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Midraschim

Midraschim

Midrasch (hebr. מדרש, pl. Midraschim) ist die Auslegung religiöser Texte im rabbinischen Judentum.

Wortbedeutung

Das Wort "Midrasch" leitet sich ab vom hebräischen Verb darasch (דרש), das "suchen, fragen" bedeutet. Midrasch heißt also in erster Linie "Forschung, Studium", dann auch "Auslegung" und "Lehre". Der Begriff bezeichnet sowohl den Vorgang des Studierens, als auch dessen Ergebnis. Der Midrasch bezieht sich immer auf einen autoritativen religiösen Text, in der Regel auf einen Text oder ein Ereignis der Bibel. Er kann in schriftlicher oder mündlicher Form vorliegen.

Geschichte

Der Midrasch ist sicher zunächst eine mündliche Form der Schriftauslegung. Die ersten schriftlichen Beispiele finden sich jedoch bereits in der Bibel selbst. So können etwa die Bücher der Chronik als Midraschim (Mz. von Midrasch) zu den Büchern Samuel und Könige verstanden werden. Auch in der jüdischen Gemeinschaft von Qumran (ca. 130 v. - 70 n. Chr.) gab es Midraschim (Pescher). Die größte Bedeutung erlangte der Midrasch jedoch in der Zeit des rabbinischen Judentums ab dem Jahr 70 n. Chr. Aus dieser Zeit stammen die wesentlichen schriftlichen Belege. Dabei handelt es sich um eigenständige Textsammlungen, die neben den Werken der Mischna und des Talmud entstanden. Der Entstehungsort der Midraschim ist ganz überwiegend Palästina, das babylonische Judentum hat nur wenig zu dieser Gattung beigetragen.

Form

Es werden vor allem zwei Formen des Midrasch unterschieden. Die Abgrenzung ist jedoch oft recht schwierig, so dass jedenfalls mit Mischformen zu rechnen ist:

Halachische Midraschim

Die Halacha ist die Auslegung gesetzlicher Vorschriften im Judentum. Dem enstprechend behandeln halachische Midraschim ausschließlich Texte der Tora, insbesondere die biblischen Bücher Exodus bis Deuteronomium. Folgende Werke aus dem 3. Jhdt. n. Chr. zählen zu den halachischen Midraschim (Auswahl):
- Mekhilta de Rabbi Jischmael (Auslegungen zum Buch Exodus)
- Sifra (Auslegungen zum Buch Leviticus)
- Sifre Numeri (Auslegungen zum Buch Numeri)
- Sifre Deuteronomium (Auslegungen zum Buch Deuteronomium)

Haggadische Midraschim

Nichtgesetzliche Auslegungen nennt das rabbinische Judentum Haggada. Haggadische Midraschim beschäftigen sich folglich mit den erzählerischen Teilen der Bibel und werden auch als homiletisch bezeichnet. Die wichtigsten Werke dieser Gattung sind:
- Bereschit Rabba (Kommentar zum Buch Genesis)
- Ekha Rabbati (Kommentar zum Buch Klagelieder)
- Wajjiqra Rabba (Kommentar zum Buch Leviticus)
- Pesiqta de Rab Kahana, Pesiqta Rabbati (zwei Predigtsammlungen zu Festtagen)

Literatur


- G. Stemberger, Einleitung in Talmud und Midrasch. München 1992. ISBN 3406366953

Weblinks


- http://www.christen-und-juden.de/html/midrasch.htm Kategorie:Jüdische Literatur

Rabbiner

Der Titel Rabbiner ist ein religiöser Titel im Judentum und wird von hebräisch Rabbi oder aramäisch Rabbuni (Meister, Lehrer) abgeleitet. Andere Bezeichnungen sind auch Rebbe und Lehrmeister. Rabbi war um die Zeitenwende ein Ehrentitel jüdischer Schriftgelehrter. Auch Jesus von Nazaret wurde der Titel Rabbi beigelegt. Zu den Aufgaben eines Rabbiners zählt die religiöse Lehre, und als Talmudkenner kommt ihm die Entscheidung in religiösen Fragen zu. In liberalen Gemeinden leitet der Rabbiner oft die Schabbat- und Festtagsgottesdienste, wofür traditionell der Vorbeter (Chasan) oder Vorsänger zuständig ist. Ein Rabbiner ist kein Priester, dem irgendwelche besonderen religiösen Aufgaben alleine zuständen. Den Segen z. B. kann jeder Jude oder jede Jüdin sprechen, weil dies nach jüdischer Ansicht keine besondere Vermittlerfunktion erfordert. Nicht der den Segen Sprechende segnet, sondern allein Gott segnet. Deshalb kann im Grunde auch jedes dazu befähigte Mitglied einer jüdischen Gemeinde den Gottesdienst leiten, vorbeten, aus der Tora vorlesen usw. Sehr oft haben jedoch nur Rabbiner die dazu erforderlichen Kenntnisse. In den meisten liberalen Gemeinden muss der Rabbiner oder die Rabbinerin solche Aufgaben übernehmen, weil kein Kantor (Chasan) zur Verfügung steht. Eine der wichtigsten Aufgaben eines Rabbiners ist heutzutage die Seelsorge für die Gemeindemitglieder und für Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen (z.B. Konversionskandidaten). Deutschlands einziges Rabbinerseminar ist das Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam, das im Wintersemester 2001/2002 seine Arbeit aufnahm. Bis 1939 gab es in Berlin und Breslau zwei Seminare. Im Mai 2001 wurde an der Heidelberger Hochschule für jüdische Studien der Ignatz-Bubis-Lehrstuhl eröffnet. Es ist der erste Lehrstuhl für die Rabbinerausbildung in Deutschland seit 1941. (ruprecht Nr. 71) Der Ober- oder Großrabbiner eines Landes oder einer Gemeinde gilt als die höchste religiöse Instanz dieses Landes. Das Großrabbinat in Palästina (später dem Staat Israel) besteht aus zwei Mitgliedern: die Briten installierten neben dem Oberhaupt der Sephardim, dem Rischon leTzion noch einen Raw haٌٌRaschi, den aschkenasischen Hauptrabbiner.

Siehe auch


- Abraham Geiger, Rabbi Hillel, Leo Baeck, Bet Din
- Morenu, Maran
- Portal:Religion, Portal:Bibel, Portal:Judentum

Literatur


- Rabb. Adin Steinsaltz: Persönlichkeiten aus dem Talmud.
- Dr. M. Braunschweiger: Die Lehrer der Mischna, Biographien der grossen Talmudgelehrten (Tannaim).
- Gerd A. Wewers: Geheimnis und Geheimhaltung im rabbinischen Judentum. Berlin; New York: de Gruyter, 1975. ISBN 3-11-005858-8 Kategorie:jüdischer Geistlicher ! Kategorie:Judentum ja:ラビ

Judentum

Unter Judentum versteht man die Gesamtheit aus Kultur, Geschichte, Religion und Tradition des sich selbst als Volk Israel (he. am jisrael, bnei jisrael) bezeichnenden jüdischen Volkes. Mit dem Begriff können auch gezielt die jüdische Religion oder, als Gruppe, die sowohl ein Volk als auch eine Glaubensgemeinschaft darstellenden Juden (he. jehudim) angesprochen werden. Das Judentum zählt zu den Weltreligionen; Christentum und Islam haben viele ihrer Überlieferungen aus ihm übernommen.

Geschichte des jüdischen Volkes

Islam Nach der Tora, der jüdischen Bibel, beginnt die Geschichte des jüdischen Volkes mit dem Bund, den Gott mit Abraham schließt (1.Mose 12). Die jüdische Tradition sieht Abraham als den Begründer des monotheistischen Glaubens an einen einzigen, unsichtbaren Gott. Diesen Bund setzt Gott mit Abrahams Sohn Isaak und dessen Sohn Jakob fort, der seit dem Ringkampf am östlichen Ufer des Flusses Jabbok (1.Mose 32) Jisrael genannt wurde. Jakob hatte zwölf Söhne, die zu den Stammvätern der Zwölf Stämme Israels (Israeliten) wurden: Ruben, Simeon, (Levi), Juda, Issaschar, Sebulon, Benjamin, Dan, Naphtali, Gad, Asser und Joseph (mit seinen Söhnen Ephraim und Manasse). Diese ziehen von Kanaan, dem heutigen Palästina bzw. Israel nach Ägypten, wo ihre Nachfahren (die Hebräer) vom Pharao versklavt werden. Aus dieser Sklaverei werden die von Mosche (Moses) angeführten Hebräer durch Gott befreit, der ihnen am Berg Sinai die (schriftliche und mündliche) Tora offenbart. Nach 40jähriger Wüstenwanderschaft siedeln sich die zwölf Volksstämme in Kanaan an. Sie bildeten nach der Bibel in ihrer Gesamtheit das Volk Israel, das erwählte Volk Gottes. Die Erwählung bedeutet dabei die Aufgabe, durch Einhaltung der Mizwot (der in der Tora festgelegten Ge- und Verbote) der Menschheit ein Beispiel für ein ethisches Leben zu geben. Obwohl das jüdische Volk an dieser Aufgabe häufig scheitert, was die späteren Propheten immer wieder beklagen, bleibt der Bund mit Gott ungebrochen. Die Bezeichnung "Juden" bedeutete ursprünglich "Judäer" und geht auf das Königreich Juda zurück, das seinen Namen wiederum von den darin lebenden Angehörigen des Stammes Juda hatte. Der Name "Judentum" bezieht sich ursprünglich nur auf diesen einen von den Stämmen Gesamtisraels. Nach der so genannten babylonischen Gefangenschaft wurden alle Bewohner der Region von den umliegenden Völkern als "Judäer" bezeichnet und damit der Name "Juden" auf alle Israeliten ausgedehnt. In der Diaspora wurde der Name "Juden" dann zu ihrer Selbstbezeichnung. Bereits in hellenistischer Zeit fanden Auswanderungsbewegungen aus Palästina statt: Das so genannte Hellenistische Judentum entstand. Spätestens seit der Zerstörung des jüdischen Staates im 1. Jhd. nach Christus und der Zerstörung Jerusalems unter Hadrian (der Jerusalem in Aelia Capitolina umbenannte) zerstreuten sich die Juden als regional greifbares und geschlossenes Volk endgültig, wobei jedoch die große Mehrheit innerhalb des Römischen Reiches siedelte. In der Spätantike und dem frühen Mittelalter verschob sich der Schwerpunkt nach Babylonien, damals Teil des Reiches der Sassaniden. Die übrigen Anhänger des Judentums verteilten sich im Hochmittelalter auch in andere Teile Europas, im Spätmittelalter, im Zuge der Pestpogrome und der Ausweisung beispielsweise aus Frankreich, besonders nach Osteuropa, ferner in die islamische Welt und im Anschluss (Vertreibung aus Spanien 1492) wieder ins heutige Palästina sowie auch in die Neue Welt. Juden wurden oft verfolgt und ghettoisiert, konnten sich stellenweise aber auch unter Beibehaltung von Glaube und Tradition als integraler Bestandteil der lokalen Gesellschaften etablieren. Siehe auch: Geschichte des jüdischen Volkes

Jüdische Religion

Die jüdische Religion basiert auf den religiösen Überlieferungen des jüdischen Volkes. Diese Überlieferungen teilen sich auf in eine schriftliche (Thora) und eine mündliche Lehre (Mischna, Talmud, Schulchan Aruch usw.). Siehe: Jüdische Religion, Jüdischer Glaube

Aktueller Kontext

Der Begriff Jude bezeichnet nach dem jüdischen Recht des rabbinischen Judentums seit der modernen Zeitrechnung einen Menschen mit einer jüdischen Mutter und jene, die rechtmäßig zum jüdischen Glauben übergetreten sind (siehe Gijur). Das Judentum ist seit Jahrtausenden häufig religiösen, ideologischen und politischen Anfeindungen und dabei Pogromen und Verfolgungen ausgesetzt. Einmalig in der Geschichte ist dagegen der Versuch der planmäßigen und quasi-industriellen Ausrottung des jüdischen Volkes durch das nationalsozialistische Deutschland. Im Jahre 1934 wurden 17 Millionen jüdische Menschen auf der Welt gezählt. Sechs Millionen davon, mehr als ein Drittel, fielen dem Holocaust zum Opfer. Dies beschleunigte nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs die Umsetzung der zionistischen Bestrebungen und führte 1948 zur internationalen Anerkennung des Staates Israel als jüdische Heimstätte. Der heutige Staat Israel, eine Demokratie nach westlichem Vorbild, begründet seine territoriale Außen- und Innenpolitik staatlich-souverän, seine Innenpolitik ist jedoch in einigen Feldern auch stark religiös geprägt. So ist eine bürgerliche Heirat in Israel nach wie vor nicht möglich, da das Familienrecht den jeweiligen Religionsgruppen unterstellt ist. Dies kann zum Beispiel bei Scheidung zu Problemen für Frauen führen, wenn sich der Ehemann weigert, der Frau den Scheidungsbrief (Get) zu überreichen. Solche Scheidungsverweigerer können zwar vom Rabbinatsgericht in Erzwingungshaft gesteckt werden, doch ohne einen Get bleibt nach traditionellem jüdischen Recht die von ihrem Mann getrennte Frau "gebunden" und kann nicht wieder heiraten. Aufgrund der besonderen Geschichte und Tradition des Judentums ist das Verständnis einer jüdischen Identität ausgeprägt, die sich auf ein gemeinsames Schicksal bezieht und nicht notwendigerweise religiös begründet wird. Viele Juden betrachten sich gleichzeitig z.B. als Briten oder US-Amerikaner, bis 1933 auch als patriotische Deutsche, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben für ihre europäische Heimat riskierten oder opferten.

Jüdische Gemeinden in der Welt

Heute gibt es etwa 14 Millionen Juden in der Welt, von denen die meisten in den USA und in Israel leben. Durch verschiedene Emigrations- und Imigragtionswellen hat sich die Verteilung der Juden in der Welt in den letzten Jahren sehr verändert. Vor 15 Jahren lebte noch ein Großteil der Juden in der ehemaligien Sowjetunion. Nach ihrer Auflösung wanderten viele Menschen nach Israel (siehe Alijah), in die USA und nach Deutschland aus. Heute leben die meisten Juden in:

Die religiösen Strömungen des Judentums der Gegenwart

In der Gegenwart können verschiedene kategorisierende Gruppierungen der Strömungen des religiösen Judentums vorgenommen werden. Dabei betreffen die Unterschiede nicht primär, aber auch die Gottesvorstellungen und den Glauben. Es werden orthodoxe und nicht-orthodoxe jüdische Strömungen unterschieden. Hierbei ist wichtig, dass für das Adjektiv nicht-orthodox synonym auch progressiv, reformiert oder liberal (wobei hier liberal nicht vom politischen Liberalismus abgeleitet ist, sondern den Schwerpunkt auf verstärkte Assimilation setzt) in einem weiteren Sinne genommen wird. Konservativ ist hingegen mit dem Begriff konservatives Judentum belegt, einer seit dem 19. Jahrhundert sich entwickelnden Strömung des Judentums, die eine Stellung zwischen Orthodoxie und dem liberalen Judentum einnimmt. Der grundlegende Unterschied zwischen orthodoxem Judentum und den nicht-orthodoxen Strömungen beginnt beim Verständnis der Offenbarung am Berg Sinai (Mosche empfängt die Tora). Das nicht-orthodoxe Judentum versteht diese Offenbarung nicht als absolut, sondern als einen progressiven (= fortschreitenden) Prozess des Dialoges Gottes mit seinem Volk, in der Zeit und in den Kulturen. Im Kontext dieser historisch-kritischen Auslegung der Offenbarung entstanden alle nicht-orthodoxen Strömungen des Judentums. Da sie alle die Entwicklung betonen, gehören diese alle zum progressiven Judentum im weitesten Sinne. Im engeren Sinne bestimmt der Begriff progressives Judentum jedoch alle Gruppen des Reform-Judentums, die sich im Verband Weltunion für progressives Judentum zusammengeschlossen haben. Zwei Drittel des religiös geprägten Judentums sind nicht zur Orthodoxie gehörend, ein Drittel zählt sich zum orthodoxen Judentum mit seinen verschiedenen Unterströmungen. Alle religiösen jüdischen Strömungen der Gegenwart haben ihren Ausgang in den Impulsen der Geistesgeschichte vor allem Deutschlands und Europas ab Ende des 18. Jahrhunderts. - Der Fokus der Entwicklung des Judentums liegt seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den USA. - Aus Deutschland sind die Beiträge zur Entwicklung jüdischen Denkens und Geistesleben nach der Shoa unbedeutend. Langsam entwickelt sich dieses aber zunehmend unter der Zuwanderung jüdischer Menschen aus der ehemaligen UdSSR, aus der Diaspora Osteuropas und Asiens. Hauptströmungen des Judentums der Gegenwart: : Orthodoxes Judentum : Liberales Judentum : Konservatives Judentum : Rekonstruktionismus Andere, kleinere religiöse Strömungen des Judentums der Gegenwart: : Ultraorthodoxes Judentum : Neoorthodoxes Judentum : Jüdische Mystik (siehe: mittelalterliche Kabbala) : Chassidismus : Jewish Renewal, oder Neo-Chassidismus Andere laizistische Strömungen des Judentums der Gegenwart: : Säkulares Judentum : Humanistisches Judentum Siehe auch: Strömungen des Judentums, Säkularismus

Aufteilung in ethnische Gruppen

In der Geschichte wurden Juden in vier größere Gruppen eingeteilt:
- Die Aschkenasim, deren Vorfahren in Deutschland oder Frankreich lebten, bevor sie nach Osteuropa und teilweise später in die USA auswanderten,
- die Sephardim, deren Vorfahren auf der iberischen Halbinsel (Spanien, Portugal) lebten,
- die orientalischen Juden (Misrachim), die im Nahen Osten und in Nordafrika lebten, aber auch nach Mittel- und Südasien wanderten (orientalische Juden werden oft auch als sephardisch bezeichnet, da ihre Traditionen weitgehend übereinstimmen) und
- die jemenitischen Juden (Teimanim), die lange von den übrigen Juden isoliert waren und dadurch eigene Riten entwickelten, aber auch alte Traditionen länger bewahrten (Hebräische Sprache,Kabbalah). Die sephardischen Juden flohen 1492 vor der spanischen Inquisition, und siedelten sich überwiegend im Mittelmeerraum, teilweise aber auch in Mittel- und Westeuropa an (z.B. in Hamburg und Altona). Ihre gemeinsame Sprache ist das Ladino, das unterschiedliche regionale Ausprägungen hat. Kleinere Gruppen sind
- die äthiopischen Juden (Eigenbezeichnung Beita Israel, andere Bezeichnung Falascha,
- die Bene Israel aus Bombay in Indien,
- die Bnei Israel (auch Shinlung in Nordostindien und Burma, sie stammen angeblich vom jüdischen Stamm der Menaseh (Manasse) ab),
- die Romanioten, griechischsprechende Juden des Balkan,
- die Tat sprechenden Bergjuden des Kaukasus (Dagestan, Aserbaidschan),
- die turksprachigen Krimtschaken auf der Krim und
- die Religionsgemeinschaft der Karaiten, die eine wesentliche Rolle bei der Bekehrung der Chasaren gehabt haben soll. Umstritten ist die Stellung
- einer afghanischen Gruppe, die auf den antiken Stamm Ephraim zurückgehen soll,
- der Lemba in Simbabwe, sowie
- der messianischen Juden (Eigenbezeichnung) oder modernen Judenchristen – zum Christentum, meist evangelikaler Prägung, konvertierte Juden, die an ihrer jüdischen Identität festhalten sowie ein paar jüdische Traditionen pflegen und hauptsächlich in den USA zu finden sind. "Messianische" Juden sind nach dem Verständnis aller anderen Strömungen des Judentums (orthodox, konservativ, liberal, reformiert) im religiösen Sinn keine Juden, da ihre Interpretation der Tradition christlich ist. Hier unterscheiden sich Selbstwahrnehmung und Außenwahrnehmung. Die Samaritaner sind eine frühzeitige Abspaltung von den Juden im engeren Sinne, die dennoch gewollt oder ungewollt lange deren Schicksal teilten: Aufstände der Juden zogen oft auch die Samaritaner in das Geschehen ein, da die Römer Probleme hatten, diese zu unterscheiden. Wie es in Rom jüdische Synagogen gab, so gab es auch samaritanische. Heute gibt es nur noch sehr wenige Samaritaner.

Religiöse Führung

Jüdische Gemeinden werden geistlich und rechtlich von einem Rabbiner geleitet. Sephardische Juden sowie die Karäer bezeichnen ihren geistlichen Leiter auch als Chacham (Weiser). Im Jemen bei den Teimanin ist der Begriff Mori (mein Lehrer) gebräuchlich. Die Gottesdienste werden im allgemeinen von einem Kantor, Chasan, oder allgemeiner gesagt von einem Vorbeter geleitet; zu ihrer Durchführung wird ein Quorum bzw. (hebräisch) Minjan, d.h. die Versammlung zehn jüdischer Männer, benötigt. Die allgemeine, weltliche Leitung einer jüdischen Gemeinde hingegen liegt bei einem von den Gemeindemitgliedern zu wählenden Gemeindevorstand.

Historische jüdische Sekten

Fast alle Juden der Neuzeit folgen dem in Mischna und Talmud enthaltenen mündlich überlieferten Gesetz; sie werden als Rabbinisches Judentum bezeichnet. Innerhalb des rabbinischen Judentums gibt es verschiedene Richtungen, wie etwa das Orthodoxe oder das Reformjudentum.
- Die kleine Gruppe der Karäer stellt eine Abspaltung von der Mehrheit der Juden dar. Sie lehnt die in Mischna und Talmud enthaltenen Lehren ab.
- Die Samariter haben als heilige Schriften eine Version der Torah, die Memar Markah sowie eine eigene Liturgie, Gesetze und Auslegungsschriften. Ein Großteil des Tanach (jüdische Bibel) gilt ihnen nicht als inspiriert. Die Autorität von Mischna und Talmud lehnen sie ebenfalls ab. Es gibt nur noch wenige Anhänger der samaritischen Religion.

Jüdische Kultur

Die jüdische Kultur steht in starker Wechselwirkung zu den Kulturen, in denen die jeweilige jüdische Gemeinschaft ihr kulturelles Leben entfaltet, so dass sie kaum isoliert betrachtet werden kann. Dabei spielt die Religion eine unterschiedlich große Rolle. Durch die Aufsplittung des Europäischen Judentums in die Aschkenasim und Sephardim haben sich hier zwei auch durch die Sprache unterschiedene Kulturräume entwickelt. Siehe auch: Jüdisches Brauchtum, Jüdische Feste, Jüdischer Kalender, Jüdische Küche

Jüdischer Humanismus

Die Verarbeitung von Pogromerfahrungen geben den jüdischen Einflüssen in der Kultur nicht selten eine stark humanistische und egalitäre Prägung (bzw. wird hier der jüdische Einfluss am ehesten offensichtlich). Viele Künstler bekennen sich zum Judentum als Nation und begreifen sich gleichzeitig als Atheisten.

Sprache

Hebräisch ist die Sprache der ältesten jüdischen Schriften und war Umgangssprache der Juden in der antiken Periode ihrer Unabhängigkeit. Es wurde als Umgangssprache nach Jahrhunderten vom Aramäischen verdrängt, blieb aber bis in unsere Tage hinein Gottesdienstsprache, z.T. auch Gelehrtensprache. Das Aramäische ist eine zum Hebräischen sehr ähnliche Sprache, die auch das schriftliche Hebräisch späterer jüdischer Schriftwerke beeinflusst hat. Einige Passagen in den Schriften des Alten Testamentes wurden schon auf aramäisch verfasst. Jesus und seine jüdischen Landsleute sprachen aramäisch. In der Diaspora nahmen die Juden die Sprachen der Länder an, in denen sie lebten (siehe Jüdische Sprachen). Einige Sonderfälle sind Sprachen, die jüdische Gemeinschaften aus verschiedenen Gegenden der Welt übernommen haben und aufgrund der historischen Umstände zu selbständigen Sprachen (wenn man will, zu Dialekten) weiterentwickelt haben. Siehe dazu: Jiddisch (die Sprache der Aschkenasim), Ladino (oder Sephardisch) (die Sprache der Sephardim), Judeo-Berberisch (die Sprache jüdischer Berber in Marokko), Tat (auch: Judeo-Tat, die Sprache der Bergjuden des Kaukasus (Dagestan, Aserbaidschan)). Im Alltag sprechen Juden die Sprache des Landes, in dem sie leben. Das Iwrith, welches heute in Israel gesprochen wird, stellt eine gelungene Wiederbelebung des antiken Hebräisch dar, das um einen modernen Wortschatz erweitert wurde und auch in der Grammatik einige Anpassungen erfuhr. Es entwickelt sich heute im lebendigen Gebrauch weiter wie andere Sprachen auch.

Siehe auch


- Portal:Judentum
- Haskala, Haggada, Kabbalah, Schma Israel
- Israel, Israeliten, Zentralrat der Juden in Deutschland, Zionismus
- Jewish Encyclopedia,
- Kawwana, Tachles
- Proselyt, Judenmission
- Zarathustrismus, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus, Judenchristen
- Davidstern

Literatur


- Jonathan Magonet: Einführung ins Judentum, Jüdische Verlagsanstalt Berlin (JVB), 2003, ISBN 3-934658-43-1
- Max Dinemann: Liberales Judentum, Jüdische Verlagsanstalt Berlin (JVB), 2000, ISBN 3-934658-13-X
- Jonathan A. Romain/Walter Homolka: Progressives Judentum, Knesebeck, 1999, ISBN 3-89660-046-X
- Gilbet S. Rosenthal/Walter Homolka: Das Judentum hat viele Gesichter, Knesebeck, 1999, ISBN 3-89660-045-1
- Hans Küng: "Das Judentum", Piper Buchverlag, ISBN 3492228275
- Meyer, Hajo: Das Ende des Judentum, Neu-Isenburg 2005, ISBN 3-937389-58-X
- Paul Spiegel: "Was ist Koscher?", Ullstein 2003, ISBN 3-550-07575-8
- Arthur Herzberg: Wer ist Jude? Hanser 2000, ISBN 3-446-19760-5
- Jens J. Schreiner: Vom "Gelben Flicken" zum "Judenstern"? Genese und Applikation von Judenabzeichen im Islam und christlichen Europa (841-1941), Frankfurt am Main/Berlin/Bern u.a. : Peter Lang Verlag 2004, 169 S., 12 Tab., ISBN 3-631-52553-2
- Monika Grübel: Judentum. DuMont Buchverlag, Köln 1997, ISBN 3770134966
- Dominique Aubier Der Jüdische Fall Le Cas Juif, die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit, Verlag Mont Blanc, Genf"1970".
- Dominique Aubier Antwort auf Hitler, der jüdische Auftrag Erklärung der Shoa, Verlag Qorban, 1979. [http://www.dominique-aubier.org]

Weblinks


- aus jüdischer Sicht
  - [http://www.hagalil.com www.hagalil.com] - deutschsprachiges jüdisches Internetportal
  - [http://www.talmud.de www.talmud.de] - Jüdisches Leben in Deutschland -heute
  - [http://www.papdam.net www.papdam.net] - praktisches Judentum mit viel Hintergrundinfos, Zielgruppe: Juden
  - [http://www.jinfo.org Bedeutende jüdische Persönlichkeiten aus Naturwissenschaft, Philosophie, Musik etc.]
  - http://www.zadoq.com deutschsprachiges jüdisches Religionsportal
  - [http://www.synagoge.de/ jüdische Gemeinden in Deutschland]
  - [http://www.jewfaq.org Online-Lexikon Judaism 101 - englisch]
  - [http://www.juedisches-recht.de/ Quellen und Prinzipien des jüdischen Rechts]
- Über das Judentum aus nichtjüdischer Sicht
  - [http://www.buchklub.at/gorilla/hoffnungsreich/cybertour/judentum.htm Judentum - kurze Einführung]
  - [http://www.politische-bildung-brandenburg.de/publikationen/pdf/juedische_kultur_und_geschichte.pdf Peter Ortag: Jüdische Kultur und Geschichte. Hrsg: Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung. 5. Auflage 2003] ja:ユダヤ教 ko:유대교 ms:Yahudi nb:Jødedom simple:Judaism th:ยูได zh-min-nan:Iu-thài-kàu

1. Buch der Chronik

Das 1. Buch der Chronik ist ein Buch des Alten Testaments der Bibel. Seit dem Mittelalter wird es in 29 Kapitel unterteilt. In den Ostkirchen heißt es 1. Buch der Auslassungen, weil es viele in den Samuel- und Königsbüchern fehlende Details enthält. Das Buch besteht aus zwei Teilen. Im kürzeren ersten Teil werden umfangreiche Abstammungs- und Geschlechterlisten der Israeliten und einiger Nachbarvölker gegeben. Der größere zweite Teil des Buches zeigt inhaltlich Parallelen zum 2. Buch Samuel, stellt die Ereignisse aber aus einem etwas anderen Blickwinkel dar; vor allem wird weniger Wert auf die politischen Ereignisse, dafür mehr Wert auf den Kultus und den Aufbau der Israelitischen Gesellschaft des geschilderten Zeitraums gelegt. Die Sicht auf die Führungspersonen ist merklich positiver und unkritischer als in den Samuelbüchern.

Inhalt


- Von Adam bis Saul
- Davids Königtum
- Vorbereitung des Tempelbaus
- Davids Nachfolger und Ende

Weblinks

Text des 1.Chronik-Buches


- [http://www.bibel-online.net/buch/13.1-chronik Übersetzung Luther 1984]

Siehe auch


- Liste der Bücher der Bibel
- 2. Buch der Könige, 2. Buch der Chronik
- Portal:Bibel
- Bibelstudium Chronik, 1. Buch der ja:歴代誌 ko:역대기 상

1. Buch der Könige

Das 1. Buch der Könige ist ein Buch des Alten Testamentes. Seit dem Mittelalter wird es in 22 Kapitel unterteilt. In den Ostkirchen heißt es 3. Buch der Königreiche. Die sich auf das ungeteilte Reich und auf das Reich Juda beziehenden Teile sind parallel zur ersten Hälfte des 2. Buch der Chronik, sind aber merklich kritischer.

Inhalt


- Salomo als Nachfolger Davids
- Bau des Tempels in Jerusalem
- Salomos Macht und Ungehorsam
- Trennung Israels und Judas
- Geschichte der getrennten Reiche
- König Ahab und der Prophet Elija

Personen/ Wichtiges


- David
- Salomo
- Salomos Urteil
- Königin von Saba
- Elija
- Der Tempel

Siehe auch


- Bibel
- Liste der Bücher der Bibel
- Mater semper certa est

Weblinks


- [http://www.bibel-online.net/buch/11.1-koenige 1.Könige in der Übersetzung nach Martin Luther]
- [http://www.joyma.com/111koen.htm 1.Könige in der Elberfelder-Übersetzung]
- [http://www.pfarre-grinzing.at/bibel/sch_html/ebi_1Ki_1.htm 1.Könige in der Übersetzung von Franz Eugen Schlachter]
- [http://www.die-bibel.de/index.php3?buch=11&lng=3 1.Könige in der King-James-Version]
- [http://www.die-bibel.de/index.php3?buch=11&lng=2 1.Könige in lateinischer Übersetzung (Vulgata)]
- [http://www.bibleserver.com/index.php Verschiedene deutsche Übersetzungen der Bibel] Könige, 1. Buch der ja:列王記 ko:열왕기 상 zh-min-nan:Lia̍t-ông-kí

Qumran-Sekte

Die Gemeinschaft von Qumran - die traditionelle Bezeichnung als eine "Sekte" ist unzutreffend - wird im Unterschied zu den sonstigen jüdischen Gruppierung im antiken Palästina, etwa den Essenern, Pharisäern oder Sadduzäern - weder im Neuen Testament noch in den erhaltenen Schriften der zeitgenössischen Autoren, d.h. bei Josephus Flavius oder Philo von Alexandria, erwähnt. Erst seit den Funden bei Khirbet Qumran (ab 1947) in den Höhlen am Westufer des Toten Meeres ist von dieser Gemeinschaft mehr bekannt geworden. Die Funde sind meist in klassischem Hebräisch, aber auch in Aramäisch oder Griechisch verfasste Bibelhandschriften bzw. nicht-kanonische jüdische Texte. Wegen des großen Umfangs der bisher untersuchten Schriften - sie werden auf die Zeit zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. bis 60 n. Chr. datiert - werden im folgenden als Beleg für einzelne Feststellungen jeweils nur kurze Ausschnitte zitiert, meistens gibt es viele ähnliche Stellen, die mit derselben oder größerer Berechtigung ebenfalls zitiert werden könnten. Wegen der vielen Gemeinsamkeiten der Qumran-Gemeinschaft mit jener der Essener erscheint es wahrscheinlich, dass es sich in beiden Fällen um dieselbe Gruppierung handelt oder die Qumran-Gemeinschaft zumindest eine Untergruppe der Essener war. Nach einem geographischen Bericht Plinius dem Älteren lebten die Essener ebenfalls am Westufer des Toten Meeres. Da der Name Essener jedoch in den gefunden Dokumenten kein einzigesmal auftaucht, ist die Identität der beiden Gruppierungen zurzeit nicht gesichert. Die Bedeutung der Dokumente zum Verständnis des Neuen Testaments ist möglichweise oft überschätzt worden, zum Verständnis der damaligen Zeit sind sie aber trotzdem sehr wertvoll. Nach bisherigen Erkenntnissen ist die essenische Bewegung um die Mitte des 2. Jahrhundert v. Chr. von dem aus den Schriften von Qumran bekannten Lehrer der Gerechtigkeit gegründet worden. Die Gründe, die zu diesem Ereignis geführt haben, stehen wahrscheinlich in Zusammenhang mit der aus den makkabäischen Aufständen resultierenden Ablösung der traditionellen Jerusalemer Priesterschaft (die "Zadokiden") durch die Dynastie der Hasmonäer. Es ist zu vermuten, dass es sich bei dem Lehrer der Gerechtigkeit um einen ehemaligen Hohepriester handelt, der von den Hasmonäern vertrieben und verfolgt wurde. Die Aufnahme in die Qumran-Gemeinschaft war nicht leicht und die Probezeit hart. Aus den Gemeinderegeln ist zu erkennen, dass eine autoritäre Leitung bestand und die Disziplin streng war. Ungehorsam und sonstige Vergehen wurden hart bestraft. Das Ideal war ein Leben in vollkommener Reinheit. Doch nicht nur deshalb erlangte die Auslegung des Alten Testaments für sie einen enormen Stellenwert. Auch die Notwendigkeit des Nachweises ihrer, durch die Propheten angekündigten, Rolle als Auserwählte machte diese Arbeit notwendig. Manche Gedanken ihrer Regeln erinnern sehr stark an Paulus. Den Glauben der Qumran-Essener an eine Auferstehung der Toten belegt das folgende Zitat aus der Hymnenrolle 1QH (XI 12): :3 Ich preise dich, mein Gott! ... :... :8 ... Durch deinen Zorn kommen alle Plagegerichte :9 und durch deine Güte die Fülle der Vergebungen, und dein Erbarmen gilt allen Söhnen deines Wohlgefallens. Denn du hast sie belehrt im Rat deiner Wahrheit, :10 und in deinen wunderbaren Geheimnissen hast du sie unterwiesen. Um deiner Ehre willen hast du den Menschen von Sünde gereinigt, daß er sich heilige :11 für dich von allen unreinen Greueln und von schuldhafter Untat; daß er vereint sei [mit] den Söhnen deiner Wahrheit und im Los mit :12 deinen Heiligen; um aus dem Staub zu erhöhen den Wurm der Toten zu [ewigem] Rat und vom verkehrten Geist zu [deiner] Einsicht, :13 daß er hintrete an den Standort vor dir mit dem ewigen Heer und den Geistern [des Wissens], um sich zu erneuern mit allem, :14 was ist, und mit den Wissenden in gemeinsamem Jubel. ::(zitiert nach Lohse, Die Texte aus Qumran, Hymnenrolle (1QH) XI 3-14) Der Krieg der Söhne des Lichts gegen die Söhne der Finsternis nimmt in den gefundenen Dokumenten eine bedeutende Stellung ein, ob damit allerdings wirklich ein regulärer Krieg gegen die Feinde der Gemeinschaft gemeint ist, kann nicht mit Sicherheit bejaht werden: :1 Für den Ein[sichtigen: Bestimmung] des Krieges. der Anfang ist, wenn die Söhne des Lichtes Hand anlegen, gegen das Heer Belials, gegen die Schar von Edom und Moab und der Söhne Ammons :2 und das Hee[r...] der Philister und gegen die Scharen der Kittäer von Assur, und mit ihnen sind zur Unterstützung die Frevler am Bunde. Die Söhne Levis und die Söhne Judas und die Söhne Benjamins, die Verbannten der Wüste, kämpfen gegen sie :3 [...] mit all ihren Scharen, wenn die Verbannten der Söhne des Lichtes aus der Wüste der Völker zurückkehren, um in der Wüste von Jerusalem zu lagern. Und nach dem Krieg ziehen sie von dort :4 ge[gen alle Scharen] der Kittäer in Ägypten. Und zu seiner Zeit zieht er aus mit großem Grimm, um zu kämpfen gegen die Könige des Nordens, und sein Zorn (sucht) zu vernichten und auszurotten das Horn :5 [Belials. Das] ist die Zeit des Heils für das Volk Gottes und die Zeit der Herrschaft für alle Männer seines Loses, aber ewige Vernichtung für das ganze Los Belials. Und es wird g(roße) Bestürzung sein :6 [bei] den Söhnen Japhets. Es fällt Assur, aber keiner ist da, der ihm hilft. Die Herrschaft der Kittäer weicht, damit Gottlosigkeit gedemütigt werde ohne Rest und es Rettung nicht gebe :7 [für alle Söh]ne der Finsternis. :8 [Erkenntnis und Gerechtig]keit werden alle Enden des Erdkreises erleuchten in immer hellerem Licht, bis alle Zeiten der Finsternis zu Ende sind. Aber zur Zeit Gottes wird seine erhabene Größe leuchten für alle Zeiten :9 [der Ewigkeiten] zu Frieden und Segen, Ehre und Freude und Länge der Tage für alle Söhne des Lichts. Aber an dem Tage, an dem die Kittäer fallen, gibt es Kampf und gewaltige Gemetzel vor dem Gott :10 Israels; denn dies ist der Tag, der von ihm seit ehedem bestimmt wurde für den Vernichtungskrieg gegen die Söhne der Finsternis. An ihm kämpfen zu einem großen Gemetzel die Gemeinde der Göttlichen und die Versammlung :11 der Menschen. Die Söhne des Lichtes und das Los der Finsternis kämpfen miteinander für (den Erweis der) Stärke Gottes beim Lärm einer großen Menge und dem Geschrei der Göttlichen und Menschen am Tage des Verderbens. Und dies ist die Zeit :12 der Drangsal für [das ganze] Volk der Erlösung Gottes. ::(zitiert nach Lohse, Die Texte aus Qumran, Kriegsrolle (1QM) I 1-12)

Literatur


- Eduard Lohse/Annette Steudel, Die Texte aus Qumran Bd. 1-2. Hebräisch/Aramäisch - Deutsch, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1971/2001 (Edition der wichtigsten Schriften)
- Johann Maier, Die Qumran-Essener: Die Texte vom Toten Meer, München: Verlag Reinhardt 1995 (komplette deutsche Übersetzung)
  - Band I: Die Texte der Höhlen 1-3 und 5-11
  - Band II: Die Texte der Höhle 4
  - Band III: Einführung, Zeitrechnung, Register und Bibliographie
- Hartmut Stegemann, Die Essener, Qumran, Johannes der Täufer und Jesus. Ein Sachbuch. Freiburg: Verlag Herder. 1993
- Günter Stemberger, Pharisäer, Sadduzäre, Essener, Stuttgart 1991 Kategorie:historische jüdische Bewegung

Mischna

Die Mischna (hebräisch: משנה Wiederholung) ist die wichtigste Sammlung religionsgesetzlicher Überlieferungen des rabbinischen Judentums. Sie bildet die Basis des Talmuds.

Entstehungsgeschichte

Nach jüdischer Auffassung hat Gott die Tora (תורה) dem Mose am Berg Sinai in zweifacher Form geoffenbart: Zum einen als schriftliche Tora (Tora she-bi-khtav), also in Form der fünf Bücher Moses, die den Anfang sowohl der jüdischen als auch der christlichen Bibel bilden; zum anderen als mündliche Tora (Tora she-be'al-peh), die sich mit der Auslegung der schriftlichen Tora befasst. Die mündliche Tora wurde in der Folgezeit von einer jüdischen Gelehrten-Generation zur nächsten mündlich tradiert und hat keinen direkten Eingang in die christliche Tradition gefunden. Zur Zeit der Besetzung Judäas durch römische Truppen, insbesondere nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahre 70 u.Z., erkannten die Rabbiner die Gefahr einer Zerstreuung der Juden in die Diaspora. Dementsprechend sah man die Notwendigkeit, auch diese Überlieferung schriftlich zu kodifizieren. Beteiligt waren mehrere Generationen von Rabbinern, so etwa
- 1. Generation: u.a. Rabbi Jochanan ben Zakkai (ca. 40-80 u.Z.).
- 2. Generation: u.a. Rabbi Gamaliel von Jawne, Rabbi Eliezer und Rabbi Joshua
- 3. Generation: u.a. Rabbi Akiba (ca. 50-135)
- 4. Generation: u.a. Rabbi Meir, Rabbi Jehuda
- 5. Generation: u.a. Rabbi Jehuda ha Nasi (135-220)
- 6. Generation (Zwischenschicht zwischen Mischna und Gemara): u.a. Rabbi Shimon ben Jehuda ha Nasi und Jehoschua ben Levi, Herausragende Bedeutung kommt dabei dem angesehenen Tora-Gelehrten Jehuda ha Nasi zu, der aufgrund seiner einzigartigen Autorität meist nur „Rabbi“ genannt wurde. Da während des Redaktionsprozesses bisweilen neue Erkenntnisse über die Tora-Überlieferung auftauchten, eine Revision bereits in Umlauf befindlicher Mischna-Ausgaben aber nicht opportun erschien, kursierten zeitweise zwei Versionen des Werks, eine "Mischna Rishona" (Ältere Fassung) und eine "Mischna Acharona" (Jüngere Fassung). Eine verbindliche Ausgabe lag schließlich gegen das Jahr 220 u.Z. vor.

Aufbau

Die Mischna ist in 6 „Ordnungen“ (seder, סדר) eingeteilt, diese wiederum in 7-12 Traktate (masechet, מסכת). Die insgesamt 63 Traktate wiederum bestehen aus Abschnitten und letztlich aus einzelnen Mischnas. Die Titel der Ordnungen lauten:
- Zeraim (זרעים, “Aussaat“): 11 Traktate, Landwirtschaftliche Abgaben an Priester, soziale Bedürftige, Fremdlinge
- Moed (מועד, „Festzeiten“): 12 Traktate, Fest- und Fasttage
- Nashim (נשים, „Frauen“): 7 Traktate, Familienrecht
- Nezikin (נזיקין, „Schäden“): 10 Traktate, Straf- und Schadensersatzrecht
- Kodshim (קדשים, „Heiligtümer“):11 Traktate, Opferriten, Speisevorschriften u.a.
- Tohorot (טהרות, „Reinigungen“): 12 Traktate, Reinheit/Unreinheit von Personen, Sachen und Orten

Charakter

Der Talmud wird auch in gesetzliche Bestimmungen (Halacha, הלכה) und erzählerische oder erbauliche Betrachtungen (Haggada, הגדה) eingeteilt. Die Mischna-Schicht gehört ausschließlich dem Halacha-Teil an, gibt also die Auffassungen der rabbinischen Gelehrten über die rechte Anwendung und Auslegung des Religionsgesetzes der Tora wieder. Gleichwohl ist die Mischna kein Gesetzeskodex im eigentlichen Sinne. Vielmehr ist es eine Synthese der damals vorherrschenden Meinungen unter den Gelehrten in der Akademie und im Gerichtshof in ihrer gesamten Breite und auch Widersprüchlichkeit. So ist eine der sechs Ordnungen vollständig dem Tempeldienst gewidmet, obwohl der Tempel in Jerusalem zum Zeitpunkt des Entstehens der Mischna bereits über ein Jahrhundert in Trümmern lag. Bemerkenswert an der Mischna ist ferner die mangelnde Begründung der darin zusammengeführten Gesetze aus den heiligen Schriften der Juden. Nach der jüdischen Tradition wurde das mündliche Gesetz gleichzeitig mit dem geschriebenen Gesetz überliefert, es wird also nicht direkt davon abgeleitet. Die Herstellung einer Verbindung zwischen den Gesetzen der Mischna und der Tora war in den folgenden Jahrhunderten ein wesentliches Betätigungsfeld von Talmud und Midrasch. Die rabbinischen Weisen in diesem Text nennt man Tannaim - eine Pluralform des aramäischen Worts Tanna - das seinerseits eine Variante des hebräischen Worts Schana (שנה) ist. Shana - der Haupbestandteil des Wortes Mischna, bedeutet buchstäblich "wiederholen (was einem beigebracht wurde)" und wird im Sinne von "lernen" benutzt.

Vortrag und Aussprache

Die Mischna wird traditionell durch lauten Vortrag studiert. Zahlreiche mittelalterliche Mischna-Ausgaben wurden zu diesem Zwecke vokalisiert und teilweise mit Tiberischer Kantillation versehen. Vielfach haben sich in den jüdischen Gemeinden auf der ganzen Welt lokale Melodien und unterschiedliche Aussprachenormen für den Mischnavortrag erhalten. Die meisten vokalisierten Ausgaben der Mischna orientieren sich heute an der Aschkenasischen Standard-Vokalisierung und enthalten häufig Fehler. Die sog. Albeck-Ausgabe wurde von Hennoch Jellin vokalisiert, der eine sorgfältige Synthese zwischen den mittelalterlichen Manuskripte und lokalen Aussprachetraditionen der Moderne vornahm. Die Albeck-Ausgabe enthält auch einen ganzen Band über Jellins Methodologie. Die Hebräische Universität in Jerusalem unterhält umfangreiche Archive mit Aufnahmen jüdischer Mischna-Gesänge auf der Grundlage verschiedener Melodien und Ausspracheweisen.

Textüberlieferung

Eine vollständige textkritische Ausgabe der Mischna liegt bis heute nicht vor. Alle Aussagen zu Textgestalt und -entwicklung haben daher vorläufigen Charakter. Unter dieser Voraussetzung läßt sich beobachten, daß sich die textliche Gestalt in zwei Hauptrezensionen teilt: Eine eretz-jisra'elische und eine babylonische Version. Der (Erst)Druck Neapel 1492 ist aus verschiedenen Handschriften zusammengestellt. Alle späteren Drucke beziehen sich auf ihn, sind aber durch die christliche Zensur immer weiter verstümmelt worden. Somit kommt den erhaltenen Handschriften besondere Bedeutung zu:
- Als wichtigste Handschrift gilt der sog. Codex Kaufmann. Er stammt vermutlich aus Eretz-Jisra'el oder Italien und wurde im 10./11. Jahrhundert geschrieben. Von zweiter Hand ist z.T. eine Punktation nachgetragen.
- Codex Parma bildete einst mit Handschrift Vatikan 31, einem Sifra-Codex, eine Einheit. Das Abfassungsjahr läßt sich aufgrund eines Kolophons auf 1073 bestimmen. Als Herkunftsland kann Eretz-Jisra'el oder Süditalien angenommen werden.
- Codex Cambridge stammt vermutlich aus dem 14./15. Jahrhundert aus dem sephardischen Bereich. Die drei genannten Handschriften gehören der eretz-jisra'elischen Rezension an.
- Handschrift München ist die einzige vollständige Talmudhandschrift. Sie enthält einen Mischnatext, der der babylonischen Version nahesteht.
- Weiterhin gibt es einige Mischnafragmente aus der Kairoer Geniza.

Wirkungsgeschichte

Talmud

Die Mischna bildete die Basis für eine weitere Diskussion unter rabbinischen Gelehrten, die allerdings in Palästina und im Zweistromland eine unterschiedliche Entwicklung nahm. Dementsprechend stehen am Ende auch zwei unterschiedliche Gemaras (aramäisch: גמרא Lehre, Wissenschaft) - Kommentarsammlungen, die jeweils gemeinsam mit der Mischna selbst – ggf. ergänzt durch weitere Kommentare wie etwa von Raschi - heute den Palästinischen bzw. den Babylonischen Talmud bilden.

Spätere Kommentare

Über die in den Talmud eingegangenen Mischna-Kommentare wurde die Mischna auch sonst umfangreich kommentiert:
- Maimonides. Einer der ersten Mischnakommentare stammt aus dem Jahre 1168 und wurde von Maimonides verfasst. Da dieser sich vornehmlich an ein jüdisches Publikum im Herrschaftsbereich des Islams richtete, schrieb er seine Ausführungen in arabischer Sprache, benutzte jedoch hierzu das hebräische Alphabet. Bekannt geworden ist er nicht zuletzt durch seine vielzitierten „Einführungskapitel“, von denen das zum Traktat „Sanhedrin“ das berühmteste ist: Es enthält die dreizehn zentralen Glaubenssätze des Judentums [http://www.daat.ac.il/daat/mahshevt/rambam/hakdamat-2.htm].
- Rabbi Samson de Sens (1150-1230)
- Rabbi Obadiah ben Abraham aus Bertinoro. (ca. 1450-1510). Sein Kommentar knüpft an Maimonides an, greift aber auch Material aus dem Talmud auf.
- Rabbi Jomtow Lipman Heller (Prag, 1579-1654)
- Rabbi Solomon Luria (Maharshal, 1510-1574)
- Rabbi Shenoth Eliyahu (Gaon von Wilna, 1720-1794)
- Rabbi Akiba Eiger
- Rabbi Israel Lipschütz (1782-1860); Der Kommentar besteht aus den zwei Teilen 'Jachin und Boaz, die nach Säulen im Jerusalemer Tempel benannt sind. Wegen gelegentlicher Verweise auf moderne wissenschaftliche Erkenntnisse gilt der Kommentar als umstritten.
- Rabbi Pinhas Kehati. Der in Hebräisch geschriebene Kommentar fand Ende des 20. Jahrhunderts Verbreitung. Er arbeitet mit umfangreichen Einführungskapiteln und wendet sich gerade auch an weniger erfahrene Mischna-Exegeten.

Historische Mischna-Forschung

Mischna und Talmud enthalten nur selten historisch zuverlässige Angaben über die in ihnen genannten Personen. Zumindest aber lassen sich auf ihrer Grundlage biographische Abrisse der Mischna-Gelehrten selbst rekonstruieren. Moderne Historiker richten ihr Augenmerk meist auf die Entstehungsgeschichte und –zeit der Mischna. Besondere Bedeutung kommt dabei der Frage zu, inwieweit die Redaktoren auf zeitgenössische, auf ältere oder jüngere Quellen zurückgegriffen haben. Von Interesse ist auch, inwieweit sich in den Mischna-Diskussionen Grenzziehungen theologischer wie regionaler Art vornehmen lassen und inwieweit die verschiedenen Abschnitte unterschiedlichen Schulen des antiken Judentums zuzurechnen sind. Für die genannten Fragen wurden verschiedene Lösungsansätze entwickelt:
- Teilweise wurden die Aussagen in der Mischna als historisch akkurat und unbedingt zuverlässig betrachtet. Sie seien unter dem Einfluss göttlicher Inspiration niedergeschrieben worden. Jegliche Textkritik verbiete sich daher und sei per se häretisch. Diese Auffassung wird vor allem vom Orthodoxen Judentum vertreten.
- Andere Gelehrte weisen darauf hin, dass die historischen Aussagen der Mischna zumeist kein Äquivalent in außerjüdischen Quellen finden. Über Ursprung und Autorschaft der Mischna-Vorschriften ließen sich daher keine verbindlichen Aussagen treffen. Vor diesem Hintergrund könnten auch die oben genannten Fragen nicht beantwortet werden. Vertreter dieser Ansicht sind etwa Louis Jacobs, Baruch M. Bokser, Shaye J.D. Cohen und Steven D. Fraade.
- Vermittelnde Ansichten, die der Mischna immerhin teilweise historische Ausagekraft zubilligen möchte, wird u.a. von Goodblatt, Lee Levine, David C. Kraemer, Robert Goldenberg, Saul Lieberman, David Weiss Halivni, Avraham Goldberg und Dov Zlotnick vertreten.

Andere Bedeutung des Begriffs „Mischna“

Das Wort
Mischna kann auch einen Textabschnitt bezeichnen, d.h. die kleinste strukturierte Einheit in der Mischna als Ganzem. Die Pluralform ist in diesem Fall Mischnayot. So bilden einige Mischnayot einen Perek (Kapitel), einige Perakim (pl. von Perek) bilden ein Masechet (Traktat), einige Masechtot (pl. von Masechet) bilden einen Seder (Ordnung), und schließlich bilden die Shas (Abkürzung für Shisha Sedarim - Die sechs Ordnungen) die Mischna (bzw. den Talmud, wenn es um die Gemara geht).

Literatur


- Herbert Danby:
The Mishna, Oxford 1933, ISBN 019815402X
- Jacob Neusner:
The Mishnah - A New Translation, New Haven 1991, ISBN 0300050224
- Verschiedene Herausgeber:
The Mishnah, a new translation with commentary Yad Avraham. New York: Mesorah publishers sekundär:
- M. Krupp: Einleitung in die Mischna. Jerusalem 2002. ISBN 9657221102
- G. Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch. München 1992. ISBN 3406366953
- Shalom Carmy (Hsg.), Modern Scholarship in the Study of Torah: Contributions and Limitations
- Jacob Neusner, Judaism: The Evidence of the Mishna, Chicago 1981, S. 14-22.
- Dov Zlotnick, The Iron Pillar: Mishnah, Jerusalem 1988, S. 8-9

Weblinks


- [http://www.mechon-mamre.org/ Mechon Mamre Hebräischer Text nach der Version von Maimonides]
- [http://chaver.com/Mishnah/TheMishnah.htm Hebräischer Text nach der Albeck-Ausgabe (unvokalisiert) mit spezieller Formatierung] Kategorie:Jüdische Literatur Kategorie:Talmud


Palästina

Mit Palästina werden bezeichnet # die historische Region, siehe Palästina (Region) # die Palästinensischen Autonomiegebiete # ab 135 n. Chr. (als Syria Palaestina) die römische Provinz Judäa # die Comic-Reportage des Amerikaners Joe Sacco, siehe Palästina (Comic)

Halacha

Die Halacha (hebräisch הלכה; auf deutsch „Norm“) ist der Name des gesetzlichen Teils der Überlieferung des Judentums, im Unterschied zur Aggada. In diesen Auslegungen des schriftlichen Kanons der Thora spiegeln sich die unterschiedlichen Meinungen der Rabbiner und Schriftgelehrten wieder. Sie zielen auf Verhaltensregeln, die das gesamte Leben der Gläubigen betreffen. Historisch ist die Halacha ein Teil des Talmuds. Sie gehört zur sogenannten "mündlichen" Überlieferung, die sowohl in Jerusalem als auch in Babylon seit der Zeit nach der Zerstörung des 1. Tempels und des Exils festgehalten wurde. In der heutigen Zeit wird das Wort oft für die Bestimmung der Halacha verwendet, nach der nur diejenigen als Juden gelten, deren Mutter Jüdin ist (matrilineares Abstammungsprinzip). siehe auch: Talmud, Thora, Mischna, Gemara, Kanon

Weblinks


- http://www.qumran.org/js/Talm-FAQ/Talm_FAQ.htm Kategorie:Judentum Kategorie:Jüdische Literatur

Exodus

Exodus (lat.: exodus, griech.: έξοδος = Auszug, Ausgang) bedeutet:
- den Auszug des israelitischen Volkes aus Ägypten, siehe Auszug aus Ägypten
- das 2. Buch Mose der Bibel, das den o.g. Auszug beschreibt,
- Exodus, im übertragenen Sinn, siehe den Auszug einer Menschengruppe (z.B. die Vertreibung der jüdischen Wissenschaftler aus Deutschland während des so genannten Dritten Reiches oder der Exodus der Elite aus einem Entwicklungsland) - siehe auch [http://de.wiktionary.org/wiki/Exodus Wiktionary] - brain drain Weiteres:
- Exodus (Schiff), brachte vor der Staatsgründung Israels jüdische Immigranten nach Palästina
- Exodus (Leon Uris), Roman von Leon Uris, der sich auf o.g. Schiff bezieht,
- Exodus (Otto Preminger), Film nach der Vorlage o.g. Romans,
- Exodus nach Berlin, Dokumentarfilm,
- Das Buch Exodus Deutschland 2004, Kurz-Dokumentarfilm. Regie, Thomas Schlagkamp
- Name einer US-amerikanischen Thrash Metal Band, siehe Exodus (Band),
- Titel eines Plattenalbums von Bob Marley, siehe Exodus (Album)
- Name des dritten Teils der Rollenspielsaga Ultima von Richard Garriott weitere Romane
- Der Exodus
- Der große Exodus

Deuteronomium

Das 5. Buch Mose, das auch Deuteronomium heißt, ist das fünfte Buch des Pentateuch (der Tora) oder des Alten Testaments der Bibel. Sein hebräischer Name Devarim bedeutet "Worte", und stammt aus dem ersten Begriff des Buches ("Eleh ha-devarim"). In der rabbinischen Literatur wird das Buch auch Mishneh Torah genannt.

Deuteronomium

Die Bezeichnung "Deuteronomium" (lat. zweite Gesetzgebung) entstammt der Vulgata, und kommt von der Septuaginta (Δευτερονόμιον). Sie basiert auf einer fehlerhaften Übertragung des Begriffs mishnah ha-torah ha-zot (Kap. 17, Vers 18), welcher grammatisch nur eine Wiederholung (d. h. Kopie) dieses Gesetzes bedeuten kann, welches aber in der Septuaginta als τὸ Δευτερονόμιον τοῦτο, diese Wiederholung des Gesetzes wiedergegeben ist. Obwohl der Name auf einer Fehlübersetzung basiert, ist er nicht unangemessen, da das 5. Buch Mose in der Tat weite Teile der im 2. Buch Mose enthaltenen Gesetzestexte wiederholt.

Inhalt des Buchs

Das 5. Buch Mose besteht im Wesentlichen aus drei Ausführungen, die Mose kurz vor seinem Tode an die Israeliten richtete. Ort der Handlung ist die Ebene von Moab, Zeit der Handlung ist der elfte Monat im letzten Jahr der israelitischen Wanderung. Inhaltlich steht das Buch parallel zum 2. Buch Mose, dem 3. Buch Mose und dem 4. Buch Mose. Die erste Ausführung (Kap. 1 bis 4) blickt auf die bedeutendsten Ereignisse der letzten 40 Jahre der Wüstenwanderung zurück. Der Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes wird als wichtig herausgestellt, und vor den Gefahren, den Gott der Väter zu verlassen, wird gewarnt. Die zweite Ausführung (Kap. 5 bis 26) stellt den Hauptteil des Buches dar, und wird manchmal in zwei Teile (Kap. 5 bis 11 sowie Kap. 12 bis 26) unterteilt. Der erste Teil enthält eine Wiederholung der Zehn Gebote (mit leichten Änderungen am Text), der zweite Teil befasst sich mit Regeln, die das Leben im verheißenen Land Kanaan betreffen. Kapitel 20 enthält die Kriegsgesetze. Die abschließende Ausführung (Kap. 27 bis 30) befasst sich mit den Konsequenzen, die aus dem Übertreten der Gebote folgen sowie dem Lohn des Gehorsams. Mit einer Erneuerung des Bundes zwischen Gott und den Israeliten sowie der Benennung Josuas zu seinem Nachfolger schließt das Buch. Es folgen drei kurze Anhänge: # Ein Lied, das Mose auf Gottes Anweisung verfasst hatte (32:1-47). # Segenssprüche für die Stämme Israels (Kap. 33). # Der Bericht von Moses Tod (32:48-52) und Beisetzung (Kap. 34). Inhaltlich folgt das Buch Josua auf das 5. Buch Mose.

Kernaussagen

Das Deuteronomium hat im Wesentlichen zwei Ziele. Das sogenannte Hauptgebot des Deuteronomium will die Ausschließlichkeit der Jahwe-Verehrung (Monotheismus) sicherstellen. Das Grundgebot des Deuteronomium hingegen verlangt die Zentralisation des Kultes am Tempel in Jerusalem.

Bekannte Einzelheiten


- Abgabe des Zehnten
- Das Erlassjahr
- Asyl

Betrachtungen zum Text

Das 5. Buch Mose setzt sich in Stil, Methode und Ausdrucksweise derart von den übrigen Büchern der Tora ab, dass sein Ursprung einer eigenständigen Schule zugeschrieben wird. Insbesondere die Tatsache, dass im Buch selbst von einem eigenständigen Gesetz gesprochen wird (Kap. 1, Vers 5; Kap. 27, Vers 3; Kap. 8 Vers 26; Kap 31, Vers 26), spricht für eine Entstehung, die separat von den vier vorhergehenden Büchern anzusetzen ist. Daneben sind auch eine Reihe von inhaltlichen Unterschieden zwischen diesem und den drei vorhergehenden Büchern (2.-4. Buch Mose) zu beobachten: Die Gesetze zeigen einige Unterschiede, und die Rolle der Priesterschaft (Aaroniten) gegenüber der des Stammes Levi (Leviten) wird abweichend dargestellt.

Traditionelle jüdische Sichtweisen

Der Talmud behandelt die dargestellten Ungereimtheiten unter der Annahme, dass der ganze Pentateuch aus der Feder Moses entstanden sei, und kommt zu dem Schluss, dass einiges (etwa der Bericht von Moses Tod und Beisetzung) wahrscheinlich später von Moses Nachfolger Josua hinzugefügt sei. Eine Autorschaft Moses wird von der traditionellen Lehrmeinung folgendermaßen begründet:
- Im Buch selbst wird die Autorschaft Moses explizit genannt (Kap. 1, Vers 1; Kap. 29, Vers 1; Kap. 31, Vers 1).
- Spätere Bücher beziehen sich auf das 5. Buch Mose, und bestätigen dadurch, dass jenes älter ist. (Buch Josua Kap 8, Vers 31; 1. Buch der Könige Kap. 2, Vers 9; 1. Buch der Könige Kap. 14, Vers 6; 2. Buch der Chronik Kap. 23, Vers 18; Kap. 25, Vers 4; Kap. 34, Vers 14; Buch Esra Kap. 3, Vers 2; Kap. 7, Vers 6; Buch Nehemia Kap. 8, Vers 1; Buch Daniel Kap. 9, Vers 11 und 13.)
- Orthodoxe Juden sehen Moses Autorschaft im Mischna und Talmud bestätigt.
- Christen sehen Moses Autorschaft im neuen Testament bestätigt. (Evangelium nach Matthäus Kap. 19, Vers 7 und 8; Evangelium nach Markus Kap. 10, Vers 3 und 4; Evangelium nach Johannes Kap. 5, Vers 46 und 47; Apostelgeschichte Kap. 3, Vers 22; Kap. 7, Vers 37; Römerbrief Kap. 10, Vers 19.)

Abweichungen von der Tradition

Seit dem Mittelalter wurde dann auch die Möglichkeit diskutiert (z.B. von Isaac Abravanel), dass das 5. Buch Mose einen anderen Autoren als die anderen Bücher des Pentateuch habe, und später entstanden sei. Die spätere Entstehung wird nach biblischen Quellen folgendermaßen begründet: Am Ende des 2. Buch der Könige wird von religiösen Reformen unter König Josia berichtet. Während dieser Periode findet der Hohepriester Hilkia bei Umbauarbeiten im Tempel eine Schriftrolle der Tora. Insbesondere die zentrale Rolle Jerusalems im jüdischen Kultus, die von Josias Reformen betont wurde, ist im Pentateuch nur im 5. Buch Mose zu finden (nicht namentlich, sondern als "der Ort, den der Herr erwählen wird"). Die sonst unbekannte Prophetin Hulda bestätigt die Authentizität des Buches. Hiernach wird Jerusalem Zentrum des Kultus, und die Lesung des Buches durch den König (ebenfalls nur im 5. Buch Mose zu finden) Teil der Pilgerfahrt am Laubhüttenfest. Während die traditionelle Lehrmeinung diese verlorene Schriftrolle mit einem von Mose verfassten Text oder mit dem gesamten Pentateuch identifiziert, der nur während der Herrschaft der vorhergegangenen Jahwe-feindlichen Könige in Vergessenheit geraten war, sehen modernere Ansichten eine spätere Entstehung zur Untermauerung der politischen und religiösen Reformen als wahrscheinlicher an. Demnach wäre sie unter Federführung einer königstreuen, in religiösen Dingen der Staatsräson zuneigenden Partei der Priesterschaft unter Berücksichtigung existierender Traditionen entstanden (und von den Schreibern auch nicht als 'Fälschung', sondern als Formalisierung ihres Ritus verstanden worden).

Moderne Sichtweise

Außerhalb jüdisch-orthodoxer und christlich-fundamentalistischer Kreise wird heute eine Autorschaft Moses fast einmütig ausgeschlossen. Die vorherrschende Sichtweise ist, dass das 5. Buch Mose einige Jahrhunderte nach der Zeit Moses entstanden sei. Zur genauen Entstehung finden sich verschiedene Hypothesen, die im Zusammenhang mit der gesamten Entstehung des Pentateuch formuliert werden.

Siehe auch


- Portal:Bibel
- Liste der Bücher der Bibel
- Altes Testament
- Bibelstudium

Weblinks


- [http://www.bibel-online.net/buch/05.5-mose/ Das 5. Buch Mose]: Online-Version bei bibel-online.net Mose, 5. Buch Mose, 5. Buch ja:申命記 ko:신명기 zh-min-nan:Sin-bēng-kì th:พระราชบัญญัติ

Leviticus

Das im Deutschen gewöhnlich 3. Buch Mose oder Levitikus genannte Buch heißt im Hebräischen nach den ersten Worten des Buches Wajikra (Und es rief, ויקרא) und im Griechischen und Lateinischen Levitikon bzw. Leviticus ((το) Λενιτικόν (βιβλίον), "Leviten-Buch"). Das 3. Buch Mose ist im Original in hebräischer Sprache geschrieben und ist Teil der jüdischen Tora, die im griechischen auch als Pentateuch bezeichnet wird. Im Deutschen spricht man von den "5 Büchern Mose", die den ersten Teil des alten Testaments der christlichen Bibel bilden. Im Cheder, der traditionellen Ausbildung für jüdische Jungen bis zum 13. Lebensjahr, begann das Studium der Tora mit der Lektüre des Beginns des 3. Buches Mose.

Übersicht

Das 3. Buch Mose ist als Geschichts- und Gottesdienstbuch konzipiert, und wird seit dem Mittelalter in 27 Kapitel unterteilt. Es handelt in weiten Teilen vom priesterlichen Gottesdienst im Judentum; im Christentum wird das Buch eher selten studiert und teilweise symbolisch ausgelegt. Das 3. Buch Mose steht in engem Zusammenhang zu den anderen vier Büchern Mose der Tora oder des Pentateuch. Zeitlich ist es dem 2. Buch Mose nachgeordnet. An das 3. Buch Mose schließt das 4. Buch Mose inhaltlich an. Das 5. Buch Mose stellt in mancher Hinsicht eine Zusammenfassung des 2. - 4. Buches dar, geht aber in seinen Lehren auch darüber hinaus.

Autorschaft

Das 3. Buch Mose selbst nennt keinen Autor. Der deutsche Name folgt der jüdischen und christlichen Tradition einer Autorschaft Moses, die den gesamten Pentateuch (die "5 Bücher Mose") als von Mose verfasst sieht. Diese Sichtweise wird heute nur noch von orthodoxen Juden sowie fundamentalistischen Christen vertreten. Die Frage der Autorschaft ist im Artikel zum Pentateuch ausführlicher behandelt.

Wichtige Aussagen und Themen

Hier finden sich die Opfergesetze, die Einführung des Priesterdienstes, Reinheitsvorschriften, der Große Versöhnungstag (Jom Kippur) und Gesetze für Alltag und Gottesdienst des Judentums. Die traditionelle jüdische Sichtweise versteht das gesamte Buch als ein Diktat Gottes auf dem Berg Sinai an Mose. Im Talmud wird dem Buch eine bedeutende Rolle aufgrund seiner Betonung auf den Gottesdienst beigemessen. Bekannte Personen:
- Mose
- Aaron und seine Söhne

Inhaltliche Zusammenfassung

Opfergaben (Kapitel 1-7)

Das Buch beginnt mit Vorschriften zum Darbringen unterschiedlichster Opfer (Brandopfer, Speiseopfer, Mahlopfer, Sühneopfer, Wiedergutmachungsopfer, ), die von den Priestern, Aaron und seinen Nachkommen, durchgeführt werden. Des Weiteren werden die Pflichten der Priester beschrieben.

Aarons Priesterweihe (Kapitel 8-10)

Mit der Weihe Aarons und seiner Söhne zum Priester wird der Priesterstand der Israeliten begründet. Nadab und Abihu, zwei Söhne Aarons begehen einen schweren Verstoß gegen die Opfervorschriften, und werden von Gott getötet.

Rituelle Reinheitsgebote (Kapitel 11-15)

Vorschriften zum Verzehr erlaubter Tierarten werden gegeben. Darauf folgen Angaben über die rituelle Reinheit von Menschen in verschiedenen Situationen (Geburt, Menstruation, Geschlechtsverkehr, Krankheit).

Jom Kippur (Kapitel 16)

Das alljährliche Fest zur Sündenvergebung aller Israeliten wird eingesetzt. Die Vertreibung des Sündenbocks bildet den Ursprung des jüdischen Versöhnungstages.

Vorschriften zur heiligen Lebensweise (Kapitel 17-27)

Die geheiligte Lebensweise wird zuerst durch den rechten Umgang mit dem Blut von Speise- und Opfertieren erreicht. Dies ist grundlegend, da nach jüdischer Lehre das Blut die Seele ist (Kap. 17). Ein zweiter Regelkomplex betrifft Heiratsverbote zwischen Verwandten sowie Vorschriften zum Sexualverhalten. Geschlechtsverkehr während der weiblichen Regel, Analverkehr zwischen Männern sowie der Geschlechtsverkehr zwischen Mensch und Tier werden streng untersagt (Kap. 18). Strafen beim Übertreten dieser Regeln sind in Kapitel 20 angegeben (i.d.R.Todesstrafe). Es folgt eine Reihe von Gesetzen zum Zusammenleben der Menschen; man findet Anklänge an die Zehn Gebote (Kap. 19) und den Satz: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Kap. 19, Vers 18) Besondere Regeln gelten für das Verhalten von Priestern, sowohl im Alltagsleben (Kap. 21) als auch in ihrer religiösen Rolle (Kap. 22). Daneben gibt es spezielle religiöse Festtage: Der Sabbat als letzter (siebter) Tag jeder Woche, Jom Kippur und das Laubhüttenfest (Kap. 23). Es folgen Vorschriften zum Tempelritus (Kap. 24) sowie Bestimmungen zum Sabbatjahr und Jubeljahr (Kap. 25). Einer abschließenden Verheißung und Verfluchung Gottes (Kap. 26) -- später oft Grundlage für Strafpredigten, daher der Ausdruck "jemandem die Leviten lesen" -- folgen Bestimmungen zu Gelübden (Kap. 27).

Siehe auch


- Bibel
- Liste der Bücher der Bibel
- Altes Testament
- Tora
- Tanach
- Portal:Bibel

Weblinks


- [http://www.bibel-online.net/buch/03.3-mose/ Das 3. Buch Mose]: Online-Version bei bibel-online.net Mose, 3. Buch Mose, 3. Buch ja:レビ記 ko:레위기 zh-min-nan:Lāi-bī-kì

Numeri

Numeri bezeichnet: # das 4. Buch Mose aus dem Pentateuch des Alten Testaments # den Plural von Numerus

Haggada

Die Haggada (הגדה) (auch Aggada; hebräisch, „Verkündung/Erzählung“) ist ein meist reich bebildertes Büchlein, das am Abend von Pesach, dem Fest der ungesäuerten Brote, beim Festmahl mit der Familie gemeinsam gelesen und gesungen wird. Das Buch, das teilweise auf aramäisch und teilweise auf hebräisch ist, beschreibt die Vorgänge, die man im Buch Exodus nachlesen kann: Das Exil in Ägypten und den Auszug in die Freiheit. Zahlreiche Lieder, die jedes jüdische Kind auswendig kann, begleiten das Festmahl, das man auch Sederabend nennt. Die Haggada ist nicht zu verwechseln mit Aggada.

Weblinks


- [http://www.talmud.de/sarajevo/index.htm www.talmud.de/sarajevo] - Die Sarajevo-Haggadah aus dem 14. Jahrhundert in Bildern Kategorie:Pessach Kategorie:Jüdische Literatur

Homilie

Mit dem Wort Homilie wird in der liturgischen Fachsprache die "Predigt" innerhalb eines christlichen Gottesdienstes (insbesondere innerhalb der Eucharistiefeier) oder einer Glaubenslehre bezeichnet.

Worterklärung

Homilie kommt von griech.: homilein (= jmd. anreden, geschwisterlich miteinander reden; vgl. griech. homoios = gleich, auf gleicher Augenhöhe) und bedeutet so viel wie "Zurede". Homiletik ist die Lehre von der Homilie bzw. Predigt.

Verhältnis Homilie zu Predigt

Mit Homilie ist die Predigt im engeren Sinn gemeint, in der Bedeutung einer fortlaufenden Erläuterung von Bibelstellen. Demgegenüber hat das Wort Predigt eine umfassendere Bedeutung, weil es auch die Glaubensverkündigung in anderen Religionen, verschiedene Arten der Missionspredigt und die Verkündigung von Jesu Auferstehung bedeuten kann.

Homiletik

Unter Homiletik wird in der Theologie die so genannte Predigtlehre verstanden - die Erarbeitung und der gute Aufbau einer Predigt. Sie ist ein Teilbereich der Praktischen Theologie. Die Homiletik klärt unter Einbeziehung von Rhetorik und Kommunikationswissenschaft den theologischen Sinn und die Methoden des Kommunikationsprozesses, den die Predigt darstellt.

Homiletiker

Der Homiletiker ist ein Lehrer dieser Kanzelberedsamkeit, ein Homiliarium, auch als Panegyrikon bezeichnet, ist eine Sammlung von bibelerklärenden Predigten.

Literatur


- Christoph Kühn: Stärke unseren Glauben - biblische Homilien, Pustet, Regensburg, 2004, ISBN 3-7917-1921-1

Weblinks


- http://www.ekir.de/examen/index.htm?pt/homiletk/index.htm Kategorie:Gottesdienst Kategorie:Katholizismus Kategorie:Praktische Theologie

Klagelieder

Die Klagelieder Jeremias (auch Jeremiaden, auch Lamentationes (Vulgata) und Threni (Septuaginta) genannt und wiss. so zitiert) sind ein Buch des Alten Testaments der Bibel, das aus fünf Gedichten besteht. Diese Einteilung in fünf Kapitel ist im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern der Bibel kein Produkt des Mittelalters, sondern ergibt sich bereits aus der Struktur des Textes selbst. In der Hebräischen Bibel sind sie unter den Festrollen eingeordnet, in der Septuaginta und Vulgata wie im heutigen Alten Testament nach dem Propheten Jeremia.

Entstehungszeit

In den Klageliedern wird die Zerstörung Jerusalems und des Tempels von 586 v. Chr. beklagt. Die Fakten des Geschehens sind in 2. Könige 25 und Jeremia 52 beschrieben. Von diesem Inhalt her bietet sich eine Entstehung zwischen 586-530 an. Die tiefe Erschütterung in den ersten vier Kapiteln lässt vermuten, dass sie aus dem unmittelbaren Erleben heraus kurz nach dem Fall Jerusalems geschrieben wurden. Kapitel 5 betont mehr das Leid des Exils.

Verfasser

Die Klagelieder sind anonym, sie enthalten nichts, was auf den Verfasser schließen lässt. Nach jüdischer Tradition aus vorchristlicher Zeit (Targum, Septuaginta) gilt der Prophet Jeremia als Verfasser. In der Sekundär-Literatur gehen die Meinungen darüber auseinander, Argumente für und gegen Jeremia als Verfasser halten sich in etwa die Waage.

Dichterischer Stil

Die Klagelieder sind Beispiele von hochstehender hebräischer Dichtkunst. Sie sind im Versmaß der hebräischen Totenklage (Qina) abgefasst, die ersten vier als Akrostichon (alphabetisches Lied). Das jüdische Akrostichon hat nicht nur den praktischen Zweck der Gedächtnisstütze, sondern ist auch Ausdruck der Grenzenlosigkeit der alles einschließenden Trauer -- vergleiche im Deutschen den Ausdruck "von A bis Z" für "alles". Die ersten beiden Lieder enthalten 22 Verse mit je drei Zeilen. Die jeweils ersten Worte jedes Verses beginnen der Reihe nach mit den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets. Das vierte Lied ist ebenso gestaltet, jedoch kommen auf jeden Vers zwei Zeilen. Das dritte Lied hat 66 Verse, unterteilt in 22 Einheiten zu je drei Versen. Jeder dieser drei Verse beginnt mit dem entsprechenden gleichen Buchstaben. Das fünfte Lied hat 22 Verse zu je einer Zeile, aber ohne spezifische Buchstabenfolge. Die Klagelieder verwenden eine reiche Zahl von Bildern, um das Leid und die Trauer plastisch darzustellen.

Inhalt

#Schilderung des Zustands #Ursache des Elends #Klagen des einzelnen #Die Not unter dem Gericht #Klagen des Volkes

Klagelieder und jüdische Tradition

Orthodoxe Juden lesen die Klagelieder wöchentlich an der Klagemauer in Jerusalem. Der neunte Aw (Tischa beAw) ist ein jährlicher jüdischer Gedenk- und Fastentag zur Erinnerung an die Zerstörung des ersten Tempels in Jerusalem (Bajith Rishon) durch die Babylonier und an die Zerstörung des zweiten Tempels in Jerusalem (Bajith Sheni) durch die Römer, an dem die Klagelieder rezitiert werden. In der klassischen christlichen Liturgie werden die Klagelieder in der Karwoche verlesen. Die Klagelieder gehören zusammen mit Ijob und Jeremia zu den einzigen Teilen der Bibel, die traditionelle Juden in der Trauerzeit lesen. Siehe auch: Bibel, Portal:Bibel, Liste der Bücher der Bibel, Altes Testament, Ezechiel Kategorie:altes Testament Kategorie:Heilige Schrift (Judentum) ko:예레미야애가

Kategorie:Jüdische Literatur

Literatur Kategorie:Religiöse Literatur Kategorie:Literatur nach Sprachen und Kulturräumen

Karel van Hohenzollern-Sigmaringen

Karel Anton Frederik Meinrad Fidelis (Sigmaringen 20 februari 1785Bologna 11 maart 1853) was van 1831 tot 1848 vorst van Hohenzollern-Sigmaringen. Hij was de zoon van vorst Anton Aloysius en Amalia van Salm-Kyrburg.

Leven

Hij nam op 17 oktober 1831 de regering van het vorstendommetje Hohenzollern-Sigmaringen over en schonk zijn land op 1 juli 1833 een constitutie die voorzag in een landdag. Vanwege de hoge belastingen (die tussen 1818 en 1848 verzesvoudigd waren) en naar voorbeeld van buurlanden brak in het revolutiejaar 1848 ook hier een opstand uit. Karel trad daarom af ten gunste van zijn liberaler ingestelde zoon Karel Anton. Hij stierf op 11 maart 1853 te Bologna.

Huwelijken en kinderen

Karel was sinds 1808 gehuwd met Marie Antoinette Murat (1793-1847), een nicht van Joachim Murat. Uit dit huwelijk werden vier kinderen geboren:
- Caroline (1810-1885)
- Karel Anton Joachim Zephyrinus Frederik Meinrad (1811-1885)
- Amalia Antoinette Caroline Adriane (1815-1841), gehuwd met Eduard, zoon van Frederik van Saksen-Altenburg
- Frederika (1820-1906) In 1848 hertrouwde hij met Catharina van Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1817-1893). Categorie:Hohenzollern

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