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Drammen

Drammen

Drammen ist eine Stadt und Kommune in Norwegen mit 57.393 Einwohnern (Stand 1. Juli 2005), an der Mündung des Drammenselva in den Drammenfjord, 41 Kilometer südwestlich von Oslo gelegen. Der Drammenselva ist der lachsreichste Fluss des Landes. Oslo Die Stadt ist Industriezentrum mit Holzverarbeitung, metallurgischer Industrie, Schiffbau und Lachsfischerei. Der Hafen dient vor allem der Einfuhr von Kraftfahrzeugen. In der Umgebung von Drammen werden Zink, Nickel und Cobalt abgebaut. Die Gegend ist seit etwa 6.000 Jahren besiedelt. Im 14. Jahrhundert wurden auf dem heutigen Stadtgebiet die Siedlungen Bragernes und Tangen gegründet. Beide Orte wurden dann im Jahre 1811 zur Stadt Drammen zusammengeschlossen. Drammen besitzt eine im Jahre 1840 gebaute Brauerei (Aass Bryggeri), die älteste Norwegens. Sie braut nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516. 1516 Sehenswert sind der 200 Meter hohe Aussichtsberg Spiralen, mit einem in Form eines Korkenziehers in den Berg gesprengten Tunnel, das Bezirksmuseum, das Theater von 1870 sowie das Rathaus und die Kirche, beide aus dem Jahre 1871. Wenige Kilometer von Drammen entfernt, in Tranby i Lier, liegt die vom NMK Drammen betriebene Rallycross-Rennstrecke Lyngås Motorbane, auf der zwischen 1980 und 2004 u. a. alljährlich vor vielen tausenden Zuschauern Norwegens Wertungslauf zur FIA Rallycross-Europameisterschaft stattfand. Bekannte Bürger Drammens waren der Komponist Johan Halvorsen und Thorgeir Vraa. Kategorie:Ort in Norwegen Kategorie:Kommune in Norwegen

Kommune (Norwegen)

Kommune ist die norwegische Bezeichnung für einen Gemeindeverband. Den Kommunen übergeordnet sind die Fylker (Verwaltungsbezirke) Norwegens. Die Bezeichnung Kommune für die kleinste administrative Einheit Norwegens wurde 1853 eingeführt.

Siehe auch


- Kommune (Begriffsklärung)
- Liste der norwegischen Kommunen ! Kategorie:Politische Geographie

Norwegen

Das Königreich Norwegen (norwegisch: Kongeriket Norge/Noreg) ist ein Land in Nordeuropa. Das skandinavische Land grenzt im Osten an Schweden und im Nordosten an Finnland und Russland. Die Wirtschaftszone Norwegens in der Nordsee grenzt im Süden an die Dänemarks und im Westen an jene Schottlands. Norwegens Staatsform entspricht einer parlamentarischen Monarchie (Königreich mit parlamentarischer Legislative) und ist als Zentralstaat organisiert.

Geographie

Zentralstaat Hauptartikel: Geographie Norwegens Die Geographie Norwegens ist von Gebirgsketten und kargen Hochebenen, den Fjells geprägt. Das "Land der Trolle und Fjorde" macht seinem Namen alle Ehre: Die etwa 20.000 km lange Atlantikküste wird unzählige Male von den schmalen und tiefen Buchten unterbrochen, die Meerwasser bis weit ins Landesinnere bringen. Die charaktervolle Landschaft lädt Naturliebhaber und Romantiker ein, ebenfalls an die kleinen Fabelwesen zu glauben, die jeder Norweger als Trolle kennt. Im Landesinneren gestalten hohe Wasserfälle und fischreiche Flüsse die Oberflächenstruktur. Die Bevölkerung ist nicht nur in den größten Städten konzentriert, sondern über das Land ausgebreitet - von Süd nach Nord nimmt die Bevölkerungsdichte allerdings ab. Außer Oslo hat Norwegen drei Städte mit über 100.000 Einwohnern, nämlich Bergen, Trondheim und Stavanger. Norwegen besitzt fünf überseeische Regionen:
- Svalbard (Spitzbergen und Bäreninsel) im Nordatlantik und Nordpolarmeer
- Jan Mayen im Nordatlantik
- Bouvetinsel im Südpolarmeer
- Peter-I.-Insel im Südpolarmeer
- Königin-Maud-Land in der Antarktis Siehe auch: Liste der Städte in Norwegen, Nationalparks in Norwegen

Bevölkerung

Nationalparks in Norwegen

Einwohnerzahl

Im Herbst 2004 ist die Zahl der Norweger auf über 4,6 Mio. gestiegen und sie steigt um ca. 30.000 Menschen jedes Jahr. Viele davon sind zugewanderte Flüchtlinge oder Einwanderer. Norwegen hat außerdem eine höhere Geburtenrate als andere Länder Europas.

Zusammensetzung

92,1 % der Bevölkerung sind Norweger, dazu zählen auch die Minderheiten der ca. 40.000 Saami (Lappen) und ca. 10.000 Finnen (Kvener). Am 1. Januar 2005 wohnten 364.981 Ausländer in Norwegen; ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug 7,9%. Die nicht-norwegische Bevölkerung verteilt sich nach den folgenden Herkunftsländern: Pakistan (26.950), 0,6 %; Schweden (22.859), 0,5 %; Dänemark (19.197), 0,4 %; Irak (18.369), 0,4 %; Vietnam (17.864), 0,4 %; Somalia (16.765), 0,4 %; Bosnien (14.641), 0,3 %; Iran (13.983), 0,3 %; Türkei (13.504), 0,3 %; Serbien (12.455), 0,3 %. (Stand jeweils: 1. Januar 2005) 75 % der Norweger leben in Städten.

Größte Kommunen

Religion

Es gibt eine amtlich Evangelisch-lutherische Staatskirche: die protestantische, basierend auf der evangelisch-lutherischen Religion. Oberhaupt der protestantischen Staatskirche ist der König. Alle Einwohner Norwegens haben das Recht, ihre Religion frei auszuüben. Rund 10% nehmen regelmäßig an Gottesdiensten oder anderen religiösen Veranstaltungen teil. Verteilung nach Religionen:
- Mitglieder der lutherischen Staatskirche: 85,7 %
- andere Protestanten: 3,5 %
- Katholiken: 1,0  %
- Moslems: 1,7 %
- Buddhisten: 0,2 %
- ohne Religion: 5,6 % Stand: 1. Januar 2004

Gesundheit, Soziales und Bildung

Sprachen

Norwegisch ist eine nordgermanische Sprache, z. T. stark geprägt vom Niederdeutschen. Die Schriftsprache teilt sich in zwei Varianten: Etwa 85-90 % der Einheimischen schreiben Bokmål (wörtlich: 'Buch-Sprache'). Das Bokmål ist sowohl vom Dänischen als auch von den verschiedenen Mundarten beeinflusst. Etwa 10-15 % schreiben Nynorsk ('Neu-Norwegisch'). Das Nynorsk, das bis 1929 als Landsmål bekannt war und 1885 als zweite offizielle Schriftsprache anerkannt wurde, ist eine künstliche, von Ivar Aasen aus den Dialekten des westlichen Teils des Landes geformte Sprache und wird heute vor allem an der Westküste, in der Fjordregion und in Telemark verwendet. Als gesprochene Sprache spielen heute Dialekte immer noch eine große Rolle.In der Schule müssen norwegische Schüler sowohl Bokmål als auch Nynorsk lernen. Zu den verschiedenen Sprachen siehe ausführlich Norwegische Sprache. Neben Norwegisch werden vor allem im Norden des Landes von den nationalen Minderheiten noch Samisch und Finnisch gesprochen. Norweger lernen wahlfrei Deutsch oder Französisch (die Mehrheit Deutsch) und obligatorisch Englisch als Fremdsprachen in der Schule. Deutsch war traditionell (bis etwa 1950) die erste Fremdsprache in Norwegen (wie auch im restlichen Skandinavien). Heute ist Englisch der Verbreitung nach die erste Fremdsprache, vor Deutsch als zweiter Fremdsprache und Französisch als dritter Fremdsprache. Englisch, Deutsch und Französisch haben einen offiziellen Status als Primärfremdsprachen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Norwegens Die menschliche Besiedlung Norwegens begann nach der letzten Eiszeit etwa im 8. Jahrtausend v. Chr., als Jäger und Sammler dem schmelzenden Eis nach Norden folgten. Die bisher ältesten Funde menschlicher Besiedlung sind rund 10.300 Jahre alt. Sie wurden bei Tunnelarbeiten unweit des Nordkaps gefunden. Der steinzeitlichen Megalithkultur Skandinaviens folgten in der Bronze- und Eisenzeit germanische Einflüsse. In der Zeit der Wikinger (800-1050) wurde Norwegen durch König Harald Hårfagre um das Jahr 900 geeint. In dieser Zeit erfolgte von Norwegen aus die Besiedlung Islands, der Färöer und Grönlands. Einige erreichten sogar Neufundland im heutigen Amerika. Aber auch die Normandie in Frankreich wurde von den 'Nordmännern' besiedelt. Normandie Ab 1380 in Personalunion mit Dänemark, trat Norwegen 1397 der Kalmarer Union bei und wurde darin ein relativ unbedeutendes Mitglied. Das Kalmarer Reich hielt formell bis 1523 (Ausscheiden Schwedens), mit Dänemark jedoch bis 1814. Wegen politischer Unterstützung Frankreichs musste Dänemark Norwegen nach den Napoleonischen Kriegen im Frieden von Kiel an den König von Schweden abtreten. Die Übergabe geschah allerdings nicht direkt, weshalb Norwegen für kurze Zeit unabhängig war und sich am 17. Mai 1814 in Eidsvoll seine Verfassung gab, die mit leichten Änderungen bis heute gültig ist. Der 17. Mai ist seitdem Nationalfeiertag. Es folgten 91 Jahre einer Personalunion mit Schweden, bevor sie nach einer Volksabstimmung am 13. August 1905, in der sich eine überwältigende Mehrheit der männlichen Norweger für die Beendigung der Zwangs-Union aussprachen, aufgelöst wurde. Neuer König wurde Prinz Carl aus dem Hause Glücksburg als Haakon VII. Im Ersten Weltkrieg erklärte Norwegen zusammen mit Dänemark und Schweden seine Neutralität. 1920 trat das Land dem Völkerbund bei. Im Zweiten Weltkrieg, im April 1940, wurde das neutrale Norwegen von Deutschland im Rahmen der Operation Weserübung besetzt. Als Reichskommissar für das besetzte Norwegen wurde Josef Terboven ernannt. Militärisch wurde die Okkupation mit den strategisch wichtigen Häfen an der norwegischen Küste und besonders auch mit dem Hafen Narvik zum Nachschub von Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna und einer bevorstehenden englischen Landung begründet. Die Bedeutung Narviks für die deutsche Kriegswirtschaft ist jedoch umstritten, denn das Dritte Reich war weniger auf die schwedischen Eisenerzlieferungen angewiesen als gemeinhin angenommen. Vielmehr galt es, durch die Besetzung des Hafens England von seinen schwedischen Erzzufuhren abzuschneiden. Dies findet seine Bestätigung in der Anweisung Hitlers, die Hafenanlagen für den Gegner und damit zwangsläufig auch für Deutschland unbrauchbar zu machen. Von größerer Bedeutung waren die norwegischen Rohstoffe für die deutsche Kriegswirtschaft, was die Besetzung des Landes vor dem Hintergrund der Schaffung eines "Europäischen Großwirtschaftsraumes" unter deutscher Hegemonie erforderlich machte. Als Hauptrohstoffe seien Eisenerz, Schwefelkies, Molybdän und Aluminium genannt. Gerade der Ausbau der Aluminiumindustrie wurde im "Leichtmetallausbau Norwegen" besonders gefördert. Es handelte sich hierbei um ein gigantisches Investitionsprojekt, durch das die Aluminiumproduktion verachtfacht werden sollte ("Koppenberg-Plan") und an dem auch die deutsche Großindustrie (IG-Farben) aktiv beteiligt war. Letztendlich führte der Kriegsverlauf bereits 1943 zu einer weitgehenden Einstellung der Vorhaben. Norwegen leistete zwar sechs Wochen lang militärischen Widerstand, war aber der deutschen Marine unterlegen. Außerdem gab es auch norwegische Nationalsozialisten (unter ihnen Vidkun Quisling), die sich mit den Deutschen verbündeten und dadurch schließlich an die Macht kamen. Da der größte Teil der norwegischen Bevölkerung ihnen aber ablehnend gegenüberstand, erlangten Widerstandsorganisationen einen hohen Stellenwert. In der Folge kam es immer wieder zu Gefechten der deutschen Truppen mit Großbritannien. Beim Rückzug der deutschen Truppen wandten diese die Politik der verbrannten Erde an. Viele Orte und Anlagen in Nord-Norwegen wurden vollständig niedergebrannt. Die moderne Geschichte seit 1969 ist geprägt von Wachstum und Reichtum durch das Erdöl. Siehe auch: Norwegische Kolonien

Politik

Verfassung

Norwegische Kolonien Das norwegische Grundgesetz vom 17. Mai 1814 ist von der französischen Verfassung Ende des 18. Jahrhunderts inspiriert. Das Prinzip der Gewaltenteilung von Montesquieu war wesentliches Vorbild. Trotz dieses liberalen Einflusses waren Juden und Jesuiten im Reich bis in die 1850er Jahre illegale Minderheiten. Die in der Verfassung festgeschriebene Gewaltenteilung führte zu mehreren Machtproben zwischen der Regierungsbürokratie (Exekutive), die wesentlich vom schwedischen Königshaus kontrolliert wurde, und dem Storting (der norwegischen Nationalversammlung; Legislative). Die Krone versuchte, ihre Privilegien als Exekutivmacht auszubauen und das Storting unter Berufung auf die Verfassung weitgehend von den Regierungsgeschäften auszuschließen. Der Konflikt spitzte sich weiter zu, als sich im Zuge der Industrialisierung die Klassenunterschiede zwischen der beamteten Machtelite und dem aufsteigenden Bürgertum auch in Norwegen verschärften. In der Gesellschaft wuchs die Ablehnung des königlichen Beamtenstaates. In der Kommunalpolitik war der nationale Regierungsapparat bereits 1837 durch die Einführung der lokalen Selbstverwaltung praktisch entmachtet. Entsprechend energisch bemühte sich der schwedische Adel um die Wahrung seines Einflusses auf nationaler Ebene. Die Spannungen eskalierten bis 1884, dem Jahr, das in Norwegen die Einführung des Parlamentarismus markiert. Der bürgerlich-liberale Stortings-Abgeordnete Johan Sverdrup setzte gegen den Widerstand des Königs Oskar II. von Norwegen das staatsrechtliche Prinzip durch, dass eine Regierung für den eigenen Machterhalt die Unterstützung des Storting benötigt. Durch diese Abhängigkeit war die durch die Gewaltenteilung festgeschriebene politische Souveränität der Monarchie zugunsten einer Stärkung des Parlaments faktisch aufgehoben. Der König musste Sverdrup als neuen Ministerpräsidenten mit der Regierungsbildung beauftragen. In Norwegen gilt das Prinzip des Parlamentarismus. Das Parlament, das aus 165 Abgeordneten besteht, besitzt die Macht. Alle vier Jahre werden neue Repräsentanten gewählt (bis 1936 jedes dritte). Das Parlament (Stortinget, buchstäblich übersetzt "Das große Thing") besteht aus zwei Teilen, Odelstinget und Lagtinget. Der Unterschied ist aber nicht sehr deutlich, so dass man es als Einkammer-System bezeichnen kann. Zudem gibt es die gemeindliche Selbstverwaltung. Die 437 norwegischen Kommunen wählen auch jedes vierte Jahr ihre Repräsentanten für die lokale Verwaltung. Norwegen ist jedoch ein Zentralstaat, in dem die lokalen Behörden immer mehr an Einfluss verloren haben. Traditionell ist aber das Prinzip von lokaler Macht wichtig. In Norwegen haben Große Koalitionen keine Tradition. Minderheiten mit Unterstützung des Parlamentes sind häufiger. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur zweimal eine Mehrheitsregierung. Die Sammlungsregierung von Einar Gerhardsen gleich nach dem Krieg, und die Arbeiterpartei-Regierung (Sozial-Demokraten) von 1959. In den letzten Jahren haben die Minderheitsregierungen zu "Stortingsregjering" (Parlamentsregierung) geführt und sind unter Druck geraten. Bei den Wahlen am 12. September 2005 konnte die "Arbeiderpartiet" (Sozialdemokratische Arbeiterpartei) mit 32,8 % die meisten Stimmen erlangen, so dass zusammen mit der Senterpartiet (grüne Zentrumspartei) und der Sosialistisk Venstreparti (Sozialistischen Linkspartei) die bei den Wahlen angestrebte rot-grüne Regierungsalternative gebildet werden konnte. Neuer Premierminister wurde Jens Stoltenberg. Das Staatsoberhaupt ist König Harald V.. In Norwegen gab es bisher 6 Volksabstimmungen:
- 1905 über die Auflösung der Union mit Schweden. (Ergebnis: Ja)
- 1905 über die Einsetzung Prinz Carls von Dänemark als König Haakon VII. (Ergebnis: Ja)
- 1916 über das Verbot von Alkohol. (Ergebnis: Ja)
- 1927 über die Aufhebung dieses Verbots. (Ergebnis: Ja)
- 1972 über den Beitritt in die Europäische Gemeinschaft. (Ergebnis: Nein)
- 1994 über den Beitritt in die Europäische Union. (Ergebnis: Nein) Siehe auch: Liste von norwegischen Regierungen, Liste der norwegischen Könige

Parteien

im Storting sind zur Zeit vertreten:
- Arbeiderpartiet (Arbeiterpartei / Sozialdemokratische Partei)
- Høyre (Rechte / Konservative)
- Fremskrittspartiet (Fortschrittspartei / Rechte Protestpartei)
- Sosialistisk Venstreparti (Sozialistische Linkspartei)
- Kristelig Folkeparti (Christliche Volkspartei)
- Senterpartiet (Zentrumspartei / Interessenvertretung der Bauern)
- Venstre (Linke / Liberale) andere kleine Parteien:
- Kystpartiet (Küstenpartei / Partei für Menschen an der Küste in Nord-Norwegen)
- Arbeidernes Kommunistparti (Kommunistische Partei der Arbeiter / kommunistisch)
- Norges Kommunistiske Parti (Kommunistische Partei Norwegen / kommunistisch)
- Rød Valgallianse (Rotes Wahlbündnis / Norwegens größte kommunistische Partei)
- Kristent Samlingsparti (Christliche Sammlungspartei / christlich, extrem-konservativ)
- Demokratene (Die Demokraten / extrem konservativ)
- Det Liberale Folkepartiet (Die liberale Volkspartei / liberal)
- Pensjonistpartiet (Rentner-Partei / Partei für alte Menschen)
- Miljøpartiet De Grønne (Umweltpartei die Grünen" / Umweltpartei)

Verwaltungsgliederung

Kystpartiet Das Land ist in 19 Verwaltungsprovinzen (Fylker) eingeteilt. Die kleinste Provinz nach Fläche ist die Hauptstadt Oslo.

Wirtschaft

Die gültige Währung Norwegens ist die Norwegische Krone. Norwegen besitzt laut HDI-Rang 2005 den höchsten Lebensstandard der Welt. Das Pro-Kopf-Einkommen ist eines der höchsten.

Erdöl

Norwegen ist der siebtgrößte Erdölförderer der Welt. 2003 wurden 151,7 Mio. Tonnen Erdöl gefördert. Die Reserven betrugen 2003 noch 10,1 Mrd. Barrel.

Tourismus


- Tourismus in Norwegen
- Skigebiete in Norwegen Bild:Hammerfest Meridiandenkmal 1975.jpg|Hammerfest Meridianmonument Bild:AK2 ubt.JPEG|Häuserzeile in Kristiansand. Bild:Lofoten_Hamnoy.jpg|Hafen von Hamnøy auf den Lofoten. Bild:Karl johan statue_1.jpg|Kgl. Schloss in Oslo. Bild:Gudbransdalen Bahnhof 1975.jpg|Bahnhof im Gudbrandsdalen. Bild:Fjord in Norway.jpg|Nærøyfjord Bild:Preikestolen_platform2.png|Preikestolen am Lysefjord Bild:Trondheim Laden 1975.jpg|Laden in Trondheim Bild:Hanseviertel Bergen.jpg|Hanseviertel Bergen Bild:Oslofjord.jpg|Oslofjord Bild:Oslo Skyline.jpg|Skyline von Oslo Bild:Oslo Hafen.jpg|Gorch Fock im Osloer Hafen

Kultur

Bibliothekswesen

Das Bibliothekswesen Norwegens wird von der bibliothekarischen Fachwelt als vorbildlich angesehen. Es gibt 892 kommunale öffentliche Bibliotheken, 336 wissenschaftliche Bibliotheken und 19 Landesbibliotheken sowie die Norwegische Nationalbibliothek. Das seit 1947 bestehende Bibliotheksgesetz schreibt den kostenlosen Zugang zu Bibliotheken vor. Norwegen hat eines der umfassendsten Systeme für Pflichtexemplarabgabe weltweit.

Literatur

Norwegen erlebte in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen kulturellen Aufschwung, an dem Autoren wie Henrik Ibsen, Bjørnstjerne Bjørnson, Alexander Kielland, Jonas Lie, Amalie Skram, Arne Garborg, Hans E. Kinck und Knut Hamsun einen maßgeblichen Anteil hatten. Drei Norweger erhielten den Nobelpreis für Literatur: Bjørnstjerne Bjørnson (1903), Knut Hamsun (1920) und Sigrid Undset (1928). Der Friedensnobelpreis wird nach Beschluss des norwegischen Nobelkomitees in Oslo verliehen.
Siehe auch: Liste norwegischsprachiger Schriftsteller

Musik, Theater, bildende Kunst

Die wichtigsten Theaterbühnen sind
Den Norske Opera (Oper, die auch das Nationalballett beherbergt), das Nationaltheatret in Oslo, Den Nationale Scene in Bergen und das Nynorsk-Theater Det Norske Teatret in Oslo. Der bekannteste norwegische Komponist ist Edvard Grieg. Zu den bekannteren Rock-/Metalbands Norwegens gehören z. B. Dimmu Borgir, Burzum, Gorgoroth, Immortal, Turbonegro, Gluecifer und Kaizers Orchestra. Der bekannteste Maler ist Edvard Munch, seine Werke sind größtenteils im Munch-Museum in Oslo zu sehen. Siehe auch: Liste der norwegischen Beiträge beim Eurovision Song Contest

Sport

Siehe auch: Liste norwegischer Sportler

Weblinks

Kategorie:Staat Kategorie:Monarchie als:Norwegen [[got:


Oslo

Oslo (dt. , norw. , lokal auch , vormals Christiania und Kristiania) ist die Hauptstadt Norwegens und hat durch zahlreiche Eingemeindungen und stetiges Bevölkerungswachstum mittlerweile über 530.000 Einwohner, wobei der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung bei 22,3% liegt (Stand Juli 2005). Im Großraum Oslo wohnen etwa 1 Millionen Einwohner. Die von den Wikingern gegründete Stadt ist mehr als 1.000 Jahre alt. Sie bildet heute eine eigenständige Fylke (Verwaltungsbezirk) Norwegens und ist zugleich Verwaltungssitz der benachbarten Fylke Akershus.

Geschichte

In der Heimskringla, einer Geschichte der norwegischen Könige, behauptet der isländische Gelehrte Snorri Sturluson, dass Oslo im Jahr 1048 von König Harald III. gegründet wurde. Ausgrabungen der jüngeren Zeit haben indes christliche Gräber aus der Zeit um 1000 zum Vorschein gebracht. Aus diesem Grund beging die Stadt im Jahr 2000 ihr tausendjähriges Jubiläum. König Håkon V. machte um 1300 Oslo zur Hauptstadt Norwegens und ließ die Festung Akershus errichten. 1624 wurde die Stadt durch einen Brand stark verwüstet und durch den dänisch-norwegischen König Christian IV. unter dem Namen Christiania wieder aufgebaut. 1877 änderte sich die offizielle Schreibweise in Kristiania und erst 1925 wurde der Stadt der ursprüngliche Name Oslo wiedergegeben. Oslo bedeutet übersetzt entweder "Ebene der Götter" oder "Ebene unterhalb des Hügels" - letzte Klarheit darüber ist nicht mehr zu erlangen. Ein Kosename der Stadt ist Tigerstaden (Tigerstadt), nach einem Gedicht von Bjørnstjerne Bjørnson (“Sidste Sang”, 1870). In diesem Gedicht wird Oslo als gefährliche und unbarmherzige Stadt beschrieben. Vor dem Rathaus und vor dem Bahnhof erinnern heute Tigerskulpturen an diesen Namen, der seinen pejorativen Klang inzwischen verloren hat. Die Universität Oslo ist mit etwa 32.000 Studenten die größte des Königreiches und wurde 1811 nach Vorbild der Humboldt-Universität in Berlin gegründet. 1952 fanden die Olympischen Winterspiele in Oslo - u.a. am berühmten Holmenkollen - statt.

Stadtteile

Nach der Stadtteilreform ab 1. Januar 2004 sind die Stadtteile Oslos: Gamle Oslo, Grünerløkka, Sagene, St. Hanshaugen, Frogner, Ullern, Vestre Aker, Nordre Aker, Bjerke, Grorud, Stovner, Alna, Østensjø, Nordstrand, Søndre Nordstrand und der Nord-Mark (Marken oder Marka) ---- Holmenkollen ----



Bild:Akershus castle Oslo.jpg|Akershus Schloß und Burg Bild:Oslo1.JPG|Das berühmte Rathaus Oslos Bild:Oslo Hafen.jpg|Der Osloer Hafen 1975 Bild:Rathaus-Oslo.jpg|Osloer Rathaus Bild:Slottet_oslo_2.jpg|Das Königliche Schloß Bild:schloss_oslo.jpg|Das Königliche Schloss Bild:Karl_johan_statue_1.jpg|König Karl Johann zu Pferde Bild:Holmenkollen-Schanze.jpg|Holmenkollen-Schanze Image:Vigelandpark Oslo.jpg|Vigelandpark Bild:Vigeland stampvoetend jochie.jpg|Der zornige Junge im Vigeland-Park Image:Selbstbildnis Vigeland.JPG|Selbstbildnis Vigelands

Sehenswürdigkeiten

Holmenkollen Oslo hat viele Sehenswürdigkeiten und das besondere Flair der innersten Fjordlage. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählen u.a.:
- mehrere Schiffsmuseen (Wikingerschiffe, Fram-Museum, Kon-Tiki) auf Bygdøy
- die Vigeland-Anlage im Frogner-Park mit hunderten Skulpturen Gustav Vigelands
- das Rathaus, indem die alljährliche Verleihung des Friedensnobelpreises erfolgt
- das Munch-Museum
- die Skisprunganlage Holmenkollen
- das Akershus Schloss und die Burg (Akershus slott og festning)
- das Königliche Schloss (Slottet)
- die Karl Johans gate, die zentrale Einkaufsmeile in Oslo
- die Nationalgalerie
- das Norsk Folkemuseum (mit Freilichtmuseum)
- das Oslo Bymuseum (Stadtmuseum) (Gut Frogner)
- der Fernsehturm Tryvannstårnet Tryvannstårnet

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Oslo hat zwei internationale Flughäfen, Oslo-Gardermoen und Oslo-Torp. Es gibt Fährverbindungen nach Kiel (Color Line), Hirtshals (Color Line), Frederikshavn (Stena Line), Kopenhagen (DFDS Seaways) und Helsingborg (DFDS Seaways).

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter


- Kjetil André Aamodt, alpiner Skirennläufer aus Norwegen
- Alfred Andersen-Wingar, norwegischer Komponist
- Rebekka Bakken, Sängerin
- Hjalmar Borgstrøm,
- Finn Carling, norwegischer Schriftsteller
- Lars Saabye Christensen, norwegischer Schriftsteller
- Charlotte Engelhardt, deutsche Moderatorin und Schauspielerin
- Kaci Kullmann Five, norwegische konservative Politikerin
- Merete Fjeldavlie, ehemalige norwegische Skirennläuferin
- Torill Fjeldstad, Norwegische Skirennläuferin
- Ragnar Anton Kittil Frisch, norwegischer Ökonom
- Magne Furuholmen, Musiker der Popband a-ha und bildender Künstler
- Jostein Gaarder, norwegischer Schriftsteller
- Johan Galtung, norwegischer Politologe
- Trygve Gulbranssen, norwegischer Schriftsteller
- Olaf Gulbransson, Maler, Zeichner und Karikaturist
- Haakon von Norwegen, Kronprinz von Norwegen
- Edvard Hambro, norwegischer Politiker
- Julie Lunde Hansen, norwegische Skirennläuferin
- Sonja Haraldsen, Frau des norwegischen Königs Harald V.
- Sonja Henie, norwegische Eiskunstläuferin
- Bente Kahan, norwegisch-Judentum|jüdische Schauspielerin und Musikerin.
- Truls Ove Karlsen, norwegischer Skirennläufer
- Astrid Loedemel, ehemalige norwegische Skirennläuferin
- Molla Mallory, norwegische Tennisspielerin
- Ole Danbolt Mjøs, Mediziner und Professor an der Universität von Tromsø, Politiker
- Edvard Munch, norwegischer Maler und Graphiker
- Rudolf Nilsen, norwegischer Dichter der Arbeiterbewegung
- Rikard Nordraak, Norwegischer Komponist
- Ingrid Alexandra von Norwegen, Thronfolgerin von Norwegen
- Lars Onsager, Chemiker und Physiker
- Jan Petersen (Politiker), norwegischer konservativer Politiker, Jurist und Diplomat
- Bjørn Einar Romøren, norwegischer Skispringer
- Pål Waaktaar-Savoy, Musiker der Popband a-ha und der norwegisch-amerikanischen Band Savoy
- Bente Skari, norwegische Ski-Langläuferin
- Jens Stoltenberg, norwegischer sozialdemokratischer Politiker und Staatsminister von Norwegen (2000-2001)
- Johan Svendsen, norwegischer Komponist
- Petter Tande, norwegischer Nordischer Kombinierer
- Grete Waitz, norwegische Leichtathletin und Sportlegende

Siehe auch


- Wikinger
- Hanse
- Oslo-Abkommen

Weblinks


- [http://www.oslo.kommune.no Oslo] - Offizielle Seite (norwegisch, englisch und deutsch)
- [http://www.oslo.kommune.no/dok/felles/publ/brosjyrer/oslotall/oslofacts.pdf Oslo, fact and figures]
- [http://www.trafikanten.no Trafikanten] Nahverkehrsinformationen
- [http://tramandmetro.info/ Tram and Metro network]
- [http://www.ssb.no/kommuner/faktaark3.cgi?region=0301 Statistik]
- [http://www.oslobymuseum.no Museum der Stadt Oslo (Gut Frogner)] Kategorie:Hauptstadt in Europa Kategorie:Ort in Norwegen Kategorie:Ort mit Seehafen ja:オスロ ko:오슬로 simple:Oslo

Metallurgie

Die Metallurgie ist ein Teilgebiet der Werkstoffwissenschaft und Werkstoffkunde, das sich mit der Herstellung und Verarbeitung von Metallen und Legierungen der 1. Stufe zu Halbzeug beschäftigt. Ein Synonym für Metallurgie ist Hüttenwesen, das aber immer weniger benutzt wird, um den veränderten Inhalt des Fachgebiets zu unterstreichen. Die Metallurgie nutzt unter anderem Ergebnisse der Metallkunde, die sich der Erforschung von Metallen und metallischen Werkstoffen widmet.

Gegenstand der Metallurgie

Metallgewinnung

Die Metallgewinnung als Bestandteil der Metallurgie umfasst alle Verfahren, um aus Erzen die Metalle zu extrahieren (Primärgewinnung) oder aus Gebrauchtmetall (Schrott) neue Legierungen zu gewinnen (Sekundärgewinnung).

Raffinieren

In den Prozeßstufen des Raffinierens werden die gewonnenen Metalle von Verunreinigungen befreit und die gewünschte Legierungszusammensetzung hergestellt. Der Vielzahl der metallurgisch gewinnbaren Metalle entsprechen eine Vielzahl spezifischer Raffinations- und Veredelungsverfahren.

Metallverarbeitung

In der 1. Stufe der Metallverarbeitung wird durch Gießen und Umformen das Metall zu einem Zwischenprodukt, dem sogenannten Halbzeug (Massel, Bramme, Blech), verarbeitet.

Sonderformen

Nebengebiet der Metallurgie ist zum Beispiel die Archäometallurgie, bei der auf die oben genannten Teilgebiete der Metallurgie in früheren Zeiten eingegangen wird.

Geschichte

Die grundlegenden Fertigkeiten der Metallgewinnung und -bearbeitung wurden im letzten Abschnitt der Jungsteinzeit, der Kupferzeit entwickelt. Zunächst wurden elementar vorkommende Metalle wie Gold, Silber und Kupfer verarbeitet. Die ältesten Kupferfunde aus dem 8. Jahrtausend v. Chr. stammen aus Anatolien. Ein bekannter Mensch der Jungsteinzeit aus Europa ist Ötzi, bei dessen Mumie ein Kupferbeil gefunden wurde. Die Jungsteinzeit ging zuerst innerhalb der Uruk-Zivilistion um etwa 3500 v. Chr. in die Bronzezeit über. Zu diesem Kerngebiet der Zinn-Bronze-Technologie gehören Ägypten und die Gebiete Palästinas, der Levante und Anatoliens. Durch Legieren des Kupfers mit Zinn konnten sehr viel härtere Werkstoffe hergestellt werden, mit denen außerdem durch Gießen Serienfertigung möglich wurde. Dafür mussten allerdings Fertigkeiten zur Metallgewinnung entwickelt werden. Im letzten Jahrtausend v. Chr. wurde mit der Verhüttung von Eisen begonnen. Dies und der gleichzeitige Beginn des Gebrauchs der Schrift markierten das Ende der Vorgeschichte.

Bekannte Metallurgen


- Georgius Agricola

Siehe auch


- Elektrometallurgie
- Hydrometallurgie
- Pyrometallurgie
- Pulvermetallurgie
- Bergbau ! ja:金属工学 ko:금속공학

Schiffbau

Als Schiffbau bezeichnet man die Ingenieurwissenschaft, die sich mit der Entwicklung von Schiffen befasst, sowie den Industriezweig, der Schiffe fertigt und repariert. Industrie

Schiffbau heute

Der Schiffbau findet in spezialisierten Betrieben, den Werften, statt. Dort werden die Einzelteile aus Stahl- bzw. Leichtmetallblech und Profilen ausgeschnitten. Im Stahlschiffbau sind Hollandprofile gebräuchlich, dies sind Rechteckprofile mit einem ähnlich großen Querschnitt wie eine Eisenbahnschiene und mit einer wulstförmigen Gurtung auf einer Seite, also in etwa ein abgerundetes L-Profil. Das Ausschneiden geschieht im Stahlschiffbau mit Schneidbrennanlagen. Die Einzelteile werden erforderlichenfalls gekrümmt, wenn sie zur Außenhaut gehören. Danach werden sie zu Sektionen zusammengeschweißt. Eine Sektion kann z.B. der Bugwulst, ein Teil des Vorstevens oder ein Teil des Bodens sein. Die Sektionen werden zur Endmontage ins Dock (früher auch auf den Helgen) gebracht. Dort werden sie miteinander verschweißt. Da sie i.a. leicht verzogen sind, besteht das besondere Können darin, sie durch geschickten Kraftaufwand zu verformen, um jeweils die beiden miteinander zu verschweißenden Blechkanten zur Deckung zu bringen. Deckshäuser, Schornsteine und ähnliche Decksaufbauten werden parallel dazu auf gleiche Weise gefertigt, oder man lässt sie gelegentlich auch von Zulieferbetrieben fertigen. Sie werden danach als ganzes aufgesetzt und verschweißt. Die Schweißnähte werden soweit machbar von Automaten gelegt, was in den stark gekrümmten Bereichen des Vor- und Hinterschiffs an seine Grenzen stößt. Noch im Rohbauzustand wird das Schiff zu Wasser gelassen. Wenn es nicht im Dock, sondern auf dem Helgen gebaut wurde, nennt man diesen Vorgang Stapellauf. Anschließend erfolgt am Ausrüstungskai der Endausbau. Während die Grobblechkonstruktion von der Werft selbst gefertigt wird, werden alle sonstigen Komponenten von Zulieferern eingekauft, denn auch im Schiffbau ist eine möglichst geringe Produktionstiefe am wirtschaftlichsten. Nach Probefahrten, die u.a. dem Nachweis der vertraglich vereinbarten Geschwindigkeit dienen, wird das Schiff dem Eigner übergeben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass aus terminlichen Gründen letzte Arbeiten an der Einrichtung und Ausrüstung während der Probefahrt stattfinden. Der Fertigung eines Schiffes gehen Entwurf und Konstruktion voran. Der Entwurf wird von Modellversuchen in einer Schiffbau-Versuchsanstalt begleitet, die aus Kostengründen noch nicht von CFD-Software verdrängt worden sind, um die benötigte Maschinenleistung, die Manövriereigenschaften und das Verhalten im Seegang festzustellen und erforderlichenfalls den Entwurf zu korrigieren. Schiffskonstruktionen werden mit spezieller schiffbaulicher CAD-Software entwickelt.

Geschichte des Schiffbaus

Antike

Die ersten Schiffe wurden von den Ägyptern gebaut, vornehmlich für das Fahrtrevier Nil. Hierfür wurde anfangs Schilf und später dann auch Holz verwendet. Die ersten Berufe des Schiffbaus waren demgemäß Zimmermann und Segelmacher sowie Seiler. Die Seilmacherkunst beschränkte sich nicht nur auf die Takelage, auch für die Festigkeit der Schiffe waren Tampen erforderlich, die zwischen Bug und Heck gespannt wurden, damit diese Endbereiche des Schiffs nicht durchhingen. Auch die Inder waren frühe Schiffbauer. Sie befuhren vornehmlich den Indus und den Ganges. Das Wort navigieren hat seinen Ursprung im Sanskritwort "navgathi". Durch die Phönizier und Griechen wurde der Schiffbau weiter entwickelt. Die ersten Langschiffe, die für die Fahrt im Mittelmeer und im schwarzen Meer verwendet wurden, stellten erhöhte Anforderungen an die Seetüchtigkeit und Stabilität. Zugleich wurden dickbauchige Handelsschiffe entwickelt. Häufig mussten Reparaturen auf hoher See oder an entlegenen Stränden durchgeführt werden, so dass der Beruf des Schiffszimmermanns als Besatzungsmitglied erforderlich wurde. Die Typisierung der Schiffe schritt voran, Schiffstypen wie die Bireme oder Trireme wurden nach festen Regeln und Proportionen gebaut. In der Frühzeit des griechischen und phönizischen Schiffbaus wurden die Schiffe noch am Strand gebaut, später wurde die Werft als Spezialbetrieb entwickelt. Im 3. Jahrhundert v. Chr. war der Schiffbau in Karthago am höchsten entwickelt. Der Bau großer Schiffe wie der Quinquiremen der Karthager bedurfte einer ausgefeilten Logistik und des Zusammenspiels der einzelnen Gewerke. Im ersten punischen Krieg strandeten karthagische Kriegsschiffe an den Küsten Italiens. Dies war das Startsignal für den römischen Schiffbau. Die karthagischen Schiffe wurden als Muster für römische Schiffe benutzt. Die karthagische Schiffbautechnologie wurde kopiert und um den Corvus als römische Erfindung ergänzt. Innerhalb kurzer Zeit bauten die Römer eine leistungsfähige Werftindustrie auf und bauten eine Flotte, die es mit den Karthagern aufnehmen konnte. Nach der Eroberung Karthagos war der römische Schiffbau technologisch führend, allerdings bauten die Griechen in Ägypten noch größere Schiffe. Ein besonders bedeutender Werftstandort des Römischen Reiches war Misenum am Golf von Neapel, zugleich Flottenstützpunkt, Hafen, Marineschule (armaturarum schola) und Standort der prima adjutrix, einer Legion von Marineinfanteristen.

Mittelalter

Im Mittelalter gab es in Europa jeweils im Mittelmeer und in Nord- und Ostsee zwei getrennte Entwicklungslinien des Schiffbaus. Die mediterrane Linie setzte die römische Tradition fort, während der Norden Europas völlig anders konstruierte. Typisch für den Norden war das symmetrische Boot bzw. Schiff, Bug und Heck waren gleich gebaut und die Klinkerbeplankung, die nur schwache Spanten benötigte, die mit den Planken durch Schnüre verbunden waren. Das Nydam-Schiff aus dem 4. Jahrhundert ist ein Beispiel aus dieser Tradition und hatte noch kein Segel. Die Wikinger entwickelten dies zu ihren Langschiffen weiter, die für weite Reisen nach Island, Grönland und Neufundland geeignet waren. Neben den Langschiffen für militärische Zwecke bauten sie später bauchigere Handelsschiffe. Die Wikinger verwendeten ein einziges Rahsegel. Dies galt auch noch für die Hansekogge, die ebenfalls klinkerbeplankt war, aber schon ein deutlich abweichend geformtes Heck hatte, an dem auch das Ruder gefahren wurde. Die Schiffbauer des Mittelmeeres verwendeten Kraweelbeplankung und deren Schiffe trugen dreieckige Lateinersegel an ein oder zwei Masten. segel Gegen Ende des Mittelalters, als Kaufleute und Piraten aus dem Norden in das Mittelmeer vordrangen, kam es ab 1300 zur Vermischung der Traditionen. Die Bremer Kogge von 1380 war bereits am Boden kraweel beplankt. Als Ergebnis der Vermischung entstand das Entdeckerschiff der frühen Neuzeit, die Karavelle und der Nachfolgetyp der Kogge, der Kraweel. Der Schiffbau fand in Europa bis in das 19. Jahrhundert hinein in erster Linie in Werften an Stränden statt. Meist wurden die Schiffe quer zur Fahrtrichtung am Strand aufgebaut. Der Kiel lag auf den so genannten Stapeln, an diese Art, Schiffe zu bauen, erinnert heute noch das Wort "Stapellauf" Auf hölzernen Gleitschienen wurden die Schiffe in das Wasser geschoben. Nur selten wurde auch die Längsrichtung benutzt. Diese Art des Schiffbaus in Strandwerften begrenzte die Größe der Schiffe.

Neuzeit

Die ersten Trockendocks wurden vermutlich vom chinesischen Admiral Zheng He Anfang des 15. Jahrhunderts entwickelt und in Nanking gebaut. Auf ihnen fand der Bau für damalige Verhältnisse riesiger Schatzschiffe statt, die drei bis viermal länger waren als die längsten Karacken des späten Mittelalters in Europa. Ihre Ausmaße wurden in der übrigen Welt erst durch die Vollschiffe des 19. Jahrhunderts knapp erreicht. Noch heute ist ein solches Trockendock in Nanking erhalten. Das erste Trockendock Europas entstand 1495 in Portsmouth (England). Es dauerte jedoch noch mehrere hundert Jahre, bis sich das Trockendock für den Schiffbau im 19. Jahrhundert allgemein durchsetzte. Drei Jahrtausende war Holz das dominierende Baumaterial für Schiffe. Zu Beginn der Industrialisierung begannen die Schiffbauer vor allem in Großbritannien verstärkt Eisen einzusetzen, um das rar gewordene Krummholz zu ersetzen. Damit entstand die Kompositbauweise mit Kielschwein und Spanten aus Eisenprofilen und Beplankung aus Holz. Das Unterwasserschiff wurde zum Schutz gegen Bewuchs mit Kupferblech beschlagen. Komplett aus Eisen gebaute Schiffe wurden lange gemieden, zum Teil weil die Seeleute dies als Frevel empfanden, da Eisen im Gegensatz zu Holz nicht schwimmen konnte. Ein Sturm, den allein ein aus Eisen gebautes Schiff schadlos überstand, brachte die Wende. Damit wurde die Bauweise aus vernieteten Eisenplatten üblich, ab ca. 1890 ersetzte vernieteter Stahl das Eisen. Die erste deutsche Werft die den ersten "Eisendampfer" baute, war die Neptunwerft in Rostock. Die Schweißtechnik im Schiffbau wurde erst nach 1920 eingesetzt, forciert durch die deutsche Marine, die mit der neuen Technik leichtere Schiffe bauen wollte, da der Versailler Vertrag diesbezüglich starke Beschränkungen auferlegte. Insbesondere bei den Panzerschiffen wurde dies konsequent angewendet. Siehe auch: Wikingerlangschiff, Hansekogge, Karavelle, Heinrich der Seefahrer

Fachliche Gliederung des Schiffbaus

Schiffsentwurf

Beim Schiffsentwurf wird zunächst die geometrische Form des Rumpfes entwickelt und in einem Linienriss dokumentiert. Der Linienriss enthält Wasserlinien (horizontale Schnitte), (Konstruktions-)Spanten (vertikale Schnitte in Querrichtung), Schnitte (vertikale Schnitte in Längsrichtung) und teilweise auch Senten (schräge Schnitte). Aus Symmetriegründen und wegen der besseren Sichtbarkeit stellt ein Spantriss im allgemeinen nur eine Hälfte dar, das Hinterschiff links und das Vorschiff rechts. Dabei wird das Schiff in Längsrichtung in 20 gleichlange Abschnitte unterteilt, welche dann die Konstruktionsspanten ergeben. Die Konstruktionsspanten sind von 0 (hinteres Lot HL)1 bis 20 (vorderes Lot VL)2 durchnummeriert. Weitere Spanten werden im Bereich großer Formänderung, also Hinter- und Vorschiff benutzt. Die sind in der Regel Spanten auf halbem Spantabstand mit der Nummerierung 18,5 und 19,5. Um das Schiff komplett, also auch achtern vom HL und vor dem VL, darzustellen, werden weitere Spanten eingefügt. Diese werden dann entsprechend nummeriert (z.B. -5, -4, 21, 22, ...). Ziel des Entwurfs ist es, eine Schiffsform zu entwickeln, die den Vorgaben des Reeders entspricht und dabei die unterschiedlichen hydrodynamischen, konstruktiven, fertigungstechnischen Anforderungen einhält. Am Ende des Zyklus steht als Kompromiss aller physikalischen und wirtschaftlichen Parameter ein Schiff, das als Investitionsgut dem Eigentümer ermöglicht das investierte Kapital durch den Betrieb wieder einzufahren und maximalen Gewinn zu erzielen. In der Regel wird ein vorhandener Linienriss als Vorlage genommen und geometrisch verzerrt. Der Schiffsentwurf erfolgt in der Regel in dieser Reihenfolge:
- Anforderung an das Schiff, z. B. Länge, Breite, Tiefgang, Geschwindigkeit, Ladevolumen, Anzahl von Containern oder der Tragfähigkeit
- Aufteilung des Schiffes in die Geometrie der Laderäume, Tanks, etc.
- Es wird ein grober Generalplan GAP (GAP für General Arrangement Plan) erstellt
- Festlegung oder Abschätzung der wichtigen hydrodynamischen Kenngrößen, wie z. B. Blockkoeffizient CB, Verdrängungsschwerpunkt, Widerstand
- Anschließend wird versucht die Schiffsform um den festen Punkt herum anhand der Anforderungen zu entwerfen. Der Schiffsentwurf ist immer ein Kompromiss zwischen Anforderung des Reeders und dem physikalisch Machbaren. 1: Das hintere Lot befindet sich in der Regel an der Stelle, an der sich die Konstruktionswasserlinie mit dem Ruderschaft schneidet. Die Konstruktionswasserlinie entspricht dem horizontalen Schnitt auf dem festgelegten Tiefgang. 2: Das vordere Lot liegt an der Stelle, an der die Vorschiffskontur die Konstruktionswasserlinie schneidet. Die Länge zwischen dem vorderen und hinteren Lot nennt man auch die Länge zwischen den Loten. Die Abkürzung hierfür ist LPP von Length between perpendiculars. In der Regel werden die hydrodynamischen Kenngrößen auf diese Länge bezogen.

Schiffshydrodynamik

Mit empirischen Verfahren, beispielsweise dem Holtrop-Verfahren, mit Widerstands- und Propulsionsversuchen im Modellmaßstab und teilweise auch mit CFD-Berechnungen wird eine Prognose erstellt, wie viel Maschinenleistung das Schiff brauchen wird, um die vertraglich vereinbarte Geschwindigkeit zu erreichen. Die Genauigkeit, die dabei gefordert und auch erreicht wird, ist enorm. Diese Untersuchungen am Schiffsrumpf gehen Hand in Hand mit mindestens genauso aufwändigen hydrodynamischen Untersuchungen am Propeller. Weitere hydrodynamische Untersuchungen betreffen das Manövrier- und Seegangsverhalten und teilweise auch entsprechende Modellversuche in Eis.

Schiffsfestigkeit

Längsfestigkeit: Global und in allergröbster Näherung wird das Schiff als ein Biegebalken angesehen, dessen Schnittlasten sich aus der unterschiedlichen Verteilung von Gewicht, Ladung und Auftrieb ergeben. Querfestigkeit: Eine in Gedanken herausgeschnittene Scheibe wird bei vernachlässigter Wechselwirkung mit dem weggeschnittenen restlichen Schiff als U-förmige Anordnung von Stahlträgern berechnet. Siehe auch Balkentheorie. Detailliertere Berechnungen mit FEM-Software berücksichtigen, dass das Schiff als Grobblechkonstruktion ein komplexes Gefüge aus Flächentragwerken darstellt. Um immer wiederkehrende Berechnungen zu vermeiden dimensioniert man die Spanten, Rahmen, Träger, Lukensülle und dergleichen nach Bauvorschriften von Klassifikationsgesellschaften.

Schiffsmaschinenbau

Als Schiffsantriebe kommen heute im wesentlichen Dieselmotoren zum Einsatz. Nicht nur Kolbendampfmaschinen, sondern auch Dampfturbinen gehören der Geschichte an, und Gasturbinen sowie zivile Nuklearantriebe haben sich nicht durchsetzen können. Allerdings werden heute neue Kreuzfahrtschiffe, die in den USA Häfen in Alaska anlaufen wollen, wieder mit Gasturbinen ausgerüstet. Der Vorteil ist der fast nicht vorhandene Ausstoß an Rußpartikeln. Schiffsmotoren gliedert man in schnell-, mittelschnell- und langsamlaufende Motoren einerseits und in Zwei- und Viertaktmotoren andererseits. Zweitaktmotoren sind immer Langsamläufer. Die größten Leistungen werden von Langsamläufern erbracht. Die maximale Leistung beträgt im Moment eine Größenordnung von ca. 98 MW in einem Motor. Ein solcher Dieselmotor wiegt ca. 3.300 t und hat die folgenden Abmaße: L ca. 32,3 m, B ca. 12 m (inkl. Plattform), H ca. 14 m. Als Antrieb werden solche Motoren für große Containerschiffe verwendet, die eine Tragfähigkeit von ca. 10.000 TEU haben.

Wirtschaftliche Bedeutung des Schiffbaus

Den Seeschiffbau-Markt haben einige wenige fernöstliche Länder an sich gezogen, neben Japan vor allem Korea, und in zunehmendem Maße auch China. Speziell im Fall Koreas liegt dies auch an massiven Subventionen. Dies trifft um so mehr zu, je technologisch anspruchsloser der jeweilige Schiffstyp ist, beispielsweise lassen sich Massengutfrachter und Tanker in Europa nicht zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten. Die Länder Europas und Nordamerikas haben darauf unterschiedlich reagiert:
- Vollständiger Rückzug aus dem Schiffbau,
- Beschränkung auf Marineschiffbau (Kriegsschiffe) und Reparaturdienstleistungen,
- Spezialisierung,
- Ingenieurdienstleistungen ohne Fertigung. Beispielsweise verfügen Großbritannien und Schweden über keine Werften für große Seeschiffe mehr und Frankreich nur noch über eine einzige (Chantiers de l'Atlantique in St. Nazaire). Großbritannien erlebt zurzeit jedoch wieder einen Aufschwung, der vor allem auf die Spezialisierung auf den militärischen Schiffbau, sowie mehrere Werftenfusionen zurückzuführen ist. Eine bescheidene Vielfalt an Werften konnte sich in Deutschland, Spanien, Italien und Polen erhalten. In Deutschland haben sich beispielsweise die Werft Jos.L.Meyer (Meyer-Werft) in Papenburg als Anbieter hochentwickelter Kreuzfahrtschiffe einen Namen gemacht sowie Howaldtswerke-Deutsche Werft AG in Kiel als führender Entwickler und Hersteller nicht-atomarer U-Boote. Kleine europäische Werften profitieren von ihrer Flexibilität und von ihrer Erfahrung. Insbesondere in Deutschland sind jedoch hohe staatliche Subventionen notwendig, um den Schiffbau in seiner heutigen Form weiterhin beizubehalten. 2005 sind die staatlichen Subventionen in Deutschland ausgelaufen was zu Stellenstreichungen trotz gestiegenem Umsatz führte. Es wird allerdings zurzeit (Stand Mai 2005) überlegt, zukünftig den Schiffbau über Forschungsprojekte wieder staatlich zu subventionieren. Der Binnenschiffbau spielt wegen der geringen Nachfrage und technologischen Anforderungen nur eine marginale Rolle. Binnenschiffswerften gibt es (abgesehen von Reparaturbetrieben) in Deutschland und in den meisten anderen europäischen Ländern nur noch recht wenige. Eine Ausnahme ist Rumänien, das wegen der geringen Lohnkosten praktisch das Binnenschiffbau-Land Europas geworden ist. Impulse für Forschung und Entwicklung ergeben sich aus der immer noch hohen Quote an Schiffsverlusten im Seegang (beispielsweise durch "parametrisches Rollen"), ferner dadurch, dass regelmäßig Umweltkatastrophen durch verunfallte Öltanker in die Schlagzeilen geraten sowie dadurch, dass der Bedarf an immer größeren Containerschiffen im direkten Zusammenhang mit der weltwirtschaftlichen Entwicklung steht.

Weblinks


- [http://www.schiffstechnik-buchloh.de Ingenieurbüro für Schiffbau]
- [http://www.dmkn.de/1779/technologie.nsf Deutsches Maritimes Kompetenz Netz (DMKN) - Center Schiffbau und Technologie]

Siehe auch:

Propeller, Ruder, Manövrieren, Schiffbau-Versuchsanstalt, Klassifikationsgesellschaft, Entwicklungsgeschichte des Segelschiffs, Werft, SWAF Prinzip, Verkehrstechnik ja:造船

Zink

Zink ist ein chemisches Element. Es ist ein bläulich-weißes Metall und wird unter anderem zum Verzinken von Eisen und Stahlteilen sowie für Regenrinnen verwendet. Der Name Zink kommt von Zinke, Zind „Zahn, Zacke“, da Zink zackenförmig erstarrt. Weit verbreitet ist auch Titanzink.

Vorkommen

Zink kommt in folgenden Erzen vor:
- Zinkblende (ZnS): Zink-Schwefel-Verbindung mit ca. 65% Zinkanteil.
- Zinkspat (ZnCO3): Zinkkarbonat, auch Galmei mit ca. 50% Zinkanteil Zinkerze werden hauptsächlich in den folgenden Ländern abgebaut: Australien, Peru, Kanada, USA und Volksrepublik China. In Europa sind noch einige Zinkminen in Irland, Spanien und Schweden aktiv. Auch in Deutschland gab es Zinkerzlagerstätten z. B. bei Eschweiler im Rheinland oder am Rammelsberg im Harz. Oberirdisch kann man in diesen Gebieten seltene Pflanzen finden, die auf zinkhaltigen Böden besonders gut wachsen – z. B. das gelbe Galmeiveilchen, das nach dem alten Namen für Zinkerz Galmei benannt ist. Drei Zinkhütten standen im 19. Jahrhundert in Eschweiler.

Gewinnung

Zinkblende wird im Flammofen, Zinkspat im Schachtofen in Zinkoxyd umgewandelt. Mit Kohle vermischt wird in einem Muffelofen bei ca. 1.400°C reduziert, dabei entsteht das dampfförmige Hütten- oder Rohzink (98%). Nach der Kondensation wird es in Formen gegossen. Durch nochmaliges Umschmelzen wird das Zinkoxyd mit Schwefelsäure zu Zinksulfat umgewandelt. Im Elektrolyseverfahren wird daraus Feinzink (99,99%) gewonnen.

Eigenschaften

An der Luft bildet Zink eine witterungsbeständige Schutzschicht aus Zinkkarbonat. Am Bruch ist es silberweiß. Zink ist bei Zimmertemperatur und oberhalb 200°C spröde, es lässt sich nur zwischen 100°C und 200°C spanlos verformen. In der Regel liegt Zink in seinen Verbindungen in der Oxidationsstufe +II vor, in den Salzen liegt es als Zn2+ vor. Mehrere Salze binden Kristallwasser. Chemisch zählt Zink zu den unedlen Metallen. Dies kann beispielsweise dafür ausgenutzt werden, edlere Metalle aus ihren Salzen durch Reduktion elementar abzuscheiden: \mathrm Dabei gibt Zn zwei Elektronen ab und wird zu Zn2+ oxidiert (Redoxpotential -0,763 Volt). Cu2+ nimmt diese Elektronen auf und wird zu elementarem Kupfer (Cu) reduziert. In Einzelfällen kommt der Begriff „Zink“ auch in Eigennamen vor. Ursprünglich stammt dieser Nachname von Zink-verarbeitenden Faktoreien zu Beginn des späten Mittelalters. Laut Studien ist der Name verbunden mit psychischer Labilität, da die Dämpfe der Faktoreien des frühen Mittelalters den Zinks zu Kopf gestiegen ist.

Verwendung

Zink wird häufig zur Produktion von kostengünstigen Gussteilen verwendet, da der Zinkdruckguss die schnelle Fertigung von großen Stückzahlen unterschiedlichster Produkte erlaubt. Weitere Vorteile dieses Werkstoffes im Zinkdruckgussverfahren sind hohe Maßhaltigkeit, Eignung zu unterschiedlichen Oberflächenbehandlungen sowie die hohe mechanische Belastbarkeit. Das Spektrum der Anwendungen reicht von der Kfz–Industrie, dem Maschinen- und Apparatebau, Baubeschlag, Sanitärindustrie, der Feingeräte- und Elektrotechnik bis hin zu Gebrauchsgegenständen und Spielzeugen. Im Dachdecker- und Klempnerhandwerk wird in der Regel Titanzink verwendet, welches mechanisch deutlich stabiler ist.

Rostschutz

Titanzink Der unedle Charakter des Zinks wird auch beim Rostschutz durch Verzinken ausgenutzt. Der Zinküberzug bildet mit dem Eisen ein elektrochemisches Lokalelement. Da Zink ein niedrigeres Redoxpotential als Eisen hat, wird es unter oxidierenden Bedingungen (meistens O2 und H2O) leichter oxidiert als Eisen. Bei diesem Rostschutz wird das Zink langsam zu Zn2+-Ionen oxidiert und damit verbraucht. Für die Rostschutzwirkung ist es nicht nötig, dass das gesamte Eisenstück verzinkt ist. Es reicht eine so genannte Opferanode, die allerdings regelmäßig ausgetauscht werden muss.

Zink-Kohlebatterie

Aufgrund des niedrigen Redoxpotentials und der einfachen Formbarkeit wird Zink auch als negative Elektrode in galvanischen Zellen, beispielsweise Zink-Kohle-Monozellen eingesetzt, aus denen auch Trockenbatterien aufgebaut sind.

Biologische Bedeutung

Trockenbatterie Zink zählt zu den essentiellen Spurenelementen für den Stoffwechsel von Lebewesen. Es ist Bestandteil mehrerer Enzyme, beispielsweise der RNA-Polymerase und der Glutathionperoxidase. Zink erfüllt im Körper viele verschiedene Funktionen. So nimmt es Schlüsselrollen im Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel ein und ist beteiligt am Aufbau der Erbsubstanz und beim Zellwachstum. Sowohl das Immunsystem als auch viele Hormone benötigen Zink für ihre Funktion. Eine bedeutende Rolle spielt es bei der Wundheilung. Das Spurenelement kann im Körper nicht gespeichert werden, es muss regelmäßig von außen zugeführt werden. Aufgrund von falschen Ernährungsgewohnheiten ist Zinkmangel auch in westlichen Ländern nicht selten, insbesondere bei Jugendlichen, die aufgrund des Wachstums besonders viel Zink benötigen. Eine 2005 auf einer Konferenz der amerikanischen Gesellschaft für Ernährungswissenschaften in San Diego vorgestellte Studie deutet darauf hin, dass Kinder, die täglich ausreichend Zink erhalten (20 Milligramm), eine deutliche Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit erfahren. Zink verbesserte das visuelle Gedächtnis, die Leistungen in einem Wortfindungstest und die Konzentrationsfähigkeit. Zink ist neben Vitamin C auch ein wichtiges Grippemittel, dessen krankheitslindernde und -verkürzende Wirkung in Studien nachgewiesen werden konnte. Zinkmangel führt zu einer Unterfunktion der Keimdrüsen, Wachstumstörungen und Blutarmut. Folgende Nahrungsmittel sind gute Zinkquellen:
- rote Fleischsorten
- Fisch und Meeresfrüchte
- Kuhmilch und wässrige Milchprodukte
- Vollkornprodukte, speziell sauerteiggeführtes Brot (siehe Phytinsäure)
- Weizenkeime (Weizen)
- Ölsaaten (z. B. Sesam, Mohn, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne)
- Erdnüsse und Pekannüsse
- Pilze und Hefen Siehe auch: Hereditäres Zinkmangelsyndrom

Wichtige Verbindungen


- Zamak
- Zinkchlorid (ZnCl2)
- Zinkoxid (ZnO)
- Zinksulfid (ZnS) hat gute Eigenschaften im Bereich der Phosphoreszenz.

Weblinks


- http://www.initiative-zink.de/ Kategorie:Chemisches Element Kategorie:Periode-4-Element Kategorie:Gruppe-12-Element Kategorie:Übergangsmetall Kategorie: Schwermetall ja:亜鉛 simple:Zinc

Nickel

Nickel ist ein chemisches Element mit dem Symbol Ni und der Ordnungszahl 28.

Geschichte

Nickel wurde bereits 3500 v. Chr. benutzt. Bronze aus dem Gebiet des heutigen Syriens enthielt bis zu 2 % Nickel. Chinesische Schriften bezeugen, dass in Asien „weißes Kupfer“ (Neusilber) zwischen 1700 und 1400 v. Chr. verwendet wurde. Da Nickelerze jedoch leicht mit Silbererzen verwechselt werden können, datieren ein Verständnis für das Metall und seine zielgerichtete Nutzung erst in neuere Zeit. Ähnlich wie beim Kobalt wurde hier ein Wort für böse Geister zum Namensgeber, man verwechselte das wertlose Nickel oft mit Silber und glaubte sich dann vom bösen Erdgeist „Nickel“ betrogen. Nickelhaltige Minerale wurden auch zur Glasfärbung verwendet. 1751 versuchte Baron Axel Frederic Cronstedt Kupfer aus Rotnickelkies zu gewinnen, erhielt stattdessen aber ein weißes Metall, das er Nickel nannte. Die erste Münze aus reinem Nickel wurde 1881 geprägt.

Eigenschaften und Vorkommen

1881 Nickel ist ein silbrig weißes Metall. Im Periodensystem gehört es zur Eisen-Gruppe. Es ist hart, schmiedbar, und duktil. Nickelhaltige Erze sind: Nickelmagnetkies, Garnierit, Gelbnickelkies und Rotnickelkies. Abbauwürdige Vorkommen findet man vor allem in Kanada, Russland (Norilsk), Australien und Kuba. Wegen seiner Oxidationsbeständigkeit wird Nickel in Münzen und als Überzug für andere Metalle und Legierungen wie Eisen und Messing verwendet, außerdem in chemischen Apparaten und in einigen Legierungen wie Neusilber. Nickel ist magnetisch und wird in seinen Erzen häufig von Kobalt begleitet. Der häufigste Oxidationszustand ist +2. Seltener werden +1 und +3 Nickel-Komplexe beobachtet. Chemisches Verhalten: Die in Wasser meist mit grüner Farbe löslichen Nickel(II)-Salze werden durch Ammoniumsulfid als grauschwarzes Nickel(II)-sulfid ausgefällt. Der spezifische Nachweis ist durch Tschugajews Reagens, einer alkoholischen Dimethylglyoxim-Lösung, möglich. In ammoniakalischer Lösung fällt das rote Nickel-dimethylglyoxim aus, welches in verdünnten Mineralsäuren unter Zerfall und in Natronlauge in Gegenwart von starken Oxidationsmitteln wie Peroxodisulfat zur ebenfalls intensiv roten Nickel(III)-Verbindung löslich ist. Fein verteiltes Nickel reagiert mit Kohlenmonoxid bei 50 bis 80 Grad Celsius zu Nickeltetracarbonyl Ni(CO)4, einer farblosen, sehr giftigen, in Wasser unlöslichen Flüssigkeit der Dichte 1,31, einem Schmelzpunkt von -25 Grad Cesius und einem Siedepunkt von +43 Grad Celsius. Es dient als Zwischenprodukt zur Herstellung von reinstem Nickel nach dem Langer-Mond-Verfahren. Bei 180–200 Grad Celsius zerfällt Nickeltetracarboyl wieder in Nickel und Kohlenmonoxid.

Biologische Funktion

Viele, wenn nicht alle Hydrogenasen enthalten zusätzlich zu Eisen-Schwefel-Clustern auch Nickel. Nickel-Zentren sind ein charakteristisches Element in Hydrogenasen, deren Funktion es ist zu oxidieren anstatt Wasserstoff zu erzeugen. Das Nickelzentrum scheint seinen Oxidationszustand zu ändern, und es gibt Hinweise darauf, dass das Nickelzentrum der aktive Teil dieser Enzyme sein könnte. Nickel ist ein Spurenelement, das im menschlichen Organismus in sehr geringen Mengen (Tagesbedarf 25–30 Mikrogramm) benötigt wird. Tatsächlich nehmen wir aber etwa 90–100 Mikrogramm pro Tag auf – der Bedarf ist daher auf jeden Fall durch normale Mischkost gedeckt. Möglicherweise beeinflusst Nickel auch die Eisenaufnahme und -verwertung. In der Elektrophysiologie werden Nickel-Ionen dazu verwendet, spannungsaktivierte Kalzium-Kanäle zu blockieren.

Gesundheitliche Probleme

Da viele Menschen eine Nickelallergie haben, werden Metalle und Legierungen, die mit der Haut in Kontakt kommen können, in den letzten Jahren seltener vernickelt. Nickel bzw. seine Verbindungen wirken bereits ab 50 mg toxisch und können zu chronischen Schäden führen. Das Einatmen des Staubs und auch die Berührung vernickelter Gegenstände kann zu Allergien und entzündlichen Reaktionen führen. Bei Hautkontakt kann die Nickelkrätze auftreten, eine entzündliche Veränderung der Haut. Desweiteren wirken Nickel und seine Verbindungen karzinogen. Akute Vergiftungen von höheren Dosen äußern sich durch Übelkeit und Kopfschmerzen. Nach einer dreitägigen Ruhezeit kann der Tod durch Husten, Fieber und Krämpfen im Atemtrakt auftreten.

Siehe auch

Organometallchemie, Metallcarbonyle, Nickellegierungen, Raney-Nickel

Weblinks


- http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/28Nickel.htm
- [http://www.lme.co.uk/dataprices_daily.asp London Metal Exchange – Metallpreise] Kategorie:Chemisches Element Kategorie:Gruppe-10-Element Kategorie:Periode-4-Element Kategorie:Übergangsmetall Kategorie:Schwermetall ja:ニッケル nb:Nikkel

1811

Ereignisse


- 15. Mai: Paraguay erhält die Unabhängigkeit von Spanien
- Am 18. Mai besiegen die Bewohner Uruguays unter José Gervasio Artigas, dem späteren Nationalhelden, bei Las Piedras entscheidend die spanische Kolonialmacht
- 5. Juli: Venezuela wird unabhängig
- 16. Dezember: Erdbeben unbekannter Stärke in Arkansas und New Madrid, Missouri, USA. Die Zahl der Todesopfer ist nicht bekannt
- Amadeo Avogadro stellt die Vermutung auf, dass ideale Gase zweiatomig sein müssen (in Journal de Physique 73 (1811),58)
- Die Alma Mater Viadrina in Frankfurt (Oder) schließt ihre Pforten
- Friedrich Ludwig Jahn eröffnet in Berlin in der Hasenheide den ersten Turnplatz
- der Schneider von Ulm (Albrecht Ludwig Berblinger) fällt beim Versuch, die Donau mit einem selbstgebastelten Gleitflugzeug zu überqueren, ins Wasser
- die Kruppwerke werden von Friedrich Krupp mit der Errichtung eines Gußstahlwerks in Essen gegründet

Kultur


- 29. Januar: Uraufführung der Oper Demophoon von Peter Joseph von Lindpaintner in München
- 27. Februar: Uraufführung der Oper La Victime des arts ou La Fête de famille von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 26. Oktober: Uraufführung der Oper L'Equivoco stravagante von Gioacchino Rossini am Teatro dal Corso in Bologna
- Der Roman „Sense and Sensibility“ („Vernunft und Gefühl“) der englischen Schriftstellerin Jane Austen erscheint

Geboren


- 16. Januar: Johann Dzierzon, Schlesischer Priester und Naturforscher († 1906)
- 17. Januar: Joshua Norton, Norton I, Kaiser der Vereinigten Staaten und Schutzherr von Mexiko († 1880)
- 21. Januar: Roderich Benedix, deutscher Schauspieler, Theaterleiter und Stückeschreiber († 1873)
- 4. Februar: Aristide Cavaillé-Coll, französischer Orgelbauer der Romantik († 1899)
- 13. Februar: François-Achille Bazaine, Marschall von Frankreich († 1888)
- 14. Februar: Domingo Faustino Sarmiento, Präsident von Argentinien († 1888)
- 20. Februar: Henry Hastings Sibley, US-amerikanischer Politiker († 1891)
- 24. Februar: Friedrich Daniel Bassermann, Unternehmer und Politiker († 1855)
- 3. März: Hugo von Ritgen, deutscher Architekt († 1889)
- 11. März: Urbain Leverrier, französischer Mathematiker († 1877)
- 17. März: Karl Gutzkow, deutscher Schriftsteller
- 20. März: Napoleon II. (Herzog von Reichstadt), Sohn des Napoléon Bonaparte († 1832)
- 23. März: Karl Gottfried Wilhelm Taubert, deutscher Komponist († 1891)
- 24. März: Fanny Lewald, deutsche Schriftstellerin († 1889)
- 28. März: Johannes Nepomuk Neumann, Bischof von Philadelphia († 1860)
- 30. März: Robert Wilhelm Bunsen, deutscher Chemiker († 1899)
- 22. April: Ludwig Otto Hesse, deutscher Mathematiker († 1874)
- 11. Mai: Jean-Jacques Challet-Venel, Schweizer Politiker († 1893)
- 20. Mai: Ernst Methfessel, deutscher Komponist († 1886)
- 30. Mai: Wissarion Grigorjewitsch Belinski, russischer Literaturkritiker, Publizist, Linguist und Philosoph
- 7. Juni: James Young Simpson, schottischer Arzt
- 17. Juni: Jón Sigurðsson, zweiter Präsident Islands († 1879)
- 28. Juni: Georg von Adelmann, deutscher Mediziner
- 10. Juli: Jakob Eisendle, Südtiroler Bauer und Erfinder († 1888)
- 13. Juli: George Gilbert Scott, Englischer Architekt (Neugotik) († 1878)
- 16. Juli: Benjamin Franklin Baker, US-amerikanischer Komponist († 1889)
- 18. Juli: Karl Ludwig von Littrow, deutscher Astronom († 1877)
- 18. Juli: William Makepeace Thackeray, englischer Schriftsteller († 1863)
- 19. Juli: Vinzenz Lachner, deutscher Komponist und Dirigent († 1893)
- 20. Juli: James Bruce, 8. Earl of Elgin, englischer Kolonialbeamter und Diplomat († 1863)
- 5. August: Ambroise Thomas, französischer Komponist († 1896)
- 23. August: Auguste Bravais, Französischer Physiker und Mitbegründer der Kristallographie († 1863)
- 30. August: Théophile Gautier, bedeutender französischer Dichter, Erzähler und Kritiker († 1872)
- 4. September: Ludwig Müller-Uri, deutscher Glaskünstler († 1888)
- 9. September: Joseph Kleutgen, katholischer Theologe († 1883)
- 17. September: August Theodor Blanche, schwedischer Schriftsteller († 1868)
- 28. September: Friedrich Hecker, badischer Revolutionär der Märzrevolution († 1881)
- 30. September: Kaiserin Marie Luise Augusta Katharina, Königin von Preußen, Frau von Wilhelm I.
- 1811, †1890

- 8. Oktober: Philipp Heinrich Bethmann, deutscher Bankier († 1877)
- 22. Oktober: Franz Liszt, ungarischer Pianist und Komponist († 1886)
- 24. Oktober: Ferdinand Hiller, deutscher Komponist († 1885)
- 25. Oktober: Evariste Galois, französischer Mathematiker († 1832)
- 27. Oktober: Isaac Merrit Singer, US-amerikanischer Unternehmer und Erfinder († 1875)
- 29. Oktober: Adalbert von Preußen, preußischer Prinz († 1873)
- 29. Oktober: Louis Blanc, französischer Sozialist († 1882)
- 7. November: Karel Jaromír Erben, tschechischer Dichter und Historiker († 1870)
- 10. November: Louis Kufferath, deutscher Komponist († 1882)
- 13. November: Juri Arnold, russischer Komponist († 1898)
- 16. November: John Bright, britischer Politiker († 1889)
- 20. November: Ernst Merck, Unternehmer, Politiker († 1863)
- 21. November: Zeng Guofan, Chinesischer Staatsmann († 1872)
- 24. November: Ulrich Ochsenbein, Schweizer Politiker († 1890)
- 28. November: Maximilian II., König von Bayern († 1864)
- 3. Dezember: Eduard Bendemann, deutscher Maler († 1864)
- Oktober: Alexander Bain (Uhrmacher), schottischer Erfinder († 1877)

Gestorben


- 1. Januar: Franziska von Hohenheim, morganatische,zweite Ehefrau Herzog Karl Eugens von Württemberg (
- 1748)
- 8. Januar: Friedrich Nicolai, deutscher Schriftsteller und Verleger (
- 1733) in Berlin
- 3. Februar: Johann Beckmann, deutscher Landwirt und Theologe (
- 1739)
- 13. März: Franz Paul von Herbert, bekannter Kunstmäzen und gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der Aufklärung in Österreich (
- 1759)
- 10. Juni: Karl Friedrich von Baden, Großherzog von Baden (
- 1728)
- 11. Juni: Adolf Müllner: deutscher Schriftsteller (
- 1774)
- 23. Juli: Wilhelm René de l'Homme de Courbière, preußischer General, der durch den Satz „il existe encore un Roi de Graudenz“ berühmt wurde. (
- 1733)
- 28. Juli: Heinrich Joseph von Collin, Schriftsteller (
- 1771)
- 30. Juli: Miguel Hidalgo, mexikanischer Priester und Revolutionär (
- 1753)
- 31. August: Louis Antoine de Bougainville, französischer Seefahrer und Schriftsteller (
- 1729)
- 8. September: Peter Simon Pallas, deutscher Naturforscher (
- 1741)
- 31. Oktober: Christian Gotthilf Salzmann, war evangelischer Pfarrer und Pädagoge (
- 1744)
- 21. November: Heinrich von Kleist, deutscher Dichter und Schriftsteller (
- 1777)
- 21. November: Henriette Vogel, Geliebte Heinrich von Kleists (
- 1773)
- Adam Weishaupt, deutscher Gründer des Ordens der Illuminaten (
- 1748) ko:1811년

Brauerei

Als Brauerei bezeichnet man eine Einrichtung, in der zusammengesetzte Flüssigkeiten, meist mit Hilfe der Gärung, hergestellt werden; im engeren Sinne bezeichnet Brauerei den Ort bzw. das Gebäude (Brauhaus), an dem Bier oder andere Gärgetränke wie Kriek, Framboise, Lambic oder Gueuze gebraut werden. Es gibt verschiedene Typen von Brauereien, die unterschiedliche Sorten Bier nach verschiedenen Verfahren mit unterschiedlichem Automatisierungsgrad herstellen.

Geschichte

Gueuze)]] Als älteste Brauerei der Welt gilt die seit 1040 tätige Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan in Freising-Weihenstephan. Die älteste Klosterbrauerei der Welt befindet sich im Kloster Weltenburg bei Kelheim; sie ist seit 1050 in Betrieb. Einen entsprechenden Studiengang bieten die TU München in Weihenstephan, sowie die Technische Universität Berlin, die auch eine Versuchs- und Lehranstalt für Brauereiwesen (VLB) betreibt an. Dort sind Abschlüsse als Diplom Braumeister bzw. Dipl. Brauingenieur möglich Die größte Brauerei auf dem Kontinent lag Ende des 19. Jahrhunderts in Schwechat bei Wien, einige andere große Brauereien befanden sich in Wien und München. Die weltweit größten Brauereien befanden sich damals jedoch in England. In dem Gebiet der deutschen Brausteuergemeinschaft (hierzu gehörten nicht mit: Bayern, Württemberg, Baden, Elsaß-Lothringen und Luxemburg) waren 1879 insgesamt 12.742 Brauereien vorhanden, von denen 10.117 gewerbliche und 1.750 nicht gewerbliche, zusammen also 11.867 in Betrieb waren, während 875 ruhten. Während im Jahr 1872 in 14.157 Brauereien 16.102.179 Hektoliter Bier erzeugt wurden, so wurden im Jahre 1878/79 in nur 11.867 Brauereien 20.371.925 Hektoliter Bier gebraut. Für das gesamte Deutsche Reich wurde das erzeugte Bierquantum in diesem Jahr auf rund 38.464.000 Hektoliter angegeben. Österreich-Ungarn produzierte 1879 in 2.297 Brauereien 1.1180.681 Hektoliter Bier, gegen 1878 um 142.763 Hektoliter weniger. Was die übrigen Länder anlangt, so produzierten in Hektolitern Großbritannien und Irland: 45.000.000, Belgien: 7.866.000, Frankreich: 7.500.000, Russland: 2.214.000, Holland: 1.528.000 Hektoliter. In den Vereinigten Staaten, wo man sich Ende des 19. Jahrhunderts nur auf die Erzeugung von Porter und Ale beschränkte, verbreitet sich langsam die Brauerei von bayrischen und österreichischen Biersorten; es waren dort 1875 schon 2.783 Brauereien tätig. Auch in Brasilien und in Japan existierten schon im letzten Jahrhundert einzelne Brauereien; das Brauereiwesen gelangte über das deutsche Kolonialengagement auch in das Kaiserreich China, noch heute aktiv ist die Brauerei in Tsingtao. Nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung wurden nahezu alle Ost-Brauereien von westdeutschen oder ausländischen Investoren übernommen, so beispielsweise die Köstritzer Schwarzbierbrauerei von der Bitburger Brauerei, die Brauerei Potsdam von der Berliner Kindl-Brauerei, die Brauerei Jena von der Warsteiner Brauerei, die Schloßbrauerei Gotha von der Oettinger Bier-brauhaus, die Feldschlößchen Brauerei Chemnitz von der Mönchshof-Brau Kulmbach, die Hasseröder Bierbrauerei Wernigerode von der Gilde Brauerei Hannover usw. Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Anzahl der Brauereien in Deutschland weitgehend konstant geblieben; 1995 gab es 1.282 Brauereien. Während die Anzahl der kleinen Brauereien mit bis zu 5.000 Hektoliter Jahreserzeugung, zu denen auch die Gaststättenbrauereien zählen, kontinuierlich stieg (von 643 Brauereien 1995 auf 782 Brauereien im Jahr 2002), sank die Anzahl der Brauereien mit einer Jahreserzeugung von 5 000 Hektoliter bis 500.000 Hektoliter deutlich von 585 im Jahr 1995 auf 445 im Jahr 2002. Die Zahl der Großbrauereien mit mehr als 500 000 Hektoliter blieb weitgehend konstant (54 im Jahr 1995, 52 im Jahr 2002). Im Jahr