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| Wade-Giles |
Wade-GilesDas Wade-Giles-System zur phonetischen Umschrift der chinesischen Zeichen bzw. Sprache in lateinische Schrift geht auf Thomas Wade (1818-1895) und Herbert A. Giles (1845-1935) zurück. Thomas Wade war der erste Professor für Chinesisch in Cambridge und Herbert A. Giles sein direkter Nachfolger. Professor Wade hatte ein Latinisierungssystem entwickelt, das von Professor Giles in seinem Lexikon für chinesische Zeichen in der Aussprache von Peking im Jahre 1912 verwendet und vervollständigt wurde.
Das System wurde in Robert H. Matthews (1877-1970) Chinese-English Dictionary, herausgegeben 1931 in Shanghai, weiter vervollständigt. Verschiedene Fachleute haben ausgehend von diesem System ihre eigenen Systeme entwickelt, die alle unter dem Namen "Wade-Giles"-System firmieren. So unterscheidet sich das System des Harvard-Yenching Institutes von Matthews System und von dem System, das angeblich offiziell in Taiwan benutzt wird. Das System, das als "Wade-Giles-System" in Morohashi Tetsujis Chinesisch-Japanischem Lexikon Verwendung findet, ist wiederum um Nuancen anders.
Ein großes Problem bei dem System nach Wade-Giles sind die vielen diakritischen Zeichen, die beim Schreiben auf der Tastatur sehr hinderlich sind und deswegen gerne weggelassen werden. Dies führt jedoch in vielen Fällen zur Unlesbarkeit wegen der vielen Homophone, die die Chinesischen Sprache aufweist.
In Taiwan wird allerdings neben dem Wade-Giles-System noch das Bopomofo-System zur Verschriftung der chinesischen Laute verwendet. Es hat sich in Taiwan als dem Wade-Giles-System überlegen erwiesen, so dass mit Lesungen annotierte Klassiker oder Kinderbücher meist dieses System verwenden.
Seit der Demokratisierung Taiwans setzt sich auch immer mehr die Erkenntnis durch, dass das in der VR China entwickelte phonetische Pinyin-System als Standard besser geeignet ist als die in der Regel recht kühne Interpretation des Wade-Giles-Systems, die man z. B. bei taiwanesischen Straßenschildern und öffentlichen Aufschriften zu lesen bekommt.
Kategorie:Chinesische Schrift
Kategorie:Transkription
ms:Wade-Giles
Phonetik (innerer Teil der Lippen) 3. dental (Oberkieferzähne) 4. alveolar (Zahndamm) 5. post-alveolar (zwischen Zahndamm und hartem Gaumen) 6. prä-palatal (vorderer Teil des harten Gaumens) 7. palatal (harter Gaumen, Palatum) 8. velar (weicher Gaumen/Gaumensegel, Velum) 9. uvular (Gaumenzäpfchen, Uvula) 10. pharyngal (Rachen, Pharynx) 11. glottal (linke Stimmlippen) 12. epiglottal (Epiglottis) 13. radikal (Zungenwurzel) 14. postero-dorsal (hinterer Teil der Zunge) 15. antero-dorsal (vorderer Teil der Zunge) 16. laminal (Zungenblatt) 17. apikal (Zungenspitze) 18. sub-laminal (Unterseite der Zunge)]]
Die Phonetik, als Teil der Lautlehre, ist die Lehre der von Menschen hervorgebrachten Laute. Man unterscheidet die:
- artikulatorische Phonetik („Sprechakt-Lautlehre“), die untersucht, welche Laute und wie die Laute beim Sprechen durch die menschliche Stimme erzeugt werden,
- akustische Phonetik, die die physikalische Natur der Schallwellen untersucht, die die Laute bilden, und
- auditive Phonetik, deren Forschungsgebiet die Vorgänge beim Empfang der Laute im menschlichen Ohr sind.
Wenn man nur von Phonetik spricht, ist meistens die artikulatorische Phonetik gemeint.
Um die verschiedenen Laute einheitlich für alle Sprachen darzustellen, wurde ein spezieller Zeichensatz entwickelt, das Internationale Phonetische Alphabet (IPA). Dieses enthält ein Symbol für jeden Laut jeder Sprache.
Mit den Lauten als Bestandteil eines Sprachsystems beschäftigt sich die Phonologie.
Siehe auch
- Sprechwissenschaft
- Artikulation (Linguistik)
- Sprechtechnik
- Sonagramm
- Lautschrift
- Phonogramm
- Auslautverhärtung
Weblinks
- [http://www.uiowa.edu/~acadtech/phonetics Phonetik:Amerikanisch-Englisch, Deutsch, Spanisch als flash-Animation bei der University of Iowa]
- [http://www.unil.ch/ling/english/phonetique/table-eng.html Online-Phonetik-Kurs] (frz. und engl)
- http://www.coli.uni-sb.de
- http://www.phonetik.uni-muenchen.de/ (Einige Web-Skripten)
!Phonetik
ja:音声学
ko:음성학
Chinesische SchriftDie chinesische Schrift (Kurzzeichen 汉字, Langzeichen 漢字, chin. hanzi, kor. hanja, jap. kanji ) ist das in China genutzte Schriftsystem. Die chinesische Schrift besteht aus Logogrammen, das heißt, dass jedes Zeichen für ein Wort oder Bedeutungselement steht. Die Schrift wurde auch von anderen ostasiatischen Völkern übernommen.
Logogramm (rechts)]]
Geschichtliches
Historie bis zur Volksrepublik China
Logogramm
Die chinesische Schrift ist über 3.000 Jahre alt. Die ältesten bisher gefundenen chinesischen Schriftzeichen sind in Rinderknochen (vor allem in das Schulterblatt, sogenannte Orakelknochen) und Schildkrötenpanzer (zum Weissagen der Jagd etc.) eingeritzte [http://www.um.u-tokyo.ac.jp/DM_CD/DM_CONT/KOKOTSU/HOME.HTM Bildzeichen] aus der Zeit um 1400 v. Chr., die 1899 in Anyang entdeckt wurden. Man geht davon aus, dass zum damaligen Zeitpunkt bereits 5.000 verschiedene Zeichen existierten.
Mitte des ersten vorchristlichen Jahrtausends entwickelte sich die Bilderschrift zu einer verkehrsfähigen Schrift, die in der Lage war, Syntax und Semantik einiger der damaligen Sprachen im Raum der heutigen Volksrepublik China vollständig abzubilden. Mit der chinesischen Reichseinigung unter dem ersten Kaiser Qin Shi Huangdi (秦始皇帝) ca. 200 v. Chr. fand eine große Schriftvereinheitlichung statt.
Im Zusammenspiel mit dem seit der Reichseinigung (Qin-Dynastie) 200 v. Chr. etablierten Beamtenstaat wurde die chinesische Schriftsprache durch ihre Verwendung im gesamten Einzugsbereich des chinesischen Kaiserreiches zur Lingua franca, die die verschiedenen chinesischen Sprachgemeinschaften miteinander verband und eine relative Geschlossenheit des chinesischen Kulturraums ermöglichte.
In China mussten Politiker und Beamte bis ins 20. Jahrhundert hinein gute Literaten sein, wenn sie Einfluss gewinnen wollten – und nicht, wie im Westen, gute Redner. An vielen Stellen wird beschrieben, wie groß die Enttäuschung bei vielen Chinesen war, als sie Politiker wie Mao Zedong oder Deng Xiaoping zum ersten Mal sprechen hörten.
Entwicklungsstufen
Schriftreform in der Volksrepublik China
Im Jahre 1955 fand in der Volksrepublik China eine umstrittene Schriftreform statt, in deren Verlauf die Schreibrichtung von links nach rechts (statt von oben nach unten) eingeführt wurde und eine starke Vereinfachung der am meisten gebrauchten Schriftzeichen vorgenommen wurde. Dabei wurde auch auf eine große Zahl von Schreibungen zurückgegriffen, die schon bei handschriftlich verfassten Texten verwendet wurden. Beispiele für diese Vereinfachungen sind 图 für 圖 (tu, Karte), 龙 für 龍 (long, Drache) und 单 für 單 (dan, einzeln). Methoden der Vereinfachung waren beispielsweise die Verbindung von Punkten zu Linien(馬 ma, Pferd, wurde zu 马), das Weglassen von Strichen bzw. Punkten (爲 bzw. 為 wei, tun, wurde zu 为) oder das Zusammenfassen von zwei oder drei Langzeichen zu einem Kurzzeichen (復 und 複 fù wurden zu dem vereinfachten Zeichen 复 zusammengefasst).
Parallel zu den reformierten Kurzzeichen werden die traditionellen Langzeichen jedoch bis heute teilweise verwendet und kehren seit den zunehmenden Lockerungen in der Volksrepublik immer mehr in den Alltag zurück. Dennoch ist es für einen durchschnittlich gebildeten Chinesen nicht möglich, die Langzeichen alter Texte, die nicht übertragen wurden, zu lesen.
In Taiwan, Hongkong und Macao wurde die Tradition des Schreibens mit Langzeichen bis heute beibehalten und ist auch bei Überseechinesen verbreitet. So blieb die symbolische Bedeutung der Zeichen und Radikale erkennbar. In handschriftlichen Texten sind jedoch traditionell eine ganze Reihe von Kurzschreibungen gängig, die zum Teil den Kurzzeichen der Volksrepublik China entsprechen.
Chinesische Schrift außerhalb Chinas
Im Rahmen des Kulturtransfers, der Eroberung und der Missionierung durch den Buddhismus gelangten die chinesischen Schriftzeichen im Laufe der Jahrhunderte z. B. auch nach Korea, Japan und Vietnam.
In Japan, wo auch heute noch chinesische Schriftzeichen, Kanji genannt, verwendet werden, z.T in japanischen vereinfachten Varianten der Langzeichen, wurden die chinesischen Zeichen, durch Eigenentwicklungen (sog. 国字 ) und die aus chinesischen Zeichen entstandenen Silbenschriften Hiragana und Katakana ergänzt.
In Korea wurde zunächst nur mit chinesischen Zeichen geschrieben. Im Jahr 1446 führte man parallel dazu die neu entwickelte, Phonem-basierte Schrift Hangeul ein. In Südkorea wird bis heute in manchen Druckwerken ein gemischtes System aus chinesischen Zeichen (dort Hanja genannt) und Hangeul verwendet, in Nordkorea wurden im Rahmen einer Schriftreform die chinesischen Zeichen wieder abgeschafft.
Auch in Vietnam verzichtete man ab dem Ende der französischen Kolonialherrschaft auf die chinesische Schrift; hier wurde sie durch eine um diverse diakritische Zeichen ergänzte Lateinschrift ersetzt. Siehe dazu: Vietnamesische Sprache.
Systematik
Vietnamesische Sprache
Das älteste Lexikon für chinesische Schriftzeichen ist das Shuowen Jiezi (说文解字/說文解字, dt. Erklärung der einfachen Zeichen und Erläuterung der zusammengesetzten Zeichen) aus dem Jahr 121 n. Chr.. Die Schriftzeichen sind dort nach einem System von Elementarzeichen, den sog. Radikalen, eingeteilt.
Diese Klassifizierung der Schriftzeichen nach Radikalen hat sich bis heute erhalten. Die Anzahl der Radikale, die im Shuowen jiezi noch 512 betrug, wurde jedoch immer weiter reduziert, so dass die heute am weitesten verbreitete Liste traditioneller Radikale 214 Klassenzeichen verwendet. Diese Einteilung wurde vor allem durch das Kangxi Zidian (康熙字典, Kangxi-Wörterbuch) aus dem Jahre 1716 unterstützt, das bereits ca. 49.000 Schriftzeichen enthält. Wörterbücher für vereinfachte Schriftzeichen verwenden eine andere Anzahl an Radikalen, oftmals sind es 227 Radikale.
Für eine systematische Anordnung der chinesischen Wörter in Telefonbüchern und allgemeinen Lexika (im Gegensatz zu speziellen Schriftzeichen-Lexika) wird heute meist die Anordnung entsprechend der Pinyin-Umschrift verwendet. (Im Koreanischen und Japanischen werden die Wörter dagegen entsprechend ihrer Umschrift in die Silbenalphabete angeordnet.)
Das [http://kanji-database.sourceforge.net/ Kanji-Database-Projekt] versucht gegenwärtig, die in Unicode 3.1 festgelegten 70.000 Zeichen mit den 90.000 Zeichen der [http://www.mojikyo.org/html/abroad/abroad_top.html Mojikyo-Fonts] zu vereinen.
Die Schrift im Einzelnen
Einteilung der Schriftzeichen
Schriftzeichen werden in China in sechs Kategorien (六书/六書 liùshū) eingeteilt:
#象形 (Xiàngxíng, dt. Bildzeichen) – Piktogramme, die das Bezeichnete entsprechend der Erscheinungsform wiedergeben (z. B. 山 für Berg).
#指事 (Zhǐshì, dt. auf Tatbestände deuten) – Symbole, Ideogramme.
#会意/會意 (Huìyì, dt. Vereinigung der Bedeutungen) – Zeichen, die aus zwei oder mehr Zeichen mit verschiedenen Bedeutungen zusammengesetzt sind und deren Inhalt mit dem neuen Gesamtinhalt zusammenhängt.
#形声/形聲 (Xíngshēng, dt. Form und Ton) – Zeichen, die aus einem laut- und einem bedeutungsandeutenden Zeichen zusammengesetzt sind (Phonogramme). Ein Beispiel dafür ist das Zeichen 媽 (mā, Mutter). Die rechte Komponente 馬 (mǎ, Pferd) gibt die Aussprache an, während die linke Komponente 女 (nü, Frau) den Hinweis auf die Bedeutung gibt. Die bedeutungstragende Komponente ist oft auch das Radikal, nach dem die Zeichen in Wörterbüchern angeordnet werden.
#转注/轉注 (Zhuǎnzhù, dt. wenden und gießen) – Synonyme.
#假借 (Jiǎjiè, dt. unter falschem Namen) – Zeichen, die wegen gleichen Lauts für eine andere Bedeutung verwendet werden.
Etwa 90% Prozent aller chinesischen Schriftzeichen fallen als Phonogramme in die Gruppe 4 (形聲 Xingsheng).
Bedeutung einzelner Schriftzeichen
In ihrer langen Entstehungsgeschichte haben die meisten Schriftzeichen eine ganze Reihe verschiedener Bedeutungen angenommen. Hierzu zwei Beispiele:
傳 (chuán, zhuàn):
- weitergeben, weiterschicken (chuán)
- lehren, unterrichten, beibringen (chuán)
- verbreiten, sich ausbreiten (chuán)
- übertragen, leiten (Elektrizität, Wärme) (chuán)
- rufen, vorladen (chuán)
- Kommentar zu klassischen Werken, Biografie, historischer Roman (zhuàn)
道 (dào):
- Weg, Straße
- Wahrheit, Doktrin, Lehre, Prinzip
- Taoismus
- Regierungsbezirk, politische Unterabteilung einer Präfektur
- Zähleinheitswort, z. B. 一道光 (yī dào guāng, dt. ein Lichtstrahl)
- führen, leiten
- sprechen, sagen, Wörter
- rein phonetische Verwendung (z. B. bei der Transkription der dt. Stadt Landau als Lang-dao)
Dies stellt eine der großen Schwierigkeiten bei der Lesung und Übersetzung von alten Texten dar.
Da die chinesische Sprache über sehr viele Homophone verfügt, sind in vielen Fällen die Zeichen bessere Hinweise auf die Bedeutung als eine rein phonetische Wiedergabe. Einen antiken Text im klassischen Schriftstil nur aufgrund einer phonetischen Wiedergabe zu verstehen, ist praktisch unmöglich, und war von den antiken Autoren auch gar nicht vorgesehen; der Schriftstil unterschied sich merklich von der damals gesprochenen Sprache.
Wörter
Chinesische Wörter setzen sich zumeist aus mehreren Zeichen zusammen. Ursprünglich bestanden im klassischen antiken Chinesisch, vor allem in der Schriftsprache, die meisten Wörter aus nur einem oder zwei Zeichen. Die zunehmende Verlängerung der Wörter hat sich im 20. Jahrhundert seit der Gründung der Republik jedoch immer mehr verstärkt.
Anzahl der Schriftzeichen
Ein durchschnittliches chinesisches Wörterbuch listet etwa 10.000 Zeichen auf, das bisher umfangreichste Wörterbuch Zhōnghuá Zìhǎi 中华字海 aus dem Jahr 1994 enthält rund 87.000 verschiedene Schriftzeichen und Varianten. Die Mehrzahl dieser Zeichen kommt nur in alter Literatur, in geographischen Bezeichnungen oder in Dialekten vor oder es handelt sich um Varianten. Das Zeichen 浬 li, Seemeile, beispielsweise wird heute meist durch 海里 haili ersetzt. Manche Schriftzeichen kommen nur in einem einzigen Kontext vor. Das Schriftzeichen 崁 kan z. B. wird nur für die Festung Chikanlou 赤崁樓 in Tainan auf Taiwan verwendet, das Zeichen 壢 lì nur im Namen der taiwanischen Stadt 中壢 Zhongli.
Die Liste der gebräuchlichen chinesischen Schriftzeichen des taiwanischen Erziehungsministeriums (常用國字標準字體表)
führt 4808 Zeichen auf.
Das Anspruchsniveau "Chinesischer Wortschatz und Chinesische Schriftzeichen" (汉语水平词汇与汉字等级大纲) für Chinesisch als Fremdsprache verzeichnet für Stufe A 800 Zeichen, für die Stufe B weitere 804 Zeichen, für die Stufe C weitere 601 und für die Stufe D weitere 700 Zeichen. Das macht in der Summe 2905 Zeichen.
Die Liste des japanischen Erziehungsministeriums umfasst 1945 gebräuchliche Kanji (常用漢字 jōyō kanji), die in der Grund- und Mittelschule unterrichtet werden. Daneben gibt es eine staatliche Liste der Zeichen für geographische Namen und Personennamen (jinmeiyō kanji 人名用漢字), die 2928 Zeichen umfasst.
Die Schüler an den Mittel- und Oberschulen in Korea lernen 1800-2000 chinesische Zeichen.
Schriftmedien
Die Chinesen verwenden Pinsel und schwarze und rote Tusche, um ihre Schriftzeichen auf Papier und Seide zu kalligrafieren. Siegelabdrücke waren schon lange vor dem 14. Jahrhundert bekannt. Die vier Schätze des traditionellen Gelehrtenzimmers waren Pinsel, Tusche, Reibstein und Papier.
Im modernen Alltagsgebrauch wird mit den auch im Westen üblichen Schreibgeräten geschrieben; im Schreibunterricht in den Grundschulen Taiwans meist mit Bleistift in besonderen Schreibheften mit quadratischen Schreibfeldern.
In den Firmen werden heute chinesische Schriftzeichen meist auf dem Computer mit moderner Textverarbeitung unter Zuhilfenahme verschiedener Eingabesysteme geschrieben.
Drucksatz
Beim Druck chinesischer Texte werden alle Zeichen, einschließlich der Satzzeichen, in gleich große, ungefähr quadratisch gedachte Kästchen gesetzt. Verschieden breite Zeichen, wie etwa das lateinische m gegenüber dem i, gibt es somit nicht. Um auch die Details der kompliziertesten Zeichen mit 20 oder mehr Strichen noch erkennen zu können, darf die Schrifttype insgesamt nicht zu klein gewählt werden. Bei selteneren Zeichen wird oft daneben oder darüber sehr klein die Aussprache angegeben (durch Bopomofo, in der VR China bis 1956 und in Taiwan bis heute, oder durch Furigana, in Japan).
Leerzeichen zwischen Wörtern sind in der chinesischen Schrift unüblich. Dadurch gibt es keine klare Abgrenzung des Begriffs "Wort" in den Sprachen, die die chinesische Schrift verwenden. Oft sind sich sogar Muttersprachler nicht einig darüber, ob ein bestimmtes Element in einem Satz z. B. eine Endung oder ein eigenes Wort ist.
Eine Textzeile wird, sobald sie voll ist, an einer beliebigen Stelle umgebrochen; Trennungsregeln gibt es nicht. Nur unmittelbar vor einem Satzzeichen wird nicht getrennt, in diesem Fall wird ein Zeichen in die nächste Zeile "mitgenommen".
Schreibrichtung
Endung
Die Schreibrichtung der chinesischen Schrift war in der vormodernen Zeit in der Regel senkrecht von oben nach unten, und die daraus entstehenden Spalten waren von rechts nach links angeordnet.
Seit der Schriftreform wird in der VR China in Büchern meistens wie bei europäischen Büchern in Zeilen von links nach rechts und mit von oben nach unten angeordneten Zeilen geschrieben.
In Taiwan gedruckte Bücher literarischen Inhalts werden jedoch nach wie vor von oben nach unten gelesen. Für Zeitungen und Zeitschriften sowie Sachtexte und Fachbücher gilt das jedoch nur bedingt. In Anzeigen, und häufiger auch in der Werbung, wird, wenn im Text auch westliche (Marken-)namen auftauchen, die Schreibweise von links nach rechts verwendet. Bei Kalligraphie und Gedichten gibt es fast nur die Schreibrichtung von oben nach unten.
In Japan findet man beide Varianten, wobei literarische Texte eher in Spalten, Sachtexte eher in Zeilen gedruckt werden. In Zeitungen wird beides vermischt verwendet, wodurch sich mehr Möglichkeiten für ein ansprechendes Layout ohne extrem kurze Zeilen (bzw. Spalten) ergeben.
Von oben nach unten gedruckte Bücher, also in Taiwan gedruckte und die meisten japanischen, werden aus europäischer Sicht auf der "falschen" Seite, also "hinten" geöffnet. Blickt man auf die Titelseite, so ist der Buchrücken also rechts und nicht wie in Europa links. Bücher, bei denen die Schriftzeichen von links nach rechts angeordnet sind, haben die Titelseite auf der für uns gewohnten Seite und werden wie europäische Bücher geöffnet und gelesen.
Inschriften über Portalen und Türen sind in der VR China häufiger von rechts nach links geschrieben. In Japan sind Portalüberschriften eher - so wie in Europa - in Zeilen von links nach rechts, bei Tempeln und Schreinen allerdings fast ausschließlich traditionell von rechts nach links geschrieben. In Taiwan laufen die Inschriften über Tempeltoren und Altären von rechts nach links.
Interpunktion
Die Interpunktion (标点/標點 biāodiǎn) in ihrer heutigen Form wurde durch den Kontakt mit dem Westen erst nach und nach im 20. Jahrhundert eingeführt. Allerdings sind schon bei den frühgeschichtlichen Knocheninschriften eingeritzte Striche zu erkennen, die wahrscheinlich zur Abgrenzung semantischer Einheiten dienten. In antiken chinesischen Texten war Interpunktion unüblich, die Leser konnten die Pausen (读/讀 dòu) selbst in die Texte schreiben. Diese bestanden meistens aus einem kleinen Kreis " 。" (圈 quān) oder aus einem Punkt (点/點 diǎn). Der Vorgang des Hineinschreibens der Interpunktion in den Text wird seit der Han-Zeit als 句读/句讀 (jùdòu, dt. Satzzäsur) bezeichnet. Große Gelehrte konnte man an der souveränen Art ihrer Interpunktionssetzung erkennen. Noch heute findet man z. B. in taiwanesischen Buchhandlungen Ausgaben von Klassikern, in denen die Zeichensetzung berühmter Gelehrter notiert ist.
Seit September 1951 ist die Interpunktion in der Volksrepublik China amtlich geregelt. Nach dem Stand von 1990 gibt es 16 Interpunktionszeichen, die überwiegend den im Westen gebräuchlichen entsprechen und ähnlich verwendet werden.
Besonders sind der den Satz abschließende Punkt " 。" (句号/句號 jùhào, siehe auch den "Kreis" oben) sowie das Aufzählungen gliedernde "liegende" Komma " 、"(顿号/頓號 dùnhào).
Kalligrafie
Hauptartikel: Chinesische Kalligrafie
Chinesische Kalligrafie
Die Kalligrafie ist eine in China hochangesehene Kunst. Hierbei werden mit einem Pinsel die Zeichen schwungvoll zu Papier gebracht. Diese Schriftzüge gelten genauso als Kunstobjekte wie z. B. Malereien. Es ist in der chinesischen Malerei sogar üblich, Schriftzeichen in das Bild zu integrieren; buddhistische Mandalas werden im chinesischen Kulturraum, anders als in Südasien, eher mit Schriftzeichen als mit bildlichen Darstellungen gestaltet.
In Japan wurde im Gegensatz zu China nach dem Grundprinzip Wabi-Sabi oft ein nicht im klassischen Sinne schönes, sondern bewusst "rohes" und unfertiges Aussehen angestrebt.
Kalligrafische Kunstwerke zieren häufig als paarige senkrechte Schrifttafeln und waagerechte Namensschilder den typischen chinesischen Garten. Sie sind von den Gartenbauten fast nicht zu trennen und bilden wichtige Schmuckelemente im chinesischen Landschaftsgarten. Der Inhalt der Tafeln und Schilder ist im allgemeinen auf die Umgebung der Gebäude bezogen. Häufig handelt es sich um Zeilen aus berühmten Gedichten, in denen Besonderheiten der Szenerie angedeutet sind.
Ihren künstlerischen Höhepunkt erreichte die Kalligrafie zusammen mit anderen Kunstformen in der Tang-Dynastie (618-907). Die Kunstwerke der damaligen berühmten Kalligrafen - etwa von Wang Xizhi, Yan Zhenqing, Ou Yangxun und Liu Zongyuan - werden bis heute als unbezahlbare Schätze betrachtet.
Der Wert des 'Schönschreibens' wird in China sehr hoch angesetzt. Das erkennt man etwa daran, dass die Republik China in Taiwan bei den offiziellen Biografien ihrer bisherigen Präsidenten kalligrafische Arbeiten von diesen mit angibt ([http://www.president.gov.tw/1_roc_intro/e_xpresident/e_sun_writting.html hier] z. B. für Sun Yat-sen).
Lautumschriften
Zur besseren Handhabung der chinesischen Schriftzeichen wurden mehrere Lautumschriften entwickelt. Neben einigen an der Sprache des jeweiligen Übersetzers orientierten Sonderformen (vor allem in den anderen ostasiatischen Sprachen) sind heute für Mandarin vor allem drei Systeme gebräuchlich: Die Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte lateinische Umschrift von Wade-Giles, die nichtlateinische Umschrift Zhuyin, die in Taiwan noch üblich ist, und das mit der Vereinfachung der Zeichen in der VR China eingeführte lateinbasierte Pinyin, das sich international zunehmend als Standard durchsetzt. Durch die vielfältigen Systeme kommt die teilweise vorhandene Uneinheitlichkeit der Lautumschrift zustande (z. B. Mao Zedong und Mao Tse-Tung oder Beijing und Peking).
Für andere chinesische Sprachen, wie beispielsweise Kantonesisch, werden ebenfalls Lautumschriften entwickelt, diese sind jedoch bisher weniger ausgereift als die Mandarin-Systeme.
Magie
Der chinesischen Schrift wird eine gewisse magische Kraft zugeschrieben. So werden bis heute in China , Korea und Japan magische Sprüche auf Papierstreifen geschrieben und diese dann als Amulette benutzt (z.B. Bujeok in Korea und Ofuda in Japan). Sie sollen beispielsweise Schutz vor Dämonen bewirken oder Glück bringen.
Oft sind diese Zeichen in einer speziellen "Geisterschrift" verfasst, die nur eine gewisse Ähnlichkeit mit chinesischen Schriftzeichen hat.
Referenzen
Literatur
- Eugen Feifel, Geschichte der chinesischen Literatur. Georg Olms Verlag, Hildesheim, Zürich, New York, 1982, ISBN 3-487-00094-6
- Endymion Wilkinson, Chinese History - A Manual. Harvard-Yenching Institute Monograph Series, 52, Harvard University Press, Cambrigde (Massachusetts) und London, 2000, ISBN 0-674-00247-4
- Li Leyi, Entwicklung der chinesischen Schrift am Beispiel von 500 Schriftzeichen. Verlag der Hochschule für Sprache und Kultur Beijing, Peking, 1993, ISBN 7-5619-0206-9
- Edoardo Fazzioli, Gemalte Wörter. 214 chinesische Schriftzeichen - Vom Bild zum Begriff. Marix Verlag, Wiesbaden, 2004, ISBN 3-937715-34-7
- Bernhard Karlgren, Schrift und Sprache der Chinesen. 2. Aufl., Springer 2001, ISBN 3-540-42138-6
- Wang Hongyuan, Vom Ursprung der chinesischen Schrift. Sinolingua, Beijing 1997, ISBN 7-80052-328-4
Weblinks
- [http://www.uni-mainz.de/~guder Deutschsprachige Site mit Daten und Links zur Erforschung der chinesischen Schrift (Sinographemik) und ihrer Didaktik für alphabetschriftliche Lerner]
- [http://www.chinaseite.de/Chinesische_Zeichen.463.0.html Artikel über chinesische Zeichen und die chinesische Schrift]
- [http://www.chinaknowledge.de/Literature/script.html Artikel auf Chinaknowledge] (englisch)
ja:漢字
ko:한자
Latein
Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum.
Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.
Entwicklung
romanischen Sprachen
Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein.
Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen.
Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa.
In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.
Antike
Antike Schreibweise
Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen.
Vergleiche folgendes Beispiel:
Alte Schreibweise:
AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO
SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT
POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO
AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT
IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI
NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM
MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS
NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT
NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE
NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI
NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV
MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES
Heutige Schreibweise:
Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo,
sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat.
poena metusque aberant nec verba minantia fixo
aere legebantur, nec supplex turba timebat
iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti.
nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem,
montibus in liquidas pinus descenderat undas,
nullaque mortales praeter sua litora norant.
nondum praecipites cingebant oppida fossae,
non tuba directi, non aeris cornua flexi,
non galeae, non ensis erant: sine militis usu
mollia securae peragebant otia gentes.
Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter)
Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.
Antike Aussprache
Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.
Literatur
Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.
Gegenwart
Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte.
Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften.
Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare - „gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden.
Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher.
Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.
Modernes Latein
Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr.
Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat.
Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry.
Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein.
In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu „Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen.
Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.
Latein in den Wissenschaften
In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.
Latein in der katholischen Kirche
Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken).
Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen.
Siehe auch: Lateinische Kirche
Referenzlisten
- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter
Siehe auch
- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus
Weblinks
- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de]
Kategorie:Einzelsprache
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Herbert A. GilesHerbert Allen Giles ( - 8. Dezember 1845; † 13. Februar 1935) war ein britischer Sinologe.
Leben
Er diente zwischen 1880 und 1893 im britischen Kolonialdienst im Kaiserreich China und wurde 1897 als Nachfolger von Thomas Wade Lehrstuhlinhaber für Sinologie an der Universität Cambridge. Giles stellte das wegweisende Lexikon "A Chinese-English Dictionary" zusammen und verfeinerte die Umschrift Wades zu dem System Wade-Giles, das bis zu der Verbreitung von Pinyin für die westliche Sinologie maßgebend war.
Werke
- Using Examples to Learn the Spoken Language (語學舉隅 Yuxue Jiuyu) (1873)
- Using Examples to Learn the Written Language (字學舉隅 Zixue Jiuyu) (1874)
- Chinese Sketches (1876)
- Religions of Ancient China (1905)
- The Civilization of China (1911)
- China and the Manchus (1912)
- A Chinese-English Dictionary (華英字典 Hua-Ying Zidian) (1892, Shanghai; 1912, London)
siehe auch
- Mandarin
- Chinesische Sprache
- Chinesische Schrift
- Pinyin
- Sinologie
- Linguistik
- Hongkong
Giles, Herbert
Giles, Herbert
Giles, Herbert
Giles, Herbert
Giles, Herbert
Universität Cambridge
Die Universität Cambridge ist eine britische Eliteuniversität in Cambridge. Sie entstand der Legende nach im Jahr 1209 durch einen Auszug von Dozenten und Studenten aus Oxford; als offizielles Gründungsdatum gilt aber das des ersten Colleges, Peterhouse, 1284.
Die Universität Cambridge gilt als eine der angesehensten Universitäten in der Welt. Sie hat mehr Nobelpreisträger als irgendeine andere Universität auf der Welt hervorgebracht. Mitglieder der Universität haben mehr als 80 Nobelpreise gewonnen, rund 70 davon waren selbst Studenten in Cambridge. In einem [http://ed.sjtu.edu.cn/ranking.htm aktuellen Ranking] lag Cambridge hinter Harvard auf Platz Zwei.
Die führende Stellung von Oxford und Cambridge im akademischen Leben Großbritanniens kommt in der ironisch zusammenfassenden Bezeichnung Oxbridge zum Ausdruck. Die Rivalität zwischen Oxford und Cambridge hält bis heute an und findet ihren folkloristischen Ausdruck in dem berühmten Boat Race, einem auf der Themse seit 1829 jährlich ausgetragenem Achterrennen der beiden Universitätsmannschaften. Da Oxford und Cambridge sowie einige weitere Traditionsuniversitäten sehr ähnlich aufgebaut sind – jedenfalls im Vergleich mit kontinentaleuropäischen Universitäten – wird ihre Struktur in dem Artikel Britische Universitäten dargestellt.
Allgemeine Informationen
Britische Universitäten
Die 31 Colleges der Universität sind unabhängige Institutionen, getrennt von der Universität selbst, und sie genießen beträchtliche Selbstständigkeit. Zum Beispiel entscheiden die Colleges, welche Studenten sie aufnehmen und sind verantwortlich für Fürsorge, Unterkunft und Lernen in kleinen Gruppen (sog. Supervisions). Sie ernennen weiterhin ihre eigenen Fellows (Dozenten und Lehrende). Viele Colleges sind außerdem recht wohlhabend, was auf die Universität selbst in geringerem Maße zutrifft.
Die Aufnahme in Cambridge war bis in die 1960er Jahre abhängig von Sprachkenntnissen in Latein und Griechisch; Sprachen, die hauptsächlich an Privatschulen unterrichtet wurden und daher den Zugang auf Mitglieder der sozialen Elite beschränkte. Seitdem hat sich die Einstellung verändert und der Bewerbungsprozess beruht auf einer reinen Bewertung der Leistung und des Potenzials des Bewerbers. Von Bewerbern für Grundstudien werden sehr gute bis beste Noten erwartet – britische Bewerber benötigen sehr gute Ergebnisse in ihren A-Levels, deutsche Bewerber in der Regel 1.2 oder besser mit sehr guten Noten in relevanten Fächern – und dass sie die College Fellows beim Bewerbungsinterview beeindrucken.
Das erste College war Peterhouse, welches 1284 von Hugh de Balsham, Bischof von Ely, gegründet wurde. Das zweitälteste College ist King's Hall, welches 1317 gegründet wurde, obwohl es heute nicht mehr als getrenntes College existiert, da es 1546 von Heinrich VIII. (England) mit Michaelhouse zu Trinity College vereint wurde. Viele andere Colleges wurden im 14. und 15. Jahrhundert gegründet. Das jüngste College ist Robinson College, welche in den späten 1970ern erbaut wurde.
Colleges
1970er]]
1970er, Clare College und King's College Chapel, fotografiert von St John's College Chapel]]
Siehe auch
- Bibliothek der Universität Cambridge
Weblinks
- [http://www.cam.ac.uk/ Universität Cambridge]
- [http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,k-2039,00.html/ Reportagen zum Leben von Studenten in Cambridge]
- [http://www.cambridge.org/ Cambridge University Press]
- [http://www.cambridgeincolour.com/ Fotografien aus Cambridge]
Cambridge
Kategorie:England
Cambridge
ja:ケンブリッジ大学
ko:케임브리지 대학교
ms:Universiti Cambridge
th:มหาวิทยาลัยเคมบริดจ์
1912
Katastrophen
- 15. April: Untergang der Titanic
- 2. Juli: Atlantic City, New Jersey, USA. Das erste amerikanische Luftschiff explodierte. 5 Tote
- 9. August: Ein Erdbeben der Stärke 7,3 im Iran ca. 5.500 Tote
Politik
- 1. Januar: Die Mongolei und Tibet erklären ihre Unabhängigkeit
- 1. Januar: Das Fernsprechwesen in Großbritannien wird verstaatlicht
- 1. Januar: Ludwig Forrer wird neuer Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Proklamation der Republik China durch Sun Yat-sen, die bis zum Sieg Mao Zedongs 1949 existiert
- 6. Januar: New Mexico wird 47. Bundesstaat der USA
- 12. Januar: Reichstagswahlen
- 12. Februar: Abdankung des letzten chinesischen Kaisers Puyi 溥儀 auf Druck von Yuan Shikai
- 13. März: Das Royal Flying Corps wird gegründet
- 8. Oktober: Beginn des 1. Balkankrieges
- 18. Oktober: Ende des italienisch-türkischen Krieges durch den Vertrag von Lausanne. Das Osmanische Reich verzichtet auf seinen nordafrikanischen Besitz (im heutigen Libyen) zu Gunsten Italiens
- 28. November: Albanien. Ausrufung der Unabhängigkeit
- 3. Dezember: Vorläufiger Waffenstillstand im 1. Balkankrieg
- Ruhrstreik: Militär wird eingesetzt
Wissenschaft und Technik
- 18. Januar: Robert Falcon Scott erreicht als Zweiter den Südpol
- 1. März: eröffnung der ersten Hamburger U-Bahnlinie zwischen Rathaus und Barmbek
- 10. April: Jungfernfahrt der Titanic
- 1. August: Inbetriebnahme der Jungfraubahn-Station Jungfraujoch
- Victor Franz Hess entdeckt die Höhenstrahlung (Kosmische Strahlung) mit Hilfe von Ballonflügen in der Erdatmosphäre (veröffentlicht in: Physikalische Zeitschrift 13 (1912), 1084)
- Max von Laue veröffentlicht die Entdeckung der Röntgenstrahlinterferenz (in: Münchener Berichte 1912, 303)
Kultur
- 15. März: Uraufführung der Oper Das Spielwerk und die Prinzessin von Franz Schreker an der Hofoper in Wien
- 13. April: Uraufführung der musikalischen Komödie Die Brautwahl von Ferruccio Busoni am Opernhaus Hamburg
- 18. August: Uraufführung der Oper Der ferne Klang von Franz Schreker in Frankfurt am Main
- 29. Februar: Uraufführung der Oper Leila von Natanael Berg am Kungliga Teatern in Stockholm
- 25. September: Der Börsenverein der Deutschen Buchhändler verkündet in Leipzig die Errichtung der Deutschen Bücherei
Religion
- Felix von Hartmann wird Erzbischof von Köln
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 5. Mai: Beginn der V. Olympischen Sommerspiele in Stockholm
- 1. Januar: Kim Philby, britischer Geheimagent und sowjetischer Spion († 1988)
- 1. Januar: Victor George Reuther, US-Gewerkschaftführer († 2004)
- 3. Januar: Wolf von Aichelburg, rumänisch-deutscher Schriftsteller († 1994)
- 7. Januar: Günter Wand, deutscher Dirigent († 2002)
- 8. Januar: José Ferrer, Schauspieler, Regisseur († 1992)
- 10. Januar: Buddy Johnson, US-amerikanischer Musiker († 1984)
- 10. Januar: Maria Mandel, Wächterinn im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau († 1948)
- 14. Januar: Maria Neubaum, deutsche Lyrikerin und Dramatikerin († 1978)
- 14. Januar: Rudolf Hagelstange, deutscher Schriftsteller († 1984)
- 15. Januar: Michel Debré, französischer Politiker († 1996)
- 16. Januar: Heinrich Drimmel, österreichischer Politiker und Jurist († 1991)
- 19. Januar: Leonid Witaljewitsch Kantorowitsch, Nobelpreisträger für Wirtschaft († 1986)
- 21. Januar: Konrad Bloch, deutscher Biochemiker und Nobelpreisträger († 2000)
- 28. Januar: Jackson Pollock, US-amerikanischer Maler († 1956)
- 1. Februar: Albin Kitzinger, deutscher Fußballspieler († 1970)
- 2. Februar: Hans Leussink, deutscher Bundesminister für Bildung und Wissenschaft (1969–1972)
- 4. Februar: Louis-Albert Vachon, emeritierter Erzbischof von Quebec und Kardinal
- 6. Februar: Eva Braun, Lebensgefährtin und Ehefrau von Adolf Hitler († 1945)
- 7. Februar: Matthias Heidemann, deutscher Fußballspieler († 1970)
- 8. Februar: Horst Ademeit, deutscher Militärpilot († 1944)
- 11. Februar: Juan Carlos Aramburu, Erzbischof von Tucumán und Buenos Aires († 2004)
- 11. Februar: Rudolf Firkušný, tschechischer Pianist († 1994)
- 13. Februar: Antonia Pozzi, italienische Dichterin († 1938)
- 14. Februar: Josef Schwammberger, SS-Oberscharführer († 2004)
- 17. Februar: Andre Norton, US-amerikanische Schriftstellerin († 2005)
- 18. Februar: Heinz Kühn, deutscher Politiker und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen († 1992)
- 19. Februar: Thomas Mancuso, US-amerikanischer Mediziner († 2004)
- 20. Februar: Pierre Boulle, französischer Schriftsteller († 1994)
- 23. Februar: Aenne Brauksiepe, deutsche Politikerin († 1997)
- 24. Februar: Ulrich de Maizière, Generalinspekteur der Bundeswehr
- 26. Februar: Hans Sachs, deutscher Jurist, Mitglied im TV-Quiz Was bin ich? († 1993)
- 3. März: Klaus Gysi, Minister für Kultur und Staatssekretär für Kirchenfragen der DDR († 1999)
- 8. März: Aloys Odenthal, Widerstandskämpfer in der Zeit des Nationalsozialismus († 2003)
- 10. März: Paul Janes, deutscher Fußballspieler († 1987)
- 13. März: Carl Raddatz, deutscher Film- und Theaterschauspieler († 2004)
- 14. März: Werner-Viktor Toeffling, Maler und Bühnenbildner († 2001)
- 15. März: Louis Boon, belgischer Schriftsteller († 1979)
- 19. März: Adolf Galland, deutscher Luftwaffenoffizier und Jagdflieger († 1996)
- 22. März: Agnes Martin, US-amerikanische Künstlerin († 2004)
- 22. März: Karl Malden, US-amerikanischer Schauspieler
- 23. März: Wernher von Braun, deutscher-US-amerikanischer Raketentechniker und Raumfahrtpionier († 1977)
- 27. März: James Callaghan, britischer Premierminister († 2005)
- 28. März: Marina Michailowna Raskowa, sowjetische Pilotin († 1943)
- 29. März: Hanna Reitsch, deutsche Flugpionierin und Fliegerin († 1979)
- 31. März: Hermann Höcherl, deutscher Politiker († 1989)
- 1. April: Joseph Parecattil, Erzbischof von Ernakulam und Kardinal († 1987)
- 8. April: Alois Brunner, Organisator des Massenmordes an den Juden in Wien, Griechenland und Frankreich
- 8. April: Sonja Henie, norwegische Eiskunstläuferin († 1969)
- 9. April: Franz Seybold, deutscher Fußballspieler und Fußballtrainer († 1978)
- 9. April: Lew Sinowjewitsch Kopelew, russischer Schriftsteller († 1997)
- 11. April: Gusti Wolf, österreichische Kammerschauspielerin
- 14. April: Robert Doisneau, französischer Fotograf († 1994)
- 15. April: Kim Il-sung, kommunistischer Machthaber Nordkoreas († 1994)
- 18. April: Max Waldmeier, Schweizer Astronom und Sonnenforscher († 2000)
- 19. April: Gerhart Ziller, Minister für Maschinenbau der DDR († 1957)
- 19. April: Glenn Theodore Seaborg, US-amerikanischer Chemiker und Atomphysiker († 1999)
- 19. April: Rudolf Fischer, Schweizer Rennfahrer († 1976)
- 21. April: Hermann Withalm, österreichischer Politiker und Vizekanzler († 2003)
- 21. April: Marcel Camus, französischer Regisseur († 1982)
- 22. April: Helmut Artzinger, deutscher Politiker und MdB († 1996)
- 22. April: Kathleen Ferrier, britische Opernsängerin († 1953)
- 26. April: Alfred Elton van Vogt, kanadischer Science Fiction Autor († 2000)
- 30. April: Julius Axelrod, US-amerikanischer Mediziner und Neurochemiker († 2004)
- 1. Mai: Otto Kretschmer, deutscher U-Boot-Kommandant († 1998)
- 2. Mai: Axel Springer, Gründer und Inhaber des Axel Springer Verlags († 1985)
- 6. Mai: Ellen Müller-Preis, österreichische Florettfechterin
- 8. Mai: Gertrud Fussenegger, österreichische Schriftstellerin
- 9. Mai: Frank Seiboth, deutscher Politiker († 1994)
- 12. Mai: Archibald Cox, US-amerikanischer Professor für Verfassungsrecht († 2004)
- 13. Mai: Gil Evans, kanadischer Jazzmusiker († 1988)
- 16. Mai: Pjotr Andrejewitsch Abrassimow, Botschafter der UdSSR in der DDR
- 16. Mai: Studs Terkel, US-amerikanischer Schriftsteller und Radiomoderator
- 17. Mai: Percy Young britischer Musikschriftsteller und Komponist († 2004)
- 18. Mai: Hermann Langbein, Schriftsteller († 1995)
- 18. Mai: Perry Como, US-amerikanischer Sänger († 2001)
- 18. Mai: Richard Brooks, US-amerikanischer Regisseur († 1992)
- 18. Mai: Walter Sisulu, Antiapartheid-Kämpfer und südafrikanischer Politiker († 2003)
- 22. Mai: Herbert Charles Brown, britischer Chemiker und Nobelpreisträger († 2004)
- 26. Mai: János Kádár, Kommunist und ungarischer Politiker († 1989)
- 27. Mai: John Cheever, US-amerikanischer Schriftsteller († 1982)
- 28. Mai: Patrick White, australischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger († 1990)
- 31. Mai: Alfred George Deller, britischer Sänger und Dirigent († 1979)
- 1. Juni: Herbert Tichy, Schriftsteller, Geologe, Journalist und Bergsteiger († 1987)
- 5. Juni: Josef Neckermann, deutscher Versandkaufmann und Dressurreiter († 1992)
- 12. Juni: Willi Brundert, Widerstandskämpfer und deutscher Kommunalpolitiker († 1970)
- 14. Juni: Annibale Bugnini, katholischer Geistlicher († 1982)
- 16. Juni: Willibald Schmaus, deutscher und österreichischer Fußballspieler († 1979)
- 19. Juni: Alfred Jensch, Chefkonstrukteur bei Carl Zeiss in Jena († 2001)
- 23. Juni: Alan Turing, britischer Mathematiker und Kryptoanalytiker († 1954)
- 28. Juni: Carl Friedrich von Weizsäcker, deutscher Physiker und Philosoph
- 28. Juni: Stefan Dittrich, deutscher Politiker und MdB († 1988)
- 30. Juni: Ludwig Bölkow, deutscher Ingenieur und Unternehmer († 2003)
- 1. Juli: Inge von Wangenheim, deutsche Schriftstellerin und Schauspielerin († 1993)
- 4. Juli: Gerhard Schaffran, Bischof von Dresden-Meißen († 1996)
- 4. Juli: Joe Bain, US-amerikanischer Ökonom († 1991)
- 6. Juli: Heinrich Harrer, Autor, Forschungsreisender, Bergsteiger
- 10. Juli: Hans Meyers, deutscher Künstler und Autor
- 11. Juli: Sergiu Celibidache, rumänischer Dirigent († 1996)
- 11. Juli: Alois Lugger, österreichischer Politiker († 2005)
- 14. Juli: Willard Motley, US-amerikanischer Schriftsteller († 1965)
- 14. Juli: Woody Guthrie, US-amerikanischer Gewerkschafter und Liedermacher († 1967)
- 18. Juli: Lilly Stepanek, österreichische Schauspielerin († 2004)
- 21. Juli: Karl W. Deutsch, Politikwissenschaftler († 1992)
- 24. Juli: Kurt Hager, Mitglied des ZK der SED in der DDR († 1998)
- 27. Juli: Igor Markevitch, russischer Komponist und Dirigent († 1983)
- 31. Juli: Milton Friedman, Wirtschaftswissenschaftler, Nobelpreisträger
- 3. August: Otto Siffling, deutscher Fußballspieler († 1939)
- 4. August: David Raksin, US-amerikanischer Komponist von Filmmusik († 2004)
- 4. August: Raoul Wallenberg, schwedischer Diplomat († 1947?)
- 10. August: Jorge Amado, lateinamerikanischer Autor († 2001)
- 10. August: Peter Nellen, deutscher Politiker († 1969)
- 11. August: Eva Ahnert-Rohlfs, deutsche Astronomin († 1954)
- 13. August: Ben Hogan, US-amerikanischer Golfspieler († 1997)
- 14. August: Erwin Strittmatter, deutscher Schriftsteller († 1994)
- 15. August: Wendy Hiller, britische Schauspielerin († 2003)
- 18. August: Otto Ernst Remer, deutscher Wehrmachtsoffizier († 1997)
- 18. August: Volker Gwinner, deutscher Komponist und Organist († 2004)
- 23. August: Gene Kelly, US-amerikanischer Schauspieler und Tänzer († 1996)
- 25. August: Erich Honecker, deutscher Politiker, Staatsratsvorsitzender der DDR († 1994)
- 27. August: Ruth Cohn, Vertreterin der humanistischen Psychologie
- 29. August: Emil Schumacher, deutscher Maler († 1999)
- 29. August: Sohn Kee-chung, erster koreanische Medaillengewinner bei Olympischen Spielen († 2002)
- 30. August: Edward Mills Purcell, US-amerikanischer Physiker († 1997)
- 5. September: John Cage, US-amerikanischer Komponist († 1992)
- 5. September: Kristina Söderbaum, Schauspielerin († 2001)
- 7. September: David Packard, Mitbegründer des Technologiekonzern Hewlett-Packard († 1996)
- 15. September: Gisela Hernández Gonzalo, kubanische Komponistin († 1971)
- 19. September: Kurt Sanderling, deutscher Dirigent
- 21. September: Chuck Jones, Comiczeichner und Filmregisseur von Zeichentrickfilmen († 2002)
- 28. September: Raban Adelmann, deutscher Politiker und MdB († 1992)
- 29. September: Michelangelo Antonioni, italienischer Filmregisseur, Autor und Maler
- 5. Oktober: Karl Hass, deutscher SS-Offizier, verurteilt als Kriegsverbrecher († 2004)
- 6. Oktober: Erwin Weiss, österreichischer Komponist († 2004)
- 7. Oktober: Peter Walker, britischer Rennfahrer († 1984)
- 8. Oktober: Anton Benya, österreichischer Politiker († 2001)
- 9. Oktober: Friedrich Beermann, deutscher Politiker († 1975)
- 12. Oktober: Hermann Graf, deutscher Jagdflieger († 1988)
- 14. Oktober: Helmut Schelsky, deutscher Soziologe († 1984)
- 15. Oktober: Genrich Saulowitsch Altschuller, russischer Ingenieur und Wissenschaftler († 1998)
- 17. Oktober: Johannes Paul I., Papst (†1978)
- 18. Oktober: Aurelio Sabattani, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 2003)
- 21. Oktober: Don Byas, Jazz Tenorsaxophon Spieler († 1972)
- 21. Oktober: Georg Solti, ungarischer Dirigent († 1997)
- 25. Oktober: Luigi Raimondi, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1975)
- 26. Oktober: Don Siegel, Regisseur († 1991)
- 26. Oktober: Lotti Huber, deutsche Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin († 1998)
- 27. Oktober: Conlon Nancarrow, mexikanischer Komponist († 1997)
- 27. Oktober: Heinz Nickelsburg, deutscher Tischtennisspieler
- 31. Oktober: Jean Améry, österreichischer Schriftsteller († 1978)
- 3. November: Alfredo Stroessner, ehemaliger Präsident und Diktator Paraguays
- 5. November: Carl Baumann, deutscher Künstler († 1996)
- 6. November: Max Prantl, Dichter und Maler († 1957)
- 7. November: Ernst Lehner, deutscher Fußballspieler († 1986)
- 11. November: Roberto Mattá, chilenischer Maler und Bildhauer († 2002)
- 12. November: Bernardino Echeverría Ruiz, Erzbischof von Guayaquil und Kardinal († 2000)
- 15. November: Erich Mirek, deutscher Schauspieler († 2004)
- 18. November: Walter Schulz, deutscher Philosoph († 2000)
- 20. November: Otto von Habsburg, deutsch-österreichischer Politiker und Autor
- 21. November: Eleanor Powell, US-amerikanische Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin († 1982)
- 23. November: Franz Amrehn, deutscher Politiker († 1981)
- 23. November: Jean Hengen, Erzbischof von Luxemburg († 2005)
- 24. November: Francis Durbridge, britischer Schriftsteller und Drehbuchautor († 1998)
- 26. November: Eugène Ionesco, französischer Dramatiker († 1994)
- 27. November: Samuel Mitja Rapoport, deutscher Biochemiker († 2004)
- 28. November: Heinz Galinski, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland († 1992)
- 28. November: Morris Louis, US-amerikanischer Maler († 1962)
- 1. Dezember: Hans Hauschulz, SED-Politiker († 1951)
- 1. Dezember: Minoru Yamasaki, US-amerikanischer Architekt († 1986)
- 3. Dezember: Helmut Kindler, Verleger
- 8. Dezember: Jura Soyfer, österreichischer Schriftsteller († 1939)
- 9. Dezember: Hans Mock, deutscher und österreichischer Fußballspieler († 2001)
- 12. Dezember: Thorbjørn Egner, Zeichner († 1990)
- 13. Dezember: Luiz Gonzaga, Sänger, Akkordeonspieler und Komponist († 1989)
- 15. Dezember: Ray Eames, Designerin († 1988)
- 20. Dezember: Rudolf Gebhardt, deutscher Kunstflieger († 1998)
- 21. Dezember: Walter Krause, Politiker († 2000)
- 29. Dezember: Peggy Glanville-Hicks, australische Komponistin († 1990)
- 30. Dezember: Arthur Sarnoff, US-amerikanischer Zeichner
- Isser Harel, israelischer Geheimdienstchef († 2003)
- 3. Januar: Felix Dahn, deutscher Professor für Rechtswissenschaften, Schriftsteller, Historiker ( - 1834)
- 15. Januar: Henry du Pré Labouchère, britischer Politiker ( - 1831)
- 16. Januar: Georg Heym, deutscher Schriftsteller, Vertreter des frühen Expressionismus ( - 1887)
- 25. Januar: Karl Junker, Maler, Bildhauer und Architekt ( - 1850)
- 29. Januar: Herman Bang, dänischer Schriftsteller ( - 1857)
- 1. Februar: Hugo Bußmeyer, deutscher Komponist ( - 1842)
- 10. Februar: Joseph Lister, britischer Mediziner ( - 1827)
- 16. Februar: Nikolai von Japan, russischer Mönch und orthodoxer Erzbischof von Tokio und Japan ( - 1836)
- 21. Februar: Osborne Reynolds, britischer Physiker ( - 1842)
- 22. Februar: Richard Andree, deutscher Geograph und Ethnograph ( - 1835)
- 6. März: Heinrich Kämpchen, deutscher Schriftsteller ( - 1847)
- 17. März: Lawrence Oates, britischer Polarforscher ( - 1880)
- 20. März: Edward Adrian Wilson, englischer Polarforscher, Arzt und Ornithologe ( - 1872)
- 29. März: Robert Falcon Scott, britischer Marineoffizier und Südpolarforscher ( - 1868)
- 30. März: Karl May, deutscher Schriftsteller ( - 1842)
- 6. April: Giovanni Pascoli, italienischer Dichter ( - 1855)
- 9. April: Gottfried Straßer, Pfarrer und Dichter ( - 1854)
- 10. April: Ernst Christian Achelis, evangelischer Theologe ( - 1838)
- 12. April: Clara Barton, US-amerikanische Philanthropin ( - 1821)
- 15. April: Benjamin Guggenheim, US-amerikanischer Geschäftsmann ( - 1865)
- 15. April: Edward John Smith, Kapitän der Titanic ( - 1850)
- 15. April: Isidore Strauss, US-amerikanischer Geschäftsmann und Politiker. ( - 1845)
- 15. April: Jacques Futrelle, amerikanischer Schriftsteller ( - 1875)
- 15. April: John Jacob Astor IV, US-amerikanischer Geschäftsmann, Erfinder und Schriftsteller ( - 1864)
- 20. April: Bram Stoker, irischer Schriftsteller ( - 1847)
- 25. April: Wacław Rolicz-Lieder, polnischer Lyriker ( - 1866)
- 29. April: Subh-i-Azal, Führer der Bábisten ( - 1830)
- 14. Mai: August Strindberg, schwedischer Schriftsteller und Dramatiker ( - 1849)
- 14. Mai: Friedrich VIII. (Dänemark), war König von Dänemark von 1906 bis 1912 ( - 1843)
- 18. Mai: Eduard Strasburger, Botaniker und Professor ( - 1844)
- 26. Mai: Jan Blockx, belgischer Komponist ( - 1851)
- 28. Mai: Paul Emile Lecoq de Boisbaudran, französischer Chemiker ( - 1838)
- 30. Mai: Wilbur Wright, US-amerikanischer Flugpionier und Flugzeugbauer ( - 1867)
- 5. Juni: Quintin Steinbart, Schulleiter ( - 1841)
- 12. Juni: Frédéric Passy, französischer Friedensnobelpreisträger und Politiker ( - 1822)
- 1. Juli: Harriet Quimby, US-amerikanische Flugpionierin ( - 1875)
- 10. Juli: Adolf Deucher, Schweizer Politiker ( - 1831)
- 13. Juli: Marc-Emile Ruchet, Schweizer Politiker ( - 1853)
- 13. Juli: Robert Stock, Pionier der Telekommunikation ( - 1858)
- 17. Juli: Henri Poincaré, französischer Mathematiker und Theoretischer Physiker ( - 1854)
- 30. Juli: Anton Fischer, Erzbischof von Köln, Kardinal ( - 1840)
- 30. Juli: Mutsuhito, 122. Kaiser von Japan ( - 1852)
- 7. August: François-Alphonse Forel, Schweizer Arzt, Naturforscher ( - 1841)
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