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Saignelégier
Saignelégier ist eine politische Gemeinde und Hauptort des Distrikts Franches-Montagnes im Kantons Jura in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Sankt Leodegar wird heute nicht mehr verwendet.
Geographie
Saignelégier liegt auf 978 m ü. M., 22 km nordöstlich von La Chaux-de-Fonds (Luftlinie). Der Ort mit leicht städtischem Gepräge erstreckt sich auf einem breiten Sattel der Jurahochfläche der nördlichen Franches-Montagnes (deutsch Freiberge), am Rand des tief eingeschnittenen Tals des Doubs.
Die Fläche des 11.7 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der leicht gewellten Hochfläche des Plateaujuras, auf der sich moorige, meist oberirdisch abflusslose Senken mit Kuppen aus Kalkstein abwechseln. Im Westen reicht das Gemeindegebiet bei Derrière le Cras bis an der Rand vor dem Steilabfall ins Doubstal. Die nördliche Abgrenzung bildet die Höhe des Haut Bémont (1075 m ü. M.). Nach Südosten erstreckt sich das Gebiet über die ausgedehnten Juraweiden der Freiberge mit einzeln oder in Gruppen stehenden grossen Fichten sowie dazwischenliegenden Waldgebieten bis zur Senke des Torfmoors La Tourbière. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 1088 m ü. M. auf der Höhe des Chaumont. In den Senken befinden sich die beiden Moorseen Etang de la Gruère und Etang des Royes. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 9 % auf Siedlungen, 32 % auf Wald und Gehölze, 56 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 3 % war unproduktives Land.
Zu Saignelégier gehören die Weiler Les Cerlatez (1003 m ü. M.), La Theurre (1012 m ü. M.) und Le Chaumont (1044 m ü. M.), alle auf der Hochfläche der Freiberge gelegen, sowie weit über die Juraweiden verstreut zahlreiche Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Saignelégier sind Les Pommerats, Le Bémont, La Chaux-des-Breuleux und Muriaux im Kanton Jura sowie Tramelan im Kanton Bern.
Bevölkerung
Mit 2142 Einwohnern (Ende 2004) ist Saignelégier bevölkerungsmässig der grösste Ort des Distrikts Franches-Montagnes und gehört auch zu den grössten Gemeinden des Kantons Jura. Von den Bewohnern sind 91.4 % französischsprachig, 3.2 % deutschsprachig und 0.9 % italienischsprachig (Stand 2000). Saignelégier ist eine der wenigen Gemeinden des Distrikts, deren Einwohnerzahl seit 1870 (damals 1012 Einwohner) kontinuierlich zugenommen hat.
Wirtschaft
1870
Das Schwergewicht des Erwerbslebens von Saignelégier hat sich im Laufe des 19. Jahrhunderts von der Landwirtschaft zur Industrie verschoben. Die Uhrenindustrie gewann aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts allmählich an Bedeutung. Heute gibt es am Rand des Ortes zwei Industrie- und Gewerbezonen, unter anderem mit einigen Betrieben in der Uhren- und insbesondere in der Uhrengehäuseherstellung. Wichtigster Arbeitgeber ist die Uhrenfirma Maurice Lacroix. Auch die mechanischen Werkstätten bieten zahlreiche Arbeitsplätze an. In einer Käserei wird der Tête de Moine produziert, eine wichtige Käsesorte der Region. Zahlreiche Erwerbstätige arbeiten im Dienstleistungssektor, vor allem in der Verwaltung. Saignelégier ist Sitz des Bezirksgerichts, des Bezirksspitals und des kantonalen Amts für Sozialversicherung.
Die Weiler sind jedoch weiterhin landwirtschaftlich geprägt und auf Milchwirtschaft und Viehzucht ausgerichtet.
Kultur und Tourismus
Saignelégier ist ein wichtiges Zentrum des Sommer- und Wintertourismus auf den Freibergen. Es besitzt seit 1985 ein grosses Freizeitzentrum mit Schwimmbad, Sporthallen, Konferenzräumen, einem Eislaufstadion und einem Hotel (siehe dazu auch: http://www.centredeloisirs.ch).
Alljährlich findet am zweiten Sonntag im August in Saignelégier der Marché-Concours national des chevaux, ein nationaler Pferdemarkt, statt. Diese Festivität zieht jeweils Tausende von Besuchern auch aus Regionen weit ausserhalb des Kantons Jura an.
Verkehr
Die Gemeinde ist verkehrsmässig recht gut erschlossen. Sie liegt am Strassenkreuz der Hauptstrassen von Delémont nach La Chaux-de-Fonds und von Tavannes zum Grenzübergang Goumois. Am 7. Dezember 1892 wurde die Eisenbahnlinie der Chemins de fer du Jura von La Chaux-de-Fonds nach Saignelégier eröffnet. Die Einweihung der Fortsetzung der Strecke nach Glovelier erfolgte am 21. Mai 1904. Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgen die Postautokurse von Saignelégier nach Glovelier sowie von Tramelan via Saignelégier nach Goumois.
Geschichte
Im Jahr 1382 wird das Dorf erstmals unter dem Namen Sonnelegilier erwähnt. Schon bald entwickelte sich Saignelégier dank seiner Lage an einer wichtigen Strassenkreuzung der Freiberge zu einem bedeutenden Handelsplatz. Das Dorf gehörte zur Herrschaft Freiberge, die dem Fürstbistum Basel unterstand. Im 17. Jahrhundert wurde es Residenz der Vögte dieser Herrschaft, die vorher vom Schloss Spiegelberg bei Muriaux aus verwaltet wurde. Von 1793 bis 1815 gehörte Saignelégier zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont Terrible, ab 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern und wurde Hauptort des Distrikts Franches-Montagnes. Am 1. Januar 1979 kam Saignelégier an den neugegründeten Kanton Jura.
Sehenswürdigkeiten
1979
Das Zentrum des Ortes bildet die Pfarrkirche Notre-Dame de l'Assomption, die im neubarocken Stil 1927-28 errichtet wurde. Sie enthält einen reich geschmückten Hauptaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der aus dem Kloster Bellelay stammt. Saignelégier gehörte zur Pfarrei Montfaucon, obwohl bereits 1397 eine erste Kapelle im Ort errichtet wurde. Seine kirchliche Unabhängigkeit erlangte Saignelégier 1629 mit dem Bau der ersten Kirche. Ebenfalls im Dorfzentrum befindet sich der trutzige Bau der einstigen Burgvogtei, ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert mit einem Walmdach und einem 1775 angebauten Gefängnisturm.
Der Weiler Les Cerlatez hat sechs charakteristische Freiberger Jurabauernhäuser mit weissgetünchten Fassaden aus dem 17. und 18. Jahrhundert bewahrt. Die Wohnräume, Arbeitsräume und Stallungen sind alle unter einem grossflächigen Dach vereint, das den rauen Winden der Region eine möglichst kleine Angriffsfläche entgegenstellt.
Eine bedeutende Natursehenswürdigkeit bildet der seit 1963 unter Naturschutz gestellte Moorsee Etang de la Gruère, rund 4 km südöstlich von Saignelégier.
Weblinks
- [http://www.saignelegier.ch Offizielle Website der Gemeinde Saignelégier (französisch)]
- [http://www.marcheconcours.ch/ Marché-Concours]
Kategorie:Ort in der Schweiz
Kategorie:Ort im Kanton Jura
Kategorie:Schweizer Gemeinde
Bezirk Franches-MontagnesDer District des Franches-Montagnes im Kanton Jura (deutsch: Bezirk Freiberge) zählt lediglich 9792 Einwohner (Ende 2004). Hauptort ist Saignelégier. Dem Distrikt gehören folgende Gemeinden an:
Saignelégier
Saignelégier
Kategorie:Schweizer Bezirk
Kanton (Schweiz)
Die 26 Kantone der Schweiz sind die Gliedstaaten der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
Politisches System
Jeder Kanton hat eine eigene Verfassung und eigene gesetzgebende, vollziehende und rechtsprechende Behörden. Alle Kantone besitzen ein Einkammer-Parlament (Grosser Rat, Kantonsrat, Landrat, Parlament; siehe auch: Kantonsparlament). Dieses hat je nach Kanton 58 bis 200 Parlamentssitze. Die Kantonsregierung (Regierungsrat, Regierung, Staatsrat) besteht je nach Kanton aus fünf bis neun Mitgliedern.
Alle Bereiche, die nicht von der schweizerischen Bundesverfassung dem Bund zugewiesen bzw. von einem Bundesgesetz geordnet werden, gehören in die Kompetenz der Kantone (staatliche Organisation, Schulwesen, teilweise Gesundheitswesen, teilweise Planungs- und Baurecht, Polizeiwesen, teilweise Gerichtsverfassung, Notariatswesen, kantonales und kommunales Steuerrecht u. a.). Bei vielen dieser Bereiche hat aber der Bund ebenfalls grosse Kompetenzen, so dass oft ein Kompetenzwirrwarr festzustellen ist. Die Kantone ihrerseits können ihren Gemeinden auch eine gewisse Autonomie gewähren. Das Ausmass ist jedoch, wie so oft in der Schweiz, von Kanton zu Kanton verschieden.
In zwei Kantonen, Glarus sowie Appenzell Innerrhoden, bestimmt das Volk in Form der Landsgemeinde seine Kantonsvertreter und entscheidet über Sachfragen. In allen anderen Kantonen werden Wahlen und Abstimmungen über die Urne abgewickelt.
Siehe auch: Politisches System der Schweiz, Föderalismus in der Schweiz
Geschichte
Die sogenannten Urkantone, welche 1291 die Eidgenossenschaft begründeten, sind Uri, Schwyz und Unterwalden. In der Alten Eidgenossenschaft wurden die Kantone auch Orte genannt. Deshalb spricht man in Bezug auf die Ausweitungsphasen der Schweiz von den Acht Alten Orten und den Dreizehn Alten Orten (bzw. der achtörtigen und der dreizehnörtigen Eidgenossenschaft). Verbündete, welche nicht Vollmitglied der Eidgenossenschaft waren, wurden als zugewandte Orte bezeichnet.
In der Helvetischen Republik (1798-1803) waren die Kantone blosse Verwaltungsbezirke ohne Autonomierechte. Die Grenzziehung wurde geändert, um annähernd gleich grosse Kantone zu schaffen und die alte Ordnung zu zerschlagen. Dabei entstanden auch die kurzlebigen Kantone Säntis, Linth, Waldstätten, Oberland, Baden, Lugano und Bellinzona.
Mit der Mediationsverfassung 1803 erhöhte sich die Zahl der Kantone auf 19 und mit dem Wiener Kongress 1815 auf 22. Die Zugewandten Orte wie z.B. die altfrye Republik Gersau, das Gebiet der Abtei Engelberg, usw., wurden allerdings (teilweise gegen ihren Willen) einzelnen Kantonen zugeschlagen. 1979 spaltete sich der Kanton Jura vom Kanton Bern ab.
Anzahl und Reihenfolge
Heute wird die Zahl der Kantone meistens mit 26, manchmal aber auch mit 23 angegeben.
Das rührt daher, dass sechs Kantone (Obwalden, Nidwalden, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Stadt und Baselland) aus historischen Gründen als Halbkantone bezeichnet werden (bis zur Totalrevision der Bundesverfassung von 1999 wurde diese Unterscheidung noch vorgenommen). Diese Unterscheidung ist lediglich bei der Besetzung des Ständerates und beim Ständemehr relevant, hat jedoch keinen Einfluss auf die innere Autonomie, weshalb es korrekt wäre, von 26 Kantonen, aber von 23 Ständen zu sprechen.
Die übliche Reihenfolge der Kantone (siehe untenstehende Liste) ist in der Bundesverfassung festgelegt. Sie hat jedoch einen viel älteren Ursprung. In der Eidgenossenschaft der Acht Alten Orte standen die Städte Zürich, Bern und Luzern als Vororte in der Hierarchie vor den Landkantonen. Die weiteren Kantone stehen in der Reihenfolge ihres Beitritts.
Liste der Schweizer Kantone mit ihren Eckdaten
In Klammern jeweils der Rang.
Bemerkungen: 1 Stand: 31. Dezember 2004, [http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/bevoelkerung/uebersicht/blank/analysen__berichte/result.html Bundesamt für Statistik], 2 km², 3 Einwohner pro km², Stand 2000 4 Sitz der Regierung und des Parlaments, Sitz der Justiz ist Trogen. 5 Stand: 1. Januar 2005.
8 bis hierher: Die Acht Alten Orte, 13 bis hierher: Die Dreizehn Alten Orte
Die zweibuchstabigen Kantonsabkürzungen (Siglen) sind verbreitet, sie werden u.a. bei den Kfz-Kennzeichen verwendet und sind auch in der ISO 3166-2:CH verwendet (mit dem Präfix "CH-", z.B. CH-SZ für den Kanton Schwyz).
Kantonsnamen in anderen Sprachen
Kanton in allen Schweizer Landessprachen sowie in weiteren Sprachen
Bemerkungen: 1Schweizer Landessprache, 2Wenn es sich von der Sprache oder der Schrift des Hauptortes unterscheidet
Ehemalige Kantone
- Ausserschwyz
- Baden
- Bellinzona
- Fricktal
- Innerschwyz
- Linth
- Lugano
- Oberland
- Säntis
- Waldstätten
Siehe auch
Föderalismus in der Schweiz, Liste der Städte in der Schweiz, Liste der Gemeinden der Schweiz (nach Kantonen und Alphabet), Liste der Bezirke und Distrikte der Schweiz
Weblinks
- [http://www.admin.ch/ch/d/schweiz/kantone/index.html Schweizer Kantone im Internet]
- [http://www.eye.ch/swissgen/kanton-m.htm Informationen über Schweizer Kantone] - viersprachig
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Kategorie:Liste (Geographie)
Kategorie:Politik (Schweiz)
Kategorie:Schweiz
als:Kanton (Schweiz)
ja:スイスの地方行政区画
ko:스위스의 주
simple:Canton
Kanton Jura
Der Kanton Jura ist ein Kanton im Westen der Schweiz.
Deutsch: Jura; Französisch: Jura; Italienisch: Giura; Rätoromanisch: Giura; Englisch: Jura; amtlich: République et Canton du Jura (Republik und Kanton Jura).
Geographie
Der Kanton liegt im Nordwesten der Schweiz.
Er bildet im Westen und Norden einen Teil der schweizerischen Staatsgrenze zu Frankreich. Im Süden grenzen die Kantone Neuenburg und Bern an Jura, im Osten die Kantone Solothurn und Basel-Landschaft.
Der Fläche nach belegt der Kanton Platz 14 von 26, aufgrund der geringen Einwohnerdichte liegt er von der Einwohnerzahl her auf Platz 20.
Basel-Landschaft
Bevölkerung
Sprachen
Amtssprache des Kantons ist französisch. Einzige deutschsprachige Gemeinde ist Ederswiler.
Viele Orte sind aufgrund der Nähe der Sprachgrenze nicht nur unter ihren französischen, sondern auch unter deutschen Namen bekannt, etwa Delémont/Delsberg oder Porrentruy/Pruntrut .
Religionen - Konfessionen
Grossmehrheitlich katholisch.
Verfassung
Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert von 1977.
Legislative
Das Parlament (le Parlement) des Kantons Jura besteht aus 60 Volksvertretern.
- 20 Mitglieder der PDC/CVP
- 15 Mitglieder der PS/SP
- 12 Mitglieder der PLR/FDP
- 8 Mitglieder der PCSI/CSP
- 3 Mitglieder der CS-POP (Linksaussen-Fraktionsgemeinschaft)
- 2 Mitglieder der UDC/SVP
Weiter ist das Volk direkt an der Gesetzgebung beteiligt, da Verfassungsänderungen obligatorisch und Gesetzesänderungen auf Antrag von mindestens 2000 Stimmberechtigten oder acht Gemeinden der Volksabstimmung (Referendum) unterworfen sind. Mindestens 2000 Stimmberechtigte oder acht Gemeinden können überdies eine Gesetzes- oder Verfassungsänderung beantragen. Ausländer sind seit 1977 stimm- und wahlberechtigt; ausgeschlossen davon ist die Wahlbefähigung zu kantonalen Ämtern.
Exekutive
Die jurassische Regierung (le Gouvernement) besteht aus fünf Mitgliedern.
- 2 Mitglieder der Parti démocrate-chrétien / Christliche Volkspartei
- 2 Mitglieder der Parti socialiste / Sozialdemokratische Partei
- 1 Mitglied der Parti chrétien-social indépendant/Unabhängige Christlich-Soziale Partei
Judikative
Richterliche Behörden sind insbesondere die drei Distriktsgerichte sowie das Kantons- und das Verfassungsgericht.
Vertretung auf nationaler Ebene
Auf Bundesebene entsendet der Kanton Jura je zwei Vertreter in den Ständerat und in den Nationalrat.
Wirtschaft
Wirtschaftlich ist der Jura einer der schwächsten Kantone der Schweiz. Die Finanzkraft liegt nur bei 30% des gesamtschweizerischen Wertes.
Verkehr
Die Jurabahnen (Chemins de fer du Jura, kurz CJ) betreiben mehrere Eisenbahn- und Autobuslinien.
Geschichte
Der Jura ist der jüngste Kanton in der Schweiz. Er entstand aufgrund von (für Schweizer Verhältnisse massiven) kulturellen Spannungen und darauf folgenden lokalen und eidgenössischen Volksabstimmungen im Jahre 1979 durch Abspaltung vom Kanton Bern. Die Gebiete nördlich von Biel wurden dem Kanton Bern 1815 durch Entscheidung des Wiener Kongresses als Entschädigung für die verlorenen Territorien im Aargau und der Waadt zugesprochen.
Der Kanton Bern ist politisch eher konservativ, grösstenteils protestantisch und deutschsprachig. Die Bewohner des 1815 erworbenen Gebietes, die zuvor Untertanen des in Pruntrut residierenden Fürstbischofs von Basel gewesen waren, sind dagegen eher liberal, mehrheitlich französischsprachig und - und in dem den neuen Kanton bildenden Nordteil - katholisch.
Dass der Konflikt, der letzten Endes zur Abtrennung des Kantons Jura von Bern führte, ursprünglich weniger sprachlicher, sondern konfessioneller Art ist, zeigt sich daran, dass bei den Volksabstimmungen über die Kantonsgründung der zwar ebenfalls französischsprachige, aber protestantische Südteil des Berner Juras (Amtsbezirke La Neuveville, Moutier und Courtelary) stets mehrheitlich für den Verbleib bei Bern stimmte. Der deutschsprachige Bezirk Laufen ist zwar katholisch, die Sprache führte aber damals zum Entscheid, bei Bern zu verbleiben. Vom verbleibenden Kantonsgebiet nun territorial getrennt, wechselte er 1994 zum Kanton Basel-Landschaft.
Der vor allem konfessionelle Gegensatz gilt auch weiterhin, obwohl das Gewicht des Französischen im verkleinerten Kanton Bern geringer geworden ist und sich die Romands demzufolge noch unterdrückter fühlen müssten. Seit 1994 arbeitet die Assemblée Interjurassienne (eine Art von der Schweizerischen Eidgenossenschaft bestellte Kommission) an der Lösung der Jurafrage. Im September 2004 hat sie ein Projekt begonnen, das einen völlig neuen Kanton anvisiert, in dem Nord-Jura (heute Kanton Jura) und der Süd-Jura (Jura bernois) nach den Vorstellungen der Nordjurassier vereinigt werden sollen. Das Projekt soll 2006 abgeschlossen sein. Damit wird ein weiterer Anlauf unternommen, die nach den Vorstellungen des Nordjuras immer noch unterdrückten Bewohner des bernischen Südjuras von Bern zu lösen und damit die (fiktive) Einheit des jurassischen Volkes herzustellen.
Städte und Orte
Assemblée Interjurassienne
(alle Zahlen per 31. Dezember 2004)
Der Kanton ist sehr stark ländlich geprägt. Nach statistischen Kriterien gibt es denn auch nur eine Stadt, den Hauptort Delémont mit 11'307 Einwohnern.
Alte Städtchen sind:
- Porrentruy, 6606 Einwohner
- Saint-Ursanne, 709 Einwohner
Weitere grössere Gemeinden:
- Bassecourt, 3333 Einwohner
- Courroux, 2938 Einwohner
- Courrendlin, 2383 Einwohner
- Courtételle, 2219 Einwohner
- Courgenay, 2125 Einwohner
- Saignelégier, 2142 Einwohner
Für alle 83 Gemeinden siehe: Gemeinden des Kantons Jura
Distrikte
Gemeinden des Kantons Jura
Der Kanton Jura ist in 3 Distrikte aufgeteilt:
- District de Delémont (dt. Delsberg) - Hauptort: Delémont
- District de Porrentruy (dt. Pruntrut) - Hauptort: Porrentruy
- District des Franches-Montagnes (dt. Freiberge) - Hauptort: Saignelégier
siehe auch: Distrikte des Kantons Jura
Literatur
- Ganguillet, Gilbert: Le conflit jurassien. Un cas de mobilisation ethno-régionale en Suisse, Zürich 1986.
- Hauser, Claude: Aux origines intellectuelles de la Question jurassienne. Culture et politique entre la France et la Suisse romande (1910-1950), Diss. Fribourg 1997.
- Henecka, Hans Peter: Die jurassischen Separatisten. Eine Studie zur Soziologie des ethnischen Konflikts und der sozialen Bewegung, Meisenheim am Glan 1972.
- Jenkins, John R.G.: Jura Separatism in Switzerland, Oxford 1986.
- Ruch, Christian: Struktur und Strukturwandel des jurassischen Separatismus zwischen 1974 und 1994, Bern 2001.
- Schwander, Marcel: Jura. Konfliktstoff für Jahrzehnte, Zürich/Köln 1977.
- Steppacher, Burkard: Die Jurafrage in der Schweiz, München 1985.
Weblinks
- [http://www.jura.ch Offizielle Website]
- [http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/regionen/regionalportraets/jura/blank/kennzahlen.html Offizielle Statistik]
Jura
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als:Kanton Jura
La Chaux-de-Fonds
La Chaux-de-Fonds gehört neben Biel/Bienne und Le Locle zu den bekanntesten Uhrenstädten der Schweiz. Diese Stadt befindet sich auf 992 Meter über Meer, gehört geographisch zum schweizerischen Jura, und liegt im Kanton Neuchâtel, nahe der französischen Grenze.
Trotz der hohen Lage ist La Chaux-de-Fonds mit über 35'000 Einwohnerinnen und Einwohnern (2003) nach Genf und Lausanne die drittgrösste Stadt der Romandie und Hauptort des Distrikts gleichen Namens. Dennoch hat sie einen gewissen ruralen Charakter behalten können.
Geschichte
DistriktsLa Chaux-de-Fonds ist 1656 gegründet worden. 1794 wurde die Stadt bei einer Brandkatastrophe komplett zerstört. 1835 wurde La Chaux-de-Fonds nach einem genauen Plan total neu aufgebaut. Aus diesem Grund ist sie eine Reissbrettstadt geworden, das heisst, die Strassen verlaufen parallel und rechtwinklig.
1900 wurde die frühere Gemeinde Les Eplatures mit der Stadt fusioniert.
1994 erhielt die Stadt La Chaux-de-Fonds den Wakkerpreis.
Die Einwohner der Stadt werden Les Chaux-de-Fonniers genannt.
Kultur
Sie ist der Geburtsort des Schriftstellers Blaise Cendrars (1. September 1887 - 21. Januar 1961; geboren als Frédéric-Louis Sauser). Hier befindet sich das Kultura Centro Esperantista, das Esperanto-Kulturzentrum.
Persönlichkeiten
- Blaise Cendrars (1887-1961), Romancier
- Le Corbusier, französisch-Schweizer Architekt, Architekturtheoretiker, Stadtplaner, Maler und Bildhauer
- Numa Droz, Schweizer Politiker (Freisinnig-Demokratische Partei|FDP)
- Nicole Petignat, Schweizer Fussballschiedsrichterin
- Monique Saint-Hélier, Schweizer Schriftstellerin
- Lupus Shaun, Fotograf und Künstler
- Lenin hat während seines Schweizer Exils in La Chaux-de-Fonds gelebt.
Weblinks
- [http://www.chaux-de-fonds.ch/ Offizielle Website der Stadt La Chaux-de-Fonds]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D2837.html Artikel Chaux-de-Fonds, La] im Historischen Lexikon der Schweiz
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D3202.html Artikel Eplatures, Les] im Historischen Lexikon der Schweiz
Kategorie:Ort in der Schweiz
Kategorie:Ort im Kanton Neuenburg
Kategorie:Schweizer Gemeinde
Jura (Gebirge)
Der Jura ist ein Gebirgszug aus Kalkgestein, der sich über 750 km durch Mitteleuropa von der Isère in Ostfrankreich zuerst nach Norden und dann nach Nordosten bis zum oberen Main erstreckt. Die Länder Frankreich, Schweiz und Deutschland haben Anteil am Juragebirge.
Einteilung
Der Jura gliedert sich in folgende Teilgebiete:
- Französischer Jura
- Schweizer Jura
- Schwäbischer Jura
- Fränkischer Jura
Der französische und der Schweizer Jura bilden zusammen eine Einheit und laufen normalerweise unter dem Namen Jura oder Juragebirge im engeren Sinn. Sie sind durch den Rhein und die südöstlichen Ausläufer des Schwarzwaldes vom deutschen Teil des Juras getrennt. Dieser deutsche Jura ist im Gegensatz zum restlichen Jura nicht gefaltet, sondern aus flach lagernden Schichten aufgebaut und besteht aus Hochflächen, die nach Norden und Westen steil abfallen. Er wird aber ebenfalls Jura genannt, weil seine Gesteinsschichten im selben geologischen Zeitalter unter den gleichen Bedingungen abgelagert wurden wie diejenigen des Französisch-schweizerischen Juras. Weitere Informationen zum Schwäbischen Jura findet man unter Schwäbische Alb, zum Fränkischen Jura unter Fränkische Alb.
Der folgende Artikel befasst sich ausschließlich mit dem Jura im eigentlichen Sinne.
Name
Ursprünglich stammt das Wort Jura aus dem Keltischen. Die Kelten nannten das Gebirge Jor, die Gallier Juris, was soviel wie Wald oder Waldland bedeutet. Dies geschah in Anlehnung an die ausgedehnten Wälder an den Hängen des Juras.
Lage und Topographie
Fränkische Alb
Die Einteilung in den französischen und den Schweizer Jura basiert auf der Grenzziehung zwischen den beiden Ländern, sie beruht nicht auf unterschiedlichen Landschaftsformen. Grob kann man den Jura im Osten und Südosten durch das Schweizer Mittelland, im Norden durch den Hochrhein und die Oberrheinische Tiefebene, im Nordwesten durch die Burgundische Pforte, im Westen durch die Rhône-Saône-Senke, im Süden durch die Isère und die Chartreuse eingrenzen.
Der Jura ist ein geologisch junges Faltengebirge mit einer Längenausdehnung von etwa 300 km. Es beschreibt einen großen halbmondförmigen, nach Südosten offenen Bogen (Arc Jurassien). Die südlichste Jurafalte ist die Chaîne du Ratz, die bei Voreppe in Frankreich an der Isère beginnt und sich nach Nordnordosten parallel zum voralpinen Gebirge der Chartreuse zieht. Sie ist zwar deutlich niedriger als die Berge der Chartreuse, aber nur durch ein schmales Tal von diesen getrennt. Die zweite Jurafalte, die Montagne de l’Epine, beginnt beim Ort Les Echelles und zweigt bei Chambéry (Savoyen) von den Alpen in nördlicher Richtung ab. Je weiter man nun nach Norden kommt, desto mehr Ketten gesellen sich dazu und bilden ein ganzes Gebirgssystem. Westlich von Genf erreicht der Jura bereits eine Breite von 40 km. Hier vollzieht sich die allmähliche Richtungsänderung der Ketten nach Nordosten. Auf der Linie Besançon-Yverdon beträgt die größte Breite des Gebirges rund 70 km. Bei Biel ändern die Ketten ihre Richtung immer mehr nach Osten, das Gebirgssystem wird rasch schmaler und die Zahl der nebeneinander liegenden Ketten nimmt ab. Die östlichste Jurakette, die Lägernkette, verläuft schließlich in exakter West-Ost-Richtung und endet bei Dielsdorf im Kanton Zürich, indem die gebirgsbildenden Schichten unter die Molasse des Schweizer Mittellandes abtauchen.
Betrachtet man einen Querschnitt durch das Gebirge, so erreicht der Jura seine größten Höhen meist in der südöstlichsten, direkt an das Mittelland grenzenden Kette. Von da an stuft sich das Gebirge in Richtung Nordwesten allmählich ab. Vom Schweizer Mittelland aus gesehen, erscheint der Jura daher als hoher, kaum gegliederter Kamm. Höchster Punkt ist der Crêt de la Neige (1718 m ü. M.), dann folgen Le Reculet (1717 m ü. M.) und Colomby-de-Gex (1689 m ü. M.), alle in Frankreich im Gebiet nordwestlich von Genf gelegen. Im schweizerischen Teil des Juras sind die Erhebungen Mont Tendre (1679 m. ü. M.), La Dôle (1677 m ü. M.), Chasseron (1607 m ü. M.) und Chasseral (1607 m ü. M.) erwähnenswert. Zahlreiche weitere Kämme weisen Höhen zwischen 1000 und 1500 m auf. Nur der östlichste Teil des Juras ist niedriger als 1000 m.
In der Schweiz macht der Jura etwa 10% (4200 km²) der Landesfläche aus. Anteil am Gebirgssystem haben die Kantone Waadt, Neuenburg, Jura, Bern, Solothurn, Basel-Landschaft, Aargau und Zürich. Ferner hat der Kanton Schaffhausen mit dem Randen Anteil am System des Schwäbischen Juras.
Geologie
Sedimente
Das Juragebirge ist namengebend für das geologische Zeitalter Jura, das in der Epoche vor etwa 210 bis 140 Millionen Jahren stattfand. Bereits im vorangehenden Zeitalter der Trias und dann während der ganzen Jurazeit befand sich südlich des kristallinen Sockels der Vogesen und des Schwarzwaldes, beides wesentlich ältere Gebirge als der Jura und die Alpen, ein tropisches Flachmeer, bekannt unter den Namen Tethys oder Urmittelmeer. In den seichten, von Zeit zu Zeit trockenfallenden Buchten am Nordrand des Meeres verdunstete viel Wasser und schuf bedeutende Steinsalzlager (heute genutzt bei Schweizerhalle und Rheinfelden) und Gipslager (im Aargauer Jura).
In dem bis 200 m tiefen Flachmeer wurden im Lauf der Zeit mächtige Sedimentschichten abgelagert. Zwei Drittel davon waren Kalkstein, der Rest bestand aus zahlreichen darin eingeschalteten Mergel- und Tonschichten. Es gibt in der Jurazeit drei stratigrafische Einheiten (Serien), deren harte, verwitterungsbeständige Gesteinsschichten landschaftsbildend sind:
- Malm: oberste, jüngste Schicht, vor 160 bis 140 Millionen Jahren abgelagert, aufgrund der hellen Kalksteine auch weißer Jura genannt.
- Dogger: mittlere Schicht, vor 184 bis 160 Millionen Jahren abgelagert, auch brauner Jura genannt wegen des teilweise darin vorkommenden Brauneisens.
- Lias: unterste, älteste Schicht, vor 210 bis 184 Millionen Jahren abgelagert, wegen der darin enthaltenen dunklen Tonminerale auch schwarzer Jura genannt
Am Ende der Jurazeit kam es zu einer Regression des Meeres, das sich allmählich nach Südwesten zurückzog. Relativ geringmächtige marine Ablagerungen aus der nachfolgenden Kreidezeit gibt es deshalb nur im Jura westlich von Biel.
Jede dieser Gesteinsschichten enthält zahlreiche Fossilien, manche sind nur für eine bestimmte Schicht charakteristisch, so genannte Leitfossilien. Im Jura wurden auch viele Reste von Dinosaurierskeletten gefunden. An einigen Orten kamen sogar versteinerte Fußabdrücke von Dinosauriern zum Vorschein.
Entstehung des Gebirges
Die Jurafaltung hängt eng mit der letzten Phase der Alpenbildung zusammen. Da auch die jüngsten vorhandenen Sedimente des Miozäns verfaltet sind, muss die Faltung im späten Miozän und im Pliozän stattgefunden haben, das heißt in der Zeit vor etwa 10 bis 2 Millionen Jahren. Durch den kräftigen Schub, der mit der Alpenbildung einherging, wurden auch die nordwestlich der mit Molasseablagerungen aufgefüllten Geosynklinale des Mittellandes wieder an die Oberfläche vordringenden älteren Gesteinsschichten der Jurazeit aufgeworfen und verfaltet. Das kristalline Grundgebirge erfuhr keine Faltung. Die Abscherungsfläche, also die Gleitschicht zwischen den unverfalteten und den verfalteten Gesteinsschichten, bildeten die Steinsalz- und Anhydritschichten aus der Triaszeit. Der Gesamtbetrag des Zusammenschubs variiert zwischen 2 und 20 km.
Landschaftsformen
Geosynklinale
Aufgrund der Art und Stärke der Verfaltung unterscheidet man zwei verschiedene Landschaftsformen. Der Hauptteil des Gebirges wird vom Faltenjura eingenommen. Dieser untergliedert sich noch weiter in den Kettenjura und den Plateaujura (Jura der Freiberge). Der Kettenjura besteht aus lang gestreckten stark gefalteten Höhenzügen mit Erhebungen bis über 1600 m ü. M., vorwiegend im Südostteil des Gebirges. Daran schließen sich im Nordwesten (zum größten Teil auf französischem Boden) die wasserarmen Hochflächen des Plateaujuras an. Nur im Norden des Gebirgssystems findet man die zweite Landschaftsform, den ungefalteten Tafeljura.
Charakteristisch für den Jura und einzigartig in Europa ist die vor allem im südwestlichen Jura nahezu ungestörte Abfolge von Faltenscheiteln (Antiklinalen), welche die Hügelzüge bilden, und Faltenmulden (Synklinalen), welche meist als lang gezogene Täler ausgebildet sind. Die oberste Gesteinsschicht der Antiklinalen besteht vorwiegend aus hartem Kalkstein, während sich in den Tälern fluviatile Sedimente aus Erosionsmaterial ansammeln. Wird die harte Deckschicht einer Antiklinalen durch Erosion aufgebrochen, können auch Antiklinaltäler, sogenannte Combes entstehen, die oftmals beidseitig von steilen Felswänden der übrig gebliebenen Kalkdecken begleitet werden. Gleichermaßen kann die Deckschicht an der Seite einer Antiklinalen wegerodiert werden. Sobald die harte Kalkschicht durchbrochen ist, schreitet die Erosion im darunter liegenden weichen Ton und Mergel deutlich schneller voran. Dadurch bilden sich imposante Ausräumungskessel; bekannte Beispiele dafür sind der Creux du Van im Neuenburger Jura und der Cirque de Baume im französischen Jura. An Orten, wo zwei Ketten stark auseinanderweichen, befinden sich größere Becken, beispielsweise das Val-de-Ruz, das Delsberger Becken und das Laufener Becken.
Gewässernetz
Der Jura hat ein wesentlich weniger dichtes und weniger verzweigtes Gewässernetz als andere Mittelgebirge. Dies ist dadurch zu erklären, dass das Regenwasser nicht überall oberirdisch abfließt, sondern direkt im porösen Kalkuntergrund versickert. Es gibt im Jura viele Trockentäler, die in früheren, niederschlagsreichen Klimaperioden geformt wurden, heute jedoch nie oder nur nach sehr starken Niederschlagsereignissen Wasser führen.
Val-de-Ruz
Das Flusssystem des Juragebirges ist antezedent. Das bedeutet, dass die größeren Fließgewässer bereits vor der Auffaltung des Gebirges bestanden haben. Als nun die Faltung einsetzte, behielten die Flüsse ihre Laufrichtung bei und erodierten mit ihrer Wasserkraft die Gesteinsschichten genau so schnell, wie deren Auffaltung voranschritt. Deshalb bildeten sich im Jura zahlreiche enge, tiefe Schluchten (frz. Cluses, dt. Klusen), welche die gefalteten Gebirgskämme durchbrechen, eine weitere charakteristische Landschaftsform des Gebirges. An den Felswänden dieser Klusen sind meist sämtliche Gesteinsschichten einer Falte aufgeschlossen. Bekannte Klusen sind diejenigen der Birs südlich und nördlich von Moutier, die Gorges du Pichoux der Sorne, die Klus von Balsthal, die Klusen der Schüss nördlich von Biel (u.a. Taubenlochschlucht) sowie der Défilé de l’Ecluse der Rhône südwestlich von Genf.
Längstes Fließgewässer im Jura ist der Doubs, der sich canyonartig in den Plateaujura eingegraben hat. Weitere wichtige Flüsse sind der Ain, die Loue, die Orbe, die Schüss und die Birs. Natürliche Seen liegen fast ausschließlich in Hochtälern im südwestlichen Teil des Juras, darunter der Lac de Joux zusammen mit dem Lac Brenet, der Lac des Taillères, der Lac de Saint-Point und der Lac de Chalain. Mehrere Speicherseen befinden sich an den Flussläufen von Doubs und Ain.
Sowohl in Flüssen als auch in Seen versickert mancherorts Wasser im Kalkuntergrund und tritt erst kilometerweit entfernt an einem tieferen Ort in Quellen mit starker Schüttung wieder ans Tageslicht. Diese Quellen befinden sich meist am Fuß einer hohen, senkrechten Felswand (Vauclusetyp), beispielsweise Source de la Loue und Source du Lison südlich von Besançon, aber auch Source de l’Orbe und Source de l’Areuse.
Klima und Vegetation
Das Klima auf den Jurahöhen ist mitunter rau, feucht und kalt. Die Hauptniederschlagsmenge fällt in den Sommermonaten in Form von Gewittern, regional jedoch sehr unterschiedlich verteilt. Aber auch im Winter gibt es des Öfteren länger anhaltende Niederschlagsereignisse. Die vollkommen abgeschlossenen Hochtäler auf über 1000 m ü. M. in den Kantonen Neuenburg und Waadt sind bekannt für sehr kalte Temperaturen im Winter, weil sich hier in Strahlungsnächten die Kaltluft ansammeln kann. So wurde an der offiziellen Messstation La Brévine am 12. Januar 1987 mit -41.8°C die tiefste je gemessene Temperatur in der Schweiz registriert.
Der Jura besitzt große Waldflächen. Typische Baumarten und am weitesten verbreitet sind Nadelhölzer wie Fichten, Kiefern und Tannen; es gibt aber auch ausgedehnte Buchen- und Eichenwälder. Diese Waldlandschaft ist durchsetzt mit offenen Weiden, auf denen weit verstreut riesige einzelne Fichten stehen. Die Baumgrenze liegt klimatisch bedingt auf etwa 1400 bis 1500 m ü. M., im französischen Jura auf 1600 m ü. M. Darüber befinden sich ausgedehnte, relativ karge Bergweiden. Im äußersten Südwesten des Juras und im Bereich des Flusses Ain bemerkt man bereits den Einfluss des mediterranen Klimas auf die Vegetation.
In den Becken und Tälern wird Ackerbau und intensive Weidewirtschaft betrieben. Die stark geneigten Hänge des Jurasüdfußes eignen sich zusammen mit der ausgleichenden Wirkung der Jurarandseen auf das Lokalklima hervorragend für Weinbau.
Bevölkerung
Dicht besiedelt ist der Jura vor allem an seinen Rändern. Am Jurasüdfuß liegen zahlreiche Städte: Genf, Yverdon-les-Bains, Neuenburg, Biel, Solothurn, Olten und Aarau. Am Juranordfuss befinden sich Basel, Montbéliard sowie Besançon und am Westrand des Gebirges Lons-le-Saunier und Bourg-en-Bresse.
Innerhalb des Juras weisen nur die tieferen Täler eine verhältnismäßig hohe Bevölkerungsdichte auf, die Hochtäler und Hochebenen im französischen Jura sind nicht zuletzt wegen des rauen Klimas und der Abgeschiedenheit äußerst gering besiedelt. Eine Ausnahme bilden dabei La Chaux-de-Fonds, die größte Stadt im Jura, und Le Locle in einem Hochtal des Neuenburger Juras. Weitere Städte im Jura mit mehr als 10000 Einwohnern sind Liestal, Delémont, Pontarlier, Champagnole, Saint-Claude und Oyonnax.
Der größte Teil der Bewohner des Juras ist französischsprachig. Nur im östlichen Teil wird deutsch gesprochen; die Sprachgrenze liegt etwa auf einer Linie Biel-Moutier-Delémont-Glaserberg, wobei die Gemeinden im Becken von Moutier und Delémont noch durchgehend französischsprachig sind. Diese Sprachgrenze hat sich trotz der Mobilität der Bevölkerung während der letzten paar hundert Jahre nicht verschoben.
Wirtschaft
Oyonnax
Ursprünglich dominierte im Jura die Landwirtschaft. Daneben gab es Handwerk, Handel, Gastgewerbe und zu einem geringeren Anteil auch Fischerei. Erstmals in die bestehenden Wirtschaftsstrukturen eingegriffen wurde im 18. Jahrhundert durch das Aufkommen der Spitzenklöppelei. Dadurch erhielten viele Bauern und deren Angehörige einen willkommenen Verdienst durch Heimarbeit.
Eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung in einzelnen Gegenden des Juras (Val de Travers) hatte auch die Absinth-Produktion.
Später im 18. Jahrhundert setzte in den Tälern die Industrialisierung ein, vorerst mit der Textil-, danach mit der Uhrenindustrie. Im 19. Jahrhundert erlebte die Uhrenindustrie einen starken Aufschwung. Sie war hauptsächlich im Neuenburger und im Berner Jura angesiedelt. Die Zentren der Uhrmacherei (La Chaux-de-Fonds, Le Locle, Saint-Imier, Sainte-Croix) hatten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Blütezeit. Beim massiven Einbruch der Uhrenindustrie in den Jahren von 1975 bis 1985 ging in diesem Sektor die Zahl der Beschäftigten um etwa die Hälfte zurück. Die Folge davon war ein starker Bevölkerungsverlust, einige Orte hatten einen Rückgang der Einwohnerzahl um 30% zu verzeichnen.
Anstelle der Uhrenindustrie haben sich in neuerer Zeit die Metall- und Maschinenindustrie etabliert. Große Bedeutung haben auch Betriebe, die auf dem Gebiet der Mechanik, Mikrotechnik und Elektronik spezialisiert sind. Beschäftigte im ersten Sektor betreiben vor allem Milchwirtschaft und Viehzucht oder sind in der Forstwirtschaft tätig. Die Abwanderung aus den ländlichen, abgelegenen Gebieten stellt aber heute noch ein Problem in weiten Teilen des Juras dar.
Verkehr
Größere Verkehrsachsen verlaufen im Jura hauptsächlich durch die Längstäler und die Klusen. Das Gebirge wird von vier Autobahnen durchquert, wobei jeweils viele Kunstbauten (Tunnels und Brücken) erstellt werden mussten. In der Schweiz verbindet die Autobahn A3 (Schweiz) Basel mit Zürich durch den Bözbergtunnel, die A2 (Schweiz) verläuft von Basel durch den Belchentunnel in Richtung Bern/Luzern. In Frankreich stellt die A40 die Verbindung zwischen Lyon und Genf, die A41 diejenige zwischen Lyon und Chambéry her. Durch den Berner Jura und den Kanton Jura wird zwischen Biel und Boncourt die Transjurane (A16) gebaut, die aber nur teilweise Autobahnstandard erhält. Zwischen diesen Hauptachsen verlaufen weitere Straßen von überregionaler Bedeutung, welche den Jura mit einem Passübergang überqueren (Col de la Faucille, Col de la Givrine, Col de Jougne, Vue des Alpes [auch mit Straßentunnel], Unterer Hauenstein).
Das Eisenbahnnetz ist im Schweizer Jura infolge der Industrialisierung in den Tälern relativ dicht. Bedeutende juraquerende Bahnlinien gehen von Basel aus in Richtung Zürich (Bözberglinie), Olten (Hauensteinlinie) und Biel (Jurabahn), von Neuenburg via Pontarlier und Frasne nach Dijon, von Lausanne via Vallorbe nach Frasne sowie von Genf nach Lyon.
An den bereits im Mittelalter wichtigen Straßen durch den Jura wurden an strategisch interessanten Orten (meistens im Bereich der Klusen) mächtige Burgen zur Kontrolle des Passüberganges oder des Klusdurchgangs errichtet. Besonders viele Burgruinen findet man im Birstal sowie am Oberen und Unteren Hauenstein (Pass). Im 17. und 18. Jahrhundert erlangte das Château de Joux südlich von Pontarlier große strategische Bedeutung.
Tourismus
Der Jura eignet sich als Feriengebiet für Freunde des Wanderns und Skiwanderns wie auch für Kletterer. Von der höchsten Jurakette bietet sich an Tagen mit schönem und klarem Wetter ein traumhaftes Panorama über das je nach Lage 30 bis 70 km breite Mittelland auf die gesamte Alpenkette. Für den Landschaftsfreund gibt es zahlreiche bekannte und weniger bekannte Natursehenswürdigkeiten wie Höhlen, Quellen, Kessel und Schluchten (Grottes de l’Orbe, Grottes de Réclère, Source de la Loue, Source Bleue, Creux du Van, Cirque de Baume etc.). Besonders malerisch ist der im Kanton Jura gelegene Teil des Juras, welcher Freiberge (frz.: Franches Montagnes) genannt wird. Dieser Teil des Juras wird durch weite Weiden und große, freistehende Fichten geprägt.
Aufgrund der eher verkehrsarmen, weitläufigen und oft schön geschwungenen Straßen ist der Jura auch unter Motorradfahrern ein beliebtes Ausflugsgebiet.
Literatur
- Bachmann, Philipp: Jurawandern : vom Wasserschloss bei Brugg zur Rhoneklus bei Genf. Zürich : Rotpunktverlag, 2001, ISBN 3-85869-219-0
- Ikenberg, Hans: Französischer Jura : das Land am Doubs. Badenweiler : Oase Verlag, 1999, ISBN 3-88922-069-X
- Karsch, Karl: Der Schweizer Jura und seine Fossilien. Stuttgart : Kosmos, 1981, ISBN 3-440-05003-3
- Mittler, Max: Jura : das Gebirge und seine Bewohner. Zürich [etc.] : Orell Füssli, 1987, ISBN 3-280-01626-6
- Wagner, Margit: Jura : zwischen Rhein und Rhone. München : Prestel, 1987, ISBN 3-7913-0832-7
Siehe auch:
Kanton Jura, Berner Jura.
Kategorie:Gebirge in Europa
Kategorie:Geographie (Schweiz)
Kategorie:Geographie (Frankreich)
ko:쥐라 산맥
Kalkstein
Kalkstein ist ein biogenes Sedimentgestein, das hauptsächlich aus Kalziumcarbonat in den beiden Mineralformen Kalzit und Aragonit (beide CaCO3) sowie aus Dolomit (CaMg(CO3)2) besteht.
Kalkstein-Formen
- Kalkstein allgemein ist biogen, aber stärker verfestigt als Kreide. Er ist entweder direkt oder indirekt durch Lebewesen gebildet. Direkt wurde und wird er durch Schnecken, Muscheln, gesteinsbildende Korallen und Schwämme gebildet, die Kalziumkarbonat zum Aufbau von Außen- oder Innenskeletten abscheiden. Indirekt wird er dadurch gebildet, dass Lebewesen, vor allem phototrophe, CO2 assimilieren und so das Milieu alkalisieren, was zur Ausfällung von Kalziumkarbonat führt. Die Größe der Karbonatkristalle liegt zwischen derjenigen von Kreide und Marmor. Große Kalkstein-Vorkommen befinden sich im französischen Orgon sowie in Burgberg (Deutschland). Kalkgesteine finden sich auch auf der Schwäbischen und Fränkischen Alb, sowie in den Kalkalpen.
- Kreide ist ein feines, mikrokristallines Sedimentgestein, das durch Ablagerung von gefälltem Kalzit (siehe Kalkstein) sowie der Schalen von fossilen Kleinlebewesen wie Coccolithen der Coccolithophoriden und Schalen der Kammerlinge (Foraminifera) entstanden ist. Kreide tritt an zahlreichen Standorten entlang des europäischen Kreidegürtels zutage, von Großbritannien über Frankreich bis hin zur Insel Rügen in Norddeutschland, und wird stellenweise auch abgebaut. Seekreide am Grund von Seen oder in verlandeten Seebecken besteht fast vollständig aus gefälltem Kalzit. Siehe auch Kreide (Chemie).
- Marmor ist ein grobkristallines, metamorphes Gestein, das entsteht, wenn Karbonatgestein unter dem Einfluss hoher Temperaturen und Drücke umkristallisiert werden. Große Marmor-Vorkommen finden sich in Nordamerika und in Europa beispielsweise in Österreich, Norwegen oder im italienischen Carrara, der Heimat des reinweißen "Statuario", aus dem Michelangelo seine Skulpturen schuf.
- Dolomit
- Korallenkalk
- Tropfstein
- Sinter
- Mondmilch
- Plattenkalk
- Muschelkalk
- Repopierstein
Besondere Vorkommen
- Wachsender Felsen
- Kalk-Sinterterrassen von Pamukkale und Mammoth Hot Springs,
Siehe auch
- Liste der Gesteine
- Liste der Gesteine nach Genese
- Karst
- Kalkablagerung
Kategorie:Gestein
ja:石灰岩
ko:석회암
Les Pommerats
Les Pommerats ist eine politische Gemeinde im Distrikt Franches-Montagnes des Kantons Jura in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Bresselerwalden wird heute nicht mehr verwendet.
Geographie
Les Pommerats liegt auf 899 m ü. M., 2 km nordnordwestlich des Bezirkshauptorts Saignelégier (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf einer Geländeterrasse der nördlichen Franches-Montagnes (deutsch Freiberge), am Rand des tief eingeschnittenen Tals des Doubs.
Die Fläche des 11.5 km² grossen Gemeindegebiets umfasst im südlichen und östlichen Teil einen Abschnitt der leicht gewellten Hochfläche des Plateaujuras, auf der sich moorige, meist oberirdisch abflusslose Senken mit Kuppen aus Kalkstein abwechseln. Im Südosten wird auf der Höhe von Le Haut Bémont mit 1072 m ü. M. der höchste Punkt von Les Pommerats erreicht. Die westliche und nordwestliche Grenze verläuft im Bereich des Steilabfalls zu dem canyonartig in den Plateaujura eingeschnittenen Doubstal. Nach Norden erstreckt sich das Gemeindegebiet über die Côte de Sciet und die Felsnase des Château Cugny auf der rechten Talflanke bis an den Doubs hinunter, dessen Flusslauf die Grenze zu Frankreich bildet. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 2 % auf Siedlungen, 59 % auf Wald und Gehölze, 38 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.
Zu Les Pommerats gehören mehrere Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Les Pommerats sind Goumois, Muriaux, Saignelégier, Le Bémont, Les Enfers und Soubey im Kanton Jura sowie Indevillers im angrenzenden Frankreich.
Bevölkerung
Mit 244 Einwohnern (Ende 2004) gehört Les Pommerats zu den kleinen Gemeinden des Kantons Jura. Von den Bewohnern sind 92.2 % französischsprachig, 7.4 % deutschsprachig und 0.4 % spanischsprachig (Stand 2000). Seit 1870 (damals mehr als 450 Einwohner) hat die Bevölkerungszahl von Les Pommerats stark abgenommen.
Wirtschaft
Les Pommerats ist ein noch stark landwirtschaftlich geprägtes Dorf mit Milchwirtschaft und Viehzucht. Ausserhalb des primären Sektors gibt es im Dorf auch Arbeitsplätze im Bereich der Uhrenherstellung sowie im lokalen Kleingewerbe. Viele Erwerbstätige sind jedoch Wegpendler und arbeiten hauptsächlich im Nachbarort Saignelégier.
Verkehr
Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen, kann aber von Saignelégier gut erreicht werden. Der Postautokurs, der von Tramelan via Saignelégier nach Goumois verkehrt, macht einen Abstecher ins Dorfzentrum von Les Pommerats.
Geschichte
Die erste Erwähnung von Les Pommerats geht auf das Jahr 1337 zurück. Das Dorf gehörte zur Herrschaft Freiberge, die dem Fürstbistum Basel unterstand. Von 1793 bis 1815 gehörte Les Pommerats zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont Terrible, ab 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern und am 1. Januar 1979 an den neugegründeten Kanton Jura.
Sehenswürdigkeiten
Die Pfarrkirche Saint-Pierre-et-Paul wurde in den Jahren 1784-86 errichtet. Les Pommerats war bis 1626 von der Pfarrei Montfaucon, danach bis zum Kirchenbau von Saignelégier abhängig.
Kategorie:Ort in der Schweiz
Kategorie:Ort im Kanton Jura
Kategorie:Schweizer Gemeinde
La Chaux-des-Breuleux
La Chaux-des-Breuleux ist eine politische Gemeinde im Distrikt Franches-Montagnes des Kantons Jura in der Schweiz.
Geographie
La Chaux-des-Breuleux liegt auf 1016 m ü. M., 5 km südöstlich des Bezirkshauptorts Saignelégier (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf einer Höhe der Jurahochfläche der Franches-Montagnes (deutsch Freiberge), westlich des Torfmoors La Tourbière.
Die Fläche des 4.1 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der leicht gewellten Hochfläche des Plateaujuras, auf der sich moorige, meist oberirdisch abflusslose Senken mit Kuppen aus Kalkstein abwechseln. Im Norden erstreckt sich das Gebiet bis zur Höhe westlich von Chaumont, die mit 1088 m ü. M. den höchsten Punkt der Gemeinde bildet. Nach Osten reicht die Gemeindefläche in das Moor La Tourbière und im Süden in die Senke von Les Breuleux. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 2 % auf Siedlungen, 23 % auf Wald und Gehölze, 72 % auf Landwirtschaft und rund 3 % war unproduktives Land.
Zu La Chaux-des-Breuleux gehören mehrere Einzelhöfe. Nachbargemeinden von La Chaux-des-Breuleux sind Les Breuleux, Muriaux und Saignelégier im Kanton Jura sowie Tramelan, Mont-Tramelan und Courtelary im Kanton Bern.
Bevölkerung
Mit 89 Einwohnern (Ende 2004) gehört La Chaux-des-Breuleux zu den kleinsten Gemeinden des Kantons Jura. Von den Bewohnern sind 85.7 % französischsprachig, 12.2 % deutschsprachig und 1.0 % sprechen Niederländisch (Stand 2000). Seit 1920 (damals 211 Einwohner) hat sich die Bevölkerungszahl von La Chaux-des-Breuleux halbiert.
Wirtschaft
La Chaux-des-Breuleux ist ein vorwiegend landwirtschaftlich geprägtes Dorf mit Milchwirtschaft und Viehzucht. Ausserhalb des primären Sektors sind kaum Arbeitsplätze vorhanden. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler und arbeiten in Les Breuleux oder in Tramelan. Im 19. Jahrhundert wurden in La Chaux-des-Breuleux Uhren hergestellt. Bis 1966 wurde in La Tourbière Torf gestochen, seit 1975 steht das Moor unter Naturschutz.
Verkehr
Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen und ist durch eine Strasse von Les Breuleux zu erreichen. Am 16. Dezember 1913 wurde die Eisenbahnlinie der Chemins de fer du Jura von Le Noirmont nach Tramelan mit einem Bahnhof in La Chaux-des-Breuleux eröffnet.
Geschichte
Der Ort wurde 1379 erstmals als La Chaux erwähnt. Er gehörte zum Stift Saint-Imier, das La Chaux-des-Breuleux 1528 der Gemeinde Les Breuleux als Lehen übergab. Das Dorf war Teil der Herrschaft Freiberge, die dem Fürstbistum Basel unterstand. Von 1793 bis 1815 gehörte La Chaux-des-Breuleux zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont Terrible, ab 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern und am 1. Januar 1979 an den neugegründeten Kanton Jura. Am 12. Juni 1926 wurden mehrere Häuser durch einen Tornado zerstört, der auch das Nachbardorf Les Breuleux verwüstete.
Sehenswürdigkeiten
Das Ortsbild von La Chaux-des-Breuleux zeichnet sich durch typische Bauernhäuser des Hochjuras mit weissgetünchten Fassaden und grossen Dächern aus. Kirchlich ist der Ort von Les Breuleux abhängig.
Weblinks
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D2958.html Artikel Chaux-des-Breuleux, La] im Historischen Lexikon der Schweiz
Kategorie:Ort in der Schweiz
Kategorie:Ort im Kanton Jura
Kategorie:Schweizer Gemeinde
Tramelan
Tramelan ist eine politische Gemeinde im Distrikt Courtelary des Kantons Bern in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Tramlingen wird heute nicht mehr verwendet.
Geographie
Tramelan liegt auf 900 m ü. M., 15 km nordwestlich von Biel (Luftlinie). Die Industriegemeinde erstreckt sich in einer breiten Talmulde des Baches Trame im Jura nördlich der Montagne du Droit und am Südostrand der Franches-Montagnes (deutsch Freiberge).
Die Fläche des 24.9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst den oberen Talbereich der Trame, der zwischen der Antiklinalen des Montbautier (1182 m ü. M.) im Norden und derjenigen der Montagne du Droit (bis 1110 m ü. M.) im Süden liegt. Der Höhenrücken des Montbautier bildet den höchsten Punkt von Tramelan. Den gesamten Westteil des Gemeindegebietes nimmt die leicht gewellte Hochfläche der Franches-Montagnes ein (970 bis 1050 m ü. M.). Hier wechseln sich moorige, meist oberirdisch abflusslose Senken mit Kuppen aus Kalkstein ab, ganz am Westrand liegt das Torfmoor La Tourbière. Auf dem Plateaujura sowie auf dem Kamm des Montbautier befinden sich ausgedehnte Jurahochweiden mit den typischen mächtigen Fichten, die entweder einzeln oder in Gruppen stehen. Das Gebiet wird durch die Trame nach Osten zur Birs entwässert. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 8 % auf Siedlungen, 32 % auf Wald und Gehölze, 59 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 1 % war unproduktives Land.
Zu Tramelan gehören die Weiler Les Reussilles (1011 m ü. M.), Les Gerines (1038 m ü. M.) und Le Cernil (1005 m ü. M.), alle auf der Hochfläche der Franches-Montagnes gelegen, sowie zahlreiche Einzelhöfe, die weit verstreut im Talboden der Trame und auf den Jurahöhen liegen. Nachbargemeinden von Tramelan sind Mont-Tramelan, Corgémont, Tavannes und Saicourt im Kanton Bern sowie Les Genevez, Montfaucon, Le Bémont, Saignelégier und La Chaux-des-Breuleux im Kanton Jura.
Bevölkerung
Mit 4274 Einwohnern (Ende 2004) ist Tramelan die drittgrösste Gemeinde des Berner Juras. Von den Bewohnern sind 86.3 % französischsprachig, 8.2 % deutschsprachig und 2.4 % italienischsprachig (Stand 2000). Seit 1900 (damals 5559 Einwohner) hat die Bevölkerungszahl von Tramelan deutlich abgenommen.
Wirtschaft
Tramelan war bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts mehrheitlich von der Landwirtschaft geprägt, im Moor von La Tourbière wurde zeitweise Torf gestochen. Danach setzte mit der Einführung der Uhrenindustrie ein rascher wirtschaftlicher Aufschwung ein und die Bevölkerung wuchs stark an. Unter der Uhren- und Maschinenbauindustrie erlebte Tramelan in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Blütezeit. Durch die Krise in der Uhrenherstellung ab 1970 hat der Ort schwer gelitten. Hunderte von Arbeitsplätzen gingen verloren und die Bevölkerungsabnahme verstärkte sich. Heute sind nur noch wenige Arbeitsplätze im Bereich der Uhrmacherei vorhanden. Die grösste Bedeutung hat eine Werkzeugmaschinenfabrik, zahlreiche weitere Arbeitsplätze bieten Betriebe in der Elektronik, Feinmechanik und im Metallbau. Auch die Landwirtschaft spielt noch eine bedeutende Rolle, wobei Viehzucht und Milchwirtschaft überwiegen. Alljährlich findet im August ein nationales Reitturnier statt. Tramelan besitzt ein Internationales Fortbildungszentrum, das 1991 eröffnet wurde.
Verkehr
Die Gemeinde ist verkehrstechnisch recht gut erschlossen. Sie liegt an der Kantonsstrasse von Tavannes nach Saignelégier. Am 16. August 1884 wurde die Eisenbahnlinie der Chemins de fer du Jura von Tavannes nach Tramelan eingeweiht, am 16. Dezember 1913 erfolgte die Eröffnung der westlichen Fortsetzung bis nach Le Noirmont. Neben dem Hauptbahnhof gibt es fünf weitere Haltestellen auf dem Gemeindegebiet, unter anderem in Les Reussilles. Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgen Postautokurse von Tramelan nach Saint-Imier, nach Saignelégier und nach Glovelier.
Tourismus
Die Umgebung von Tramelan eignet sich hervorragend als Erholungs- und Wandergebiet. Im Winter kann am Nordhang der Montagne du Droit Ski gefahren werden, und auf den Jurahochflächen ist Langlauf möglich.
Kunst
Tramlabulle Comics Festival in Tramelan [http://www.tramlabulle.ch Internet]
Geschichte
Tramelan wurde im Jahr 1178 erstmals unter dem Namen Trameleins erwähnt. 1297 erfolgte die Bezeichnung Tramelans und seit 1317 existiert der heutige Ortsname. Als deutsche Namen sind neben Tramlingen auch Tremlingen und Tremmlingen überliefert.
Der Ortsname geht vermutlich auf den burgundischen Personennamen Thrasamal zurück, der unermüdlicher Krieger bedeutet. Tramelan gehörte ursprünglich zum Kapitel Saint-Imier, ging aber während der Reformation an das Fürstbistum Basel über. Während des Dreissigjährigen Krieges wurde der Ort in Mitleidenschaft gezogen. Von 1797 bis 1815 gehörte Tramelan zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont Terrible, das 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden wurde. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern zum Bezirk Courtelary. 1839 wurde ein Teil von Tramelan durch einen Dorfbrand verwüstet.
Sehenswürdigkeiten
Nach dem Brand wurde die reformierte Dorfkirche 1843 neu erbaut, eine umfassende Renovation mit Vergrösserung wurde 1957-58 vorgenommen. Die katholische Kirche Saint-Michel stammt von 1909, eine Basilika, bei der Stilelemente der Neugotik und des Heimatstils verwendet wurden. Ebenfalls im Heimatstil wurde das Gebäude der Sekundarschule errichtet (1912).
Durch die zahlreichen kubischen Bauten der Mietshäuser, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden, erhielt Tramelan ein städtisches Gepräge. Im ältesten Ortsteil, in Tramelan-Dessous, stehen noch einige Bauernhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Aus der gleichen Zeit stammen die zahlreichen auf der Hochfläche des Plateaujuras gelegenen typischen Bauernhöfe der Freiberge mit weissgetünchten Fassaden und grosser Dachfläche, insbesondere im Weiler Le Cernil.
Persönlichkeiten
- Charles Albert Gobat (1843-1914), Friedensnobelpreisträger
Weblinks
- [http://www.tramelan.ch Offizielle Website der Gemeinde Tramelan (französisch)]
Kategorie:Ort in der Schweiz
Kategorie:Ort im Kanton Bern
Kategorie:Schweizer Gemeinde
1870
Ereignisse
- 18. Juli: Das I. Vatikanische Konzil verkündet das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes
- 19. Juli: Mit der Kriegserklärung Frankreichs an Preußen beginnt der Deutsch-Französische Krieg
- 4. August: 1. Schlacht im Deutsch-Französischen Krieg bei Wissembourg/Weissenburg, Nord-Elsass
- 6. August: Erstürmung der Spichener Höhen (Saarland) durch deutsche Truppen
- 18. August: Sturm auf St. Privat (Metz, Frankreich) der französischen Hauptarmee
- 1. September: Schlacht bei Sedan
- 2. September: Nach der Niederlage bei Sedan im Deutsch-Französischen Krieg kapituliert Frankreich; Treffen Otto von Bismarcks mit Napoleon III. in Donchery
- 3. September: Napoleon III. wird im Schloss Wilhelmshöhe in Kassel interniert
- 19. September: Beginn der Belagerung von Paris
- 20. September: Italienische Truppen besetzen Rom, die Hauptstadt des Kirchenstaates. Papst Pius IX. betrachtet sich im Vatikan als "Gefangener".
- 2. Oktober: Die Bewohner des Kirchenstaates haben der Vereinigung mit dem Königreich Italien zugestimmt; Unabhängigkeit Italiens; Rom wird an Stelle von Florenz Hauptstadt.
Politik
- 13. Juli: Die sog. "Emser Depesche" veranlasst Frankreich Preußen (und somit dem Schutz- und Trutzbündnis) den Krieg (Deutsch-Französischer Krieg) zu erklären.
- 15. Juli: Manitoba wird kanadische Provinz
Wirtschaft
- 26. Februar: Gründung der Commerzbank AG in Hamburg
- 9. April: In Berlin eröffnet die Deutsche Bank AG ihren Betrieb
- 25. Juni: Der erste Verkaufstag der „Korrespondenzkarten“ bringt in Berlin einen Absatz von 45.000 Stück dieser neuen Postkarten
Wissenschaft und Technik
- Troja wird wiederentdeckt und ausgegraben
- Washburn-Langford-Doane-Expedition durch das Gebiet des heutigen Yellowstone-Nationalparks, USA
- Erste Fahrversuche mit einem primitiven benzinbetriebenen Fahrzeug durch Siegfried Marcus
- 2. Januar: Ernst Barlach, deutscher Schriftsteller, Bildhauer und Zeichner († 1938)
- 6. Januar: Eduard Stemplinger, deutscher Schriftsteller († 1964)
- 6. Januar: Gustav Bauer, deutscher Politiker, Ministerpräsident und Reichskanzler († 1944)
- 8. Januar: Miguel Primo de Rivera, spanischer General und Diktator († 1930)
- 16. Januar: Wilhelm Normann, deutscher Chemiker († 1939)
- 22. Januar: Charles Tournemire, Komponist († 1939)
- 25. Januar: Helge von Koch, schwedischer Mathematiker († 1924)
- 2. Februar: Annette Kolb, deutsche Schriftstellerin († 1967)
- 7. Februar: Alfred Adler, österreichischer Psychologe und Nervenarzt († 1937)
- 12. Februar: Hugo Stinnes, deutscher Großindustrieller und Politiker († 1924)
- 13. Februar: Leopold Godowski, polnischer Pianist und Komponist († 1938)
- 24. Februar: Jules-Géraud Saliège, Erzbischof von Toulouse und Kardinal († 1956)
- 3. März: Géza Maróczy, ungarischer Schachspieler († 1951)
- 5. März: Frank Norris, US-amerikanischer Schriftsteller († 1902)
- 6. März: Oscar Straus, österreichischer Operettenkomponist († 1954)
- 12. März: Grigol Zereteli, georgischer Altphilologe und Stalin-Opfer († 1938)
- 13. März: Albert Meyer, Schweizer Politiker († 1953)
- 20. März: Ernst Lejeune, deutscher Kaufmann und Numismatiker († 1944)
- 20. März: Paul von Lettow-Vorbeck, preußischer Generalmajor und Schriftsteller († 1964)
- 31. März: George Holt Thomas, britischer Verleger und Luftfahrtpionier († 1929)
- 6. April: Oskar Vogt, deutscher Hirnforscher († 1959)
- 7. April: Gustav Landauer, Theoretiker und Aktivist des deutschen Anarchismus († 1919)
- 15. April: Mina Benson Hubbard, kanadische Forschungsreisende († 1956)
- 17. April: Max Berg, deutscher Architekt († 1947)
- 17. April: Rudolf Pöch, österreichischer Ethnograph, Anthropologe und Forscher († 1921)
- 22. April: Lenin, russischer Politiker, Kopf der Oktoberrevolution († 1924)
- 24. April: Otto Reutter, deutscher Komiker († 1931)
- 30. April: Franz Lehár, österreichischer Komponist ungarischer Herkunft († 1948)
- 5. Mai: Erdmann Graeser, deutscher Schriftsteller († 1937)
- 9. Mai: Hans Baluschek, deutscher Maler, Graphiker und Schriftsteller († 1935)
- 10. Mai: Franz Xaver Müller, österreichischer Komponist, Priester und Domkapellmeister († 1948)
- 24. Mai: Jan Christiaan Smuts, südafrikanischer Staatsmann und Soldat († 1950)
- 13. Juni: Jules Bordet, belgischer Biologe und Immunologe († 1961)
- 14. Juni: Sophie von Preußen, Ehefrau von Konstantin I. von Griechenland († 1932)
- 21. Juni: Clara Immerwahr, zweite Frau mit Doktorwürde in Deutschland († 1915)
- 1. Juli: Léonard Misonne, Fotograf († 1905)
- 8. Juli: Gertrud Grunow, deutsche Opernsängerin und Pianistin († 1944)
- 21. Juli: Emil Orlik, böhmischer Maler, Grafiker und Kunsthandwerker († 1932)
- 2. August: Marianne Weber, deutsche Frauenrechtlerin, Soziologin und Rechtshistorikerin († 1954)
- 7. August: Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, Leiter des Krupp-Konzerns († 1950)
- 12. August: Karl Denke, deutscher Serienmörder († 1924)
- 30. August: Lawr Georgijewitsch Kornilow, russischer General († 1918)
- 31. August: Maria Montessori, italienische Ärztin, Philosophin und Philanthropin († 1952)
- 19. September: Willem Jan Aalders, niederländischer Theologe († 19. März 1945)
- 22. September: Iwan Alexejewitsch Bunin, russischer Schriftsteller, Nobelpreisträger († 1953)
- 23. September: Georg Langerhans, Bürgermeister von Köpenick († 1918)
- 26. September: Christian X. (Dänemark), König von Dänemark († 1947)
- 28. September: Florent Schmitt, französischer Komponist († 1958)
- 30. September: Jean-Baptiste Perrin, französischer Physiker († 1942)
- 2. Oktober: Johannes Baptista Sproll, Bischof und Gegner des Nationalsozialismus († 1949)
- 10. Oktober: Josephine Siebe, Redakteurin, Kinderbuchautorin († 1941)
- 2. November: Gustav Ricker, Wissenschaftler und Arzt († 1948)
- 6. November: Herbert Louis Samuel, britischer Politiker und Diplomat († 1963)
- 21. November: Alexander Berkman, litauischer Anarchist und Schriftsteller († 1936)
- 21. November: Sigfrid Edström, schwedischer Unternehmer und Sportfunktionär († 1964)
- 22. November: Howard Brockway US-amerikanischer Komponist († 1951)
- 25. November: Maurice Denis, französischer Maler des Symbolismus († 1943)
- 27. November: Juho Kusti Paasikivi, finnischer Politiker und Staatspräsident († 1956)
- 30. November: Gertrud Eysoldt, deutsche Schauspielerin und Regisseurin († 1955)
- 5. Dezember: Vítězslav Novák, tschechischer Komponist († 1949)
- 10. Dezember: Adolf Loos, österreichischer Architekt und Architekturtheoretiker († 1933)
- 14. Dezember: Karl Renner, österreichischer Bundeskanzler und Bundespräsident († 1950)
- 15. Dezember: Alexander Lion, Arzt, Pfadfinder († 1962)
- 15. Dezember: Josef Hoffmann, österreichischer Architekt und Designer († 1956)
- 18. Dezember: Hector Hugh Munro, britischer Schriftsteller († 1916)
- 28. Dezember: Charles Bennett, britischer Leichtathlet und Olympiasieger († 1949)
- 30. Dezember: Josef Müller, Schweizer Spitalpfarrer und Sammler von Volkssagen († 1929)
- 9. Januar: George De Lacy Evans, britischer General ( - 1787)
- 10. Januar: Heinrich Gottlieb Kühn, Arkanist und Direktor der Königlichen Porzellanmanufaktur ( - 1788)
- 25. Januar: Victor de Broglie, französischer Staatsmann und Diplomat ( - 1785)
- 25. Januar: Victor de Broglie, Französischer Staatsmann und Diplomat ( - 1785)
- 1. Februar: Auguste Regnaud de Saint-Jean d'Angely, französischer General, Marschall von Frankreich ( - 1794)
- 25. Februar: Henrik Hertz, dänischer Schriftsteller ( - 1798)
- 1. März: Francisco Solano López, Präsident Paraguays ( - 1827)
- 9. März: Theodore Labarre, französischer Harfenvirtuose und Komponist ( - 1805)
- 15. März: Matthäus Friedrich Chemnitz, schrieb den Text für das Schleswig-Holstein-Lied ( - 1815)
- 29. März: Paul Émile Botta, französischer Archäologe und Konsul ( - 1802)
- 2. April: Patrick Gass, US-amerikanischer Soldat und Entdecker ( - 1771)
- 5. April: Heinrich Gustav Magnus, deutscher Physiker und Chemiker ( - 1802)
- 7. April: Claude Félix Abel Niepce de Saint-Victor, französischer Chemiker, Erfinder und Fotograf ( - 1805)
- 8. April: Charles Auguste de Bériot, belgischer Violinist, Violinpädagoge und Komponist ( - 1802)
- 11. April: Justo José de Urquiza, Präsident Argentiniens 1856–1864 ( - 1801)
- 16. April: Maria-Carolina von Bourbon-Sizilien, älteste Tochter König Franz I. von Neapel ( - 1798)
- 1. Mai: Gabriel Lamé, französischer Mathematiker und Physiker ( - 1795)
- 15. Mai: Harro Paul Harring, Revolutionär, Dichter und Maler ( - 1798)
- 30. Mai: Charles Duncan Cameron, englischer Offizier und Konsul in Abessinien
- 9. Juni: Charles Dickens, englischer Schriftsteller ( - 1812)
- 18. Juni: Karl Eduard Vehse, deutscher Geschichtsschreiber ( - 1802)
- 20. Juni: Jules de Goncourt, französischer Schriftsteller ( - 1830)
- 22. Juli: Josef Strauß, österreichischer Komponist und Dirigent ( - 1827)
- 14. August: David Glasgow Farragut, bekannter US-amerikanischen Marineoffiziere ( - 1801)
- 21. August: Gustav von Struve, deutscher Politiker, Rechtsanwalt, Publizist und Revolutionär von 1848/49 ( - 1805)
- 1. September: Charles Joseph Flahaut, französischer General und Politiker ( - 1785)
- 11. September: Joseph Anton von Maffei, deutscher Industrieller, Eisenbahnfabrikant ( - 1790)
- 12. September: Carl August von Steinheil, deutscher Physiker ( - 1801)
- 20. September: John Brinckman, plattdeutscher Schriftsteller ( - 1814)
- 23. September: Prosper Mérimée, französischer Schriftsteller ( - 1803)
- 6. Oktober: Johann Andreas Schubert, er war Architekt ( - 1808)
- 12. Oktober: Robert Edward Lee, General der US-Armee und im Sezessionskrieg ( - 1807)
- 20. Oktober: Michael William Balfe, irischer Komponist und Sänger ( - 1808)
- 24. Oktober: Antonius Maria Claret, heiliger spanischer Bischof und Ordensgründer ( - 1807)
- 29. Oktober: Frédéric Bazille, französischer Maler ( - 1841)
- 1. November: Frederick Chamier, englischer Schriftsteller ( - 1796)
- 24. November: Comte de Lautréamont, französischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts ( - 1846)
- 24. November: Isidore Ducasse, war französischer Dichter ( - 1846)
- 5. Dezember: Alexandre Dumas, französischer Schriftsteller ( - 1802)
- 12. Dezember: August von Voit, deutscher Architekt ( - 1801)
Staatsoberhäupter
Europa
- Portugal: Ludwig I., König von Portugal, (1861–1889)
- Schweiz: Jakob Dubs, Bundespräsident der Schweiz, (1870)
ko:1870년
simple:1870
LandwirtschaftLandwirtschaft ist der Prozess, durch den gezielten Anbau von Pflanzen (Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Weinbau, nicht jedoch Forstwirtschaft) und durch die Nutzung und Zucht von domestizierten Tieren (Viehzucht) Nahrungsmittel, Futter, Fasern und andere gewünschte Rohstoffe zu produzieren. Sie dient der Ernährung der Menschheit und ist heute vorwiegend auf Erzielung von Profit ausgerichtet.
Profit
Einordnung
Allgemein
Landwirtschaft beinhaltet dreierlei:
- Subsistenzwirtschaft: Hierbei produziert der Landwirt genug Nahrungsmittel für sich und seine Familie (jedoch nicht mehr).
- (generell in den sogenannten "entwickelten" Ländern und in anderen Ländern ebenfalls mehr und mehr) die Produktion eines finanziellen Einkommens durch Landkultivierung oder kommerzielle Viehzucht.
Neben Nahrungsmitteln und Futter nimmt die Produktion von anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Zierpflanzen, Düngemittel, Leder, industriellen Chemikalien (Stärke, Ethanol, Farbstoffe und Plastik), Fasern (Baumwolle, Wolle, Hanf, Naturseide und Flachs), Kraftstoffen (Methan, Biodiesel, Biomasse) sowie zugelassenen medizinischen Wirkstoffen (Biopharmaceutica, legalen Drogen (Alkohol, Tabak) und verbotenen Drogen (Marihuana, Opium, Kokain) zu.
Auch die Produktion genetisch veränderter Pflanzen und Tiere steigt an.
Ökonomische Einordnung
In den Wirtschaftswissenschaften wird die Landwirtschaft als Primärsektor (auch: Urproduktion) bezeichnet. Die Betriebswirtschaftslehre bezieht sich in vielen Grundlagen auf die landwirtschaftliche Produktion.
Bedeutung in Deutschland
Im Jahr 2003 gab es in Deutschland ca. 420.700 landwirtschaftliche Betriebe ab 2 ha LF. Darin waren rund 1,3 Millionen Personen haupt- oder nebenberuflich beschäftigt, was 560.000 Vollzeitarbeitsplätzen entsprach.
Insgesamt wurden 17 Millionen ha (Hektar) Boden landwirtschaftlich genutzt (das sind ca. 49,3 Prozent der Gesamtfläche). Davon entfielen auf die | | |