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| Balt-Orient-Express |
Balt-Orient-ExpressDer Balt-Orient-Express war ein internationaler Schnellzug, der Berlin mit der rumänischen Hauptstadt Bukarest (Bucureşti) verband. Dabei legte er etwa 1.900 km zurück. Wie auch andere internationale Schnellzüge, führte der Balt-Orient-Expreß in der 80er Jahren meist Wagen von unterschiedlichen Bahnverwaltungen (Deutsche Reichsbahn - DDR, tschechische und ungarische Wagen) mit.
Fahrplan
Ein Auszug aus dem Internationalen Kursbuch der Deutschen Reichsbahn, Jahresfahrplan 1989/90, zeigt die Reisezeiten zwischen Berlin und Südosteuropa zum Ende der deutsch-deutschen Teilung:
Die Entfernung zwischen dem ungarischen und dem rumänischen Grenzbahnhof beträgt zwar nur etwa 13 km. Dadurch, dass die in Rumänien gültige Osteuropäische Zeit (OEZ) gegenüber der bis dahin gültigen Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) eine Stunde voraus ist, sieht die Fahrzeit zwischen den Grenzorten in diese Richtung auf den ersten Blick sehr lang aus.
Zum besseren Verständnis des Fahrplans: Fuhr man zum Beispiel am Montag in der Nacht um 00.01 Uhr ab Berlin-Lichtenberg, war man am Dienstag Mittag um 11.06 Uhr in der rumänischen Hauptstadt. Das ergibt eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von ganzen 54 km/h – dieser Zug wäre heute nicht mehr konkurrenzfähig.
Nachfrage
Zu Zeiten der Teilung Deutschlands und Europas war dieser Zug – wie auch ähnliche Züge (»Pannonia-Express«, Berlin – Sofia, »Hungaria«, Berlin – Budapest, im Sommer auch der »Trakia«, Leipzig – Varna) – stark nachgefragt und man musste sich Monate im voraus um Platzreservierungen bemühen.
Kategorie:Berühmter Zug
Schnellzug, 4.12.2004]]
Ein Schnellzug (in Deutschland auch D-Zug) ist eine Zuggattung (Eisenbahn).
Schnellzüge sind auf dem Netz der DB wie auch der SBB immer seltener zu finden.
Der Schnellzug heute
Vereinzelt gibt es bei der DB noch Schnellzüge im Nachtreiseverkehr speziell in die östlichen Nachbarländer (D-Nacht) und als Entlastungszüge. Die D-Nacht-"Züge" bestehen zum Teil nur aus wenigen Kurswagen die an anderen Nachtzügen angekoppelt werden. Diese Zugkategorie hat jedoch den Vorteil, das sie tariflich nicht den engen Vorgaben der Nachtzüge unterworfen ist, sondern mit dem normalen Fernverkehr gleichgestellt ist.
Im übrigen Bahnfernverkehr in Deutschland wie auch in der Schweiz existieren als Weiterentwicklungen aus dem Schnellzug andere Zuggattungen wie der ICE, der InterCity, der InterCity-Neigezug und der InterRegio, der in Deutschland inzwischen bis auf eine Ausnahme in der Zuggattung "InterCity" aufgegangen ist.
Geschichte
Der erste deutsche Schnellzug verkehrte am 1. Mai 1851 zwischen Berlin und Köln. Der erste Schnellzug mit der offiziellen Bezeichnung "D-Zug" fuhr am 1. Mai 1892 ebenfalls zwischen Berlin und Köln - aber nicht über Hannover, sondern über Hildesheim und Paderborn.
Bis 1928 wurden alle deutschen Schnellzüge in D-Züge oder zuschlagfreie Eilzüge umgewandelt. In der Schweiz ist die Zuggattung Schnellzug erst seit dem Fahrplanwechsel vom 12. Dezember 2004 zumindest auf dem Netz der SBB praktisch abgeschafft und wurde durch RegioExpress- sowie InterRegio-Züge abgelöst. Auf dem Netz der RhB verkehren noch einige Schnellzüge.
Der erste österreichische Schnellzug fuhr 1857 zwischen Wien und Triest.
Siehe auch: Heckenschnellzug
Kategorie:Zug
ja:急行列車
Rumänien
Die Republik Rumänien (rumänisch România) ist ein Staat in Südosteuropa, der 700 km von der Pannonischen Tiefebene bis zum Schwarzen Meer reicht. Der Name Romania war im Latein der Spätantike eine verbreitete Kurzbezeichnung für das Römische Reich.
Geographie
Die Topographie des Landes ist sehr abwechslungsreich. Im Zentrum Rumäniens liegt das Siebenbürgische Hochland, das fast vollständig vom Bogen der Karpaten umgeben ist. An die Südkarpaten schließt im Südwesten Rumäniens das Banater Gebirge an. Westlich davon befindet sich die weite Banater Ebene, die zum Pannonischen Becken überleitet. Der Süden des Landes wird von der flachen Walachei geprägt, die bis auf bulgarisches Staatsgebiet reicht. Im Osten Rumäniens leiten die Ausläufer der Ostkarpaten zum Hochland der Moldau über.
Rumänien grenzt (von Süden im Uhrzeigersinn) an Bulgarien, Serbien, Ungarn, Ukraine und Moldawien. Es besteht aus den Landesteilen Walachei, Siebenbürgen (Transsilvanien) und Moldau sowie aus Teilen des früheren Banat, der Bukowina und der Dobrudscha.
Dobrudscha
Rumänien hat überwiegend ein gemäßigt kontinentales Klima mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die Niederschläge betragen im Bereich der Schwarzmeerküste im Durchschnitt 400 mm pro Jahr, in den höheren Gebirgsgegenden der Karpaten über 1.500 mm.
Bodenschätze: Erdöl (Vorkommen sinken), Erdgas, Kohle (v. a. Braunkohle), Salz, Gold, Wasserkraft
Landnutzung: Ackerland 41 %, permanente Saat 3 %, Weide 21 %, Wald 29 %, Rest 6 % (geschätzt)
Bewässertes Land: 28.800 km² (geschätzt 1998)
Naturgewalten: Erdbeben, kräftiger im Süden und im SW, geologische Struktur und das Klima ermöglichen Erdrutsche.
Bevölkerung
Wasserkraft
22,355 Millionen Einwohner (geschätzt für Juli 2004)
Ethnische Gruppen
Neben 89,5 % Rumänen, früher von den benachbarten Völkern auch Walachen genannt (ungarisch oláh, slawisch vlah oder vlak), leben Minderheiten von Ungarn (6 %) und Roma (2,5 %). Die deutsche Minderheit (Siebenbürger Sachsen, Siebenbürger Landler, Donauschwaben) sank seit 1940 von 5 % auf 0,3 %, hat aber die Westhälfte des Landes durch eine 250- bis 800-jährige Präsenz entscheidend geprägt. In der Bukowina gibt es kleine slowakische und polnische Minderheiten. Weiterhin machen Türken 0,67 %, Ukrainer 0,3 %, Russen 0,2 %, Tataren 0,1 % und Andere 0,3 % der Bevölkerung aus. (Alle Angaben nach der Volkszählung 2002.)
Die Sprachanteile entsprechen in etwa der ethnischen Aufteilung.
Amtssprache ist allein das Rumänische (limba română). Daneben sind als offizielle Sprachen Ungarisch und Deutsch anerkannt.
Der Anteil der Rumänen steigt langsam. Die mit ca. 6 % größte Minderheit sind die Magyaren (Ungarn). Sie stellen in vielen Ortschaften der Siebenbürgener Bezirke Harghita, Mureş und Covasna die Mehrheit, ebenso auch in Teilen des Banat.
Die Roma sind wirtschaftlich am schwächsten bei hoher Arbeitslosigkeit (s. unten).
Die deutschen Minderheiten (1940 noch rund 5 %) nahmen durch Diskriminierung (1944-1950) und drei Auswanderungswellen (die letzte begann 1990) stark ab. Ein umstrittenes Kapitel ist das "Kopfgeld", welches Deutschland lange – für hunderttausende Emigranten – an Ceauşescu zahlte.
Die stärksten deutschsprachigen Gruppen sind weiterhin die Siebenbürger Sachsen und die Donauschwaben (Banat und Nordwesten bei Satu Mare) mit je etwa 30.000 Menschen. Letztere werden auch Banater Schwaben und Sathmarer Schwaben genannt.
Die Banater - im Dreiländereck mit Serbien und Ungarn - sprechen meist seit Generationen mehrere (zwei bis drei) Sprachen, weshalb die offiziellen Zählungen zu tief liegen dürften. Ein Faktum ist aber die Überalterung, weil es eher die Jungen nach Deutschland und Österreich zieht. Heute wohnen die meisten Deutschen in den Bezirken Timiş, Sibiu und Braşov, gefolgt von drei westlichen Bezirken und Satu Mare.
Im Banat siedeln auch Minderheiten der Serben und Kroaten, in der Dobrudscha (im südöstlichen Grenzland zu Bulgarien) Griechen, Tataren und Türken, und in der Bukowina örtlich starke Minderheiten der Ukrainer und Russen.
Altersstruktur und Tendenzen (2004)
- 0-14 Jahre: 16,2 % (männlich: 1.861.801, weiblich: 1.770.746)
- 15-64 Jahre: 69,4 % (männlich: 7.712.612, weiblich: 7.761.900)
- 65 und mehr Jahre: 14,4 % (männlich: 1.330.994, weiblich: 1.887.498)
- Bevölkerungswachstum (2004:) - 0,11 % p. a.
- Geburtenrate: 10,69 Geburten/ 1000 Einwohner
- Sterberate: 11,69 Todesfälle/ 1000 Einwohner
- Einwanderungsrate: - 0,13 Einwanderer/ 1000
massive Auswanderung und saisonale Arbeitsmigration
- Säuglingssterblichkeit (2004): 27,24 Todesfälle/1000 lebend Geborene
- Lebenserwartung: Männer 68 Jahre, Frauen 75 Jahre.
Religion
Offiziell gehörten 2002 87 Prozent der Bevölkerung der Rumänisch-Orthodoxen Kirche an. Calvinisten, Unitarier und Lutheraner sind laut amtlicher Statistik 6,8 % (hauptsächlich Ungarn), und Katholiken insgesamt 5,6 % (hauptsächlich Ungarn, sowie Moldauer Csángós/Ungarn in Moldova sowie wenige der verbliebenen Donauschwaben).
Die unierte Kirche hat noch etwa 195.000 Gläubige, darunter etwa 160.000 Rumänen.
Die mit Rom unierte Griechisch-Katholische Kirche hat offiziell nur noch wenige Gläubige, weil der starke Druck seitens der Kommunisten ab 1945 viele zur "orthodoxen Konfession" veranlasste (siehe oben, Politik). Ähnliches war in der Ukraine der Fall, wo aber seit einigen Jahren zahlreiche Kirchengebäude an die Unierten zurückgegeben werden.
Auffällig für ein lange von der Kommunistischen Partei (KP) regiertes Land ist hingegen der mit nur 0,2 % geringe Anteil an formalen Atheisten und Konfessionslosen. Dem Islam gehören 0,3 % der Bevölkerung an.
Islam
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Rumäniens
Ethnogenese
Das Gebiet des heutigen Rumänien war einige Jahrhunderte v. Chr. von Dakern und Geten bewohnt. Erstere wurden 106 n. Chr. durch Trajan in das Römische Reich eingegliedert.
Im kulturellen Selbstverständnis der Rumänen ist das rumänische Volk aus der Vermischung der Daker mit den römischen Kolonisten der Zeit von Kaiser Trajan hervorgegangen. In der Tat ist die rumänische Sprache eindeutig der romanischen Sprachfamilie zuzurechnen, auch wenn im rumänischen Wortschatz zahlreiche slawische und auch einige griechische, türkische und ungarische Einflüsse aufzuweisen sind. Die Ethnogenese der Rumänen fand in Siebenbürgen, Banat und Oltenien aber auch südlich der Donau im Raum des heutigen Ostserbien und Nordbulgarien statt, wo noch heute zahlreiche Rumänen leben.
WEB-LINKS
- [http://www.people.freenet.de/Transsylvania/Kontinuitaet.html - Stellungnahme zu einer INet-Debatte aus dem Jahr 2002 mit dem Thema "Kontiunität der Rumänen"]
Entstehung der Fürstentümer
Seit etwa 500 besiedelten Slawen große Teile des heutigen rumänischen Siedlungsgebietes. Im 14. Jahrhundert entstanden die beiden Fürstentümer Moldau und die Walachei. Im 16. Jahrhundert gerieten sie unter Osmanischer Oberhoheit, konnten jedoch ihre Selbstständigkeit, ethnisches und religiöses Eigenleben bewahren. Im 18. Jahrhundert verschlechterte sich die politische Lage der rumänischen Fürstentümer: die Fürsten und Herrschergeschlechter wechselten oft und waren dem Gutdünken der osmanischen Kaiser ausgeliefert. Herausragende Fürsten der rumänischen Geschichte waren Mircea der Alte (Mircea cel Batrân, 1386-1418), Michael der Tapfere (Mihai Viteazul, 1593-1601) in der Walachei und Alexander der Gütige (Alexandru cel Bun, 1400-1432) und Stephan der Große (Stefan cel Mare, 1457-1504) in der Moldau.
Der Einfluss der großen Reiche
Nach dem Rückgang der türkischen Macht im 19. Jh. lagen beide Fürstentümer im Spannungsfeld zwischen Österreich-Ungarn und Russland. Österreich hatte bereits im 18. Jahrhundert weite Teile des Donauraumes von der Hohen Pforte erobert, besiedelte das Banat mit mehrheitlich katholischen Kolonisten, die vorwiegend in süddeutschen Ländern angeworben wurden (siehe den Artikel Banater Schwaben), und übernahm 1690 die Herrschaft über Siebenbürgen (welches bereits seit dem Mittelalter traditionell zu Ungarn gehörte). Die Bindung Siebenbürgens und des Banats an den ungarisch-deutschen dominierten Kulturkreis blieb bis 1920 bestehen.
Die anderen Gebiete des heutigen Rumänien blieben bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts unter Abhängigkeit des Osmanischen Reiches. 1859 wurde Alexandru Ioan Cuza (Alexander Jouan I.) zum Fürsten der Fürstentümer Walachei (Tara Româneasca, wörtl. "rumänisches Land") und Moldau (Moldova) gewählt und proklamierte am 24. Dezember 1861 den souveränen Staat Rumänien. Wegen seiner Reformen wurde er 1866 durch Großbojaren und Liberale zur Abdankung gezwungen. Die Unabhängigkeit Rumäniens wurde im Russisch-Türkischen Krieg 1877-78 erreicht, als die Rumänen die Russen bei ihrem Sieg über das Osmanische Reich unterstützten.
Deutsche auf dem Königsthron
Die vollständige Unabhängigkeit des Landes erwirkte erst Karl von Hohenzollern-Sigmaringen (als König Carol I. genannt) am 10. Mai 1877; der Berliner Kongress bestätigte 1878 das Königreich, das Carol I. von 1881 bis 1914 regierte. Spannungen mit Russland trieben Rumänien an die Seite Österreichs und des Deutschen Reiches, doch konnte Carol I. die Kriegsteilnahme an der Seite Deutschlands nicht durchsetzen.
Erster Weltkrieg
Unter seinem Neffen Ferdinand von Hohenzollern (Ferdinand I. 1916-1927) trat Rumänien der Entente bei und von 1916-1918 in den 1. Weltkrieg ein. Der Kriegserklärung vom 27. August 1916 an Österreich-Ungarn waren Geheimverhandlungen mit Russland vorausgegangen. Das Zarenreich akzeptierte darin rumänische Gebietsansprüche auf die Bukowina, Siebenbürgen und das Banat.
1916 konnten die rumänischen Truppen vorübergehend den Südosten Siebenbürgens erobern, wurden aber von der deutschen Armee schnell zurückgedrängt. Binnen weniger Wochen waren große Teile Rumäniens (Klein- und Großwalachei) besetzt. In zahlreichen Fällen gab es eine weitgehende Kooperation und Kollaboration weiter Teile der rumänischen Eliten mit den Besatzern. Das Königshaus, die Regierung und einige Behörden mussten sich in die nordöstliche Provinz Moldau zurückziehen, wo die rumänische Armee durch französische Hilfe neu organisiert wurde. Eine lokale deutsche Offensive in Richtung Moldau wurde im Juli 1917 gestoppt.
Zwischenkriegszeit
Im Friedensvertrag von Versailles 1919 und Friedensvertrag von Trianon 1920 wurde das wilsonsche Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker umgesetzt. So konnte auch Rumänien sein Staatsgebiet mit den Gebieten vergrößern, wo die Rumänen zwischen 49 % und 90 % der Wohnbevölkerung darstellten. So erhielt es Gebiete von Russland (Bessarabien) und Österreich-Ungarn (Siebenbürgen), sowie einen Streifen Oberungarns mit den Städten Arad, Oradea und Satu Mare, zwei Drittel des Banats und die südliche Bukowina, außerdem die südliche Dobrudscha von Bulgarien. Staatsfläche und Bevölkerung verdoppelten sich, aber Rumänien wurde in den neuen Grenzen von einem relativ einheitlichen Nationalstaat zu einem Vielvölkerstaat. So war 1920 jeder vierte (rund 24 Prozent) rumänische Staatsbürger nicht-rumänischer Nationalität, wobei die Ungarn, Deutschen, Juden und Ukrainer die größten Minderheitengruppen bildeten. Dem wilsonschen Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts der Völker folgend, wurden die neuen Grenzen nach dem Prinzip der demographischen (rumänischen) Mehrheit gezogen, jedoch ohne Volksabstimmung, ohne Rücksicht auf zusammenhängende Wirtschaftsräume und auf die Ausdehnung der ethnischen Siedlungsgebiete. Vielerorts war eine Trennung auch einfach nicht möglich. Somit wurde 1920 bereits die Grundlage für die späteren ethnischen Konflikte mit den Ungarn gelegt, die 1940 durch den Wiener Schiedsspruch noch einmal massiv aufflammen sollten. Die deutsche Elite Siebenbürgens und des Banats sprach sich aber mehrheitlich für einen Anschluss an Rumänien aus, da ihr seitens der rumänischen Regierung ein später nicht eingehaltenes Versprechen auf Autonomie und Selbstverwaltung gegeben wurde.
Wie andere Staaten Europas war auch Rumänien in der Zwischenkriegszeit von politischer Instabilität und Unruhe gekennzeichnet. 1925 wurde Kronprinz Carol zum Thronverzicht gezwungen und Mihai I. übernahm die Regierung. Carol II. kehrte jedoch 1930 zurück und regierte bis 1940. Er lehnte sich zunächst an die "kleine Entente" an, ab 1934 jedoch aus wirtschaftlichen Gründen auch an Hitlers Drittes Reich.
Ende Juni erzwang die Sowjetunion im Gefolge ihrer Annexion der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen auch von Rumänien durch ein Ultimatum die sofortige Abtretung der Nordbukowina sowie Bessarabiens. Unmittelbar darauf meldeten ihrerseits Bulgarien und Ungarn Gebietsansprüche an: Mit Bulgarien einigte sich Rumänien relativ rasch auf die Abtretung der Süddobrudscha, doch endeten die Verhandlungen mit Ungarn schnell in einer Sackgasse.
Da ein Krieg unvermeidlich schien und überdies ein erneutes Eingreifen der Sowjetunion Richtung der rumänischen Ölfelder drohte, diktierte Hitler am 30. August 1940 den Zweiten Wiener Schiedsspruch.
Durch den Wiener Schiedsspruch im August 1940 unter dem "Schutz" des Dritten Reiches und Italiens musste Rumänien den nördlichen Teil Siebenbürgens wieder an Ungarn abtreten, die südliche Dobrudscha wurde wieder bulgarisch. Mit diesem Schiedsspruch und der sowjetischen Besetzung von Bessarabien verlor Rumänien 30 % seines Staatsgebietes und 25 % der Bevölkerung von 1939.
Um den Einmarsch Ungarns und der Sowjetunion und damit den völligen Kollaps des rumänischen Staatswesens zu verhindern, sah sich König Carol II. gezwungen, all diese Gebietsabtretungen zu akzeptieren; an ein Weiterregieren war jedoch nicht mehr zu denken. So berief er Kriegsminister Ion Antonescu am 4. September 1940 zum neuen Ministerpräsidenten, dankte am 6. September 1940 ab und ging wieder ins Exil. Die Berufung von Antonescu war die einzige Möglichkeit, den Staat vor der Machtübernahme durch die Eiserne Garde zu schützen.
Rumänien suchte verzweifelt eine Schutzmacht, England lehnte ab. Nun schloss Rumänien mit Hitler einen Beistandspakt und trat der "Achse" bei. Aufbau und Ausrüstung der rumänischen Streitkräfte wurden vertraglich geregelt, und deutsche Truppen durften als Schutzmacht gegen die Sowjetunion in Rumänien einrücken. Stalin protestierte zwar energisch, doch ohne militärisch einzugreifen.
Zweiter Weltkrieg
Im 2. Weltkrieg stand Rumänien auf Seite des Deutschen Reiches, seine Truppen beteiligten sich 1941 am Feldzug gegen die Sowjetunion. Bessarabien wurde wieder eingegliedert. Juden und Zigeuner hatten unter der Verfolgung der Eisernen Garde und deutschen SS zu leiden. Auch im nunmehr ungarisch besetzten Nordsiebenbürgen kam es zu Pogromen und Deportationen. Anfang 1944 bereitete König Mihai I. gemeinsam mit Iuliu Maniu in Geheimverhandlungen mit den Westmächten und später der Sowjetunion den Abfall vom deutschen Bündnis und den Sturz Antonescus vor. Nachdem die am 20. August 1944 begonnene Sommeroffensive der Roten Armee unter der Bezeichnung Operation Jassy-Kischinew in wenigen Tagen gewaltige Fortschritte machte, wechselte Rumänien am 23. August 1944 die Fronten. Binnen weniger Wochen wurde es vollständig von der Roten Armee eingenommen und besetzt. Für das kriegführende Deutschland bedeutete der 23. August 1944 den Totalverlust der rumänischen Erdölzufuhr und machte einen raschen Rückzug der Wehrmacht vom gesamten Balkan erforderlich, um einem Abschneiden der Truppenteile in Griechenland und Jugoslawien durch den Feind zuvorzukommen.
Nun geriet Rumänien - entgegen der Hoffnungen und früherer Aussagen Stalins - völlig unter sowjetischen Einfluss. Die bürgerliche Elite des alten Systems und politisch Andersdenkende wurden verfolgt und ermordet. Der nach dem Krieg im Land verbliebene Teil der deutschen Minderheit wurde bis Anfang der 1950er Jahre entrechtet und enteignet. Zudem verschleppte die sowjetische Besatzungsmacht den größten Teil der erwachsenen deutschen Bevölkerung im "arbeitsfähigen Alter" (Frauen bis 33, Männer bis 45 Jahre) auf mehrere Jahre zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion. Das nördliche Siebenbürgen wurde wieder eingegliedert. Der nördliche Teil des mehrheitlich rumänisch besiedelten Bessarabien blieb dagegen dauerhaft unter sowjetischer Herrschaft und bildet heute den eigenständigen Staat Moldawien. Der Südteil Bessarabien (Budschak) kam zur Ukraine.
Nachkriegszeit und Übergang zum Kommunismus
Schließlich wurden am 10. Dezember 1947 alle bürgerlichen Parteien und die Monarchie abgeschafft und der König ins schweizerische Exil verbannt. (Dort blieb er bis 1992 wo er das erste Mal wieder Rumänien betreten durfte. Ihm wurde aber ein paar Stunden später für eine Zeitspanne von 4 Jahre -auf Empfehlung der damaligen Regierung Ion Iliescu/Petre Roman- befohlen, Rumänien nie wieder zu betreten. ) Die Rumänische Kommunistische Partei, vor dem Krieg nur eine politisch völlig unbedeutende Splittergruppe ohne intellektuelles Potenzial, wurde mit den traditionsreichen Sozialdemokraten zwangsvereinigt und übernahm die Staatsmacht. KP-Chef Gheorghe Gheorghiu-Dej entpuppte sich als rumänischer Stalin. Unter ihm wurden politische Gegner inhaftiert und gefoltert. Staat und Wirtschaft wurden durch systematische Enteignung und Kollektivierung der Landwirtschaft kommunistisch "geordnet".
Nach Kriegsende kooperierten Kommunisten und orthodoxe Kirche um die rumänischen Angehörigen der Unierten Kirche zu zwingen, zur rumänisch-orthodoxen Kirche überzutreten - obwohl Religion in einem kommunistischen Staat grundsätzlich Schikanen ausgesetzt war. Die katholische Kirche, deren Würdenträger in der Stalinzeit noch verfolgt worden waren, wurde fortan geduldet, doch gab es wegen dieser Zwänge starke Spannungen, die bis in die postkommunistischen 1990er nachwirkten.
In der poststalinistischen Ära der 1960er Jahre erlebte Rumänien eine gewisse Konsolidierung und eine Phase relativer Liberalität. Das kommunistische Regime arrangierte sich mit dem entmachteten bürgerlichen Lager und mit seinen parteiinternen Gegnern. Politische Gefangene wurden entlassen, der Repressionsdruck nahm deutlich ab. Auch die Entrechtung und Totalenteignung der deutschen Minderheit nahm ein Ende. Der ungarischen Minderheit wurde im Siedlungsgebiet der Székler sogar eine autonome, zweisprachige Selbstverwaltung zugestanden. Eine vorsichtige Opposition zu Moskau (z. B. keine militärische Beteiligung an der Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Truppen des Warschauer Pakts) und eine Öffnung Richtung Westen bestimmten die Außenpolitik des ansonsten fest im kommunistischen Block integrierten Landes.
In dieser Zeit begann der Exodus der ethnischen Minderheiten. Immer mehr Deutsche wanderten nach Deutschland aus, die meisten Juden gingen nach Israel und in die USA. Später kehrten auch immer mehr Ungarn dem Land dauerhaft den Rücken.
Amtsantritt Ceauşescus
Im März 1965 übernahm Nicolae Ceauşescu das Amt des Präsidenten. Er plante, Rumänien zu einer Großmacht zu machen.
Mit ausländischen Krediten wurde ein vollkommen überdimensioniertes Industrialisierungsprogramm auf die Beine gestellt, um das agrarisch geprägte Land schnell auf westliches Niveau zu hieven. Gesetze zur Förderung von Kinderreichtum und das Verbot der Abtreibung sollten die Bevölkerungszahl steigern. Ab fünf Kindern wurden Mütter als "Heldenmütter" geehrt. Ausgesetzte, aber auch kranke und behinderte Kinder wurden in Waisenheime verbracht. Die schlimmen Zustände, wie im Kinderheim Cighid, wurden erst nach der Wende 1990 bekannt. Das sog. "Programm zur Systematisierung der Dörfer" (sistematizarea satelor) sah vor, etwa 8.000 der kleinsten Dörfer des Landes komplett einzuebnen und deren Bevölkerung in "agroindustriellen Zentren" aus primitiven Plattenbauten ohne Kanalisation umzusiedeln. Ziel war die "effizientere Ausnutzung der vorhandenen Agrarflächen". Beabsichtigter Nebeneffekt war die Zerstörung der kulturellen Vielfalt und der regionalen Eigenheiten der ländlichen Regionen.
Wirtschaftlicher Niedergang
Die unverhältnismäßige und ineffiziente Wirtschaftspolitik mit unzähligen Fehlinvestitionen ließ das Land ab der Mitte der 1970er Jahre unaufhaltsam in den Bankrott treiben. 1981 galt Rumänien als nicht mehr kreditwürdig. Zur Tilgung der hohen Auslandsschulden ließ das Regime nun alles exportieren, was sich verkaufen ließ - auf Kosten der Grundversorgung der eigenen Bevölkerung mit Lebensmitteln und elementaren Bedarfsgütern. Eine eklatante Rohstoffkrise (Mangel an Kohle, Erdöl, Strom) verschärfte die Lage zusätzlich. Gleichzeitig wurde das Volk gezwungen, seinem Führer Ceauşescu in einem extremen Personenkult zu huldigen. Dieses totalitäre System wurde durch die Geheimpolizei "Securitatea Statului" (Staatssicherheit) mit Überwachung und Repression am Leben gehalten.
Beginn der Revolution
Nach dem Mauerfall und der Wende 1989 in der ehemaligen DDR und in anderen Staaten des Ostblocks brachen zunächst in Timişoara, später auch in Bukarest Aufstände aus. Andauernde Demonstrationen für mehr Freiheit und Demokratie führten zu einem weitgehend gewaltfreien Umsturz. Erst nun zeigte sich, dass ganz Bukarest mit Tunneln und Bunkern für die Geheimpolizei "Securitate" unterminiert war. Diktator Nicolae Ceauşescu und seine Frau Elena wurden auf der Flucht verhaftet, am 25. Dezember 1989 vor ein Militärgericht gestellt und nach einem Schnellverfahren standrechtlich erschossen.
Die "unvollendete Revolution"
In der postkommunistischen Zeit konnte sich das Land zunächst nur schwer von den Folgen jahrzehntelanger Diktatur und Misswirtschaft erholen. Außerdem nahm der ständige "Brain drain" durch Abwanderung von Wissenschaftlern und gutqualifizierten Arbeitskräften Richtung Westen direkt nach der Wende noch einmal zu. Mit den regierenden Sozialisten konnte lange Zeit die alte Machtelite am Ruder bleiben und unbequeme Reformen bremsen. Ein ausgewogenes Parteienspektrum mit einer stabilen politischen Mitte konnte sich bislang noch nicht herausbilden. Dennoch ist Rumänien heute eine stabile Demokratie mit allen nötigen freiheitlichen Grundrechten.
Heute sorgt die direkte Nachbarschaft zur EU und die Aussicht auf eine Mitgliedschaft 2007 für einen Wirtschaftsboom.
Landesweite Überschwemmungen
Ein Viertel der Bevölkerung Rumäniens war in den Monaten April bis August 2005 von schweren Überschwemmungen betroffen. Dabei kamen mindesten 11 Menschen ums Leben. In mehreren Regionen wurde die Ernte vollständig vernichtet. Nach Angaben des rumänischen Innenministeriums sind 407 Orte überschwemmt und 4000 Häuser und 700 Brücken zerstört worden. Die verheerenden Folgen der heftigen Regenfälle sind vor allem auf die rücksichtslose Abholzung der Wälder in den unteren Mittelgebirgsregionen im 20. Jahrhundert zurückzuführen.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Rumäniens
Rumänien ist seit 2005 Beitrittskandidat zur Europäischen Union. Die Verhandlungen sind seit dem 25. April 2005 abgeschlossen. Als Termin für den Beitritt wurde der 1. Januar 2007 festgelegt, der sich aber bei Schwierigkeiten im Reformprozess auf 2008 verschieben könnte.
Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde Rumänien am 29. März 2004 Mitglied der NATO, so dass die rumänische Armee nun in die transatlantische Sicherheitstruktur eingebunden ist.
2004 und 2005 ist Rumänien nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat, im Juli 2004 und im Oktober 2005 führt es den Vorsitz. Zu den wichtigsten Aufgaben zählen gemäß eigener Aussagen die Verpflichtungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, den Drogen- und Menschenhandel, sowie gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen. Im Mittelpunkt stünden auch die Armutsbekämpfung und die nachhaltige Entwicklung als integraler Bestandteil der weltweiten Stabilität.
Nach starken Verlusten der sozial-demokratischen Partei bei der Kommunalwahl Juni 2004 fiel die Umbildung der rumänischen Regierung just in die Endphase der EU-Beitrittsverhandlungen, die bis Dezember 2004 abgeschlossen sein sollten.
Aus den Parlamentswahlen vom 28. November ging eine liberale Regierung hervor, die aus der Allianz D.A. (Gerechtigkeit und Wahrheit), UDMR (Partei der ungarischen Minderheit) und sozialliberaler PUR besteht. Bukarests ehemaliger Bürgermeister Traian Băsescu wurde in der Stichwahl vom 12. Dezember mit 52 % der Stimmen zum neuen Präsidenten Rumäniens gewählt.
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Liste der Bezirke in Rumänien
Liste der Bezirke in Rumänien
Liste der Bezirke in Rumänien
Derzeit ist Rumänien in 41 Bezirke ("judeţ", Pl.: "judeţe") und eine Hauptstadt (Bukarest = Bucureşti) unterteilt. Diese Verwaltungsgliederung wurde im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild der französischen Départements vorgenommen. Nach 1950 änderte diese Gliederung in das sowjetische Modell, man kehrte aber 1968 zu dem gegenwärtigen System zurück. 1981 wurden die Bezirke Ilfov und Ialomita in die Bezirke Giurgiu, Calarasi, Ialomita and Ilfov neuorganisiert. Bis 1995 war Ilfov kein selbstständiger Bezirk, sondern von Bukarest abhängig. Eine neue Einteilung des Landes in Regionen wird im Zuge der Vorbereitung auf eine EU-Mitgliedschaft diskutiert, ist aber nicht vor 2007 zu erwarten.
Infrastruktur
Die Infrastruktur Rumäniens ist problematisch: Die großen Verkehrsachsen des Kontinents queren nicht das Land; Investitionen in den Eisenbahnverkehr sind nötig; der Straßenzustand ist notleidend. Flughäfen gibt es bei Bukarest, Sibiu, Constanta, Cluj-Napoca, Timisoara und Iasi.
Wirtschaft
Trotz der nun positiven volkswirtschaftlichen Gesamtentwicklung (BIP-Wachstum seit 2001 durchschnittlich 5 %) bedarf die rumänische Wirtschaft weiterer Reformen. Bürokratie, Korruption, immer noch geringe Rechtssicherheit und Zollprobleme behindern weiterhin den dringend benötigten Zufluss ausländischen Kapitals.
Ein gewisser Reformerfolg zeigt sich an der Inflationsrate, die von 34 Prozent (2001) über 22 und 15 auf 9,2 Prozent (2004) sank. Für 2005 werden sechs bis acht Prozent erwartet.
Die Indikatoren lassen eine Fortsetzung des starken Wachstums über 2004 hinaus erwarten, doch manche Experten fürchten eine Überhitzung der Konjunktur. Entscheidend sind Export und privater Sektor - Letzterer wuchs 2001-2002 von 49,4 auf 68,7 Prozent. Der Dienstleistungssektor lag 2002 bei 44,7 % des BIP, während der Industriesektor von noch 40 Prozent anno 1989 auf 29,1 % im Jahr 2002 zurückging - durch Umstrukturierung und Rückgang speziell in der Schwerindustrie. Der Landwirtschaftssektor machte 2002 11,7 % des BIP aus. Dagegen waren 2004 mit 22,6 % Rekordzuwächse im Landwirtschaftssektor zu verzeichnen.
Privatisierung und Beschäftigung
Die Privatisierung der staatlichen Betriebe wird weiter fortgesetzt. Im Juli 2004 vollzog sich dabei ein großer Schritt, indem der österreichische Energieversorger OMV den rumänischen Öl- und Erdgaskonzern PETROM (60.000 Mitarbeiter) übernahm.
Betrug die Erwerbslosenquote im Jahr 2000 noch 10,5 %, waren es 2004 nur noch 7 %. Für 2005 sind 6,8 % prognostiziert. Damit ist die Arbeitslosigkeit im europäischen Vergleich ziemlich niedrig, die soziale Absicherung ist aber relativ schlecht. Der Staat schreibt einen gesetzlichen Mindestlohn von 80 Euro vor.
Die Stadt Timisoara gilt als einer der "Boom" Städte in Rumänien. beträgt die heutige Einwohnerzahl noch ca. 350.000 wird in 5 Jahren eine Verdoppelung erwartet. In Timisoara steht z.B. auch eines der größten Reifenwerke der Continental AG.
Bruttoinlandsprodukt und Exportwirtschaft
Das rumänische BIP wuchs 2001-2003 trotz schwieriger Weltwirtschaftslage um je 4,9 Prozent (nach FAZ April 2005 um 5,2 %), 2004 sogar um 7-8 %, was aber die Konjunktur überhitzen könnte. Mit 22,3 Milliarden Euro bei gleichzeitig sinkender Inflation lag das BIP sogar über den optimistischen Erwartungen der Regierung. Die Industrieproduktion stieg (bei niedrigem Prozentniveau, siehe oben) im ersten Halbjahr 2004 um 4,2 % gegenüber dem 1. Hj. 2003, der Umsatz im Einzelhandel wuchs sogar zweistellig.
Eine wichtige Säule des anhaltenden Wachstums ist der Export (2003: Warenwert von 15,6 Milliarden €) und binnenkonjunkturell die Bauwirtschaft. Zuwächse gab es auch bei Industrie und im Dienstleistungssektor. Vom 1.1. bis 31. Mai 2004 wuchsen die Exporte um 18,4 % gegenüber der Vorjahresperiode. Die wichtigsten Exportmärkte Rumäniens sind Italien und Deutschland.
Mit letzterem ist die Bilanz geringfügig negativ, verstärkt sich jedoch langsam: der Export nach Deutschland wuchs von 2000 bis 2004 stetig von 2,1 auf 3,1 Prozent, jener aus Deutschland von 2,5 auf 4,4 Prozent. Für 2005 sind jedoch 5½ bzw. 3½ Prozent prognostiziert (FAZ-Beilage vom 25. April 2005).
Tourismus
2003 erwirtschaftete der Tourismus 780 Millionen Dollar, 14 % mehr als 2002. Die Zahl der Gäste betrug 5,6 Millionen (davon 1,1 Mio aus dem Ausland), was einem Zuwachs von 15,5 % entsprach. Für 2004 rechnet das Tourismus-Ministerium mit mindestens 10 % mehr ausländischen Touristen.
Für Herbst 2004 war der Baustart für das erste von zwei touristischen Großprojekten geplant. Nach einem Fossilien-Fund entsteht im Bezirk Hunedoara ein Dinosaurierpark. Der Baubeginn des zweiten Großprojekts - des Themenparkes Dracula-Park bei Sighişoara (Schäßburg) - wurde bisher von einer Bürgerinitiative verhindert und soll jetzt in der Nähe von Bukarest entstehen.
Mit dem 1. August 2005 erfolgte eine Währungsumstellung. Der Kurs beträgt (Stand August 2005) 3,48 Lei = 1 Euro. Es wurden neue Geldscheine und auch Münzen in Umlauf gebracht.
In Rumänien besteht seit Januar 2005 eine Vignettenpflicht für PKW und LKW auf allen Straßen. Die Vignetten sind an den Tankstellen von ROMPETROL, evtl. auch MOL und OMV erhältlich. Die Preishöhe der Vignette richtet sich nach der Abgaseinstufung des Fahrzeuges.
Kultur
Nationalfeiertag ist der 1. Dezember. Die Staatsflagge symbolisiert die Vereinigung des zentralen Siebenbürgen (gelb) mit der Walachei (blau) und Moldau (rot) zu "Rumänien" (1920). Eine andere Deutung lautet: Berge (rot), Schwarzes Meer (blau), Getreide (gelb).
Weitere Themen
- Portal:Südosteuropa/Rumänien
- Liste der Städte in Rumänien
- Liste deutscher Bezeichnungen rumänischer Orte
- Liste rumänischer Persönlichkeiten
- Liste der Rumänen in der Kultur des Westens
- Liste der Staatsoberhäupter Rumäniens
Literatur
- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus. BoD 2004. ISBN 3-8334-0977-0
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=139 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.km.bayern.de/blz/web/700105/index.asp Online-Wandzeitung der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung mit aktuellen Infos, auch zum EU-Beitritt]
- [http://www.eiz-niedersachsen.de/cgi-bin/frameset-rumaenien.pl?page=ewb/rumaenien/geschichte.htm&title=EIZ%20Niedersachsen Informationen des Europäischen Informationszentrums Niedersachsen]
- [http://www.osteuropa-infoseite.de/rumaenien.htm Linkliste bei www.osteuropa-infoseite.de]
- [http://www.bru.ro Unierte Kirche Rumäniens]
- [http://www.rennkuckuck.de Rennkuckuck] mit [http://wiki.rennkuckuck.de/index.php/Hauptseite RumänienWiki]
- [http://www.Siebenbuerger.de Siebenbürger-Portal]
- [http://www.transylvaniatravel.net Transylvania Travel]
- [http://www.karpatenwilli.com Rumänieninfos für Individualreisende]
Kategorie:Staat
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Bukarest
Bukarest (rumänisch Bucureşti, engl. Bucharest, türkisch Bükreş, franz. Bucarest, deutsch auch Freudenstadt, Romani Bukureschta) ist nicht nur die Hauptstadt, sondern auch politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Rumäniens.
Nachdem Bukarest Târgovişte den Rang als Landeshauptstadt abgerungen hatte, wurde es zum kulturellen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Walachei, des südlichen Teils des heutigen Rumänien. In Bukarest befindet sich eine Universität (von 1864) und verschiedene andere Hochschulen, Theater, Museen und Kultureinrichtungen.
Bevölkerung
Die Stadt hat im Jahr 2001 1,94 Millionen Einwohner und wird manchmal auch Paris des Balkans genannt. Das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum beträgt -0,9%. 7,1% der Bevölkerung ist erwerbslos. 12,9 % sind unter 15 Jahre alt, 5,3% sind über 75 Jahre.
Geschichte
- Am 20. September 1459 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung von Bukarest und wird durch die Unterschrift von Vlad Ţepeş bezeugt.
- 1595 – Stadtbrand nach Überfall durch die Osmanen
- 1659 – Bukarest wird Hauptstadt der Walachei
- 1821 – Volksaufstand unter Tudor Vladimirescu
- 1848 – Kampf um Vereinigung der rumänischen Fürstentümer Moldau und Walachei
- 1861 – Bukarest wird Hauptstadt: Nachdem die beiden Fürstentümer Moldau und Walachei eine gemeinsame Vertretungskörperschaft (Divan ad hoc) gebildet hatten, einigte man sich auf einen erblichen Fürsten. Der Oberst Alexandru Ioan Cuza proklamiert dann als Fürst Alexandru Ioan I. am 24. Dezember 1861 Bukarest zur Hauptstadt des vereinigten Rumäniens.
- Zerstörungen der Stadt im Zweiten Weltkrieg: Rumänien verbündet sich zunächst mit Deutschland, dann am 23. August 1944 mit den Alliierten. Teilweise gibt es auch Zerstörungen durch Bombardierungen und die sowjetische Besetzung im Jahr 1944.
Vom 12. Februar 1935 bis zum 31.Dezember 1944 hat der Schriftsteller Mihail Sebastian hauptsächlich in Bukarest gelebt und sein Tagebuch geschrieben. Es wurde unter dem Titel 'Journal' ins Englische übersetzt und bietet eine gute Informationsmöglichkeit über Bukarest bis zum Ende des zweiten Weltkriegs.
- 1977: Ein Erdbeben erschüttert das Gebiet um Bukarest. Es sterben insgesamt über 1.700 Menschen, ein Teil davon in Bukarest.
- 80er Jahre: Ehrgeizige Neubauprojekte werden auf kosten der Zerstörung der Altbausubstanz vorangetrieben
- 1989 – Revolution: In Temeschburg, rum. Timişoara / Banat beginnt der Volksaufstand gegen Nicolae Ceauşescu; anschließend auch in allen größeren Städten Rumäniens; Brand des ehemaligen königlichen Palasts und der Universitätsbibliothek in Bukarest; Sturz des sozialistischen Regimes.
Politik
Bei den Kommunalwahlen 2004 wurde der 52-jährigen Amtsinhaber Traian Băsescu von der Partei Allianz für Gerechtigkeit und Wahrheit mit 54,9 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Sein Gegenkandidat von der PSD, Außenminister Mircea Geoană, landete abgeschlagen bei 29,7 Prozent.
Geographie
Die Flüsse Colentina und Dâmboviţa fließen durch Bukarest, zusätzlich befinden sich folgende Seen im Stadtgebiet oder in unmittelbarer Nähe; Buftea, Buciumeni, Mogoşoaia, Străuleşti, Griviţa, Băneasa, Herăstrău, Floreasca, Tei, Plumbuita, Colentina, Fundeni, Dobroeşti, Pantelimon, Dâmboviţa, Morarilor, Cişmigiu, Titan, Văcăreşti und weitere kleine Seen in den vielen Parks.
Persönlichkeiten
- David Esrig ( - 1935), rumänischer Regisseur
Söhne und Töchter der Stadt
- Adolf Albin, Schachmeister und Theoretiker aus Rumänien
- Nicoleta Alexandru, Rumänien|rumänische Popmusik|Popsängerin
- Alina Astafei, deutsche Leichtathletin
- Henri Marie Coandă, Physiker und Aerodynamiker
- Alina Cojocaru, Solistin beim Royal Ballet
- Marius Constant, französischer Komponist und Dirigent
- Dan Constantinescu, rumänischer Komponist
- Vladimir Cosma, Filmkomponist
- Michael Cretu, Musikproduzent
- Violeta Dinescu, rumänische Pianistin und Komponistin
- Lazar Edeleanu, rumänischer Chemiker
- Mircea Eliade, rumänischer Religionshistoriker, Essayist und Romancier
- Raoul Gunsbourg, rumänischer Operndirektor, Schriftsteller und Komponist
- Eliza Hansen, deutsche Klavierpädagogin, Pianistin und Cembalistin rumänischer Abstammung
- Clara Haskil, Pianistin
- Peter Herbolzheimer, deutscher Posaunist und Bandleader
- Vintila Ivanceanu, österreichischer Regisseur und Schriftsteller der Wiener Postmoderne
- Marcel Janco, rumänischer Künstler und Schriftsteller
- Mindru Katz, Pianist
- Alexandra Maria Lara, deutsche Schauspielerin
- Dinu Lipatti, Rumänischer Pianist und Komponist
- Myriam Marbe, Komponistin
- Gheorghe Marinescu, rumänischer Neurologe und Neuropathologe
- Radu Mihaileanu, rumänischer-französischer Filmregisseur
- Haiducii, rumänische Sängerin
- Jakob Levy Moreno, Begründer des Psychodramas, der Soziometrie und der Gruppenpsychotherapie
- Maia Morgenstern, rumänische Schauspielerin
- Sergio Ferrero, Politikwissenschaft
- Adrian Năstase, rumänischer Politiker
- Ilie Năstase, rumänischer Tennisspieler
- Julio Popper, Kartograph von Havanna, Freimaurer
- Marcel Raducanu, rumänischer Fußballspieler
- Hagen Rether, deutscher Kabarettist
- Lia Roberts, rumänische Politikerin und Präsidentschaftskandidatin
- Edward G. Robinson, Schauspieler
- Angelica Adelstein-Rozeanu, rumänische Tischtennisspielerin
- Albert Streit, deutscher Fußballspieler
- Corneliu Vadim Tudor, rumänischer Politiker
- Alexandru Vona, Schriftsteller, Architekt
- Richard Wurmbrand, rumänischer lutherischer Pfarrer
Stadtbild
Das Stadtbild von Bukarest ist geprägt von einer erstaunlichen architektonischen Vielfalt. Wohl in keiner anderen europäischen Hauptstadt findet man auf engstem Raum ein derart chaotisches Stilgemisch. Gebäude im k.u.k-Stil stehen neben Palästen im französischen Neo-Barockstil des ausgehenden 19. Jahrhunderts, Villen im neorumänischen Brâncoveanu-Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts (der orientalische und italienische Baumotive in sich vereinigt) und kleine ländliche Häuschen ducken sich zwischen Blöcken im modernistischen Stil der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts und typischen sozialistischen Plattenbauten aus den 1960er und 1970er Jahren. Hinzu kommt der protzige Zuckerbäckerstil, den der Ex-Diktator Nicolae Ceauşescu der Stadt in seinen letzten Amtsjahren aufgezwungen hat. Ein Fünftel der Altstadt wurde abgerissen, um Platz für das neue sozialistische Zentrum, das "Centrul Civic" zu schaffen. Kilometerlange Boulevards, gesäumt von neostalinistischen Wohnblöcken für die Nomenklatura, prägen hier das Bild, sowie kitschige Springbrunnenanlagen, die allerdings die meiste Zeit trocken bleiben. Zentrum dieses neuen und immer noch nicht fertiggestellten Stadtteils ist das ehemalige "Haus des Volkes", von den Bukarestern damals spöttisch als "Haus des Sieges über das Volk" bezeichnet. Heute befinden sich in dieser gigantischen Stufenpyramide (dem zweitgrößten Gebäude der Welt) das Parlament, Tagungszentren und ein Museum. Nebenan - quasi um den atheistischen Größenwahn Ceauşescus zu neutralisieren - soll die größte orthodoxe Kathredale Rumäniens errichtet werden.
Trotz dieses städtebaulichen Kahlschlags ist Bukarest zum größeren Teil eine faszinierende, teilweise orientalisch anmutende Stadt geblieben. Vier Fünftel der Altstadt blieben unangetastet: chaotisch gewachsene Viertel mit krummen Straßen, kleinen, alten (teilweise auch verfallenden) Häusern und viel Grün. Von wenigen großen Achsen abgesehen, an denen die Adligen früher ihre Paläste und Repräsentationsbauten errichteten und Bukarest zu seinem Spitznamen "Klein-Paris" verhalfen, strahlt die Stadt einen ländlichen Charme aus. Nicht selten hört man Hähne krähen aus den wild zugewachsenen Gärten, machmal sieht man Hausschweine zwischen kleinen, verspielten Villen. Dicke Baumwurzeln durchbrechen den Asphalt der Gehsteige oder das uralte Kopfsteinpflaster der Nebenstraßen.
Sehenswürdigkeiten
Bild:Bukarest_Parlament.jpg|Parlament, früher: Haus des Volkes
Bild:Bukarest_Triumpf.jpg|Arcul de Triumf
Bild:Bukarest_Atheneum.jpg|Athenäum
Bild:Patriarchenpalast Bukarest.jpg|Patriarchenpalast Bukarest
- Catedrala Patriarhală – Die Patriarchalkirche
- Stavropoleoskirche
Die Stavropoleoskirche ist eine griechische Stiftung aus der ersten Hälfte des 18.Jh. Ihre von zarten Blüten- und Blätterornamenten bedeckten Fassaden passen sich bestens der Umgebung an. Im Inneren überrascht, ebenfalls mit pflanzlichen Motiven, eine kostbare holzgeschnitzte Ikonostase im Brâncoveanu-Stil.
- Bukarester Königsschloß (Palatul Regal)
Das Bukarester Königschloß hat einen U-förmigen Grundriß. Das Gebäude wurde von 1927 bis 1937 nach Plänen von Nicolae Nenciulescu im neuklassizistischen Stil errichtet. Der rumänische König Mihai wohnte hier bis 1947. Seit 1950 ist in einem Teil das bedeutendste Kunstmuseum des Landes untergebracht. Über 70000 Exponate zeigen die reichste Sammlung rumänischer Malerei von Nicolae Grigorescu bis Camil Ressu, Meisterwerke italienischer, holländischer, spanischer und russischer Künstler sowie spätbyzantinische Ikonen und Plastiken der Moderne.
Im anderen Teil der monumentalen Schlossanlage bezogen nach 1947 die kommunistischen Herrscher Rumäniens Quartier. Von einem Balkon des riesigen Komplexes aus versuchten am 21. Dezember 1989 die Ceauşescus, noch einmal das Ruder herumzureißen. Doch sie mußten sich schnell vom Dach aus per Hubschrauber in die Lüfte flüchten - durch TV-Übertragung weltbekannte Szenen.
- Schloss Cotroceni
- Schloss Mogoşoaia
- Curtea Veche ( Alter Hof )
In der Seitenstraße Strada Iuliu Maniu stößt man auf die Überreste des ersten Bukarester Fürstenhofs (Curtea Veche) aus dem 15. und 16. Jh. Die Überreste bestehen aus ein paar Ruinen und der gut vierhundertjährige Dreikonchenanlage Alte Hofkirche ( Biserica Curtea Veche ). Auch an diese Anlage beeindruckt die Blatt- und Blütenornamentik des später himzugefügten Brâncoveanu-Portals.
- Athenäum
Das Rumänische Athenäum wurde vom Architekten Albert Galleron entworfen und nach seinen Plänen in den Jahren 1885 bis 1888 erbaut. Mächtig wachsen die ionischen Säulen der von einem Dreiecksgiebel abgeschlossenen Vorhalle vor dem Betrachter in die Höhe. Dahinter erhebt sich als kuppelgedeckter Rundbau das eigentliche Konzerthaus, das inzwischen Sitz der Staatsphilharminie George Enescu ist. Zwischen den Säulen blinken auf nachträglich hinzugefügten runden Goldmosaiken Porträts bedeutender Fürsten der Geschichte hervor. Vor dem Portal blickt ein bronzener Mihai Eminescu ( Rumäniens Dichterfürst) auf die Menschen herunter.
- Justizpalast
- Parlament rum.Palatul Parlamentului (auch bekannt als rum.Casa Poporului, dt. Haus des Volkes)
- National Theater
- Museum George Enescu
- Naturgeschichtliches Museum Grigore Antipa [http://www.antipa.ro www.antipa.ro]
- Das Jüdische Museum (zentrumsnah in der ehemaligen Schneider-Synagoge eingerichtet)
- Arcul de Triumf (Triumphbogen) – Errichtet zu Ehren des Triumphes im Ersten Weltkrieg.
Bukarests Triumphbogen ist 1922 als Denkmal des Sieges rumänischer Truppen im Ersten Weltkrieg begonnen worden. Von 1933 bis 1936 vollendete ihn Petre Antonescu zu einem riesigen Bauwerk nach klassisch-römischer Art. Wie in Paris strömt auch hier der Verkehr von einer Reihe großer Straßen sternförmig auf den mächtigen Bogen zu.
- Hanul lui Manuc – Eine gut erhaltene mittelalterliche Schänke, heute Hotel und Restaurant
Beim Hanul lui Manuc handelt es sich um die einzige in der Stadt erhalten gebliebene ehemalige Karawanserei vom Anfang des 19 Jahrhunderts. Bukarest war lange Zeit Handelszentrum des walachischen Fürstentums. In Gasthöfen wie diesem des Armeniers Manucbey machten die Pferdekarawanen der Kaufleute Halt, als Eisenbahnen und Autos noch nicht erfunden waren.
- Muzeul satului – Das Dorfmuseum, mit unzähligen gut erhaltenen Häusern unterschiedlicher Epochen
- die verschiedenen Parks, so z. B. der Cişmigiu mitten in der Stadt oder der im Norden gelegene Herăstrău
Wirtschaft und Verkehr
Bukarest hat v.a. Maschinenbau- und elektrotechnische Industrie. Als größter Verkehrsknotenpunkt Rumäniens besitzt Bukarest einen internationalen Bahnhof (Gara de Nord, Nordbahnhof), mehrere regionale Bahnhöfe (Progresul, Obor), den allerdings schon teilweise stillgelegten Rangierbahnhof Bucureşti Triaj, zwei zivile Flughäfen (Băneasa und Henri Coandă International in Otopeni).
Die Stadt besitzt ein gut ausgebautes U-Bahn-, O-Bus-, Straßenbahn- und Busnetz.
Für LKW über 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht gilt in Bukarest zwischen 7.00 und 21.00 Uhr ein ganzjähriges Fahrverbot. Für den Zeitraum vom 15. September bis 15. Juni ist die Zufahrt mit Ausnahmegenehmigung erlaubt.
Siehe auch: Liste der Städte in Rumänien, Portal:Südosteuropa/Rumänien
Weblinks
- [http://www.bukarest.ro Homepage von Bukarest]
Kategorie:Ort in Rumänien
Kategorie:Hauptstadt in Europa
ja:ブカレスト
ko:부쿠레슈티
Waggon
Ein Eisenbahnwagen, auch als Waggon oder "Wagon" (Plur. Waggons, auch, bes. südd., österr.: Wagone, Waggone) bezeichnet, ist ein Schienenfahrzeug ohne eigenen Antrieb. Man unterscheidet zwischen Güterwagen, die zum Transport von Wirtschaftsgütern verwendet werden und Reisezugwagen, deren Aufgabe es ist, Personen zu befördern.
Allen Eisenbahnwagen gemeinsam sind folgende Baugruppen:
- Zug- und Stoßeinrichtung an beiden Enden. Dies kann getrennte Zug- und Stoßeinrichtung, das heißt, ein Paar Puffer mit einer Zughakenkupplung dazwischen, oder aber eine kombinierte Zug- und Stoßeinrichtung, also eine Mittelpufferkupplung bedeuten. So genannte Anschlusswagen haben an einem Ende eine andere Zug- und Stoßeinrichtung als am anderen (z.B. zum Kuppeln von niederflurigen Reisezugwagen mit Kupplung in Sonderbauweise an Lokomotiven mit normgerechter Kupplung).
- Der Rahmen, der die genormten Pufferdruck- und Hakenzugkräfte aufnimmt und auch die mehr oder weniger speziellen Vorrichtungen zur Aufnahme und Sicherung der Beförderungsgüter bzw. der Fahrgäste trägt. Teilweise sind Rahmen und Beförderungsgut-Aufnahme ein untrennbares Bauteil.
- Das Laufwerk, das aus je einer starren Vorder- und Hinterachse mit stählernen Spurkranz-Rädern oder aber je einem vorderen und hinteren Drehgestell bestehen kann. Fast alle modernen Eisenbahnwagen sind vierachsig (zwei zweiachsige Drehgestelle); schwere Güterwagen sind oft sechsachsig mit je zwei dreiachsigen Drehgestellen. Zunehmend werden Züge verwendet, die eine gewichtsparende Wagenkostruktion mit nur je einem Jakobs-Drehgestell zwischen zwei Wagen haben. Die Reichsbahn setzte bis etwa Anfang der 1960er Jahre auch Personenwagen mit drei starren Achsen ein.
- Das Bremssystem mit seinen genormten Teilen wie Druckluftleitungen, -behältern, Bremsventilen, Steuerbauteilen und Bremsklötzen. Moderne Reisezugwagen haben oft Scheibenbremsen. Güterwagen sowie Reisezugwagen älterer Bauart sind in der Regel mit Klotzbremsen ausgerüstet.
Der Transport von Eisenbahnwagen auf der Straße ist durch Culemeyer-Straßenroller möglich, die nach ihrem Konstruktuer Johann Culemeyer benannt sind.
Siehe auch
- Bauart-Bezeichnungssystem für Reisezugwagen
- Bauart-Bezeichnungssystem für Güterwagen
- Wagennummer
- Mehrzweckabteil
- Doppelstockwagen
Kategorie:Schienenfahrzeug
ja:鉄道車両
Tschechien
Tschechien (tschechisch Česko) oder die Tschechische Republik (tschechisch Česká republika , Details zum Namen siehe unten) liegt in Mitteleuropa und grenzt an Deutschland (810 km) im Westen und Nordwesten, an Polen (762 km) im Norden, die Slowakei (252 km) im Osten und Österreich (466 km) im Süden.
Tschechien umfasst traditionell die drei historischen Länder Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese in acht Regionen aufgeteilt (6 für Böhmen, 2 für die anderen beiden Landesteile), seit dem Jahr 2000 gilt eine neue Verwaltungsgliederung in 14 Regionen (siehe auch Verwaltungsgliederung Tschechiens). Der Staat wurde 1999, einige Jahre nach Auflösung des Warschauer Vertrags Mitglied der NATO und trat am 1. Mai 2004 der Europäischen Union bei.
Geografie
Europäischen Union
Tschechien hat durch seine Randgebirge eine topografisch klare Gliederung: es besteht aus mehreren Beckenlandschaften, die von Gebirgen umgeben und unterteilt werden. Deswegen sagt man z. B. in Oberösterreich "ich fahre nach Böhmen hinein" - und nicht hinüber.
An der Südwest-Grenze Tschechiens liegt der Böhmerwald (Šumava, 1.000 bis 1.400 m), im Nordwesten das Erzgebirge (Krušné Hory, Keilberg 1.244 m) und im Norden die Sudeten (Sudety), welche im Riesengebirge mit der Schneekoppe 1.602 m erreichen. Südöstlich des Erzgebirges breitet sich zu beiden Seiten der Elbe (tschech. Labe) das Böhmische Mittelgebirge aus.
Böhmen und Mähren werden durch die niedrige Böhmisch-Mährische Höhe (600 bis 800 m) voneinander getrennt. Mähren hat im Osten Anteil am Karpatenvorland und im Süden am Wiener Becken. Seine Ostgrenze zur Slowakei bilden die Beskiden und Weißen Karpaten, und nur die Südgrenze zu Niederösterreich bildet großteils ein Fluss - die stark mäandrierende Thaya (Dyje).
Auf den Gipfeln vom Böhmerwald, Böhmischen Mittelgebirge, den Beskiden und dem ersten Ausläufer der Karpaten verläuft die Europäische Wasserscheide.
Europäische Wasserscheide
Die Beckenlandschaften sind sehr fruchtbar. So wird in Böhmen, vor allem im Saazer Becken, Hopfen angebaut (Böhmen ist eines der traditionellen Bierbrauerländer), in Mähren wird Wein angebaut.
Tschechien liegt in der gemäßigten Temperaturzone der Erde. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7,9 °C bei milden Wintern (Februar: 0,5 °C) und kühlen Sommern (Juni: 18,6 °C). Die Jahresniederschlagssumme beträgt 508 mm; ein relativ geringer Wert aufgrund der Lee-Lage östlich beziehungsweise südöstlich des Böhmerwalds, des Oberpfälzer Walds und des Erzgebirges. Alle zwölf Monate sind humid.
Bevölkerung
Bevölkerungsanzahl: 10,3 Millionen Einwohner (Juni 2005)
Ethnische Gruppen: Tschechen 94 %; Slowaken 3 %; Minderheiten von Polen, Deutschen, Ungarn und Roma insgesamt 3 %
Flüchtlinge: 1297
Bevölkerungsverteilung: in Städten 75 %; auf dem Land 25 %
Lebenserwartung: Männer 72 Jahre; Frauen 79 Jahre
Altersstruktur: 0-14 Jahre 15,4 %; 15-64 Jahre 70,6 %; über 65 Jahre 14,0 %
Bevölkerungswachstum: -0,08 % (2005)
Fruchtbarkeitsrate: 1,2 Geb./Frau
Religionen: römisch-katholisch 39 %; protestantisch 5 %; orthodox 3 %; konfessionslos 40 %; sonstige 13 %
Größte Städte
Siehe auch: Liste der Städte in Tschechien, Liste deutscher Bezeichnungen tschechischer Orte, Nationalparks in Tschechien, Liste der Naturschutzgebiete in Tschechien
Staats- und Landesname
Tschechien vs. Tschechische Republik
Laut der Staatenliste auf der Webpage des deutschen Auswärtigen Amtes ist die Kurzform "Tschechien" nur im nichtamtlichen Gebrauch zulässig. Laut Duden, entsprechend dem Wunsch der tschechischen Behörden, entsprechend dem alltäglichen Gebrauch zumindest in Tschechien selbst sowie gemäß tschechischen Normen über die Verwendung fremdsprachlicher Äquivalente des Staatsnamens ist jedoch "Tschechien" eine herkömmliche Kurzform sowie das geografische Äquivalent der Langform ("Tschechische Republik") des Staatsnamens und ist somit mit Namen wie Frankreich, Deutschland, Polen etc. völlig gleichwertig.
Tschechien vs. Tschechei und Geschichtliches
Wegen der Auflösung (Teilung) der Tschechoslowakei am 1. Januar 1993 musste die deutsche und tschechische offizielle Bezeichnung für den neuen Staat beschlossen werden. Eine tschechische staatliche Kommission schlug damals die deutsche Bezeichnung Tschechien vor, zumal offizielle tschechische Kreise auch darum ersuchten, die Form "Tschechei" nicht mehr zu verwenden (siehe dazu unten). Das deutsche Auswärtige Amt zieht allerdings in seiner Namensliste die längere Form Tschechische Republik vor und bezeichnet Tschechien (tschech. Česko) ausdrücklich als nichtamtlich.
Beide neuen Namen waren sowohl für Deutschsprachige als auch für die Tschechen gewöhnungsbedürftig und sind es für Teile der deutschen Bevölkerung noch immer. Da es sich aber um eine Festlegung handelt, sollte im offiziellen Gebrauch ausschließlich Tschechien oder Tschechische Republik verwendet werden.
Sowohl die Bezeichnung Tschechien als auch Tschechei wurden historisch verwendet. Tschechien ist die ältere Form und bereits 1876 belegt (Österreich-Ungarn: Anlehnung an Kroatien und Slawonien). Tschechei ist hingegen (außer in Teilen Preußens) erst 1918 nach Bildung der Tschechoslowakei aufgekommen - als Kontamination von Tscheche + Slowakei oder als Kontraktion von Tschech[oslowak]ei.
Tschechei bezeichnete aber manchmal auch den Gesamtstaat Tschechoslowakei, nicht nur den westlichen Teil. Eine breitere Verwendung des Wortes Tschechei ist erst seit den 1930er Jahren festzustellen. Gleichzeitig kam der ältere Begriff Tschechien außer Gebrauch, so dass er heute von vielen als "Neukonstrukt" empfunden wird.
Hinzu kommt, dass die Bezeichnung Resttschechei negativ besetzt ist, weil sie der Propaganda der NS-Diktatur während der Zerschlagung der Tschechoslowakei entstammt (1938/39). Der negative Klang übertrug sich bei den meisten Tschechen auch auf den Begriff Tschechei, obwohl der Begriff kurz vor- und nachher auch in anderem Zusammenhang verwendet wurde. Es war jedoch immer ein Begriff von nicht offizieller Natur. In Erwägung der obigen Argumente haben deutsche und österreichische Sprachforscher sowie die tschechische Regierung beschlossen, den Begriff Tschechien für die 1992 neu entstandene Tschechische Republik zu forcieren. Dementsprechend ist auch seit 1992 in deutschen Nachschlagewerken ausschließlich Tschechien als Kurzform für "Tschechische Republik" vorzufinden.
Die Tschechen selbst stellen sich die analoge Frage etwas anders. Das Wort Čechy (Böhmen) hat zwei Bedeutungen: 1. das ganze Gebiet des heutigen Tschechiens, 2. Tschechien ohne Mähren (und Schlesien). "Česko" [tschessko] wurde selten (und eher archaisch) für das heutige Tschechien benutzt (war der Öffentlichkeit eigentlich völlig unbekannt), aber in der Umgangssprache oft als Kurzform für Tschechoslowakei (Československo) für die gesamte Tschechische Republik (Böhmen und Mähren). Doch allmählich hat sich eine Gewohnheit herausgebildet das Wort "Čechy" eher als Tschechien ohne Mähren (und Schlesien) zu gebrauchen. Da sich vor allem die englischsprachige Welt und die ältere Generation Tschechiens immer noch weigert, die Form "Česko" (Czechia) zu verwenden, mit dem Fehlen eines kurzen Namens aber diverse wirtschaftliche und andere Schwierigkeiten verbunden sind, musste der tschechische Senat im Sommer 2004 in einer Sondersitzung die Verwendung von "Česko" anstelle von "Česká republika" offiziell verabschieden. In den 1990er Jahren gab es zum Teil eine Art Medienstreit: die Kurzform "Česko" galt bei einem großen Teil der älteren Bevölkerung als minderwertig - obwohl im Tschechischen eine analoge Wortform schon immer für über 19 Staaten (von Irland (Irsko) bis Japan (Japonsko)) allgemein verwendet wurde. "Česko" ist ähnlich wie Tschechien und Tschechei keine Neubildung von 1992, da der Begriff bereits 1777 belegt ist. Er wurde aber vor 1992 selten verwendet - außer in Fachkreisen und mit Ausnahme der Jahre 1918 und 1968 als logischer Parallelbegriff zu Slovensko (deutsch Slowakei). Die Eigenschaftswörter für "tschechisch" und "böhmisch" sind in der tschechischen Sprache identisch (český).
Bild:EGER1.jpg|der Marktplatz von Cheb/Eger - Westböhmen
Bild:MARIENB.jpg|Innenansicht der Kolonnade in Marienbad - Westböhmen
Bild:LITOM.jpg|Blick auf Litoměřice von der Brücke über die Elbe - Nordböhmen
Bild:ELBE1.jpg|Die Elbe zwischen Litoměřice und Ústí nad Labem
Geschichte
Siehe Hauptartikel: Geschichte Böhmens, Geschichte Tschechiens
:2. Jh. v. Chr.: Teile des Gebiets des heutigen Tschechiens sind von dem keltischen Stamm der Boier besiedelt, dessen lateinischer Name, Boiohaemum, die Namensgebung für Böhmen ist.
:Anfang des 1. Jh. nach Chr.: Die Kelten werden von den einwandernden Markomannen verdrängt oder assimiliert.
:4.-5. Jh.: Völkerwanderungszeit
:cca. 6. Jh.:Ankunft der Slawen, ihr Ursprung wird östlich des Dnjepr vermutet.
:623-658: Samos Reich.
:768-814: Böhmen ist vielleicht fränkische Herrschaftssphäre unter Karl dem Großen.
:8. Jh-833: Mährisches Fürstentum in Mähren
:833: Großmähren unter Fürst Mojmír I. (gefolgt von den Fürsten Rastislav – 894 und Svatopluk - 871)
:864: Ankunft der byzantinischen Mönche Kyrill und Method in Großmähren, slawische Liturgie.
:869: Kyrill stirbt, Ende der byzantinischen Mission.
:888/890-895: Böhmen ist Teil des Großmährischen Reichs
:894: Rastislavs Nachfolger Svatopluk stirbt, Beginn des Zerfalls des Großmährischen Reichs, Rückkehr zur westlichen lateinischen Kirche und Kultur.
:895: Fürst Spytihněv akzeptiert in Regensburg ostfränkische Oberherrschaft über Böhmen
:907: Zerfall Großmährens
:929: Der Přemyslide Wenzel (Hl. Wenzel), später fälschlicherweise König Wenzel in einem Weihnachtslied genannt, wird von seinem Bruder Boleslav ermordet und wird der Schutzheilige des Landes.
:973: Der Heilige Wolfgang, Bischof von Regensburg, erteilt seine Erlaubnis zur Gründung eines Bistums in Prag, zweiter Bischof wird der Heilige Adalbert (Vojtěch).
:1003: Boleslaw I.von Polen erobert Böhmen
:1031: Mähren wird Böhmen angeschlossen (und 1182 zur Markgrafschaft erhoben)
:1034: Bzetyslav von Böhmen fällt in Polen ein
:1085: Der Přemyslide Vratislav II. wird zum ersten böhmischen König gekrönt (der Titel ist ihm von Heinrich IV., dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, verliehen worden).
:1212: Goldene Bulle von Sizilien, Kaiser Friedrich II. bestätigt Ottokar I. Přemysl (Erblichkeit des Königstitels).
:1296: Böhmisch-Polnische Personalunion unter Wenzel II. und Wenzel III.
:1306: Wenzel III. wird in Olmütz ermordet, Ende der Přemyslidendynastie.
:1311-1346: Johann von Luxemburg, Sohn des römischen Kaisers Heinrich VII. heiratet Elisabeth von Böhmen, die Tochter von Wenzel II. und wird böhmischer König.
:1347: Karl IV., sein Sohn, wird (als Karl I.) König von Böhmen.
:1348: Gründung der Prager Universität.
:1355: Karl IV. wird in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Er wählt Prag zu seiner Residenzstadt.
:1378: In seinem Testament teilt Karl IV. seine Erblande unter seinen Söhnen auf in Brandenburg, Görlitz und das Kerngebiet Böhmen, dessen Herrscher sein Sohn Wenzel IV. wird. Seine Nachfolger (ab 1419) sind Sigismund, Albrecht II. und Ladislaus Postumus
:1415: Jan Hus wird während des Konstanzer Konzils auf dem Scheiterhaufen verbrannt – Beginn der Hussiten-Bewegung
:1415-1434: Unruhen in Böhmen. Jan Žižka und Prokop Holý führen die Hussiten. Ende der Bewegung nach der Schlacht von Lipany.
:1458: Georg von Podiebrad wird von den böhmischen Ständen zum König von Böhmen gewählt.
:1471-1526: Nach seinem Tode fällt die böhmische Krone an die polnische Dynastie der Jagiellonen. Der letzte dieser Dynastie gibt durch seinen Tod in der Schlacht bei Mohács gegen die Türken die Krone wieder frei.
:1526-1918: Tschechien ist habsburgisches Gebiet, nachdem die böhmischen Stände 1526 den Habsburger Ferdinand I. zum König von Böhmen gewählt haben.
:1547: Aufstand der böhmischen Stände gegen Ferdinand I.
:1583: Kaiser Rudolf II., Ferdinands Nachfolger, zieht mitsamt dem Hof von Wien nach Prag, welches ein Zentrum von Kunst und Wissenschaft wird. 1609 erlässt er den Majestätsbrief der Religionsfreiheit.
:1611: Rudolfs Bruder Matthias Corvinus übernimmt die Macht; die Konfessionsproblematik entflammt aufs Neue.
:1618: Gesandte der böhmischen Stände (mehrheitlich protestantisch) dringen in die Kanzlei des Hradschin und werfen zwei kaiserliche Statthalter aus dem Fenster (sie werden dabei nicht getötet). Dieser sogenannte zweite Prager Fenstersturz leitet den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) ein.
:1619: Matthias stirbt. Im August wählen die böhmischen Stände den deutschen Protestanten Friedrich von der Pfalz zum König. Indem er im Herbst in Prag gekrönt wird und dort seine Residenz aufnimmt, wird der innerhabsburgische Konflikt zu einer Reichsangelegenheit.
:1620: Schlacht am Weißen Berg. Friedrich von der Pfalz flieht aus dem Land ("Winterkönig", da er nur einen Winter regierte). Hinrichtungen und das Exil des böhmischen Adels. Die nun beginnende Epoche wird in der tschechischen Geschichte temno, die Zeit der Dunkelheit genannt. Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) führt eine Unterdrückungspolitik gegen Nicht-Katholiken. Protestanten fliehen (Comenius) oder werden hingerichtet. Dreiviertel des böhmischen Adels flieht. In Böhmen wird Deutsch zur Amtssprache erhoben. Tschechisch wird nur auf dem Lande gesprochen.
:1740-1780: Herrschaft von Maria Theresia.
:1780-1790: Herrschaft ihres Sohnes Joseph II. Der "aufgeklärte" Absolutismus mündet in die Aufklärung.
:1781: Aufhebung der Leibeigenschaft.
:Ende des 18. Jh. - 1885: sgn. Tschechische Nationale Wiedergeburt. Als Reaktion auf den österreichischen mit der Aufklärung zusammenhängenden Zentralismus formieren sich seit dem Ende des 18. Jh. Intellektuelle in der tschechischen Nationalbewegung (Wiedergeburt). Sie fördern die Pflege, Anerkennung und Verwendung der tschechischen Sprache (unterstützt auch von den deutschen Romantikern). Dem folgt später das Verlangen nach politischer Autonomie.
:1848: Slawenkongress in Prag. Ein Aufstand wird niedergeschlagen. Die Industrialisierung beginnt - und Böhmen wird das "industrielle Rückgrat" von Habsburg.
:1914-1918: Erster Weltkrieg. Gegen die Monarchie bildet sich im Exil eine tschechische und slowakische, von Tomáš Garrigue Masaryk angeführte, Opposition.
:28.10.1918: Gründung der Tschechoslowakischen Republik, T.G. Masaryk wird erster Staatspräsident. Die bis dahin Ungarn administrativ unterstellte Slowakei schließt sich dem neuen Staat an (Milan Rastislav Štefánik).
:1919: Beitritt/Anschluss der Karpato-Ukraine (nach 1945 fällt sie an die Sowjetunion).
:1920: Anschluss Teschens
:1918-1938: sgn. Erste tschechoslowakische Republik
:1933: Gründung der Sudetendeutschen Partei (SdP) durch Konrad Henlein.
:24.04.1938: Karlsbader Programm: die SdP fordert die völlige Autonomie des Sudentenlandes. Die Gegenvorschläge der Regierung in Prag werden abgelehnt.
:29.09.1938: Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier unterschreiben das Münchener Abkommen (was die Tschechen "Münchener Diktat" nennen). Die Grenzgebiete werden von der deutschen Armee besetzt.
:05.10.1938: Präsident Edvard Beneš geht ins Exil nach England. Sein Nachfolger wird Emil Hácha.
:15.03.1939: Einmarsch und Besetzung durch deutsche Truppen. Bildung des Protektorats Böhmen und Mähren. Die Slowakei wird als Schutzstaat des Deutschen Reiches eigenständig (1939-1945).
:10.06.1942: Auf Statthalter Neurath folgt Reichsprotektor Heydrich, der im Juni nach einem Attentat stirbt. Brutale Vergeltungsmaßnahmen, u. a. die Liquidierung des Dorfes Lidice.
:1945: faktische Wiederherstellung der Tschechoslowakei; "Kaschauer Programm" der neuen Regierung unter Premierminister Fierlinger; amerikanische, sowjetische, tschechoslowakische Truppen befreien Tschechien: die in Jalta vereinbarte Demarkationslinie zwischen dem US- und dem UdSSR-Gebiet verläuft entlang Budweis, Pilsen und Karlsbad.
:05.05.1945: Prager Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht.
:09.05.1945: Einmarsch sowjetischer Truppen in Prag. Präsident Beneš übernimmt die Regierungsgeschäfte. Die nach ihm benannten Beneš-Dekrete sehen eine Bestrafung der Nazis und die Abschiebung der deutschen Bevölkerung unter Gewaltanwendung vor. Die Vertreibung der Sudetendeutschen beginnt.
:19.06.1946: Die Kommunistische Partei Tschechiens wird in die Regierung gewählt und kann einen gewaltigen politischen Einfluss ausüben. Klement Gottwald (KPTsch) wird Ministerpräsident.
:24.10.1946: Abschluss der Vertreibung von insgesamt 2,7 Mio. Deutschen.
:25.02.1948: Vollständige Machtergreifung durch die Kommunisten (KPTsch) - mit Berufung auf die vorangegangenen freien Wahlen. Verfassungsänderung, Umgestaltung des Landes nach sowjetischem Muster. Erster "Arbeiterpräsident" wird Klement Gottwald.
:1951-1957: Verfolgung des Klerus und politische Prozesse (Rudolf Slánský).
:1957: Antonín Novotný wird Präsident.
:1964: Kafka-Konferenz in Libnice (Franz Kafka rehabilitiert). Rufe nach Reformen werden laut und kulminieren auf dem Schriftstellerkongress im Juni 1967 in direkter Kritik der politischen Führung.
:03-05.01.1968: Novotný wird vom ZK abgesetzt. Alexander Dubček wird Vorsitzender der KP. Präsident wird General Ludvík Svoboda. Anfangs März folgt die Aufhebung der Zensur. "Prager Frühling" beginnt, die Weiterentwicklung verläuft überwiegend spontan.
:05.04.1968: Aktionsprogramm der KPTsch unter Alexander Dubček. Ein "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" wird angestrebt (Verbürgte Versammlungsfreiheit, kleines Unternehmertum, Freilassung der politischen Gefangenen).
:21.08.1968: Militärische Intervention - Einmarsch der sowjetischen Truppen und Truppen des Warschauer Paktes (ohne Rumänien und der DDR); Breschnew-Doktrin der "Begrenzten Souveränität der sozialistischen Staaten". Die nachfolgende politische Etappe wird "Normalisierung" genannt.
:1.1.1969: Mit dem Inkrafttreten des Verfassungsgesetzes über die tschechoslowakische Föderation entsteht die Tschechische Sozialistische Republik als eine der Teilrepubliken der Tschechoslowakei.
:17.04.1969: Ablösung Dubčeks und Wahl Gustáv Husáks zum Generalsekretär der KPTsch. Selbstverbrennung des Studenten Jan Palach. Beginn der "Normalisierung". Die CSSR wird in der Folge einer der konservativsten Mitgliedsstaaten des Ostblocks.
:01.01.1977: Bürgerbewegung "Charta 77".
:17.11.1989: Das Bürgerforum wird zur tragenden Kraft der "Samtenen Revolution" in Tschechien.
:17.11.1989: Die Polizei unterdrückt brutal eine Studenten-Demonstration, was eine Großdemonstration von bis zu 750.000 Menschen nach sich zieht. Unter den Rednern ist auch der Schriftsteller Václav Havel. Die kommunistische Regierung hat die Medien nicht mehr unter Kontrolle und wird nach 40 Jahren ohne Blutvergießen abgesetzt.
:10.12.1989: Staatspräsident Gustáv Husák erklärt seinen Rücktritt.
:28.12.1989: Alexander Dubček wird zum Präsidenten der Föderalversammlung gewählt.
:29.12.1989: Václav Havel wird von der Föderalversammlung zum Präsidenten der CSSR gewählt.
:Anfang 1990: Umbenennung der Tschechischen Sozialistischen Republik (siehe 1969) in Tschechische Republik.
:23.04.1990: Umbenennung der Tschechoslowakei in Tschechische und Slowakische Föderative Republik (CSFR).
:08.06.1990: Erste freie Parlamentswahlen in der CSFR.
:05.07.1990: Václav Havel wird zum Präsidenten der CSFR gewählt.
:21.02.1991: Beitritt der CSFR zum Europarat.
:16.12.1991: Unterzeichnung des EG-Assoziierungsabkommens.
:05.06.1992: Parlamentswahlen in der CSFR. Der Ökonom Václav Klaus (Demokratische Bürgerpartei) wird Ministerpräsident. Er vertritt eine vom Thatcherismus inspirierte Wirtschaftspolitik ("Marktwirtschaft ohne Adjektiv"). Es wird eine Coupon-Privatisierung durchgeführt, wodurch 8 Mio. Tschechen Anteilseigner von privatisierten Firmen werden, was jedoch kein echtes Investment-Kapital nach sich zieht. Der Politiker Vladimír Mečiar wird Ministerpräsident in der Slowakei. In der Folge vereinbaren beide Politiker eine Teilung der Tschechoslowakei in zwei Staaten.
:20.07.1992: Präsident Václav Havel tritt von seinem Amt zurück.
:25.11.1992: Gesetz über die Auflösung der CSFR im föderalen Parlament.
:16.12.1992: Die neue Verfassung der Tschechischen Republik als "demokratischer Rechtsstaat" wird verabschiedet. Die Charta der Grundrechte und -freiheiten, die nach dem Umbruch im Januar 1991 von der tschechoslowakischen Bundesversammlung beschlossen worden war, wird unverändert von Tschechien übernommen.
:01.01.1993: Tschechen und Slowaken bilden zwei unabhängige Republiken – Tschechien und die Slowakei.
:02.02.1993: Vereidigung des neugewählten Präsidenten Václav Havel.
:30.06.1993: Beitritt zum Europarat.
:29.10.1993: Wahl zum nicht-ständigen Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen.
:17.11.1993: Freiheitstag (Nationalfeiertag)
:01.02.1995: Inkrafttreten des EU-Assoziierungsabkommens.
:1994-1996: Nach drei Jahren stark negativen Wirtschaftswachstums wächst die Wirtschaft wieder; 1997 folgt aber wieder tiefe Rezession
:28.11.1995: Zeichnung der OECD-Beitrittsurkunde in Paris.
:31.05.1996: Wahl zum Abgeordnetenhaus. Die regierende Partei wird bestätigt, wenn auch mit Verlusten.
:23.07.1996: Zweites Kabinett Klaus'. Dieser muss eine Allianz mit dem Sozialdemokraten Miloš Zeman eingehen, der sich verpflichtet, nicht gegen Klaus' Regierung zu stimmen. Ende der wirtschaftlichen Wachstumsphase, eingeleitet durch einen Bankenkrach (12 Banken insolvent). Grund: Innere Verflechtung von industriellen Großkomplexen, die durch faule Kredite künstlich aufrecht erhalten werden. Die tschechische Wirtschaft fällt in eine tiefe Rezession.
:Juni 1997: Bei einer Flutkatastrophe ungewöhnlichen Ausmaßes müssen 40.000 Menschen evakuiert werden. Gesamtschaden: 2,5 Mrd. Euro.
:21.01.1997: Unterzeichnung der Deutsch-Tschechischen Erklärung.
:24.04.1997: Rede von Präsident Havel vor dem Deutschen Bundestag.
:30.11.1997: Václav Klaus tritt nach Spendenaffäre zurück. Nachfolger wird Josef Tošovský.
:20.01.1998: Wiederwahl des Präsidenten Václav Havel.
:28.06.1998: Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus gewinnen die Sozialdemokraten mit Miloš Zeman (32 %) und können die Regierung bilden.
:12.03.1999: Beitritt zur NATO (zusammen mit Polen und Ungarn) und Vorbereitungen für den EU-Beitritt. Ein Hindernis dabei ist das neu errichtete Atomkraftwerk von Temelín nahe der österreichischen Grenze, das trotz der Proteste Österreichs im Oktober 2000 ans Netz geht.
:2000: Die Wirtschaft hat wieder einen leichten Aufschwung. Allerdings Kollaps der drittgrößten Bank IPB.
:25.09.2000: In Prag wird das Treffen des IMF (Internationaler Währungsfond) und der Weltbank veranstaltet, begleitet von Straßenunruhen und Demonstrationen. 2001.
:2000: Die Auseinandersetzungen um die Besetzung des Intendanten des tschechischen Fernsehens Česká televize lässt die alte Feindschaft zwischen Václav Havel und Václav Klaus wieder hervorbrechen. Klaus hatte mehrere seiner Anhänger in die Top-Positionen des Senders manövriert, darunter auch Jiří Hodač als Direktor. Dies löst die größten Demonstrationen in Tschechien seit 1989 aus. Folge: Hodač tritt zurück. Tschechien bekommt ein neues Mediengesetz.
:2004: EU-Beitritt
Politik
Die Tschechische Republik ist eine parlamentarische Demokratie. Das Staatsoberhaupt ist der Präsident. Größeren Einfluss hat jedoch der Premierminister. Das tschechische Parlament hat zwei Kammern: das Abgeordnetenhaus und den Senat.
Der Präsident wird vom Parlament gewählt. Bei der Wahl muss der Kandidat in den ersten zwei Wahlgängen in beiden Kammern die absolute Mehrheit erreichen, im dritten Wahlgang genügt eine Mehrheit aller anwesenden Abgeordneten. Kandidaten müssen von mindestens 10 Abgeordneten oder 10 Senatoren vorgeschlagen werden und mindestens 40 Jahre alt sein. Die Amtszeit beträgt 5 Jahre, höchstens zweimal hintereinander. Außer der Rechte, die der Präsident im Einvernehmen mit anderen Verfassungsorganen ausübt, hat er das Recht in alleiniger Verantwortung
- das Abgeordnetenhaus unter bestimmten Bedingungen aufzulösen und
- in Gerichtsverfahren einzugreifen bis zur Einstellung des Verfahrens, Strafmaßmilderung und Streichen der Strafen im Strafregister (Begnadigung).
Außerdem ernennt er in Eigenverantwortung die Richter (verfassungrechtlich bisher jedoch nicht genügend geklärt) und die Mitglieder des Nationalbankrats. Traditionsgemäß wird der Präsident oft von Bürgern zwecks Durchsetzung ihrer Rechte gegen staatliche Einrichtungen um Hilfe gebeten. Die von ihm ernannten Verfassungsrichter, müssen von dem Senat gebilligt werden.
Das Abgeordnetenhaus wird aus Listenkandidaten nach Verhältniswahlrecht gewählt. Es gibt eine Sperrklausel von 5 % für Parteien. Das Abgeordnetenhaus besteht aus 200 Abgeordneten, die mindestens 21 Jahre alt sein müssen. Die Legislaturperiode beträgt 4 Jahre.
Der Senat wird aus wahlkreisbezogenen Kandidaten durch eine Personenwahl nach Mehrheitswahlrecht gewählt. Entsprechend der Anzahl der Wahlkreise besteht der Senat aus 81 Personen, die mindestens 40 Jahre alt sein müssen. Die Kandidaten können von politischen Parteien vorgeschlagen (und unterstützt) werden oder unabhängig kandidieren. Die Legislaturperiode eines Senators beträgt 6 Jahre. Die Wahlen erfolgen im Abstand von zwei Jahren, wobei jeweils ein Drittel der Wahlkreise die Wahl bestreitet. Als Wahlkandidaten treten oft bekannte oder honorige Personen des öffentlichen Lebens auf.
Stimmt der Senat einem Gesetz nicht zu, muss es von der Abgeordnetenkammer mit der Mehrheit aller Abgeordneten wieder gebilligt werden.
Die Zustimmung des Senats wird lediglich bei Änderungen des Verfassungsgesetzes und der Wahlgesetze benötigt. Außerdem beteiligt sich der Senat an der Präsidentenwahl. In alleiniger Verantwortung bestätigt der Senat die von dem Präsidenten ernannten Verfassungsrichter.
Die Judikative besteht aus dem Verfassungsgericht und einem vierstufigen Gerichtssystem, in dem den zwei obersten Gerichten (für Verwaltungssachen und Übriges) drei weitere Instanzen untergeordnet sind.
In der Exekutive unterstehen der Regierung und deren zentralen Behörden 14 Regionen, (tschechisch: kraje) darunter die Landkreise (okresy) und darunter die Kommunen. (obce).
Siehe auch: Verwaltungsgliederung Tschechiens
Tschechien wurde am 1. Mai 2004 in die Europäische Union aufgenommen. Von den etwa 55,21 % der tschechischen Wahlberechtigten, die am Referendum teigenommen haben, haben einem Beitritt ca. 77,33 % zugestimmt, also etwa 42,7 % aller tschechischen Wahlberechtigten.
Verwaltungsgliederung
Siehe: Verwaltungsgliederung Tschechiens
Infrastruktur
Der Eisenbahnverkehr liegt größtenteils in den Händen der České dráhy (Tschechische Bahnen).
Das Autobahnnetz wird seit dem Fall des eisernen Vorhangs immer weiter ausgebaut. So etwa die Autobahn Prag - Pilsen (- Nürnberg (Deutschland)) oder (Dresden (Deutschland) -) Prag - Budweis (- Linz (Österreich)). Im Jahre 2005 beträgt das gebührenpflichtige Autobahnnetz 800 km. Weitere ca. 200 km befinden sich im Bau, der jedoch durch zahlreiche Einwände erheblich verzögert wird. Trotz niedrigerer Verkehrsdichte ist die Mortalität im Straßenverkehr (bezogen auf Bevölkerungsanzahl) mit 1.215 Toten im Jahr 2004 ungefähr 1,6-mal höher als in Deutschland.
Verkehrsflughäfen befinden sich in Prag (9,7 Mio abgefertigter Personen im Jahr 2004, Jahreszunahme 20 %), Brünn, Ostrau und Karlsbad. Die meisten Hauptstädte der Regionen können über Sportflugplätze angeflogen werden.
Flugverkehr
Den innerstaatlichen Flugverkehr betreibt die Fluggesellschaft CSA - die Tschechischen Aerolinien auf der Strecke Prag, Ostrau, Brünn und Karlsbad. Man kann ebenfalls die spezialisierten Fluggesellschaften ausnutzen, die Aussichtsflüge oder den Verkehr mit den kleinen Flugzeugen an viele Orte Tschechiens anbieten.
Schienenverkehr
Die Eisenbahnen der Tschechischen Republik bilden ein sehr ausgedehntes und dichtes Verkehrsnetz. Der Schienenverkehr auf dem Gebiet Tschechiens hat 160-jährige Tradition. Mit Rücksicht auf die Lage in Mitteleuropa ist die Tschechische Republik zu einem wichtigen Transitland geworden. Auf dem Staatsgebiet führen Korridore für Inter-City-Bahnen. Die Fahrpäne stehen auch in der Internetform zur Verfügung, wo man nicht nur Verbindungen aussuchen, sondern auch Fahrkarten reservieren kann. Die Fahrkarten können mittels des automatisierten Systems gekauft werden. Bei den ausgewählten Verbindungen und auf den ausgewählten Bahnhöfen kann man mittels eines Handys Informationen über die Lage des Zuges gewinnen. Für das Jahr 2006 hat die tschechische Regierung angekündigt, sämtliche Bahnhöfe des Landes zu renovieren. Die meist schon über 100 Jahre alten Bauten sind mit der Zeit heruntergekommen. Man erhofft sich durch die Renovierungen einen besseren Verkehr innerhalb und auch außerhalb des tschechischen Staatgebiets, wie z. B. den Ausbau der Strecken nach Deutschland.
Busverkehr
Den Busverkehr in ganz Tschechien betreiben die Privatverkehrsgesellschaften. Die Dichte der Busverbindungen ist ziemlich groß. Im Gegenteil zu den Zügen sind die Busverbindungen in den Regionen am Wochenende begrenzt.
Wasserverkehr
In Tschechien wird der Wasserverkehr nur teilweise auf den Flüssen Elbe und Moldau und auf den geschlossenen Wasserflächen (Stauseen, Seen, Flüssen), die für die Schifffahrt zubereitet sind, realisiert. Die Abschnitte der Elbe und Moldau mit dem internationalen Status sind mit dem europäischen System der Wasserwege verbunden, d. h. mit den Flüssen bis zu den Seehäfen (Elbe-Hamburg) und mit dem System der europäischen Kanäle zu den anderen Flüssen und ihren Binnen- und Seehäfen (Magdeburg, Duisburg, Rotterdam).
Taxis
Das Taxi kann man sofort bestellen oder auch 24 Stunden vorausreservieren. Die Gebühren für Taxis bestehen aus einer festen Summe für das Beistellen des Wagens und aus einer Gebühr für jeden zurückgelegten Kilometer. Die Taxen der Konkurrenzdienste oder in den verschiedenen Städten können unterschiedlich sein, aber die Angabe über die Taxe pro 1 km muss immer auf der Karosserie und im Interieur des Wagens angegeben werden. Jeder Taxifahrer ist verpflichtet eine Rechnung (die Empfangsbestätigung) auszustellen, wenn es der Kunde erfordert.
Stadtverkehr
In größeren Städten sind die Straßenbahn und der Bus gängige öffentliche Transportmittel. In den kleineren Städten gibt es nur Busse. Prag betreibt auch drei Trassen der U-Bahn, die das Zentrum mit den Stadträndern verbindet. Die Preise der Fahrkarten sind i | | |