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| Jutta Kleinschmidt |
Jutta KleinschmidtJutta Kleinschmidt ( - 29. August 1962 in Köln) ist eine deutsche Rallye-Fahrerin.
Die gelernte Physik-Ingenieurin gehört zu den weltweit erfolgreichsten Frauen im Motorsport. Sie ist die erste und bisher einzige Frau, die die Rallye Paris-Dakar in der Gesamtwertung gewonnen hat.
Leben
Jutta Kleinschmidt ging in Berchtesgaden, Freilassing und Traunstein zur Schule, wo sie 1981 ihr Abitur machte. Von 1982 bis 1986 studierte sie Physik an der Fachhochschule in Isny und schloss als Diplom-Ingenieurin ab. Bis 1992 arbeitete sie in der Fahrzeugentwicklung bei BMW, bevor sie sich als professionelle Rallye-Fahrerin (Rallye-Raid, Marathonrallye) selbständig machte. Heute betätigt sie sich neben ihrer erfolgreichen Rennfahrerinnen-Karriere als Instruktorin. Kleinschmidt lebt in Monaco.
Rennfahrerin
Ihren ersten Rallye Raid fuhr Kleinschmidt 1987 mit dem Motorrad (Pharaonen-Rallye, Ägypten), 1988 startete sie, ebenfalls mit dem Motorrad, ihre erste Paris-Dakar. Bereits 1992 feierte sie mit dem Motorrad ihre ersten Siege und gewann die Damen-Wertung der Rallye Paris-Kapstadt und der Pharaonen-Rallye. Im selben Jahr startete sie erstmals mit dem Auto an den 24-Stunden-Rennen am Nürburgring und in Spa-Francorchamps.
1993 nahm sie als Beifahrerin von Jean-Louis Schlesser am UAE Desert Challenge teil. Ein Jahr später gewann sie die Damen-Wertung der Paris-Dakar mit dem Motorrad und wiederum die Pharaonen-Rallye, wo sie zudem fünfte der Gesamtwertung wurde. Am UAE Desert Challenge 1994 siegte sie mit ihrem Mitsubishi Pajero in der Kategorie Serienfahrzeuge und erreichte den vierten Rang der Gesamtwertung. Zudem holte sie sich im selben und den beiden Folgejahren den 2. Rang im Marathon-Weltcup in der Kategorie zweiradangetriebene Fahrzeuge.
1996 gewann sie die Damen-Wertung der Australian Safari und des UAE Desert Challenge. 1997 gewann sie als erste Frau einen Etappensieg bei der Paris-Dakar. 1999 fuhr sie als Werkspilotin von Ralliart den Marathon Weltcup. Bei der Rallye Granada-Dakar wurde sie Dritte und erreichte als erste Frau einen Platz auf dem Treppchen.
Im Jahr 2000 fuhr sie erfolgreich in allen wichtigen internationalen Marathon-Rallyes des Marathon-Weltcup (Rallye) als Werkspilotin von Ralliart. Im Laufe des Jahres löste Andreas Schulz ihre langjährige Copilotin Tina Thörner ab. Sie wurde zweite in der Gesamtwertung des Weltcups.
Im Laufe des Jahres 2001 wechselte Kleinschmidt von Ralliart Germany zu Mitsubishi (MMC Japan). In diesem bisher erfolgreichsten Jahr ihrer Rennsport-Karriere gewann sie die Rallye Paris-Dakar und die Baja Italien und wurde jeweils Zweite in der Baja Portugal, der Rallye Marokko, Master Rallye und Por Las Pampas Rallye. Im Marathon-Weltcup erreichte sie den Zweiten Rang.
Ein Jahr später wurde sie an der Dakar Zweite. Im Mai des Jahres 2002 wechselte sie als Werkspilotin von Mitsubishi zu Volkswagen. Auf dem VW Tarek konnten sie und ihre neue Beifahrerin Fabrizia Pons ihre bisherigen Erfolge nicht konsolidieren. Auch das Jahr 2004 verlief nicht sehr erfolgreich: mit ihrem Rennmodell des VW Touareg wurde sie trotz eines Etappensiegs nur 21. an der Paris-Dakar. In der Rallye Marokko wurde sie mit Co-Pilot Bobby Willis Vierte. 2005 erreichte sie in der Dakar den dritten Rang.
Ehrungen
- Preis "Engineers in Motion" vom VDI, 2001
- Jury-Wahl zur "ADAC Motorsportlerin des Jahres", 2001
- Zuschauer-Wahl zur "ARD Sportlerin des Jahres", 2001
- Leser-Wahl zur "Rallyefahrerin des Jahres" bei Motorsport aktuell, 2001
- Lord Wakefield Trophy des British Women Racing Drivers Club als "Herausragende weibliche Persönlichkeit im Motorsport 2001"
Weblinks
- http://www.jutta-kleinschmidt.de/
Kleinschmitt, Jutta
Kleinschmitt, Jutta
Kleinschmitt, Jutta
Kleinschmitt, Jutta
29. AugustDer 29. August ist der 241. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 242. in Schaltjahren). Somit verbleiben noch 114 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1526 - In der Schlacht bei Mohács (Ungarn) siegen die Osmanen über das ungarische Heer.
- 1533 - Der gefangene Atahualpa, ein Herrscher des Inkareiches, wird in Cajamarca von Spaniern mit der Garotte erdrosselt
- 1622 - In der Schlacht bei Fleurus liefern sich die Truppen von Ernst von Mansfeld und Christian von Halberstadt sowie die spanischen Truppen unter General Córdoba ein verlustreiches Gefecht.
- 1756 - In Europa beginnt der Siebenjährige Krieg.
- 1778 - James Cook tritt die Rückreise nach Hawaii an, nachdem er als erster mit einem Schiff aus Westeuropa die Beringstraße erreicht hat.
- 1842 - Mit der Unterzeichnung des Vertrags von Nanking zwischen China und England wird der Erste Opiumkrieg beendet.
- 1882 - Landung britischer Truppen in Port Said; Beginn der Besetzung der Sueskanalzone
- 1900 - In Mailand wird der Anarchist Gaetano Bresci wegen seines tödlichen Attentats auf König Umberto I. verurteilt.
- 1944 - Der Slowakische Nationalaufstand beginnt.
- 1944 - Der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy entlässt die nazifreundliche Regierung Sztójay und ernennt den ihm treuen General Géza Lakatos zum Ministerpräsidenten
- 1949 - Die Sowjetunion zündet ihre erste Atombombe.
- 1990 - Das Atom-Testgeländes bei Semipalatinsk, Kasachstan, wird geschlossen.
- 1995 - Ein Attentat auf Eduard Schewardnadse in Georgien scheitert.
Wirtschaft
- 1885 - Patentierung des Motorrads; erfunden von Gottlieb Daimler
- 1924 - Die Büchergilde Gutenberg wird vom Bildungsverband der deutschen Buchdrucker in Leipzig gegründet, um einfachen Leuten durch billige Bücher den Zugang zur Bildung und Kultur zu ermöglichen.
Wissenschaft und Technik
- 1970 - Die DC-10 absolviert ihren Jungfernflug.
Kultur
- 1775 - Uraufführung der Oper "L'incontro improviso" (Die unverhoffte Zusammenkunft) von Joseph Haydn in Esterház.
- 1787 - Uraufführung von Friedrich Schillers Drama "Don Carlos (Schiller)" in Hamburg
- 1861 - Uraufführung der Oper "Die Verschworenen oder Der häusliche Krieg" von Franz Schubert in Frankfurt am Main.
- 1952 - Premierenaufführung des Films "Casablanca" in Deutschland.
- 1966 - Die Beatles geben in San Francisco ihr letztes gemeinsames öffentliches Konzert.
Religion
- 1261 - Der gebürtige Franzose Jacques Pantaléon wird von einem nur siebenköpfigen Kardinalskollegium zum Nachfolger von Papst Alexander IV. gewählt und nimmt den Namen Urban IV. an. Er ist der letzte Papst, der nicht vorher Kardinal war.
Katastrophen
- 1996 - Spitzbergen, Norwegen. Eine russische Tupolew Tu-154 prallt gegen einen Berg. Alle 141 Menschen an Bord sterben.
- 1998 - Quito, Ecuador. Eine kubanische Tupolew Tu-154 schießt beim Start über die Landebahn hinaus und stürzt auf bewohntes Gebiet. Bei dem Unglück sterben 72 Menschen aus dem Flugzeug und 10 Anwohner. 18 Passagiere überleben.
- 2005 - Der Hurrikan Katrina trifft auf New Orleans/Louisiana und Mississippi und führt dort zu schweren Überschwemmungen. Tausende Menschen sterben.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
Leichtathletik
Leichtathletik
Leichtathletik
Leichtathletik
Leichtathletik
- 1434 - Janus Pannonius, ungarischer Theologe und Lyriker († 1472)
- 1609 - Sassoferrato, italienischer Maler († 1685)
- 1619 - Jean-Baptiste Colbert, französischer Staatsmann und Begründer des Merkantilismus, Colbertismus († 1683)
- 1632 - John Locke, englischer Philosoph († 1704)
- 1756 - Friedrich Heinrich von Bellegarde, österreichischer Graf und Vizekönig von Lombardei-Venedig (1815-1816)
- 1767 - Antoine de Saint-Just, französischer Revolutionär
- 1776 - Georg Friedrich Treitschke, deutscher Librettist (Fidelio)
- 1780 - Jean Ingres, französischer Maler
- 1805 - Frederick Maurice, englischer Theologe († 1872)
- 1809 - Oliver Wendell Holmes, US-amerikanischer Arzt und Schriftsteller
- 1862 - Maurice Maeterlinck, belgischer Dichter
- 1862 - Andrew Fisher, australischer Premierminister 1908-1909, 1910-1913 und 1914-1915
- 1866 - Hermann Löns, deutscher Schriftsteller
- 1876 - Charles Kettering, US-amerikanischer Ingenieur, Wissenschaftler, Erfinder und Philosoph († 1958)
- 1881 - Edvin Kallstenius, schwedischer Komponist
- 1885 - Hans Jahn, deutscher Politiker der SPD, MdB
- 1888 - Gunichi Mikawa, japanischer Admiral
- 1898 - Preston Sturges, US-amerikanischer Drehbuchautor und Regisseur († 1959)
- 1903 - Ernst Kreuder, deutscher Schriftsteller
- 1904 - Werner Forßmann, deutscher Herzchirurg, Nobelpreis für Medizin 1956
- 1905 - Al Taliaferro, US-amerikanischer Comic-Zeichner (Donald Duck)
- 1905 - Hermann Berg, deutscher Politiker (FDP, DP), MdB
- 1906 - Ingo Braecklein, deutscher Bischof
- 1912 - S. Corinna Bille, schweizerische Schriftstellerin
- 1912 - Sohn Kee-chung, koreanischer Marathonläufer
- 1912 - Emil Schumacher, deutscher Künstler
- 1915 - Ingrid Bergman, schwedische Filmschauspielerin
- 1916 - George Montgomery, US-amerikanischer Schauspieler
- 1916 - Consuelo Velázquez, mexikanische Komponistin († 2005)
- 1920 - Charlie Parker, US-amerikanischer Musiker († 1955)
- 1923 - Richard Attenborough, britischer Schauspieler und Regisseur
- 1924 - Dinah Washington, US-amerikanische Sängerin
- 1928 - Adolf Bieringer, deutscher Politiker, CDU, MdB
- 1928 - Klaus Bölling, deutscher Journalist und Regierungssprecher von Helmut Schmidt
- 1928 - Aaron Victor Cicourel, amerikanischer Soziologe
- 1929 - Thom Gunn, britischer Lyriker
- 1933 - Arnold Koller, schweizerischer Politiker (CVP), Bundesrat 1987-1999
- 1934 - Horst Szymaniak, deutscher Fußballspieler
- 1936 - John McCain, US-amerikanischer Senator
- 1937 - James Florio, US-amerikanischer Gouverneur
- 1938 - Elliott Gould, US-amerikanischer Schauspieler (erster Ehemann von Barbra Streisand)
- 1938 - Robert Rubin, US-amerikanischer Finanzminister 1995-1999
- 1939 - Joel Schumacher, US-amerikanischer Regisseur
- 1940 - Til Erwig, deutscher Schauspieler
- 1941 - Christel Deichmann, deutsche Politikerin, SPD, MdB
- 1941 - Sibylle Bergemann, deutsche Fotografin
- 1942 - Gottfried John, deutscher Schauspieler
- 1942 - Cornelie Sonntag-Wolgast, deutsche Politikerin, SPD, MdB
- 1943 - Dick Halligan, US-amerikanischer Musiker
- 1945 - Chris Copping, britischer Musiker
- 1946 - Ingeburg Gehlen, Deutscher Kirchenvorstand St. Nikolai
- 1947 - Tony Eyers, britischer Musikproduzent
- 1947 - Dave Jenkins, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1957 - Miki Malör, österreichische Theatermacherin
- 1958 - Michael Jackson, US-amerikanischer Musiker
- 1962 - Jutta Kleinschmidt, deutsche Profi-Marathon-Rallyefahrerin
- 1963 - Karl Markovics, österreichischer Schauspieler
- 1963 - Klaus Schüle, deutscher Politiker, CDU, MdL
- 1964 - Doris Ahnen, deutsche Politikerin SPD
- 1968 - Willi Landgraf, deutscher Fußballspieler
- 1971 - Oliver Berben, deutscher Filmproduzent (Sohn von Iris Berben)
- 1981 - Emilie Dequenne, belgische Schauspielerin
- 1983 - A+, eigentlich André Levins, US-amerikanischer Rapper
Gestorben
- 886 - Basileios I., Byzantinischer Kaiser
- 1395 - Albrecht III., Herzog von Österreich
- 1499 - Alesso Baldovinetti, italienischer Maler
- 1523 - Ulrich von Hutten, deutscher Humanist und Schriftsteller
- 1526 - Ludwig II., König von Ungarn und Böhmen
- 1533 - Atahualpa, letzter Inka-Herrscher im heutigen Peru
- 1761 - Louis Couperin, französischer Komponist, Organist und Geigenspieler
- 1797 - Joseph Wright, britischer Maler
- 1799 - Giovanni Angelo Conte Braschi, Papst von 1775 bis 1799
- 1799 - Pius VI., Papst von 1775 bis 1799
- 1816 - Johann Hieronymus Schröter, deutscher Jurist und hoher Beamter
- 1828 - Ludwig August Struve, deutscher Arzt
- 1862 - Francesco Carlini, italienischer Astronom und Geodät
- 1865 - Gustav Harkort, deutscher Unternehmer, Bankier und Eisenbahn-Pionier
- 1868 - Christian Friedrich Schönbein, deutsch-schweizerischer Chemiker
- 1873 - Hermann Hankel, deutscher Mathematiker
- 1875 - Gustave Lannes De Montebello, französischer General
- 1877 - Brigham Young, Mormonen-Führer, Gründer von Utah und der Stadt Salt Lake City
- 1904 - Murad V., Sultan des Osmanischen Reiches
- 1915 - Julius Payer, österreichisch-ungarischer Polar- und Alpenforscher
- 1917 - Albert Grey, 4. Earl Grey, britischer Politiker und Staatsmann
- 1918 - Max Dauthendey, deutscher Dichter und Maler
- 1920 - Gustav Jenner, deutscher Komponist
- 1920 - Léon-Adolphe Amette, Erzbischof von Paris und Kardinal
- 1922 - Vic Gonsalves, niederländischer Fußballspieler
- 1953 - Richard Euringer, nationalsozialistischer deutscher Schriftsteller
- 1957 - Willi Agatz, deutscher Politiker
- 1960 - Vicki Baum, österreichische Harfenistin und Schriftstellerin
- 1966 - Saiyid Qutb, Theoretiker der ägyptischen Muslimbruderschaft
- 1972 - Herta Ilk, deutsche Politikerin
- 1972 - Lale Andersen, deutsche Sängerin und Schauspielerin
- 1973 - Stringer Davis, englischer Schauspieler
- 1975 - Eamon de Valera, irischer Politiker, Premierminister und Staatspräsident
- 1976 - Jimmy Reed, US-amerikanischer Sänger
- 1980 - Franco Basaglia, italienischer Psychiater
- 1982 - Ingrid Bergman, schwedische Schauspielerin
- 1982 - Nahum Goldmann, Gründer und Präsident des Jüdischen Weltkongresses
- 1987 - Lee Marvin, US-amerikanischer Schauspieler
- 1992 - Félix Guattari, französischer Psychiater
- 1995 - Thomas Strittmatter, deutscher Schriftsteller
- 2002 - Lance Macklin, englischer Rennfahrer
- 2002 - Siegfried Pitschmann, deutscher Schriftsteller
- 2003 - Michel Constatin, französischer Filmschauspieler
- 2003 - Mohammed Baqir al-Hakim, schiitischer Geistlicher
- 2004 - Hans Vonk, niederländischer Dirigent
- 2005 - Jacques Dufilho, französischer Schauspieler
Feier- und Gedenktage
- Namenstag: Sabine
- Slowakische Republik: Tag des Slowakischen Nationalaufstandes
- Gedenktag der Enthauptung Johannes des Täufers
Siehe auch
- 28. August - 30. August
- 29. Juli - 29. September
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0829
ja:8月29日
ko:8월 29일
simple:August 29
th:29 สิงหาคม
Köln
Köln (bis 1919 auch Cöln) ist die viertgrößte Stadt Deutschlands und die größte Stadt Nordrhein-Westfalens. Kölns Rheinhafen zählt zu den wichtigsten Binnenhäfen Europas. Die Metropole zählt zu den großen Universitätsstädten mit einem Studenten-Anteil von ca. 8,5 % (85.183).
Köln war in den 1970er Jahren kurzzeitig Millionenstadt: im Zuge der letzten Eingemeindungen zum 1. Januar 1975 wurde die Einwohnerzahl von einer Million erreicht. Nachdem die Stadt Wesseling jedoch zum 1. Juli 1976 wieder ausgegliedert wurde, sank die Einwohnerzahl erneut unter die Millionengrenze. In letzter Zeit zählt man bei der Stadtverwaltung alle Einwohner, die mit einem Zweitwohnsitz gemeldet sind, mit. So kommt die Stadt auf 1.022.627 Einwohner (2004) und eine Bevölkerungsdichte von 2.524 Einwohner/km². Nach der offiziellen Berechnung (nur mit Erstwohnsitz) waren Mitte 2005 975.907 Personen in Köln gemeldet, dies ist somit die amtliche Einwohnerzahl.
Die Stadt gilt als wirtschaftliche, kulturelle und historische Hauptstadt des Rheinlandes. Mit einem Ausländeranteil von 17,2 % (175.515 Menschen, Stand: Ende 2004) gilt Köln als multikulturelle Hochburg. Außerhalb der Türkei ist Köln die zweitgrößte türkische Gemeinde in Europa, nach Berlin und vor Hamburg. Grund für die wirtschaftliche Bedeutung Kölns ist die Lage der Stadt am Schnittpunkt des Rheins mit einem der Haupthandelswege zwischen Ost- und Westeuropa. Köln ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt (mit Köln Hauptbahnhof, dem Rangierbahnhof Gremberg und dem größten Container- und Umschlagbahnhof des Binnenlandes Köln-Eifeltor).
Geografie
Geografische Lage und Klima
Das Stadtgebiet erstreckt sich über 405,15 km² (linksrheinisch 230,25 km², rechtsrheinisch 174,87 km²).
Köln liegt 50° 56′33" nördlicher Breite und 06° 57′32" östlicher Länge. Der höchste Punkt liegt 118,04 Meter (im Königsforst), der niedrigste 37,5 Meter (im Worringer Bruch) über dem Meeresspiegel.
Landschaftlich betrachtet liegt Köln am Niederrhein. Der weite Talkessel zwischen den Steilstufen des Bergischen Landes und der Eifel unmittelbar nach Austritt des Rheins aus dem Rheinischen Schiefergebirge wird Kölner Bucht genannt. Diese günstige Lage verschafft Köln ein Klima, das sich durch mehrere Besonderheiten auszeichnet:
- Durch die Eifelbarriere liegt die Stadt, insbesondere deren linksrheinischer Teil im Schutz und Regenschatten von Westwinden.
- Gleichzeitig wird eine Lufterwärmung durch geringen Luftaustausch mit dem Umland begünstigt. Die Innenstadt von Köln, in der zusätzlich innerstädtische Überwärmung auftritt, gilt als der wärmste Ort von ganz NRW.
- Damit verbunden ist aufgrund der Wasserführung des Rheins regelmäßig eine hohe Luftfeuchtigkeit, die insbesondere im Sommer für belastendes, schwüles Wetter sorgt und für zahlreiche Gewitter verantwortlich ist.
Klimatisch liegt Köln im gemäßigten Übergangsklima ozeanischer Prägung mit milden Wintern (Januarmittel: 2 °C) und mäßig warmen Sommern (Julimittel: 18 °C). Die mittleren Jahresniederschläge betragen 676 mm und liegen damit relativ niedrig.
700pxKöln-Panorama von der Deutzer Brücke aus gesehen.
Geologie
Köln liegt zum größten Teil im Bereich der Niederterrassen, die vom Rhein aus wie breite Treppen leicht ansteigen. Der Untergrund ist größtenteils im Tertiär, teilweise erst im Quartär entstanden und besteht aus verschieden geschichteten Flusssedimenten. Eine Ausnahme bildet der äußerste Osten des Stadtgebietes, der bereits zum Sockel des rheinischen Schiefergebirges zählt.
Die Bodenbeschaffenheit ist geprägt durch die fruchtbaren Böden der Schwemmlandebene am Rhein und der Lössgebiete im Westen sowie der eher minderwertigen Böden (Heide, Wald) im Osten des Stadtgebietes, das bereits in das Bergische Land übergeht. Die Verschiedenheiten in Mikroklima und Bodenbeschaffenheit sind dadurch erklärbar, dass das Stadtgebiet von Köln zu den flächengrößten Städten Deutschlands zählt.
Köln und der Rhein
flächengrößten Städten Deutschlands
flächengrößten Städten Deutschlands
Der Rhein tritt bei Godorf in die Stadt ein und verlässt sie bei Worringen. Das Gefälle des Rheins beträgt etwa 0,2 Promille. Somit liegt der Rheinspiegel in Godorf 8 Meter höher als in Worringen.
So sehr der Rhein der Stadt Wohlstand und Lebensqualität gebracht hat, so gefürchtet ist sein Hochwasser. Der aktuelle Wasserstand lässt sich an der „Uhr“ des Kölner Pegels ablesen.
Das schlimmste jemals verzeichnete Hochwasser ereignete sich im Februar 1784, als nach einem extrem langen und kalten Winter ein Temperatursprung einsetzte. Der Rhein war zu diesem Zeitpunkt fest zugefroren und die Schneeschmelze sowie das aufbrechende Eis sorgten für einen Rekordpegel von 13,55 m (zum Vergleich: der Normalpegel beträgt 3,48 m). Die Fluten, auf denen schwere Eisschollen trieben, verwüsteten weite Teile der Uferbebauung und alle Schiffe. Einzelne Gebäude, darunter auch Befestigungsbauten, stürzten aufgrund des Schollengangs ein. 65 Tote waren zu beklagen. Das rechtsrheinische Mülheim wurde vollständig zerstört.
Im 20. Jahrhundert erreichten die drei Jahrhunderthochwasser 1926, 1993 und 1995 Pegelstände bis 10,69 Meter. Weite Teile der Altstadt wurden überflutet. In neuerer Zeit sieht ein Hochwasserschutzkonzept die Errichtung von Spundwänden vor, die die Altstadt bis zu einem Pegelstand von 10 Metern vor Überschwemmungen schützen.
Bei einem Wasserstand von 6,20 Meter wird die Hochwassermarke I erreicht. Schiffe dürfen nur noch mit verminderter Geschwindigkeit und nur auf dem mittleren Stromdrittel fahren. Beim Erreichen der Hochwassermarke II (8,30 m) wird der Schiffverkehr komplett eingestellt. Erreicht der Pegel die Marke von 10,70 Meter sieht der Hochwasserplan der Stadt Köln vor, Katastrophenalarm auszulösen. Bei einem Rheinpegel von 11 Metern werden mehr als die Hälfte der Stadtfläche überflutet.
Jedoch zeigte der Rhein bereits mehrfach auch das genaue Gegenteil: das Niedrigwasser. Am 20. September 2003 um 8.00 Uhr erreichte der Rheinpegel die Rekordmarke von 0,80 m. Damit wurde der Niedrigwert aus dem Jahr 1947 unterschritten.
Jedoch bedeutet der Pegel 0,00 Meter, dass die 150 m breite Fahrrinne in der Mitte des Flusses noch 1 Meter Wassertiefe hat. Die Binnenschifffahrt musste starke Einschränkungen hinnehmen, wurde aber nicht wie auf der Elbe ganz eingestellt.
Welche Wassermengen sich je nach Pegelstand durch die Stadt bewegen, macht folgende Aufstellung deutlich:
0,80 m (niedrigster Wasserstand): 630 m³/sek; 3,48 m (Normalwasserstand): 2.000 m³/sek; 6,20 m (Hochwassermarke I): 4.700 m³/sek; 8,30 m (Hochwassermarke II): 7.200 m³/sek; 10,00 m (Hochwasserschutz in Altstadt, Rodenkirchen und Zündorf): 9,700 m³/sek; 10,69 m (Hochwasser im Januar 1995): 11.500 m³/sek.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Köln. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten genannt:
Leverkusen (kreisfreie Stadt), Bergisch Gladbach und Rösrath (Rheinisch-Bergischer Kreis), Troisdorf und Niederkassel (Rhein-Sieg-Kreis), Wesseling, Brühl, Hürth, Frechen und Pulheim (alle Rhein-Erft-Kreis), Dormagen (Rhein-Kreis Neuss) Monheim (Kreis Mettmann).
Geschichte
Kreis Mettmann
Hauptartikel siehe Geschichte Kölns. Dieser Artikel enthält auch zwei Tabellen zu den Eingemeindungen und zur Einwohnerentwicklung der Stadt.
Köln ist die älteste der deutschen Großstädte: Der Name Köln, zur Römerzeit Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA), geht auf die römische Kaiserin Agrippina zurück. Die Gattin von Claudius war am Rhein geboren und ließ "Oppidum Ubiorum" (Ubiersiedlung) im Jahre 50 n. Chr. zur Stadt erheben. In der Römerzeit war es Statthaltersitz der Provinz Germania Inferior. Um 80 n: Chr. erhielt Köln mit der Eifelwasserleitung einen der längsten römischen Aquädukte überhaupt.
Auch im Frühmittelalter war Köln eine bedeutende Stadt. Um das Jahr 455 eroberten die Franken die zuvor römische Stadt. Bis Anfang des 6. Jhs. Hauptort eines selbständigen fränkischen Teilkönigreiches, ging es anschließend im Reich Chlodwigs auf, bewahrte aber starke Eigenständigkeit im Gebiet der "Ribuarier". Die "romanische" Bevölkerung lebte lange Zeit parallel zu den fränkischen Eroberern in der Stadt. Im Lauf des 6.-8. Jhs. kam es zu einer vollständigen Akkulturation zwischen den beiden Bevölkerungsteilen. Die Franken übernahmen rasch kulturelle Errungenschaften der römischen Stadtbevölkerung, zum Beispiel im Bereich der Bautechnik oder der Glasherstellung. Gegen Ende der Merowingerzeit war Köln Residenzstadt. Spätestens ab karlischer Zeit war der Bischof bzw. Erzbischof von Köln eine der bedeutendsten Personen im Reich. Unter den Ottonen spielte Köln eine wichtige Rolle bei der Annäherung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und dem Byzantinischen Reich, seit die Kaiserin Theophanu, gebürtige Griechin und Gattin Ottos II., dort als Reichsverweserin residierte. Ab dem 10. Jahrhundert setzte eine Serie von Stiftsgründungen ein, die den romanischen Kirchenbau einläuteten. In der Folge errang Köln unter der Führung bedeutender, auch politisch versierter Erzbischöfe einen unangefochtenen Rang als geistliches Zentrum. Die Überführung der Gebeine der heiligen drei Könige durch den Erzbischof Rainald von Dassel im Jahr 1164 machten die Stadt zu einem Pilgerziel ersten Ranges. Köln wurde im Hochmittelalter größte Stadt Deutschlands, so dass auch die Stadtbefestigungen mehrfach erweitert werden mussten: Ab dem Jahre 1180 (Urkunden vom 27.7. und 18.8.1180) wurde die damals weiträumigste Stadtmauer Deutschlands gebaut und etwa 1225 fertig gestellt. Die 12 Tore (7 gewaltige Doppelturmtorburgen, 3 riesige Turmtorburgen und zwei kleinere Doppelturmpforten (s. Ulrepforte)) - in die halbkreisförmige Stadtmauer integriert - sollten an das heilige Jerusalem erinnern.
Seit dem 12. Jahrhundert hat Köln neben Jerusalem, Konstantinopel und Rom die Bezeichnung "Sancta" im Stadtnamen: "Sancta Colonia Dei Gratia Romanae Ecclesiae Fidelis Filia" — Heiliges Köln von Gottes Gnaden, der römischen Kirche getreue Tochter. Es wurde beschlossen, ein unerreicht großes und beeindruckendes Gotteshaus zu errichten, um den Reliquien einen angemessenen Rahmen zu geben. Die Grundsteinlegung des Kölner Domes erfolgte 1248.
Rom]
Im Jahre 1259 erhielt Köln das Stapelrecht, das den Kölner Bürgern ein Vorkaufsrecht aller auf dem Rhein transportierten Waren sicherte und so zu dem Wohlstand der Kölner Bürgerschaft beitrug. Die jahrelangen Kämpfe der Kölner Erzbischöfe mit den Patriziern endeten 1288 vorläufig durch die Schlacht bei Worringen, bei der das Heer des Erzbischofs gegen das des Grafen von Berg und der Kölner Bürger unterlag. Fortan gehörte die Stadt nicht mehr zum Erzstift und der Erzbischof durfte sie nur noch zu religiösen Handlungen betreten. Die offizielle Erhebung zur freien Reichsstadt dauerte allerdings noch bis 1475. Seit 1500 gehört Köln zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.
Der Dreißigjährige Krieg lässt die Stadt unversehrt. Dies liegt zum Teil daran, dass sich die Stadt durch Geldzahlungen an heranziehende Truppen von Belagerungen und Eroberungen freikaufte. Köln verdiente an dem Krieg durch Waffenproduktion und -handel prächtig.
Mit der Besetzung durch die französischen Truppen 1794 während der Französischen Revolution endet die Geschichte des "Heiligen Köln". Wie das ganze linksrheinische Gebiet wird sie von Frankreich annektiert und 1798 in das Roerdepartement eingegliedert, dessen Hauptstadt jedoch Aachen ist. Im Jahre 1815 wird die Stadt Köln und das Rheinland dem Königreich Preußen einverleibt. Köln wird im Laufe der folgenden Jahrzehnte neben Berlin zur größten und wichtigsten Stadt in Preußen. Im Jahre 1880 wird nach 632 Jahren der Bau des Kölner Doms endlich abgeschlossen - zumindest vorübergehend, denn auch heute noch sind Reparaturarbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg und wegen Umweltschäden am Gestein erforderlich.
Zweiten Weltkrieg
Ende des 19. Jhdt. konnte sich die übervolle Stadt nach dem Bau des äußeren Festungsringes durch Kauf und Schleifen der Stadtmauer, Wälle und Bastionen in den Rayon erweitern. Die Besiedlung der „Neustadt“ (Köln-Neustadt_Nord, Köln-Neustadt_Süd) stellte den Kontakt zu den schnell wachsenden Umlandgemeinden her und schuf die Voraussetzung für die Eingemeindungen. Vom Abriss der alten Stadtmauer blieben nur wenige exemplarische Bauwerke aufgrund einer Intervention des preußischen Kulturministeriums verschont.
Im Zweiten Weltkrieg wird die Stadt durch Flächenbombardements zu über 90 % zerstört; die Einwohnerzahl sinkt von ehemals 800.000 auf 40.000. Von Januar bis März 1945 wurden in Köln 1800 in- und ausländische Widerstandskämpfer in Kriegsendphasenverbrechen von den Faschisten ermordet.
Erst 1959 erlangt Köln wieder die Einwohnerzahl der Vorkriegszeit.
Im Jahr 1975 erreicht Köln durch die Gebietsreform eine Einwohnerzahl von mehr als einer Million und ist für einige Zeit neben Berlin, Hamburg und München die vierte Millionenstadt Deutschlands. Mit der Ausgliederung Wesselings 1976 sinkt die Einwohnerzahl jedoch wieder unter die Millionengrenze.
Bis auf Deutz gehörten die rechtsrheinischen Stadtbezirke Kölns bis 1802 zum Herzogtum Berg; sie waren daher überwiegend reformierter Konfession. Die Köln-Altstadt_Nord und Köln-Altstadt_Süd bildeten die freie Reichsstadt Köln, die übrigen Stadtbezirke waren Teil des Kurfürstlichen Erzstifts Köln; beide blieben katholisch.
Das Kölner Stadtwappen
Das Wappen der Stadt Köln zeigt den doppelköpfigen Reichsadler, der Schwert und Zepter hält. Er erinnert daran, dass die Stadt im Mittelalter seit 1475 offiziell als Freie Reichsstadt zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte. Der Adler hat zwei Köpfe, weil der römische Kaiser zugleich der deutsche König war.
Der Schild hat die Farben rot und weiß, die Farben der Hanse. Köln gehörte als bedeutende Handelsmetropole nicht nur diesem Bund der Kaufleute und Städte an, sondern war - zusammen mit Lübeck - Mitbegründerin der deutschen Hanse und damit eine der ältesten Hansestädte in Deutschland.
Die drei Kronen sind seit dem 12. Jahrhundert das Hoheitszeichen der Stadt; sie erinnern an die „Heiligen Drei Könige“, deren Reliquien 1164 der Kölner Erzbischof Reinald von Dassel aus Mailand mitbrachte und in einem goldenen Schrein hinter dem Hochaltar des Doms aufbewahrt werden.
An den sehr populären Kult der heiligen Ursula erinnern die elf schwarzen Flammen, die seit dem 16. Jahrhundert im Kölner Stadtwappen auftauchen. Ursula war der Legende nach eine bretonische Prinzessin, die auf der Rückfahrt von einer Pilgerreise nach Rom mitsamt ihren Gefährtinnen von den Hunnen ermordet wurde, die damals gerade Köln belagerten. Die elf oder 11.000 legendären Jungfrauen werden im Stadtwappen durch die elf tropfenförmigen Hermelinschwänze symbolisiert, die wiederum an das Wappen der Bretagne — der Heimat Ursulas — erinnern könnten, das aus Hermelinfell besteht.
Religion
Christentum
Historisch ist Köln wie das gesamten Rheinland, abgesehen von Bergischen Land und vom Niederrhein, katholisch geprägt; so sind ca. 40 % der Einwohner katholisch, 20 % evangelisch, 10 % (vorwiegend Einwanderer) muslimisch, restliche 30 % anderer oder ohne Religion.
Spätestens seit 313 ist Köln Bischofssitz (Erzbistum Köln). Die Bischofskirche dieser Zeit ist nicht bekannt. Der Kölner Dom gilt erst seit der Gotik als das Wahrzeichen der Stadt. Die romanische Kirche des Benediktinerklosters Groß St. Martin und der Rathausturm bestimmten bis zur Fertigstellung des Domes im deutschen Kaiserreich die Silhouette der Stadt maßgeblich mit.
Köln hatte nach der Überführung der Gebeine der "Heiligen Drei Könige" (der Weisen aus dem Morgenland) am 23. Juli 1164 schnell den Rang als eine der wichtigsten Pilgerstädte im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation inne. Die erste Reise der frisch gekrönten Kaiser und Könige führte von Aachen an den Schrein der Heiligen Drei Könige. Die Pilgermassen brachten viel Geld mit in die Stadt, was sich auch zu einer verstärkten Ansiedlung und einem sprunghaften Anstieg der Stadtbevölkerung führte. (Im Mittelalter war Köln die größte Stadt Europas.)
Der Erzbischof Philipp I. von Heinsberg ließ einen kostbaren vergoldeten Schrein anfertigen, seine Nachfolger ab 1248 einen neuen Dom bauen, der aufgrund von Streitigkeiten mit dem Stadtrat und der darauf folgenden Vertreibung des Fürstbischofs aus seiner Residenzstadt immer langsamer voran kam und schließlich völlig zum Erliegen kam (mehr Informationen zum Bau unter Kölner Dom). Nicht um den Handel verlegen, entwickelte sich Köln auch zum Zentrum des Reliquienhandels, da die mittelalterlichen Menschen hofften, durch den Besitz eines heiligen Gegenstandes oder Knochen einer/eines Heiligen der Erlösung näher zu kommen. Diese Bedeutung der Stadt brachte ihr den Namen "heiliges Köln" ein.
Die Bedeutung der Religion zeigt sich auch im Stadtwappen, auf denen die 3 Kronen der Heiligen Drei Könige und die 11 Tränen der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen, die in Köln den Märtyrertod erlitten haben sollen.
Als einen der zahlreichen Höhepunkte des "Heiligen Kölns" in der jahrtausendlangen christlichen bzw. katholischen Geschichte ist sicherlich der XX. Weltjugendtag vom 15. August bis 21. August 2005 zu erwähnen. Rund 26.000 Freiwillige aus 160 Staaten begrüßten Gäste aus 196 Staaten in den Städten Köln, Bonn und Düsseldorf. Zu diesem Großereignis der "jungen katholischen Kirche" waren bis zur Abschlussmesse auf dem Marienfeld, einem stillgelegten Tagebau nahe dem Vorort Frechen, über 1.000.000 Menschen im Kölner Großraum.
Papst Benedikt XVI. unternahm zu diesem Anlass seine erste Pontifikalreise nach seiner Inthronisation und besuchte die Stadt vom 18. August bis 21. August. Bei dieser Gelegenheit, bestätigte er noch einmal den Titel: Heiliges Köln.
Judentum
Die jüdische Gemeinde in Köln ist die älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen und wurde schon 321 erwähnt.
Die heutige Synagogengemeinde Köln verfügt über 4857 Mitglieder. Sie besitzt eine Mikwe, einen Friedhof, eine Grundschule, einen Kindergarten, eine Bibliothek, einen Sportverein (Makkabi), ein koscheres Restaurant, ein Jugendzentrum und einen Seniorentreff. Die Gemeinde wird von zwei Rabbinern geleitet.
Islam
Wegen des hohen Anteils von Einwanderern aus der Türkei und ihren Nachkommen, sowie wegen der zentralen Lage in der alten Bundesrepublik, richteten die wichtigsten türkisch-islamischen Organisationen Deutschlands ihren Sitz in Köln und Umgebung (Kerpen) ein.
Wallfahrtsorte
Die Stadt Köln ist nicht nur Wallfahrtsort für die heiligen drei Könige, sondern auch für den heiligen Albertus Magnus, in St. Andreas. Zudem kommen noch die Seligen Adolph Kolping, der Vater der Gesellen, in der Minoritenkirche, der Selige Johannes Duns Scotus (ein wichtiger Philosoph) in der Minoritenkirche ebenfalls, die Selige Edith Stein (Theresia Benedicta a Cruce), eine Philosophin und Nonne im 3. Reich, die schwarze Mutter Gottes in der Kupfergasse, die Maria des hl. Hermann Josef im Kapitol und des hl. Pantaleon. Gleichzeitig ist der Dom die Erinnerung zahlreicher katholischer Christen, welche von den Gründungen (Missio, Miserior, Ostpriesterhilfe) lebenswichtige Beihilfen erfahren haben.
Politik
Edith Stein
In römischer Zeit leitete der Admiral der Rheinflotte die städtische Verwaltung. Später wurde die römische Munizipalverfassung eingeführt. Als Sitz des Erzbistums erlangte der Erzbischof später die vollständige Machtausübung in Köln. Doch versuchte die Stadt, sich vom Erzbischof zu lösen, was ihr schließlich im 13. Jahrhundert gelang (ab 1288 de facto Freie Reichsstadt). Bereits ab 1180 ist auch ein Rat der Stadt nachweisbar. Ab 1396 waren die 22 Gaffeln das politische Rückgrat der Stadtverwaltung. Sie wählten den 36köpfigen Rat, der wiederum 13 Personen hinzuwählen konnte. Die Zusammensetzung des Rates wechselte halbjährlich, in dem jeweils die Hälfte der Mitglieder ersetzt wurde. Der Rat wählte jährlich 2 Bürgermeister. Nach der französischen Besatzung 1794 wurde 1798 die Munizipalverfassung eingeführt. Nach dem Übergang an Preußen 1815 wurde Köln 1816 eine kreisfreie Stadt und gleichzeitig Sitz eines Landkreises, der erst bei der Kreisreform 1975 aufgelöst wurde. An der Spitze der Stadt stand seit 1815 ein Oberbürgermeister, ferner gab es weiterhin einen Rat. 1856 wurde die preußische Städteordnung der Rheinprovinz eingeführt.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seither direkt vom Volk gewählt. Dem Oberbürgermeister stehen drei weitere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zur Seite, die von den stärksten Fraktionen des Rates gestellt werden. Siehe auch Liste der Oberbürgermeister von Köln.
Rat der Stadt Köln
Liste der Oberbürgermeister von Köln
Im Kölner Stadtrat sitzen 90 Ratsfrauen und Ratsherren. Der direkt gewählte Oberbürgermeister hat Stimmrecht und leitet die Sitzungen. Derzeit sitzen im Kölner Rat die CDU (29 Mitglieder), SPD (28 Mitglieder), Bündnis 90/Die Grünen (15 Mitglieder), FDP (7 Mitglieder), die Bürgerbewegung pro Köln (4 Mitglieder), die PDS (3 Mitglieder), das Kölner Bürger Bündnis (2 Mitglieder), REP (1 Mitglied) sowie die Liste "gemeinsam gegen Sozialraub" (1 Mitglied). Der Rat besitzt 19 Ausschüsse, eine Seniorenvertretung und einen Ausländerbeirat.
Dass der Kölner Klüngel im Dunstkreis des Kölner Rathauses erfunden wurde, lässt sich nur schwer belegen, obwohl es in der Kölner Politik zahlreiche Beispiele für seine Anwendung gegeben hat.
Bezirksvertretungen
Parallel zu den Wahlen des Stadtrates wird in jedem der neun Stadtbezirke nach den Vorgaben der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalens je eine Bezirksvertretung gewählt. Diese vertreten die Interessen der Bezirke und der dazu gehörenden Stadtteile gegenüber dem Stadtrat. In Fragen geringerer Bedeutung, die nicht über die Bezirksgrenzen hinaus wirken, haben sie Entscheidungsbefugnis. Näheres regelt die Hauptsatzung der Stadt Köln.
Städtepartnerschaften
Durch die eingemeindeten Städte und Gemeinden übernahm Köln auch deren partnerschaftliche Beziehungen und zwar mit den Städten Benfleet/Castle Point (England), Igny (Frankreich), Diepenbeek (Belgien), Brive la Gaillarde (Frankreich), Dunstable (England), Eygelshoven (Niederlande) und Hazebrouck (Frankreich).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Frankreich]
Im Mittelalter wurde Köln zu einem bedeutenden kirchlichen und zu einem wichtigem künstlerischen und edukativen Zentrum. Der Kölner Dom ist die größte gotische Kirche in Nordeuropa und beherbergt den Dreikönigsschrein, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, daher die drei Kronen im Stadtwappen. Der Kölner Dom - 1996 zum Weltkulturerbe erklärt - ist das Hauptwahrzeichen der Stadt und dient als inoffizielles Symbol. Köln wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört. Heute ist Köln auch eine kulturelle Metropole mit vielen wichtigen Museen, Galerien, Kunstmessen sowie lebendigen Kunst- und Musikszenen.
Darüberhinaus gilt Köln, zusammen mit Hamburg und Berlin als Hochburg der Homosexuellen-Szene. In Köln findet der größte GayPride (ehemals: Christopher-Street-Day) Deutschlands statt.
Theater
In Köln sind zahlreiche Theater ansässig. Die Stadt ist Träger der "Bühnen der Stadt Köln" mit Schauspielhaus und Opernhaus (gegründet 1822). Weitere bekannte Bühnen sind: Arkadas-Theater, Artheater, Atelier-Theater, Casamax-Theater, Cassiopeia-Theater, Comedia, Freies Werkstatt-Theater, Gloria-Theater, Hänneschen-Theater (Puppenspiele der Stadt Köln), Horizont-Theater, Kölner Künstler-Theater, Klüngelpütz Kabarett-Theater, Musical Dome, Piccolo-Theater, Puppentheater Lapislazuli, Senftöpfchen-Theater, Studiobühne Köln, Theater am Dom, Theater am Sachsenring, theater Der Keller, Theater im Bauturm, Theater im Hof, Theater Tiefrot, Theaterhaus Köln und das Volkstheater Millowitsch.
Musik
Volkstheater Millowitsch
In Köln sind berühmte Sinfonie- und Kammerorchester zuhause. Das Gürzenich-Orchester wurde 1857 anlässlich der Einweihung des gleichnamigen Kölner Konzertsaals als Nachfolgeorganisation der „Musikalischen Gesellschaft“ gegründet. Seit 1888 ist die Stadt Träger des Orchesters. Es spielt in der Oper Köln und gibt auch zahlreiche Konzerte, zum Beispiel in der Kölner Philharmonie. Bekannte Musikdirektoren des Orchesters waren Conradin Kreutzer, Hermann Abendroth und Günter Wand.
Das zweite berühmte Sinfonieorchester ist das „WDR-Sinfonie-Orchester“. Dieses Orchester wurde 1945 als Nachfolgeeinrichtung des 1926 gegründeten Orchesters des Reichssenders Köln gegründet. An Kammerorchestern sind zu nennen: „Camerata Köln“ (gegründet 1976), Capella Clementina (gegründet 1964 als „Kölner Kammerorchester“), „Cappella Coloniensis“ (in Trägerschaft des WDR), „Collegium Aureum“ (gegründet 1964), „Concerto Köln“ (gegründet 1985) und „Musica Antiqua Köln“ (gegründet 1973).
An berühmten Chören sind zu erwähnen: Philharmonischer Chor Köln, gegründet 1947 von Philipp Röhl, Kölner Dommusik, besteht aus 4 Chören (Kölner Domchor (Knabenchor), Mädchenchor am Kölner Dom, Domkantorei Köln, Vokalensemble Kölner Dom). Der Domchor wurde 1863 wiedergegründet, Kölner Kammerchor, gegründet 1970 von Peter Neumann, der Kölner Rundfunkchor, gegründet 1955, und die Kölner Kantorei, gegründet 1968 von Volker Hempfling.
Die Hochschule für Musik Köln als Europas größte Musikhochschule trägt zum musikalischen Leben der Stadt erheblich bei. Eine wichtige Spielstätte für Musik ist die Philharmonie mit einem breiten Spektrum von Klassischer Musik über Musik der Gegenwart bis hin zu Jazz und populärer Musik. Die Kölnarena, das E-Werk in Köln-Mülheim, das Palladium und die Live Music Hall sind neben dem Tanzbrunnen im Rheinpark (Freilichtbühne) weitere vielbesuchte Veranstaltungsorte. In den Sendesälen von Westdeutschem Rundfunk (WDR) und Deutschlandfunk finden außerdem regelmäßig Konzerte statt. Der WDR unterhält nicht nur das oben erwähnte Sinfonieorchester, sondern auch eine Big Band, die im allgemeinen als eine der besten Big Bands Europas gilt. Das Jazzhaus im Stadtgarten hat ein reichhaltiges Programm aller Spielarten des Jazz. Und selbst im alten Ballsaal des mittelalterlichen Köln, dem Gürzenich, wird noch Musik aufgeführt.
Eine feste Größe in Köln ist die durch den Karneval geprägte Volksmusik. Dabei ist Volksmusik nur bedingt in Anlehnung an allgemeine Volksmusik zu sehen. Sie wird fast durchgängig in Mundart gesungen also in Kölsch. Dabei variieren die Stilrichtungen von Schlager über Pop und Rock. Es gibt in Deutschland vermutlich keine zweite Region die jährlich so viele regionale Lieder hervorbringt und kaum eine andere Stadt die häufiger besungen wird. Dabei handelt es sich nicht immer nur um Karnevalslieder. Einige Gruppen halten sich eher zum Karneval distanziert andere betätigen sich nur teilweise in diesem Feld. In jüngerer Vergangenheit hat sich auch eine A-cappella-Szene gebildet.
Als einige Größen die sich um die Kölner Musik Szene verdient gemacht haben sind in der Vergangenheit zum Beispiel Willi Ostermann und Willi Schneider oder gegenwärtig die Bläck Fööss, die Höhner, BAP, Brings, Wise Guys usw.
Museen
Wise Guys
Wise Guys
Wise Guys
Wise Guys
Unter den zahlreichen Kölner Museen mit hochkarätigen Sammlungen sind das Museum Ludwig (Moderne und Gegenwartskunst), das Wallraf-Richartz-Museum (Kunst des Mittelalters bis 19. Jahrhundert) sowie das Römisch-Germanische Museum (Kunst-, Schmuck und Alltagsgegenständen aus der römischen und merowingischen Epoche) hervorzuheben.
Weitere Museen und Ausstellungsinstitute in Köln:
- Agfa-Photo-Historama (Historische Fotografie)
- Deutsches Sport & Olympia Museum
- Domschatzkammer Köln
- Duftmuseum im Farina-Haus
- Erzbischöfliches Diözesanmuseum
- Geldgeschichtliches Museum
- Imhoff-Stollwerck-Museum (Schokoladenmuseum)
- Käthe Kollwitz Museum
- Karnevalsmuseum
- Kölnischer Kunstverein (Gegenwartskunst)
- Kölnisches Stadtmuseum Zeughaus(Stadtgeschichte)
- Museum für Angewandte Kunst (Köln)
- Museum für Ostasiatische Kunst (Kunst und Kunsthandwerk aus Japan, China und Korea)
- Museum Schnütgen (Sakralkunst des Mittelalters)
- Rautenstrauch-Joest-Museum (Völkerkunde)
Karneval
Der Kölner Karneval - die „fünfte Jahreszeit“ - beginnt am 11.11. um 11:11 Uhr auf dem Alter Markt. Nach einem kurzen, aber heftigen Auftakt legt der Karneval bis Neujahr eine Pause ein. Dann beginnt die eigentliche "Session" und geht bis zum Aschermittwoch mit dem traditionellen Fischessen. Dieser Abschied vom bunten Karnevalstreiben wird durch die sog. Nubbelverbrennung um Mitternacht von Karnevalsdienstag auf Aschermittwoch eingeläutet.
Während der Karnevalssession, deren Länge im übrigen durch den Ostertermin bestimmt wird (40 Tage nach dem Aschermittwoch - ohne Sonntage mitzuzählen - ist Ostern), finden Sitzungen und Bälle mit ausgelassenem Karnevalprogramm und -treiben statt.
Der „offizielle“ Sitzungskarneval findet seine Anhängerschaft überwiegend im älteren und konservativerem Publikum. Vor allem bei den "Prunk"-Sitzungen sitzt im Publikum die lokale Polit- und Geldprominenz.
In den letzten Jahrzehnten etablierte sich eine Gegenbewegung zum traditionellen Sitzungskarneval, der überwiegend vom "Festkomitee Kölner Karneval" kontrolliert wird.
Ihr Aushängeschild ist die Stunksitzung, mittlerweile die umsatzstärkste Veranstaltung des Kölner Karnevals mit über 40 Veranstaltungstagen im Kölner E-Werk. Dazu kommt noch die schwul-lesbische Rosa Sitzung und ihre verschiedenen Sprößlinge.
Die Session gipfelt im Straßen- und Kneipenkarneval, wo auch die eher jüngeren Karnevalbegeisterten gerne die Nächte durchfeiern. Dieser beginnt an Weiberfastnacht, also dem Donnerstag vor Rosenmontag und versetzt die Stadt am Rhein für die nächsten 6 Tage in den Ausnahmezustand. In dieser Zeit finden auch die zahlreichen Karnevalszüge statt, deren größter der Rosenmontagszug in der Innenstadt ist. Allerdings gibt es von Karnevalssamstag bis Dienstag in fast jedem Stadtteil Kölns mindestens einen Zug, sodass der zugbegeisterte Karnevalsjeck nicht zu kurz kommt.
Ein besonderer Zug ist der Geisterzug: Im Jahr 1991, als anlässlich des 2. Golfkriegs der offizielle Straßenkarneval ausfiel und somit auch der Rosenmontagszug, lebte eine alte Tradition wieder auf und zwar die des Geisterzugs. So folgen nichtorganisierte Gruppen dem Ääzebär, der die kalte Jahreszeit vertreiben soll. Seitdem findet jeden Karnevalssamstag der Kölner Geisterzug statt, der nachts durch verschiedene Viertel der Stadt zieht.
Bauwerke
Ääzebär
Ääzebär
Ääzebär
Die Altstadt Kölns und angrenzende Bereiche wurden durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Beim Wiederaufbau wurden zwar der Straßenverlauf und die historischen Straßennamen häufig beibehalten, die Bebauung erfolgte jedoch in der Regel im Stil der Fünfzigerjahre. Somit sind weite Teile der Stadt von einfacher (mitunter auch schäbiger) Nachkriegsarchitektur geprägt; dazwischen befinden sich einzelne Bauten, die erhalten geblieben oder aufgrund ihrer Bedeutung rekonstruiert worden sind.
- Römisches Köln: Reste römischer Bauwerke finden sich im gesamten Innenstadtbereich, teilweise unterirdisch in Parkhäusern, Kellern oder, mit einem Aufzug erreichbar, unter dem Kölner Rathaus. Oberirdisch können Reste der römischen Stadtmauer, zum Beispiel der Römerturm, besichtigt werden.
- Mittelalterliches Köln: Bedeutende mittelalterliche Profanbauten sind erhalten bzw. wieder aufgebaut worden: Beispiele sind das Rathaus, das Stapelhaus, der Gürzenich und das Overstolzenhaus, ältestes erhaltenes Wohngebäude der Stadt. Teile der mächtigen mittelalterlichen Stadtmauern sind ebenfalls erhalten, darunter auch mehrere Stadttore wie das Eigelsteintor und die Stadtmauer am Hansaring (neben dem früheren Standort des Stadtgefängnisses Klingelpütz), das Severinstor, das Hahnentor oder die Ulrepforte samt der Stadtmauer am Sachsenring und die Weckschnapp. Die malerische Kölner Altstadt (Martinsviertel) besteht nur noch zum Teil aus mittelalterlicher Bausubstanz. Viele Gebäude wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mehr oder weniger stilgerecht wieder aufgebaut.
- Preußisches Köln: Der Festungsring liegt in den heutigen äußeren Stadtbezirken und diente der Stadtbefestigung der preußischen Zeit. Innerhalb des äußeren Grüngürtels können noch heute einige der Forts besichtigt werden. Die Neustadt ist eine ringförmig um die historische Altstadt angelegte Stadterweiterung, die sich von der abgebrochenen mittelalterlichen Stadtmauer bis zum inneren Festungsring erstreckt. Sie wurde ab 1880 bis ca. 1920 erbaut und war die größte ihrer Zeit in Deutschland. Einst war sie ein geschlossenes Ensemble mit allen Stilrichtungen vom Historismus über Jugendstil bis hin zum Expressionismus, konnte aber nach erheblichen Kriegsschäden und ungezügelter Abrisswut in der Nachkriegszeit nur noch teilweise ihren Charme erhalten. Heute ist sie kein reines Wohngebiet mehr, sondern Zentrum verschiedenster kultureller und geschäftlicher Aktivitäten (Mediapark, Galerien, Kneipenviertel etc.). Die ursprüngliche Gestalt lässt sich in einigen Straßenzügen noch gut nachvollziehen: Hierzu zählen die Südstadt (Ubierring, Alteburger Str. - hauptsächlich Jugendstil), das Universitätsviertel (Zülpicher Straße, Rathenauplatz - hauptsächlich historisierende wilhelminische Häuser) und einzelne Patrizierhäuser im Belgischen Viertel (Aachener Str., Lütticher Str.). - In der nördlichen Neustadt stellt die Kirche St. Agnes ein gelungenes Beispiel rheinische Neugotik dar.
- Zwischen den Weltkriegen:
- Messegelände
- Messeturm Köln
- Hansahochhaus
- Dischhaus
- Nachkriegs-Köln bis heute:
- Fernmeldeturm Colonius
- Colonia-Hochhaus (höchstes Wohngebäude Deutschlands)
- Gürzenich-Erweiterung
- Gebäudeensemble der Gerling-Versicherung
- Ludwig Museum, Philharmonie und Rheinufertunnel
- Wallraf-Richartz-Museum Fondation Corboud
- Oper und Schauspielhaus
- Kölnarena
- MediaPark
- Victoria-Ensemble
- Kaufhausgebäude Schildergasse 65-67 in Köln („Weltstadthaus")
- Bedeutende Kirchen:
- Kölner Dom mit Dreikönigsschrein (spätes 12. Jahrhundert/1. Hälfte 13. Jahrhundert)
- zwölf romanische Kirchen im Innenstadtbereich: St. Severin, St. Maria Lyskirchen, Basilika St. Andreas, St. Aposteln, St. Gereon, St. Ursula, St. Pantaleon, St. Maria im Kapitol, Groß St. Martin, St. Georg, St. Kunibert und St. Cäcilien
- die Barock-Kirche St. Mariä Himmelfahrt
- die (ev.) Kartäuserkirche
- die (ev.) Trinitatiskirche
- St. Engelbert in Köln-Riehl als der erste moderne Kirchenbau Kölns.
- Rheinbrücken:
- Hohenzollernbrücke (die beeindruckende Bogenbrücke über den Rhein ist die am meisten befahrene Eisenbahnbrücke Europas)
- Rodenkirchener Brücke (Hängebrücke für die A 4)
- Südbrücke (Bogenbrücke für Züge)
- Severinsbrücke (Schrägseilbrücke für Stadtbahn, Autos und Fußgänger)
- Deutzer Brücke (Balkenbrücke für Stadtbahn, Autos und Fußgänger)
- Zoobrücke (Kastenträgerbrücke für Autos und Fußgänger)
- Mülheimer Brücke (Hängebrücke für Stadtbahn, Autos und Fußgänger)
- Autobahnbrücke Köln-Merkenich - Leverkusen der A 1
siehe auch: :Kategorie:Bauwerk in Köln
Parks und Grünflächen der Stadt
Köln besitzt linksrheinisch zwei Grüngürtel - den Inneren und den Äußeren. Der innere Grüngürtel ist sieben Kilometer lang, mehrere hundert Meter breit und hat eine Fläche von 120 ha. Der innere Festungsgürtel der Stadt musste nach dem Ersten Weltkrieg im Rahmen der Versailler Verträge abgerissen werden, so dass hier diese große städtische Grünanlage entstehen konnte. Durch Aufschüttung von Trümmern des Zweiten Weltkrieges entstand im inneren Grüngürtel der heute dicht bewachsene 25 Meter hohe Herkulesberg. Der innere Grüngürtel beherbergt 25 Baumarten, Wiesen und mehrere Wasserflächen.
Der äußere Grüngürtel entstand ebenfalls nach dem Wegfall einer militärischen Anlage, des äußeren Festungsringes. Die zum Teil baumbestandene größte Kölner Grünanlage sollte ursprünglich fast die gesamte Stadt umschließen, was aus wirtschaftlichen Gründen nie realisiert wurde. Dennoch entstanden in den 1920er Jahren 800 ha Grünfläche.
Der 5 ha (ursprünglich: 11 ha) große Stadtgarten ist der älteste und sicher auch einer der schönsten Parks in Köln. Die 175 Jahre alte Anlage wurde als Landschaftspark angelegt und besitzt seit über 100 Jahren auch ein Restaurant mit Biergarten. Dort ist heute auch ein Jazzclub zu finden.
Im über hundert Jahre alten Volksgarten im Kölner Süden finden in der warmen Jahreszeit nächtelange Grill-Happenings statt, zu denen sich oft Trommler und andere Instrumentalisten einfinden. Auch Klein- und Straßenkünstler sind hier zu finden. Der Park ist außerdem Ort für viele kulturelle Veranstaltungen, so werden beispielsweise in der Orangerie Theaterstücke aufgeführt.
Die auf einer Anhöhe gelegene Grünflache am Aachener Weiher ist insbesondere bei Studenten ein beliebter Treffpunkt. Der sanfte Hügel entstand - wie auch der Herkulesberg - durch Aufschüttung von Trümmern des Zweiten Weltkriegs. Seit dem 7. August 2004 erinnert ein neuer Name an die Opfer des Krieges: Hiroshima-Nagasaki-Park. Die Domstadt ist seit 1985 Mitglied des internationalen Städtebündnisses gegen Atomwaffen, dem so genannten "Hiroshima- Nagasaki-Bündnis".
Zu den interessanten Parks in Köln gehören auch der Blücherpark im Stadtteil Bilderstöckchen und der Vorgebirgspark in Raderthal, die, obwohl beide sehr u
Deutschland
Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.
Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.
Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.
Geografie
Lage
Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km.
Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.
Exklaven
Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben.
Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.
Mittelpunkt Deutschlands
Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .
Großlandschaften
Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.
Geologie
Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums.
Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren.
Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf.
Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen.
Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Gewässer
Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]]
Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee.
Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer.
Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas.
Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert.
Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee.
Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen.
Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) teilweise mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in ehemals von Inlandeis bedeckten Gebieten oder deren Vorland, insbesondere in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland
Gebirge und Senken
Liste der Seen in Deutschland
Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.453 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.141 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist.
Details finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands.
Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Inseln
Jülich
Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist in Form von Inselketten dem Festland vorgelagert und stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Bestandteil des deutschen Wattenmeeres sind. Die nordfriesischen Inseln gehören zu Schleswig-Holstein und bestehen aus den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie den wesentlich kleineren Halligen. Die zu Niedersachsen gehörenden ostfriesischen Inseln sind von Aufbau und Größe sehr ähnlich. Größte dieser Inseln ist Borkum. Einen Sonderfall stellt die weiter in der Nordsee gelegene Insel Helgoland dar, die Deutschlands einzige Hochseeinsel ist.
Die Inseln in der Ostsee liegen an der deutschen Boddenküste, sind tendenziell größer und weisen ein stärker bewegtes Relief auf. Die größte dieser Inseln und gleichzeitig größte deutsche Insel ist Rügen, gefolgt von Usedom, deren Ostzipfel bereits zu Polen gehört. Wie die Nordseeinseln sind auch die Ostseeinseln beliebte Reiseziele und von bekannten Seebädern gesäumt.
Auch in einigen deutschen Binnengewässern gibt es Inseln, von denen die bekanntesten Mainau und Reichenau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im Chiemsee sein dürften. Für die vollständige Aufführung aller Inseln siehe: Liste deutscher Inseln
Klima
Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima wird unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für die Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet.
Extreme Wetterbedingungen wie langanhaltende Dürren, Tornados, strenger Frost oder extreme Hitze sind vergleichsweise selten. Gelegentlich treten jedoch Stürme auf, die in den Jahren 2000 und 2002 zu schweren Schäden geführt haben. Regelmäßig ereignen sich auch Hochwasser, die nach intensiven Regenperioden im Sommer (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) oder nach der Schneeschmelze im Winter zu Überschwemmungen und erheblichen Zerstörungen führen können. Dass es am Rhein häufiger zu Hochwasser kommt, liegt wahrscheinlich an der im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Tulla durchgeführten Rhein-Begradigung, die weitgehend zur Beseitigung der früheren Rheinauen geführt hat. Dürren betreffen hauptsächlich den Nordosten Deutschlands, können zuweilen aber auch das ganze Land in Mitleidenschaft ziehen, wie zuletzt während der Hitzewelle 2003.
Die Klimadaten betragen (gemittelte Werte der Jahre 1961–1990):
Quelle: [http://www.cru.uea.ac.uk/~timm/cty/obs/TYN_CY_1_1.html Tyndall Centre for Climate Change Report]
Die deutschlandweiten Klimamittel werden je nach Region teils erheblich über- oder unterschritten. Die höchsten Jahrestemperaturen verzeichnet Südbaden mit über 11 °C, während in Oberstdorf der Durchschnitt unter 6 °C liegt. Zudem zeichnet sich ein allgemeiner Trend zu höheren Temperaturen ab: Nach Angabe des Deutschen Wetterdienstes lagen in 14 der 15 Jahre seit 1990 die Durchschnittstemperaturen über dem langjährigen Mittel von 8,3 °C, im Jahr 2000 wurden sogar 9,9 °C erreicht. Insbesondere die Sommer sind deutlich wärmer geworden. Zudem verfrüht sich der Frühlingseinzug im Schnitt um fünf Tage pro Jahrzehnt. Zugvögel halten sich fast einen Monat länger in Deutschland auf als noch in den siebziger Jahren.
Böden und Flächennutzung
Die Zusammensetzung und Qualität der Böden ist regional sehr unterschiedlich. In Norddeutschland bildet ein küstennaher Gürtel aus fruchtbaren Marschböden die Grundlage für ertragreiche Landwirtschaft, während die dahinter liegende, eiszeitlich geprägte Geest nur sehr magere Böden aufweist. In der Lüneburger Heide ist dieser durch jahrhundertelange Weidewirtschaft zum Podsol degeneriert, so dass Ackerbau kaum möglich ist. Sehr unergiebig sind auch die Gebiete der Alt- und Jungmoränenlandschaft, in denen sich Flugsand angelagert hat. Brandenburg beispielsweise war schon in historischer Zeit als des „Heiligen Reiches Streusandbüchse“ berüchtigt. Zwischen der Moränenlandschaft und der Mittelgebirgsstufe zieht sich von West nach Ost eine Reihe von Börden: In diesen Gebieten ist durch eiszei | | |