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Cantus Firmus

Cantus firmus

Cantus firmus oder im Plural cantus firmi nennt man wiederverwendete, meist geistliche Melodien aus dem Mittelalter. Sie werden aus vorhandene alten Werken entlehnt und unverändert oder verziert neuen Kompositionen zugrunde gelegt. Ein cantus firmus stellt eine einstimmige Melodie dar, welcher weder Harmonien noch Kontrapunkt hinzugefügt werden. Melodisch betrachtet sind diese Melodiebögen dynamisch schwach ausgeprägt. In kleinen Tonschritten gleichen die Melodiebögen der gesprochenen Sprache. Im frühen Mittelalter tritt der cantus firmus in meist lang ausgehaltenen Tönen im Tenor auf, später wird auch der Tenor rhythmisch gegliedert. Die alte Form des Hymnus, dessen liturgischer cantus firmus meist im Sopran oder Tenor liegt, unterscheidet sich von der späteren Motette insofern, als der cantus firmus hier gegenüber den motivisch unterschiedlichen Begleitstimmen als Hauptmelodie auftritt, in der Motette dagegen in ein Stimmengeflecht kontrastierend eingewoben ist. Die Motette bringt häufig über dem cantus firmus mit eigenem Text eine neukomponierte Oberstimme, die wiederum einen eigenen Text hat.

Weblinks


- [http://www.klassik-heute.de/lexikon/lexikon_cantus_firmus.shtml Noch mehr zum Begriff] Kategorie:Gattungen und Formen (Musik)

Mittelalter

]] Das Mittelalter bezeichnet eine Epoche in der europäischen Geschichte zwischen der Antike und der Neuzeit, die christliche, antike und keltische, germanische und slawische Entwicklungen zusammenführt. Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform ist der Feudalismus. Grundzüge des Mittelalters sind die nach Ständen geordnete Gesellschaft, die gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Latein oder Griechisch als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache, die Idee der Einheit der christlichen Kirche (die aber faktisch nach dem großen Schisma mit der Ostkirche nicht mehr bestand) und ein recht einheitliches Weltbild.

Zeitliche Festlegung

Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 bzw. 600 n. Chr. bis 1500 n. Chr. ein. Wesentlich genauer sind jedoch folgende Merkmale: Das Mittelalter erstreckt sich ungefähr vom Ende der Völkerwanderung (375-568) bzw. vom Untergang des weströmischen Kaisertums 476 bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Bezüglich der Problematik der Datierung des Beginns des Mittelalters siehe Spätantike. Die Datierungen sind nicht immer einheitlich, es kommt oft darauf an, welche Aspekte der Entwicklung bevorzugt werden und von welchem Land man ausgeht. Stellt man zum Beispiel den Einfluss des Islam in den Vordergrund, kann man Mohammeds Hidschra (622) oder den Beginn der arabischen Expansion ab 632 als Beginn sehen. Ebenso gibt es unterschiedliche Datierungsmöglichkeiten für das Ende des Mittelalters, beispielsweise die Erfindung des Buchdrucks (um 1450) oder auch die Reformation (1517). Fokussiert man einzelne Länder, kann man auch zu verschiedenen Eckdaten kommen. So endete die Antike am Rhein oder in Britannien sicher früher als etwa in Syrien. Und so war zum Beispiel um 1420 in Italien bereits das Zeitalter der Renaissance angebrochen, während man zur gleichen Zeit in England mit gutem Grund noch vom Mittelalter spricht. Mittelalter bezieht sich in erster Linie auf die Geschichte des christlichen Abendlands vor der Reformation - der Begriff wird kaum im Zusammenhang mit außereuropäischen Kulturen verwendet.

Die Einteilung in Früh-, Hoch- und Spätmittelalter

Man kann das Mittelalter grob in 3 Phasen gliedern:
- Frühmittelalter (Mitte 6. Jahrhundert bis Anfang 11. Jahrhundert)
- Hochmittelalter (Anfang 11. Jahrhundert bis ca. 1250)
- Spätmittelalter (ca. 1250 bis ca. 1500)

Frühmittelalter

In das Frühmittelalter fällt unter anderem auch die Zeit der Völkerwanderung, wobei die Forschung aber mittlerweile dazu tendiert, diese aus dem Mittelalter herauszunehmen, sie als Bindeglied zwischen Antike und Mittelalter zu sehen und der Spätantike zuzurechnen. Weitere einschneidende Entwicklungen sind die weitgehende Christianisierung Europas, der Aufstieg des Fränkischen Reiches, der Einfall der Wikinger, der Beginn des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und die Kämpfe zwischen Kaisertum und Papsttum. Außerdem wirkt der Aufstieg des Islam und sein schnelles Ausgreifen bis nach Europa prägend. Wirtschaftlich stellt das Frühmittelalter eine Zeit der Naturalwirtschaft dar, wobei besonders das System der Grundherrschaft herauszustellen ist. Wesentliche Kulturträger sind das Byzantinische Reich, die Klöster, insbesondere die des Benediktinerordens, sowie die Gelehrten des arabisch-muslimischen Kulturkreises. Siehe auch Hauptartikel: Frühmittelalter.

Hochmittelalter

Das Hochmittelalter ist die Blütezeit des Rittertums und des römisch-deutschen Kaiserreichs, des Lehnswesens und des Minnesangs. Es ist auch die Epoche der Auseinandersetzung zwischen weltlicher und geistlicher Macht im Investiturstreit, welcher die Einsetzung mehrerer Gegenpäpste zur Folge hatte. Innerhalb der Scholastik wird Aristoteles zur wichtigsten nicht-christlichen Autorität. Der Einfluss der Kirche zeigt sich vor allem an den Kreuzzügen gegen den Islam, denen auch Juden zum Opfer fallen. Im Zuge der Kreuzzüge entwickelt sich ein Fernhandel mit der Levante, von dem insbesondere die italienischen Stadtstaaten profitieren. Die Geldwirtschaft gewinnt gegenüber der Naturalwirtschaft immer stärker an Bedeutung. Die wichtigsten Orden des Hochmittelalters sind neben den Zisterziensern die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner. Im Hochmittelalter entsteht das Zunftwesen, das die sozialen und wirtschaftlichen Vorgänge in den Städten stark prägt. Siehe auch Hauptartikel: Hochmittelalter.

Spätmittelalter

Hochmittelalter]] Das Spätmittelalter ist die Zeit des aufsteigenden Bürgertums der Städte und der Geldwirtschaft. In dieser Zeit steigt die Hanse zur Handelsmacht auf. Seit etwa 1280 bis einige Jahrzehnte nach der "Großen Pest" (Schwarzer Tod) in der Zeit von 1349 bis 1351 macht die europäische Geschichte einige krisenhafte Entwicklungen, die zu einem starken Bevölkerungsrückgang (Wüstung, Pest) führen, aber auch zu starken Veränderungen der Gesellschaftstruktur, die allmählich zur Neuzeit überleiten (siehe auch: Krise des 14. Jahrhunderts). Siehe auch Hauptartikel: Spätmittelalter.

Ende des Mittelalters

Als wesentlich für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit betrachtet man im Allgemeinen die Zeit der Renaissance (je nach Land spätes 14. Jahrhundert bis 16. Jahrhundert), die Entdeckung insbesondere der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus 1492, die Erfindung des Buchdrucks 1450 und die damit beschleunigte Verschriftlichung des Wissens, den Verlust des Einflusses der institutionalisierten katholischen Kirche und den Beginn der Reformation. Diese Ereignisse sind alle rund um die Schwelle vom 15. zum 16. Jahrhundert anzusiedeln. Auch die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen (1453) wird als ein Ereignis genannt, das das Ende des Mittelalters markiert. Dies ist nicht nur eine zeitlich passende Vereinfachung, sondern hat einige Berechtigung, weil mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches das letzte lebendige Überbleibsel der Antike unterging. Des Weiteren war der dadurch ausgelöste Strom byzantinischer Flüchtlinge und Gelehrter nach Italien hauptverantwortlich für den Beginn der Renaissance. Darüber hinaus wurden die Handelsrouten nach Asien durch die Ausbreitung des Osmanischen Reiches blockiert, so dass westeuropäische Seefahrer neue Wege erkundeten. Dabei wurde unter anderem Amerika entdeckt – zumindest war es das erste Mal, dass die Existenz Amerikas innerhalb weniger Jahre in ganz Europa bekannt wurde. Auf musikalischem Gebiet ist das Ende des Mittelalters am besten mit der Umstellung von Quint-Oktavklängen zu terzhaltigen Harmonien zu bestimmen. Die englischen Komponisten waren hier sehr früh (Anonymus 4 spricht bei dieser Entwicklung auf dem Kontinent sogar direkt von englischem Einfluss); vor allem Dunstable ist hier zu nennen. Ab ca. 1430 lässt sich dieser Wandel in Italien dingfest machen, wobei terzhaltige Klänge nicht sofort die reinen Intervalle als Ruhepole der Komposition ablösten und vor allem am Schluss einer Komposition das ganze 15. Jahrhundert hindurch noch der Klang ohne Terz bevorzugt wurde.

Der Begriff Mittelalter

Der Begriff Mittelalter, erstmals im 14. Jahrhundert von italienischen Humanisten benutzt, hatte schon von Beginn an eine negative Bedeutung, weil sie das Mittelalter als „dunkle“ Epoche zwischen der Antike und ihrer Zeit ansahen, in der antike Traditionen wiedergeboren wurden. Aber erst im 17. Jahrhundert wurde diese Einteilung endgültig vorgenommen. Demnach begann das Mittelalter mit dem Ende des Weströmischen Reiches im Jahre 476 und endete mit der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 durch die Osmanen. Im Englischen spricht man für den Zeitraum nach Ende der römischen Besatzung bis etwa zur Zeit König Alfreds von Wessex, also für die Zeit der Einwanderung der Angeln, Sachsen und Jüten, aufgrund der mangelhaften schriftlichen Quellen von „The Dark Ages“. Noch heute bezeichnen wir eine Denkweise als „mittelalterlich“, wenn wir sie als starr und veraltet kritisieren wollen. Auch die umgangssprachliche Wendung „Rückkehr ins Mittelalter“ ist negativ besetzt. In der Romantik wurde das Mittelalter allerdings auch wieder positiver gesehen, teilweise auch systematisch verklärt. In der modernen Forschung werden die originären Leistungen des Mittelalters und die wenigstens teilweise vorhandene Kontinuität der antiken Kultur betont. Der bekannte und angesehene französische Mediävist Jacques Le Goff betonte erst jüngst die Geburt Europas im Mittelalter.

Sonstiges

In der japanischen Geschichte wird die Zeit von ca. 1200 bis ca. 1600 als Mittelalter bezeichnet. Diese Epoche zeichnete sich durch eine starke Dominanz des Buddhismus und des Feudalismus aus.

Siehe auch


- Portal:Mittelalter

Literatur

Wichtige Quellen sind im großen Umfang gesammelt in der Monumenta Germaniae Historica. Siehe auch die dt.-latein. Ausgaben der Freiherr-vom-Stein Gedächtnisausgabe (FSGA). Wichtige Quellen stellen u.a. neben der Geschichtsschreibung auch Constitutionen und andere Aktenquellen sowie Regesten dar. Eine hervorragende Bibliographie findet sich [http://www.histsem.uni-bonn.de/proseminar/lsma15.htm hier (erstellt vom Historischen Seminar der Uni. Bonn)] sowie [http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/tutorium/literatur/literatur.htm hier (Uni. Tübingen; umfangreiche Liste mit Quellen- und Literaturangaben)]. Ansonsten sei auf die Angaben im Lexikon des Mittelalters oder den Bibliographien der unten aufgeführten Werke verwiesen.

Nachschlagewerke


- The New Cambridge Medieval History, Cambridge 1995 ff. Noch im Entstehen begriffen, mit hervorragender Bibliographie.
- Lexikon des Mittelalters, 9 Bde., Ausgabe des dtv-Verlags, München 2002 (in Hardcover München-Zürich 1980-1998). Grundlegendes Werk

Sekundärliteratur


- Hartmut Boockmann: Einführung in die Geschichte des Mittelalters, mehrere Neuauflagen, München 2001. Wohl die beste strukturelle Einführung ins Mittelalter, mit guten bibliographischen Angaben.
- Arno Borst: Lebensformen im Mittelalter, Frankfurt/M., Berlin 1988 ISBN 3-548-34004-0
- Arno Borst: Barbaren, Ketzer und Artisten: Welten des Mittelalters, München 1988 ISBN 3-492-03152-8
- Fischer Weltgeschichte, Mittelalter und frühe Neuzeit (4 Bände) ISBN 3596507324
- Horst Fuhrmann: Einladung ins Mittelalter, Verlag C. H. Beck, München 1987 ISBN 3-406-32052-X
- Horst Fuhrmann: Überall ist Mittelalter : von der Gegenwart einer vergangenen Zeit, Verlag C. H. Beck, München 1996 ISBN 3-406-40518-5
- Friedrich Heer: Mittelalter. Von 1100 bis 1350, Zürich 1964

Weblinks


- [http://www.erlangerhistorikerseite.de/ma_resso.html Virtuelle Bibliothek – Geschichte / Mittelalterliche Geschichte (Internet-Ressourcen der Erlanger Historikerseite)]
- [http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/indexstart.htm Historisches Seminar der Universität Tübingen, Abteilung für Mittelalterliche Geschichte (zahlreiche Links und Materialsammlungen)]
- [http://netzwerk.wisis.de/text/42.htm Mittelalter - SUSAS Netzwerk für Wissensweitergabe - Ausführliche Texte und zahlreiche Erklärungen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Ereignisgeschichte]
- [http://www.genealogie-mittelalter.de/ Genealogie Mittelalter] Mittelalterliche Genealogie im Deutschen Reich bis zum Ende der Staufer
- DER SPIEGEL: [http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,381627,00.html Wie die Erde zur Scheibe wurde] - das Bild vom rückständigen Mittelalter als moderner Mythos !Mittelalter Kategorie:Zeitalter ja:中世 simple:Middle Ages

Melodie

Der Begriff Melodie (v. griech.: melos = Lied + odé = Ode) bezeichnet in der Musik
- eine singbare in sich geschlossene Folge von Tönen,
- die Weise bzw. Vertonung eines Liedes und
- ein Hauptthema eines größeren Musikstückes. Die klassische Musik stellt oft eine oder mehrere thematische Melodie(n) an den Anfang eines Werkes, die dann im weiteren Verlauf verarbeitet werden (motivische Arbeit). Die meisten Tonfolgen, die im allgemeinen Sprachgebrauch Melodie genannt werden, werden in der Musikwissenschaft mit dem Terminus Thema versehen. Im Jazz bildet die Melodie nach den Harmonien den Ausgangspunkt für die Improvisationen. Die Sprachwissenschaft kennt 'Melodie' im übertragenen Sinne als die Satzmelodie, die Modulationen der Stimmhöhe während der Äußerung eines Satzes Siehe auch: Liedtext, Portal:Musik Kategorie:Musiktheorie ja:メロディ Melodie [griechisch] eine in sich geschlossene Folge von Tönen, die u. a. durch ihre Harmonik, Rhythmik, Dynamik und ihr Tempo bestimmt wird und an die in der Musiklehre des 18. und 19. Jahrhunderts eine Reihe von Forderungen gestellt wird, wie Überschaubarkeit und Sanglichkeit. Die Melodielehre untersucht daher, von formal-analytischer Betrachtung ausgehend, den gesetzmäßigen Aufbau der bestimmten Regeln unterworfenen Melodie, wobei sie sich der Tatsache bewusst bleibt, dass damit entscheidende Faktoren, die vor allem die Entstehung einer Melodie oder ihre Wirkung auf den Hörer betreffen, auch von anderen Zweigen einer Kompositionslehre beurteilt werden.

Tenor

1. 'Tenor (Betonung auf der ersten Silbe): Sachverhalt, Kern der Aussage, Grundton in einer Rede oder einem Schriftstück (z.B. "dieser Text enthält einen positiven Tenor"), in der Rechtsprechung Teil eines gerichtlichen Urteils oder Beschlusses, siehe Tenor (Urteil) 2. Te'nor (Betonung auf der zweiten Silbe): Der Begriff Tenor (v. ital.: tenere = die haltende [Stimme]) bezeichnet: # in der Musik eine Stimmlage von männlichen Sängern, siehe Tenor (Stimmlage) # einen Sänger mit vorgenannter Tenorstimme, siehe auch: Liste von Tenören # eine Stimmlage von Musikinstrumenten (Tenorhorn, Tenor-Saxophon) # in den Kirchentonarten ein bei der Rezitation hervortretender Ton # die in der mehrstimmigen Musik des 13.- 16. Jahrhunderts den cantus firmus tragende Stimme Zur unterschiedlichen Bedeutung der Wörter, abhängig von deren Aussprache, siehe auch Homographie. Kategorie:Begriffsklärung

Liturgie

Der Begriff Liturgie (v. griech.: λειτουργια leitourgia öffentlicher Dienst aus λειτος leitos öffentlich von λαος laos Volk; und εργον érgon Werk, Dienst) bezeichnet den gestalteten Gottesdienst. Der liturgische Gottesdienstbegriff weist eine doppelte Dimension auf: er beschreibt - doppelter Genitiv - den Dienst von und für Gott. Insofern unterscheidet er sich vom eher deskriptiven Begriff der Kulthandlung. Liturgie umfasst das gesamte gottesdienstliche Geschehen: Wort und Gesang, Gestik, Bewegung und Gewänder, liturgische Geräte, Symbole und Symbolhandlungen. Der Begriff "Liturgie" ist enger zu fassen als "Gottesdienst". Liturgie ist nie privater Natur, sondern Feiern der Kirche, und daher zu unterscheiden von Versammlungen und privatem Gebet. Neben den sonn- und werktäglichen Gemeindeliturgien und den Kasualien (Taufe, Trauung und Bestattung) feiern Teile der Gemeinde, Gemeinschaften (z.B. Konvente) oder Gruppen weitere Liturgieformen wie das Stundengebet.

Christentum

Urchristentum

Aus dem Urchristentum sind noch keine Gottesdienstordnungen bekannt, da sich die Gestaltung der Feiern noch in der Entwicklung befanden und je nach Gemeinde auch unterschiedlich ausfielen. In jedem Fall war der frühchristliche Gottesdienst stark vom jüdischen Synagogen-Gottesdienst inspiriert und integrierte zentral die Lesung und Auslegung der kanonischen Schriften und das Brotbrechen. Wohl gab es auch einen Überlieferungsstrang der liturgischen Fußwaschung. Mittels der Literarkritik lassen sich in den neutestamentlichen Texten gebräuchliche liturgische Stilelemente herausarbeiten: so Christuslieder (Bsp. Phil 2,5-11) oder auch Elemente eines Glaubensbekenntnisses in 1. Korinther 15; ebenso zitiert Paulus in 1 Kor 11 tradierte Einsetzungsworte zum Herrenmahl. Auch die Offenbarung des Johannes scheint Lieder aus dem Gottesdienst zu zitieren, Lieder, die im Messias von G. F. Händel zum Klingen kommen - wie z.B. "würdig ist das Lamm, das ...". In den frühen Schriften der Kirchenväter (z.B. Justin der Märtyrer) finden sich dann zahlreiche Hinweise auf die Abläufe liturgischer Handlungen bzw. Handlungsanweisungen.

Orthodoxe Liturgien

Die Liturgien, die die verschiedenen orthodoxen Kirchen feiern, werden in unterschiedliche Liturgiefamilien unterteilt: Byzantinischer Ritus, Westsyrischer Ritus, Ostsyrischer Ritus, Alexandrinischer Ritus und Armenischer Ritus. Der im Westen bekannteste ostkirchliche Ritus dürfte der Byzantinische Ritus sein. Gebräuchlich sind hier vor allem die Liturgie des Hl. Johannes Chrysostomus, die Basiliusliturgie, die nur an zehn Tagen im Jahr gefeiert wird, sowie die Liturgie der Vorgeweihten Gaben (vorwiegend mittwochs und freitags in der Großen Fastenzeit). Allen Ostriten gemeinsam ist, dass sie vor der Mitte des ersten Jahrtausends entstanden und seither so gut wie unverändert geblieben sind. Die mit Rom unierten Ostkirchen feiern die Liturgie in ihrem ursprünglichen Ritus.

Katholische Liturgie

Behauptungen, die katholische Kirche verstünde unter Liturgie in erster Linie die Ordnung der Heiligen Messe, greifen zu kurz. Auf dem II. Vatikanischen Konzil haben die Konzilsväter ausführlich zum Thema Liturgie Stellung bezogen und die Konstitution über die Heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium verkündet. Dort schreiben sie: "In der Liturgie, besonders im heiligen Opfer der Eucharistie, vollzieht sich das Werk unserer Erlösung, und so trägt sie in höchstem Maße dazu bei, dass das Leben der Gläubigen Ausdruck und Offenbarung des Mysteriums Christi und des eigentlichen Wesens der wahren Kirche wird ..." Demzufolge geht es im katholischen Liturgieverständnis in erster Linie nicht primär um die genaue Regelung einzelner Ritenabfolgen, sondern um einen Wesensvollzug der Kirche. Der Codex iuris canonici (CIC) formuliert dies auf folgende Weise: "Den Heiligungsdienst erfüllt die Kirche in besonderer Weise durch die heilige Liturgie, die als Ausübung des priesterlichen Dienstes Jesu Christi zu betrachten ist; darin wird die Heiligung der Menschen durch sinnenhafte Zeichen bezeichnet und in der diesen je eigenen Weise bewirkt sowie der mystische Leib Jesu Christi, von Haupt und Glieder, der unverbrüchliche amtliche Gottesdienst vollzogen." (CIC 1983, Can. 834 §1). Andere offizielle Aussagen über die Liturgie der katholischen Kirche finden sich im Katechismus der Katholischen Kirche unter den Nummern 1066ff. Zur katholischen Liturgie zählen auch die Liturgien der unterschiedlichen mit Rom verbundenen Ostkirchen.

Evangelische Liturgie

Für die Ev.-Lutherischen und die Ev.-Unierten Kirchen gibt es in Deutschland eine gemeinsame Gottesdienstordnung, die Agende genannt wird. In wesentlichen Zügen geht sie in ihrem Ablauf auf die römisch-katholische Liturgie zurück. In einigen Freikirchen ist das Wort Liturgie verpönt, weil der Begriff zu sehr mit Tradition verbunden ist, aber die meisten von ihnen haben dennoch eine Ordnung für den Abendmahlsgottesdienst (mit wenigen Ausnahmen wie z.B. die Quäker).

Judentum

Das Judentum und die orthodoxen Kirchen verstehen unter Liturgie den ganzen gestalteten Gottesdienst, der im religiösen Leben und in der Theologie das Zentrum ist. Die jüdische Liturgie umfasst vor allem die Kantillation der Tora (siehe Teamim), Gesang und Gebet.

Moderne Krise und liturgische Erneuerung

Angesichts der zunehmenden Wertschätzung von Spontanität und Authentizität sprechen viele Wissenschaftler von einer Liturgieunfähigkeit des modernen Menschen. Andererseits entwickeln sich in vielen Lebensbereichen (Sportveranstaltungen; Medien) neue Gemeinschaftsrituale und Paraliturgien. Allerdings gibt es auch eine liturgische Erneuerung und Wiederentdeckung. Dazu gehört beispielsweise die Berneuchener Bewegung ("Michaelsbrüder") oder auch die Gesänge von Taizé. Heute sind in vielen Kirchen die Liturgien, zumindest teilweise, im Kirchengesangbuch aufgeführt. Die katholische Kirche kennt das Brevier für die täglichen Andachten, in den Anglikanischen Kirchen gibt es das Book of Common Prayer

Liturgiewissenschaft und Rubrizistik

Die Liturgik oder Liturgiewissenschaft ("scientia liturgica") hat als Ziel, die liturgischen Handlungen geistig zu durchdringen, ihren Ursprung, ihre Geschichte, ihre Ursachen und ihre Bedeutung darzulegen. Die Rubrizistik oder Zeremonienlehre zielt darauf ab, die äußeren Zeremonien und Riten darzulegen und die Regeln zu erklären, nach denen die liturgischen Handlungen geschehen sollen. Diese Regeln werden Rubriken genannt, weil sie in den liturgischen Büchern nach alter Tradition meist in rot geschrieben sind.

Siehe auch


- Liturgische Bewegung, Liturgiereform, Leiturgie, Liste liturgischer Bücher, Brevier (Liturgie)
- Ritual, Brauchtum,

Weblinks


- [http://www.erzabtei-beuron.de/schott/ Schott-Messbuch] (katholische Messe)
- [http://breviary.net/ katholisches Brevier in Englisch]
- [http://www.usc.urbe.it/html/php/rmartinez/lithor.html katholisches Brevier in Latein] (für Handhelds)
- [http://www.evangelischer-gottesdienst.de/ Evangelischer Gottesdienst]
- [http://www.hh.schule.de/lehrer/horstleps/orthbyz/zurliturgie.html Chrysostomos-Liturgie]
- [http://www.missionstclare.com/ Daily Office Online (englisch und spanisch)]
- [http://www.liberale-juden.de/de/bue_vorw_rayner.htm Jüdischer Gottesdienst]
- [http://www.liturgie.de/ Deutsches Liturgisches Institut] Kategorie:Liturgie ja:典礼

Sopran

Mit Sopran (von italienisch "sopra" = "(dar)über") wird die höchste menschliche Stimmlage bezeichnet. In der großen Mehrzahl der Fälle wird sie von Frauen gesungen, kann aber auch von Jungen vor dem Stimmbruch (Knabensopran) oder von Männern im Falsett gesungen werden. In vergangenen Jahrhunderten gab es auch Kastraten, die in Sopranlage sangen. Der Tonumfang der Sopranstimme reicht normalerweise von c’ bis a’’, bei Berufssängerinnen (und -sängern) sind aber viel höhere Töne möglich. Einige spezialisierte Gesangsfächer für den Sopran, die sich seit dem 19. Jahrhundert herausbildeten, sind:
- lyrischer Sopran
- dramatischer Sopran
- lyrischer Koloratursopran, für Partien von hoher Virtuosität
- dramatischer Koloratursopran, für Partien von hoher Virtuosität und Dramatik
- Soubrette, für Partien aus dem komischen Bereich
- Mezzosopran mit etwas tieferer Lage und Klangfärbung, in Richtung Alt gehend Eine Anzahl bedeutender Sopranistinnen ist auf der Liste berühmter Sängerinnen und Sänger klassischer Musik aufgeführt. In der Renaissance und der Barockzeit wurde die Sopranlage im vokalen und instrumentalen Bereich auch als Diskant bezeichnet. Siehe auch: Gesang, Stimmlage, Kastrat, Altus, Tessitur Kategorie:Stimmlage ja:ソプラノ ko:소프라노

Motette

Motette als Werkgattung

Der Ausdruck Motette (lat. motetu, ital. motetto, französ. und engl. motet) bezeichnet in der Kirchenmusik einen mehrstimmigen Gesang, bei dem Instrumente die Singstimmen verstärken oder auch ersetzen können. Michael Praetorius beschreibt diese gemischte Aufführungspraxis in seinem Werk „Syntagma musicum“. :„Motetto [...] ist eigentlich eine mit Fugen und Imitationibus stark ausgeschmückte, und über einen Biblischen Spruch bloß zum Singen ohne Instrumente (den Generalbaß ausgenommen) verfertigte musicalische Composition; doch können die Singstimmen auch mit allerhand Instrumenten besetzt und verstärkt werden.“ (Johann Gottfried Walther, Musikalisches Lexikon, 1732) Die Motettentexte sind zumeist biblisch und oft in lateinischer Sprache. Die Motette bildete sich im späten Mittelalter heraus („motectus“) und blieb bis heute als Form in Gebrauch, wobei Stil und innere Haltung sich selbstverständlich je nach Zeitalter wandelten. Mit dem Aufkommen des Generalbasses um 1600 wurde der Begriff Motette auch auf begleitete Gesangsmusik ausgedehnt, sogar Werke für eine einzige instrumental begleitete Stimme (Voce sola) wurden so bezeichnet; dennoch blieb der A-cappella-Stil die Regel. Formal sind Motetten ein- oder mehrteilig. In letzterem Fall können einzelne Teile auch kleiner besetzt sein. Jeder Teil kann aus verschiedenen direkt aneinander anschließenden Abschnitten verschiedenen Charakters bestehen, hat aber im allgemeinen eine durchkomponierte Anlage. Die übliche Stimmenzahl lag stets bei vier bis acht Stimmen, doch wurden zu allen Zeiten auch erheblich komplexere Partituren erschaffen – bis hin zu Extremfällen wie dem berühmten „Spem in alium“ für 40 Stimmen von Thomas Tallis. Bei der häufig genutzten vierstimmigen Variante enthielt die unterste Stimme, der „Tenor“, meist biblischen Text. Darüber ordneten sich „Duplum/Motetus“, „Triplum“ und „Quadruplum“ an. Im Laufe der Entwicklung wurde der gesungene Text zunehmend freier, vereinzelt wurde schließlich statt biblischer auch weltliche Literatur als Textgrundlage verwendet. Die bedeutendsten Meister im älteren Motettenstil waren Palestrina und Orlando di Lasso. Die Motetten von Johann Sebastian Bach haben fünf bis acht Stimmen; er verflocht auch den Choral in die Motette. Spätere bedeutende Motettenkomponisten waren Felix Mendelssohn Bartholdy und Max Reger.

Motette als musikalische Andacht

Leipziger Motette

Der Thomanerchor gestaltet wöchentlich zwei musikalische Andachten (freitags 18.00 Uhr, samstags 15.00 Uhr), die als "Motetten" bezeichnet werden.

Tübinger Motette

Die Tübinger Motette wurde 1945 von Walter Kiefner nach dem Vorbild der Leipziger Motette gegründet. Es handelt sich um eine musikalische Andacht, die wöchentlich samstags um 20 Uhr stattfindet, und ist neben der Leipziger Motette eine der letzten Veranstaltungen dieser Art.

Mindener Motette

In der St.Marienkirche in Minden findet seit Anfang 2005 monatlich (Erster Samstag im Monat, 18.00 Uhr) eine "Motette" statt. Bei diesen musikalischen Andachten ist in einem liturgischen Rahmen etwa eine Stunde geistliche Chormusik mit dem Schwerpunkt auf a-capella-Literatur zu hören. Gestaltet werden die Motetten jeweils zur Hälfte von heimischen und auswärtigen Ensembles. Darunter befinden sich auch berühmte Chöre wie z.B. der Mädchenchor Hannover, der im September 2005 die Motette gestaltete.

Weblinks


- [http://www.stiftskirche-tuebingen.de/kir-musik/motette/motette.html Tübinger Motette]
- [http://www.marien-minden.de/ St.Marienkirche Minden] Kategorie:Gattungen und Formen (Musik) Kategorie:Kirchenmusik ja:モテット

Ryk

In ryk is yn de taksonomy it heechste nivo fan taksa. Under it ryk komt it nivo fan de stamme.

Oarsprong

Lineaus brûkte yn syn Systema Naturae it "ryk", yn it Latyn regnum, as it heechste nivo fan syn taksonomy. Hy beskreau trije riken, dy't yn syn tiid sjoen waarden as folslein ûnôfhinklik:
- Dieren
- Planten
- Mineralen

Besibbens

Mei de opkomst fan it idee dat taksa net allinnich oanjoegen dat soarten oerienkomsten hienen, mar ek dat se besibbe binne, en in mienskiplike foarfaar hawwe, is de betsjutting fan it ryk ek wat feroare. Foar mineralen jildt dat nije ynsicht net, dat dy binne weifallen. En om't ek de riken no in wisse sibskip hawwe binne se net mear de alles-omfêtsjende taksa, mar mear it heechste nivo fan sibskip.

Hjoeddeisk

Mei it tafoegen fan foarmen fan libben dy't yn de tiid fan Linnaeus noch net beskreaun wienen is no in nivo mei fiif of mear riken ûntstean:
- De Baktearjes (Bacteria) - organismen fan sa'n 0,2-5 mikrometer grut, mei in opbou dy liket op in sel, of somtiden mear sellen, mar dy't gjin selkearn hawwe dy't it DNA byinoar hâldt.
- Iensellichen (Protista) - organismen út ien folsleine sel. Somtiden wurde ek de firussen hjir ta rekkene.
- De Planten (Plantae) - mearsellige organismen dy't troch fotosynteze enerzjy opnimme kinne, mar harren net ferpleatse kinne.
- De Skimmels (Fungi) - mearsellige organismen dy't net troch fotosynteze enerzjy opnimme kinne, en harren ek net ferpleatse kinne. Skimmels moatte enerzjy opnimme út oare organismen, of de oerbliuwsels dêrfan.
- De Dieren (Animalia) - mearsellige organismen dy't net troch fotosynteze enerzjy opnimme kinne, mar harren al ferpleatse kinne. Dieren moatte enerzjy opnimme út oare organismen, of de oerbliuwsels dêrfan. Dizze opdieling is lykwols net langer in fêst útgongspunt: Ofhinklik fan de ynsichten kinne de organismen yn noch mear ryken opdield wurde. Om de besibbens tusken guon fan de ryken oan te jaan wurde ek bopperiken definiearre. Der is lykwols gjin nij nivo definiearre foar it takson fan alle Organismen.

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