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Natural Color System

Natural Color System

Das Natural Color System (NCS, auch NCS-Farbsystem) ist ein vom Scandinavian Colour Institute in Stockholm entwickeltes, standardisiertes Farbsystem, welches auf der natürlichen Farbwahrnehmung (Farbempfinden) des Menschen beruht. Das Natural Color System geht dabei von vier bunten Grundfarben aus, die vom Mensch als "reine Farben" empfunden werden – Gelb (Y), Grün (G), Rot (R) und Blau (B). Alle weiteren Farbtöne werden als Übergang zwischen diesen gesehen und in Prozentanteilen angegeben. Hinzu kommen die unbunten Farben Schwarz und Weiß. Ähnlich wie beim Ostwaldschen Doppelkegel befinden sich die gesättigten Farben auf einem Farbkreis, der gleichzeitig Grundfläche für einen nach oben (reines Weiß) und unten (reines Schwarz) zugespitzten Kegel bildet. Auf der Außenseite des oberen Kegels befinden sich die Farben, die durch Abtönen mit Weiß, auf der des unteren Kegels diejenigen, die durch Abtönen mit Schwarz entstehen. Im Inneren des Doppelkegels sind Farben zu finden, die mit unterschiedlichen Anteilen von Schwarz und Weiß abgetönt sind. Schneidet man aus dem Doppelkegel längs der Weiß-Schwarz-Achse ein (sehr dünnes) Kuchenstück heraus, so erhält man eine farbtongleiche Fläche, bei der sich längs der Oberkante schwarzgleiche Farben (= Farben mit gleichem Schwarzanteil), längs der Unterkante weißgleiche Farben (= Farben mit gleichem Weißanteil) und längs der Schwarz-Weiß-Achse die reingleichen Farben (= Farben mit gleichem Reinheitsgrad) ablesen. Die NCS-Farbkennzeichnung ist in zwei Teile aufgegliedert: Der erste Teil gibt den Schwarzanteil sowie die Farbigkeit (also Farbsättigung) einer Farbe wieder, der zweite Teil die Position des Grundfarbtons auf dem YRGB-Farbkreis. Alle Zahlenwerte gehen dabei von 100 als Maximalwert und 0 als Minimalwert aus. Alle Farbwerte im NCS-System werden linear (nicht logarithmisch) und als theoretische Werte angegeben. Die Farben, die mit existierenden Pigmenten nicht herzustellen sind, sind in den NCS-Farbfächern nicht vorhanden. Ein zu 30% gesättigtes, etwas ins Rötliche tendierendes Gelb mit 30%igem Schwarzanteil würde im NCS-System folglich NCS 3030 - Y30R bezeichnet: \begin\mathbf \\ \ \end\ \ \begin\underbrace \\ \mathsf\end\ \ \begin\underbrace \\ \mathsf\end\ \ \begin- \\ \ \end\ \begin\underbrace \\ \ \mathsf\end\ \ \begin\underbrace \\ \mathsf\end Ein vorangestelltes S (bei obigem Beispiel also NCS S 3030 - Y30R) bedeutet, daß der entsprechende Farbwert der Second Edition, also der Überarbeitung von 1995 entstammt. Das NCS-System ist eines der wenigen, weltweit verwendeten Farbsysteme (neben dem RAL Farbregister und dem Pantone Matching System), in dem ca. 1300 Farbmuster strikt organisiert, durch Buchstaben und Zahlen benannt, vorliegen. NCS ist ein eingetragenes Warenzeichen des Skandinavischen Farbinstitutes (Scandinavian Colour Institute) mit Sitz in Stockholm, Schweden.

Weblinks


- [http://www.ncscolour.com/ NCS - Internationale Seite] (Skandinavisches Farbinstitut)
- [http://www.ncs-dworak.at/ NCS - Deutschsprachige Seite] (Renate Dworak Farbkommunikation, Wien)
- http://www.farbimpulse.de/farbsysteme/detail/0/7.html Kategorie: Farbsystem

Stockholm

Stockholm ist die Hauptstadt Schwedens und mit ihren 767.000 Einwohnern (Stand 2005) zugleich größte Stadt Skandinaviens. Sie liegt an der Ostsee und wird zu den schönsten Städten der Welt gezählt. Bekannt ist sie für ihre hohe Lebensqualität. Stockholm ist Residenz des Königspaares, Sitz des schwedischen Parlamentes und der schwedischen Regierung, Sitz einer Universität und mehrerer Hochschulen. In Stockholm befindet sich der Sitz der katholischen Kirche Schwedens[http://www.sanktaeugenia.se].

Geografie

katholischen Kirche katholischen Kirche Das Landschaftsbild Stockholms hat sich in der Geschichte der Stadt aufgrund der skandinavischen Landhebung stark verändert. Teile, die heute zum Festland gehören, waren vor einigen hundert Jahren noch Inseln. Ein Meerbusen der Ostsee umschließt mit zahlreichen Buchten, Landzungen, etwa 24.000 Schären (kleinen Inseln) und Seen wie ein Labyrinth die Stadt. Dieses Gebiet wird Schärengarten genannt. Stockholm liegt am Ausfluss des Mälarsees in die Ostsee. Der Mälarsee erstreckt sich 120 km nach Westen ins Landesinnere. Slussen[http://www.stockholm.se/templates/template_121.asp_Q_mainframe_E_template_117.asp_Q_number_E_53211_A_category_E_12677], eine Schleuse mitten in Stockholm, trennt das Süßwasser des westlich liegenden Mälarsees vom Salzwasser der östlich liegenden Ostsee. Etwa 30 % der Stadtfläche ist mit Wasser bedeckt. Die hohe Wasserqualität erlaubt es, mitten in der Innenstadt Lachse zu angeln. Die Stadt erstreckt sich heute über 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind. Ein großer Teil der Stadt besteht aus Waldregionen. In nord-südliche Richtung zieht sich eine eiszeitliche Kiesmoräne, die vom Ausfluss durchbrochen worden war. Die Inseln im Strom sind Reste dieses Rückens. Wegen der Lage im Norden Europas sind die Winter dunkel. Im Sommer hingegen bleibt es auch nachts angenehm hell.

Politik

Stockholm ist bevölkerungsmäßig die größte der 290 schwedischen Kommunen und liegt in der Verwaltungsprovinz Stockholms län. Die kommunale Tätigkeit der Stadt Stockholm ist politisch wie folgt organisiert:

Stadtparlament

Das höchste beschlussfassende politische Organ ist das alle vier Jahre gewählte Stadtparlament (schwed. kommunfullmäktige), das aus 101 Abgeordneten besteht. In der Wahl von 2002 wurden folgende Parteien in das Stadtparlament gewählt: die konservative Moderate Sammlungspartei (27 Mandate), die Liberale Volkspartei (17 Mandate), die Christdemokraten (5 Mandate), die Grünen (6 Mandate), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens (35 Mandate) und die Linkspartei (11 Mandate).

Stadtregierung

Linkspartei Die Stadtregierung (schwed. kommunstyrelse), die aus 13 Mitgliedern besteht (5 Sozialdemokraten, 3 Moderaten, 2 Liberalen, 1 Christdemokraten, 1 Grünen, 1 Vertreter der Linkspartei), wird nach dem Verhältniswahlprinzip gewählt, d.h. dass die im Stadtparlament vertreten Parteien auch in der Stadtregierung repräsentiert sind. Die Beschlüsse der Stadtregierung werden vorbereitet und durchgeführt von der Stadtratskommission (schwed. borgarrådsberedningen), die aus 12 Stadträten (schwed. borgarråd) besteht, die alle vier Jahre vom Stadtparlament gewählt werden. Dabei unterscheidet man zwischen regierenden Stadträten (schwed. styrande borgarråd) und oppositionellen Stadträten (schwed. oppositionsborgarråd). Die jetzige Stadtratskommission besteht aus 8 regierenden Stadträten (6 Sozialdemokraten, 1 Vertreter der Linkspartei und 1 Grünen), die gleichzeitig Leiter von Abteilungen (schwed. rotel) sind, und 4 oppositionellen Stadträten ohne Portefeuille (3 Moderate und 1 Liberaler). Der Finanzstadtrat ist i. d. R. gleichzeitig Vorsitzender der Stadtratskommission und der Stadtregierung (d. h. Bürgermeister). Dies ist zur Zeit die Sozialdemokratin Annika Billström.

Bezirksausschüsse

Ein großer Teil der Verantwortung für die Wahrnehmung der kommunalen Aufgaben liegt bei den 18 Bezirksausschüssen (schwed. stadsdelsnämnd), die in den 18 Stadtbezirken (schwed. stadsdelsområde) tätig sind. Die Bezirksausschüsse, die je nach Größe des Stadtbezirkes aus 11 oder 13 Mitgliedern bestehen, werden vom Stadtparlament ernannt und sind dem Stadtparlament direkt unterstellt. Es gibt 18 Stadtbezirke. Siehe auch: Liste der Stadtbezirke in Stockholm

Fachausschüsse

Gewisse übergreifende Tätigkeitsbereiche werden von zentralen Fachausschüssen (schwed. facknämnd) abgedeckt, wie z.B. dem Bildungsausschuss, dem Sportausschuss oder dem Wahlausschuss.

Städtische Unternehmen

Ein Teil der kommunalen Dienstleistungen wurde in Aktiengesellschaften ausgelagert, in denen die Stadt die Aktienmehrheit besitzt. So werden etwa die Gemeindewohnungen, die Wasserversorgung, das Stockholmer Stadttheater u. a. von Aktiengesellschaften verwaltet, die unter einer Konzernleitung, der Stockholms Stadshus AB, zusammengefasst sind.

Geschichte

Die Entstehung der Stadt

Liste der Stadtbezirke in Stockholm] Es gibt keine historischen Belege für eine Existenz Stockholms vor der Mitte des 13. Jahrhunderts. Eventuell gab es jedoch ältere Verteidigungsanlagen zur Sicherung der Einfahrt in den Mälarsee. Eine Besiedlung kann jedoch nicht nachgewiesen werden. Stockholm (Stock=Stock, Baumstamm; holm=kleine Insel) wurde zum ersten Mal 1252 als Ausstellungsort in zwei Urkunden des Jarls Birger Magnusson erwähnt, der manchmal als Gründer der Stadt erwähnt wird. Aber auch dafür fehlen historische Belege. Doch entwickelte sich Stockholm unter der Regierung Birger Magnussons und des Königs Magnus Ladulås in den folgenden Jahrzehnten zu einer wichtigen Handelsstadt, was vor allem durch Verträge mit der Hansestadt Lübeck gefördert wurde. Um 1270 wurde Stockholm in Dokumenten als Stadt bezeichnet und 1289 wurde die Stadt als die bevölkerungsreichste Stadt Schwedens beschrieben. Die ersten gesicherten Annahmen zur Größe der Stadt beziehen sich auf die Mitte des 15. Jahrhunderts, als Stockholm etwa 1.000 Haushalte, also ungefähr 5.000 bis 6.000 Einwohner hatte. Aus demselben Jahrhundert (1436) stammt auch der erste Privilegienbrief. Der hauptsächliche Grund für die rasche Entwicklung der Stadt war ihre strategische Lage. Stockholm beherrschte die Zufahrt zum Mälarsee, der seinerseits eine aufgrund der Landwirtschaft und Eisenherstellung wirtschaftlich wichtige Region erschloss. Die Ausdehnung der Stadt war zu dieser Zeit auf die Insel Stadsholmen (heute Gamla stan) beschränkt. Die Insel selbst war um ein Drittel kleiner als heute, und die Ströme wesentlicher weiter.

Die Kalmarer Union

Die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der Stadt machte Stockholm zu einem wichtigen Machtfaktor in den Auseinandersetzungen zwischen den dänischen Königen der Kalmarer Union und der nationalen Unabhängigkeitsbewegung im 15. Jahrhundert. So erfocht am 14. Oktober 1471 Schweden unter Sten Sture in der Nähe der Stadt am Brunkeberg (heute ein Teil des Stadtbezirkes Norrmalm) mit Unterstützung der Stockholmer Bürgerschaft einen glänzenden Sieg über den dänischen König Christian I. Dessen Enkel Christian II. belagerte die Stadt 1518 vergebens, nahm sie aber 1520 nach einer neuen Belagerung durch Verrat ein. Am 8. November 1520 kam es in Stockholm im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten zu einer Massenhinrichtung von Oppositionellen, dem Stockholmer Blutbad. Dieses Massaker leitete jenen Aufstand ein, der schließlich zum endgültigen Zusammenbruch der Kalmarer Union führte. Kalmarer Union Kalmarer Union]

Die Vasa-Zeit

Mit dem Einzug Gustav Vasas 1523 und dem Aufbau einer starken Königsmacht entwickelte sich Stockholm auch zu einer wichtigen Residenzstadt. Neben dem Bürgertum begann nun auch der königliche Hof, das Stadtbild zu prägen. Die Stadtinsel bot nicht mehr genug Platz, und 1529 wurden Södermalm und Norrmalm unter die Herrschaft der Stadt gestellt. Die Stadt wuchs und erreichte um 1600 eine Einwohnerzahl von 10.000 Einwohnern.

Das 17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert sieht den Aufstieg Schwedens zur Großmacht. Dies spiegelte sich auch in der Entwicklung der Stadt wieder. Von 1610 bis 1680 versechsfachte sich die Einwohnerzahl. Ladugårdslandet, das heutige Östermalm, und die Insel Kungsholmen wurden eingemeindet. 1634 wurde Stockholm offiziell zur Hauptstadt des schwedischen Reiches. Nach dem politischen Aufstieg folgte diesem Ereignis bald auch der wirtschaftliche Aufstieg der Stadt. Die Stadt erhielt das Stapelrecht und damit das Monopol für den Handel zwischen dem Ausland und Svealand, Norrland und Österbotten (heutiges Finnland). In dieser Zeit entstanden auch einige der großartigen Bauten und Paläste, die die Macht des Landes und seines Adels symbolisieren sollten, wie z.B. Riddarhuset, Oxenstiernska palatset und Tessinska palatset und die alte Reichsbank. Auf den eingemeindeten Inseln und in Östermalm entstanden Stadtviertel in einem rechtwinkligen Straßennetz.

Das 18. Jahrhundert

In den Jahren 17131714 wurde Stockholm von der Pest heimgesucht. Nach dem Ende des Großen Nordischen Krieges und den damit verbundenen Gebietsverlusten im Jahre 1721 stagnierte die Stadt. Die Bevölkerung wuchs kaum mehr und die wirtschaftliche Erholung ging nur sehr langsam vor sich. Doch behielt Stockholm seine Rolle als politisches Zentrum des Landes und unter Gustav III. entwickelte es sich auch zum kulturellen Zentrum. Das Stockholmer Schloss und die Königliche Oper sind architektonischer Ausdruck dieser Epoche.

Das 19. Jahrhundert

kulturellen] Mit Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die wirtschaftliche Bedeutung Stockholms weiterhin ab. Norrköping wurde zur größten Manufakturstadt und Göteborg entwickelte sich aufgrund seiner günstigen Lage an der Nordsee zum wichtigsten Exporthafen Schwedens. Erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts übernahm Stockholm wieder eine führende Rolle in der Wirtschaft des Landes. Einerseits wurde eine Reihe wichtiger Industriebetriebe gegründet, andererseits entwickelte sich Stockholm zu einem wichtigen Handels- und Dienstleistungszentrum sowie zu einem Verkehrsknotenpunkt. Auch die Bevölkerung wuchs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Zuwanderung stark an. Gegen Ende des Jahrhunderts waren nicht einmal 40% der Einwohner in Stockholm geboren. Die Besiedlung griff über die Stadtgrenzen hinaus und es entstanden eine Reihe von Elendsvierteln, aber auch von Villenvierteln im Grünen und an der Küste. Stockholm baute auch seine Position als Kulturzentrum weiter aus. Man bemühte sich auch darum, höhere Bildungseinrichtungen nach Stockholm zu bekommen. Im 19. Jahrhundert bekam Stockholm mehrere wissenschaftliche Institute, wie z.B das Karolinische Institut (Karolinska Institutet) und das Technologische Institut, das 1877 eine Technische Hochschule wurde. 1878 wurden auch die ersten Lehrveranstaltungen an der neugegründeten Stockholmer Hochschule abgehalten, aber es sollte beinahe 100 Jahre dauern, bis sie zur Universität erhoben wurde.

Das 20. Jahrhundert

Nach 1910 kam es zur Eingemeindung großer Gebiete, die verkehrstechnisch durch Straßenbahnlinien an die Stadt angeschlossen werden. Im Anschluss daran entstanden Vororte, Gartenstädte und Gebiete mit Freizeithäuschen. Wirtschaftlich kam es zu einer Umstrukturierung. Arbeitsintensive Unternehmen in Niedriglohnbranchen gingen ein, während kapitalintensive Unternehmen und Unternehmen im Hochtechnologiebereich wuchsen. Ein Beispiel dafür ist der Stadtbezirk Kista, der sich in den 1990er Jahren zum IT-Zentrum Schwedens entwickelt hat. Ab den 1950er Jahren nahm die Beschäftigungsquote der Industrie ab und liegt heute bei ungefähr 10 %. Dagegen wuchs der Dienstleistungsbereich weiter an. 1950 wurde die erste U-Bahnlinie in Stockholm eröffnet. Längs der U-Bahn-Linien und an deren Endpunkten entstanden in den Fünfzigern sogenannte ABC-Vororte, wie Vällingby und Farsta, und seit der Mitte der 1960er bis zur Mitte der 1970er Jahren die im Rahmen des Millionenprogrammes gebauten Großsiedlungen wie Rinkeby, Tensta, Sollentuna u. a. Trotz einem relativ hohen Anteil eingewanderter Mitbürger in diesen Stadtteilen (über 40% der Einwohner in Tensta, Rinkeby oder Sollentuna kommen aus dem außereuropäischen Ausland) kann man nicht von einer Ghettoisierung sprechen, auch wenn die durchaus vorhandenen Segregationstendenzen seit Ende der 1990er Jahren deutlicher merkbar sind. Sollentuna Von 1909 an hatten die Sozialdemokraten zusammen mit den Liberalen die Mehrheit im Stockholmer Gemeinderat. In den ersten Kommunalwahlen nach dem allgemeinen Wahlrecht 1919 erreichte die politische Linke eine Mehrheit im Gemeinderat, die sie bis in die 1950er Jahre behielt. Anfang der 1920er Jahre erhielt Stockholm eine neue politische Organisation, die in ihren Grundzügen auch heute noch gilt. 1923 übersiedelte die Stockholmer „Regierung“ in das neugebaute Rathaus (Stockholms stadshus). 1967 wurde Stockholm in die Verwaltungsprovinz Stockholms län eingegliedert. Im Jahr 1986 wurde Premierminister Olof Palme auf offener Straße erschossen, der Mörder wurde nie gefunden. Im September 2003 wurde Außenministerin Anna Lindh in einem Kaufhaus von einem Messerattentäter tödlich verletzt. Die Europäische Union machte Stockholm im Jahr 1998 zur Kulturhauptstadt Europas.

Einwohnerentwicklung

Stockholm hatte am 1. Januar 2004 etwas mehr als 761.000 Einwohner. Davon waren 70.584 Ausländer (das entspricht etwa 9 %). Die Stadt verzeichnete in den letzten zehn Jahren ein Bevölkerungswachstum von über 10 %. Ungefähr 80% der Bevölkerung sind Mitglieder der evangelischen Kirche, die bis vor wenigen Jahren Staatskirche war. Schweden ist ein hochgradig säkularisiertes Land. Das Ausbildungsniveau der Bevölkerung liegt deutlich über dem Reichsschnitt: Nur 13 % der Bevölkerung zwischen 20 und 64 Jahren haben keinen Gymnasialabschluss (Reichsschnitt 19 %), aber 48 % der Bevölkerung haben eine postgymnasiale Ausbildung (reichsschnitt: 32 %). Die offene Arbeitslosigkeit in Stockholm betrug Ende 2003 etwa 3,8 %, was deutlich unter dem Reichsschnitt von über 5 % war. Nachfolgend sind die Einwohnerzahlen der Gemeinde Stockholm nach dem jeweiligen Gebietsstand aufgeführt. säkularisiertes

Kultur

Theater

In Stockholm gibt es eine Reihe von Theatern, darunter die Königliche Oper, das Königliche Dramatische Theater (Dramaten) und das Stockholmer Stadttheater (Stadsteatern) sowie Privattheater wie die Volksoper (Folkoperan), das Moderne Tanztheater (Moderna dansteatern), das China-, Göta Lejon-, Mosebacke-, Oscar-Theater und viele andere Bühnen.

Museen

säkularisiertes Unter den zahlreichen Museen in Stockholm gibt es nationale Museen wie das Architekturmuseum[http://www.arkitekturmuseet.se/english/index.xml], das Biologische Museum[http://www.biologiskamuseet.com/], das Ethnografische Museum[http://www.etnografiska.se/smvk/jsp/polopoly.jsp?d=122], das Historische Museum[http://www.historiska.se/info/english.html], das Marinhistorische Museum (Sjöhistoriska museet)[http://www.sjohistoriska.se/Sjohistoriska%20museet/Sjohistoriska.aspx?path=%2fhome%2fsjohistoriska+museet%2fom&layout=], das Museum für Moderne Kunst (Moderna museet)[http://www.modernamuseet.se/v4/templates/template6.asp?lang=Eng&id=1745], das Nationalmuseum[http://www.nationalmuseum.se/Default____2705.aspx], das Naturhistorische Reichsmuseum[http://www.nrm.se/inenglish.4.11e7cc61015dbd72f9800087.html], das Technische Museum[http://www.tekniskamuseet.se/templates/StartPage.aspx?id=13327], das Vasamuseum[http://www.vasamuseet.se/Vasamuseet/Vasamuseet.aspx?path=%2fhome%2fvasamuseet%2fom&layout=] u. a. Die Geschichte und Gegenwart Stockholms wird im Mittelaltermuseum (Medeltidsmuseet)[http://www.medeltidsmuseet.stockholm.se], im Stockholmer Stadtmuseum[http://www.stadsmuseum.stockholm.se] und im Stockholmer Länsmuseum[http://www.lansmuseum.a.se/start/homepage.html] pädagogisch aufbereitet. Im Stockholmer Schloss[http://www.destination-stockholm.se/framesmaster.htm?http://www.destination-stockholm.se/sights/palace.htm] befinden sich mehrere Museen zur Geschichte der Könige.

Sport

Von den sportlichen Einrichtungen ragen das Stockholmer Olympiastadion und die Globen Arena heraus. Beide werden auch für Konzertveranstaltungen genutzt. Aus Stockholm stammt der Fußballverein Hammarby IF der seit 1998 durchgehend in der höchsten schwedischen Spielklasse spielt. Ein Meistertitel im Jahr 2001 und ein Vizemeistertitel zwei Jahre später sind die größten Erfolge des Klubs. Klubfarben sind Grün-weiß. Die Heimstätte des Vereins ist das Söderstadion mit 16.185 Plätzen.

Sehenswürdigkeiten

Hammarby IF Das Stockholmer Stadtbild und seine Architektur ist geprägt von der besonderen Lage der Stadt an den Ufern des von Westen nach Osten verlaufenden Ausflusses des Mälarsees, dem in nord-südlicher Richtung verlaufenden Höhenrücken der Gletschermoräne und der zentralen Stadtinsel mitten im Strom. Im Stadtgebiet gibt es zahlreiche kleine Parks. Nachfolgend werden einige Inseln der Stadt genauer beleuchtet. Hierbei bleibt die politische Gliederung der Stadt in Stadtbezirke unberücksichtigt.

Stadsholmen/Gamla Stan

Die Altstadt auf der Stadtinsel (Stadsholmen) weist noch immer das mittelalterliche Straßennetz mit den von Nord nach Süd über die Insel verlaufenden Straßen (Öster- und Västerlånggatan) und schmalen, zum Wasser abfallenden Gässchen auf. Mittendrin befindet sich die deutsche Kirche (Tyska kyrkan). Einen anderen Eindruck machen im Norden der Insel die Paläste der Großmachtszeit wie das Ritterhaus und das bondesche Palais im Norden zum Wasser hin gelegen, das oxenstiernasche Palais und das tessinsche Palais in der Nähe der Storkyrkan, dem Stockholmer Dom, und natürlich das Königliche Schloss, dessen mittlere Achse auf die Norrbro (Nordbrücke) weist, die die Altstadt über die Insel Helgeandsholmen mit Norrmalm, dem nördlichen Ufer, verbindet. Ein Großteil der Altstadt ist autofrei.

Helgeandsholmen und Riddarholmen

Die Insel Helgeandsholmen beherbergt nur zwei Gebäude, das Mittelaltermuseum und den schwedischen Reichstag. Die Insel Riddarholmen im Osten der Stadtinsel ist heute Justizzentrum des Landes. Im wrangelschen Palais und den anderen Gebäuden befinden sich verschiedene Gerichte. Daneben befindet sich auch die Riddarholmskirche, Grabkirche vieler schwedischer Könige.

Norrmalm

Riddarholmskirche Vom Königlichen Schloss aus blickt man über Helgeandsholmen hinweg auf Norrmalm und sieht Rosenbad, den Regierungssitz der schwedischen Regierung, das sagersche Palais, die Dienstwohnung des Premierministers, das Palais des Erbfürsten (Arvfurstens palats), heute Außenministerium, und die Oper mit dem berühmten Restaurant Operakällaren. Doch dahinter beginnt die Innenstadt, das moderne Stockholm, das in den 1950er bis 1970er Jahren entstand, nachdem man über 400 Gebäude des Viertels Klara abgerissen hatte und durch ein nach damaligem Geschmack modernes Zentrum ersetzte. Achtzehnstöckige Gebäude wurden errichtet. In der Mitte wurde der Sergels Torg (Sergelsplatz) als Symbol des modernen Wohlfahrtsstaates auf zwei Ebenen errichtet. Manchen mag er heute als Schandfleck erscheinen, andere sehen in ihm den Versuch gesellschaftlichen Visionen architektonischen Ausdruck zu verleihen. An seiner Seite befindet sich das Stockholmer Kulturhaus mit dem Stadttheater. Die Drottninggatan ist eine moderne Einkaufsstraße mit modernen Kaufhäusern. Der Kungsträdgården ist Treffpunkt für junge Leute. Hier finden im Sommer häufig Konzerte statt, im Winter kann man mitten in der Innenstadt in Schlossnähe Schlittschuhlaufen.

Östermalm

Östlich von Norrmalm erstreckt sich Östermalm, geprägt vom rechtwinkeligen Straßennetz der schwedischen Großmachtszeit. Vor allem die Wasserfront, der Strandvägen, war und ist Stockholms repräsentativste Adresse, was die Gründerzeithäuser in historistischem Stil zeigen. Wo der Strandvägen beginnt, liegt das königlich-dramatische Theater Dramaten. Vor dem Theater liegt der Berzelius-Park, in dem sich das Berns, Theater und Restaurant, befindet, dessen rotes Zimmer durch Strindbergs Roman Das rote Zimmer berühmt geworden ist. In Östermalm liegen der Östermalms torg (Östermalmsplatz), an dem die Hedvig-Eleonora-Kirche liegt, und der sternförmige Karlaplan.

Djurgården

Hedvig-Eleonora-Kirche Hedvig-Eleonora-Kirche Vom Karlaplan führt der Narvavägen über die Djurgårdsbrücke auf die Halbinsel Djurgården, die auch heute noch vorwiegend ein Naturpark und Ausflugs- und Erholungsgebiet für die Stockholmer ist. Über die Brücke kommt man entlang dem Djurgårdsvägen zu einer Reihe von Museen, wie z.B. dem Vasamuseum, dem Nordischen Museum und Liljevalchs Kunsthalle, Vergnügungsstätten, wie z.B. Gröna Lund und Circus, und Gasthäusern aus dem 19. Jahrhundert, wie das in der Literatur verewigte Hasselbacken. In der Nähe des Hasselbacken befindet sich auch der Haupteingang zu Schwedens erstem und größtem Freilichtmuseum Skansen. Auf der Waldemarsudde liegt die Villa des Prinzen Eugen, die heute Museum ist und Bilder des Prinzen und seiner Zeitgenossen zeigt und damit einen feinen Überblick über die schwedische Malerei der Jahrhundertwende (1900) gibt. Von Djurgården führt eine Fähre zurück auf die Stadtinsel.

Blasieholmen, Skeppsholmen und Kastellholmen

Zwischen der Stadtinsel und Djurgården liegen Blasieholmen, Skeppsholmen und Kastellholmen. Auf Blasieholmen befinden sich das pompöse Grand Hotel, dessen Hauptfassade zur Stadtinsel weist, und das schwedische Nationalmuseum, Skeppsholmen und dessen Anhängsel Kastellholmen beherbergten früher Einrichtungen der Kriegsmarine, die im 20. Jahrhundert von Museen (z. B. Ostasiatisches Museum, Modernes Museum, Architekturmuseum) übernommen worden sind.

Kungsholmen

Wendet man sich auf der Stadtinsel nach Nordwesten, sieht man den östlichen Spitz der Insel Kungsholmen mit dem Stockholmer Rathaus (Stockholms stadshus), in dessen Blauer Halle alljährlich das Nobelfest stattfindet – das Bankett zu Ehren der Nobelpreisträger im Anschluss an die feierliche Verleihung der Nobelpreise im Konzerthaus. Kungsholmen beherbergt Parks und Badeplätze.

Södermalm

Nobelpreis Am südlichen Ende der Stadtinsel befindet sich Slussen, die Schleuse, über die man mit dem Boot vom Mälaren in die Ostsee kommt. Slussen verbindet auch Stadsholmen mit der Insel Södermalm (im Volksmund Söder), die sich hier über 50 Meter aus dem Wasser erhebt. Mit dem 52 m hohen Katarinalift kommt man von Slussen zum Mosebacke torg, an dem sich zwei Theater befinden. In der Nähe liegt die Katarinakirche, ein Meisterwerk aus dem 17. Jahrhundert. Im Osten der Insel auf den Hügeln Åsöberget und Vita bergen mit der Sofiakirche gibt es noch kleine Holzhäuser, wie sie für die Besiedlung des 17. und 18. Jahrhunderts typisch waren. Das Innere der Insel ist mit Wohnblöcken aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Jahrhundertwende bebaut, während der südliche Teil Bebauung aus dem 20. Jahrhundert aufweist. Ein völlig neuer und architektonisch interessanter Stadtteil wurde Ende der 1980er Jahre im Gebiet von Stockholm Södra (westlich des Medborgarplatzes) errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Sofiakirche Stockholm ist Knotenpunkt des schwedischen Eisenbahnnetzes. Es hat einen internationalen Flughafen im etwas entfernten Arlanda; daneben gibt es einen Flughafen bei Skavsta und einen Regionalflughafen in Bromma. Außerdem ist Stockholm eine wichtige Hafenstadt mit Verbindung nach Helsinki, Sankt Petersburg, Turku und Tallinn. Dem öffentlichen Verkehr dienen die U-Bahn (Tunnelbana), Vorortzüge, verschiedene Buslinien, einzelne Stadtbahnlinien in den Außenbezirken sowie die Straßenbahn zum Djurgården. Die Tunnelbana, die Stadtbahn, die Straßenbahn und die Buslinien werden durch die AB Storstockholms Lokaltrafik[http://www.sl.se] betrieben. Im Bezug auf den Straßenverkehr kann sich Stockholm mit anderen europäischen Hauptstädten messen. Die Autobahn E4 führt westlich des Stadtzentrums vorbei. Ein großer Teil des Autoverkehrs soll in den nächsten Jahren unter die Erde gelegt werden. So wurde im Oktober 2004 ein 4,5 km langer Tunnel (Södra länken) südlich des Stadtkerns eingeweiht. Ein gleichartiges Projekt ist im Norden geplant. Zur Reduzierung des innerstädtischen Verkehrs wird eine Innenstadtmaut diskutiert.

Sendeeinrichtungen


- Rundfunksender Nacka
- Kaknästurm

Ansässige Unternehmen

Kaknästurm] Stockholm ist Schwedens Dienstleistungszentrum. 85 % aller Beschäftigten arbeiten im öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereich, aber nur 10 % in der Herstellungsindustrie. Dennoch gehört Stockholm zu den größten Industriegebieten Schwedens. Die fehlende Schwerindustrie lässt die Stadt zu einer der saubersten Metropolen der Welt werden. Die steigende Zahl von Unternehmen im Hochtechnologie-Bereich wog in den letzten Jahrzehnten die Abwanderung traditioneller Industriebetriebe auf. Zu den großen Industrieunternehmen in Stockholm zählen heute Ericsson, IBM Svenska AB und Electrolux, die Arzneimittelhersteller Astra-Zeneca und Pharmacia, graphische Betriebe des Bonnier-Konzerns u.a. Im Norden der Stadt (Kista) entstand im letzten Jahrzehnt eines der größten IT-Zentren Europas. Stockholm ist auch das Medienzentrum des Landes mit 4 überregionalen Tageszeitungen und einer Reihe kleiner Zeitungen, Verlagen (u.a dem Bonnier-Konzern), Sitz für den staatlichen Rundfunk (SR) und die die öffentlich-rechtliche Fernsehgesellschaft SVT sowie weiterer Medienunternehmen. Auch die schwedischen Banken (wie z. B. Föreningssparbanken, Handelsbanken und Skandinaviska Enskilda Banken, die zu den 10 größten Unternehmen in Stockholm gehören) haben ihren Hauptsitz in Stockholm, wo sich auch die schwedische Börse befindet. Zusammen mit den Hauptsitzen der Versicherungsgesellschaften (wie z. B. Skandia)und von Investmentunternehmen machen sie Stockholm zum wichtigsten Finanzzentrum Schwedens. Überhaupt befinden sich die Hauptsitze von über 40 % aller schwedischen Unternehmen mit mehr als 200 Angestellten in Stockholm. Aber nicht nur Unternehmenszentralen sondern auch die Zentralbehörden der staatlichen Verwaltung sowie die nationalen politischen Institutionen (wie Regierung und Reichstag) in Stockholm machen die Stadt zum Machtzentrum des Landes. In den letzten Jahren ist auch der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden. Seit 1991 ist die Anzahl der Übernachtungen mit 80 % von 4 auf über 7 Millionen gestiegen. Festivals, wie z. B. Stockholm Waterfestival, und große Sportveranstaltungen, wie z.B. der Stockholm Marathon, sind wichtige Attraktionen. Damit sich die Wirtschaft präsentieren und weitere Kontakte knüpfen kann, hat Stockholm auch eine Messe (Stockholmsmässan) mit einem dichten Programm.

Bildung

Stockholmsmässan] In Stockholm gibt es 16 Hochschulen und Universitäten. Von herausragender Bedeutung sind hierbei die Universität Stockholm (Stockholms universitet) mit ihren etwa 35.000 Studierenden (Stand 2004) und die Königliche Technische Hochschule (Kungliga Tekniska Högskolan), die wohl größte technische Hochschule Skandinaviens. Nachfolgend sind daneben alle weiteren Hochschulen genannt.
- Danshögskolan (Hochschule für Tanz, Choreographie und Tanzpädagogik)
- Dramatiska Institutet (Hochschule für Film, Radio, Fernsehen und Theater)
- Ersta & Sköndal högskola
- Handelshögskolan i Stockholm
- Idrottshögskolan i Stockholm (Hochschule für Sport)
- Karolinska Institutet (Medizinische Universität, liegt in der Nachbarstadt Solna)
- Kungliga Tekniska Högskolan
- Kungliga Konsthögskolan
- Kungliga Musikhögskolan
- Lärarhögskolan i Stockholm (Hochschule für Lehrerausbildung)
- Operahögskolan i Stockholm
- Stockholms Musikpedagogiska Institutet (Hochschule für Musikpädagogik)
- Stockholms universitet
- Södertörns högskola
- Teaterhögskolan i Stockholm
- Teologiska Högskolan Neben den Forschungseinrichtungen der Hochschulen und Universitäten gibt es eine Reihe weiterer staatlicher und privater Forschungsinstitutionen in Stockholm. Stockholm ist ebenfalls Sitz der Schwedischen Akademie, der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, der Königlichen Akademie für Literatur, Geschichte und Antiquitäten, der Nobelstiftung und weiterer kultureller und wissenschaftlicher Institutionen.

Söhne und Töchter der Stadt

Zu den in Stockholm geborenen bekannten Persönlichkeiten gehören unter anderem Benny Andersson (Sänger, Musiker, ABBA Mitglied), Erik Jonsson Dahlberg (schwedischer Feldmarschall), Greta Garbo (schwedische Filmschauspielerin), Barbro Lindgren (schwedische Kinderbuchautorin), Alfred Nobel (Chemiker und Erfinder), Olof Palme (zweimaliger Premierminister Schwedens) Keke Rosberg (Autorennfahrer) sowie Wilhelm Stenhammar (schwedischer Komponist, Pianist und Dirigent). Siehe auch: Liste der Söhne und Töchter der Stadt Stockholm

Literatur


- Der National Geographic Walker Stockholm. Mairdumont, 2004, ISBN 3936559090 (Reiseführer mit praktischen Karten)
- Gudrun Schulte: Stockholm selbst entdecken. Regenbogen, 2000, ISBN 3858621536 (Beschreibt die Stadt im Fließtext) ---- Siehe auch: Liste der Städte in Schweden, Schloss Drottningholm, Schloss Ulriksdal

Weblinks


- [http://www.stockholmtown.com/ stockholmtown.com]: offizielle Webpräsenz für Stockholm-Touristen (mehrsprachig)
- [http://www.swedengate.de/regionen/stockholm/ swedengate.de]: Informationsportal über Schweden und Stockholm (deutsch)
- [http://www.stockholm.se/ stockholm.se]: Webpräsenz der Stadtverwaltung (schwedisch und englisch) Kategorie:Ort in Schweden Kategorie:Stockholm Kategorie:Hauptstadt in Europa ja:ストックホルム ko:스톡홀름 simple:Stockholm zh-min-nan:Stockholm

Bunte Farbe

Der Farbton ist – neben Helligkeit und Sättigung – eine der drei vom Menschen als grundlegend empfundenen Eigenschaften einer Farbe. Durch eine Qantifizierung dieser drei Werte einer Farbe, kann diese eindeutig beschrieben werden. Durch die grundsätzliche Existenz eines Farbtons unterscheidet man die bunten Farben von den unbunten Farben. Durch die Wellenlänge des monochromatischen Lichts eines Farbtons (bei den Farben der Purpurlinie wird häufig die Wellenlänge im Farbkreis gegenüber angegeben) kann der Farbton nur näherungsweise beschrieben werden – für die Farbvalenz wesentlich ist nur das Verhältnis der Reizung der einzelnen Farbrezeptoren im Auge, die unter anderem auch durch eine Anpassung an die Lichtverhältnisse in der Umgebung veränderlich ist. Farben können auch über die Bestandteile gewisser Grundfarben exakt definiert werden. Bei der Additiven Farbmischung sind dies z.B. Rot, Grün und Blau (RGB), bei der Subtraktiven Farbmischung Cyan, Magenta und Gelb (Cyan, Magenta, Yellow = CMY). Bei der Farbmetrik sind dies die theoretischen Farben X, Y und Z.

Siehe auch:

Farbraum, Farbwahrnehmung Kategorie: Farbe

Grundfarben

Eine Grundfarbe (Primärfarbe) ist in einem Farbmischsystem eine Farbe, die zu denjenigen Farben gehört, aus denen alle anderen Farben gemischt bzw. geschaffen werden können. Man unterscheidet in der gängigen Farbenlehre zwischen der additiven und der subtraktiven Farbsynthese, bei denen jeweils Mischfarben (Sekundärfarben) entstehen.

Subtraktive Farbsynthese

Mischfarbe Die Subtraktive Farbsynthese basiert auf dem Prinzip, dass aus Licht mit einer bestimmten spektralen Zusammensetzung (meist gleichmäßig, daher weiß) mit Hilfe von Filtern bestimmte Anteile ausgefiltert werden. Als Filter fungieren Farbstoffe, die in Abhängigkeit von ihrer Dichte das Licht mehr oder weniger stark absorbieren. Bedingt durch die drei Rezeptorenarten unseres Sehsinns, die möglichst unabhängig gereizt werden sollen, findet man in der Praxis meist die Filterfarben Cyan, Magenta und Gelb. (Menschen mit nur zwei verschiedenen Zapfen (meist Männer, siehe Genetik und Chromosom) sind meist rot-grün-blind ; Menschen mit vier verschieden Zapfen (selten, gibt es aber auch) können mehr Farbnuancen als andere wahrnehmen.) Im wesentlichen handelt es sich dabei um das weiter unten beschriebene Prinzip der additiven Farbsynthese aus rotem, grünem und blauem Licht. Im Gegensatz zur additiven Mischung wird aber dabei nicht eine rote (grüne, blaue usw.) Lichtquelle in ihrer Intensität verändert, sondern aus vorhandenem weißen Licht wird der rote, grüne und blaue Anteil durch Ausfiltern entsprechend gesteuert. Im Offset-Druckverfahren werden sämtliche Vierfarbenbilder durch die Mischung der Filterfarben Cyan, Magenta und Gelb sowie durch Beimischen von Schwarz erzeugt.

Farbkreis nach Newton

Farbkreis nach Newton
Farbkreis nach Newton
Die Grundfarben sind abhängig vom speziellen Aufbau des menschlichen Auges. Für andere Lebewesen gibt es andere Grundfarben, es können auch mehr oder weniger sein als die drei des Menschen.

Additive Farbsynthese

Farbkreis nach Newton Die Additive Farbsynthese mischt den Farbeindruck aus mehreren Lichtern, d. h. Licht bestimmter spektraler Zusammensetzung. Fälschlicherweise wird oft angenommen, dass es drei Grundfarben gibt, aus denen man alle anderen Farben mischen kann. Dies ist jedoch falsch. Einerseits kann jede Farbe (d. h. jedes Licht bestimmter spektraler Zusammensetzung) als Grundfarbe dienen, andererseits müssen es nicht genau drei sein. Mit einer Grundfarbe kann man nur diesen einen Farbeindruck in unterschiedlicher Helligkeit erzeugen. Mit zwei Grundfarben alle Farben die dazwischen liegen, d. h. im Farbraum auf einer Strecke zwischen den Farborten der Grundfarben liegen. Mit drei verschiedenen Grundfarben können alle innerhalb dieses Dreiecks (Farbebene) oder Spates (Farbraum) liegenden Farbeindrücke erzeugt werden. Sind diese Grundfarben ein möglichst gesättigtes Rot, Grün und Blau dann kann ein maximal großer Farbraum damit reproduziert werden. Jedoch auch nicht alle! Das Wesen der Additiven Farbsynthese ist nicht das Mischen von RGB sondern eine Vektoraddition im Farbraum, resultierend aus der linearen Addition der Intensitäten beliebiger Grundlichtquellen, deren Farbeindruck im Farbraum als Vektor dargestellt werden kann.

Kritik

Das Prinzip der Mischbarkeit aller Farben aus den Newtonschen Grundfarben ist lediglich ein Modell, das eine Analogie zieht zu dem Atom-Modell für die Materie. Es gibt andere Modelle, die die Sinneswahrnehmung der Farben weit mehr in den Vordergrund stellen, etwa Goethes Farbenlehre.

Grundfarben in anderen Sprachen und Kulturen

Was als Grundfarbe angesehen wird, hängt oft von kulturellen Traditionen ab. Ganz unabhängig von den oben genannten Grundfarben, die eine gewisse Berechtigung haben, da der Mensch für gewöhnlich drei verschiedene Arten von zum Farbsehen nötigen Zapfen hat, werden je nach Sprache und Kultur zwischen zwei und mehr als sechs Grundfarben unterschieden. Farbbenennungssysteme Kulturen die nur zwei "Grundfarben" unterscheiden, kennen für gewöhnlich nur jeweils ein Wort für "schwarz" und "weiß", bzw. "hell" und "dunkel". Das heute weit verbreitete europäische System geht von vier oder besser sechs "Farben" aus.: schwarz, weiß, rot, blau, gelb, grün. Dieses System ist relativ jung (noch im Althochdeutschen konnte man lat.: "flavus" (gelb) mit "blao" übersetzen) und ist wohl germanischen Ursprungs, weshalb auch germanische Farbnamen in die meisten romanischen Sprachen eindrangen: "Gelb" (altertümlich "gel") und engl: "yellow" z. B. als "giallo" ins Italienische aber auch in andere romanische Sprachen. Auch "blanc", "bianco", "blanco" "branco" ist germanischen Ursprungs ("blank"). Das alte lateinische Wort war "albus", "weiß" (vergleiche "Album"), heute noch im port.: "alvo" und rum.: "alb". "Blau" drang als franz.: "bleu", ital.: "blu" und katalanisch: "blu" auch ins Romanische ein. Daneben leben aber "azur" im (Süd)französischen ("Côte d'Azur"), "azurro" bzw. "azul" weiter. Die Antike kannte unser "rot, blau, gelb, grün" nicht, was sich in Wörten wie griechisch: "chloros" gelb-grün (siehe auch "Chlor" und "Chlorophyll") oder lat. "glaucus" "stumpf-blau-grau-grün" z. B. in "Glaukom" zeigt. Als Regel gilt, dass Sprachen die mehr als zwei Farben (schwarz/weiß) unterscheiden, zuerst "rot" als dritte "Farbe" kennen. Das Japanische kennt bis heute, trotz der Entlehnung von "gurin" (green) aus dem engl. eigentlich keine Kategorie "grün" und fasst "grün" als Schattierung von "blau" auf. Hierzu wäre noch einiges weitere zu sagen, Stichwort: Ausbausprache. (Siehe auch: Halsbandsittich in vielen Sprachen).

Weblinks


- http://archiv.christoph-hoffmann.de/ESS/Semi/Farbsehtests.pdf (Zusammenstellung von Farbsehtests)
- http://archiv.christoph-hoffmann.de/ESS/Semi/ROT.pdf (Umfangreiche Arbeit über Farben/Farbwahrnehmung im Allgemeinen (physikalisch und biologisch), ihre Wirkung usw. am Beispiel der Farbe Rot) Kategorie:Fototechnik Kategorie:Farbe

Farbton

Der Farbton ist – neben Helligkeit und Sättigung – eine der drei vom Menschen als grundlegend empfundenen Eigenschaften einer Farbe. Durch eine Qantifizierung dieser drei Werte einer Farbe, kann diese eindeutig beschrieben werden. Durch die grundsätzliche Existenz eines Farbtons unterscheidet man die bunten Farben von den unbunten Farben. Durch die Wellenlänge des monochromatischen Lichts eines Farbtons (bei den Farben der Purpurlinie wird häufig die Wellenlänge im Farbkreis gegenüber angegeben) kann der Farbton nur näherungsweise beschrieben werden – für die Farbvalenz wesentlich ist nur das Verhältnis der Reizung der einzelnen Farbrezeptoren im Auge, die unter anderem auch durch eine Anpassung an die Lichtverhältnisse in der Umgebung veränderlich ist. Farben können auch über die Bestandteile gewisser Grundfarben exakt definiert werden. Bei der Additiven Farbmischung sind dies z.B. Rot, Grün und Blau (RGB), bei der Subtraktiven Farbmischung Cyan, Magenta und Gelb (Cyan, Magenta, Yellow = CMY). Bei der Farbmetrik sind dies die theoretischen Farben X, Y und Z.

Siehe auch:

Farbraum, Farbwahrnehmung Kategorie: Farbe

Ostwaldscher Doppelkegel

Der Ostwaldsche Doppelkegel ist ein auf der Harmonielehre aufgebautes Farbsystem des Nobelpreisträgers Wilhelm Ostwald. Er war fasziniert davon, wie exakt ein subjektives, empfindungsgemäßes Urteil über eine Farbe ausfallen kann und entwickelte auf dieser Basis sein Farbsystem in Form eines Doppelkegels.

Siehe auch:

Natural Color System – ein modernes System Farbbeschreibung ähnlich dem Ostwaldschen Doppelkegel

Weblinks

http://www.farbimpulse.de/farbsysteme/detail/0/8.html Kategorie:Farbsystem

Logarithmus

Unter dem Logarithmus (griech.: logos = Verständnis, arithmos = Zahl) versteht man in der Mathematik das Ergebnis der Auflösung der Gleichung :y = a^x nach der Unbekannten x, geschrieben als :x = \log_a(y). Der Logarithmus (zur Basis a) einer Zahl y ist also derjenige Exponent x, mit dem man die Basis a potenzieren muss, um die Zahl y zu erhalten. Die Logarithmusfunktion ist die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion; sie kann zum Auffinden der Werte zur Auflösung obiger Gleichung herangezogen werden. Für jede vorgegebene Basis (oder Grundzahl) a>0,\,a\neq 1 ergibt sich dabei eine andere Logarithmusfunktion \log_a. Den Funktionswert \log_a(y) nennt man den Logarithmus von y zur Basis a. Das Argument y heißt Logarithmand, gelegentlich auch Numerus. Im Sprachgebrauch wird häufig die Logarithmusfunktion selbst auch kurz als Logarithmus bezeichnet.

Charakterisierung des Logarithmus als Umkehrfunktion der Potenzierung

Die Funktionen ax und loga(x) sind Umkehrfunktionen voneinander, d. h. Logarithmieren macht Potenzieren rückgängig und umgekehrt: : a^ = x \mbox _a(a^x) = x

Charakterisierung des Logarithmus als Lösung einer Funktionalgleichung

Die Logarithmusfunktionen sind die nicht-trivialen stetigen Lösungen der Funktionalgleichung :F(x y) = F(x) + F(y) Die triviale Lösung obiger Funktionalgleichung wäre die Nullfunktion F(x) = 0.

Der Logarithmus als Größenmaßstab

Der Logarithmus zur Basis 10 (dekadischer Logarithmus) ist im Dezimalsystem ein Maß für die Größenordnung einer Zahl, denn die Ungleichung :^k \leq x < ^ ist gleichwertig mit :k \leq \log_(x) < k+1. Gelten diese Ungleichungen für eine ganze Zahl k, so besitzt die reelle Zahl x in ihrer Dezimalbruchentwicklung gerade k+1 Stellen vor dem Komma (für k\geq 0) bzw. beginnt bei der |k|-ten Stelle nach dem Komma (für k<0).

Logarithmengesetze

Logarithmen von Produkten

Für das Rechnen mit Logarithmen von Produkten steht eine hilfreiche Rechenregel zur Verfügung: :\log _a (x\cdot y) = \log _a (x) + \log _a (y) Oder allgemeiner: : \log _a \left( x_1 \cdot x_2 \cdot\ldots\cdot x_n \right) = \log _a \left(x_1 \right) +\log _a \left(x_2 \right) + \cdots + \log _a \left( x_n \right) Für Potenzen mit reellem Exponent r gilt die Regel: :\log _a \left( x^r \right) = r \cdot \log _a (x) Diese Rechenregeln lassen sich von den Potenzgesetzen ableiten. (siehe weiter unten)

Logarithmen von Quotienten

Diese leiten sich direkt aus den Logarithmen von Produkten ab. Hier sei nur der einfache Fall angegeben: : \log _a \bigg(\frac \bigg) = \log_a (x) - \log_a (y)

Logarithmen von Wurzeln

Da Wurzeln nichts anderes als Potenzen mit gebrochenem Exponenten sind, ergibt sich nach der oben angegebenen Potenzregel des Logarithmus folgende Rechenregel: :\log_a \left( \sqrt[n] \right) = \log_a \left( x^\frac \right) = \frac

Der Logarithmus als Rechenhilfe

Im Normalfall tauchen beim Logarithmieren auch Nachkommastellen auf, die Mantisse genannt werden. So ist log10(3) ≈ 0,47712. Multipliziert man eine Zahl mit der Basis, ändert sich zwar die Kennzahl, nicht aber die Mantisse, es ist also log10(3
- 10) = log10(30) ≈ 1,47712. Bevor elektronische Rechenmaschinen zur Verfügung standen, nutzte man dies aus, um Multiplikationen zu Additionen und Divisionen zu Subtraktionen zu vereinfachen. Als Hilfsmittel verwendete man hierzu oftmals Rechenstäbe (John Napier) oder Logarithmentafeln. Siehe dazu die ersten beiden Rechenregeln am Ende des Artikels.

Natürlicher Logarithmus und andere spezielle Logarithmen

Der Logarithmus zur Basis e (der Eulerschen Zahl) wird auch als natürlicher Logarithmus bezeichnet und mit „ln“ oder einfach „log“ (ohne Subskript) abgekürzt: : Wenn y = ex dann ist x = loge(y) = ln(y). Die Zahl e ist z.B. dadurch ausgezeichnet (und könnte auch so definiert werden), dass die Exponentialfunktion e^x sich bei Ableitung wieder selbst reproduziert, als Formel: :\frac e^x = e^x Der Begriff natürlicher Logarithmus wurde gewählt, weil sowohl die Exponentialfunktion als auch der Logarithmus zur Basis e in vielen Zusammenhängen (Integralrechnung, Differentialrechnung, Komplexe Zahlen, Trigonometrie) auftreten. Zudem lässt sich der natürliche Logarithmus sehr einfach integrieren und differenzieren. Der natürliche Logarithmus f(x)=ln(x) ist die Stammfunktion der Potenzfunktion f'(x)=x^(-1) bzw. 1/x. Der Logarithmus zur Basis 10 wird oft mit „lg“ abgekürzt; er heißt dekadischer Logarithmus oder auch Briggscher Logarithmus, benannt nach dem Mathematiker Henry Briggs. Der Logarithmus zur Basis 2 – abgekürzt mit „lb“ oder „ld“ – heißt binärer, dualer oder dyadischer Logarithmus. Abkürzungen
- loga: allgemeiner Logarithmus mit der beliebigen Basis a
- ln = loge: Natürlicher Logarithmus zur Basis e (Logarithmus naturalis)
- lg = log10: Logarithmus zur Basis 10 (dekadischer Logarithmus)
- lb = ld = log2: Logarithmus zur Basis 2, binärer Logarithmus, dualer Logarithmus, Zweierlogarithmus

Berechnung des Logarithmus, Potenzreihe

Die Potenzreihenentwicklung : \ln(1+x) = \sum_^\infty (-1)^ \frac = x-\frac + \frac -\frac \pm \cdots , \qquad -1 < x \le 1 des natürlichen Logarithmus um den Entwicklungspunkt 1 konvergiert nicht sonderlich schnell. Zur Berechnung verwendet man besser folgende Reihendarstellung, die auf der Potenzreihenentwicklung des Areatangens Hyperbolicus beruht: : \ln(x) = 2 \cdot \sum_^ \frac \cdot \left( \frac\right)^ + \; R_(x) , \qquad x > 0 mit der Restgliedabschätzung : |R_(x)| \le \frac \left( \frac\right)^. Die Reihe zeigt für x und 1/x ähnliches Konvergenzverhalten und konvergiert um so besser, je näher x bei 1 liegt. Um dies zu erreichen, verwendet man : \ln(x) = m \ln (2) + \ln(2^ x).\quad Durch Wahl einer geeigneten ganzen Zahl m kann man immer erreichen, dass gilt 1 / \sqrt \le 2^x \le \sqrt und erhöht damit die Konvergenzgeschwindigkeit der Reihe, die man jetzt für \left( 2^ \right) \cdot x berechnet. Allerdings braucht man dann auch eine gute Näherung für ln 2. Für den natürlichen Logarithmus gilt zudem: : \ln(x) = \lim_ n \, \left(\!\sqrt[n] -1 \right) sowie : \ln(x) = \lim_ \frac. Für eine praktische Berechnung von ln x sind die beiden letzten Formeln jedoch nicht sonderlich geeignet.

Der Logarithmus von Null und den negativen Zahlen

In den reellen Zahlen ist der Logarithmus für Null und negative Zahlen nicht definiert. Begründungen:
- x = loga(0) müsste dann 0 = ax bedeuten. Was aber nicht der Fall ist, wenn a ungleich Null ist.
- (als Beispiel die negative Zahl -1) x = loga(-1) müsste dann -1 = ax bedeuten. Was aber nicht sein kann, wenn a größer Null ist. In der Funktionentheorie, in der Funktionen von komplexen Zahlen betrachtet werden, kann man den Logarithmus auch für negative Zahlen definieren (siehe Komplexer Logarithmus), allerdings gelten dann einige der Rechenregeln nicht mehr.

Kurvendiskussion des Logarithmus


- Definitionsmenge: s. oben (D = ]0,\infty[)
- Wertemenge: alle reellen Zahlen
- Nullstellen bzw. Schnittpunkte mit den Koordinatenachsen: bzw. (1|0)
- Gebräuchliche Limites / Verhalten im Unendlichen:
  - \lim_ \log_b(x) = -\infty (wenn b > 1) bzw. (+)\infty (wenn b < 1)
  - \lim_ \log_b(x) = \infty (wenn b > 1) bzw. -\infty (wenn b < 1)
- Erste Ableitung: \log_b(x)' = \frac
- Extrempunkte: keine
- Wendepunkte: keine

Basisumrechnung

Man kann Logarithmen zu einer Basis a in Logarithmen zu einer anderen Basis b umrechen: : \log_b(r) = \frac oder in der suggestiven „Kürzungsform“: :\log_a(b)\cdot \log_b(r) = \log_a(r). Denn: :a^ = (a^)^ = b^ = r = a^. Tabellenwerke oder Taschenrechner stellen i. A. Logarithmen zur Basis 10 und natürliche Logarithmen zur Verfügung. Mit obiger Formel lassen sich daraus Logarithmen zu einer beliebigen Basis berechnen. Beispiel: : \log_(8) = \frac \approx \frac \approx 090 Alternative mit Hilfe des ln: :\log_(8) = \frac \approx 090

Ableitung und Integral des Logarithmus

Die natürliche Logarithmusfunktion ist die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion. Daher erhält man die Ableitung des natürlichen Logarithmus einfach durch Anwendung der Umkehrregel (siehe Beispiel dort). Es ergibt sich :\ln'(x) = \frac Für allgemeine Logarithmen gilt: :(\log_b)' = \frac Das unbestimmte Integral des natürlichen Logarithmus erhält man mit partieller Integration: :\int = \int = x\cdot\ln-\int = x\ln-x Ist bei einem bestimmten Integral des natürlichen Logarithmus eine der Grenzen Null, so kann die Regel von L'Hospital angewendet werden (Beispiel): :\int_0^1 = [x\ln-x]_^ = -1, da :\lim_ x\ln = \lim_ \frac = \lim_ \frac = \lim_ (-x) = 0.

Komplexer Logarithmus

Regel von L'Hospital Regel von L'Hospital Regel von L'Hospital Analog zur reellen Definition heißt jede komplexe Zahl w, die die Gleichung :e^ = z erfüllt, ein natürlicher Logarithmus von z. Dies ist im Unterschied zum reellen Logarithmus jedoch nicht eindeutig, da gilt: :e^ = 1, \ k \in \mathbb Hat man also einen Logarithmus w_ von z gefunden, so ist auch :w = w_ + 2k\pi i ein Logarithmus von z, da gilt: :e^ = e^ = e^ \cdot e^ = e^ \cdot 1 = e^ = z Um Eindeutigkeit erreichen, schränkt man w auf einen Streifen in der komplexen Zahlenebene ein. Man kann z.B. den Streifen :\left\ verwenden. Ein w aus diesem Streifen heißt Hauptwert des Logarithmus und man schreibt w = \ln. Stellt man z in Polarkoordinaten dar, so erhält man eine einfache Darstellung des k-ten Zweigs der Logarithmusfunktion: :w = \ln + i\left(\arg + 2k\pi\right), \ k \in \mathbb Für k = 0 hat man dann den Hauptzweig des Logarithmus: :\ln = \ln + i\arg ln(z) ist nicht stetig auf \mathbb \setminus \. Entfernt man jedoch die negative reelle Achse, so ist ln(z) auf dem Gebiet :\mathbb \setminus \ stetig und sogar holomorph. Mit dem Hauptzweig des komplexen Logarithmus kann man den Logarithmus von negativen, reellen Zahlen bestimmen: :\ln = \ln + i\arg = \ln + i\pi, \ x \in \mathbb^ Man muss jedoch beachten, dass im komplexen die Rechenregeln für Logarithmen nicht immer gelten:
- \ln + \ln \neq \ln ::Beispiel: \ln + \ln = 2\pi i \neq 0 = \ln = \ln
- y \cdot \ln \neq \ln ::Beispiel: 2\pi i \cdot \ln = 2\pi i \neq 0 = \ln = \ln

Anwendungen des Logarithmus

holomorph Anwendungen des Logarithmus finden sich vielfach in der Wissenschaft, wenn der Wertebereich viele Größenordnungen umfasst. Daten werden entweder direkt mit einer logarithmischen Skala dargestellt, oder die Einheiten selbst, wie
- Berechnung der Anzahl der Stellen, die zur Darstellung einer Zahl benötigt werden. Als Basis des Logarithmus dient die Basis des Zahlensystems (z.B. 10, 2, 8 oder 16), dem die Zahl, deren Länge berechnet werden soll, zugeordnet ist. (Siehe auch „bit“ im nächsten Punkt.)
- bit = Informationseinheit = Messung der Informationsmenge; die Informationstheorie sagt das wan etwas die Wahrscheinlichkeit von Auftreten p hat, das Wissen über das tatsäglichen Auftreten davon eine Informationsmenge \log_2 gibt
- pH-Wert (Säurewert von chemischen Lösungen) (Anmerkung: In der Chemie kann man logarithmische Skalen i. A. am vorangestellten p erkennen, z. B. beim pKs- oder pKb-Wert)
- dB (Dezibel) z. B. Messung von Lautstärke, elektronischer Dämpfung
- In der belebten Natur finden sich zahlreiche Beispiele logarithmischer Spiralen, so z. B das Wachstum von Schneckenhäusern oder die Anordnung der Kerne auf der Sonnenblume.
- Die Empfindlichkeit von Sinnesorganen folgt dem logarithmischen Weber-Fechner-Gesetz der Psychophysik, wonach eine Vervielfachung der Reizstärke nur eine lineare Zunahme des wahrgenommenen Reizes bewirkt.
- Sternhelligkeiten werden in astronomischen Größenklassen angegeben, die ein logarithmisches Maß der tatsächlichen Strahlungsstärke darstellt.
- Logarithmische Zeitskalen finden sich in der Geschichte der Technologie ebenso wie in der geologischen Zeitskala.
- Zur graphischen Darstellung von bestimmten mathematischen Funktionen werden spezielle mathematische Papiere verwendet, wie z. B. einfachlogarithmisches Papier oder doppeltlogarithmisches Papier. Ferner erlaubt der Logarithmus die Lösung von Aufgabenstellungen, die bei Wachstums- oder Zerfallsprozessen typischerweise auftreten, da diese durch seine Umkehrfunktion, die Exponentialfunktion, modelliert werden.

Literatur

Walter, Wolfgang: Analysis I, Grundwissen Mathematik Band 3, Springer-Verlag (1985), ISBN 3-540-12780-1 und ISBN 0-387-12780-1

Weblinks

: [http://www.fh-kaernten.ac.at/%7Epester/scripts/Logarithmus1.htm Logarithmusrechner mit Quelltext] : [http://www.madeasy.de/2/log.htm Logarithmen] Kategorie:Analytische Funktion ja:対数

RAL (Farbe)

RAL ist eine Normung für verschiedene Farben, wie sie im Maschinenbau oder in der Bautechnik verwendet werden; das Akronym stand ursprünglich für Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen. Heute hat das RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. unter anderem die Aufgabe, diese Tradition fortzusetzen und neuere Entwicklungen auf dem Gebiet der Farb-Normung umzusetzen.

RAL CLASSIC

e. V. Der Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen erarbeitete gemeinsam 1925 eine Farbtabelle (RAL-Farbsammlung), um einer Farbe eine eindeutige Zahl zuzuweisen. Ursprünglich bestand die Tabelle nur aus 40 Farben, später wurde sie auf ca. 210 Farben ergänzt. Der Vorteil ist, dass zwischen Kunde und Lieferant nur mehr eine RAL-Nummer und kein Farbmuster ausgetauscht werden muss.

Beispiele


- RAL 1003 Signalgelb: Warnzeichen (DIN 5381)
- RAL 1015 Hellelfenbein: In Deutschland war diese Farbe bis 2004 für Taxis gesetzlich vorgeschrieben.
- RAL 1028 Melonengelb: Weltbekannt als Farbton der Lufthansa.
- RAL 3000 Feuerrot: Kennfarbe für den Durchfluß von Dampf (DIN 2403); Signalfarbe für Verbot, Halt und Notaus (DIN 4844); Standardfarbe vieler Feuerwehrfahrzeuge; vor 1945 auch Farbe der Reichspost, Farbe für die Kante des Umlaufs und aller darunter liegenden Teil von Dampflokomotiven (Deutsche Bundesbahn)
- RAL 3001 Signalrot: Verbotszeichen (DIN 5381)
- RAL 3002 Karminrot: heute Signalfarbe für Brandschutz (DIN 5381), vor 1945 auch Farbe des Deutschen Roten Kreuzes
- RAL 3003 für das Rot der Krankenwagen
- RAL 3020 Verkehrsrot: Verkehrsschilder
- RAL 3024 Leuchtrot; ebenfalls Farbe vieler Feuerwehrfahrzeuge
- RAL 5002 Ultramarinblau: heute Signalfarbe für Hinweise, Schutzpflicht (DIN 4844); vor 1945 Farbe der Feuerlöschpolizei
- RAL 5013 Kobaltblau: Weltbekannt als Farbton der Lufthansa.
- RAL 6002 Laubgrün: Signalfarbe für Erste Hilfe und Notausgang (DIN 4844)
- RAL 6011 Resedagrün: Beliebt als Grundanstrich für Maschinen (DIN 1844)
- RAL 6014 Gelboliv: Allgemein verwendete Farbe der deutschen Bundeswehr bis 1984, fälschlicherweise als NATO-Oliv bezeichnet. Heute wird diese Farbe im Heer nur noch für den Anstrich von Kleinmaterial wie dem Kochgeschirr verwendet. Das Kochgeschirr der Wehrmacht wurde übrigens bis in die zweite Kriegshälfte mit RAL 6006 Grauoliv gestrichen.
- RAL 6032 Signalgrün: Rettungszeichen (DIN 5381)
- RAL 7000 Fehgrau: Überwasser-Tarnfarbe der Bundesmarine
- RAL 7011 Eisengrau: Anstrich der Lokomotiven der Reichsbahn bis 1942. Ab Sommer 1942 erhielten die Lokomotiven den Anstrich RAL 7021 Schwarzgrau, wie er bis zum Ende der deutschen Dampflokomotivzeit verwendet wurde. RAL 7021 war auch die Farbe für den Grundanstrich des deutschen militärischen Großgeräts zwischen 1937-1943 (damalige RAL-Nummer: 7021 damaliger Name: Dunkelgrau)
- RAL 7012 Basaltgrau: Unterwasser-Tarnfarbe der Bundesmarine
- RAL 7028 Dunkelgelb nach Muster: ein unter Fachleuten und Restauratoren heiß diskutierter Farbton, der nach 1945 aus dem RAL-Register gestrichen wurde und farblich nicht mehr exakt rekonstruiert werden kann.Von 1943 bis 1945 war Dunkelgelb der Grundanstrich für alles Großgerät der Wehrmacht.
- RAL 7039 Quarzgrau: Schürzen und Rahmen des ICE; eine der vielen ICE-RAL-Farben
- RAL 7045 Telegrau 1: eine der verschiedenen RAL-Firmenfarben der Telekom
- RAL 7031 Blaugrau: Beliebt als Grundanstrich für Maschinen (DIN 1843)
- RAL 9001 Cremeweiß und RAL 9010 Reinweiß: Standardfarben für Lichtschalter, Steckdosen, Kabelkanäle. RAL 9001 war bis 1985 die vorgeschriebene Farbe für taktische Zeichen der Bundeswehr. Heute wird sie noch für den Innenanstrich von Panzerfahrzeugen verwendet.
- RAL 9006 Weißaluminium: Diese Farbe wurde nach der RAL-Farbkarte 840 R von 1939/40 von allen Heeresteilen verwendet. Es handelt sich um eine Rostschutzfarbe. Sie ist nicht als Vorlage für dekorative Beschichtungen geeignet (ebenso RAL 9007).
- RAL 9005 Tiefschwarz: Nach der RAL-Farbkarte 840 R von 1939/40 verwendete diese Farbe das Militär, die Polizei und das Rote Kreuz. Es gibt dabei noch Unterschiede zwischen halbmatten (RAL 840-HR Farbregister) und glänzenden (RAL 841-GL Farbregister) Farben.

RAL DESIGN

Das RAL DESIGN System ist ein Satz von 1688 genormten Farben die im CIELab-Farbenraum beschrieben werden. Im Gegensatz zu den willkürlichen Farbnummern im älteren RAL-Farbsystem sind die Farben nach Buntton (H, Hue), Helligkeit (L, Lightness) und Buntheit (auch: Sättigung) (C, Chroma) systematisch geordnet. Der Aufbau des RAL-Design-Farbsystems folgt einem 1976 von der CIE (Commission International d'Eclairage) festgelegten international verwendeten Farbmaßsystem. Dabei ist a die Rot-Grün-Achse (negative Werte für Grün, positive Werte für Rot), b die Gelb-Blau-Achse (negative Werte für Blau, positive Werte für Gelb) und L die Helligkeit. Der Graupunkt oder Neutralpunkt befindet sich bei a = b = 0. Der CIELab-Formalismus ist in der DIN 6174 beschrieben.

RAL DIGITAL

Um Architekten und Designern die Möglichkeit zu geben die Systeme RAL CLASSIC und RAL DESIGN mit dem Computer unter den verschiedenen Betriebssystemen zu nutzen, wurde durch das RAL-Institut mit RAL DIGITAL eine Software-Lösung geschaffen, die es erlaubt RAL-Farben als Palette in die üblichen Grafik- und CAD-Programme zu laden.

Siehe auch


- Pantone ... ein besonders im Grafikbereich verbreitetes Farbsystem.

Weblinks


- http://www.ral.de/farben/de/farbvorlagen/index.html
- http://www.ral.de/farben/de/sitemap/index.html
- http://projects.htl-klu.at/Projekt_0102/pr5bht/pr5bht09/internet/ralfarben.htm
- http://www.wohnseiten.de/journal-farbe9.html
- http://www.easyrgb.com/ Umrechner für unterschiedliche Farbsysteme kategorie:Farbsystem

Pantone

Pantone ist der Name einer Firma, die das Pantone Matching System entwickelt hat. Ursprünglich ein dringend benötigtes Farbangleichungssystem subtraktiver Farbmischung für die "arrivierten" Mode-Designer der Metropolen Mailand/London/Paris/New York mittels "Farbfächern". Es handelt sich heute um ein erweitertes System, das Gebrauchsfarben eine einheitliche Bezeichnung/Kennung/Numerierung und eine einheitliche Farbmischungsbeschreibung in den verschiedenen Farbräumen (RGB, CMYK, HSV, etc.) zuordnet. Damit wurde von Pantone ein Quasi-Standard geschaffen, den professionell mit Farben arbeitende Branchen als einheitliche Kommunikationsplattform verwenden können. Die Rechte von Pantone Inc. erstrecken sich dabei lediglich auf die Benennung der Farben, nicht auf die Farbmischungen selbst. Außerdem bietet die Firma Pantone Zubehör für die Arbeit mit Farben an, zum Beispiel Kataloge und Tabellen, Software, Geräte zum identifizieren von Farben (Densitometer) sowie Stifte in Pantone-Farben. In Deutschland gibt es bereits ein ähnliches System namens RAL, welches sich jedoch mehr auf "echte" Farbmischungen bezieht (unter anderem bei der Pulverbeschichtung von Metalloberflächen, zum Beispiel bei Verkehrszeichen, verwendet), während Pantone eher im Bereich von Medien/IT- und Mode-/Textil-Design/Accessoires eingesetzt wird. Im Druckgewerbe wird in Deutschland immer häufiger ein weiteres ähnliches System angewendet: Das HKS System von Hostmann-Steinberg Druckfarben, K + E Druckfarben und H. Schmincke & Co (Künstlerfarben) Das Pantone-System findet beispielsweise beim sogenannten Color Matching Anwendung. Pantone war eine ausgehandelte Farbsystematisierung nach dem Bedürfnis der Modedesigner und wurde nachher zu einem "Blow Up"-Style der 60er und frühen 70er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts (für die Graphik z.B. der späte Lichtenstein und Warhol). Außer der Maschenkunst bekam das gesamte Produktdesign (im Besonderen das der Bauhausnachfolger) "standardisierte" Farben – neben den vielen "grellen" "Leuchtfarben" (Primär-/Sekundärfarben) auch mehrfach gebrochene Mischungen (Tertiärfarben - aus allen drei Grundfarben) wie "Aubergine"- "Bordeaux"- orangebraune oder olive/grünbraune (im Fashionbereich Khakitöne) Farben. Der Kraft Foods Konzern hat bspw. für das Lila der Milka-Produkte eine Farbmarke beim deutschen und europäischen Patentamt eintragen lassen sowie über die Registrierung bei der WIPO in Genf (World Intelectual Property Organisation) einen weltweiten, internationalen Schutz dieser Farbmarke erreicht. Auch dieses Milka-lila ist eine Pantone Farbe - eine Sonderfarbe, die zwischen zwei Nummern des Pantone-Farbfächers angesiedelt ist. Die seit 2003 neue Puma-Erkennungsfarbe rot hat bei Pantone den Farbcode 486c. Pantone sorgt dafür, daß gedruckte Farben überall auf der Welt gleich aussehen, egal auf welchem Untergrund sie erscheinen. Das ist für weltweit agierende Wirtschaftsunternehmen von besonderem Interesse, da die Marke weltweit einen sehr hohen Wiedererkennungswert hat, bspw. Coca-Cola oder Lufthansa mit dem Lufthansa-Gelb (= Pantone-Farbcode-Nr. 1235c).

Weblinks


- [http://www.pantone.de/ Homepage der Firma Pantone]
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Schweden

Das Königreich Schweden (schwedisch Konungariket Sverige ) ist eine parlamentarische Monarchie in Nordeuropa. Das Staatsgebiet schließt - neben dem östlichen Teil der skandinavischen Halbinsel - die Inseln Gotland und Öland mit ein. Schweden ist Mitglied der EU und des Nordischen Rats.

Geografie

Nordischen Rats Schweden grenzt an das Kattegatt, die Staaten Norwegen und Finnland, sowie die Ostsee. Zu Schweden gehören zwei große Inseln in der Ostsee: Gotland (ca. 3.000 km²) und Öland (ca. 1.300 km²). Es gibt ca. 221.800 Inseln. Die längste Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 1.572 km, von Osten nach Westen 499 km. Während weite Teile des Landes flach bis hügelig sind, steigen entlang der norwegischen Grenze die Gebirgsmassive der Skanden bis über 2.000 m Höhe an, sie gipfeln im Kebnekaise, 2.111 m. Über das Land verteilt gibt es 28 Nationalparks die flächenmäßig größten im Nordwesten des Landes.

Regionale Einteilung

Traditionell wird Schweden in die drei Regionen (schwed.: landsdelar) Götaland, Svealand und Norrland eingeteilt. Die vierte historische Region Schwedens war bis 1809 Österland, das heutige Finnland. Bis zur von Axel Oxenstierna 1634 durchgeführten Verwaltungsreform waren die Regionen weiterhin in folgende 25 Landschaften (landskap) gegliedert: Die größte Stadt ist die Hauptstadt Stockholm. Andere wichtige Städte sind Göteborg, Malmö, Uppsala, Linköping, Västerås, Örebro und Norrköping. Siehe auch die Liste der Städte in Schweden. Grob lässt sich Schweden in den stärker entwickelten und besiedelten Süden und den sehr schwach besiedelten Norden einteilen. Der Norden beginnt nördlich einer Linie Mora-Borlänge-Falun-Gävle-Söderhamn. Um 1900 wurde begonnen den Norden zu erschließen. Zwischen 1907 und 1937 wurde die Inlandsbahn zwischen Kristinehamn und Gällivare gebaut, um diese Erschließung voranzutreiben.

Topografie

Gällivare Süd- und Mittelschweden (Götaland und Svealand), das nur zwei Fünftel von Schweden umfasst, ist von Süden nach Norden in drei Großlandschaften geteilt, Nordschweden, das die restlichen drei Fünftel umfasst, ist von Westen nach Osten in drei Landschaften geteilt. Der südlichste Teil, die historische Provinz Schonen, ist eine Fortsetzung der Tiefebene Norddeutschlands und Dänemarks. In Schonen liegt auch der tiefste Punkt Schwedens (ausgenommen Seen u. ä.) mit 2,4 Metern unter Meereshöhe. Nördlich davon erstreckt sich das Südschwedische Hochland, eine Hochebene umgeben von einer Hügellandschaft, mit einer großen Anzahl von langgestreckten Seen, die durch eiszeitliche Erosion entstanden sind. Die dritte Großlandschaft ist die Mittelschwedische Senke, eine flache, jedoch zerklüftete Landschaft mit großen Ebenen, Horsten, Tafelbergen, Fjorden und einer Reihe von Seen (darunter die vier größten Seen Schwedens Vänern, Vättern, Mälaren und Hjälmaren). Hjälmaren ]] Der Westen Nordschwedens ist durch das Skandinavische Gebirge geprägt, das die Grenze zu Norwegen bildet. Die Gebirgskette weist Höhen zwischen 1.000 und 2.000 Metern über dem Meeresspiegel auf. Im Skandinavischen Gebirge liegt auch Schwedens höchster Berg, der Kebnekaise (2.111 m). Nach Osten hin schließt das Vorland an, Schwedens ausgedehnteste Großlandschaft. Entlang des Gebirges erstrecken sich große Hochlandsebenen auf einer Höhe von 600-700 Metern über dem Meeresspiegel, die in ein welliges Hügelland übergehen, das nach Osten abfällt. In dieser Landschaft befinden sich auch die großen Erzvorkommen (Eisen, Kupfer, Zink, Blei) Schwedens. Die großen Flüsse Schwedens, die ihren Ursprung im Skandinavischen Gebirge haben, fließen beinahe parallel in tiefen Talgängen in Richtung Ostsee. Entlang der Ostseeküste erstreckt sich die ebene Küstenlandschaft, die zwischen Härnösand und Örnsköldsvik von einem bis an die Ostseeküste reichenden Ausläufer des Vorlandes (Höga kusten, Nationalpark) unterbrochen wird. Die skandinavische Halbinsel war während der letzten Eiszeit von Eis bedeckt. Der Druck und die Bewegung der Eismassen hat die Landschaft in vielen Teilen wesentlich mitgestaltet. Ein auch heute noch wichtiger Faktor ist die Landhebung. Das Abschmelzen der Eismassen, die die Erdkruste niedergedrückt hatten, hat seit der letzten Eiszeit (ungefähr 10.000 v. Chr.) zu einer Landhebung von 800 m geführt. Heutzutage beträgt die Landhebung 10-11 mm jährlich. Die längsten Flüsse Schwedens sind Klarälven, Torneälv, Dalälven, Umeälv und Ångermanälven. Die größten Seen sind Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren.

Klima

Schwedens Klima ist für seine geografische Lage ziemlich mild. Es wird vor allem durch die Nähe zum Atlantik mit dem warmen Golfstrom bestimmt. Große Teile Schwedens haben daher ein temperiertes, feuchtes Klima mit reichlichem Niederschlag und relativ geringen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Kontinental beeinflusstes Klima mit geringeren Niederschlägen und höheren Temperaturunterschieden findet man im Inneren des Südschwedischen Hochlandes und in einigen Teilen des Vorlandes des Skandinavischen Gebirges. Polares Klima kommt nur im nördlichen Hochgebirge vor. Die Durchschnittstemperatur für den Januar beträgt 0 °C bis -2 °C im Süden und -12 °C bis -14 °C im Norden (ausgenommen das Hochgebirge), die Durchschnittstemperatur für den Juli beträgt 16 °C bis 18 °C im Süden und 12 °C bis 14 °C im Norden. Da sich Schweden zwischen dem 55. und 69. Breitengrad erstreckt und ein Teil nördlich des Polarkreises liegt, ist der Unterschied zwischen dem langen Tageslicht im Sommer und der langen Dunkelheit im Winter beträchtlich.

Flora und Fauna

Polarkreis In Nordschweden prägen die ausgedehnten borealen Nadelwälder das Bild. Je südlicher man jedoch kommt, als markanter Grenzraum für Flora und Fauna gilt der sogenannte "limes norrlandicus", desto häufiger gibt es Mischwälder. In Südschweden mussten die Laubwälder dem Ackerbau Platz machen oder wurden durch Nadelbäume aufgrund der höheren Wachstumsrate ersetzt. Auf den Inseln Gotland und Öland findet man eine beeindruckende und vielfältige Flora vor. Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen Orchideenarten. Schwarz- und Rotwild gibt es reichlich, wobei das Wildschwein zum Ende des 19. Jahrhunderts in freier Wildbahn ausgerottet war, jedoch nach erfolgreicher Flucht aus Wildgehegen wieder eine lebensfähige Population entwickelte. Raubtiere wie Bären, Wölfe und Luchse sind in den letzten Jahren wieder auf dem Vormarsch dank strenger Umweltbestimmungen. Die vielen Seen und langen Küsten bieten viel Lebensraum für Wassertiere. Süß- und Salzwasserfische gibt es reichlich und auch Robben sind anzutreffen. Schweden richtete 1910 als erstes Land in Europa Naturschutzgebiete ein und ist auch heute noch stets darauf bedacht, die heimische Natur zu schützen. Die Menschen haben ein starkes Umweltbewusstsein.

Bevölkerung

Rotwild Schweden hat ca. 9,04 Millionen Einwohner. 90,8 Prozent sind ethnische Schweden, 2,5 Prozent sogenannte einheimische Finnen (Tornedalen). Es wird geschätzt, dass noch etwa 20.000 Sami (Lappen) in Schweden leben, wovon ein Großteil bereits in der übrigen Bevölkerung aufgegangen ist und nur noch wenige sich mit der Rentierzucht beschäftigen. 6,7 Prozent der Bevölkerung sind Ausländer, wovon die Finnen mit 100.000 die größte Gruppe sind. Die neu eingewanderten Finnen, werden zur Unterscheidung der alteingesessenen Tornedalen "Schweden-Finnen" genannt. Durch die Krise im Irak haben auch viele Iraker den Weg nach Schweden gefunden. Weiterhin gibt es noch Norweger, Dänen, Kroaten, Serben, Bosnier, Deutsche und Polen. Letztere sind im Gesundheitssektor als Gastarbeiter stark verbreitet (Stand 2001). Die Geburtenrate von 1,6 Kindern pro Frau (2002) ist eine der bisher niedrigsten in der Geschichte Schwedens, obwohl sie damit noch über dem europäischen Durchschnitt liegt.

Sprache

Polen Die Umgangssprache ist fast überall Schwedisch. Norwegisch wird meist im Norden und an der Grenze verstanden, da es dem Schwedischen sehr ähnlich ist. Dänisch wird im allgemeinen ab Mittelschweden nicht verstanden, da es sich in der Aussprache zu sehr vom Schwedischen unterscheidet. Südschweden war lange Zeit ein Teil des dänischen Königreiches, was sich auch im alltäglichen Idiom Südschwedens widerspiegelt. In einigen Gebieten werden Finnisch und Samisch gesprochen. In Schweden haben Finnisch, Meänkieli, Jiddisch, Romani und Samisch den Status anerkannter Minoritätensprachen. Fast 80 % der schwedischen Bevölkerung sprechen Englisch als Fremdsprache, da Englisch zum einen die erste Fremdsprache an den Schulen darstellt und zum anderen im Fernsehen sehr stark vertreten ist. Als zweite Fremdsprache wählt die Mehrheit der Schüler Deutsch und als dritte zu 24 % Französisch, wobei neuerdings Spanisch ebenfalls stark im Kommen ist und an manchen Schulen Deutsch schon überholt hat. Allerdings war Deutsch bis etwa 1950 die erste Fremdsprache in Schweden, wie auch im restlichen Skandinavien. Schwedisch wird ebenfalls auf der Inselgruppe Åland gesprochen. In Teilen Finnlands wird zudem noch Finnlandschwedisch gesprochen, eine mittlerweile fast eigene schwedische Sprache, die Einflüsse des Finnischen zeigt.

Religion

75 % der schwedischen Bevölkerung gehören der evangelisch-lutherischen Schwedischen Kirche an, die von 1527 bis 1999 Staatskirche war. Die zweitgrößte Gruppe, die der Moslems, lässt sich zahlenmäßig nur schwer einschätzen. Ihre Mitgliederzahl liegt bei ungefähr 250.000. Die römisch-katholische Kirche hat 150.000 Mitglieder und christlich-orthodoxe Kirchen etwa 100.000. Daneben gibt es in Schweden etwa 23.000 Zeugen Jehovas. Etwa 10.000 Menschen gehören zu einer mosaischen Gemeinde.

Soziales Leben

mosaischen Gemeinde
- Hauptartikel: Wohlfahrtsstaat Schweden
- Hauptartikel: Schwedisches BildungssystemDas schwedische Modell”, ein Begriff vor allem der 1970er Jahre, bezieht sich auf den Wohlfahrtsstaat, ein umfassendes System sozialer Sicherheit und sozialer Fürsorge, das das Ergebnis einer einhundertjährigen Entwicklung ist. Zwischen 1890 und 1930 wurden teilweise die Grundlagen für ein Sozialsystem geschaffen, aber erst ab den 1930er Jahren – insbesondere nach der Regierungsübernahme der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1932 - wurde der Aufbau des Wohlfahrtsstaates als politisches Projekt vorangetrieben. Das schwedische Sozialsystem erfasste schließlich alle vom Kleinkind (über die kommunale Kinderfürsorge) bis zum Rentner (über die kommunale Altenfürsorge). Erst im letzten Jahrzehnt kam es zu einschneidenden Veränderungen. Eine schwere Wirtschaftskrise am Beginn der 1990er Jahre führte zu einer Kürzung von Sozialleistungen, und die erwartete demographische Entwicklung führte zu einem radikalen Umbau des Rentensystems, das nun an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt ist. Die letzten Wahlen zeigten aber, dass gerade die Kernbereiche des Wohlfahrtsstaates auch heute dem Staatsbürger am Herzen liegen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Schwedens

Politik

Hauptartikel siehe Politisches System Schwedens. Schweden ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Staatsoberhaupt ist seit 1973 König Karl XVI. Gustav. Das Einkammern-Parlament, der Reichstag (schwed.: Riksdag) hat 349 Abgeordnete und wird alle vier Jahre neu gewählt. Die sieben im Reichstag vertretenen Parteien sind die konservative Moderate Sammlungspartei (Moderata samlingspartiet, m), die Liberale Partei (Folkpartiet liberalerna, fp), die Zentrumspartei (Centerpartiet, c), die Christdemokraten (Kristdemokraterna, kd), die Grünen (Miljöpartiet de gröna, mp), die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens(Sveriges socialdemokratiska arbetareparti, s) und die Linkspartei (Vänsterpartiet, v). Der Reichstag ernennt den Premierminister (statsminister), der seinerseits die weiteren Minister (schwed.: statsråd) seiner Regierung ernennt. Zur Zeit wird Schweden von einer sozialdemokratischen Minderheitenregierung mit Unterstützung der Grünen und der Linkspartei regiert. Das Königreich ist in 21 Provinzen (schwed.: län) gegliedert. Die staatlichen Verwaltungsaufgaben auf regionaler Ebene werden von einem Regierungspräsidenten (schwed.: landshövding) und einer Provinzialregierung (schwed.: länsstyrelse) wahrgenommen. Die kommunale Selbstverwaltung geschieht auf zwei Ebenen: den 289 Gemeinden (schwed. kommun), die kommunale Aufgaben wie u. a. das Schulwesen, soziale Dienstleistungen, Kinder- und Altenbetreuung sowie die kommunale Infrastruktur wahrnehmen und den Provinziallandtagen (schwed. landsting), die für die Bereiche der kommunalen Selbstverwaltung zuständig sind, die die Kraft einzelner Gemeinden übersteigen, wie das Gesundheitswesen und die Krankenpflege, den Regionalverkehr und die Verkehrsplanung u. a. Die Gemeinden und die Provinziallandtage finanzieren ihre Tätigkeit durch die Erhebung von Einkommenssteuern, mit Abgaben und staatlichen Zuschüssen. In Schweden gilt das Öffentlichkeitsprinzip, das heißt dass behördliche Schriftstücke mit geringen Ausnahmen der Presse und allen Privatpersonen zugänglich sind. Niemand muss angeben, warum er ein Schriftstsück einsehen möchte, noch muss man sich ausweisen. Eine weitere skandinavische Besonderheit ist das System der Ombudsmänner (schwed.: ombudsman). Sie sollen die Rechte des Einzelnen beim Kontakt mit den Behörden schützen und die Befolgung wichtiger Gesetze sicherstellen. Bürger, die meinen, ungerecht behandelt worden zu sein, können sich an die Ombudsmänner wenden, die den Fall untersuchen und eventuell als Sonderankläger vor Gericht bringen. Gleichzeitig sollen sie in Zusammenarbeit mit den Behörden die Lage in ihren jeweiligen Bereichen erfassen, Aufklärungsarbeit betreiben und Vorschläge für Gesetzesänderungen machen. Neben den Justizombudsmännern gibt es einen Verbraucherombudsmann, einen Kinderombudsmann, einen Gleichberechtigungsombudsmann sowie Ombudsmänner gegen ethnische Diskriminierung und gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Veranlagung. Schweden galt lange Zeit als sozialdemokratisches Musterland; es wurde von vielen europäischen Linken als gelungenes Beispiel für einen dritten Weg zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft gesehen. Am 14. September 2003 wurde in Schweden über die Einführung des Euro als Landeswährung abgestimmt. Die Einführung war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden, und letztlich setzten sich die Euro-Skeptiker durch (Wahlbeteiligung: 81,2 %, Wahlausgang: 56,1 % dagegen, 41,8 % dafür, 2,1 % Enthaltungen, 0,1 % ungültig). Die Skeptiker sahen in der Euro-Einführung eine Bevormundung der schwedischen Währungspolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB). Vor 2013 soll es nach der Ankündigung der schwedischen Regierung keinen weiteren Volksentscheid zur Einführung des Euro geben. Die Abstimmung wurde durch die Ermordung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh schwer überschattet.

Verwaltungsgliederung

Die 21 offiziellen Verwaltungseinheiten, Län genannt, die mit den Landschaften nicht deckungsgleich sind, heißen:

Wirtschaft

Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Schweden – trotz des Eisenbahnbaues - ein ausgeprägter Agrarstaat, in dem 90 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebten. Erst im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts setzte eine umfassende Industrialisierung ein, die bis zur Weltwirtschaftskrise von 1929 die Grundlagen für eine moderne Industriegesellschaft legte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schweden zu einer der führenden Industrienationen der Welt. Die Entwicklung erreichte in der Mitte der 1960er Jahre ihren Höhepunkt, seit den 1970er Jahren geht die Anzahl der Beschäftigten in der Industrie zurück, während der Dienstleistungsbereich wächst. 2002 betrug der Anteil der Landwirtschaft am BIP nur mehr 2 % und der des sekundären Sektors 28 %, während 70 % des BIP durch den tertiären Sektor erwirtschaftet wurden.

Land- und Forstwirtschaft

Die schwedische Landwirtschaft ist durch die geologischen Voraussetzungen und das Klima geprägt. 10 % der Staatsfläche werden landwirtschaftlich genutzt. 90 % der Anbaufläche befinden sich in Süd- und Mittelschweden. Ein Großteil der Landwirtschaftsbetriebe sind in Familienbesitz. Angebaut werden vor allem Getreide, Kartoffeln und Ölpflanzen. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Einnahmen (58 %) wird aber durch die Tierhaltung erwirtschaftet, hier vor allem die Milchproduktion. Die Landwirtschaftssubventionen der EU belaufen sich auf 24 % der Einnahmen. Drei Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe verfügen auch über Wald und verbinden Landwirtschaft mit Forstwirtschaft. Die Forstwirtschaft ist von einiger Bedeutung, da Schweden eines der waldreichsten Länder der Erde ist. Von Wald bedeckt sind 52 % der Staatsfläche.

Bergbau und Industrie

Forstwirtschaft Schweden ist reich an Bodenschätzen, die schon ab dem Mittelalter abgebaut wurden. Eisenerz wird – nach der Eisen- und Stahlkrise der 1970er Jahre - nur noch in Norrland (Kiruna, Gällivare-Malmberget) abgebaut und exportiert. Kupfer, Blei und Zink übersteigen den Eigenbedarf um das Mehrfache und werden ebenfalls exportiert, während Silber zu 60 % und Gold zu 80 % den Eigenbedarf decken. Größere Erzreserven sind vorhanden, deren Abbau ist aber zur Zeit unwirtschaftlich. Was die schwedische Industrie auszeichnet, ist der verhältnismäßig hohe Anteil von Großunternehmen. Nach einer Krise am Beginn der 1990er Jahre (mit einem Produktionsrückgang von 10 % innerhalb von zwei Jahren) hat sich die Industrie wieder erholt. Die größten Industriezweige sind Fahrzeugbau (1996: 13 % der industriellen Wertschöpfung) mit Unternehmen wie Volvo, Scania, Saab-Automobile, Saab AB (Flugzeuge und Raumfahrttechnik) u. a., die Holz- und Papierindustrie (ebenfalls 13 % der industriellen Wertschöpfung) mit vier Großunternehmen, der Maschinenbau (12 % der industriellen Wertschöpfung) mit Unternehmen wie Electrolux, SKF, Tetra-Pak, Alfa-Laval und die Elektro- und Elektronikindustrie (10 % der industriellen Wertschöpfung) mit den dominierenden Unternehmen Ericsson und ABB.

Energie

Die in Schweden erzeugte elektrische Energie stammt zu einem Anteil von 50,8 % (2001) aus Wasserkraftwerken an den großen Flüssen (Luleälv, Indalsälv, Umeälv und Ångermanälv) im Norden des Landes und zu ca. 43 % aus Atomkraftwerken. Nur ca. 4 % der Stromproduktion stammt aus fossilen Energieträgern.

Atomausstieg

Nach der partiellen Kernschmelze in Three Mile Island in den USA (1979) wurde in Schweden eine Volksabstimmung gegen Kernenergie erfolgreich durchgeführt. Dies hatte zur Folge, dass das Parlament 1980 entschied, keine weiteren Atomkraftwerke mehr zu bauen und die vier vorhandenen bis 2000 abzuschalten. Dieser Ausstiegsplan wurde nur teilweise vollzogen. Zwischenzeitlich versuchte eine konservative Regierung den Atomausstieg ganz auszusetzen, dies wurde jedoch durch starke Proteste aus Teilen der Bevölkerung verhindert. 1997 nahm der Schwedische Reichstag die Vorlage über „Eine nachhaltige Energieversorgung“ an. Diese bestimmte u. a., einen der Reaktoren am Standort Barsebäck vor dem 1. Juli 1998 und den zweiten vor dem 1. Juli 2001 stillzulegen, allerdings unter der Voraussetzung, dass deren Stromproduktion kompensiert werden kann. Der frühere Beschluss, alle Reaktoren bis 2010 stillzulegen, wurde aufgehoben. Barsebäck Block 1 wurde schließlich am 30. November 1999 stillgelegt, Barsebäck Block 2 am 1. Juni 2005. Der Verzicht auf die Nutzung der Kernenergie wird in Schweden kontrovers diskutiert. Die Industrie befürchtet den Verlust einer preiswerten und auch umweltverträglichen Stromerzeugung und damit eine Beeinträchtigung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Ein Verzicht auf die Kernenergienutzung ohne über ausreichende andere und verlässliche Stromerzeugungstechniken zu verfügen, habe erhebliche negative Folgen für die schwedische Volkswirtschaft. Die Leistung der noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke ist in den letzten Jahren erheblich gesteigert worden. Diese Steigerung ermöglichte die Kompensation des Ausfalls von Barsebäck. Eine Ausnutzung von vorhandenen weiteren großen Wasserkraftpotenzialen ist nicht möglich. Der Schwedische Reichstag beschloss 1998, aus Naturschutzgründen keine weiteren Ausbauten von Gewässern zuzulassen. Per Gesetz geschützt sind die Flüsse Kalixälv, Piteälv, Torneälv und Vindelälv. Trotz erheblicher Anstrengungen, wirtschaftlich tragfähige Alternativen zur Kernenergienutzung als auch zum Verbrauch fossiler Brennstoffe zu schaffen, ist davon auszugehen, dass Schweden noch weit über das Jahr 2010 hinaus auf die Nutzung der Kernenergie nicht verzichten kann. Die Betreiber von Kernkraftwerken gehen von einer Nutzungszeit der bestehenden Anlagen etwa bis zum Jahr 2050 aus.

Dienstleistungen

Der Dienstleistungsbereich erwirtschaftet heute 70 % des BIP, was sich vor allem darauf zurückführen lässt, dass der öffentliche Sektor in den letzten Jahrzehnten so stark gewachsen ist. Dennoch steht der private Dienstleistungsbereich für mehr als zwei Drittel der Produktion.

Außenhandel

Schwedens Wirtschaft ist stark vom internationalen Handel abhängig. Die wichtigsten Exportländer sind die USA (11,9 % des Exportes im ersten Quartal 200