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| Günter Blobel |
Günter BlobelGünter Blobel ( - 21. Mai 1936 in Waltersdorf, Schlesien) ist ein deutschstämmiger US-Biomediziner.
Blobels Familie flüchtete 1945 aus Schlesien nach Freiberg in Sachsen. Nach dem Medizinstudium in Frankfurt am Main, München, Kiel, Freiburg im Breisgau und Tübingen promovierte er 1967 mit einem Ph.D. an der University of Wisconsin und wechselte danach an die Rockefeller University, New York und arbeitete mit dem späteren Nobelpreisträger George Emil Palade zusammen. Im Jahre 1987 erhielt er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Im Jahre 1992 wurde er zum ordentlichen Professor an der Rockefeller University ernannt.
Hauptforschungsgebiet von Prof. Dr. med. Blobel Ph.D. sind vor allem die Mechanismen der innerzellulären Sortierung von Proteinen und die Suche nach Möglichkeiten, ihre Funktion optimal zu erhalten.
Blobel erhielt 1999 den Nobelpreis für die Entdeckung, dass neu synthetisierte Proteine eine bestimmte Signalsequenz besitzen, welche für den Transport und die Lokalisation der Proteine codieren. Er hat rund 820.000 Euro des Preisgeldes für den Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden gespendet, namentlich an die von ihm selbst gegründeten Stiftung "Friends of Dresden", die sich dem Ziel des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche verschrieben hat. Er war Ehrenmitglied im Kuratorium Frauenkirche. Aufgrund der Entscheidung zum Einbau einer modernen Orgel gab er im Jahre 2003 diese Ehrenmitgliedschaft zurück.
Wissenschaftliche Auszeichnungen
- 1978: National Academy of Science: U.S. Steel Foundation Award in Molecular Biology
- 1982: Gairdner Foundation International Award
- 1993: Albert Lasker Basic Medical Research Award
- 1995: Ciba Drew Award in Biomedical Research
- 1996: King Faisal Award
- 1997: Mayor's Award for Excellence in Science and Technology
- 1999: Nobelpreis für Physiologie oder Medizin
Weblinks
- [http://www.rockefeller.edu/labheads/blobel/blobel.html Rockefeller University Lab of Cell Biology]
- [http://www.friendsofdresden.org/ Friends of Dresden]
- [http://nobelprize.org/medicine/laureates/1999/index.html/ Nobelprize.org]
Blobel, Günter
Blobel, Günter
Blobel, Guenter
Blobel, Günter
Blobel, Günter
Blobel, Günter
Blobel, Günter
21. MaiDer 21. Mai ist der 141. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 142. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 224 Tage bis Jahresende.
Ereignisse
- 996 - Otto III. wird zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation gekrönt.
- 1363 - Elisabeth von Pommern heiratet Karl IV. (HRR)
- 1813 - Die Schlacht bei Bautzen zwischen der Koalition und den Franzosen endet mit dem Sieg der napoleonischen Truppen.
- 1951 - Die Montanmitbestimmung wird in der Bundesrepublik Gesetz
- 1970 - Der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt trifft sich in Kassel mit dem stellvertretenden Staatsratsvorsitzenden der DDR, Willi Stoph.
- 1974 - Die Regierung Thammasak in Thailand tritt zurück.
- 1975 - Im Gerichtsgebäude der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim beginnt der Prozess gegen die Baader-Meinhof-Gruppe.
- 1981 - Frankreich. François Mitterrand wird Staatspräsident.
- 1991 - Äthiopien. Mengistu flieht nach Simbabwe
- 1991 - Der indische Premierminister Rajiv Gandhi kommt bei einem Bombenattentat ums Leben.
- 1991 - Der Ex-DDR-Regierungschef Willi Stoph und der Ex-Verteidigungsminister Heinz Kessler werden wegen der Schießbefehle an der DDR-Grenze festgenommen.
- 1995 - Belgien. Regierungschef Jean-Luc Dehaene wird in seinem Amt bestätigt.
- 1997 - Bulgarien. Ivan Kostov wird Ministerpräsident
- 1997 - Unterzeichnung der Versöhnungserklärung zwischen Polen und Ukraine
- 1998 - Nach einer blutigen Protestwelle tritt der indonesische Präsident Suharto zurück.
- 2000 - Der erste Rundbrief der ISO erscheint.
- 2001 - Die deutsche Wikipedia wird gegründet.
Wirtschaft
Wissenschaft, Technik
- 1927 - Charles Lindbergh fliegt über den Atlantik
Kultur
- 1739 - Uraufführung der Oper "Les Fêtes d'Hébé ou Les Talents lyriques" von Jean-Philippe Rameau an der Grand Opéra Paris.
- 1865 - Uraufführung des lyrischen Dramas "Der Cid" von Peter Cornelius am Hoftheater Weimar.
- 1892 - Uraufführung der Oper "I Pagliacci" (Der Bajazzo) von Ruggiero Leoncavallo am Teatro dal Verne in Mailand.
- 1925 - Uraufführung der Oper "Doktor Faust" von Ferruccio Busoni am Sächsischen Staatstheater in Dresden.
Religion
Katastrophen
- 1980 - In Berlin stürzt die Kongreßhalle (Schwangere Auster) ein.
- 1997 - Ein Erdbeben der Stärke 5,8 im Süden Indiens. 38 Tote
- 2003 - Erdbeben der Stärke 6,8 in Algerien, 2.266 Tote
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1904 - In Paris wird die FIFA gegründet.
- 1966 - Cassius Clay verteidigt in London seinen Box-WM-Titel gegen Henry Cooper.
- 1967 wird in den USA das Windsurfen erfunden.
- Den Fußball-Uefa-Cup gewinnt
- 1975 - Borussia Mönchengladbach durch ein 5:1 im Rückspiel gegen Twente Enschede. Der Erfolg der Gladbacher ist gleichzeitig der erste Uefa-Cup-Erfolg einer deutschen Vereinsmannschaft.
- 1980 - Eintracht Frankfurt durch ein 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach.
- 1997 - FC Schalke 04 durch ein 1:0 (0:0; 1:0) nV, 1:4 iE gegen Inter Mailand.
Geboren
Inter Mailand
Inter Mailand
- 1471 - Albrecht Dürer, Maler, Zeichner, Graphiker und Kunstschriftsteller
- 1527 - Philipp II., König von Spanien
- 1688 - Alexander Pope, britischer Dichter
- 1780 - Elizabeth Fry, britische Reformerin des Gefängniswesens
- 1792 - Gaspard Gustave de Coriolis, französischer Mathematiker und Physiker
- 1799 - Mary Anning, britische Paläontologin
- 1817 - Niklaus Riggenbach, elsässischer Ingenieur und Erfinder der Zahnradbahn
- 1823 - Hudson Taylor, der erste christliche Missionar, der ins innere Chinas vorgestoßen ist
- 1828 - Rudolf Koller, schweizerischer Maler
- 1843 - Charles Albert Gobat, schweizer Rechtsanwalt, Friedensnobelpreis 1902
- 1843 - Louis Renault, französischer Jurist, Friedensnobelpreis 1907
- 1844 - Henri Rousseau, französischer Maler
- 1855 - Émile Verhaeren, belgischer Dichter
- 1856 - José Batlle y Ordóñez, Journalist und Staatspräsident von Uruguay
- 1859 - Otto Hupp, deutscher Grafiker
- 1860 - Willem Einthoven, niederländischer Arzt, Entdecker des EKG, Medizinnobelpreis 1924
- 1873 - Hans Berger, deutscher Neurologe und Psychiater, Entdecker des EEG
- 1879 - Karl Felix Wolff, südtiroler Schriftsteller
- 1880 - Tudor Arghezi, Dichter
- 1892 - Johannes Molzahn, Maler
- 1897 - Conrad Felixmüller, deutscher Maler
- 1897 - Markus Feldmann, schweizerischer Politiker, Bundesrat und Bundespräsident
- 1902 - Marcel Breuer, Architekt und Designer
- 1904 - Fats Waller, US-amerikanischer Jazzmusiker
- 1904 - Robert Montgomery, US-amerikanischer Schauspieler
- 1916 - Harold Robbins, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1916 - Martinus Osendarp, niederländischer Leichtathlet und Olympiateilnehmer
- 1917 - Raymond Burr, US-amerikanischer Schauspieler
- 1921 - Andrei Sacharow, russischer Physiker und Friedensnobelpreisträger 1975
- 1922 - Odal von Alten-Nordheim, deutscher Politiker und MdB
- 1922 - Pio Laghi, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1923 - Clarence Gaines, US-amerikanischer College-Basketballtrainer
- 1924 - Alois Derfler, österreichischer Bauernbundpräsident
- 1924 - Doris Schade, deutsche Schauspielerin
- 1924 - Ludwig von Friedeburg, deutscher Soziologe
- 1928 - Tom Donahue, US-amerikanischer DJ
- 1930 - Malcolm Fraser, australischer Politiker und Regierungschef
- 1932 - Eugene Hartzell, US-amerikanischer Komponist
- 1932 - Gabriele Wohmann, deutsche Schriftstellerin
- 1935 - Hisako Matsubara, japanische Schriftstellerin
- 1936 - Günter Blobel, Biologe
- 1937 - Hans Peter Schmitz, deutscher Politiker und MdB
- 1938 - Urs Widmer, Schweizer Schriftsteller
- 1939 - Heinz Hollinger, deutscher Komponist
- 1940 - Tony Sheridan, britischer Musiker
- 1941 - Ronald Isley, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1943 - Vince Crane, britischer Musiker
- 1944 - Harald Schliemann, deutscher Jurist und Politiker (CDU), seit 2004 Justizminister in Thüringen
- 1944 - Marcie Blane, US-amerikanische Sängerin
- 1944 - Mary Robinson, Präsidentin Irlands und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte
- 1945 - Ernst Messerschmid, deutscher Physiker und Astronaut
- 1945 - Richard Hatch, US-amerikanischer Schauspieler
- 1946 - Erwin Kostedde, deutscher Bundesligafussballer und Nationalspieler
- 1948 - Leo Sayer, britischer Sänger und Songschreiber
- 1951 - Al Franken, US-amerikanischer Autor, Komiker und Radiomoderator
- 1959 - Andreas Trautmann, deutscher Fußballspieler
- 1959 - Nick Cassavetes, US-amerikanischer Schauspieler
- 1960 - Jeffrey Dahmer, US-amerikanischer Serienmörder (Kannibale von Milwaukee)
- 1961 - Tim Lever, britischer Musiker
- 1962 - Uwe Rahn, deutscher Fußballspieler
- 1963 - Anne Koark, Schriftstellerin und Unternehmerin
- 1966 - Tatjana Ledowskaja, weißrussische Leichtathletin und Olympiateilnehmerin
- 1970 - Brigita Bukovec, slowenische Leichtathletin und Olympiateilnehmerin
- 1972 - Christoph Hartmann, deutscher Politiker
- 1972 - The Notorious B.I.G., US-amerikanischer Rap-Musiker
- 1978 - Briana Banks, US-amerikanische Pornodarstellerin
- 1979 - Marion Reiff, österreichische Wasserspringerin
- 1981 - Anna Rogowska, polnische Leichathletin
- 1981 - Max Mutzke, deutscher Sänger und Schlagzeuger
Gestorben
Max Mutzke
Max Mutzke
Max Mutzke
- 587 - Yōmei, 31. Kaiser von Japan ( - 540)
- 987 - Ludwig der Faule, König von Frankreich
- 1035 - Ezzo, Pfalzgraf von Lothringen
- 1254 - Konrad IV., römisch-deutscher König, sowie von Sizilien und von Jerusalem
- 1381 - Friedrich der Strenge, Sohn von Friedrich dem Ernsthaften
- 1388 - Kuno II. von Falkenstein, Erzbischof und Kurfürst von Trier
- 1481 - Christian I., König von Dänemark 1448-1481
- 1527 - Michael Sattler, gehörte zur ersten Täufergeneration
- 1542 - Hernando de Soto, spanischer Konquistador
- 1619 - Girolamo Fabrizio, Anatomund Begründer der modernen Embryologie
- 1639 - Tommaso Campanella, italienischer Philosoph, Dominikaner, Dichter und Politiker
- 1668 - Christoph Delphicus von Dohna, Oberkammerherr der Königin Christina
- 1668 - Josephus Adjutus, Theologe
- 1670 - Johan Picardt, deutsch-niederländischer Pastor, Mediziner und Schriftsteller
- 1724 - Antonio Salvi, italienischer Librettist
- 1724 - Robert Harley Oxford, britischer Politiker
- 1786 - Carl Wilhelm Scheele, schwedischer Chemiker
- 1812 - Joseph Wölfl, österreichischer Pianist und Komponist
- 1826 - Georg Friedrich von Reichenbach, Erfinder und Ingenieur
- 1839 - Johann Christoph Friedrich Guts Muths, deutscher Pädagoge und Mitbegründer des Turnens
- 1848 - Feliks Janiewicz, polinischer Komponist und Violinist
- 1850 - Christian Friedrich Ammon, deutscher protestantischer Theologe
- 1854 - Bernhard von Lindenau, Astronom; sächsischer Minister; Kunstsammler
- 1861 - Eugen von Mazenod, katholischer Heiliger und Ordensgründer
- 1865 - Christian Jürgensen Thomsen, dänischer Altertumsforscher
- 1879 - Arturo Prat, chilenischer Seeheld, Korvettenkapitän und Rechtsanwalt
- 1883 - Thomas Alexander Scott, stellvertretender Kriegsminister im amerikanischen Bürgerkrieg
- 1890 - Eduard Friedrich Karl von Fransecky, preußischer General der Infanterie
- 1894 - August Kundt, deutscher Physiker
- 1895 - Franz von Suppé, österreichischer Komponist und Autor
- 1911 - Williamina Fleming, amerikanische Astronomin
- 1919 - Jewgraf Stepanowitsch Fjodorow, russischer Kristallograph und Mineraloge
- 1922 - Michael Mayr, österreichischer Historiker und Politiker
- 1929 - Archibald Philip Primrose, britischer Staatsmann
- 1932 - Franz Porten, deutscher Opernsänger (Bariton) und Filmregisseur
- 1935 - Hugo de Vries, Biologe
- 1935 - Jane Addams, Feministin, Journalistin, Friedensnobelpreis 1931
- 1942 - Arthur Emmerlich, deutscher Widerstandskämpfer
- 1944 - Emanuel Larisch, deutscher Politiker und Widerstandskämpfer
- 1949 - Klaus Mann, deutscher Schriftsteller
- 1952 - John Garfield, US-amerikanischer Schauspieler
- 1953 - Ernst Zermelo, deutscher Mathematiker
- 1958 - Erich Langer, deutscher Politiker und MdB
- 1964 - James Franck, Deutsch-US-amerikanischer Physiker
- 1965 - Geoffrey de Havilland, englischer Flugpionier und Konstrukteur
- 1972 - Camilio Mayer, deutscher Hochseilartist
- 1973 - František Bartoš, tschechischer Komponist
- 1973 - Carlo Emilio Gadda, italienischer Schriftsteller
- 1973 - Iwan Stepanowitsch Konew, sowjetischer Marschall
- 1978 - Kurt Halbritter, deutscher satirischer Zeichner und Karikaturist
- 1983 - Marie Schlei, deutsche Politikerin und MdB
- 1985 - Karl Weber, deutscher Politiker und McB
- 1988 - Sammy Davis Sr. US-amerikanischer Entertainer
- 1989 - August Holweg, Politiker
- 1991 - Rajiv Gandhi, indischer Politiker
- 1996 - Fritz Ligges, deutscher Military- und Springreiter und Bundestrainer der Jugend
- 2000 - Barbara Cartland, britische Schriftstellerin
- 2000 - Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit der DDR
- 2000 - John Gielgud, britischer Schauspieler
- 2002 - Niki de Saint Phalle, Malerin und Bildhauerin
- 2003 - Alejandro De Tomaso, Präsident des Sportwagenherstellers De Tomaso
- 2005 - Andrzej Grubba, polnischer Tischtennisspieler
Feier- und Gedenktage
Siehe auch
- 20. Mai - 22. Mai
- 21. April - 21. Juni
- Historische Jahrestage - Zeitskala
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Schlesien
Schlesien (polnisch Śląsk, tschechisch Slezsko, lateinisch Silesia) ist eine Region Mitteleuropas beiderseits des Ober- und Mittellaufs der Oder. Im Süden bilden die Sudeten die Grenze zu Böhmen und Mähren. Im Westen grenzt es an die Oberlausitz, im Nordwesten an die Niederlausitz.Vor der Völkerwanderung war Schlesien vom ostgermanischen Stamm der Silinger bewohnt. Mit der Völkerwanderung kamen um 500 n. Chr. westslawische Stämme nach Schlesien. Schlesien war vom 12. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs mehrheitlich deutschsprachiges bewohnt. Die staatliche Zugehörigkeit wechselte jedoch. Es gehörte zu Großmähren, von 922- 1146 zu Polen Von 1146 bis 1806 zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation sowie von 1815 bis 1866 zum Deutschen Bund. Von 1871 bis 1945 gehörte es zum Deutschen Reich. Seit 1945 gehört der größte Teil Schlesien zur Republik Polen.
Schlesiens Sprachen und heutige Grenzen
Heute ist Schlesien keine politische Einheit mehr. Die flächenmäßig größten Teile sind jene 3 Bezirke, die als Woiwodschaften zu Polen gehören: die an Deutschland angrenzende Woiwodschaft Niederschlesien (Dolnośląskie) und die zwei oberschlesischen Regionen namens Woiwodschaft Oppeln (Opolskie) und Woiwodschaft Schlesien (Śląskie). Weitere 2 Regionen in Ostdeutschland und in Tschechien beinhalten den Namen Schlesien: der sächsische Landkreis Niederschlesischer Oberlausitzkreis und die Region Mährisch-Schlesien in Mähren (Mährisch-Schlesien).
In Oberschlesien wird neben Polnisch auch noch Deutsch und Wasserpolnisch gesprochen, die Oberschlesier würden es auch "Schlesisch" nennen. Letzteres ist heute im Grunde ein polnisch-slawischer Dialekt mit zahlreichen Einflüssen aus dem Deutschen und auch aus dem Böhmischen-Mährischen. In Niederschlesien wurde von der deutschen Bevölkerung Schlesisch gesprochen, das ein deutscher Dialekt mit geringen Einflüssen aus dem Slawischen ist.
Geschichte
Frühzeit
Schlesien wurde vor rund zweitausend Jahren von Nordwesten her von Silingern, Vandalen, Lugiern und anderen germanischen Völkern besiedelt, die während der Völkerwanderungen nach Nordafrika zogen. Es wurde von anitiken Schriftstellern als Magna Germania zwischen Oder und Weichsel bezeichnet. Die Herkunft des Namens Schlesien (lateinisch Silesia) ist nicht ganz gesichert. Möglicherweise leitet sich der Name von dem ostgermanischen Stamm der Silinger ab, nach anderen Quellen geht der Name auf die späteren, slawischen Slensanen zurück. Nach dem Abzug oder Untergang der Silinger im Zuge der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert besiedelten nach 500 westslawische Stämme aus dem Osten Schlesien erneut, von denen die Namen der Golensizen, Opolanen, Slensanen, Dedosizen, Trebowanen und Boboranen überliefert sind.
879-992 - Mährisch-Böhmische Zeit
Im Jahre 880 (manche Quellen sagen, vor 879) wurde ganz Schlesien von Sventopluk dem Großmährischen Reich angeschlossen. Mit dem Zerfall dieses Reiches nach 906 dehnten die Přemysliden ihre Macht auch über Schlesien aus. Dies erfolgte wohl schon zu Zeiten des ersten böhmischen Herzogs Spytihněv I. und wurde durch seinen Nachfolger Vratislav I. fortgeführt. Vratislav erweiterte seinen Herrschaftsbereich über das Land der Golensizen hinaus um die mittelschlesischen Gebiete links der Oder. Zum Schutz der Grenze gründete er die Burg Vratislavia (Breslau; polnisch: Wrocław, tschechisch: Vratislav) gründete. Diese entwickelte sich später zum Zentrum Schlesiens als Herzogs- und Bischofssitz und Nimptsch, der Hauptort des Gaues Slenzane verlor seine Bedeutung. Fürst Boleslav I., dem die Gründung der Burg Boleslavecz (Bunzlau) zugeschrieben wird, konnte seinen Machtbereich noch deutlich erweitern. Neben dem Land der Boboranen und Opolanen besaß er in der Zeit zwischen 950 und 963 auch die Gebiete der Wislanen mit der Stadt Krakau sowie der Dedosizen.
992-1146 - Polnische Zeit
Vor 950 entstand zwischen Warthe, Weichsel und Pilica das erste polnische Piastenherzogtum unter Mieszko I.. Mit Unterstützung Kaiser Ottos II., dem eine Machtbeschränkung Prager Fürsten Boleslav II. willkommen war, begann Mieszko I. eine intensive Südexpansion und eroberte Mittelschlesien mit der strategisch wichtigen Burg Nimptsch, nachdem er bereits nach 970 das Land der Dedosizen an der Mündung des Bober in die Oder besetzt hatte. Auch von Westen her sollte die Macht der Přemysliden in Schlesien beschränkt werden. Dem 968 errichteten Bistum Meißen hatte Kaiser Otto I. den Zehnt des Dedosizenlandes überlassen, einer Durchführung dieser Ostausdehnung kam jedoch Mieszko I. zuvor. Im Bunde mit Kaiser Otto III. führte Mieszkos Sohn Bolesław I. Chrobry die Christianisierung Schlesiens fort - im Jahr 1000 Gründung eines katholischen Bistums in Breslau, welches bis zum 19. Jh. mit dem Erzbistum in Gnesen verbunden war.
Bolesław I. Chrobryeroberte zwischen 1012/13 die Gebiete der heidnischen Opolanen, Golensizen und Wislanen und konnte dadurch ganz Schlesien einschließlich Teilen der Lausitz sowie Kleinpolen in sein Herzogtum territorial vollständig eingliedern. Damit begann erste polnische Herrschaftphase über Schlesien.
Als Bolesław I. im Jahre 1025 starb, setzte ein rapider Zerfall des Königreiches Polen ein. Die Macht in Polen, und somit auch in Schlesien ging an lokale slawische Führer über. Als 1037 in weiten Teilen Polens ein Aufstand gegen die christliche Kirche ausbrach und die Breslauer Bischöfe nach Schmograu und auf die Burg Ritschen verjagt wurden, nutzte Herzog Břetislav I. von Böhmen 1038 die Gunst der Stunde und eroberte im böhmisch-polnischen Krieg Schlesien zurück. 1054 gelangte Schlesien wieder zum Herzogtum Polen, nachdem Kaiser Heinrich III. im Frieden von Quedlinburg Břetislav I. zum Verzicht auf Schlesien bewegen konnte und Kasimir I. im Gegenzug zur Zahlung eines Tributs an Böhmen bereit war. Diese Übereinkunft wurde zum Anlass mehrerer kleinerer Kriege zwischen Böhmen und Polen, nach dem sich die polnischen Herrscher seit Boleslaw dem Kühnen weigerten, die schlesische Pacht zu bezahlen. Erst der 1137 geschlossene und 1138 bestätigte Pfingstfrieden von Glatz legte eine dauerhafte Grenzziehung zwischen Schlesien, Böhmen und Mähren fest. Dabei verblieb das umstrittene Glatzer Land ebenso wie die Teile Golensizenland südlich des Flusses Zinna, das Troppauer Land bei Böhmen.
Das Königreich Polen zerfiel im Rahmen der 1138 eingeführten polnischen Senioratsverfassung in mehrere Herzogtümer, von denen eines das Herzogtum Schlesien unter Wladyslaws II., der damit die schlesischen Linie der Piasten begründete, war. Ab 1138 setzte im Königreich Polen aber auch ein Bruderkrieg ein, der zur Absetzung Wladyslaws II. und einer Zersplitterung des Landes führte.
1146-1348 - Periode piastischer-schlesischer Herzogtümer
Im Streit mit seinen jüngeren Brüdern floh der polnische Seniorherzog Wladyslaw II. 1146 mit seiner Familie in das Heilige Römische Reich und ersuchte Kaiser Konrad III. um politische Unterstützung, indem er sich und sein Territorium der Oberhoheit des Kaisers unterstellte. Dadurch wurde Schlesien Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und es endete die nur 154-jährige polnische Herrschaftsphase. Sowohl Konrad als auch sein Nachfolger Friedrich I. führten 1146 bzw. 1157 Feldzüge gegen Polen. Boleslaw IV. sagte zwar die Rückgabe des Herzogtums Schlesien an Wladyslaw II. zu, zögerte diese aber bis 1163 hinaus. Erst unter Androhung weiterer Kriegerischer Handlungen, händigte Boleslaw IV. Schlesien den drei Söhnen Wladyslaws II. aus. Der ältere Boleslaw I. († 1201) erhielt Mittel- und Niederschlesien als Herzogtum Schlesien (ducatus Slesiae) mit dem Zentrum Breslau. Der mittlerere Mieszko I. († 1211) bekam die oderaufwärts gelegenen Gebiete Ratibor und Teschen. Konrad († im 1180/90) wurden zum Herzog von Glogau. 1201 wurden die Gebiete Mieszkos um Oppeln erweitert und zum Herzogtum Oppeln (ducatus Opoliensis) zusammengefasst. Es entstand der Oppelner Zweig der Piasten.
Mit der zeitweisen Aufhebung der Senioratsverfassung nach dem Tode Herzog Mieszko III. in den Herzogtümer Schlesien und Oppeln im Jahre 1202 wurde die Bindungen zu Polen endgültig auch formell gelöst.Der Einfall mongolischer Heere im Jahre 1241 (Schlacht bei Wahlstatt) und die mit ihnen verbundene Verwüstung des Landes und massive Dezimimierung der slawischen Bevölkerung (um 4/5) schufen die strukturellen Vorraussetzungen zur Neu- und Aufsiedelung des Landes im Rahmen der deutschen Ostkolonisation. Seit dem Beginn des 13. Jh. setzte die der deutschen Ostkolonisation verstärkt ein. Die deutschen Siedler gründeten mehr als 100 neue Städte und über 1.200 Dörfer zu deutschem Recht, sowie viele Kirchen und Hospitäler. Auch die ursprünglichen slawischen Siedlungen passten sich zum großen Teil rechtlich, sozial und sprachlich den deutschen Siedlungen an. Die Siedler stammten überwiegend aus dem mittelfränkischen Sprachraum (bei Mainz), aus Hessen und Thüringen. Der Dialekt der Niederschlesier wurde daher zu einer Mundart, die mittelfränkische, hessische, thüringische Merkmale vereinte.
Die Bevölkerung wuchs auf mindestens das Fünffache. Schlesien war jahrhundertelang eine Brücke zwischen West und Ost, sowie zwischen Nord und Süd. Ihr Initiator waren Herzog Heinrich I. von Schlesien und seine Frau Hedwig von Andechs.
Ab 1249 zerfiel das Herzogtum Schlesien und ab 1281 das Herzogtum Oppeln in zeitweilig mehr als ein Dutzend kleiner, miteinander im Bruderkrieg liegender Herzogtümer. Während dieses Machtvakuums versuchten der König von Böhmen und später Polen, Schlesien zu zurückzuerobern.
1348-1525 - Böhmische Zeit
Schließlich unterstellten sich die Piasten in den Herzogtümern Schlesien und Oppeln einzeln oder in Gruppen als Vasallen der Lehnshoheit der böhmischen Könige: 1327 die Herzöge von Teschen, Falkenberg, Cosel-Beuthen, Auschwitz, Oppeln, Ratibor und Breslau, 1329 die Herzöge von Sagan, Oels, Steinau und Liegnitz-Brieg, 1331 die Herzöge von Glogau, 1336 Münsterberg und 1342 das Bistumsland Neisse-Ottmachau. 1353 gewann Böhmen das Herzogtum Schweidnitz-Jauer durch die Heirat Karls IV. mit der schweidnitz-jauerschen Erbin Anna.
Im Vertrag von Plintenburg von 1333, im Ausgleich von Trentschin (1335, bestätigt 1339) sowie im Vertrag von Namslau (1348) verzichte der polnische König Kasimir der Große endgültig auf alle Ansprüche der kleinpolnischen Linie der Piasten auf Schlesien als Gegenleistung für den verzicht der böhmischen Könige auf die polnische Krone. Später bemühte er sich jedoch um eine Anullierung dieses Vertrages beim Papst. Im Jahre 1348 inkorporierte schließlich König Karl IV. Schlesien in die Länder der böhmischen Krone.
Von diesen von der böhmischen Krone gewonnen Gebieten gingen die Herzogtümer Breslau, Glogau, Schweidnitz (definitiv 1368) und Jauer (definitiv 1368) nach dem Aussterben der dortigen jeweiligen Piasten in unmittelbaren böhmischen Kronbesitz als so genannte Erbfürstentümer über, während in den übrigen (15) sogenannten Lehnfürstentümern Piasten regierten, aber in mehrere Linien aufgesplittert.
Das seit 1137 zu Böhmen gehörende Troppauer Land wurde 1318 unter einer Nebenlinie der Prager Přemysliden zum Herzogtum Troppau erhoben. 1336 entstand durch eine entsprechende Heirat eine Personalunion zwischen Troppau und Ratibor, wodurch Troppau (wieder) politisch-rechtlich in Schlesiens hineinwuchs.
Im 14. und frühen 15. Jahrhundert konnte sich Schlesien in jeder Hinsicht ungestört und prächtig weiterentwickeln. Anfang des 15. Jahrhunderts entstanden die Begriffe Ober- und Nieder-Schlesien. Ober-Schlesien umfasste die Fürstentümer im Gebiet des ehemaligen Herzogtums Oppeln sowie das premyslidische Troppau. Das westlicher liegende Nieder-Schlesien umfasste entsprechend die Fürstentümer des ungeteilten Herzogtums Schlesien einschließlich des Breslau-Ottmachauer Bistumslandes.
Die gegen den katholiken Glauen als auch gegen Deutsche gerichteten Hussitenkriege trafen Schlesien als katholisch und deutsch geprägtes Nebenland Böhmens besonders hart. Menschen- und Siedlungsverluste, wirtschaftlicher Niedergang und eine von den Hussiten ausgelöste Slawisierungswelle waren die Folge. Die Situation verbesserte sich erst 1469, als der ungarische König Matthias Corvinus Mähren, Schlesien und die Lausitz eroberte und im Olmützer Frieden 1479 in seinem Besitz bestätigt wurde. Matthias setzte einen allgemeinen Landfrieden durch und reorganisierte und zentralisierte die Landesverwaltung, er schuf das Amt eines königlichen Oberlandeshauptmannes und Fürstentage als bleibende Einrichtung.
Nach Corvinus Tod 1490 wurde Schlesien ein Lehen des Königs von Böhmen. In der Zwischenzeit fielen die Grenzherzogtümer Auschwitz 1457 und Zator 1494 an Polen, Sagan 1472 an die Wettiner, und Crossen 1482 an Brandenburg gelangt. Andererseits kamen die Söhne des ehemaligen böhmischen Königs Georg von Podiebrad in den Besitz der schlesischen Herzogtümer Münsterberg und Frankenstein (seit 1459) sowie Oels (seit 1495).
1526-1740 - Habsburgische Zeit
Nach dem Tod Ludwigs in der Schlacht von Mohatsch kam Böhmen an die Habsburger. 1526-1740 waren die österreichischen Habsburger als Könige von Böhmen auch Herzöge von Schlesien.
Im 16. Jahrhundert setzten die letzten Piasten der verbliebenen Kleinstaaten die brandenburgischen Hohenzollern als Erben ein. Die Habsburger Kaiser brachten aber auch diese letzten Kleinstaaten unter die böhmische Krone. Als 1675 der letzte Piast starb, konstruierte Friedrich II. daraus einen Anspruch auf ganz Schlesien für Preußen. Im 16. Jahrhundert wurden die meisten schlesischen Städte protestantisch. Seit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts war Schlesien das wirtschaftlich wichtigste Gebiet der Habsburger Monarchie (Textilindustrie).
1740-1871 - Preußische Zeit
Nach dem Österreichischen Erbfolgekrieg und den weiteren Schlesischen Kriegen zwischen Preußen unter Friedrich II. und Österreich-Ungarn unter Kaiserin Maria Theresia wurde der größte Teil Schlesiens 1742/44 von Preußen annektiert. Ein kleinerer Teil um Troppau, Jägerndorf, Teschen, Bielitz sowie ein Teil des Neisser Landes blieb als Österreichisch Schlesien Bestandteil von Böhmen. 1782-1849 und 1860-1861 wurden diese Gebiete Mähren angeschlossen, 1849 - 1860 waren sie vorübergehend ein selbstständiges Verwaltungsgebiet. Nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde Schlesien eine der zunächst 10 Provinzen des Staates Preußen, wobei die vom Königreich Sachsen abzutretende nordöstliche Hälfte der Oberlausitz in die neue Provinz eingegliedert wurden. Provinzhauptstadt wurde Breslau.
Desweiteren gehörte die Provinz Schlesien von 1815 bis 1866 zum deutschen Bund als Teil Preußens.
1871-1918 - Deutsches Kaiserreich
Zusammen mit Preußen wurde Schlesien 1871 Teil des Deutschen Reiches. Bei den Reichstagswahlen Ende des 19. Jahrhunderts wählten die Oberschlesier mehrheitlich das katholische Zentrum. Die Niederschlesier wählten zunächst überwiegend die Partei der "Deutsch Freisinnigen", später zunehmend die SPD. Mit der beginnenden Industrialisierung wurde Oberschlesien mit seinen Steinkohlebergwerken neben dem Ruhrgebiet zu einer der wirtschaftlich wichtigsten Regionen des Deutschen Reiches.
1919-1945 - Weimarer Republik und Drittes Reich
Schlesien wurde 1919 in zwei Provinzen aufgeteilt: Niederschlesien mit der Hauptstadt Breslau und Oberschlesien mit der Hauptstadt Oppeln. Oberschlesien war sprachlich ein Mischgebiet ("Polnisch" ca. 60 %, Deutsch etwa 40 %) und mehrheitlich katholisch (88 %). Niederschlesien war deutschsprachig und überwiegend evangelisch (68 %).
Den Oberpräsidenten (Verwaltungschef der Provinz) stellte in Oberschlesien bis 1933 das Zentrum, in Niederschlesien bis 1932 die SPD. Nach Ende des Ersten Weltkriegs schrieb der Vertrag von Versailles von 1919 eine Volksabstimmung über den östlichen Teil Oberschlesiens vor. Obwohl 1921 bei der von Deutschland beeinflussten Volksabstimmung 60% der Bevölkerung für den Verbleib bei Deutschland stimmten, sprach der Oberste Rat der Alliierten, die seit 1920 das Gebiet besetzt hatten, einen großen Teil des Abstimmungsgebiets Polen zu.
Das so genannte Hultschiner Ländchen, ein (Teil des Landkreises Ratibor), war bereits Ende 1918 von der Tschechoslowakei militärisch besetzt worden und kam im September 1919 mit dem Vertrag von St. Germain zur Tschechoslowakei. Das österreichische Kronland Österreichisch Schlesien kam nach dem Ersten Weltkrieg überwiegend zur Tschechoslowakei - diese Gebiete gehören heute heute zu Tschechien - zum kleineren Teil jedoch zu Polen. Anfang 1919 kam es um das Industriegebiet von Teschen zum Polnisch-Tschechoslowakischen Grenzkrieg. Auf Druck Frankreichs hat die Tschechoslowakei einer Aufteilung der Stadt zugestimmt, wobei der kleinere aber wirtschaftlich wertvollere Teil der Stadt an Polen fiel.
Anfang Oktober 1938 kam der deutschsprachige Teil des tschechoslowakischen Schlesiens infolge des Münchner Abkommens zum Deutsche Reich, wenige Wochen darauf kam das mehrheitlich polnischsprachige Teschener Land zu Polen. Nach dem Überfall auf Polen im September 1939 wurden die 1921 an Polen abgetrennten Teile Oberschlesiens von Deutschland okuppiert. Bereits 1938 waren die beiden seit 1919 getrennten Provinzen (Ober- und Niederschlesien) wieder vereinigt worden, 1941 wurden sie erneut geteilt.
Der südöstliche Teil Schlesiens um die Städte Oppeln und Kattowitz heißt Oberschlesien, hier lebten im Unterschied zu Niederschlesien bereits vor 1945 nicht nur Deutschsprachige, sondern auch Oberschlesier polnischer Identität und Polen. Im westgalizischen Auschwitz errichteten die deutschen Nationalsozialisten das größte Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in dem ca. 1,5 Mill Menschen, vor allem Juden aus Polen und anderen Teilen Europas sowie nichtjüdische Polen, ermordet wurden.
1945-1947: Vertreibung der Deutschen
Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ der sowjetische Staatschef Josef Stalin Schlesien, wie alle deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie, von Deutschland abtrennen. Dies geschah entsprechend den Vereinbarungen der Großen Drei in Teheran und Jalta. Begründet wurde dies durch die Alliierten damit, dass Polen einen angeblichen Ausgleich für seinerseits von der UdSSR besetzte östliches Staatsgebiet zukommen sollte. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass Ostpolen, seit der dritten polnischen Teilung 1795 von Russland okuppiert wurde, bis es nach dem Ersten Weltkrieg durch Piłsudski im Jahre 1921 zurückerobert worden war. Nur 38% der Gesamtbevölkerung waren Polen, wobei die restlichen 62% von verschiedenen Minderheiten inerster Linie Ukrainern und Weissrussen sowie auch Juden, Deutsche, Armenier, Litauer, Tataren etc.) gestellt wurden.
Der größere Teil der damals 4,5 Millionen deutschen Schlesier floh ab Anfang 1945 vor der anrückenden Roten Armee oder wurde nach deren Eintreffen gewaltsam durch polnische Soldaten vertrieben. Ab dem Frühsommer 1945 wurde die Vertreibung der verbliebenen Deutschen von polnischen Stellen systematische organisiert. Ziel war diese eroberten Gebiete in einen ethnisch möglichst homogen polnischen Nationalstaat einzugliedern. Diese ethnische Säuberung wurde administrativ von polnischen Behörden mit Hilfe der sogenannten Bierut-Dekrete durchgeführt. Diese ermöglichten die Einziehung des gesamten beweglichen und unbeweglichen Eigentums von Personen deutscher Nationalität zugunsten des polnischen Staates. Deswegen wurden im Juni 1945 alle Deutschen aus einem Gebietsstreifen von etwa 30 Kilometer Breite unmittelbar östlich der Lausitzer Neiße vertrieben. Weiter nördlich - in Ostbrandenburg und Hinterpommern - wurden zur selben Zeit die Deutschen aus dem Gebiet unmittelbar östlich der Oder vertrieben.
Da die kommunistische Verwaltung zu diesem Zeitpunkt noch keineswegs gefestigt war, konnten im Sommer 1945 jedoch auch viele geflohene Schlesier zunächst wieder in ihre Heimat zurückkehren, bevor sie in den Jahren 1946 und 1947 endgültig vertrieben wurden. Rund 1,2 Millionen Deutsche in Oberschlesien und etwa 150.000 in Niederschlesien entgingen der Vertreibung zunächst ganz. Der Grund war im Falle der Oberschlesier die uneindeutige nationale Identität (Zweisprachigkeit, "schwebendes Volkstum"), im Falle der nicht vertriebenen Niederschlesier ihre Nützlichkeit als Facharbeiter, insbesondere im Bergbau um die Stadt Waldenburg. Die weitaus meisten Niederschlesier siedelten in den Jahren 1958 bis 1960 in die Bundesrepublik aus, zum kleineren Teil in die DDR. Heute (2005) leben nur noch etwa 30.000 Deutsche im polnischen Teil Niederschlesiens. Von den nicht vertriebenen Oberschlesiern sind die meisten ab etwa Mitte der 1970er Jahre nach Deutschland ausgesiedelt, der Höhepunkt dieser Aussiedlungswelle war erst um 1990. Heute leben noch etwa 100.000 Deutsche bzw. Deutschstämmige in Oberschlesien.
Das ehemalige Eigentum der geflohenen und vertriebenen Deutschen wurde im Jahre 1946 durch zwei polnische Dekrete als "verlassenes bzw. herrenloses Gut" entschädigungslos konfisziert. Die späteren Aussiedler aus Schlesien haben hingegen nicht ihr gesamtes Eigentum verloren, einige haben sogar nach 1990 Teile ihres Eigentum zurückerhalten.
Die Zahl der Toten bei der Vertreibung aus Schlesien ist nicht exakt bekannt. Ausweislich der "Gesamterhebung zur Klärung des Schicksals der deutschen Bevölkerung in den Vertreibungsgebieten" (München, 1964) sind 51.926 namentlich bekannte Niederschlesier (ohne Breslau) nachweislich "bei und als Folge der Vertreibung" ums Leben gekommen, einschließlich 2308 Suizide. Hinzu kommen 210.923 namenlich bekannte "ungeklärte Fälle", davon 93.866 mit Vermisstenhinweis und 48.325 mit Todeshinweis (Quelle: Band II, Seite 353 dieser Dokumentation). Für Breslau, das gesondert erfasst wurde, betragen die Zahlen: 7488 nachweislich Umgekommene, davon 251 Suizide. 89.931 namentlich bekannte ungeklärte Fälle, davon 37.579 mit Vermissten- und 1.769 mit Todeshinweis (Band II, S. 456 der Gesamterhebung). Von den Oberschlesiern sind 41.632 nachweislich umgekommen, davon 302 durch Suizid. Von den 232.206 namentlich erfassten ungeklärten Fällen, lag für 46.353 ein Vermissten- und für 2.048 ein Todeshinweis vor (Quelle: Band II, Seite 405 dieser Dokumentation). Dies ergibt eine Gesamtzahl von 634.106 geklärten Todes- und ungeklärten Vermisstenfällen im Zusammenhang mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Schlesien. Bezogen auf eine Gesamtzahl von 4.592.700 Einwohnern (Volkszählung 1938) ergibt dies einen Bevölkerungsverlust durch geklärte Todes- und ungeklärte Vermisstenfälle von 13,8 % der Gesamtbevölkerung.
Ab 1945: Polnische Verwaltung / Volksrepublik Polen
In Schlesien wurden meist Polen aus Zentralpolen und aus den ehemals ostpolnischen Gebieten neu angesiedelt. Hinzu kamen mehrere Zehntausend der zwischen April und Juli 1947 im Rahmen der Akcja Wisła (Aktion Weichsel) aus Südostpolen umgesiedelten Ukrainer.
Das polnische Schlesien ist heute in die Woiwodschaften Schlesien (Śląskie), Niederschlesien (Dolnosląskie), Oppeln (Opolskie), zu kleinen Teilen auch Lebus (Lubuskie), sowie Großpolen (Wielkopolskie) und Kleinpolen (Małopolskie) aufgeteilt. Die Gebiete Schlesiens, die vor 1938 Bestandteil der Tschechoslowakei waren, wurden 1945 wieder der CSR angeschlossen. Die deutsche Bevölkerung wurde auch von hier vertrieben.
Der westlich der Lausitzer Neiße liegende Teil der Provinz Niederschlesien blieb deutsch und wurde nach 130 Jahren wieder Teil Sachsens. Geografisch ist es ein Teil der Oberlausitz.
seit 1991 - Republik Polen
Mit dem deutsch-polnischen Grenzvertrag von 1991 kam der östlich der Neiße gelegene Teil Schlesiens auch völkerrechtlich zur Republik Polen. Bei der Neugliederung der Woiwodschaften vor wenigen Jahren wurden die historischen Grenzen Schlesiens teilweise wieder berücksichtigt. Das polnische Schlesien ist heute in die Woiwodschaften Schlesien (Śląskie), Niederschlesien (Dolnosląskie), Oppeln (Opolskie), zu kleinen Teilen auch Lebus (Lubuskie), sowie Großpolen (Wielkopolskie) und Kleinpolen (Małopolskie) aufgeteilt.
Schlesien entwickelt sich heute wirtschaftlich positiv, besonders erfolgreich ist die Automobilindustrie in Gleiwitz. Bei der Abstimmung über den EU-Beitritt im Jahre 2004 und in weiteren Wahlen erwies sich die heute polnische Bevölkerung Schlesiens als weitaus pro-europäischer als die Bevölkerung in den altpolnischen Gebieten.
Im Januar 2005 hat der polnische Sejm ein neues Minderheitengesetz verabschiedet. Danach wird es in etwa 20 Gemeinden in Oberschlesien mit mehr als 20% deutschsprachigem Bevölkerungsanteil möglich sein, eine zweisprachige Ortsbeschilderung und Deutsch als Verwaltungshilfssprache einzuführen.
Verwaltungsgliederung Schlesiens
Entwicklung der administrativen Gliederung bis 1945
In der Zeit von 1818 bis 1945 hat sich die territoriale Verwaltungsgliederung innerhalb Schlesiens nur allmählich gewandelt. Allerdings sind 1920/1922 und 1938/39 die Außengrenzen erheblich verändert worden.
Regierungsbezirke
Von 1818 bis 1945 bestanden durchgehend die drei Regierungsbezirke Breslau, Liegnitz und Oppeln.
- Von 1818 bis 1820 gab es den Regierungsbezirk Reichenbach.
- Von 1939 bis 1945 gab es den Regierungsbezirk Kattowitz.
Stadtkreise
Außer dem bereits 1818 bestehenden Stadtkreis Breslau entstanden im Laufe der Zeit weitere Stadtkreise:
- Görlitz: 1873,
- Liegnitz: 1873.
- Beuthen O.S.: 1890,
- Königshütte: 1898,
- Kattowitz: 1899,
- Schweidnitz: 1899,
- Oppeln: 1899,
- Ratibor: 1903,
- Brieg: 1907,
- Neisse: 1911,
- Grünberg i. Schles.: 1922 bis 1933,
- Hirschberg i. Rsgb.: 1922,
- Waldenburg (Schles): 1924,
- Hindenburg O.S.: 1927,
- Sosnowitz: 1939.
Landkreise
Im übrigen wurden die folgenden Kreise aufgelöst oder umbenannt:
- Polnisch Wartenberg: 1888,
- Zabrze: 1915,
- Pleß: 1922,
- Pleß: 1927,
- Hindenburg O.S.: 1927,
- Rybnik: 1927,
- Lublinitz: 1927,
- Tarnowitz: 1927/1941,
- Bolkenhain: 1932,
- Freystadt i. Niederschles.: 1932,
- Goldberg-Haynau: 1932,
- Ohlau: 1932,
- Münsterberg: 1932,
- Neurode: 1932,
- Nimptsch: 1932,
- Sagan: 1932,
- Schönau: 1932,
- Striegau: 1932,
- Steinau: 1932,
- Bandyn/Bendzin: 1941,
- Blachownia: 1941,
- Chrzanow: 1941,
- Guttentag: 1941,
- Lublinitz: 1941,
- Olkusch: 1941,
- Zawiercie: 1941.
während die folgenden Kreise neu entstanden (teilweise unter neuem Namen):
- Habelschwerdt: 1818,
- Neurode: 1855,
- Kattowitz: 1873,
- Tarnowitz: 1873,
- Groß Wartenberg: 1888,
- Hindenburg O.S.: 1915,
- Beuthen-Tarnowitz: 1927,
- Guttentag: 1927,
- Goldberg: 1932,
- Freystadt i. Niederschles.: 1933,
- Ohlau: 1933,
- Fraustadt: 1938,
- Bandyn/Bendzin: 1939,
- Bielitz: 1939,
- Blachownia: 1939,
- Lublinitz: 1939,
- Pleß: 1939,
- Rybnik: 1939,
- Saybusch: 1939,
- Teschen: 1939,
- Zawiercie: 1939,
- Bendsburg: 1941,
- Blachstädt: 1941,
- Ilkenau: 1941,
- Krenau: 1941,
- Loben: 1941,
- Warthenau: 1941.
Verwaltungsgliederung Stand 1. Januar 1945
Prov. Niederschlesien, Reg.-Bez. Breslau
Stadtkreise
#Breslau
#Brieg
#Schweidnitz
#Waldenburg (Schles)
Landkreise
#Breslau
#Brieg
#Frankenstein i. Schles.
#Glatz
#Groß Wartenberg
#Guhrau
#Habelschwerdt
#Militsch
#Namslau
#Neumarkt
#Oels
#Ohlau
#Reichenbach (Eulengebirge)
#Schweidnitz
#Strehlen
#Trebnitz
#Waldenburg (Schles)
#Wohlau
Prov. Niederschlesien, Reg.-Bez. Liegnitz
Stadtkreise
#Glogau
#Görlitz
#Hirschberg i. Rsgb.
#Liegnitz
Landkreise
#Bunzlau
#Fraustadt
#Freystadt i. Niederschles.
#Glogau
#Görlitz
#Goldberg
#Grünberg i. Schles.
#Hirschberg i. Rsgb.
#Hoyerswerda
#Jauer
#Landeshut i. Schles.
#Lauban
#Liegnitz
#Löwenberg i. Schles.
#Lüben
#Rothenburg (Ob. Laus.)
#Sprottau (Sitz: Sagan)
Prov. Oberschlesien, Reg.-Bez. Kattowitz
Stadtkreise
#Beuthen O.S.
#Gleiwitz
#Hindenburg O.S.
#Königshütte
#Kattowitz
#Sosnowitz
Landkreise
#Bendsburg
#Beuthen-Tarnowitz [Sitz: Tarnowitz]
#Bielitz
#Kattowitz
#Krenau
#Ilkenau
#Pleß
#Rybnik
#Saybusch
#Teschen
#Tost-Gleiwitz [Sitz: Gleiwitz]
Prov. Oberschlesien, Reg.-Bez. Oppeln
Stadtkreise
#Neisse
#Oppeln
#Ratibor
Landkreise
#Blachstädt
#Cosel
#Falkenberg O.S.
#Groß Strehlitz
#Grottkau
#Guttentag
#Landkreis Kreuzburg O.S.
#Leobschütz
#Loben
#Neisse
#Neustadt O.S.
#Oppeln
#Ratibor
#Rosenberg O.S.
#Warthenau
Verwaltungsgliederung heute
Woiwodschaft Schlesien
Stadtkreise
# Bielsko-Biała (Bielitz-Biala)
# Bytom (Beuthen O.S.)
# Chorzów (Königshütte)
# Częstochowa (Tschenstochau)
# Dąbrowa Górnicza (Dombrowa)
# Gliwice (Gleiwitz)
# Jastrzębie-Zdrój (Königsdorf-Jastrzemb)
# Jaworzno
# Katowice (Kattowitz)
# Mysłowice (Myslowitz)
# Piekary Śląskie (Deutsch Piekar)
# Ruda Śląska (Ruda O.S.)
# Rybnik
# Siemianowice Śląskie (Siemianowitz, 1939-45: Laurahütte)
# Sosnowiec (Sosnowitz)
# Świętochłowice (Schwientochlowitz, 1941-45: Schwingen)
# Tychy (Tichau)
# Zabrze (1915-45: Hindenburg O.S.)
# Żory (Sohrau)
Landkreise
# Będzin (Bendzin)
# Bielsko-Biała (Bielitz-Biala)
# Bieruń/Lędziny (Bierun/Lendzin)
# Cieszyn (Teschen)
# Częstochowa (Tschenstochau)
# Gliwice (Gleiwitz)
# Kłobuck (Klobuck)
# Lubliniec (Lublinitz)
# Mikołów (Nikolai)
# Myszków (Myszkow)
# Pszczyna (Pless)
# Racibórz (Ratibor)
# Rybnik
# Tarnowskie Góry (Tarnowitz)
# Wodzisław Śląski (Loslau)
# Zawiercie
# Żywiec (Saybusch)
Woiwodschaft Oppeln
Stadtkreise
#Oppeln
Landkreise
# Brzeg (Brieg)
# Głubczyce (Leobschütz)
# Kędzierzyn-Koźle (Heydebreck-Cosel)
# Kluczbork (Kreuzburg)
# Krapkowice (Krappitz)
# Namysłów (Namslau)
# Nysa (Neiße)
# Olesno (Rosenberg)
# Opole (Oppeln)
# Prudnik (Neustadt O/S)
# Strzelce Opolskie (Groß Strehlitz)
Woiwodschaft Niederschlesien
Stadtkreise
#Wrocław (Breslau)
#Jelenia Góra (Hirschberg)
#Legnica (Liegnitz)
#Wałbrzych (Waldenburg)
Landkreise
# Bolesławiec (Bunzlau)
# Dzierżoniów (Reichenbach)
# Głogow (Glogau)
# Góra (Guhrau)
# Jawor (Jauer)
# Jelenia Góra (Hirschberg)
# Kamienna Góra (Landeshut)
# Kłodzko (Glatz)
# Legnica (Liegnitz)
# Lubań (Lauban)
# Lubin (Lüben)
# Lwówek (Löwenberg)
# Milicz (Militsch)
# Oleśnica (Oels)
# Oława (Ohlau)
# Polkowice (Polkwitz)
# Strzelin (Strehlen)
# Środa (Neumarkt)
# Świdnica (Schweidnitz)
# Trzebnica (Trebnitz)
# Wałbrzych (Waldenburg)
# Wołów (Wohlau)
# Wrocław (Breslau)
# Zgorzelec (Görlitz)
# Ząbkowice (Frankenstein)
# Złotoryja (Goldberg)
Region Mährisch-Schlesien
Bezirke (Landkreise)
# Okres Bruntál (Bezirk Freudenthal)
# Okres Frýdek-Místek (Bezirk Friedek-Mistek)
# Okres Karviná (Bezirk Karwin)
# Okres Nový Jičín (Bezirk Neutitschein)
# Okres Opava (Bezirk Troppau)
# Okres Ostrava-město (Ostrau-Stadt)
Freistaat Sachsen
Stadtkreise
# Görlitz
# Hoyerswerda
Landkreise
# Niederschlesischer Oberlausitzkreis
# Landkreis Kamenz (nördlicher Teil)
Persönlichkeiten
- Hedwig von Andechs (Jadwiga) (1174-1243), Heilige
- Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857), Dichter und Schriftsteller
- Karl Godulla (1781-1848), Großindustrieller
- Andreas Gryphius (1616-1664), Dichter
- Bernhard Grzimek (1909-1987), Zoologe
- Gerhart Hauptmann (1862-1946), Schriftsteller
- Martin Opitz (1597-1639), Dichter
- Charlotte E. Pauly (1886-1981), Malerin, Schriftstellerin und Weltreisende
- Heinrich von Salisch (1846-1920), Forstmann und Politiker
- Angelus Silesius (1624-1677), Dichter
- Eva von Tiele-Winckler (1866-1930), Geistliche
- Josef Wagner (1899-1945), Gauleiter und Oberpräsident
- Christian Wolff (1679-1754), Philosoph
Weitere Artikel
- Schlesier, Deutsche Schlesier, Polnische Schlesier, Tschechische Schlesier
- Ostelbien
- Schlesische Landsmannschaft
- Liste europäischer Regionen
Weblinks
- [http://www.deutsche-schutzgebiete.de/provinz_schlesien.htm Provinz Schlesien]
- [http://www.deutsche-schutzgebiete.de/kuk_schlesien.htm Österreichisch Schlesien]
- [http://www.tr62.de/maps/Silesia-2000.html Historische und aktuelle Karten von Schlesien]
- [http://www.schlesisches-museum.de Schlesisches Museum zu Görlitz]
- [http://www.genealogienetz.de/reg/SCI/orte-d.html Liste aller schlesischen Orte auf deutsch und polnisch]
- [http://www.vogel-soya.de/bilder/Schlesphoto.html Ansichtskarten von schlesischen Orten]
- http://www.prosilesia.net/
Kategorie:SchlesienKategorie:RegionKategorie:Preußische ProvinzKategorie:Geographie (Polen)
ja:シレジア
BiomedizinDie Biomedizin ist eine Teildisziplin der Humanbiologie im Grenzbereich von Medizin und Biologie. Sie ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, das Inhalte und Fragestellungen der experimentellen Medizin mit den Methoden der Molekularbiologie und der Zellbiologie verbindet. Im Mittelpunkt stehen die molekularen und zellbiologischen Grundlagen des Lebens und seiner krankhaften Veränderungen. Ziel der Biomedizin ist wissenschaftliche Erforschung der Ursachen von Krankheiten, um Krankheiten kausal (ursächlich) behandeln bzw. ihnen effektiv vorbeugen zu können.
Biomedizin und Autismus
Unter dem Begriff "Biomedizin" wird eine Anzahl heterogener alternativer Behandlungsmethoden des Autismus zusammengefasst.
Dazu zählen:
- Diäten wie die gfcf-Diät (gluten- und kaseinfreie Diät)
- Schwermetallausleitung
- Bekämpfen von Darmpilzen
- Verabreichung hoher Dosen Vitamin B6 und Magnesium
- Gabe von Immunglobulinen
Weblinks
- [http://www.bioxy.de.ki Life Science Portal mit dem Aktuellsten aus der Forschung]
- [http://www.autismus-leimen.de Biomedizin bei Autismus]
- [http://anon.autismri.speedera.net/anon.autismri/RecoveredChildren/German-HighBand.wmv Film (wmv) über Dan!-Konferenz]
- [http://www.autismndi.com/ Autism Network for Dietary Intervention (en, teilw. d)]
Kategorie:Biologie
Kategorie:Medizin
Sachsen
Der Freistaat Sachsen (sorbisch: Sakska), historisch: Obersachsen bzw. Kursachsen, ist ein ostdeutsches Land der Bundesrepublik Deutschland im mittelhochdeutschen Dialektraum. Es grenzt an mehrere Bundesländer an: im Norden an Brandenburg, im Nordwesten an Sachsen-Anhalt, im Westen an den Freistaat Thüringen und im Südwesten an den Freistaat Bayern. Außerdem hat es gemeinsame Grenzen mit Tschechien (im Süden) und Polen (im Osten).
Geografie
Derzeit existieren im Freistaat drei Großstädte – im Sommer 2003 waren es noch vier. Die mit Abstand größten sind Leipzig, mit einer Einwohnerzahl von etwa 499.000 und einer Fläche von 297,60 km² und Dresden, mit einer Einwohnerzahl von etwa 489.500 und einer Fläche von 328,30 km². Als dritte Großstadt folgt die Stadt Chemnitz mit einer Einwohnerzahl von etwa 247.500 und einer Fläche von 220,85 km². Durch den starken Bevölkerungsrückgang durch Abwanderung in die westlichen (alten)
Bundesländer verlor die viertgrößte Stadt Zwickau Ende 2003 den Großstadtstatus.
Die geografische Gliederung als das östlichste deutsche Bundesland kann mit einer Vielzahl von Ansätzen erfolgen. Nach topografischen Gesichtspunkten eignet sich vor allem ein Einteilung in Flachland, Hügelland und Mittelgebirge.
Zwickau
Zum Flachland gehören vor allem die Leipziger Tieflandsbucht südlich von Leipzig sowie die Niederlausitz bzw. Oberlausitz im Nordosten. Beide sind durch jüngere Ablagerungen aus dem eiszeitlichen Paläozän und den Flussniederungen gekennzeichnet, sowie insbesondere durch deren tertiäre Braunkohlevorkommen im Untergrund. Das Hügelland weiter südlich mit seinen weitflächigen Lößablagerungen (Lößhügelland) und der damit verbundenen hohen Bodenqualität geht auf die Endmoränenbildung zurück. Die sächsischen Mittelgebirge gliedern sich von West nach Ost durch eher unscharfe Grenzen. Im Südwesten Sachsens erstreckt sich das eigentlich bis nach Bayern reichende Vogtland mit dem Erzgebirgsbecken als Nordgrenze und dem Elstergebirge im Südosten. Nach Osten folgt die Pultscholle des Erzgebirges, welches meist in West- und Osterzgebirge (geteilt durch das Flöhatal), seltener auch zusätzlich in das Mittelerzgebirge untergliedert wird. Die Höhenlagen nehmen dabei von West nach Ost langsam ab, weshalb auch die mit 1215 Metern höchste Erhebung Sachsens, der Fichtelberg, zum West- bzw. Mittelerzgebirge gehört. Nach Süden erstreckt sich das Erzgebirge über die Landesgrenze hinaus bis an den Egertalgraben. Den nördlichen Bereich des Erzgebirges entlang der Kammlagen nimmt der Naturpark Erzgebirge/Vogtland ein. Das Sächsische Elbland trennt das Erzgebirge schließlich nach Nordosten von Lausitzer Bergland und Zittauer Gebirge ab. Neben diesen Landschaftseinheiten gibt es zahlreiche weitere Unterscheidungen und Nuancen, welche in der Liste der Landschaften in Sachsen verzeichnet sind.
Eine weitere Gliederung Sachsens kann nach hydrologischen Gesichtspunkten erfolgen. Der wichtigste, größte und einzig schiffbare Fluss ist die Elbe. Sie durchzieht den Freistaat von Südosten nach Nordwesten. Wichtige Quellflüsse sind die Mulde, die Weißeritz, die Zschopau, die Weiße Elster und die Spree, deren allgemeine Fließrichtung Norden ist und die ebenfalls zum Fluss-System der Elbe gehören. Im Osten wird der Freistaat von der Lausitzer Neiße begrenzt, die in die Oder mündet.
Geschichte des Freistaates Sachsen
Siehe auch: Hauptartikel Geschichte Sachsens
Der erste ”Freistaat” Sachsen entstand 1918 nach der Abdankung des (ober-)sächsischen Königs und Auflösung des Königreichs Sachsen. 1945 entstand das ”Land” Sachsen als Teil der sowjetisch besetzten Zone in Deutschland aus dem Gebiet des vormaligen Freistaates und aus Teilen der preußischen Provinz Schlesien westlich der Neiße. Im Jahr 1952 wurde u.a. das Land Sachsen in einem neuen Staat DDR aufgelöst und in 14 kleinere Bezirke aufgeteilt: u.a. Sachsen in Leipzig, Chemnitz, später umbenannt in Karl-Marx-Stadt und Dresden. Nach dem Untergang des kommunistischen DDR-Regimes und Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurde im Herbst 1990 auch der Freistaat Sachsen wiedererrichtet.
Wappen und Flagge
Das Wappen geht auf das ehemalige Königreich Sachsen zurück - insbesondere auf das Geschlecht der Askanier, deren anhaltinische Linie ebenfalls ein goldenen Schild mit schwarzen Querbalken führte. Obwohl der Schild bereits im 12. Jahrhundert auftauchte, wurde der grüne Rautenkranz erst um 1260 aufgelegt. Er steht für den Verzicht des askanischen Hauses Sachsen-Wittenberg auf sein Stammland in Niedersachsen-Lauenburg und verdankt seine Form dem gotischen Baustil. Als die männliche Linie der Askanier um 1422 ausstarb, übernahmen die 'Markgrafen zu Meißen' die Kurwürde und das Wappen.
Wie auch in anderen Ländern gibt es für Sachsen ein Wappenzeichen. Da dies oft als zu modern empfunden wurde hat das Land im Jahr 2005 ein weiteres Wappenzeichen eingeführt. Die Wappenzeichen dürfen im Gegensatz zu dem Wappen von jedermann genehmigungsfrei verwendet werden.
Die Landesflagge ist weiß-grün; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das Landeswappen.
Religionen in Sachsen
In Sachsen sind alle großen Kirchen vertreten, wobei das Land mehrheitlich evangelisch-lutherisch geprägt ist. Ein vergleichsweise geringer Teil der Bevölkerung bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben. Darüber hinaus finden sich in Sachsen zahlreiche Freikirchen und andere christliche Gemeinschaften, sowie eine jüdische und muslimische Minderheit.
Der vorwiegende Teil der Bevölkerung Sachsens ist säkularisiert.
Politik
Die CDU ist in Sachsen seit der Wende die mit Abstand stärkste Volkspartei. Seit dem 18. April 2002 ist Georg Milbradt Ministerpräsident von Sachsen, seit dem 10. November 2004 steht er einer CDU/SPD-Koalition vor. Sein Stellvertreter ist der SPD-Landesvorsitzende Thomas Jurk. Im Folgenden sein Kabinett:
- Sächsische Staatskanzlei, Chef der Staatskanzlei: Hermann Winkler (CDU)
- Sächsisches Staatsministerium der Finanzen, Staatsminister: Horst Metz (CDU)
- Sächsisches Staatsministerium des Innern, Staatsminister: Albrecht Buttolo (CDU)
- Sächsisches Staatsministerium der Justiz, Staatsminister: Geert Mackenroth (CDU)
- Sächsisches Staatsministerium für Kultus, Staatsminister: Steffen Flath (CDU)
- Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Staatsministerin: Helma Orosz( CDU)
- Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Staatsminister: Stanislaw Tillich (CDU)
- Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Staatsministerin: Barbara Ludwig (SPD)
- Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, Staatsminister: Thomas Jurk (SPD)
Der Sächsische Landtag besteht in der 4. Wahlperiode (2004 - 2009) aus 124 Abgeordneten (normal 120). Diese teilen sich wie folgt auf: CDU 55 Sitze, PDS 31 Sitze, SPD 13 Sitze, NPD 12 Sitze, FDP 7 Sitze, Bündnis 90/Die Grünen 6 Sitze. Landtagspräsident ist Erich Iltgen, es gibt drei Vizepräsidenten: Regina Schulz, Andrea Dombois, Gunther Hatzsch. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion ist Fritz Hähle, der PDS-Fraktion Peter Porsch, der SPD-Fraktion Cornelius Weiss, der NPD-Fraktion Holger Apfel, der FDP-Fraktion Holger Zastrow, der Grünen-Fraktion Antje Hermenau.
Im Januar 2005 kam es im Landtag von Sachsen zum Skandal, als das Parlament aus Anlaß des Einzuges der
NPD-Abgeordneten eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus abhalten wollte und die Abgeordneten der NPD daraufhin aus Protest gegen diese Form einer Anklage ihrer Partei demonstrativ den Sitzungssaal verließen.
Der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen befindet sich in Leipzig.
Siehe auch:
- Bisherige Ministerpräsidenten
- Liste der Persönlichkeiten (Sachsen)
- Liste der ehemaligen Ministerien Sachsens
- Liste der Sächsischen Minister a.D.
Verwaltungsgliederung
Regierungsbezirke
Sachsen ist in die drei Regierungsbezirke Dresden, Chemnitz und Leipzig untergliedert. Die Regierungsbezirke enthalten insgesamt 22 Landkreise und sieben kreisfreie Städte (Stand: 1. November 2005).
Landkreise
Die 22 sächsischen Landkreise im Einzelnen:
Kreisfreie Städte
Die sieben kreisfreien Städte Sachsens im Einzelnen:
- Chemnitz (C)
- Dresden (DD)
- Görlitz (GR)
- Hoyerswerda (HY)
- Leipzig (L)
- Plauen (PL)
- Zwickau (Z)
Kreisreform
Bis zum Jahr 2011 soll im Rahmen der Verwaltungsreform der Landesbehörden auch eine erneute Kreisreform erfolgen, welche vorsieht, aus den 22 Landkreisen 12 zu machen und die sieben kreisfreien Städte auf drei zu reduzieren. Bei dieser Reform könnte es zu nachfolgender Kreiszusammenlegung kommen:
(LK = Landkreis, KS = kreisfreie Stadt)
Landkreise:
# LK Delitzsch + LK Leipziger Land
# LK Torgau-Oschatz + LK Muldentalkreis + LK Döbeln
# LK Riesa-Großenhain + LK Meißen
# LK Kamenz + KS Hoyerswerda
# LK Niederschlesischer Oberlausitzkreis + KS Görlitz
# LK Bautzen + LK Löbau-Zittau
# LK Weißeritzkreis + LK Sächsische Schweiz
# LK Freiberg + LK Mittlerer Erzgebirgskreis
# LK Mittweida + LK Chemnitzer Land
# LK Stollberg + LK Annaberg + LK Aue-Schwarzenberg
# LK Zwickauer Land + KS Zwickau
# LK Vogtlandkreis + KS Plauen
kreisfreie Städte:
# Leipzig
# Chemnitz
# Dresden
Städte und Gemeinden
Sachsen besteht aus insgesamt 515 politisch selbständigen Städten und Gemeinden (Stand: 1. Januar 2005). Diese verteilen sich wie folgt: sieben kreisfreie Städte, 35 Große Kreisstädte und 473 sonstige kreisangehörige Gemeinden (136 Städte und 337 Gemeinden). Die kreisangehörigen Gemeinden haben sich teilweise zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zu Verwaltungsgemeinschaften zusammen geschlossen:
251 Gemeinden sind in 101 Verwaltungsgemeinschaften und 34 Gemeinden in 10 Verwaltungsverbänden eingebunden.
Größte Städte
¹ Eingemeindung von Döbernitz am 1. März 2004
² Eingemeindung von Rebesgrün am 1. Januar 2003
³ Eingemeindung von Wyhratal am 1. Januar 2004
Siehe auch: Liste der Orte in Sachsen
Wirtschaft
Die sächsische Wirtschaft hat nach dem Wiedervereinigung der Territorium der ehemaligen DDR mit dem Bundesrepublik Deutschland einen starken Strukturwandel erlebt. Die in der Industrie stark rückständigen Betriebe wurden meist geschlossen. Braunkohlewerke wurden stillgelegt und befinden sich zur Zeit in der Rekultivierung. Heute steht Sachsen vor Thüringen auf einem Spitzenplatz der mitteldeutschen Wirtschaft, wenngleich das Problem der hohen Arbeitslosigkeit noch immer nicht gelöst ist. Sachsen hat mit Wachstumsraten zwischen acht und zehn Prozent die höchsten in Deutschland.
Ballungsräume und Infrastruktur
Vor allem die Ballungsräume Leipzig-Halle und Chemnitz-Zwickau sind Antrieb der sächsischen Wirtschaft. Das Ballungsgebiet Dresden ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt der wirtschaftlich stärkste Raum Sachsens. Dresden spielt dabei durch die Ansiedlung von AMD und Infineon sowie vieler Zulieferbetriebe eine wichtige Rolle in der Mikrotechnologie. Diese drei Räume bilden die Ecken der Metropolregion Sachsendreieck.
Die wichtigsten Autobahnstrecken in Sachsen entstanden schon in den 1930-er Jahren, welche in den letzten Jahren auf den modernsten Stand gebracht wurden. Wichtige Straßenbauprojekte sind die Verbindungen der A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig, die A 17 zwischen Dresden und Prag und die A 38 als Südumfahrung Leipzigs.
Sprache
Im Freistaat Sachsen werden hauptsächlich meißenische und lausitzische Dialekte gesprochen, die zu der ostmitteldeutschen Dialektgruppe gehören. In der Lausitz wird ein obersorbischer Dialekt der sorbischen Sprache, die zur westslawischen Sprachgruppe gezählt wird, von rund 60.000 Sorben gesprochen. Diese Sprache ist aber in ihrer Existenz gefährdet. Des Weiteren existieren vogtländische und erzgebirgische Dialekte als Mischformen mit dem Ostfränkischen und Nordbairischen.
Tourismus
Insbesondere das Erzgebirge, die Sächsische Schweiz, das Zittauer Gebirge und das Sächsische Vogtland sind vom Tourismus geprägt.
Siehe auch: Hauptartikel Tourismus in Sachsen.
Siehe auch
- Portal:Sachsen
- Verfassung des Freistaates Sachsen
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