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| Paul Rée |
Paul RéePaul Rée ( - 21. November 1849 in Bartelshagen, Pommern † 28. Oktober 1901 in Celerina, Schweiz) war ein deutscher empiristischer Philosoph, später Arzt.
Leben
Arzt]]
Rée war der zweite Sohn eines Rittergutsbesitzers; die Familie war jüdischer Herkunft, Paul Rée allerdings Protestant. Er studierte in Leipzig, Berlin und Zürich zunächst auf Wunsch des Vaters Rechtswissenschaft, dann Philosophie. Als Einjährig-Freiwilliger nahm er am Deutsch-Französischen Krieg teil, wurde allerdings früh verwundet und schied so aus dem Heer aus.
1875 dissertierte er „Über den Begriff des Schönen (sittlich Guten) in der Moralphilosophie des Aristoteles“. Sein Versuch, über eine Habilitation in der Wissenschaft Fuß zu fassen, scheiterte 1877.
Schon 1873 hatte er in Basel Friedrich Nietzsche kennen gelernt, 1875 entwickelte sich daraus eine Freundschaft. Im Winter 1876/1877 lebte er zusammen mit Nietzsche, Albert Brenner und Malwida von Meysenbug auf deren Einladung in Sorrent, wo sie gemeinsam philosophische Überlegungen anstellten und arbeiteten. Hier entstand Rées Werk Der Ursprung der moralischen Empfindungen.
Auf einer Italienreise 1882 traf Rée Lou von Salomé, ebenfalls im Umfeld der Schriftstellerin Malwida von Meysenbug. Rée fühlte sich ebenso wie Nietzsche zu Salomé hingezogen. Nach mehrmonatiger Dreiecksbeziehung kam es zum Zerwürfnis mit Nietzsche. Lou und Rée lebten noch bis 1885 zusammen in Berlin, ohne jedoch ein Liebespaar zu sein.
Nach einem erneut misslungenen Habilitationsversuch begann Rée 1885 ein Medizinstudium, das er 1890 erfolgreich abschloss.
Sein weiteres Leben verbrachte er überwiegend in Stibbe (Westpreußen). Dort behandelte er als Arzt die Landarbeiter auf dem Rittergut seines Bruders Georg.
1900 gab der Bruder das Gut auf; Paul Rée ging daraufhin nach Celerina (Schweiz) und arbeitete als Arzt für die Einheimischen. Am 28. Oktober 1901 verunglückte er bei einer Bergwanderung und stürzte in den Inn; ob es tatsächlich ein Unglück oder ein Suizid war, kann nicht geklärt werden.
Philosophie
Rées Philosophie ist geprägt von einer empiristischen, entlarvenden Betrachtung menschlicher Psyche, insbesondere moralischer Empfindungen.
Im Ursprung der moralischen Empfindungen unterteilt er alle Handlungen in „egoistische“ und „unegoistische“; die ersteren seien ursprünglich verdammt worden, weil sie anderen Menschen schadeten, zweitere aber gelobt, weil sie der Gemeinschaft nützen. Der Grund für diese Bewertung sei, so Rée, vergessen worden, so dass man heute Egoismus für an sich schlecht und Selbstlosigkeit für an sich gut halte.
Friedrich Nietzsche übernahm zwar die Methode, kritisierte aber vor allem in seiner Genealogie der Moral die Schlussfolgerungen Rées; diese seien viel zu simpel und basierten auf einer naiven utilitaristischen Sicht.
Werke
- Psychologische Beobachtungen, 1875
- [http://visualiseur.bnf.fr/Visualiseur?Destination=Gallica&O=NUMM-94353 Der Ursprung der moralischen Empfindungen], 1877
- [http://visualiseur.bnf.fr/Visualiseur?Destination=Gallica&O=NUMM-94351 Die Entstehung des Gewissens], 1885
- Die Illusion der Willensfreiheit, 1885
Literatur
- Lütkehaus, Lutger: Ein heiliger Immoralist: Paul Rée (1849-1901). - Marburg: Basilisken-Pr., 2001. - ISBN 3-925347-64-X
Weblinks
-
Ree, Paul
Ree, Paul
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21. NovemberDer 21. November ist der 325. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 326. in Schaltjahren) - somit bleiben 40 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1259 v. Chr. (nach Beckeraths Berechnung) - Der Ägyptisch-Hethitische Friedensvertrag wird geschlossen.
- 1272 - Nach dem Tod von Heinrich III. fünf Tage zuvor wird sein Sohn Edward in Abwesenheit neuer Köng von England.
- 1803 - Deutschland: Nach einem mehrwöchigen Prozess wird der Schinderhannes mit 19 Kumpanen in Mainz hingerichtet.
- 1806 - Frankreich: Kaiser Napoléon Bonaparte verhängt eine Kontinentalsperre gegen Großbritannien
- 1918 - Am Ende des Ersten Weltkrieges verlassen die deutschen Truppen das Elsass
- 1945 - Radio RIAS (Radio im amerikanischen Sektor) wird in Berlin gegründet.
- 1945 - Guatemala wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 1946 - Peru und die Philippinen werden Mitglieder der UNESCO.
- 1948 - Gründung Radio Bremen
- 1958 - Im Hüttenwerk Oberhausen wird erstmals in Deutschland die Lohnzahlung überwiesen.
- 1967 - Rahmenabkommen zwischen Deutschland und Paraguay über deutsche Entwicklungshilfe
- 1991 - Gemeinsame Erklärung des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl und des russischen Präsidenten Michail Gorbatschow
- 1995 - In Dayton, Ohio, finden die Präsidenten von Bosnien, Kroatien und Rest-Jugoslawien zu einer Einigung über die künftige Gestaltung Bosniens.
- 2000 - Peru. Der Kongress enthebt Staatspräsident Alberto Fujimori seines Amtes.
- 2002 - Mir Zafarullah Khan Jamali wird Regierungschef in Pakistan.
- 2002 - Auf ihrem Gipfeltreffen in Prag werden von der NATO sieben Staaten Mittel- und Osteuropas zum Beitritt eingeladen.
- 2005 - Der israelische Premierminister Ariel Scharon verlässt die von ihm mitgegründete Likud-Partei.
Wirtschaft
- 1956 - Per Jacobsson, Schweden, wird Direktor des IWF (Internationaler Währungsfond).
- 1993 - Die Fusion der Fluggesellschaften KLM, SAS, AUA und Swissair scheitert sowohl am Machthunger der Airline-Manager wie auch am Widerstand der öffentlichen Meinung.
Wissenschaft, Technik
- 1783 - Paris: Start des ersten bemannten Heißluftballons der Gebrüder Montgolfier mit dem Passagier Jean-François Pilâtre de Rozier.
- 1898 - Pierre und Marie Curie entdecken gemeinsam mit Gustave Bémont das Radium.
- 1964 - In New York wird die Verrazano-Narrows-Brücke über den Hudson, die bis dato längste Hängebrücke der Welt, für den Verkehr freigegeben.
- 1999 - Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldet, dass das erste unbemannte Raumschiff der VR China planmäßig wieder gelandet sei.
Kultur
- 1827 - Die Oper "Viva la Mamma" von Gaetano Donizetti wird im Teatro Nuovo in Neapel uraufgeführt.
- 1831 - Die Oper "Robert le diable" von Giacomo Meyerbeer wird an der Pariser Opéra uraufgeführt.
- 1847 - Das Märchenspiel "Der Dudelsackpfeifer von Strakonice oder Das Fest der Waldfrauen" von Josef Kajetán Tyl wird in Prag uraufgeführt.
- 1862 - Uraufführung der Oper "Blanche de Nevers" von Michael William Balfe im Covent Garden in London.
- 1874 - Mit der "Götterdämmerung" beendet Richard Wagner in Bayreuth den letzten Teil des "Ring des Nibelungen".
- 1901 - Das Singgedicht "Feuersnot" von Richard Strauss wird in Dresden uraufgeführt.
- 1902 - Uraufführung der Operette "Wiener Frauen" von Franz Lehár am Theater an der Wien in Wien.
- 1963 - Mit einer Aufführung von "Frau ohne Schatten" von Richard Strauss wird das Münchner Nationaltheater wieder eröffnet.
Religion
- 235 - Der Heilige Anterus wird als Nachfolger von Pontianus als Papst inthronisiert.
- 2002 - Das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Bremen wird von Bürgermeister Dr. Henning Scherf und dem Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Giovanni Lajolo, unterzeichnet.
Katastrophen
- 1990 - Thailand. Auf dem Inlandsflug der Bangkok Airways von Bangkok nach Ko Samui verlieren die Piloten einer DHC-8 Dash 8 nach missglücktem Landeanflug die Orientierung. In schlechtem Wetter sinkt die Maschine unbemerkt und stürzt in eine Kokosnuss-Plantage. Keiner der 38 Menschen an Bord überlebt.
- 1997 - Ein Erdbeben der Stärke 6,1 in Indien und Bangladesch fordert 23 Tote.
Sport
- 1991 - Nach 133 Tagen auf See erreicht Gérard d'Aboville nach seiner Pazifiküberquerung mit seinem Einmann-Ruderboot die amerikanische Westküste.
Geboren
- 1694 - Voltaire (François-Marie Arouet), französischer Schriftsteller und Philosoph
- 1768 - Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, protestantischer deutscher Theologe und Philosoph
- 1789 - Cesare Graf Balbo, piemontesischer Politiker
- 1791 - Heinrich Ritter, deutscher Philosoph
- 1805 - Wilhelm Friedrich Christian Gustav Krafft, deutscher Politiker († 1854)
- 1811 - Zeng Guofan, Chinesischer Staatsmann († 1872)
- 1818 - Lewis Henry Morgan, US-amerikanischer Ethnologe
- 1824 - Hieronymus Theodor Richter, deutscher Chemiker († 1898)
- 1827 - Martin Traugott Blumner, deutscher Komponist und Musiktheoretiker
- 1840 - Viktoria, deutsche Kaiserin
- 1849 - Paul Rée, deutscher Philosoph
- 1851 - Désiré Mercier, belgischer Kardinal
- 1854 - Benedikt XV., Papst
- 1866 - Oskar Messter, deutscher Filmpionier
- 1868 - Peter Friedrich Georg von Holstein-Gottorp, Schwager des russischen Zaren Nikolaus II. († 1924)
- 1870 - Alexander Berkman, litauischer Politiker und Schriftsteller, Anarchist
- 1870 - Sigfrid Edström, schwedischer Unternehmer und Sportfunktionär
- 1878 - Gustav Radbruch, deutscher Rechtsgelehrter und Politiker
- 1880 - Franz Hessel, deutscher Schriftsteller und Übersetzer
- 1882 - Paul Niehans, schweizer Arzt
- 1886 - Harold G. Nicolson, britischer Diplomat
- 1890 - Jeanne Mammen, deutsche Malerin
- 1891 - Karl Hubbuch, Akademieprofessor, Zeichner und Maler
- 1891 - Just Göbel, niederländischer Fußballspieler
- 1895 - Josef Mattauch, deutscher Physiker
- 1897 - Veza Canetti, Schriftstellerin
- 1898 - René Magritte, belgischer Maler
- 1904 - Coleman Bean Hawkins, US-amerikanischer Jazz-Musiker
- 1909 - Hermann Paul Müller, deutscher Rennfahrer
- 1912 - Eleanor Powell, US-amerikanische Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin
- 1918 - Dieter Mauritz, deutscher Tischtennisspieler
- 1922 - Maria Casarès, französische Schauspielerin
- 1917 - John Francis Reuel Tolkien, ältester Sohn des Schriftstellers J.R.R. Tolkien
- 1924 - Christopher Tolkien, Sohn des Schriftstellers J.R.R. Tolkien
- 1926 - William Wakefield Baum, emeritierter Erzbischof von Washington und ein Kardinal
- 1929 - Marilyn French, US-amerikanische Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin
- 1932 - Heinrich Lummer, deutscher Politiker
- 1933 - Jean Shepard, US-amerikanische Sängerin
- 1942 - Brigitte Blobel, deutsche Kinderbuchautorin und Journalistin
- 1942 - Heidemarie Wieczorek-Zeul, deutsche Politikerin
- 1943 - Jacques Laffite, Formel-1-Rennfahrer
- 1945 - Goldie Hawn, US-amerikanische Schauspielerin
- 1946 - Heinz Bosl, deutscher Tänzer
- 1947 - Klaus Esser, deutscher Manager
- 1948 - Lonnie Jordan, US-amerikanischer Rock-Musiker und Sänger
- 1949 - Randy Zehringer, US-amerikanischer Musiker
- 1950 - Alberto Juantorena, kubanischer Leichtathlet
- 1961 - Martin Andermatt, schweizerischer Fußballtrainer
- 1965 - Björk Guðmundsdóttir, isländische Musikerin
- 1968 - Inka Bause, deutsche Schlagersängerin
- 1981 - Tim Pauwels, belgischer Radsportler
Gestorben
- 496 - Gelasius I. in Rom; Papst seit 492; katholischer Heiliger
- 615 - Columban von Luxeuil, irischer Wandermönch und Missionar
- 1011 - Reizei, 63. Kaiser von Japan
- 1555 - Georgius Agricola in Chemnitz; deutscher Universalgelehrter und "Vater der Mineralogie" ( - 24. März 1494)
- 1695 - Henry Purcell in London; englischer Komponist ( - 1659)
- 1728 - Fjodor Apraksin in Moskau; russischer Admiral ( - 1661)
- 1796 - Angelo Soliman, afrikanischer Kammerdiener
- 1803 - Johann Bückler alias "Schinderhannes", in Mainz; deutscher Räuberhauptmann ( - 25. Mai 1783)
- 1811 - Heinrich von Kleist in Berlin; deutscher Dichter und Schriftsteller ( - 18. Oktober 1777)
- 1830 - Karoly Kisfaludy in Pest; ungarischer Dramatiker ( - 5. Februar 1788)
- 1844 - Philipp Emanuel von Fellenberg in Hofwil;: schweizerischer Pädagoge und Landwirt ( - 15. Juni 1771)
- 1844 - Iwan Andrejewitsch Krylow, in St. Petersburg; russischer Fabeldichter ( - 13. Februar 1769)
- 1859 - Yoshida Shōin, japanischer Intellektueller und Revolutionär
- 1861 - Jean Baptiste Henri Lacordaire, französischer Dominikaner ( - 12. Mai 1802)
- 1863 - Josef Mayseder, in Wien; österreichischer Geiger und Komponist ( - 26. Oktober 1789)
- 1870 - Karel Jaromir Erben, in Prag; tschechischer Dichter uind Historiker ( - 7. November 1811)
- 1871 - Johann Florian Heller, in Wien; österreichischer Chemiker und Arzt ( - 4. Mai 1813)
- 1872 - Torgeir Augundsson, norwegischer Komponist
- 1874 - Mariano Fortuny y Carbó, in Rom; spanischer Maler ( - 11. Juni 1838)
- 1875 - Friedrich Albert Lange, in Marburg; protestantischer deutscher Theologe und Neukantianer ( - 28. September 1828)
- 1876 - Vinzenz Jakob von Zuccalmaglio in Grevenbroich, deutscher Schriftsteller - genannt „Montanus“ ( - 26. Mai 1806)
- 1886 - Charles Adams, in Boston, Massachusetts; US-amerikanischer Diplomat und Politiker ( - 18. August 1807)
- 1907 - Paula Modersohn-Becker, deutsche Malerin
- 1909 - Peter Severin Krøyer, in Skagen, Jütland; norwegischer Impressionist ( - 23. Juli 1851)
- 1910 - Johannes Montel Edler von Treuenfels, österreichischer Diplomat
- 1916 - Franz Joseph I. in Schönbrunn; Kaiser von Österreich und König von Ungarn ( - 18. August 1830)
- 1922 - Carl Bezold, in Heidelberg; deutscher Philologe ( - 18. Mai 1859)
- 1926 - John Moses Browning, amerik. Waffenbauer
- 1928 - Hermann Sudermann in Berlin; deutscher Dramatiker ( - 30. September 1857)
- 1942 - Leopold Graf Berchtold, in Ödenburg (Sopron); österreichisch-ungarischer Diplomat und Politiker ( - 18. April 1863)
- 1942 - James Berry Munnick Hertzog, in Pretoria; südafrikanischer General und Politiker ( - 3. April 1866)
- 1944 - Adolf Jäger, deutscher Fußballspieler
- 1945 - Robert Benchley, in New York City; US-amerikanischer Schauspieler, Journalist und Drehbuchautor ( - 15. September 1889)
- 1947 - Philipp August Becker, in Leipzig; deutscher Romanist ( - 1. Juni 1862)
- 1954 - Werner Elert in Erlangen; deutscher evangelischer Theologe ( - 19. August 1885)
- 1954 - Karol Rathaus, polnischer Komponist
- 1963 - Pierre Blanchar in Paris; französischer Bühnen- und Filmschauspieler ( - 30. Juni 1896)
- 1967 - Charles Blavette, in Suresnes; französischer Schauspieler ( - 24. Juni 1906)
- 1970 - Chandrasekhara Venkata Raman, indischer Physiker, Nobelpreis für Physik 1930 ( - 7. November 1888)
- 1972 - Raymond Souplex, in Paris; französischer Schauspieler ( - 1. Juni 1901)
- 1973 - Allan Sherman, US-amerikanischer Komiker und Musikproduzent
- 1974 - Frank Martin, in Naarden, Niederlande; schweizerischer Komponist ( - 15. September 1890)
- 1975 - Gunnar Gunnarsson in Reykjavík; isländischer Schriftsteller ( - 18. Mai 1889)
- 1987 - Willy Massoth, deutscher Politiker
- 1981 - Ilya Bolotowsky, in New York City; russisch-amerikanischer Minimalist ( - 1. Juli 1907)
- 1984 - Paul Dahlke in Salzburg; deutscher Schauspieler ( - 12. April 1904)
- 1984 - Gerhard Hüsch in Viehhausen; deutscher Opernsänger (Bariton) ( - 2. Februar 1901)
- 1989 - Will Glahé in Rheinbreitbach; deutscher Akkordeonist, Komponist und Dirigent ( - 12. Februar 1902)
- 1992 - Silvio Meier in Berlin; ein von Nazis erstochener Antifaschist
- 1994 - Karlheinz Rudolph, deutscher Fernsehjournalist, Moderator des heute-journals
- 1995 - Günter Matthes, deutscher Journalist
- 2000 - Emil Zatopek, tschech. Langstreckenläufer
- 2002 - Günter Müggenburg, deutscher Fernsehjournalist
- 2004 - Wilhelm Gustav Illbruck, deutscher Unternehmer und Hochseesegler
- 2004 - Terry Melcher, US-amerikanischer Musikproduzent
- 2004 - Uwe Scholz, Leipziger Ballettdirektor und Chef-Choreograf
- 2005 - Alfred Anderson, britischer Kriegsveteran und Zeuge des Weihnachtsfriedens 1914.
Feiertage und Gedenktage
- Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem (katholisch)
- Welttag des Fernsehens (UNO)
- Alma, Amalia, Johannes, Manuel, Maria, Rufus
Siehe auch
- 20. November - 22. November
- 21. Oktober - 21. Dezember
- November - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
1121
ja:11月21日
ko:11월 21일
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th:21 พฤศจิกายน
28. OktoberDer 28. Oktober ist der 301. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 302. in Schaltjahren) - somit bleiben 64 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 306 - Nachdem Maxentius bei der Thronfolge nicht berücksichtigt worden ist, lässt er sich von den Prätorianern in Rom zum Augustus ausrufen.
- 312 - Konstantin besiegt Maxentius in der Schlacht bei der Milvischen Brücke.
- 1462 - Entscheidung in der Mainzer Stiftsfehde: Erzbischof Adolf II. von Nassau erobert Mainz und beendet ihre Existenz als Freie Stadt
- 1806 - Kapitulation des preußischen Heeres unter Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen an Napoléon Bonaparte bei Prenzlau.
- 1886 - Die 94 Meter hohe Freiheitsstatue in New York, ein Geschenk des französischen Volks, wird vom US-Präsidenten Stephen Grover Cleveland eingeweiht.
- 1904 - Das erste, 14,5 km lange Teilstück der New Yorker U-Bahn wird eröffnet.
- 1918 - Matrosenaufstand in Wilhelmshaven. Beginn der deutschen Novemberrevolution.
- 1918 - Gründung der Tschechoslowakischen Republik (ČSR) - „1. Republik“.
- 1922 - Faschisten marschieren in Rom ein („Marsch auf Rom“).
- 1940 - Zweiter Weltkrieg: Nach Ioannis Metaxas' berühmtem „όχι“ auf Mussolinis ultimativer Forderung nach Kapitulation beginnt von albanischem Gebiet aus der Angriff Italiens auf Griechenland.
- 1962 - Mit dem Einlenken Chruschtschows wird die Kubakrise beendet.
- 1973 - Sieben arabische Ölländer verkünden einen Ölboykott gegen die USA und die Niederlande und führen damit die 1. Ölkrise herbei.
- 1977 - Rede des Bundeskanzlers Helmut Schmidt vor dem IISS über die politischen und wirtschaftlichen Aspekte westlicher Sicherheit
- 1980 - Kulturabkommen zwischen Deutschland und Luxemburg. In Kraft seit dem 1. März 1982
Wirtschaft
Wissenschaft, Technik
- 1636 - In Cambridge (Massachusetts) wird die Harvard Universität gegründet. Ihren Namen verdankt sie ihrem ersten Wohltäter, John Harvard.
- 1869 - Dmitri Iwanowitsch Mendelejew veröffentlicht das Periodensystem der Elemente.
- 1908 - Beim ersten Motorflug in Deutschland legt Hans Grade in Magdeburg mit seinem selbstgebauten Dreidecker 100 m zurück, bevor es zur Bruchlandung kommt.
- 1937 - Karl Wilhelm Reinmuth entdeckt den Asteroiden Hermes
- 1971 - In Woomera startet Großbritannien erfolgreich den bis heute einzigen Satelliten mit einer britischen Trägerrakete und zwar den Testsatelliten Prospero.
Kultur
- 1788 - Uraufführung der komischen Oper Der lahme Husar von Justin Heinrich Knecht in Biberach.
- 1905 - Das Düsseldorfer Schauspielhaus wird mit der Aufführung von Friedrich Hebbels Judith eingeweiht.
- 1915 - Unter des Leitung des Komponisten wird Richard Strauss' Eine Alpensinfonie uraufgeführt.
- 1948 - Uraufführung der Oper Drei Haare des Väterchens Allwissend von Rudolf Karel am Nationaltheater in Prag.
Religion
- 1965 - Das Zweite Vatikanische Konzil verabschiedet – neben anderem – Nostra Aetate, die Erklärung zum Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen.
Katastrophen
- 1746 - Erdbeben der Stärke 8,4 im Gebiet Limas in Peru, 600.000 Tote
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
- 1017 - Heinrich III., römisch-deutscher Kaiser
- 1469 - Erasmus von Rotterdam, niederländischer Theologe
- 1510 - Francisco de Borja, dritter General der Jesuiten
- 1536 - Felix Platter, Schweizer Arzt und Schriftsteller
- 1550 - Stanislaus Kostka, polnischer Jesuit und Heiliger
- 1585 - Cornelius Jansen, niederländischer Theologe
- 1696 - Moritz Graf von Sachsen, deutscher Feldherr und Kriegstheoretiker
- 1703 - Johann Gottlieb Graun, Violinist und Komponist
- 1751 - Dmytro Bortnjanskyj, ukrainischer Komponist
- 1756 - ALF, fiktiver Außerirdischer
- 1759 - Georges Jacques Danton, französischer Revolutionär
- 1762 - Karl Philipp Conz, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1797 - Giuditta Pasta, italienische Opernsängerin
- 1816 - Malwida von Meysenbug, deutsche Schriftstellerin
- 1842 - Anna Elizabeth Dickinson, US-amerikanische Frauenrechtlerin
- 1852 - Theodor Fritsch, deutscher Publizist
- 1860 - Jigoro Kano, Begründer der Kampfsportart Judo
- 1860 - Hugo Preuß, Jurist, Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei und Vater der Weimarer Verfassung
- 1865 - James Brendan Connolly, erster Olympiasieger der Neuzeit
- 1867 - Hans Driesch, deutscher Biologe
- 1880 - Hans Schomburgk, deutscher Afrikaforscher und Pionier des Tierfilms
- 1880 - Michele Cipolla, italienischer Mathematiker
- 1882 - Grigol Robakidse, georgischer Schriftsteller
- 1885 - Per Albin Hansson, schwedischer Politiker und Premierminister
- 1886 - Frans de Bruyn Kops, niederländischer Fußballspieler
- 1893 - Karl Farkas, österreichischer Schauspieler, Regisseur, Schriftsteller, Kabarettist
- 1902 - Elsa Lanchester, britische Schauspielerin
- 1903 - Evelyn Waugh, britischer Schriftsteller
- 1907 - Thomas Hampson, britischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1909 - Francis Bacon, britischer Maler
- 1914 - Jonas Edward Salk, US-amerikanischer Bakteriologe
- 1914 - Richard L. M. Synge, britischer Chemiker, Chemienobelpreisträger
- 1915 - Jürgen Thorwald, deutscher Schriftsteller
- 1916 - Erich Mende, deutscher Politiker
- 1919 - Bernhard Wicki, österreichischer Schauspieler und Regisseur (Die Brücke)
- 1922 - Marie Louise Fischer, deutsche Schriftstellerin
- 1930 - Bernie Ecclestone, Formel 1-Vermarkter
- 1932 - Gerhart Baum, deutscher Politiker
- 1932 - Spyros Kyprianou, griechisch-zypriotischer Politiker und Präsident der Republik Zypern
- 1933 - Garrincha, brasilianischer Fußballspieler
- 1936 - Charlie Daniels, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1936 - Horst Antes, deutscher Maler, Bildhauer und Grafiker
- 1941 - Curtis Lee, US-amerikanischer Sänger
- 1941 - Hank B. Marvin, britischer Musiker und Songschreiber (Drifters)
- 1943 - Cornelia Froboess, deutsche Schauspielerin und Schlagersängerin
- 1944 - Coluche, französischer Schauspieler
- 1944 - Anton Schlecker, deutscher Unternehmer
- 1945 - Wayne Fontana, britischer Sänger
- 1948 - Dennis Franz, US-amerikanischer Schauspieler
- 1948 - Thelma Hopkins, US-amerikanische Sängerin
- 1948 - Ricky Lee Reynolds, US-amerikanischer Musiker
- 1950 - Annette Humpe, deutsche Musikerin
- 1955 - William Henry „Bill“ Gates, US-amerikanischer Unternehmer (Microsoft)
- 1956 - Mahmoud Ahmadinejad, sechster iranischer Staatspräsident
- 1963 - Eros Ramazzotti, italienischer Popsänger
- 1967 - André Eisermann, deutscher Theater- und Filmschauspieler
- 1967 - Julia Roberts, US-amerikanische Schauspielerin
- 1969 - Michael Rotschopf, österreichischer Schauspieler
- 1974 - Joaquin Phoenix, Hollywood-Schauspieler
- 1977 - Christoph Bieler, österreichischer Nordischer Kombinierer
- 1979 - Isabella Ochichi, kenianische Leichtathletin und Olympionikin
- 1979 - Aki Hakala, Drummer der Rockband The Rasmus
- 1981 - Milan Baroš, tschechischer Fußballspieler
- 1989 - Louis Klamroth, deutscher Schauspieler („Das Wunder von Bern“)
Gestorben
- 1138 - Boleslaw III. (Polen), Herzog von Polen
- 1412 - Margarethe I., Königin von Dänemark, Norwegen und Schweden
- 1703 - John Wallis, englischer Mathematiker und Taubstummenlehrer
- 1704 - John Locke, einer der Hauptvertreter des Empirismus
- 1708 - Georg Dänemark, Ehemann der britischen Königin Anne
- 1754 - Friedrich von Hagedorn, bürgerlicher Rokokodichter
- 1763 - Heinrich Graf von Brühl, war sächsischer Premierminister
- 1768 - Michel Blavet, französischer Flötist und Komponist
- 1776 - Sophie von Sachsen-Hildburghausen, war Herzogin von Sachsen-Coburg-Saalfeld
- 1787 - Johann Karl August Musäus, deutscher Schriftsteller und Literaturkritiker
- 1792 - John Smeaton, englischer Ingenieur
- 1858 - Ida Pfeiffer, österreichische Entdeckerin und Reiseschriftstellerin
- 1880 - Edouard Séguin, französischer Arzt und Pädagoge
- 1889 - Gustav Rümelin, Pädagoge und Statistiker
- 1899 - Ottmar Mergenthaler, deutsch-amerikanischer Feinmechaniker Linotype
- 1901 - Paul Rée, deutscher Philosoph
- 1916 - Cleveland Abbe, US-amerikanischer Astronom und Meteorologe
- 1916 - Oswald Boelcke, deutscher Jagdpilot
- 1924 - Walter Boveri, Industrieller, Gründer von Brown, Boveri & Cie (BBC)
- 1929 - Bernhard Fürst von Bülow, Reichskanzler des Deutschen Reiches
- 1937 - Georg Domizlaff, Präsident der Oberpostdirektion in Leipzig
- 1959 - Walther Bauersfeld, deutscher Ingenieur und Physiker
- 1965 - Earl Bostic, US-amerikanischer Musiker
- 1968 - Lise Meitner, österreichisch-deutsch-schwedische Atomphysikerin
- 1989 - Kateb Yacine, algerischer Schriftstller
- 1994 - Agnes Fink, deutsche Schauspielerin
- 1995 - Gisela Schlüter, deutsche Schauspielerin und Kabarettistin
- 1996 - Franca Magnani, ARD-Korrespondentin in Rom
- 1998 - Ted Hughes, englischer Lyriker
- 2002 - Erling Persson, schwedischer Unternehmer (Gründer von Hennes & Mauritz)
- 2003 - Joan Perucho, spanischer Schriftsteller
- 2005 - Richard E. Smalley, US-amerikanischer Chemiker
- 2005 - Raymond Hains, französischer Maler und Bildhauer
- 2005 - Eugene K. Bird, US-amerikanischer Soldat und Kommandant von Spandau
Feier- und Gedenktage
- Nationalfeiertag in Tschechien (Unabhängigkeitstag von 1918)
- Gedenktag der Apostel Simon und Judas Taddäus
Siehe auch
- 27. Oktober - 29. Oktober
- 28. September - 28. November
- Oktober - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
1028
ja:10月28日
ko:10월 28일
simple:October 28
th:28 ตุลาคม
Celerina
Celerina/Schlarigna (deutsch/rätoromanischer Doppelname) ist eine Schweizer Gemeinde im Oberengadin und liegt im Kanton Graubünden.
Die Nachbardörfer sind St. Moritz im Südwesten, Samedan im Nordosten und Pontresina im Südosten. Da das Tal bei Celerina gegen drei Himmelsrichtungen hin geöffnet ist, kann Celerina mehr Sonnenstunden verzeichnen als die umliegenden Dörfer.
Berühmt wurde Celerina vor allem durch seine Bobbahn und die Nähe zum mondänen St. Moritz.
Mehrere Namenswechsel
Bis ins Jahr 1943 wurde die Gemeinde offiziell Celerina genannt. Dann hiess sie für ganze sieben Jahre Schlarigna/Celerina, um bereits 1950 (erneut offiziell) auf Celerina/Schlarigna umbenannt zu werden.
Siehe auch: Namensänderungen politischer Gemeinden der Schweiz
Weblink
- [http://www.gemeinde-celerina.ch Offizielle Website der Gemeinde Celerina/Schlarigna]
- [http://www.celerina.ch Tourismusseite Celerina]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D1538.html Artikel Celerina/Schlarigna] im Historischen Lexikon der Schweiz
Kategorie:Ort in der Schweiz
Kategorie:Ort im Kanton Graubünden
Kategorie:Schweizer Gemeinde
Schweiz
Die Schweizerische Eidgenossenschaft (franz. Confédération suisse, ital. Confederazione Svizzera, rätoroman. Confederaziun svizra, lat. Confoederatio Helvetica), kurz Schweiz, ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa. Der Name Schweiz ist die ins Hochdeutsche übertragene Form des Kantonsnamens Schwyz, der auf die gesamte Eidgenossenschaft verallgemeinert wurde.
Die Schweiz liegt zwischen Bodensee und Genfersee, Alpenrhein und Jura, Hochrhein und Alpensüdrand. Sie grenzt nördlich an Deutschland (345.7 km Grenzlänge), östlich an Liechtenstein (41.1 km) und Österreich (165.1 km), südlich an Italien (734.2 km). Der westliche Nachbar ist Frankreich mit 571.8 km gemeinsamer Grenzlänge.
In Kürze
Frankreich
Die Schweiz ist geprägt von Gebirgen, Seen und Wäldern.
Die Schweizer verstehen sich als «Willensnation» – sie bilden weder ethnisch noch sprachlich noch religiös eine Einheit. Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl speist sich aus der gemeinsamen Geschichte, den gemeinsamen Mythen, gemeinsamen politischen Grundhaltungen (Föderalismus, Volksrechte) und zum Teil aus dem Gefühl, in Europa einen Sonderfall zu bilden.
Der Legende nach wurde die Eidgenossenschaft am 1. August 1291 auf der Rütli-Wiese gegründet. Der 1. August ist deshalb heute Nationalfeiertag.
Die Schweiz in ihrer heutigen Form als föderalistischer Bundesstaat besteht seit 1848. Sie gliedert sich in 26 Kantone.
Die ständige Wohnbevölkerung beträgt 7.4 Millionen, davon sind 20.6 % Ausländer.
Die Lebenserwartung beträgt 82.8 Jahre für Frauen und 77.2 für Männer (BFS, 2005).
Offizielle Landessprachen sind deutsch, französisch, italienisch und rätoromanisch.
41 % der Schweizer Bürger sind römisch-katholisch und 40 % sind evangelisch-reformiert.
Die Schweiz ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von durchschnittlich 58'000 Schweizer Franken (38'000 Euro) pro Einwohner und Jahr eines der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt. Drei Viertel der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor tätig.
Die Schweiz versteht sich als aussenpolitisch neutral. Sie ist Mitglied der UNO, der EFTA, des Europarats, der WTO, nicht aber der Europäischen Union.
Das Landeskennzeichen der Schweiz ist «CH», für Confœderatio Helvetica, die lateinische Bezeichnung für Schweizerische Eidgenossenschaft.
Geografie
CH
Die Schweiz gliedert sich in fünf geografische Räume, die klimatisch grosse Unterschiede aufweisen: den Jura, das Mittelland, die Voralpen, die Alpen und die Alpensüdseite.
38% (14'813 km²) der Schweizer Fläche werden landwirtschaftlich genutzt. Davon sind 30.4% (12'522 km²) Wald. Überbaut sind 5.8% (2418 km²). 25.5 % (10'531 km²) – vorwiegend in den Bergen – gelten als unproduktive Naturfläche.
Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 220 km, die grösste West-Ost-Ausdehnung 348 km.
Geologie
Die geologische Struktur der Schweiz ist im Wesentlichen das Ergebnis einer
Plattenkollision Afrikas und Europas während der letzten Jahrmillionen.
Geologisch wird die Schweiz in fünf Hauptregionen eingeteilt: Die Alpen bestehen im Kern aus Granit, der Jura ist ein junges Faltengebirge aus Kalkstein. Zwischen dem Jura und den Alpen liegt das teils flache, teils hügelige Mittelland. Dazu kommen noch die Poebene im südlichsten Zipfel des Tessins, dem Mendrisiotto (Mendrisio), sowie die Oberrheinische Tiefebene um Basel, welche zum allergrössten Teil ausserhalb der Schweiz liegen.
Berge
Oberrheinische Tiefebene
In der Schweiz gibt es insgesamt 74 Viertausender. Davon befinden sich 55 ganz in der Schweiz; 19 sind an der Grenze zu Italien. Die zwölf höchsten Berge der Schweiz befinden sich alle in den Walliser Alpen. Der höchste unter ihnen ist die Dufourspitze im Monte-Rosa-Gebirgsmassiv mit 4634 m. Die Dufourspitze ist damit gleichzeitig der höchste Punkt der Schweiz. Der im Ausland bekannteste Berg in den Schweizer Alpen ist das Matterhorn (4478 m) südlich von Zermatt.
Im Berner Oberland bilden der Eiger (3970 m), der Mönch (4107 m) und die Jungfrau (4158 m) eine bekannte Dreiergruppe.
Die markanten Punkte der Ostalpen sind der Piz Bernina (4049 m), der östlichste Viertausender der Alpen, und der Piz Palü (3901 m).
In den Voralpen sind die Erhebungen deutlich tiefer, nicht desto weniger existieren hier bekannte Punkte, so der Luzerner Hausberg Pilatus (2032 m), der Titlis (3238 m), die Rigi (1797 m) im Kanton Schwyz oder der Säntis (2502 m) im Alpstein in der Ostschweiz. Erwähnenswert sind auch die Gebirge im Tessin.
Die grösste Erhebung im Jura befindet sich in Frankreich, es ist der Crêt de la Neige mit 1718 m. Der höchste Schweizer Jura-Berg ist der Mont Tendre mit 1679 m. Der bekannteste Vertreter ist jedoch vermutlich das Chasseral (1607 m). Weitere Berge sind la Dôle (1677 m), Chasseron (1607 m) und le Suchet (1588 m).
Siehe auch: Liste der Berge in der Schweiz
Liste der Berge in der Schweiz]]
Seen
Die Schweiz hat aufgrund ihrer topographischen Struktur und vor allem aufgrund der Vergletscherung während der Eiszeiten viele Seen. Ein Grossteil sind kleinere Bergseen.
Der grösste See der Schweiz ist der Genfersee (580.03 km²) an der französischen Grenze. Er liegt zu knapp 60 % auf Schweizer Boden. Der an Deutschland und Österreich grenzende Bodensee ist mit 536.00 km² etwas kleiner (23.73 % der Uferlänge auf Schweizer Boden).
Der Lago Maggiore an der italienischen Grenze (19,28 % auf Schweizer Territorium) bildet mit 193 m ü.M. den tiefsten Punkt der Schweiz.
Die grössten sich ausschliesslich in der Schweiz befindenden Seen sind der Neuenburgersee (215.20 km²), der Vierwaldstättersee (113.72 km²) und der Zürichsee (88.17 km²).
Siehe auch: Liste der Seen in der Schweiz
Flüsse
Liste der Seen in der Schweiz]]
Zwei der drei grössten Flüsse Europas, der Rhein und die Rhône, haben ihren Ursprung in der Schweiz. Beide entspringen im Gotthardmassiv. In der Schweiz befinden sich mehrere Wasserscheiden.
Der Rhein fliesst bei Reichenau im Kanton Graubünden aus Vorder- und Hinterrhein zusammen, wobei nur der Vorderrhein tatsächlich dem östlichen Gotthardmassiv entspringt. Der Hinterrhein entspringt im weiter südlich gelegenen Rheinwald, in der Nähe des San Bernhardino-Passes an der Grenze zum Tessin. Der Rhein fliesst von Reichenau in nördlicher Richtung durch das Rheintal und bildet die Grenze zum Fürstentum Liechtenstein und dem Österreichischen Bundesland Vorarlberg bis in den Bodensee. Bei Konstanz, verlässt er den Bodensee in westlicher Richtung und bildet zu einem grossen Teil die Grenze zu Deutschland (Der grösste Teil des Kantones Schaffhausen und ein Teil des Halbkantons Basel-Stadt befindet sich nördlich des Rheins). Kurz nach Schaffhausen (Neuhausen) befindet sich der grösste Wasserfall Mitteleuropas, der Rheinfall (siehe Bild). Im weiteren Verlauf durchquert er die Stadt Basel und verlässt die Schweiz daraufhin in Richtung Norden bis er schliesslich in die Nordsee mündet.
Die Rhône entspringt auf der westlichen Seite des Gotthardmassivs (Rhônegletscher) und fliesst durch den gesamten Kanton Wallis in den Genfersee. Am westlichen Seeende fliesst die Rhône durch die Stadt Genf, verlässt kurz darauf die Schweiz und mündet ins Mittelmeer.
Mit Ausnahme der Engadiner und Tessiner Gewässer münden alle Gewässer der Schweiz in Rhein oder Rhône.
Der Inn entspringt südlich von St. Moritz (Maloja) im Engadin (Graubünden). Er fliesst durch Silser- und Silvaplanersee in Richtung Norden und verlässt die Schweiz bei Vinadi. Er passiert die bekannten Tiroler Städte Landeck und Innsbruck und mündet im bayerischen Passau in die Donau.
Der Namensgeber des Kantons Tessin, der Ticino, entspringt im südlichen Gotthardmassiv und fliesst durch die Nordhälfte des Kantons in den Lago Maggiore und verlässt damit die Schweiz. Er mündet schliesslich in den Po.
Innerhalb der Schweiz hat der Rhein mit 375 km den längsten Lauf, gefolgt vom Rhein-Zubringer Aare mit 295 km (die Aare entspringt wie die Rhône im westlichen Gotthardmassiv). Die Rhône hat eine Länge von 264 km innerhalb der Schweiz.
Im nördlichen Gotthardmassiv entspringt zusätzlich der aus der Schweizer Geschichte bekannte Fluss Reuss (Fluss), welcher in den Vierwaldstättersee, durch Luzern und schliesslich zusammen mit der aus Zürich kommenden Limmat in die Aare fliesst. Der wohl bekannteste Fluss des Jura ist der Le Doubs, der in Frankreich entspringt nach Norden fliesst und teils die schweiz/französische Grenze bildet, teils auf Schweizer Boden fliesst. Im Kanton Jura macht der Le Doubs einen Richtungswechsel und fliesst in südwestlicher Richtung in die Saône.
Siehe auch: Liste der Flüsse in der Schweiz
Klima
Liste der Flüsse in der Schweiz
Liste der Flüsse in der Schweiz
Liste der Flüsse in der Schweiz
Nördlich der Alpen herrscht gemässigtes mitteleuropäisches Klima, südlich der Alpen ist es eher mediterran.
Das Klima ist regional jedoch sehr unterschiedlich. Dies ist bedingt durch die Höhenlage wie auch durch die geografische Lage.
Während in der Innerschweiz, in den Alpen und im Tessin die durchschnittliche Regenmenge bei ungefähr 2000 mm/Jahr liegt, beträgt sie im Wallis (Rhônetal) nur 550 mm/Jahr; der trockenste Ort ist Ackersand mit 521 mm im Jahresmittel. Im Mittelland beträgt die Menge etwa 1000–1500 mm/Jahr.
Die Regenmenge ist im Sommer mit Ausnahme des Rhônetals ungefähr doppelt so hoch wie im Winter. So liegt das Monatsmittel in Zürich im Januar bei 73 mm und im Juni bei 131 mm. Das Monatsmittel für Juli in Sion im Rhônetal dagegen liegt bei 40 mm und im Januar bei 61 mm (jeweils Auswertungen der Jahre 1961–1990).
Die Temperaturen in der Schweiz sind primär abhängig von der Höhenlage. Generell liegt in den Niederungen die Durchschnittstemperatur im Januar bei rund -1 bis +1 °C. Im wärmsten Monat, dem Juli, liegt diese bei 16 bis 19 °C. Die Jahrestemperaturen betragen ungefähr 7 bis 9 °C. In der Magadinoebene im Tessin liegt der Durchschnittswert etwa 2 bis 3 °C höher. Im Oberengadin ist es rund 10 °C kälter. Der durchschnittlich wärmste Ort (mit einer MeteoSchweiz-Messstation) ist Locarno-Monti mit einem Jahresmittel von 11.5 °C, der kälteste auf dem Jungfraujoch mit -7.5 °C. Absolute Rekorde mass man in Grono mit 41.5 °C am 11. August 2003, beziehungsweise in La Brévine mit -41.8 °C (12. Januar 1987).
Während Hagel in den Alpen, in der Romandie wie auch im Tessin ein eher seltenes Ereignis ist, war deren Intensität in der Periode 1999–2002 vor allem im Emmental, im Laufental wie auch im Toggenburg am höchsten. Es hagelte dort bis zu 60 Minuten im Jahresdurchschnitt. In den anderen Regionen beschränkt sich Hagel auf unter 30 Minuten.
Nebel ist im ganzen Mittelland zu beobachten. Besonders häufig ist der Nebel entlang der Aare, der nördlichen Reuss wie auch im Thurgau, wo er vor allem im Herbst über mehrere Wochen auftreten kann. In den Tälern erscheint der Nebel seltener.
Häufig auftretende Winde in der Schweiz sind der milde Föhn und die kalte Bise. Die höchste je gemessene Windgeschwindigkeit ist 285 km/h (Jungfraujoch, 27. Februar 1990).
Bekannte Formen von Naturkatastrophen in der Schweiz sind Schnee- und Gerölllawinen sowie Überschwemmungen.
Flora und Fauna
30 Prozent der Landoberfläche der Schweiz sind bewaldet.
In den Alpen dominieren Nadelhölzer (Tannen, Fichten, Lärchen, Arven). Die Wälder in den Alpen haben wichtige Funktionen als Lawinen- (Bannwald) und Hochwasserschutz (der Wald fängt die Regenmenge auf und gibt sie nur langsam wieder ab).
Im Mittelland, im Jura und auf der Alpensüdseite unterhalb von 1000 Metern wachsen Laubmischwälder und Laubwälder.
Im Tessin gibt es als regionale Besonderheit ausgedehnte Kastanienwälder, die in früheren Zeiten eine Hauptrolle bei der Ernährung der Bevölkerung spielten.
Bevölkerung
Sprachen
Kastanienwälder
Der Artikel 4 der Bundesverfassung hält seit 1999 fest: «Die Landessprachen sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.». Im Artikel 701 heisst es zudem: «Die Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Im Verkehr mit Personen rätoromanischer Sprache ist auch das Rätoromanische Amtssprache des Bundes.»
Im Kanton Zürich ist zusätzlich die Gebärdensprache verfassungsmässig anerkannt.
Wegen der oben zitierten Verfassungsbestimmung mit vier anerkannten Landessprachen, nehmen manche Leute irrtümlich an, Schweizer sprächen vier Sprachen, was jedoch nicht der Fall ist. Wirklich viersprachig ist einzig der Bundesstaat als Institution. Bereits auf Kantons- und Gemeindeebene ist es anders: In den meisten Fällen existiert nur eine Amtssprache. Wer aus einem anderssprachigen Landesteil zuzieht, hat kein Recht darauf, in seiner angestammten Sprache mit den neuen Kantons- und Gemeindebehörden zu verkehren.
Mit 63.7 % ist Deutsch (hellgrau) die meistverbreitete Sprache. Die Bevölkerung spricht aber gemeinläufig einen der vielen schweizerdeutschen Dialekte. Französisch wird von 20.4 % (blau) der Bevölkerung gesprochen. Dieser Teil des Landes wird häufig die Suisse romande oder Romandie genannt. Im Kanton Tessin und vier Südtälern des Kantons Graubünden wird Italienisch (rot, Anteil 6.5 %) gesprochen. Die vierte Landessprache, Rätoromanisch (grün), hat einen Anteil von 0.5 % und wird in Graubünden gesprochen, wobei praktisch alle Rätoromanischsprachigen daneben noch deutsch sprechen. Durch Zuwanderung bedingt sprechen mittlerweile 9 % der Einwohner andere Sprachen als die Landessprachen. Von diesen ist das Serbisch-Bosnisch-Kroatische mit 1.5 % am weitesten verbreitet.
Als Fremdsprachen beherrschen die meisten Schweizer eine zweite Landessprache und Englisch.
Siehe auch: Sprachen in der Schweiz, :Kategorie:Schweizer Sprache
Religionen
:Kategorie:Schweizer Sprache]
Von den Schweizer Bürgern sind 41 % katholisch, 40 % reformiert, 2.5 % in Freikirchen, 5.5 % gehören zu anderen Religionsgemeinschaften und 11 % sind ohne Religionszugehörigkeit. Von den Ausländern in der Schweiz sind 44 % römisch-katholisch, 5 % evangelisch-reformiert, 17 % orthodox, 18 % islamisch, und 2 % ohne Bekenntnis.
Es ist den Kantonen überlassen, ob sie ausgewählten Religionsgemeinschaften einen besonderen Status als Landeskirche verleihen wollen. In den meisten Kantonen haben die Römisch-Katholische Kirche und die Evangelisch-Reformierte Kirche, in einigen Kantonen zusätzlich die Christkatholische Kirche diesen Status inne. In einigen Westschweizer Kantonen gibt es keine Landeskirchen, weil dort Kirche und Staat vollständig getrennt sind.
Protestantisch dominiert sind der Kanton Bern, Teile von Graubünden und Schaffhausen, Zürich, Basel die meisten Westschweizer Kantone, insbesondere die Calvinstadt Genf. Die Römisch-Katholische Kirche dominiert in den Kantonen Freiburg, Jura, Wallis, Tessin, in den Kantonen der Zentralschweiz und in Teilen der Ostschweiz. Die Christkatholische Kirche ist nur in Teilen der Nordwestschweiz von Bedeutung. Mit 0.33 % ist der Buddhismus in der Schweiz stärker vertreten als in anderen Ländern Europas.
Siehe auch: Religionen in der Schweiz
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Schweiz.
Nach dem Untergang des Römischen Reiches besiedelten Burgunder und Alamannen das Gebiet der heutigen Schweiz. Bis 746 unterwarfen die Franken beide Völker, deren Territorium Teil des Fränkischen Reiches wurde. Bei der Teilung dieses Reiches kam das Gebiet der Schweiz zum Ostfrankenreich, dem späteren Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Ihr Gebiet gehörte dabei grösstenteils zum Stammesherzogtum Schwaben und zum Königreich Burgund. In der frühen deutschen Geschichte spielen Adelsgeschlechter aus der Schweiz wie die Habsburger, Zähringer, Kyburger, Lenzburger und Rudolfinger eine wichtige Rolle. Ausserdem waren die Alpenpässe für die deutsche Herrschaft über Italien von grösster Wichtigkeit. So lässt sich erklären, weshalb die deutschen Herrscher immer ein ganz besonderes Augenmerk auf die Talschaften in den Alpen legten. Die Bewohner der Talschaften der Innerschweiz sahen diese «Reichsunmittelbarkeit» als Privileg.
Burgund]
Die drei «Urkantone» oder «Waldstätte» (Orte) Uri, Schwyz und Unterwalden schlossen 1291 nach dem Tod des deutschen KönigsRudolf I. von Habsburg einen Bund zum Schutz ihrer «alten Freiheiten». Eine diesbezügliche Urkunde, der sogenannte Bundesbrief, ist datiert auf Anfang August 1291. Der Legende nach geschah die Beschwörung dieses Bundes auf dem Rütli. Ins breite Bewusstsein der Menschen drang diese Legende mit dem 1804 veröffentlichten Theaterstück «Wilhelm Tell» von Friedrich Schiller. Im 19. Jahrhundert wurde der 1. August 1291 als Datum für die Begründung der alten Eidgenossenschaft und damit als schweizerischer Nationalfeiertag festgelegt. Beim Bündnis von 1291 ging es jedoch weniger um den Schutz vor dem Haus Habsburg, als vielmehr darum, sich für die Unsicherheiten nach der Wahl eines neuen deutschen Königs abzusichern. Tatsächlich folgte ja auf Rudolf eine eher unsichere Zeit mit schnell wechselnden Herrschern.
Das schlechte Verhältnis zwischen den Eidgenossen und dem Herrscherhaus der Habsburger rührt von der deutschen Königswahl vom 25.11.1314 her, als der Wittelsbacher Ludwig der Bayer und der Habsburger Friedrich der Schöne gleichzeitig zum deutschen König gewählt wurden. Die Eidgenossen hielten zu Ludwig dem Bayer. Dies und ein Überfall auf das Kloster Einsiedeln bewog Leopold I. von Österreich 1315 zu einem Kriegszug gegen die Eidgenossen, der in der Schlacht am Morgarten unglücklich für ihn endete. Um ihre Selbständigkeit gegenüber Habsburg zu wahren, schlossen sich Luzern, Zürich, Glarus, Zug und Bern im 14. Jahrhundert dem Bund der Waldstätte an. Das resultierende Gebilde wurde als die Acht Alten Orte bezeichnet.
Es folgten weitere Auseinandersetzungen mit dem Haus Habsburg: 1386 bei Sempach und 1388 bei Näfels gelang es den Eidgenossen habsburgische Ritterheere zu schlagen. 1415 eroberten sie sogar die habsburgischen Stammlande im Aargau. Zwischen der Stadt Zürich und den übrigen Eidgenossen kam es wegen der Erbschaft der Grafen von Toggenburg zum Alten Zürichkrieg (1436–1450) in dessen Verlauf sich Zürich mit Habsburg verbündete. In der Schlacht bei St. Jakob an der Birs wurden die habsburgischen Hilfstruppen der Armagnaken zwar nicht geschlagen, sie zogen sich jedoch angesichts der hohen Verluste wieder zurück. Zürich war schliesslich zur Rückkehr in die Eidgenossenschaft gezwungen. Ein weiterer Krieg brachte Habsburg 1460 um den Thurgau, so dass sich Herzog Sigismund von Tirol am 11.6.1474 in der «Ewigen Richtung» gezwungen sah, die alte Eidgenossenschaft als eigenständiges Staatswesen anzuerkennen. 1474 zogen die Eidgenossen auf Wunsch Kaiser Friedrich III. gegen Karl den Kühnen von Burgund und vernichteten den mächtigen burgundischen Staat. Bern und Freiburg expandierten in dieser Zeit ins vormals savoyisch und burgundisch kontrollierte Waadtland, das sie bis 1536 ganz eroberten.
Der militärische Sieg über die Burgunder bestärkte die Eidgenossenschaft in ihrem Willen nach Selbständigkeit. Aus diesem Grund widersetzte sie sich der Reichsreform von Kaiser Maximilian I.. Der Versuch Maximilians, im sogenannten Schwabenkrieg die Eidgenossen gefügig zu machen, endete 1499 im Frieden zu Basel mit der faktischen Unabhängigkeit der Schweiz vom Heiligen Römischen Reich. Mit dem Beitritt von weiteren Kantonen erweiterte sich die Eidgenossenschaft bis 1513 auf Dreizehn Orte. Dazu kamen weitere Verbündete, die sogenannten zugewandten Orte.
zugewandten Orte
Die Expansion der Eidgenossenschaft in Richtung Oberitalien erfolgte zur Sicherung der Alpenpässe. Dadurch wurde die Eidgenossenschaft in die komplizierten italienischen Kriege zwischen Habsburg, Frankreich, Venedig, dem Papst, Spanien und den verschiedenen italienischen Potentaten verwickelt. Aus jener Zeit stammt auch die Schweizergarde, die der Papst Julius II. 1506 gründete. Bis 1513 gelang den Eidgenossen die Eroberung des heutigen Tessin und schliesslich sogar von Mailand, über welches sie die Schutzherrschaft ausübten. Nach einer Niederlage gegen Frankreich in der Schlacht bei Marignano 1515 endete die militärische Dominanz über Oberitalien. Der Mythos der Unbesiegbarkeit der Schweizer war widerlegt und es offenbarte sich die politische Zerstrittenheit der Orte untereinander. Dadurch wurde ab 1515 eine weitere wirksame Aussenpolitik verhindert und es begann die Phase des "Stillsitzens", was man später Neutralitätspolitik nannte. Die Dreizehn Orte schlossen 1521 ein Soldbündnis mit Frankreich ab und erhielten dafür Pensionen, Zoll- und Handelsvergünstigungen und politischen Beistand bei inneren und äusseren Konflikten. Die alte Eidgenossenschaft wurde damit faktisch ein französisches Protektorat.
Die von Ulrich Zwingli 1519 eingeleitete Reformation in Zürich breitete sich im Mittelland aus und führte zu grossen Spannungen zwischen den verschiedenen Kantonen. Nach den religiös begründeten Kappelerkriegen kam es 1531 im Zweiten Kappeler Landfrieden zum Kompromiss: Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen und Teile von Graubünden blieben reformiert; die Urkantone, Luzern, Zug, Solothurn und Freiburg blieben katholisch. 1541 setzte Johannes Calvin in Genf die Reformation durch. Trotzdem kam es noch zweimal in den Villmergerkriegen von 1656 und 1712 zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Konfessionsgruppen unter den Orten.
Am 24. Oktober 1648 erreichte die Schweiz im Westfälischen Frieden die völkerrechtliche Anerkennung ihrer Souveränität und löste sich damit vom Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.
Am 5. Mai 1798 wurde die Alte Eidgenossenschaft von Frankreich besetzt. Im Gebiet der Schweiz wurde daraufhin nach französischem Vorbild eine Helvetische Republik als Zentralstaat errichtet. Die bisherigen Unterschiede zwischen Untertanenlande und herrschenden Städten und Orten wurden aufgehoben. Fünf Jahre später, 1803, verordnete Napoléon Bonaparte in der Mediationsakte der Schweiz jedoch wieder eine Verfassung, welche zum Prinzip des Föderalismus und damit zu autonomen Kantonen zurückkehrte. Die ehemaligen Untertanengebiete und die zugewandten Orte wurden in die neuen Kantone St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin und die Waadt umgewandelt. Waadt
1815 wurde die «immer währende Neutralität der Schweiz» durch die europäischen Grossmächte am Wiener Kongress anerkannt. Eine neue Verfassung, der «Bundesvertrag», stärkte in der so genannten Restauration die Eigenständigkeit der Kantone, so das die Schweiz wieder zu einem Staatenbund wurde.
Streitigkeiten zwischen den liberal-progressiven und den konservativ-katholischen Kantonen führten 1847 zum Sonderbundskrieg. Nach der Niederlage der konservativ-katholischen Kantone wurde die Schweiz in den modernen Bundesstaat umgewandelt und die Autonomie der Kantone durch eine neue Bundesverfassung (1848) eingeschränkt. Bern wurde der Sitz der Bundesbehörden und des Parlaments. Die Bundesverfassung wurde nur zweimal 1874 und 1999 revidiert.
Auf Initiative von Henri Dunant erfolgt 1864 in Genf die Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Während der beiden Weltkriege bewahrte die Schweiz offiziell ihre Neutralität, die allgemeine Mobilmachung wurde jedoch angeordnet. Die Schweiz nahm im Zweiten Weltkrieg einerseits Flüchtlinge auf, wies aber zeitweise gezielt Juden an den Grenzen ab. Die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg wurde in den 1990er-Jahren im Bergier-Berichtes kritisch aufgearbeitet. Unrühmliche Kapitel der neueren Zeit sind einerseits die Verfolgung der Jenischen zwischen 1926 und 1972 durch das «Hilfswerk» Kinder der Landstrasse und anderseits die sechsstellige Zahl an Verdingkindern, welche zwischen 1800 bis in die 1960er und 1970er-Jahren zu Zwangsarbeit auf Bauernhöfen eingesetzt wurden und häufig misshandelt worden sind.
Die Volksrechte wurden seit 1848 immer stärker ausgebaut. 1919 wurde das Proporzwahlverfahren für den Nationalrat eingeführt. 1971 wurde in einer Volksabstimmung das Frauenstimmrecht nach jahrzehntelangen Kampf angenommen. Der von der Regierung angestrebte Beitritt zum EWR scheiterte 1992. Die Schweiz trat nach einer positv ausgegangenen Volksabstimmung am 10. September 2002 den Vereinten Nationen (UNO) bei.
Politik
Hauptartikel: Politisches System der Schweiz
Politisches System
Die Schweiz, die weder ethnisch noch sprachlich noch religiös eine Einheit bildet, ist ein Bundesstaat. Sie unterscheidet sich von anderen Staaten durch
- die direkte Demokratie: Das Volk kann über Initiativen und Referenden direkten Einfluss auf die Regierungstätigkeit nehmen. In zwei Kantonen, Appenzell Innerrhoden und Glarus, gibt es noch eine Urform der schweizerischen Basisdemokratie: die Landsgemeinde.
- den ausgeprägten Föderalismus: Die Kantone sind neben dem Volk der Verfassungsgeber des Bundes und behalten alle Aufgaben, die in der Bundesverfassung nicht explizit dem Bund zugeordnet werden. Ausserdem starke Beteiligung der Kantone in allen Phasen der politischen Willensbildung (Vernehmlassung, Ständerat, Ständemehr)
- die Konkordanzdemokratie
- ihre selbstdeklarierte Neutralität
Gewaltenteilung
Wie in allen anderen Demokratien ist die Staatsgewalt, gestützt auf die Schweizerische Bundesverfassung, in drei Säulen gegliedert:
- Die Legislative (Bundesversammlung) besteht aus zwei Kammern, dem Nationalrat mit 200 Mitgliedern als Vertreter des Volks sowie dem Ständerat mit 46 Mitgliedern als Vertreter der Kantone. Das schweizerische Parlament ist ein sogenanntes Milizparlament: Die National- und Ständeräte üben ihr Mandat (wenigstens nominell) nebenberuflich aus.
- Die Exekutive ist der Bundesrat mit der Verwaltung. Er besteht aus sieben gleichberechtigten Mitgliedern (Kollegialitätsprinzip), den so genannten «Bundesräten» (Ministern), die je einem Departement der Bundesverwaltung vorstehen. Die Bundesräte werden vom Parlament gewählt. Für jeweils ein Jahr wird ein Mitglied des Bundesrates von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. Er leitet die Sitzungen des Bundesrates und nimmt repräsentative Aufgaben im In- und Ausland wahr, hat aber keine Vorrechte gegenüber dem Restbundesrat.
- Die Judikative besteht aus dem Schweizerischen Bundesgericht mit Sitz in Lausanne, dem Eidgenössischen Versicherungsgericht mit Sitz in Luzern, dem Bundesstrafgericht in Bellinzona und dem Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen. Gewählt werden die Bundesrichter, welche meistens einer Partei angehören, von der Bundesversammlung. Das System der Bundesgerichte befindet sich gegenwärtig im Umbau, insbesondere wurden die beiden letztgenannten erstinstanzlichen Gerichte neu geschaffen. Das Strafgericht hat die Arbeit 2004 aufgenommen; das Verwaltungsgericht wird dies voraussichtlich 2007 tun. Ein besonderer Verfassungsgerichtshof wie in anderen Ländern existiert in der Schweiz nicht, doch können alle Gerichte eine (beschränkte) Verfassungsgerichtsbarkeit ausüben.
Siehe auch: Liste der Bundespräsidenten der Schweiz, Liste der Mitglieder des Schweizerischen Bundesrates
Parteien
Parteien mit Vertreter im Bundesrat («Bundesratsparteien») sind:
- die Schweizerische Volkspartei (SVP; Stimmenanteil 2003: 26.6%),
- die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP; Stimmenanteil 2003: 23.3%),
- die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP; Stimmenanteil 2003: 17.3%) sowie
- die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP; Stimmenanteil 2003: 14.4%).
SP, FDP und SVP haben je zwei Sitze, die CVP hat einen. Diese Verteilung ist neu seit Dezember 2003, davor galt die sogenannte Zauberformel.
Von den übrigen Parteien hat die Grüne Partei der Schweiz den grössten Stimmenanteil (2003: 7.4%).
Siehe auch: Politische Parteien in der Schweiz
Internationale Organisationen
Politische Parteien in der Schweiz
Die Schweiz ist Mitglied in vielen internationalen Organisationen. Als eines der letzten Länder trat die Schweiz 2002 der UNO bei, ist aber zugleich das erste Land, dessen Volk über den Beitritt abstimmen durfte. Daneben ist die Schweiz in der OSZE, dem Europarat wie auch in der EFTA tätig. Die Schweiz nimmt an der Partnerschaft für den Frieden der NATO teil und ratifizierte das Kyoto-Protokoll.
Die Schweiz ist weder Mitglied der Europäischen Union (EU) noch des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR); jedoch bestehen wichtige bilaterale Verträge zwischen der Schweiz und der EU. Ein Beitritt zur NATO stünde im Konflikt zur Neutralität der Schweiz.
Siehe auch: Die Schweiz in den Vereinten Nationen
Politische Strukturen
Kantone
Die Schweiz in den Vereinten Nationen
Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen (vor der Totalrevision der Bundesverfassung von 1999: 23 Kantone, wovon drei in je zwei Halbkantone gegliedert waren). Die Schweiz weist im europäischen Vergleich einen sehr ausgeprägten Föderalismus auf, der die politische und wirtschaftliche Kleinräumigkeit und Fragmentiertheit der Schweiz verstärkt.
Enklaven und Exklaven
Büsingen am Hochrhein wie auch Campione d'Italia sind Enklaven in der Schweiz:
- Die deutsche Gemeinde Büsingen ist nördlich des Rheins vom Kanton Schaffhausen umgeben, südlich davon grenzt sie an die Kantone Zürich und Thurgau.
- Das italienische Campione, bekannt für sein Spielcasino, ist am Luganersee innerhalb des Kantons Tessin.
Weitere Enklaven und Exklaven gehören eher in das Kuriositätenkabinett, so liegt das Suworow-Denkmal in der Schöllenenschlucht in russischem Hoheitsgebiet. Deren Fläche beträgt 563 m². Die Schweiz selbst hat innerhalb Liechtensteins eine Exklave. Beide Gebiete sind allerdings nur einige Quadratmeter gross.
Regionen
Schöllenenschlucht
Neben den geologischen und den geografischen Regionen definierte das Bundesamt für Statistik für die Schweiz sieben Grossregionen.
Diese sind die Ostschweiz, Zürich, die Zentralschweiz, die Nordwestschweiz, die | | |