schriftsteller (
- 1752)
- 26. März: Joseph-Ignace Guillotin, war französischer Arzt und Politiker (
- 1738)
- 4. April: Blasius Hueber, Landvermesser und Bauer (
- 1735)
- 12. April: Charles Burney, britischer Komponist und Musikhistoriker (
- 1726)
- 6. Mai: Georg Joseph Vogler, deutscher Komponist, Organist, Priester, Musikpädagoge und Musiktheoretiker (
- 1749)
- 29. Mai: Joséphine de Beauharnais, war Kaiserin von Frankreich (
- 1763)
- 27. Juni: Johann Friedrich Reichardt, Komponist und Musikschriftsteller (
- 1752)
- 19. Juli: Matthew Flinders, britischer Forschungsreisender (
- 1774)
- 21. August: Benjamin Thompson, Militär- und Experimentalphysiker (
- 1753)
- 1. September: Erik Tulindberg, Komponist (
- 1761)
- 8. September: Maria Karolina von Österreich, Erzherzogin von Österreich und Königin von Neapel-Sizilien (
- 1752)
- 22. September: August Wilhelm Iffland, berühmter Schauspieler, Theaterdirektor und Dramatiker (
- 1759)
- 15. November: Georg Anton Bredelin, Lehrer, Schulvisitator, Dichter, Musiker und Komponist (
- 1752)
- 18. November: Aleijadinho, Baumeister und Bildhauer des brasilianischen Barock (
- 1738)
- 23. November: Elbridge Gerry, US-amerikanischer Politiker (
- 1744)
- 2. Dezember: Marquis de Sade, französischer Adliger und Autor einer Reihe zum Teil pornografischer Bücher (
- 1740) ko:1814년 th:พ.ศ. 2357

Frankreich

Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Frankreichs Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet. Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner. Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich

Geschichte

Nationalparks in Frankreich Hauptartikel: Geschichte Frankreichs Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.

Politik

Politisches System

Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern. Siehe auch: Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium

Aktuelle politische Lage

Finanzministerium Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt. Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten. Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen. Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.

Außen- und Sicherheitspolitik

Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen. In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen. Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist. Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht. Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft. Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale

Administrative Gliederung

Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974). Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist. Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)

Demographie

Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %. Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9. Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken. 2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug. Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰. Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.

Ethnische Gruppen


- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer

Sprachen

Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
  - Elsässisch (Elsass)
  - Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
  - Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.

Religionen

Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind. 85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.

Bildungswesen

Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt. Der Staat bietet folgende Schulformen an: Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
  - lycée
  - lycée professionnel
  - oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
  - baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
  - baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
  - Normalweg: DEUG
  - Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
  - Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
  - Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
  - DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse) Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg. Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld

Wirtschaft

Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle. Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen) Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France) Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte. Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist. Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004). Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.

Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)

# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte # Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte # PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte # France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte # EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte # Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte # Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte # Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte # Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte # Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte # Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte # Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte # Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte

Kultur

Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann. Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt. Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich

Nationalparks

Die heutigen Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz. Es gibt 30 regionale Naturparks, die eine Fläche von 5.020.000 ha haben.
- Naturreservat Cap Sizun
- Regionalpark Armorique
- Naturreservat Les Sept lles
- Naturreservat Cap Frehel
- Naturreservat Pointe d' Arcay
- Naturreservat Golfe du Morbihan
- Regionalpark Briere
- Naturreservat Baie de Bourgneuf
- Naturreservat St. Denis-du-Payre
- Naturreservat Baie de l' Aiguillon
- Naturreservat Banc d' Arguin
- Vogel-Naturreservat Marquenterre
- Naturreservat Vallee de La Grande Pierre et de Vitain
- Naturreservat Le Lac de La Foret d'Orient
- Pyrenäen -Nationalpark
- Regionalpark Vosges du Nord
- Regionalpark Volcans d'Auvergne
- Nationalpark Cevennen
- Naturreservat und Vogelschutzpark Villars-les-Dombes
- Regionalpark Pilat
- Regionalpark Vercors
- Naturreservat Aiguilles Rouges
- Naturreservat Marais du Bout du Lac d' Annecy
- Nationalpark Vanoise
- Nationalpark Ecrins
- Regionalpark Luberon
- Nationalpark Mercantour
- Naturreservat und Regionalpark Camargue
- Nationalpark Port-Cros
- Korsischer Regionalpark
- Scandola Naturreservat
- Korsischer Nationalpark

Sport

Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich). Aktuell stellt Lyon den französischen Fussballmeister. Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris). In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992. Siehe auch: Skigebiete in Frankreich

Medien

Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:
- Le Monde und Libération (linksorientiert, Druckauflage 2003 ca. 500.000 bzw. 200.000 Exemplare)
- Le Figaro (konservativ, Auflage: 450.000 Exemplare)
- Les Echos, La Tribune (Wirtschaft, 180.000 bzw. 125.000 Exemplare)
- L'Humanité (kommunistisch, 74.000 Exemplare)
- La Croix (katholisch, 114.000 Exemplare)
- L'Equipe (Sport, 485.000 Exemplare und damit die meistgelesene Zeitung überhaupt mit sieben Lesern pro Ausgabe) Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:
- Le Nouvel Observateur (400.000 Exemplare)
- L'Express (400.000 Exemplare)
- Le Point (400.000 Exemplare)
- L'événement du Jeudi Größte Regionalzeitung ist die Ouest France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren. Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.

Feiertage

Militär

Frankreich hat eine Berufsarmee mit 300.000 Soldaten.

Siehe auch


- Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Französische Küche
- Nachrichtendienste Frankreichs
- Liste bedeutender Franzosen
- Liste der Präsidenten Frankreichs
- Die schönsten Dörfer Frankreichs
- Weinbaugebiete in Frankreich

Literatur


- Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3534116917
- Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, 1995 ISBN 3-596-10860-8
- Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3
- Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3

Weblinks

20px Portal:Frankreich
- [http://www.diplomatie.gouv.fr/index.de.html Website des französischen Außenministeriums]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=46 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.frankreich-forum.de/ Frankreich Forum]
- [http://www.lesvilles.de/ Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik/ Romanistik im Internet: Kultur, Literatur und Politik]
Kategorie:Staat !Frankreich Kategorie:Land in der EU Kategorie:Mittelmeer als:Frankreich fiu-vro:Prantsusmaa ja:フランス ko:프랑스 ms:Perancis simple:France th:ประเทศฝรั่งเศส zh-min-nan:Hoat-kok

Guillotine

Die Guillotine (auch Fallbeil) ist ein nach dem französischen Arzt Joseph-Ignace Guillotin benanntes Gerät zur Vollstreckung der Todesstrafe durch Enthauptung. Bereits im Mittelalter sind vereinzelt ähnliche Instrumente vorhanden gewesen, wie zum Beispiel The Scottish Maiden 1661 und das Fallbeil von Halifax 1581, sie kamen allerdings bis zum 18. Jahrhundert vollständig außer Gebrauch. Guillotin beantragte am 10. Oktober 1789 die Einführung eines mechanischen Enthauptungsgeräts, um grausame und entehrende Hinrichtungsarten abzuschaffen. Unterstützt wurde er dabei durch den Henker von Paris, Henri Sanson, der die Nachteile der Enthauptung mit dem Schwert plastisch beschrieb. Die Nationalversammlung beauftragte den königlichen Leibarzt Antoine Louis, ein Gutachten darüber zu erstellen. Am 17. März 1792 legte Louis einen Entwurf vor, der das Fallbeil von Halifax zum Vorbild hatte. Im Gutachten hieß es "Eine solche niemals versagende Maschine wird sich leicht herstellen lassen." Am 20. März 1792 wurde dem Antrag stattgegeben. Die Debatte um die später so genannte Guillotine war von einem leidenschaftlichen Streit um die Todesstrafe begleitet. Die erste Guillotine wurde im Auftrag von Sanson von dem deutschen Klavierbauer Tobias Schmidt konstruiert. Schmidt hatte zunächst die halbmondförmige Schneide aus Dr. Louis Entwurf an Schafen ausprobiert, was einwandfrei funktionierte. Als er dann jedoch die Versuche mit Leichen fortsetzte, wurden die Hälse nicht immer vollständig durchgetrennt. Erst durch Erhöhung des Gewichts und die Einführung der abgeschrägten Schneide, die der Guillotine ihre charakteristische Form gibt, arbeitete das Gerät einwandfrei. Am 25. April 1792 wurde die neue Maschine dann erstmals angewendet. Später wurde noch die bascule (Wippe) eingeführt, ein Brett, an dem der Hinzurichtende festgeschnallt wurde und das dann nach vorne geklappt wurde, um so den Kopf zwischen die Pfosten der Guillotine zu bringen. Nach Dr. Louis hieß die Guillotine zunächst Louison oder Louisette, durch den Sprachgebrauch der Presse setzte sich jedoch der Name Guillotine durch. Volkstümliche Spitznamen waren le rasoir national (das nationale Rasiermesser) und la raccourcisseuse (die Kurzmacherin).

Aufbau und Durchführung

Die Guillotine besteht im wesentlichen aus einem Tisch, auf den der Delinquent bäuchlings geschnallt wird, und aus einem in senkrechten Führungsschienen beweglichen Fallbeil (bei der modernen, französischen Ausführung ca. 40 kg schwer). Um den Delinquenten schnell in die richtige Position bringen und dort halten zu können, befinden sich vor den Führungsschienen zwei Bretter mit jeweils halbkreisförmiger Öffnung für den Hals, sogenannte Lünetten; die obere Lünette kann zum Durchstecken des Kopfes angehoben und in der unteren Position fixiert werden. Das Fallbeil wird zuvor an einem losen Seil über Rollen hinaufgezogen und eingerastet. Durch Lösen der Sperre fällt es etwa zwei Meter senkrecht hinab und durchtrennt den Hals des Delinquenten. In späteren Versionen der Guillotine war der Tisch klappbar, so dass der Delinquent im Stehen auf den senkrechten Tisch geschnallt werden konnte. Beobachter aus der französischen Hinrichtungspraxis aus den 1960er Jahren berichten, dass mit dem Herunterklappen des Tisches eine Sperre für die oben gehaltene, obere Lünette gelöst wurde. Sobald diese vollständig herunter gefallen war und auf der unteren Lünette eingerastet auflag, wurde automatisch die Sperre für das Fallbeil gelöst, so dass der gesamte Vorgang ab dem Klappen des Tisches sehr rasch und für den Delinquenten ohne zusätzliche, quälende Erwartungsmomente ablief. Die ersten Ausführungen von Fallbeilkonstruktionen besaßen, wie schon das mittelalterliche Fallbeil von Halifax, eine gerade oder leicht bogenförmige Klinge. Im Laufe der Zeit gab es immer wieder vereinzelte Versionen mit einer halbkreisförmigen, "halsförmigen" Klinge. Um eine kontinuierliche Krafteinwirkung und damit einen sauberen Schnitt zu erreichen, wurde später die bekannte schräge Klinge verwendet.

Frankreich

Während der Französischen Revolution wurde die Guillotine per Dekret der Französischen Nationalversammlung vom 25. September 1791 als einziges Hinrichtungswerkzeug eingeführt. Die Hintergründe sind verschiedener Natur. Zum einen sollte die Maschine die zahlreichen Hinrichtungen rationalisieren. Ferner sollte die Hinrichtung für die Betroffenen schmerzfrei gemacht werden, denn zuvor brauchte ein Henker mit einem von Hand geführten Beil unter Umständen mehrere Schläge. (Tatsächlich waren humanitäre Gründe ausschlaggebend. Guillotin meinte, dass man den Verurteilten die Angst vor dem Sterben nicht nehmen könne, wohl aber die Qualen der Hinrichtung selbst begrenzen.) Die Folter und besonders grausame Hinrichtungsmethoden wie das Rädern sollten mit der Guillotine abgeschafft werden. Tatsächlich gibt es Berichte, nach denen bei den während der französischen Revolution benutzten Modellen bisweilen erst nach mehrmaligen Durchgängen der Kopf vollständig abgetrennt werden konnte - so auch bei der Hinrichtung Ludwig XVI., angeblich aufgrund seines dicken Nackens. Zudem sollte aber der Gleichheitsanspruch der Revolution auch bei der Hinrichtung gelten: Vorher war das Enthaupten den Adeligen als „edle“ Todesart vorbehalten, einfache Leute wurden am Galgen gehenkt. Mit der Guillotine wurden alle Hinrichtungen vereinheitlicht. Als erster Mensch wurde am 25. April 1792 der Raubmörder Jacques-Nicolas Pelletier mit der neuen Guillotine öffentlich hingerichtet. Jacques-Nicolas Pelletier vor ihrer Hinrichtung]] Hingerichtet auf der Guillotine wurden u. a. der Französische König Ludwig XVI., Marie Antoinette, Georges Danton, Lavoisier sowie Maximilien de Robespierre. Die Hinrichtung von Louis XVI. und Marie Antoinette hatte in der deutschen Aufklärung ein derartiges Echo, dass man sich mit der vorher begrüßten Revolution in Frankreich gegenüber den sich dort abzeichnenden Vorgängen zunehmend kritisch auseinandersetzte. Auch wenn sie eine republikanische Verfassung begrüßten, sahen sie doch eine konstitutionelle Monarchie als notwendig an. Bis zur Abschaffung der Todesstrafe 1981 wurden in Frankreich Todesurteile durch die Guillotine vollstreckt. Bis 1939 geschah dies öffentlich auf dem so genannten Schafott. Bei der letzten öffentlichen Hinrichtung in Frankreich wurde am 10. September 1939 in Versailles Eugene Weidmann, ein sechsfacher Mörder, gerichtet. Danach wurden die Hinrichtungen in den jeweiligen Gefängnishöfen durchgeführt. Die letzte Hinrichtung durch die Guillotine fand in Frankreich am 10. September 1977 statt. 1977

Deutschland

Während der napoleonischen Kriege kam die Guillotine unter dem Namen Fallbeil in die besetzten deutsche Gebiete. Ab dieser Zeit kam sie bis zur Einführung des neuen Grundgesetzes im Jahre 1949 zum Einsatz. Während der Zeit des Nationalsozialismus verfügten die meisten deutschen Gefängnisse über eine Guillotine, durch welche insgesamt etwa 30.000 Menschen hingerichtet wurden, über 3.000 davon im Gefängnis von Berlin-Plötzensee. Unter anderem wurden Sophie und Hans Scholl mit dem Fallbeil hingerichtet. In Deutschland waren neben "Guillotine" die Bezeichnungen Fallbeil und „Fallschwertmaschine“ üblich. Im Dritten Reich war man sehr darauf bedacht, nicht die französische Bezeichnung zu verwenden. Das letzte in (West-)Deutschland auf der Guillotine hingerichtete Opfer war am 11. Mai 1949 der Raubmörder Berthold Wehmeyer. Johann Reichhart gilt als derjenige Scharfrichter, der die meisten Hinrichtungen aller Zeiten vollzog. Neben der Guillotine wurde in Deutschland bis 1936 auch mit dem Handbeil hingerichtet. So zum Beispiel in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Plötzensee durch den Scharfrichter Carl Gröpler.

Die badische Guillotine

Im Großherzogtum Baden wurde zwischen 1848 und 1932 an 37 Männern und 2 Frauen das Todesurteil vollstreckt. Seit 1856 wurde die Vollstreckung mittels der von der Fa. Johann Mannhardt in München für 1.000 Gulden hergestellten Guillotine durchgeführt. Der Standort der Guillotine war in Bruchsal, wobei die Messer stets getrennt aufbewahrt wurden. Zum Transport der Guillotine (mit der Eisenbahn) an die verschiedenen Hinrichtungsorte in Baden wurde die Guillotine zerlegt und in Kisten verpackt. Die badische Guillotine gelangte, da seit 1933 Hinrichtungen in Stuttgart durchgeführt wurden, im Februar 1937 nach Berlin zur Strafanstalt Berlin-Plötzensee.

Literatur


- Johann Dachs Tod durch das Fallbeil: Der deutsche Scharfrichter Johann Reichhart (1893 - 1972) Regensburg 1996
- Stefan Amberg Vollstreckt - Johann Reichhart, der letzte deutsche Henker München 1982
- Guy Lenôtre Die Guillotine und die Scharfrichter zur Zeit der französischen Revolution [Aus dem Franz. von Simon Michelet] Berlin 1996.
- Gotthold Leistner Sachsen und die Guillotine - ein Beitrag zur Geschichte eines Tötungsmonstrums in: Sächsische Heimatblätter 48 (2002) S. 130-149.

Filme


- Deux hommes dans la ville (Frankreich, Italien 1973), dt. Endstation Schafott

Weblinks


- [http://www.xlibris.de/Autoren/Buechner/Buechner-Biographie/Buechner-Lebenslauf/Buechner-Lebenslauf-15.htm Auszug aus dem Gutachten von Antoine Louis]
- [http://www.todesstrafe.de/thema/geschichte/geschichte/guillotine.php GUILLOTINE, ODER DAS FALLBEIL] Kategorie:Rechtsgeschichte Kategorie:Französische Revolution Kategorie:Todesstrafe ja:ギロチン th:กิโยติน

Bordeaux

Die Universitätsstadt Bordeaux [] ist politisches, wirtschaftliches und geistiges Zentrum des französischen Südwestens. Ihre etwa 230.000 Einwohner nennen sich Bordelais. Berühmtheit hat die Stadt insbesondere durch ihren Wein und ihre Küche erlangt, aber auch durch ihr bauliches und kulturelles Erbe. Bordeaux ist Sitz der Präfektur des Département Gironde und Hauptstadt der Region Aquitaine, ferner Sitz eines Erzbischofs und eines deutschen Konsulats. Die Präfektur verwaltet auch das Arrondissement Bordeaux, das aus 33 Kantonen besteht. Gemeinsam mit 26 umliegenden Kommunen bildet Bordeaux die Communauté Urbaine de Bordeaux (CUB), einen Kommunalverband mit etwa 660.000 Einwohnern. Dieser Verband ist wiederum Teil der Agglomeration, die den weiteren Einzugsbereich mit insgesamt 51 Kommunen umfasst und so auf 754.000 Einwohner kommt. Die aire urbaine, vergleichbar mit einer Metropolregion, zählt sogar 925.000 Einwohner (alle Angaben basieren auf der letzten Zählung 1999). Bordeaux ist die größte Stadt im Département Gironde und der Region Aquitanien und die neuntgrößte Stadt Frankreichs. Die Agglomeration rangiert in Frankreich an sechster Stelle.

Geographie

Geographische Lage

Bordeaux liegt im südwestlichen Frankreich, etwa 45 Kilometer vom Meer entfernt, an der Garonne, die sich in einem weiten Bogen durch die Stadt zieht. Diese Form einer Mondsichel verhalf der Stadt zum Namen „Port de la lune“ (Hafen des Mondes). Einige Kilometer flussabwärts vereinigt sich die Garonne mit der Dordogne zum über 70 Kilometer langen Mündungstrichter der Gironde. Bis in das Stadtgebiet hinein sind daher die Gezeitenkräfte zu beobachten: Bei Flut drückt das einströmende Meerwasser den Fluss zurück und hebt den Pegel um etwa einen Meter. Die entstehenden Strömungen sorgen für Strudel und ein unruhiges Oberflächenwasser. Bisweilen kann sich auch eine regelrechte Welle dutzende Kilometer flussaufwärts bewegen: Dieses Phänomen wird in Bordeaux „mascaret“ genannt. Die Nachbarkommunen sind auf dem linken Garonne-Ufer von Nord nach Süd: Blanquefort, Bruges, Le Bouscat, Eysines, Mérignac, Pessac, Talence und Bègles; auf dem rechten Garonne-Ufer von Nord nach Süd: Bassens, Lormont, Cenon, Floirac und Bouliac.

Geologie

Das linke Ufer der Garonne, auf dem sich der weitaus größte Teil des Stadtgebietes befindet, besteht aus weiten, sumpfigen Ebenen, aus denen niedrige Anhöhen („croupes“) ragen. Diese bestehen aus Geschiebesedimenten und weisen zum größten Teil Kies und Schotter als Untergrund auf. Die Böden sind mager, aufgrund der Wasserdurchlässigkeit und der Fähigkeit, Wärme zu speichern, für den Weinbau jedoch hervorragend geeignet. Die Stadt Bordeaux liegt zwischen dem flussabwärts gelegenen Médoc und dem sich flussaufwärts ziehenden Gebiet der Graves, die geomorphologisch sehr ähnlich sind. Berühmte Weingüter sind bis in das stark verstädterte Ballungsgebiet hinein keine Seltenheit. Das rechte Ufer geht fast unmittelbar in ein bis zu 90 Meter hohes Kalkplateau über, so dass dort eine markante Steilstufe besteht. Das Plateau beheimatet in etwa 20 Kilometern Entfernung weltberühmte Weinbaugebiete wie Saint-Emilion, Pomerol und Fronsac, in denen einige der teuersten Weine der Welt kultiviert werden.

Klima

Bordeaux liegt am Südrand der gemäßigten Klimazone. Die sehr milden Winter und die langen, warmen Sommer lassen bereits subtropisch-mediterranen Einfluss spüren. Niederschlag ist zu allen Jahreszeiten häufig; mit einer Niederschlagsmenge von etwa 900 mm/Jahr werden für französische Verhältnisse relativ hohe Mengen erreicht. Diese fallen hauptsächlich im Winterhalbjahr, im Sommer eher in Form von Wärmegewittern. Die höchste jemals in Frankreich gemessene Niederschlagsmenge innerhalb einer halben Stunde wurde im Juli 1883 aus Bordeaux gemeldet. Enorme Schäden verursachte auch ein „Doppelgewitter“ im Jahre 1982, als am 31. Mai innerhalb einer Stunde das komplette Monatssoll abregnete und drei Tage später in 50 Minuten nochmals ein halbes. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei etwa 14,5 °C mit einem durchschnittlichen Minimum von 3,5 °C im Januar und einem Maximum von 20 °C im August. Die nach hinten verschobenen Temperaturmaxima liegen im ozeanischen Klima begründet. Trotz des ausgeglichenen Temperaturgangs können bei entsprechenden Wetterlagen extreme Temperaturen auftreten: Während der Hitzewelle 2003 erreichten die Höchstwerte an zwölf aufeinander folgenden Tagen mindestens 35 °C, davon an einem Tag 41 °C. Die Stadt hat eine hohe Sonneneinstrahlung vorzuweisen. Mit etwa 2.000 Sonnenstunden pro Jahr übertrifft Bordeaux die meisten französischen Regionen mit Ausnahme des Mittelmeerraumes und einzelner Küstengebiete am Atlantik. Die Mikroklimate von Bordeaux und Umgebung sind mitentscheidend für die hervorragenden Weinbaubedingungen: Die Stadt und die umliegenden Anbaugebiete sind durch einen breiten Streifen Pinienwaldes (Forêt des Landes) vor den Seewinden geschützt. Zudem sorgt die Gironde für einen temperaturausgleichenden Effekt, da dieses Gewässer wie eine gigantische Batterie tagsüber gespeicherte Wärme nachts abgibt und außerdem breitflächig die Sonneneinstrahlung in das Umland reflektiert.

Stadtgeographie

Mikroklima Mikroklima Bordeaux ist formal in acht städtische Arrondissements aufgeteilt. Die Arrondissements 1–6 liegen auf dem linken Garonne-Ufer und sind von Norden nach Süden durchnummeriert, das siebte bezeichnet das rechte Garonne-Ufer und das achte den eingemeindeten Stadtteil Caudéran. Da hierbei historisch Gewachsenes zumeist nicht berücksichtigt wurde, hat dies dazu geführt, dass sich die Bewohner nicht – wie zum Beispiel in Paris – mit ihren Arrondissements identifizieren. Statt dessen ist es üblich, den Wohnsitz nach Vierteln beziehungsweise Stadtteilen zu benennen. Üblicherweise geben diese auch einen gewissen Aufschluss über den Lebensstandard.

Vieux Bordeaux (Altstadt)

Der historische Kern von Bordeaux ist das Gebiet innerhalb der ehemaligen Stadtmauer. Es wird durch die ringförmige Struktur der Cours und dem Garonne-Ufer begrenzt und von zwei Hauptachsen geteilt: Von Norden nach Süden verläuft die fast eineinhalb Kilometer lange, heute vollständig zur Fußgängerzone gestaltete Rue Sainte-Cathérine von der Place des Quinquonces bis zur Place de la Victoire, wo die alten Gebäude der Universität stehen. Hier und westlich davon liegt das Geschäftsviertel von Bordeaux mit Handels- und Dienstleistungsschwerpunkt, östlich bis zur Garonne überwiegt – teils sehr alte – Wohnbebauung. Die Ost-West-Achse wird durch den Pont de Pierre gebildet, die einzige Brückenquerung innerhalb des historischen Zentrums. Ihre Fortführung bildet der Cours Victor Hugo. Nördlich überwiegen Wohn- und Geschäftslagen gehobenen bis sehr hohen Standards, südlich einfache Lagen. Im Nordwestteil (Viertel: Quinconces, Hôtel de Ville) finden sich feine Restaurants und Cafés, repräsentative Niederlassungen von Banken und Finanzdienstleistern, Kinos und Einzelhandel für den gehobenen bzw. Luxusbedarf. Hier liegt das schon zu Zeiten der Intendanten so genannte Triangle d’or (Goldenes Dreieck), ein fast gleichseitiges Dreieck, das aus drei Alleen gebildet wird und als Schaufenster des feinen Bordeaux gilt. Im Nordostteil (Viertel: Saint-Pierre, Saint-Eloi) befinden sich Restaurants, Hotels und Kneipenviertel. Der ursprünglich alternative Charme weicht langsam einem gewissen Chic. Der Südwestteil (Viertel: Victoire) ist stark studentisch geprägt, aber auch bevorzugter Wohnort der Mittelschicht. Im Südosten (Viertel: Capucins, Saint-Michel, Sainte-Croix) überwiegen einkommensschwache Bevölkerungsschichten (Alte, Arbeiter, Arbeitslose, Immigranten).

Die ehemaligen Faubourgs (Vorstädte)

Der Wohngürtel zwischen Cours und Boulevard ist aus ehemaligen Vorstädten außerhalb der Stadtmauer entstanden und ist mit Ausnahmen ähnlich aufgebaut: Im Norden überwiegen bevorzugte, im Süden einfache Lagen. Entlang der Garonne liegen im Norden die Viertel Chartrons und Grand Parc, ersteres der Sitz vieler Weinhändler und bürgerlich geprägt, letzteres eine Großsiedlung für einkommensschwache Schichten. Der Nordwesten rund um das Palais Gallien beherbergt das Viertel Saint-Seurin, eine gehobene Wohnlage und Sitz vieler Konsulate. Im Westen ragt das neue Einkaufs- und Verwaltungszentrum Mériadeck empor, das einzige innerstädtische Hochhausensemble. Für dessen Errichtung wurden großflächig einfache Viertel abgerissen, deren Zustand als marode und unhygienisch angesehen wurde. Obwohl zwischen den Handels- und Verwaltungsflächen hochwertige Wohnbebauung geplant war, ist es nicht zu einer verstärkten Ansiedlung der Oberschicht gekommen; die Bauten haben im Gegenteil bereits eine leichte Patina angesetzt. Die großzügige verkehrstechnische Erschließung führte aber zur Ansiedlung einiger Hotels höheren Standards. Rund um Mériadeck ist die ursprüngliche Bebauung für die untere bis mittlere Mittelschicht erhalten geblieben, die zumeist aus ein- bis zweigeschossigen Häuserzeilen mit kleinen Gärten besteht. Diese so genannten Echoppes sind bei der Bevölkerung heutzutage äußerst beliebt. St. Genès im Südwesten ist großbürgerlich geprägt, während der Süden bis heute Wohngegend der Armen ist. Industrie und Gewerbe, Bahnlinien und wenig ansprechende Infrastruktur wie d