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Ibn Khaldun
Ibn Chaldun ( - 27. Mai 1332 in Tunis; † 16. März 1406 in Kairo; Ibn Chaldūn, mit vollem Namen Walī ad-Dīn ʿAbd ar-Raḥmān ibn Muḥammad ibn Muḥammad ibn Abī Bakr Muḥammad ibn al-Ḥasan) war ein islamischer Historiker und Politiker. Nach islamischem Kalender fallen die Geburts- und Sterbedaten auf den 1. Ramadān 732 bzw. 26. Ramadān 808. Ibn Chalduns Betrachtungsweise von gesellschaftlichen und sozialen Konflikten gilt auch als Vorläufer einer soziologischen Denkweise.
Biografie
Ibn Chalduns Leben ist für seine Zeit außerordentlich gut dokumentiert, da er uns eine Autobiografie (at-taʿrīf b-ibn Chaldūn wa-riḥlatuhu gharban wa scharqan, hrsg. von Muḥammad ibn Tāwīt at-Tandschī, Kairo 1951) hinterlassen hat, in der er zahlreiche Dokumente, die sein Leben betreffen, wörtlich zitiert. Allerdings hält er sich mit Aussagen, die sein Privatleben betreffen, sehr zurück, so dass man kaum etwas über seine familiären Verhältnisse weiß.
Nordafrika wurde in der Epoche Ibn Chalduns nach dem Fall der Almohaden (1147–1269) von drei Dynastien beherrscht, die sich in ständigen Kämpfen untereinander aufrieben. In Marokko residierten die Meriniden (1196–1464). Westalgerien wurde von den Abdalwadiden (1236–1556) beherrscht und die Hafsiden (1228–1574) regierten Ostalgerien, Tunesien und Cyrenaika. Unter ständiger Bedrohung durch die Einfälle der angrenzenden Berberstämme, rangen diese Dynastien um die Hegemonie über Nordafrika.
Ibn Chaldun stammt aus einer adligen andalusischen Familie, den banū chaldūn. In seiner Autobiografie führt Ibn Chaldun seine Abstammung bis in die Zeit des Propheten Mohammed auf einen arabisch-jemenitischen Stamm aus dem Hadramaut zurück, der zu Beginn der islamischen Eroberung nach Spanien kam. Seine Familie, die in Andalusien zahlreiche hohe Ämter inne hatte, emigrierte zu Beginn der Reconquista, etwa Mitte des 13. Jahrhunderts, nach Nordafrika. Unter der tunesischen Hafsidendynastie besetzten einige Mitglieder der Familie politische Ämter, Ibn Chalduns Vater und Großvater jedoch zogen sich aus dem politischen Leben zurück und schlossen sich einem mystischen Orden (Tariqa; siehe auch Sufismus) an.
Erziehung und Ausbildung
Der hohe Rang seiner Familie verhalf Ibn Chaldun zu einem Studium bei den besten Lehrern Nordafrikas zu jener Zeit. Ibn Chaldun erhielt eine klassische arabische Erziehung: Koran, arabische Sprachwissenschaft, die die Grundlage zum Verständnis des Korans und des islamischen Rechts bildete, Hadith und Jurisprudenz (fiqh). Der Mystiker, Mathematiker und Philosoph al-Ābilī führte ihn in die Mathematik, Logik und Philosophie ein, wobei er vor allem die Werke von Averroes, Avicenna, Razī und at-Tusī studierte. Im Alter von 17 Jahren verlor Ibn Chaldun beide Eltern durch den in drei Kontinenten grassierenden „Schwarzen Tod“, die Pest, die auch in Tunis wütete.
Der Familientradition folgend strebte Ibn Chaldun eine politische Karriere an. Angesichts der ständig wechselnden Machtverhältnisse und Herrscher im damaligen Nordafrika bedeutete dies, einen gekonnten Balanceakt zu vollführen, Bündnisse zu knüpfen und Loyalitäten rechtzeitig aufzukündigen, um nicht in den Untergang der teilweise sehr kurzlebigen Herrschaften hineingezogen zu werden. Ibn Chalduns Biografie, die ihn in den Kerker, in höchste Ämter und ins Exil führte, liest sich stellenweise wie ein Abenteuerroman.
Mit zwanzig Jahren begann Chaldun seine politische Karriere mit dem Amt des kātib al-ʿalāma (Die Aufgabe des kātib al-ʿalāma bestand darin, in feiner Kalligrafie die typischen Einleitungsfloskeln auf offizielle Dokumente zu setzen) in der Kanzlei des tunesischen Herrschers. Unzufrieden in diesem zwar angesehenen, aber politisch bedeutungslosen Amt folgte er seinem Lehrer Abilî nach Fes. Der dortige Merinidenherrscher Abu Inan gab ihm einen Posten als Schreiber der königlichen Proklamationen, was Khaldun jedoch nicht daran hinderte, gegen seinen Arbeitgeber zu intrigieren. Das brachte den 25-jährigen 1357 für 22 Monate ins Gefängnis. Er wurde erst nach dem Tode Abu Inans von dessen Sohn und Nachfolger freigelassen. Gegen diesen verschwor sich Ibn Chaldun mit dessen im Exil lebenden Onkel, Abu Salim. Abu Salim verlieh Chaldun, als er an die Macht kam, das Amt eines Staatssekretärs (kātib as-sirr wa t-tauqīʿ wa l-inschā), die erste Position, die Ibn Chalduns Ansprüchen gerecht wurde.
Nach dem Sturz Abu Salims durch Amar Ibn Abd Allah, einen Freund Ibn Chalduns, wurden Chalduns Erwartungen enttäuscht. Er bekam unter dem neuen Herrscher kein wichtiges Amt übertragen. Amar verhinderte zugleich erfolgreich, dass Ibn Chaldun, dessen politische Fähigkeiten er zu gut kannte, sich den Abdalwadiden in Tlemcen anschloss. Ibn Chaldun entschloss sich in seinem politischen Tatendrang deshalb dazu, nach Granada zu ziehen. Dort konnte er sich eines herzlichen Empfangs gewiss sein, da er Granadas Sultan, dem Nasriden Muhammad V., in Fes geholfen hatte, seine Herrschaft von diesem temporären Exil aus zurückzugewinnen. 1364 betraute ihn Muhammad mit einer diplomatischen Mission zum König von Kastilien, Pedro dem Grausamen, um einen Friedensvertrag abzuschließen. Ibn Chaldun beendete diesen Auftrag erfolgreich. Das Angebot Pedros, ihm die spanischen Besitztümer seiner Familie zurückzuerstatten und an seinem Hof zu bleiben, lehnte er allerdings höflich ab.
In Granada geriet Ibn Chaldun jedoch schnell in Konkurrenz zu Muhammads Wesir Ibn al-Chatib, der das enge Verhältnis zwischen Ibn Chaldun und Muhammad mit wachsendem Misstrauen beäugte. Ibn Chaldun versuchte, den jungen Muhammad zu seinem Ideal eines weisen Herrschers zu formen, ein Unterfangen, das nach Ibn al-Chatibs Ansicht unklug war und den Frieden des Landes gefährdete – und die Geschichte gab seiner Einschätzung recht. Ibn Chaldun wurde auf Betreiben Ibn al-Chatibs schließlich nach Nordafrika zurückgeschickt. Ibn al-Chatib hingegen wurde später von Muhammad V. wegen unorthodoxer philosophischer Ansichten angeklagt und ermordet.
In seiner Autobiografie erzählt Ibn Chaldun wenig über den Konflikt mit Ibn al-Chatib und die Gründe seiner Rückkehr nach Afrika. Der Orientalist Muhsin Mahdi interpretiert dies als späteres Eingeständnis Ibn Chalduns, Muhammad V. völlig falsch eingeschätzt zu haben.
Hohe politische Ämter
Zurück in Afrika, akzeptierte Ibn Chaldun freudig die Einladung des hafsidischen Sultans Abū ʿAbdallāh in Bougie, sein Premierminister zu werden. In diese Periode fällt auch Ibn Chalduns abenteuerlicher Auftrag, unter den dortigen Berberstämmen Steuern einzutreiben. Nach dem Tode Abū ʿAbdallāhs 1366 wechselte er abermals die Fronten und schloss sich dem Herrscher von Constantine, Abū l-ʿAbbās, an.
Ibn Chalduns politische Begabung, vor allem im Umgang mit den nomadischen Berberstämmen, war bei den nordafrikanischen Herrschern mittlerweile höchst gefragt, wohingegen er selbst eher der Politik und ständigen Seitenwechsel müde wurde. Von Abū Hammū, dem Abdalwadidensultan von Tlemcen, ausgesandt auf eine Mission zu den Dawawida-Stämmen, suchte Ibn Chaldun Zuflucht bei einem der Berberstämme, den Aulad ʿArīf. Über drei Jahre lebte er unter ihrem Schutz im Fort Qalʿat Ibn Salāma im Süden von Bougie. In dieser Zeit entstand die Muqaddima, die Einleitung zu seiner geplanten Weltgeschichte. Um das Werk zu vollenden, fehlte ihm in Ibn Salāma jedoch die nötige Literatur.
Daher kehrte Ibn Chaldun 1378 nach Tunis zurück und arbeitete dort weiter an seinem Geschichtswerk, dem Kitāb al-ʿibār. Abū l-ʿAbbās, der mittlerweile Tunis erobert hatte, nahm Ibn Chaldun wieder in seine Dienste, doch ihr Verhältnis blieb belastet. Abū l-ʿAbbās zweifelte an der Loyalität Ibn Chalduns, der ihn zwar mit einem Exemplar der fertig gestellten Weltgeschichte bedacht hatte, aber die damals übliche Panegyrik auf den Herrscher einfach weggelassen hatte. Unter dem Vorwand, die Pilgerfahrt nach Mekka antreten zu wollen – ein Ansinnen, das kein islamischer Herrscher einfach abschlagen konnte, – erhielt Ibn Chaldun die Erlaubnis, Tunis zu verlassen und nach Alexandria zu segeln.
Letzte Jahre in Ägypten
Im Vergleich zum Maghreb muss Ibn Chaldun sich in Ägypten wie im Paradies gefühlt haben. Während alle anderen islamischen Regionen mit Grenzkriegen und inneren Streitigkeiten zu kämpfen hatten, erfreute sich Ägypten unter der Herrschaft der Mamluken einer wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit.
Doch auch in Ägypten, wo Ibn Chaldun den Rest seines Lebens verbrachte, konnte er sich aus der Politik nicht ganz heraushalten. 1384 ernannte Barquq, der ägyptische Sultan, ihn zum Professor der Qamhiyya-Madrasa und zum obersten malikitischen Qadi. (Die vier muslimischen Rechtsschulen, die Hanafiten, Malikiten, Schafiiten und Hanbaliten hatten traditionellerweise jede ihren eigenen obersten Richter. Ibn Chaldun gehörte der hauptsächlich in Westafrika verbreiteten malikitischen Rechtsschule an.) In seiner reformerischen Amtsführung traf er jedoch auf Widerstand und musste sein Richteramt bereits im ersten Jahr wieder aufgeben.
Zu seinem mehr oder weniger freiwilligen Rücktritt mochte auch der schwere Schicksalsschlag beigetragen haben, der Ibn Chaldun 1384 getroffen hatte. Ein Schiff, das seine Familie nach Ägypten bringen sollte, erlitt vor der Küste Alexandrias Schiffbruch, und Ibn Chaldun verlor dabei sowohl seine Frau und seine Kinder. Ibn Chaldun entschloss sich daraufhin, nun doch die Pilgerfahrt nach Mekka anzutreten.
Nach seiner Rückkehr im Mai 1388 konzentrierte sich Ibn Chaldun stärker auf eine reine Lehrtätigkeit an diversen Kairoer Madrasas. Am Hof fiel er vorübergehend in Ungnade, da er während einer Revolte gegen Barquq – wohl gezwungenermaßen – zusammen mit anderen Kairoer Juristen eine Fatwa, ein Rechtsgutachten gegen Barquq, herausgegeben hatte. Später normalisierte sich sein Verhältnis zu Barquq wieder und er erhielt eine erneute Berufung zum malikitischen Qadi (Kadi). Insgesamt sechsmal wurde er in dieses hohe Amt berufen, das er aus sehr verschiedenen Gründen nie lange behielt.
Unter Barquqs Nachfolger, seinem Sohn Faradsch, nahm Ibn Chaldun an einem Feldzug gegen den mongolischen Eroberer Tamerlan teil, der Damaskus belagerte. Chaldun zweifelte am Erfolg des Unternehmens und wollte eigentlich Ägypten nicht verlassen. Seine Bedenken erwiesen sich als gerechtfertigt. Von einer Revolte in Ägypten aufgeschreckt, ließ der junge und unerfahrene Faradsch seine Armee in Syrien im Stich und eilte nach Hause. Ibn Chaldun blieb im belagerten Damaskus zurück.
Dort kam es 1401 zu historischen Treffen zwischen ihm und Tamerlan, von denen er in seiner Autobiografie ausführlich berichtet. Tamerlan erkundigte sich bei Ibn Chaldun eingehend nach den Verhältnissen in den Ländern des Maghreb. Auf Wunsch Tamerlans schrieb Ibn Chaldun sogar einen langen Bericht darüber. Da er die Absicht hinter diesem Ansinnen klar erkannte, zögerte er – zurück in Ägypten – nicht, einen ebenso ausführlichen Bericht über die Geschichte der Tataren zusammen mit einer Charakterstudie Tamerlans an den Herrscher der Meriniden in Fes zu senden.
Die folgenden fünf Jahre verbrachte Ibn Chaldun in Kairo mit der Vollendung seiner Autobiografie und seiner Universalgeschichte und betätigte sich weiterhin als Lehrer und Richter. Er starb am 17. März 1406, einen Monat nach seiner sechsten Ernennung zum malikitischen Qadi.
Werke
Anders als die meisten arabischen Wissenschaftler hat Ibn Chaldun wenig andere Werke neben seiner Universalgeschichte, dem Kitāb al-ʿibar, verfasst. Auffallend ist, dass sich in seiner Autobiografie überhaupt keine Erwähnung dieser Schriften findet, was einige Wissenschaftler als Indiz dafür werten, dass Ibn Chaldun sich selbst vor allem als Historiker ansah und ausschließlich als Autor des Kitāb al-ʿibar bekannt sein wollte. Aus anderen Quellen wissen wir jedoch auch um einige weitere Werke, deren Entstehungszeit vorwiegend in die Periode von Ibn Chalduns Leben fällt, die er in Nordafrika und Spanien verbracht hat. Sein erstes Buch, Lubāb al-muhassal, einen Kommentar zur Theologie ar-Razīs, schrieb er mit 19 Jahren unter der Aufsicht seines Lehrers al-Ābilī in Tunis. Ein Werk über den Sufismus (islamische Mystik), Schifā' as-sā'il entstand ungefähr 1373 in Fez. Für Muhammad V., den Sultan von Granada, verfasste Ibn Khaldun während seines Aufenthalts an dessen Hof eine Abhandlung über Logik (ʿAllaqa lis-sultān).
Das „Kitāb al-ʿibar“ (der komplette Titel lautet Kitāb al-ʿibar wa diwān al-mubtada' wa l-chabar fī ayyām al-ʿarab wa l-ʿadscham wa l-barbar wa man ʿāsarahum min dawī as-sultān al-akbar – Buch der Hinweise, Aufzeichnung der Anfänge und Ereignisse aus den Tagen der Araber, Perser und Berber und denen ihrer Zeitgenossen, die große Macht besaßen), Ibn Chalduns Hauptwerk, war ursprünglich als Geschichte der Berber konzipiert, Ibn Chaldun erweiterte jedoch später den Fokus, so dass es in der Endfassung eine (auch mit einer eigenen Methodologie und Anthropologie ausgestatte) so genannte „Universalgeschichte“ darstellt. Es ist in sieben Bücher aufgeteilt, deren erstes, die Muqaddima, als eigenständiges Werk gilt. Die Bücher zwei bis fünf umfassen die Geschichte der Menschheit bis zur Epoche Ibn Chalduns. In den Bänden sechs und sieben schließlich finden wir die Geschichte der Berbervölker und des Maghreb, die für den Historiker den eigentlichen Wert des Kitāb al-ʿibar ausmachen, da Ibn Chaldun hier seine persönlichen Kenntnisse der Berberstämme in Nordafrika verarbeitet hat.
Die Muqaddima (Einleitung), die im Kairaner Druck von 1967 ings. 1475 Seiten umfasst, ist das bahnbrechende Werk Ibn Chalduns und sicherlich wichtiger als die Universalgeschichte selbst. Damit schuf er in der islamischen Kultur erstmalig eine Geschichtswissenschaft, die die genaue Analyse der islamischen Geschichte zum Gegenstand hatte.Ibn Khaldun hat mit bis dahin nicht da gewesenem Scharfsinn die Ursachen zu ergründen versucht, die zum Untergang der arabischen Dynastien geführt haben. In seinen soziologischen Betrachtungen erklärt er die Legitimität von Staatsmacht und ihre Wurzeln in dem von ihm geprägten Begriff vom Gefühl der Stammeszugehörigkeit (al-'asabiya)als Voraussetzung für die weltliche politische Macht. Mit zahlreichen Ideen war er Vorreiter moderner Theorien und erklärte die Ursachen der Entstehung des Kapitals (ra's al-mal)und seinen Einfluß auf die Gesellschaft. An der Muqaddima arbeitete Ibn Khaldun ein Leben lang; in der Nationalbibliothek von Tunis liegen Handschriften des Werkes mit eigenhändigen Eintragungen und Korrekturen des Verfassers, die in den bisherigen Druckausgaben bisher unberücksichtigt geblieben sind.
Für die Soziologie wurde interessant, dass er sowohl einen zentralen sozialen Konflikt konstatiert („Stadt“ gegen „Wüste“) als auch eine Theorie des zwangsläufigen Herrschaftsverlustes von Städteeroberern aus der Wüste (mit Hilfe eines „Generationen“-Konzeptes) konzipierte.
Wie Abderrahmane Lakhsassi schreibt: „No historian of the Maghreb since and particularly of the Berbers can do without his historical contribution.“ (dt. „Jeder Historiker des Maghreb und im speziellen der Berber muss sich auf sein historisches Werk beziehen.“)
Schriften
- Ibn Khaldûn: Le Livres des Exemples. Tome I: Autobiographie Muquaddima. Texte traduit, présenté et annoté par Abdesselam Cheddadi. Bibliothèque de la Pléiade, 2002 (Dies ist der erste Teil einer zweibändigen Ausgabe des „Buch der Hinweise“ in einer hervorragend kommentierten französischsprachigen Edition)
- Ibn Chaldun: Ausgewählte Abschnitte aus der Muqaddima. Tübingen 1951 (Hrsg. und übersetzt von Annemarie Schimmel)
- Ibn Khaldun: Prolégomènes d'Ibn Khaldoun. Texte arabe par E. Quatremére. 3 Bände, Paris 1862-8
- Ibn Khaldun: The Muqaddimah. An Introduction to History. Translated from the Arabic by Franz Rosenthal. 3 Bände. New York 1958
- Ibn Khaldun: Les Prolégomènes historiques d'Ibn Khaldoun. Traduits en Français et commentés par M. de Slane. 3 Bände. Paris 1858
- Ibn Khaldun: al-Ta'rîf bi-ibn Khaldûn wa rihlatuhu gharban wa-sharqan. Kairo 1951 (Hsrg. von Muhammad ibn Tâwît al-Tanjî, Autobiografie)
- Ibn Khaldun: Le Voyage d'Occident et d'Orient. Traduit de l'arabe et présenté par Abdesselam Cheddadi. Paris 1980 (franz. Übersetzung der Autobiografie)
Literatur
- Muhsin Mahdi: Ibn Khaldun's Philosophy of History. London 1957
- Nasif Nassar: La pensée réaliste d'Ibn Khaldun. Paris 1997
- Erwin Rosenthal: Ibn Khalduns Gedanken über den Staat. Ein Beitrag zur Geschichte der mittelalterlichen Staatslehre. München 1932
- Peter von Sivers: Khalifat, Königtum und Verfall: Die politische Theorie Ibn Khalduns. München 1968
- H. Simon: Ibn Khalduns Wissenschaft von der menschlichen Kultur. Leipzig 1959
Weblinks
- [http://www.videolexikon.com/view_210-28-802-0204-004.htm] Griechische Wissenschaft in der islamischen Kultur
Chaldun, Ibn
Chaldun, Ibn
Chaldun, Ibn
Chaldun, Ibn
Chaldun, Ibn
ja:イブン=ハルドゥーン
ms:Abdul Al-Rahman Ibn Muhammad Ibn Khaldun
27. MaiDer 27. Mai ist der 147. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 148. in Schaltjahren) - somit bleiben 218 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1234 - Schlacht bei Altenesch zwischen dem Bremer Erzbischof Gebhard II. zur Lippe und aufsässigen Friesenfamilien
- 1328 - Philipp VI. wird zum König von Frankreich gekrönt.
- 1353 - Hochzeit des Karl IV. (HRR) mit Anna von Schweidnitz
- 1525 - Bauernkrieg: Zwölf Tage nach der Niederlage in der Schlacht bei Frankenhausen wird Thomas Müntzer im thüringischen Mühlhausen hingerichtet.
- 1703 - An der Newa wird der Grundstein für die Peter-und-Paul-Festung – und damit der Stadt Sankt Petersburg – gelegt.
- 1832 - Beginn des Hambacher Fests
- 1901 - Kickers Offenbach wird gegründet
- 1905 - Russisch-Japanischer Krieg: In der Koreastraße kommt es zur für den Ausgang des Krieges entscheidenden und militärhistorisch bedeutsamen Seeschlacht bei Tsushima.
- 1915 - Völkermord an den Armeniern: Talaat Pascha, Innenminister des Osmanischen Reiches, gibt ein Provisorisches Gesetz über die Verschickung verdächtiger Personen bekannt.
- 1942 - Attentat auf den Nazi-Statthalter Heydrich in Prag.
- 1950 - Indonesien wird Mitglied in der UNESCO.
- 1952 - Unterzeichnung des Vertrags zur Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG).
- 1960 - Militärputsch in der Türkei unter Führung von General Cemal Gürsel gegen die Regierung von Adnan Menderes
- 1964 - Im Kolumbien wird die FARC als bewaffneter Arm der Kommunisten gegründet.
- 1974 - Frankreich. Valéry Giscard d'Estaing wird Staatspräsident. Jacques Chirac wird Regierungschef.
- 1992 - Die Republik Moldau wird Mitglied in der UNESCO.
- 1992 - Slowenien wird Mitglied in der UNESCO.
- 1994 - Der russische Literatur-Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn kehrt nach über 20jährigem Exil in seine Heimat zurück.
- 1994 - Kasachstan unterzeichnet das Rahmendokument "Partnerschaft für den Frieden" der NATO.
- 1997 - Ägypten. Wiederaufnahme von Gesprächen zwischen Regierungschef Benjamin Netanjahu, Israel, und Präsident Hosni Mubarak, Ägypten.
- 1997 - Die NATO-Russland-Grundakte wird in Paris, Frankreich, unterzeichnet
- 1999 - Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag erhebt Anklage gegen Slobodan Milošević.
- 2000 - Sydney, Australien. "Versöhnungsmarsch. Über 250.000 Beteiligte.
- 2000 - Israel. Verteidigungsminister Izchak Mordechai tritt wegen sexueller Belästigung einer Mitarbeiterin zurück.
- 2002 - Kanada. Verteidigungsminister Arthur Eggleton wird wegen fragwürdiger Geldgeschäfte entlassen. Sein Nachfolger wird John McCallum.
- 2004 - USA und Bahrain unterzeichen ein Freihandelsabkommen
Wirtschaft
- 1903 - Gründung der Firma Telefunken
Wissenschaft, Technik
Kultur
- 1830 - Uraufführung der komischen Oper Attendre et courir von Fromental Halévy an der Opéra-Comique in Paris.
- 1837 - Uraufführung der Oper Catherine Grey von Michael William Balfe im Drury Lane Theatre in London.
- 1866 - Uraufführung der Oper Astorga von Johann Joseph Abert in Stuttgart.
- 1972 - Die erste Folge von Star Trek mit dem Raumschiff Enterprise wird im Deutschen Fernsehen gezeigt.
Religion
Katastrophen
- 1896 - Ein Tornado der Stärke F5 trifft Saint Louis, Missouri und tötet 255 Menschen.
- 1915 - Die Explosion der Seeminen auf dem Minenleger "Princess Irene" (Großbritannien) im Hafen von Sheerness fordert 400 Tote und den Totalverlust des Schiffes.
- 1941 - Das deutsche Schlachtschiff "Bismarck" wird im Nordatlantik versenkt - über 2.000 Tote.
- 1971 - Bei einem Zugunglück in Radevormwald kommen 46 Menschen, darunter 41 Schüler ums Leben.
- 1983 - Bei einem Zugunglück in Frechen/Königsdorf kommen sieben Menschen ums Leben, 23 weitere werden teils schwer verletzt
- 1991 - Beim Absturz einer Boeing 767 der Lauda Air kommen alle 223 Passagiere nahe der Grenze zu Birma ums Leben.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
- 1332 - Ibn Khaldun, islamischer Historiker und Politiker
- 1605 - Konrad Balthasar Pichtel, Jurist und Hofbeamter
- 1626 - Wilhelm II. (Oranien), der Sohn von Friedrich Heinrich von Oranien
- 1652 - Liselotte von der Pfalz, Herzogin von Orléans
- 1684 - Wilhelm Reinhard Graf von Neipperg, Sohn des kaiserlichen Feldmarschalls Freiherrn Eberhard Friedrich von Neipperg
- 1738 - Moritz August von Thümmel, deutscher Schriftsteller
- 1756 - Maximilian I., König von Bayern
- 1771 - Johann Severin Vater, deutscher Theologe und Sprachforscher
- 1790 - Friedrich Wilhelm Rembert von Berg, russischer Feldmarschall
- 1790 - Ludwig Urban Blesson, deutscher Militärschriftsteller
- 1792 - Blasius Höfel, österreichischer Kupferstecher
- 1794 - Cornelius Vanderbilt, Unternehmer
- 1818 - Amelia Bloomer, US-amerikanische Frauenrechtlerin
- 1819 - Georg V. (Hannover), letzter Monarch des Königreichs Hannover
- 1822 - Joachim Raff, Schweizer Komponist
- 1857 - Giovanni B. Grassi, Zoologe
- 1867 - Arnold Bennett, britischer Schriftsteller
- 1871 - Georges Rouault, Maler
- 1871 - Oskar Picht, Erfinder der Blindenschreibmaschine
- 1874 - Richard von Schaukal, österreichischer Dichter
- 1878 - Isadora Duncan, US-amerikanische Tänzerin
- 1879 - Hans Heinrich Lammers, Jurist, Beamter und SS-Oberführer
- 1884 - Max Brod, tschechischer Schriftsteller
- 1893 - Hermann Dörnemann, ältester Mann der Welt
- 1894 - Dashiell Hammett, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1894 - Louis-Ferdinand Celine, französischer Schriftsteller und Arzt
- 1895 - Paul Bausch, deutscher Politiker und MdB
- 1896 - Lisa Albrecht, deutsche Politikerin, MdB
- 1897 - Adolf Portmann, Zoologe
- 1897 - Sir John Cockcroft, britischer Physiker und Nobelpreisträger
- 1901 - Georg August Zinn, deutscher Politiker und hessischer Ministerpräsident
- 1904 - Chuhei Nambu - japanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1907 - Rachel Carson, US-amerikanische Zoologin und Biologin
- 1911 - Hubert H. Humphrey, US-amerikanischer Politiker und Vize-Präsident
- 1911 - Teddy Kollek, iraelischer Politiker, Bürgermeister von Jerusalem
- 1911 - Vincent Price, US-amerikanischer Schauspieler
- 1912 - Sam Snead, US-amerikanischer Golfer
- 1913 - Alfred Otto Wolfgang Schulze, deutscher Maler und Fotograf
- 1915 - Herman Wouk, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1922 - Christopher Lee, britischer Schauspieler
- 1923 - Henry Kissinger, US-Außenminister und Friedens-Nobelpreisträger 1973
- 1923 - Inge Morath, Fotografin
- 1925 - Tony Hillerman, US-amerikanischer Autor von Kriminalromanen
- 1929 - Peter Szondi, Literaturwissenschaftler ungarischer Herkunft
- 1934 - Uwe Friedrichsen, deutscher Schauspieler
- 1935 - Ramsey Lewis, US-amerikanischer Musiker
- 1939 - Don Williams, US-amerikanischer Musiker
- 1942 - Kenneth Bernard, trinidader Leichtathlet und Olympiateilnehmer
- 1942 - Peter Grottian, deutscher Sozialwissenschaftler
- 1943 - Cilla Black, britische Sängerin
- 1947 - Hans-Peter Repnik, deutscher Politiker und MdB
- 1947 - Marty Kristian, britischer Sänger
- 1947 - Said (Schriftsteller), iranischer Schriftsteller
- 1948 - Peter Sears, US-amerikanischer Musiker
- 1949 - James Mitchell, US-amerikanischer Sänger
- 1950 - Dee Dee Bridgewater, US-amerikanische Jazzsängerin
- 1956 - Giuseppe Tornatore, italienischer Filmregisseur
- 1957 - Siouxsie Sioux, britische Sängerin
- 1960 - Emir Mutapcic, Basketball-Spieler und -Trainer
- 1965 - Pat Cash, australischer Tennisspieler
- 1967 - Kai Pflaume, deutscher Fernsehmoderator
- 1967 - Paul Gascoigne, britischer Fußballspieler
- 1968 - Edina Thalhammer, österreichische Sängerin
- 1970 - Joseph Fiennes, britischer Schauspieler
- 1970 - Michele Bartoli, italienischer Radrennfahrer
- 1976 - Rjd2 Ron John Krohn, US-amerikanischer Musiker
- 1981 - Alina Cojocaru, rumänische Solo-Tänzerin beim Royal Ballet
Gestorben
- 366 - Procopius, Vetter des Kaisers Julian Apostata
- 866 - Ordoño I., König von Asturien
- 1045 - Bruno von Würzburg, Kanzler von Italien, Fürstbischof von Würzburg
- 1182 - Heinrich I., Graf von Geldern und Graf von Zutphen
- 1508 - Ludovico Sforza, Herzog von Mailand aus der Familie Sforza
- 1525 - Thomas Müntzer, evangelischer Theologe und Revolutionär
- 1564 - Johannes Calvin, Schweizer Reformator
- 1574 - Gabriel de Lorges, französischer Adliger und Hugenotte
- 1610 - François Ravaillac, Mörder Heinrichs IV. von Frankreich
- 1676 - Paul Gerhardt, deutscher Dichter von Kirchenliedern
- 1690 - Giovanni Legrenzi, italienischer Komponist
- 1707 - Françoise-Athénaïs de Rochechouart de Mortemart, Marquise de Montespan, Mätresse Ludwigs XIV.
- 1739 - Johann Gottfried Bernhard Bach, Organist
- 1762 - Alexander Gottlieb Baumgarten, deutscher Philosoph
- 1797 - François Noël Babeuf, französischer Agitator und Journalist
- 1831 - Joseph von Zerboni di Sposetti, preußischer Beamter, Publizist, Dichter und Freimaurer
- 1840 - Niccolò Paganini, italienischer Violinist und Komponist
- 1852 - Georg Eduard Dohlhoff, Arzt und Medizinalrat
- 1859 - Friedrich Schlemm, deutscher Arzt und Anatom
- 1868 - Georg Egestorff, deutscher Industrieller
- 1876 - Carl Overweg, deutscher Politiker und Industrieller
- 1877 - Johann_Heinrich_Gustav_Meyer, Landschaftsgestalter und Städtischer Gartendirector zu Berlin
- 1885 - Friedrich Johannes Jacob Cölestin von Schwarzenberg, Erzbischof von Prag
- 1903 - Johannes Maria Assmann, deutscher Priester
- 1908 - Carl Bruno Troendlin, deutscher Politiker und Oberbürgermeister von Leipzig
- 1910 - Robert Koch, deutscher Mediziner und Mikrobiologe, Nobelpreisträger
- 1919 - Simon Schwendener, Schweizer Botaniker und Universitätsprofessor
- 1928 - Arthur Moritz Schönflies, Mathematiker
- 1939 - Joseph Roth, österreichischer Schriftsteller und Journalist
- 1941 - Ernst Lindemann, Offizier der Kaiserlichen Marine und später der Kriegsmarine
- 1941 - Oswald Baer, österreichischer Maler
- 1942 - Chen Duxiu, chinesischer Politiker
- 1944 - Ernst Wille, deutscher Politiker und Widerstandskämpfer
- 1953 - Editha Klipstein, deutsche Schriftstellerin und Journalistin
- 1953 - Otto Meissner, Leiter des Büros des Reichspräsidenten
- 1954 - Arthur Koepchen, technischer Vorstand der RWE AG
- 1954 - Jan Schoemaker, niederländischer Fußballspieler
- 1959 - Hermann Lüdemann, deutscher Politiker
- 1960 - George Zucco, US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler
- 1960 - James Montgomery Flagg, US-amerikanischer Zeichner und Illustrator
- 1962 - Egon Petri, niederländischer Pianist
- 1964 - Jawaharlal Nehru, erster Indischer Premierminister
- 1965 - Arnold Heim, Schweizer Geologe
- 1967 - Paul Henckels, deutscher Schauspieler
- 1984 - Onie Wheeler, US-amerikanischer Musiker und Komponist
- 1987 - John Howard Northrop, US-amerikanischer Chemiker
- 1988 - Ernst Ruska, deutscher Elektrotechniker und Erfinder des Elektronenmikroskops
- 1990 - Hans Bunge, deutscher Dramaturg, Regisseur und Autor
- 1994 - Klaus Beckmann, deutscher Politiker
- 2000 - Inga Abel, deutsche Schauspielerin
- 2003 - François Bondy, deutsch/schweizerischer Schriftsteller und Journalist
- 2003 - Luciano Berio, italienischer Komponist
- 2004 - Franz Klein, deutscher Steuerrechtswissenschaftler und Präsidenten des Bundesfinanzhofs
- 2004 - Manfred Limmroth, deutscher Karikaturist, Autor und Maler
- 2004 - Umberto Agnelli, italienischer Unternehmer
- 2004 - Werner Tübke, deutscher Maler
- 2004 - Piotr Gładki, polnischer Marathonläufer
- 2005 - Annamirl Bierbichler, deutsche Schauspielerin
- 2005 - Piotr Gładki, polnischer Leichtathlet
Feier- und Gedenktage
- katholisch: Augustin (Augustinus von Canterbury), Bruno (Bruno von Würzburg, Johannes (Johannes I. (Papst))
- evangelisch: Johannes (Johannes Calvin)
- orthodox: Johannes (Johannes von Euböa)
Siehe auch
- 26. Mai - 28. Mai
- 27. April - 27. Juni
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0527
ja:5月27日
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Tunis
Tunis (arab.: تونس ) ist die Hauptstadt Tunesiens und hat ca. 674.000 Einwohner (Stand 1994), der Großraum Tunis hat ca. 1,6 Mio. Einwohner (Stand 1993).
Geographie
Tunis liegt im Norden des Landes unweit vom Mittelmeer. Zwischen der Stadt und dem Golf von Tunis liegt der See von Tunis, eine flache Lagune. Die Innenstadt von Tunis mit der historischen Altstadt (Medina) und der während der Kolonialzeit angelegten Neustadt liegt zwischen dem See von Tunis und dem See Sebkhet Sedjoumi. Um die Innenstadt herum liegen die inneren Vororte: im Westen das Villen und Regierungsviertel Bardo mit dem gleichnamigen Museum, im Norden das Viertel um die Belvédère-Hügel und die neueren Siedlungen El Menzah und El Ariana, im Süden die Industrieviertel Megrine und Ben Arous. Während der Kolonialzeit bauten die Franzosen einen 10 km langen Schellstraßen- und Stadtbahndamm quer durch den See von Tunis, der als Fortsetzung der Avenue Habib Bourguiba die Innenstadt von Tunis mit der Hafenstadt La Goulette verbindet. Nördlich von La Goulette reihen sich die wohlhabenden Vororte Carthage (Karthago), Sidi Bou Said, La Marsa und Gammarth an die Küste, südostlich liegt der Badeort Hammam Lif.
- Koordinaten : 36,48° N., 10,12° O.
- Uhrzeit : GMT+1h
Wirtschaft
Hauptprodukte sind Textilien, Teppiche, und Olivenöl. Tourismus ist eine weitere wichtige Quelle für das Einkommen der Stadt.
Geschichte
Tunis ist eine der ältesten Städte am Mittelmeer. Die [Numidier|numidische] Stadt Tunes existierte schon vor dem Eintreffen der ersten phönizischen Kolonisten im 9. Jahrhundert v. Chr.. Jedoch stand Tunis in der Antike stets im Schatten des mächtigen Karthago.
Erst nach der arabischen Eroberung und der Zerstörung Karthagos Ende des 7. Jahrhunderts gelangte Tunis zu überregionaler Bedeutung. Unter der Herrschaft der Aghlabiden diente Tunis im 9. Jahrhundert kurzfristig als Residenz. Zu dieser Zeit entstand die Medina mit der Ez-Zitouna-Moschee.
Tunis wurde 1159 unter der Dynastie der Hafsiden die Hauptstadt Ifriqiyas und war ein führendes Handelszentrum mit Europa. 1270 scheiterte ein Eroberungsversuch des französischen Königs Ludwig IX. während des Siebten Kreuzzugs. Erstmals gelangte Tunis 1534 unter türkische Herrschaft. Nur ein Jahr später wurde es aber von Karl V. erobert und unterstand danach spanischem Protektorat, bis Tunis 1574 endgültig in die Hand der Türken fiel. Nach 1591 waren die türkischen Gouverneure (Beys) relativ unabhängig, und die Stadt wuchs als ein Zentrum von Piraten und Handel. Ab 1609 siedelten sich zahlreiche Flüchtlinge aus Andalusien, darunter auch viele Juden, an und trugen zum wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung von Tunis bei.
Im April 1655 war der englische Admiral Robert Blake beauftragt worden, von den Staaten des Mittelmeers, die englische Schiffe angegriffen hatten, eine Entschädigung einzufordern. Nur der Bey von Tunis wiedersetzte sich, mit dem Resultat, dass Blakes Schiffe das Arsenal des Beys bei Porto Farina (Ghar el Melh) angriffen, wobei sie neun algerische Schiffe und zwei Küstenbatterien zerstörten. Es war das erste Mal in der Seekriegsführung, dass Küstenbatterien außer Gefecht gesetzt wurden, ohne Landungstruppen einzusetzen.
1881 machten die Franzosen Tunis zum Sitz ihrer Protektoratsverwaltung und nahmen zahlreiche städtebauliche Veränderungen vor. Zwischen der Altstadt und dem Meer entstand eine Neustadt im europäischen Stil und der Stadthafen wurde über einen Schifffahrtskanal durch den See von Tunis mit dem neu angelegten Hafen von La Goulette verbunden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Tunis von den Achsenmächten von November 1942 bis Mai 1943 gehalten und war deren letzte Basis in Afrika (Afrikakorps/Erwin Rommel).
Nach der Unabhängigkeit Tunesiens im Jahr 1956 wanderten die meisten der Europäer, die zuvor noch fast ein Viertel der Einwohnerschaft ausgemacht hatten, aus. Zugleich führte die Landflucht zu einem großen Bevölkerungszuwachs und dem Bau von zahlreichen Neubaugebieten. Zwischen 1979 bis 1990 hatte die Arabische Liga ihr Hauptquartier in Tunis, ebenso wie die PLO von 1982 bis 1993. 1985 wurde das Hauptquartier der PLO durch die israelische Luftwaffe bombardiert, wobei über 60 Menschen ums leben kamen.
siehe auch: Liste der Beys von Tunis
Kultur
Die Medina (Altstadt) von Tunis gehört zum Weltkulturerbe.
Bild:elzitouna .jpg|auf dem hof von ElZitouna
Bild:zitouna-medina.jpg|die Medina(Altstadt) von Tunis von oben
Bild:zitouna moschee.jpg|das Eingangstor
Söhne und Töchter der Stadt
- Loris Azzaro, Mode- und Parfümschöpfer
- Bertrand Delanoë, Bürgermeister von Paris
Literatur
- Wagner, Horst-Günter: Die Altstadt von Tunis: Funktionswandel von Handwerk und Handel 1968-1995. in: Petermanns Geographische Mitteilungen, Band 140, 1996, Heft 5+6, S. 343-365.
Siehe auch
- Portal:Tunesien
Weblinks
- [http://www.lonelyplanet.com/destinations/africa/tunisia/attractions.htm#tunis Lonely Planet Informationen zu Tunesien]
Kategorie:Hauptstadt in Afrika
Kategorie:Weltkulturerbe (Afrika)
Kategorie:Ort mit Seehafen
ja:チュニス
simple:Tunis
16. MärzDer 16. März ist der 75. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 76. in Schaltjahren) - somit bleiben 290 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1190 - Die Kreuzfahrer beginnen ein Massaker unter den Juden von York in England.
- 1521 - Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan entdeckt die Philippinen.
- 1792 - Attentat auf König Gustav III. (Schweden); er stirbt am 29. März.
- 1813 - Preußen erklärt Napoleon den Krieg.
- 1815 - Wilhelm I. wird König der Niederlande.
- 1816 - Mit dem Vertrag von Turin tritt das Königreich Sizilien savoyische Gemeinden an den Kanton Genf ab.
- 1935 - In Verletzung des Vertrags von Versailles ordnet Hitler die Wiederbewaffnung Deutschlands an.
- 1945 - Nahezu vollständige Zerstörung von Würzburg durch britische Bomber in nur 20 Minuten; ca. 5000 Tote. (Grab am Main)
- 1968 - Im Vietnamkrieg verüben Angehörige der US Army das Massaker von My Lai.
- 1978 - Der italienische Politiker Aldo Moro wird entführt und später ermordet.
- 1988 - Unter dem irakischen Diktator Saddam Hussein wird in der kurdischen Stadt Halabdscha Giftgas eingesetzt.
- 1994 - Bei einer Brandstiftung an einem von Ausländern bewohnten Haus in Stuttgart sterben sieben Menschen, 16 weitere werden teils schwer verletzt.
- 1996 - Komoren. Wahl von Staatspräsident Taki
- 1999 - Die Mitglieder der Europäischen Kommission treten nach Korruptionsvorwürfen zurück.
- 2001 - Im Streit um die Hawar-Inseln zwischen Bahrain und Katar entscheidet der Internationale Gerichtshofs in Den Haag für Bahrain.
Wirtschaft
- 1960 - Vom Deutschen Bundestag wird die Privatisierung des Volkswagenwerkes beschlossen.
Wissenschaft, Technik
- 1926 - Erster Start einer Flüssigkeitsrakete von Robert Goddard in den USA.
- 1966 - Die beiden amerikanischen Astronauten Neil Armstrong und David Scott schaffen das erste Kopplungsmanöver im Weltall.
- 1983 - In Ismaning wird der letzte aus Holz gebaute Sendeturm in Deutschland wegen Baufälligkeit gesprengt.
Kultur
- 1765 - Uraufführung der komischen Oper Le Tonnelier von François-Joseph Gossec am Comédie-Italienne in Paris.
- 1831 - Victor Hugo veröffentlicht in Paris seinen historischen Roman "Notre Dame de Paris" (dt.: Der Glöckner von Notre Dame).
- 1832 - Uraufführung der Oper Beatrice di Tenda von Vincenzo Bellini am Teatro la Fenice in Venedig.
- 1833 - Die Oper "Beatrice di Tenda" von Vincenzo Bellini wird im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt.
- 1887 - Uraufführung der Oper Proserpine von Camille Saint-Saëns an der Grand Opéra Paris.
- 1891 - Uraufführung der Oper Le Mage von Jules Massenet an der Grand Opéra Paris.
- 1894 - Die Oper "Thaïs" von Jules Massenet wird an der pariser Opéra Comique uraufgeführt.
- 1904 - In Deutschland wird die Buchausgabe des Schauspiels "Der Reigen" von Arthur Schnitzler von den Behörden verboten.
- 1904 - Uraufführung der Oper La Fille de Roland von Henri Rabaud an der Opéra-Comique in Paris.
- 1905 - Das Musikdrama "Amica" von Pietro Mascagni wid im Théâtre du Casino in Monte Carlo uraufgeführt.
- 1932 - Uraufführung der Oper Maria Egiziaca von Ottorino Respighi an der Carnegie Hall in New York.
- 1923 - "Der Unbestechliche" von Hugo von Hofmannsthals wird im Wiener Raimund-Theater uraufgeführt.
- 1967 - Die Komödie "Der Wiedertäufer" von Friedrich Dürrenmatt wird im Schauspielhaus Zürich uraufgeführt.
Religion
Katastrophen
- 1906 - Ein Erdbeben der Stärke 7,1 in Kagi, Taiwan fordert etwa 1.300 Tote
- 1925 - Ein Erdbeben der Stärke 7,1 in der Provinz Yunnan, Volksrepublik China fordert etwa 5.000 Tote
- 1969 - Eine venezolanische Douglas DC-9 mit 83 Menschen an Bord stürzt in einen Vorort von Maracaibo, Venezuela. 155 Menschen sterben, 100 werden verletzt.
- 1978 - Die Havarie des Öltankers Amoco Cadiz verursacht an der bretonischen Küste eine schwere Ölpest.
- 1993 - Ein Schneesturm an der amerikanischen Ostküste tötet 184 Menschen.
- 2880 - Der Planetoid 1950 DA könnte möglicherweise mit der Erde kollidieren.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1905 - Gründung des Sportvereins 1. FSV Mainz 05
- 1996 - Mike Tyson gewinnt seinen Boxkampf gegen Frank Bruno im MGM Grand, Las Vegas, durch technischen KO und wird damit Weltmeister im Schwergewicht.
- 2002 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Francois Botha in der Hanns-Martin Schleyer Halle in Stuttgart, durch technischen KO.
Geboren
- 1445 - Johann Geiler von Kaysersberg, deutscher Prediger und Schriftsteller
- 1473 - Heinrich der Fromme, Herzog von Sachsen
- 1596 - Ebba Brahe, schwedische Hofdame und Geschäftsfrau
- 1621 - Georg Neumark, deutscher Komponist von Kirchenliedern
- 1663 - Christoph Hackner, schlesischer Architekt
- 1666 - George Bähr, Erbauer der Frauenkirche in Dresden
- 1729 - Maria Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg, Großmutter der preußischen Königin Luise
- 1750 - Caroline Herschel, Astronomin
- 1751 - James Madison, 4. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
- 1759 - Bengt Lidner, schwedischer Dichter
- 1766 - Johann Friedrich Graf von Waldeck, französischer Antiquar, Kartograf, Maler
- 1774 - Matthew Flinders, britischer Forschungsreisender
- 1789 - Georg Simon Ohm, deutscher Physiker
- 1800 - Ninko, 120. Kaiser von Japan
- 1805 - Peter Ernst von Lasaulx, deutscher Philosoph und Philologe
- 1839 - Sully Prudhomme, französischer Dichter
- 1844 - Anatole France, französischer Autor
- 1846 - Magnus Gösta Mittag-Leffler, schwedischer Mathematiker
- 1878 - Clemens August Graf von Galen, deutscher Bischof und Kardinal
- 1878 - Reza Schah Pahlavi, Schah von Persien
- 1882 - Paul Lejeune-Jung, Reichstagsabgeordneter, Widerstandskämpfer, NS-Opfer
- 1893 - Friedrich von Basse, Beteiligter am Hitlerattentat vom 20. Juli, Oberbürgermeister in Weißenfels und der Lutherstadt Wittenberg, Dozent an den Universitäten Leipzig und Halle
- 1898 - Jakob Haringer, deutscher Schriftsteller
- 1899 - Ok Formenoy, niederländischer Fußballspieler
- 1900 - Werner Eggerath, deutscher Schriftsteller und Ministerpräsident von Thüringen
- 1905 - Elisabeth Flickenschildt, deutsche Bühnen- und Filmschauspielerin
- 1907 - Alexander S. Wiener, US-amerikanischer Hämatologe
- 1910 - Yank Rachell, US-amerikanischer Blues-Musiker
- 1911 - Josef Mengele, deutscher Nazi-Kriegsverbrecher (KZ-Arzt)
- 1913 - Rudi Schuricke deutscher Sänger und Schauspieler
- 1915 - Kunihiko Kodaira, japanischer Professor der Mathematik
- 1918 - Frederick Reines, US-amerikanischer Physiker
- 1920 - Dorothea Binz, Oberaufseherin im Konzentrationslager (KZ) Ravensbück
- 1920 - Traudl Junge, deutsche Privatsekretärin Adolf Hitlers, Zeitzeugin
- 1923 - Heinz Wallberg, deutscher Dirigent
- 1924 - Wolfgang Kieling, deutscher Schauspieler
- 1926 - Jerry Lewis, US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Produzent
- 1927 - Wladimir Michailowitsch Komarow, sowjetischer Kosmonaut
- 1928 - Christa Ludwig, deutsche Opernsängerin
- 1928 - Karlheinz Böhm, deutscher Schauspieler und Philanthrop
- 1928 - Rudolf Sigl, deutscher Ordinarius
- 1929 - Nadja Tiller, österreichische Schauspielerin
- 1931 - Theo Altmeyer, deutscher Tenor und Professor für Gesang
- 1932 - Berry Johnson, US-amerikanische Sängerin
- 1932 - Kurt Diemberger, österreichischer Bergsteiger, Filmemacher, Fotograf und Autor
- 1933 - Dieter Wellershoff, Generalinspekteur der deutschen Bundeswehr
- 1934 - Roger Norrington, britischer Dirigent
- 1935 - Teresa Berganza, spanische Sängerin
- 1937 - Amos Tversky, Psychologe
- 1937 - Attilio Nicora, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1937 - Huschang Golschiri, Iranischer Schriftsteller
- 1940 - Barbara Stolterfoht, deutsche Sozialpolitikerin
- 1940 - Claus Offe , ein deutscher Politologe
- 1940 - Jan Pronk, UN-Sonderbeauftrager sudanesische Krisenregion Darfur
- 1941 - Bernardo Bertolucci, italienischer Filmregisseur
- 1942 - Jerry Jeff Walker, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1943 - Jerry Goodman, US-amerikanischer Musiker
- 1943 - Kirsten Dene, deutsche Schauspielerin
- 1945 - Polo Hofer, Schweizer Rockmusiker
- 1948 - Michael Bruce, US-amerikanischer Musiker
- 1948 - Wolfgang Wieland, deutscher Politiker
- 1951 - Ray Benson, US-amerikanischer Musiker
- 1953 - Isabelle Huppert, französische Filmschauspielerin
- 1953 - Richard Matthew Stallman, Gründer des GNU-Projektes
- 1956 - Martin Umbach, Schauspieler
- 1957 - Christoph von Bülow, Landesvorsitzender der Schüler Union Niedersachsen
- 1959 - Flavor Flav, einer von zwei Rappern der Hip-Hop Gruppe Public Enemy
- 1959 - Jens Stoltenberg, norwegischer Politiker und Ministerpräsident
- 1961 - Todd McFarlane, kanadisch/US-amerikanischer Comiczeichner
- 1964 - Jörg Schmadtke, ehemaliger Fußballprofi
- 1966 - H.P. Baxxter, deutscher Pop-Musiker
- 1967 - Heidi Zurbriggen, Schweizer Ski-Rennfahrerin
- 1967 - Lauren Graham, US-amerikanische Schauspielerin
- 1974 - Anthony Tieku, ghanaischer Fußballspieler
- 1974 - Zoe Jenny, Schweizer Schriftstellerin
- 1976 - Zhu Chen, chinesische Schachspielerin und Weltmeisterin
- 1980 - Julia Schlecht, deutsche Volleyballspielerin
- 1990 - James Bulger, Mordopfer
Gestorben
James Bulger
- 37 - Tiberius Claudius Nero, zweiter römischer Kaiser
- 455 - Valentinian III., römischer Kaiser
- 1021 - Heribert von Köln, Erzbischof des Erzbistums Köln
- 1072 - Adalbert von Bremen, Erzbischof von Hamburg und Bremen
- 1406 - Ibn Khaldun, islamischer Historiker und Politiker
- 1457 - Ladislaus Hunyadi, ungarischer Staatsmann und Krieger
- 1544 - Ludwig V., Kurfürst von der Pfalz
- 1649 - Jean de Brébeuf, französischer Jesuit
- 1670 - Johann Rudolph Glauber, Apotheker und Chemiker
- 1734 - Andreas Silbermann, deutscher Orgelbauer
- 1736 - Giovanni Battista Pergolesi, italienischer Komponist
- 1738 - George Bähr, deutscher Baumeister
- 1764 - Friedrich August Graf Rutowski, kursächsischer Feldmarschall
- 1805 - Franz Xaver Freiherr von Wulfen, Physiker, Mathematiker, Botaniker und Mineraloge
- 1814 - Karl Friedrich Friesen, deutscher Pädagoge und Freiheitskämpfer
- 1826 - Johann Severin Vater, deutscher Theologe und Sprachforscher
- 1828 - Johann Georg August Galletti, deutscher Historiker und Geograf
- 1838 - Nathaniel Bowditch, US-amerikanischer autodidaktischer Mathematiker, Astronom und Physiker
- 1841 - Felix Savart, französischer Arzt und Physiker
- 1858 - Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck, deutscher Botaniker und Naturphilosoph
- 1858 - Wilhelm von Brockhausen,preußischer General und Ehrenbürger Wittenbergs
- 1861 - Victoria von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Mutter der englischen Königin Victoria
- 1862 - Josef Christian Freiherr von Zedlitz und Nimmersatt, österreichischer Offizier und Dichter
- 1867 - Emil Keßler, deutscher Unternehmer und Gründer der Maschinenfabrik Esslingen
- 1874 - Heinrich Schaumberger, deutscher Dichter und Erzähler
- 1884 - Paul Pogge, Afrikareisender
- 1886 - Georg Varrentrapp, deutscher Mediziner
- 1888 - Ludwig Steub, deutscher Schriftsteller
- 1889 - Ernst Wilhelm Leberecht Tempel, deutscher Astronom und Lithograf
- 1892 - Eduard Franz Ludwig Kullmann, Handwerker, Attentäter
- 1898 - Aubrey Beardsley, britischer Zeichner, Graphiker, Karikaturist und Illustrator
- 1909 - Adalbert Matkowsky, Berliner Schauspieler
- 1916 - Ishi, letzter Überlebender der Yahi-Indianer
- 1919 - Jakow Michailowitsch Swerdlow, sowjetischer Politiker
- 1930 - Miguel Primo de Rivera, spanischer General und Diktator
- 1933 - Alfréd Haar, ungarischer Mathematiker
- 1935 - Aaron Nimzowitsch, baltischer Schachspieler und -theoretiker
- 1935 - John James Richard Macleod, kanadischer Physiologe
- 1937 - Austen Chamberlain, britischer Politiker, Außenminister
- 1938 - Egon Friedell, österreichischer Schriftsteller, Journalist und Schauspieler
- 1938 - Emil Fey, österreichischer Politiker
- 1940 - Selma Lagerlöf, schwedische Kinderbuchautorin
- 1945 - Börries von Münchhausen, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1947 - Anna Ebert, Politikerin
- 1952 - Stephan Weickert, deutscher Politiker
- 1953 - Henrik Herse, deutscher Dramaturg und Schriftsteller
- 1956 - Sergej Wassiljewitsch Jewsejew, russischer Komponist
- 1957 - Constantin Brancusi, rumänischer Bildhauer
- 1957 - Johnny Torrio, italienisch-amerikanischer Gangster
- 1959 - Jops Reeman, niederländischer Fußballspieler
- 1962 - Zenzl Mühsam, Frau des Dichters Erich Mühsam
- 1963 - William Henry Beveridge, englischer Ökonom
- 1970 - Fritz Maenicke, Bildhauer und Restaurator
- 1970 - Tammi Terrell, US-amerikanische Sängerin
- 1971 - Bebe Daniels, US-amerikanische Schauspielerin
- 1975 - T-Bone Walker, US-amerikanischer Musiker
- 1978 - Alfred Müller-Armack, deutscher Nationalökonom und Kultursoziologe
- 1985 - Roger Sessions, US-amerikanischer Komponist
- 1986 - Anna Maria Bieganowski, deutsche Politikerin und MdB
- 1990 - Fritz Ewert, deutscher Fußballspieler
- 1991 - Trude Herr, deutsche Schauspielerin
- 1995 - Heinrich Sutermeister, deutscher Komponist
- 1998 - Eugen Eckert, deutscher Bildhauer und Maler
- 1998 - Wolfgang Grönebaum, deutscher Schauspieler
- 1998 - Sir Derek Barton, britischer Chemiker und Nobelpreisträger
- 2002 - Wolfgang Gruner, deutscher Kabarettist, Schauspieler und Regisseur
- 2004 - William Pickering, US-amerikanischer Weltraumpionier
Feier- und Gedenktage
- erster Tag der Bacchanalien im Alten Rom
Siehe auch
- 15. März - 17. März
- 16. Februar - 16. April
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
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Kairo
Kairo (arab. القاهرة, al-Qāhira - "die Siegreiche") ist die Hauptstadt von Ägypten und die größte Stadt der arabischen Welt. Von Ägyptern wird die Stadt oftmals auch einfach mit dem Landesnamen - مصر, hocharabisch Misru, ägyptisch-arabisch Masr - bezeichnet.
Kairo hat 7.734.614 Einwohner in der eigentlichen Stadt und ist mit 15.502.478 Einwohnern in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005) die größte Metropolregion in Afrika. Die Stadt hat den Status eines Gouvernorats und wird von einem Gouverneur regiert, der vom Präsidenten ernannt wird.
Kairo ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Ägyptens und des Nahen Ostens. Die Stadt ist Sitz der ägyptischen Regierung, des Parlaments, aller staatlichen und religiösen Zentralbehörden sowie zahlreicher diplomatischer Vertretungen.
Sie ist der bedeutendste Verkehrsknotenpunkt des Landes und besitzt zahlreiche Universitäten, Hochschulen, Theater, Museen sowie Baudenkmäler. Die Altstadt von Kairo ist ein Ensemble islamischer Baukunst und wird seit 1979 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.
Geographie
Geographische Lage
Kairo hat eine Stadtfläche von 214 Quadratkilometern und liegt im Nordosten des Landes auf dem rechten Nilufer durchschnittlich 68 Meter über dem Meeresspiegel. Die Stadt umfasst auch die beiden Inseln Gezīra (الجزيرة, mit dem Stadtteil Zamalek) und Roda (الروضة). Ihr gegenüber liegt am westlichen Ufer das Gouvernorat al-Dschīza (el-Gīza), unter anderem mit den historischen Anlagen von Gizeh. Die geografischen Koordinaten von Kairo sind 30° 03' nördlicher Breite und 31° 15' östlicher Länge.
Die erste Siedlung wurde ursprünglich zwischen dem Mukattam-Hügel im Osten und dem Nil im Westen errichtet. Doch auch wenn diese Kairo schon lange nicht mehr eingrenzen, so bilden die Viertel, die sich zwischen diesen beiden natürlichen Schranken befinden, den alten Stadtkern. Nördlich der Stadt erstreckt sich bis zum Mittelmeer das Nildelta. Im Westen befinden sich die Pyramiden von Gizeh. Im Süden liegt das alte Memphis.
Geologie
Kairo liegt im Tal des Nils, des längsten, jedoch nicht wasserreichsten afrikanischen Stromes, als dessen Quellfluss der im Hochland von Ruanda entspringende Kagera angesehen wird. Der Nillauf folgt einer tektonischen Linie. Die sich dort befindlichen Plateaus brechen hier stufenförmig oder mit einheitlichem Steilhang 100 bis 140 Meter tief ab. Im Tal hat der Fluss eine Reihe von Schotterterrassen gebildet und ein Schwemmland aus schwarzem Schlamm von durchschnittlich zehn Metern Mächtigkeit abgelagert.
Die Gesamtbreite des Tales beträgt im Süden, im Bereich des nubischen Sandsteins, zwei bis fünf Kilometer, im Bereich der tertiären Kalke, etwa von Assuan flussabwärts, zehn bis 15 Kilometer. Stellenweise hat die Erosion des Flusses das widerständige Gestein des kristallinen Unterbaues erreicht. Westlich des heutigen Tales sind Reste eines älteren Niltales erhalten, beispielsweise in der vom Fluss gespeisten Senke des Fayyum. Unterhalb von Kairo öffnet sich das Tal und geht in die weiten, von Kanälen durchzogenen Flächen des 23.000 Quadratkilometer großen Deltas über.
Stadtgliederung
Innenstadt
Fayyum
Die Innenstadt lässt sich grob in einen traditionellen und einen modernen Teil einteilen. Das traditionelle Kairo liegt abseits des Nils vor der Zitadelle und dem Berg Muqattam (المقطّم). Es umfasst hauptsächlich das Islamische Kairo rund um die Azhar- und andere Moscheen. Des Weiteren sind hier die Wohnviertel nördlich, östlich und südlich des Viertels um die Azhar-Moschee zu nennen, so etwa Bāb el-Chalq (باب الخلق), Darb el-Ahmar (الدرب الأحمر), el-Mūskī (الموسكي) oder Sayyida Zeinab (السيّدة زينب, es-Sayyeda Zēnab).
Neben den Ausgrabungen von al-Fustat im Süden liegt das koptische Viertel oder Alt-Kairo (مصر القديمة, hocharabisch Misru l-qadīma, ägyptisch-arabisch Masr el-edīma). Eine Besonderheit ist die sogenannte "Totenstadt" südöstlich des islamischen Viertels, eine Nekropole, die bewohnt ist und sich heute (fast) wie ein normales Stadtviertel gibt.
Das moderne Kairo besteht aus den Geschäftsvierteln, die vom Mīdān et-Tahrīr (ميدان التحرير), dem Mīdān el-Ōperā (ميدان الأوبرا), dem Ramses-Bahnhof (محطة رمسيس, Mahattat Ramsīs) und dem Nil eingegrenzt werden. Westlich davon befindet sich das Viertel Zamalek (الزمالك, ez-Zamālek) auf der Insel Gezīra, südwestlich Garden City (جاردن سيتي), wo viele Botschaften untergebracht sind.
Vororte
Der wohl bekannteste Vorort ist Heliopolis (مصر الجديدة, hocharabisch Misru l-Dschadīda, ägyptisch-arabisch Masr el-Gedīda) im Nordosten der Stadt. Im Süden liegt das relativ teure Maadi (المعادي, al-Macādī). Andere Vororte sind Shubrā (شبرا, Shubrā) im Nordwesten mit einem großen Anteil von Kopten oder Helwān (حلوان) südlich von Maadi.
Weiter außerhalb ist zu unterscheiden zwischen ehemaligen Dörfern und Städten, die sich in die Peripherie Kairos integriert haben, und den auf dem Reißbrett geplanten Satellitenstädten, die sich teilweise direkt an Kairo anschließen, teilweise bis zu 100 Kilometer von der Innenstadt entfernt in der Wüste liegen.
Satellitenstädten
Für letztere sind auf der rechten Nilseite unter anderem Nasser City (مدينة الناصر, Medīnet en-Nāser) oder 15th of Ramadan City (مدينة ١٥ من رمضان, Medīnet Chamastaschar men Ramadān) zu nennen, auf der linken Seite 6th of October City (مدينة ٦ أكتوبر, Medīnet Sitta Oktōbar) oder Sadat City (مدينة السادات, Medīnet es-Sādāt). 6th October City und Sadat City gehören nicht zu Kairo, sondern zu Gizeh.
Klima
Kairo befindet sich in der subtropischen Klimazone. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 21,7 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 29 Millimeter im Mittel.
Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 28 Grad Celsius, der kälteste der Januar mit 13,9 Grad Celsius im Mittel. Etwas Niederschlag fällt nur zwischen November und März mit durchschnittlich vier bis sechs Millimeter.
Geschichte
Ursprung der Stadtentwicklung
März
Kairos Ursprünge liegen in mehreren Siedlungen. Im heutigen Stadtgebiet lag der Ort Cheri-aha, wo nach der ägyptischen Mythologie die Götter Horus und Seth einander bekämpften. Die altägyptische Siedlung am Ostufer des Nil - man nannte den Ort "Babylon in Ägypten" - wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. unter den Römern zur Zeit Trajans gegründet und später zur Festung ausgebaut. Der Name Babylon entstand aus einer Fehllesung der altägyptischen Ortsbezeichnung „Haus des Nils von Heliopolis“. In Babylon wurden Atum und die Neunheit verehrt. Ende des 4. Jahrhunderts begannen dort die ersten Kopten, Kirchen und Schutzmauern zu errichten und sich anzusiedeln.
Am 9. April 641 eroberten die Araber die römische Festung. Sie fanden bei ihrer Ankunft eine riesige Burganlage mit 42 Kirchen, großen Türmen und Bastionen vor. Nördlich davon wurde von Amr ibn al-As im Jahre 643 das Lager Fustat gegründet, das sich allmählich zu einer Stadt entwickelte. Beide Siedlungen wuchsen an der Stelle der heutigen Altstadt von Kairo zusammen. Während von der frühislamischen Stadt Fustat außer einer Moschee nichts übrig geblieben ist, ist das koptische Viertel bis heute erhalten.
Bis Ende des 9. Jahrhunderts war der Ort ein Karawanenlager und -stützpunkt und hatte keine große Bedeutung für die islamischen Herrscher in Damaskus (bis 750) und Bagdad (ab 750). Einen ersten kleinen Aufschwung erlebte die Stadt unter den Tuluniden, die Fustat als ihren Hauptstützpunkt ansahen und in direkter Nachbarschaft die Siedlung al-Qata'i gründeten. Zwei Bauwerke sind aus dieser Zeit noch erhalten: Die Tulun-Moschee sowie der Nilometer.
Nachdem diese Stadt durch Brände teilweise zerstört worden war, errichteten die Abbasiden eine weitere Siedlung am Nil. Als die Fatimiden unter Dschawar im Jahre 969 Ägypten eroberten, richteten sie in der Stadt ihr Hauptquartier ein. Dschawar, ein ehemaliger sizilianischer Sklave, der zum Islam übergetreten war, gründete an dieser Stelle im gleichen Jahr eine neue Residenzstadt und nannte sie al-Qāhira, "die Siegreiche". Das ist der bis heute gültige Name für die Stadt.
Kairo wird Hauptstadt der Fatimiden
Die neue Stadt wurde 973 Hauptstadt des fatimidischen Reiches, das sich von Marokko bis in den Nahen Osten erstreckte. Frühere Gebiete, darunter auch Fustat, wurden zu Vororten degradiert. Viele der prachtvollen Bauten, die bis heute im muslimischen Kairo zu sehen sind, stammen aus dieser Zeit. Mit dem Bau der Azhar-Moschee im Jahre 970, in dem sich seit 988 die sunnitische Lehranstalt und heutige Al-Azhar-Universität befindet, rückte Kairo schnell ins Zentrum der islamischen Gelehrsamkeit.
Der arabische Geograph al-Muqaddasi (946-1000) beschreibt im "Bericht über die Dinge, die ich mit eigenen Augen gesehen habe" die Stadt Kairo (Fustat) im Jahre 988:
„Al-Fustat ist eine Metropole in jeder Hinsicht (...). Sie liegt auf der Trennlinie zwischen dem Maghreb und den Wohnsitzen der Araber, ihr Gelände dehnt sich weit, sie hat viele Bewohner, ihr Gebiet ist blühend, ihr Name berühmt, ihr Ansehen gewaltig. Sie ist die Metropole Ägyptens, stellt Bagdad in den Schatten, ist der Stolz des Islams, der Handelsplatz der Menschen und prächtiger als die Stadt des Friedens.“ (Anmerkung: gemeint ist Jerusalem) „Sie ist die Schatzkammer des Maghreb und das Lagerhaus des Ostens und zur Festzeit glänzend. Es gibt keine Metropole, die volkreicher ist; in ihr leben viele große und angesehene Männer. Sie hat staunenswerte Waren und Spezialitäten, schöne Märkte und Läden, ganz zu schweigen von den Bädern. (...) in ihr gibt es feine Speisen, reine Zutaten und wohlfeile Süßigkeiten, viele Bananen und frische Datteln, reichlich Gemüse und Brennholz, leichtes Wasser und gesunde Luft.“
Als etwa 200 Jahre später die Ayyubiden Ägypten wieder an Bagdad angliederten, blieb Kairo das religiöse Zentrum der islamischen Welt. Für Saladin (1137-1193), der mit der ayyubidischen Eroberung Kairos die Führung der arabischen Welt übernommen hatte, war oberste Priorität, die schiitischen Einflüsse der Fatimiden auszumerzen. Er ließ neue Moscheen errichten und schuf die Grundmauern der späteren Zitadelle. Den Ayyubiden folgten 1250 die Mamluken, die Kairo wieder zur Hauptstadt machten. Sie, die ihre Herrschaft nur mit Gewalt durchsetzen konnten, ließen viele Paläste, Moscheen und Karawansereien errichten, um ihre Macht zu demonstrieren. Kairo wurde zum bedeutendsten Wirtschafts- und Kulturzentrum der islamischen Welt.
Osmanische und britische Herrschaft
Mamluken
Mamluken
Am 13. April 1517 wurde Kairo von osmanischen Streitkräften erobert, deren Regierungszeit in Ägypten bis ins späte 18. Jahrhundert andauerte. Sie erklärten das Land zu ihrer Provinz und drängten so Kairo an den politischen Rand. Am 24. Juli 1798 übernahmen französische Truppen unter Napoléon Bonaparte (1769-1821) während dessen ägyptischer Expedition die Kontrolle über Kairo. Am 18. Juni 1801 kam die Stadt wieder unter osmanische Herrschaft.
Eine wirklicher Bedeutungswandel vollzog sich für Kairo im 19. Jahrhundert mit der Entstehung des Khediven-Reiches. Ismail Pasha, der zwischen 1863 und 1879 regierte, ließ in der Stadt zahlreiche Gebäude errichten und nahm die Eröffnung des Sueskanals im Jahre 1869 zum Anlass, Kairo den europäischen Mächten als blühende Metropole zu präsentieren. Der überwiegende Teil der Entwicklung wurde jedoch über Auslandsanleihen finanziert, wodurch besonders Großbritanniens Einfluss zunahm.
Während der Herrschaft Ismail Pashas dehnte sich Kairo, das nun wieder Hauptstadt wurde, über den Nil Richtung Westen aus. Europäische Architekten wurden beauftragt, die Stadt zu erneuern, die Wohnviertel Zamalik und Muhandisin entstanden, aber auch große Teile der heutigen Innenstadt stammen aus dieser Zeit. Mit der nun forcierten Industrialisierung Ägyptens wuchs die Hauptstadt des Landes immer mehr. Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Auslandsverschuldung Ägyptens und die Schwäche des Osmanischen Reiches einen wachsenden europäischen Einfluss in Kairo zur Folge.
Mit der Besetzung Ägyptens durch britische Truppen und der Zerschlagung der Urabi-Bewegung (1881-1882) übernahm Großbritannien die Kontrolle über das Land ohne dessen formelle Zuordnung zum Osmanischen Reich zu beenden. Der Khedive von Ägypten blieb formell weiterhin Vasall der Osmanen. Die Urabi-Bewegung entstand im Herbst 1881 als nach | | |