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Wildegg

Wildegg

Möriken-Wildegg (bis 1951 offiziell Möriken genannt) ist eine Gemeinde im Bezirk Lenzburg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt im Zentrum des Kantons an der Mündung der Bünz in die Aare.

Geographie

Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Wildegg (359 m ü. M.) und Möriken (387 m ü. M.), die etwas mehr als einen Kilometer voneinander entfernt sind. Während Wildegg an der Aare liegt, befindet sich Möriken etwas zurückversetzt im Bünztal. Nördlich von Möriken erhebt sich der bis zu 645 Meter hohe Chestenberg, ein Ausläufer des Kettenjuras. Das Gelände steigt steil bis zu einem in Ost-West-Richtung verlaufenden schmalen Grat an. Ein Ausläufer des Grats erstreckt sich in Richtung Süden, an dessen Ende sich das Schloss Wildegg befindet. Südwestlich an Möriken vorbei fliesst in einer kleinen Senke die Bünz. Der Abschnitt auf dem Gemeindegebiet ist einer der wenigen, der nicht begradigt wurde. Im Zentrum von Wildegg nimmt die Bünz den Aabach auf und mündet knapp zweihundert Meter weiter westlich in die Aare. Der Fluss ändert hier seine Fliessrichtung von Ost nach Nord. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 661 Hektaren, davon sind 240 Hektaren bewaldet und 143 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 645 Metern auf dem Grat des Chestenbergs, die tiefste Stelle liegt auf 350 Metern an der Aare. Nachbargemeinden sind Veltheim und Holderbank im Nordwesten, Lupfig und Birr im Norden, Brunegg im Nordosten, Othmarsingen im Südosten, Lenzburg und Niederlenz im Süden, Rupperswil im Südwesten sowie Auenstein im Westen.

Geschichte

Auf dem Chestenberg oberhalb des Dorfes bestand in der späten Bronzezeit eine kleine Dorfsiedlung. Vom 1. bis ins 4. Jahrhundert gab es hier ein römisches Landhaus (villa); das damalige Legionslager Vindonissa lag nur ein paar Kilometer weit entfernt. Das Dorf Möriken geht auf eine alemannischen Gründung zurück. Im Jahr 1292 wird es als "Mörinkon" erstmals urkundlich erwähnt. Einen indirekten Hinweis auf die Ortschaft enthält eine Urkunde von 1283, die Ulricus de Moerinchon als Zeugen aufführt. Die Burg Wildegg wurde Ende des 12. Jahrhunderts durch die Grafen von Habsburg auf der Felsrippe über dem Engpass auf der rechten Seite der Aare errichtet; das genaue Baudatum ist nicht bekannt. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Möriken gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Die Reformation wurde 1528 eingeführt. Das Dorf bildete zwar bereits im 15. Jahrhundert einen eigenen Gerichtsbezirk im Amt Lenzburg, blieb aber stets von den Inhabern der Wildegg wirtschaftlich abhängig. Diese besassen nämlich den grössten Teil des Waldes, eine Domäne mit über 100 Hektaren Wirtschaftsland, Rebberge am Berghang und eine Mühle am Talausgang. Um diese Mühle herum entwickelte sich später das Dorf Wildegg. Ab 1483 herrschte elf Generationen lang die aus Brugg stammende Familie Effinger auf der Wildegg. Brugg] Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Möriken-Wildegg gehört seither zum Kanton Aargau. Wildegg entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Schauplatz der industriellen Revolution in der Schweiz. Vor allem die Firma Laué & Cie. trieb die Entwicklung voran, als sie begann, Baumwolltücher farbig zu bedrucken (Indienne-Druckerei). 1848 begann in Wildegg die Zeit der Hutflechterei. Am 15. Mai 1858 erhielt die Gemeinde einen Anschluss an das Eisenbahnnetz der Schweiz, als die Strecke Brugg - Aarau mit einem Bahnhof in Wildegg eröffnet wurde. 1889 entstand eine Zementfabrik; Steinbrüche in den nahen Jurahügeln und die Aare lieferten die nötigen Rohstoffe (Kalkstein, Tonmergel, Wasser). Am 1. Oktober 1895 erreichte die Seetalbahn von Lenzburg her den Bahnhof Wildegg (am 2. Juni 1984 stillgelegt und durch eine Busverbindung ersetzt). Historisch wertvolle Teile der alten Fabrikanlagen stehen unter Denkmalschutz. Im 20. Jahrhundert siedelten sich weitere Industrien an, unter anderem ein Kupferdraht-Isolierwerk und eine Hartweizen-Mühle. Im Gegensatz zu Wildegg blieb in Möriken der bäuerliche Charakter lange Zeit erhalten. Der Ortsteil entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zu einer bevorzugten Wohnsiedlung; seit 1900 hat sich die Einwohnerzahl verdreifacht.

Sehenswürdigkeiten

Das Schloss Wildegg, auf einem felsigen Ausläufer des Chestenbergs gelegen, besteht im Kern aus einer gut erhaltenen Burg aus dem 12. Jahrhundert mit Bergfried und Palas. Im 17. Jahrhundert wurde die Burg vergrössert und in ein barockes Wohnschloss umgebaut. Schlossbesitzerin Julie Effinger starb 1912 ohne Nachkommen. Sie vermachte das Schloss mit der gesamten Ausstattung und die dazugehörende Domäne der Eidgenossenschaft, die das ganze Gut dem Landesmuseum zur Verwaltung übergab.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2004 lebten 3733 Menschen in Möriken-Wildegg, der Ausländeranteil betrug 17,0 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 59,9 % reformiert, 25,1 % römisch-katholisch, 4,5 % moslemisch und 1,1 % christlich-orthodox; 1,4 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 90,6 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,8 % Italienisch, 1,7 % Serbokroatisch, 0,8 % Türkisch, 0,7 % Albanisch, 0,6 % Französisch.

Behörden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Die 5 Gemeinderäte sind:
- Dr. Sergio Caneve-Senn (parteilos), Gemeindeammann
- Dr. Reto Erdin (FDP), Vize-Gemeindeammann
- Peter Bryner (SP)
- Peter Treier-Hartmann (SVP)
- Dr. Hans-Jürg Reinhart (SVP) Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Lenzburg zuständig. Möriken-Wildegg gehört zum Friedensrichterkreis Othmarsingen.

Wirtschaft

In Möriken-Wildegg gibt es rund 1300 Arbeitsplätze, davon 6 % in der Landwirtschaft, 26 % in der Industrie und 68 % im Dienstleistungsbereich. Die wirtschaftlichen Tätigkeiten und die Industrie konzentrieren sich auf den Ortsteil Wildegg. Die wichtigsten Unternehmen sind die 1920 gegründeten Kupferdraht-Isolierwerke, die Hartweizen-Mühle der Migros und die Jura-Cement-Werke. Der Ortsteil Möriken ist vor allem ein Wohngebiet, hat aber auch mehrere Dienstleistungsbetriebe. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in der näheren Umgebung, z.B. in Lenzburg, Brugg und Aarau.

Verkehr

Aarau Wildegg liegt am Kreuzungspunkt der Hauptstrassen nach Aarau, Brugg und Lenzburg. Eine autobahnähnliche Schnellstrasse führt zum Anschluss Aarau-West der Autobahn A1 bei Hunzenschwil und weiter nach Aarau. Weitere Autobahnanschlüsse befinden sich bei Mägenwil und Lenzburg. Der Bahnhof Wildegg liegt an der Haupteisenbahnlinie Olten - Aarau - Brugg - Baden - Zürich. Zwischen den Bahnhöfen Wildegg und Lenzburg verkehren zwei Buslinien der Gesellschaft Regionalbus Lenzburg. Eine weitere Buslinie verkehrt von Lenzburg über Möriken nach Brunegg.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über vier Kindergärten und zwei Schulzentren, in denen alle Schulstufen der obligatorischen Volksschule unterrichtet werden. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.

Kultur

Möriken-Wildegg verfügt über eine reiche Vereinskultur. Über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist die Operettentradition. Seit 1891 gibt es Theatervorführungen und seit 1925 Musiktheater. Der Bau eines neuen Gemeindesaals 1959 bot professionelle Rahmenbedingungen und legte den Grundstein für den nachhaltigen, bis heute andauernden Erfolg. Pro Saison gibt es jeweils 30 Aufführungen mit zusammen 20’000 Besucherinnen und Besuchern. Operettenfreunde reisen nicht nur aus der gesamten Deutschschweiz, sondern auch aus dem nahen Deutschland an. Als Besonderheit der Operette Möriken-Wildegg hat sich die Pflege eines wenig bekannten Repertoires erwiesen. So fand 2001 mit Jacques Offenbachs Werk Die Tochter des Tambour-Majors sogar eine schweizerische Erstaufführung statt.

Persönlichkeiten

Ein weltberühmter Bürger von Möriken-Wildegg war der in Wladiwostok geborene Schauspieler Yul Brynner. Seine Mutter war Russin, sein Vater war Schweizer Konsul in Russland und stammte ursprünglich aus Möriken. 1956 erhielt Brynner einen Oscar als bester Schauspieler für seine Rolle im Film Der König und ich. Er besuchte 1967 erstmals seine Heimatgemeinde und machte eine grosszügige Spende für das gemeindeeigene Ferienhaus auf der Bettmeralp. Ein Bürgerrecht von Möriken-Wildegg besass auch Bundesrat Ernst Brugger. Der spätere Nobelpreisträger für Chemie, Paul Karrer, verbrachte seine Jugendjahre in Wildegg und besuchte die Bezirksschule in Lenzburg.

Weblinks


- [http://www.moeriken-wildegg.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Möriken-Wildegg]
- [http://www.musee-suisse.com/d/index_wildegg.html Schloss Wildegg - Aussenstelle des Schweizerischen Landesmuseums]
- [http://www.operette.ch Operette Möriken-Wildegg] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Aargau Kategorie:Schweizer Gemeinde

Lenzburg (Bezirk)

Lenzburg ist ein Bezirk des Kantons Aargau in der Schweiz, der aus dem Zentrum des Kantons und dem nördlichen Seetal besteht. Hauptort ist Lenzburg. Der Bezirk umfasst 20 Gemeinden, ist 102.75 km² gross und zählt 47'963 Einwohner (Ende 2004).

Gemeinden

Seetal Seetal

Brauchtümer


- Chlauschlöpfen Kategorie:Schweizer Bezirk

Aargau

Der Kanton Aargau ist ein Kanton im Norden der Schweiz. Deutsch: Aargau; Französisch: Argovie; Italienisch: Argovia; Rätoromanisch: Argovia; Englisch: Aargau (veraltet: Argovia).

Geographie

Der Aargau liegt im Norden der Schweiz, im Mittelland und in den östlichen Ausläufern des Juras. Seinen Namen hat der Kanton vom Fluss Aare. Er grenzt im Norden an den Rhein, im Osten an den Kanton Zürich, im Süden an die Kantone Luzern und Zug, und im Westen an die Kantone Bern, Solothurn und Baselland. Baselland Der Aargau weist eine starke naturräumliche Gliederung auf. Der nördliche Kantonsteil wurde durch die Gebirgsbildung des Juras geprägt, der im Mittelland gelegene südliche Teil durch die Gletscherbewegungen der Eiszeiten geformt. Die Riss-Eiszeit, die vor rund 140'000 Jahren ihren Höhepunkt erreichte, bedeckte fast das gesamte Gebiet des heutigen Kantons, mit Ausnahme des westlichen Fricktals um Rheinfelden sowie einiger Juragipfel, die aus dem Eismeer ragten. Während der Würm-Eiszeit war die Vergletscherung zwar weitaus geringer (nur der südöstliche Teil des Kantonsgebiets war von Eis bedeckt), doch sie prägte die Landschaft nachhaltig. Der Reussgletscher und der Linthgletscher, die vor rund 20'000 Jahren ihre grösste Mächtigkeit erreicht hatten, hinterliessen zahlreiche Findlinge, die aus dem Alpenraum in die Ebene verschoben wurden. Die einstige Ausdehnung dieser Gletscher ist heute noch gut erkennbar an den Endmoränen bei Killwangen, Mellingen, Othmarsingen, Seon, Staffelbach, Würenlos und Zetzwil. Die bei der Moräne von Seon zurückgelassenen Gesteinsmassen stauten den Hallwilersee, der am Ende der Eiszeit etwa doppelt so gross war wie heute und innerhalb von einigen tausend Jahren durch Auffüllung des ehemaligen Seebeckens mit Sedimenten auf die heutige Grösse zurückschrumpfte. Die Flüsse lagerten in den Tälern im Vorfeld der Gletscher ausgedehnte Schotterfelder ab, die wichtige Grundwasserleiter darstellen. Die höchste Punkt des Kantons liegt auf dem Geissflue-Grat (Salhöhe) auf 908 m.ü.M.

Flächennutzung

(Stand: 1994)

Gewässersystem


- Rhein
  - Sissle
- Aare
  - Klingnauer Stausee
  - Surb
  - Limmat
    - Reppisch
    - Egelsee
  - Reuss
  - Bünz
    - Aabach
    - Hallwilersee
  - Suhre
    - Wyna
    - Uerke
  - Wigger

Bevölkerung


- Einwohner: 547'493
- Sprachen
  - Deutsch: 477'093 (87,1 %)
  - Italienisch: 17'847 (3,3 %)
  - Serbokroatisch: 10'645 (1,9 %)
  - Albanisch: 9823 (1,8 %)
  - Französisch: 4'151 (0,8 %)
  - Rätoromanisch: 618 (0,1 %)
  - Andere: 27'316 (5,0 %)
- Nationalität
  - Schweizer: 441'044 (80,6 %)
  - Ausländer: 106'449 (19,4 %)
- Religion
  - Reformiert: 203'949 (37,2 %)
  - Römisch-katholisch: 219'800 (40,1 %)
  - Moslemisch: 30'072 (5,5 %)
  - Christlich-orthodox: 11'523 (2,1 %)
  - Christkatholisch: 3418 (0,6 %)
  - Jüdisch: 342 (0,1 %)
  - Andere: 4941 (0,9 %)
  - Konfessionslos: 57'573 (10,5 %)
  - Keine Angabe: 15'875 (3,0 %) (Stand: 5. Dezember 2000)

Sprachen

Die deutschen Dialekte des Kantons Aargau gehören dem Hochalemannischen an. Im weiteren hat der Kanton jedoch keine homogene Mundart: Aufgrund seiner Lage gehören sie teilweise zum West- (fliege fliegen, zweiförmiger Plural beim Verb) - innerhalb dessen teils zum Nordwest- (Dag Tag) - und teilweise zum Ostschweizerdeutschen (Tag, flüüge, Einheitsplural beim Verb); im südlichen Teil machen sich auch innerschweizerische Züge bemerkbar. Im Surbtal, wo in Endingen und Lengnau jahrhundertelang eine bedeutende jüdische Bevölkerung lebte (im 19. und 20. Jahrhundert grösstenteils nach Zürich ausgewandert), wurde bis ins 20. Jahrhundert ein westjiddischer Dialekt gesprochen.

Religionen - Konfessionen

Da der Kanton Aargau erst im Jahre 1803 aus verschiedenen älteren Territorien geschaffen worden ist, gehört er zu den paritätischen Kantonen. Traditionell reformiert ist der ehemalige Berner Aargau mit den heutigen Bezirken Aarau, Brugg, Kulm, Lenzburg und Zofingen. Traditionell katholisch sind die ehemaligen Gemeinen Herrschaften (mehreren Kantonen gemeinsame Untertanengebiete) mit den heutigen Bezirken Baden, Bremgarten, Muri und Zurzach, wobei es in Baden und Zurzach traditionell eine reformierte und eine israelitische Minderheit gibt, sowie das bis 1803 österreichische Fricktal mit den heutigen Bezirken Laufenburg und Rheinfelden. Im letztgenannten Bezirk ist auch die christ- oder altkatholische Kirche stark vertreten. In den letzten Jahrzehnten haben sich die einst starren Konfessionsgrenzen stark verwischt.

Verfassung

Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert von 1980 (mit späteren Änderungen).

Legislative

Gesetzgebende Behörde ist der Grosse Rat, dem 140 (bis 2005 noch 200) vom Volk für eine feste Amtsdauer von vier Jahren, im Proporzverfahren (Verhältniswahlrecht) gewählte Mitglieder angehören. Darüber hinaus ist das Volk direkt an der Gesetzgebung beteiligt: Verfassungsänderungen sowie Gesetze, die vom Grossen Rat nicht mit absoluter Mehrheit angenommen worden sind, unterliegen zwingend der Volksabstimmung; andere Gesetze sind auf Antrag von 3'000 Stimmberechtigten der Volksabstimmung zu unterwerfen (Referendum). 3'000 Stimmberechtigte können zudem eine Verfassungs- oder Gesetzesänderung oder ein Gesetz überhaupt vorschlagen (Volksinitiative). Bei den Wahlen zum Grossen Rat erhielten die Parteien folgende Sitzzahlen:
1 Die Anzahl der Sitze wurde 2005 von 200 auf 140 verkleinert.
2 Die SVP erreichte in den Wahlen 46 Sitze. Urs Leuenberger ist nach den Wahlen aus der SVP-Fraktion ausgetreten und politisiert seither als Mitglied der CVP. Der Kanton Aargau gilt heute (in deutlichem Gegensatz zum 19. Jahrhundert!) als konservativster der grösseren Kantone, was man ausser am Verhalten bei eidgenössischen Volksabstimmungen auch am sehr grossen Anteil der SVP, den verhältissmässig schwachen Sozialdemokraten und den Sitzen der Rechtsaussen-Parteien (SD, FPS) sieht.

Exekutive

Ausführende Behörde ist der Regierungsrat, dem fünf vom Volk im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) auf eine feste Amtsdauer von vier Jahren gewählte Mitglieder angehören.
- Landammann: Vorsitz des Regierungsrats, vom Grossen Rat aus den Mitgliedern des Regierungsrates gewählt.
- Landstatthalter: Stellvertreter des Landammanns, vom Grossen Rat aus den Mitgliedern des Regierungsrates gewählt.
- Die fünf Regierungsräte stehen je einem Departement vor:
  - Kurt Wernli (parteilos), Departement des Innern
  - Rainer Huber (CVP), Departement für Bildung, Kultur und Sport
  - Roland Brogli (CVP), Finanzdepartement
  - Ernst Hasler (SVP), Gesundheitsdepartement
  - Peter Beyeler (FDP), Baudepartement

Judikative

Oberstes kantonales Gericht ist das Obergericht mit Sitz in Aarau, Gerichte mit regionaler Reichweite sind die Bezirks- und Jugendgerichte; kommunale Reichweite haben die Friedensrichter. Daneben bestehen Spezialgerichte. Die Verwaltungsgerichtsbarkeit wird im Wesentlichen durch das Verwaltungs- und das Versicherungsgericht ausgeübt.

Parteiensystem

Das Parteiensystem des Kantons deckt sich mit dem Schweizerischen. Die kantonalen Sektionen der vier Bundesregierungsparteien SP, CVP, FDP und SVP haben das Zepter in der Hand, wobei die SP im Unterschied zum Bundesrat im kantonalen Regierungsrat nicht vertreten ist und somit eine Oppositionskraft darstellt. Die bürgerlichen Mitteparteien sind tendenziell rechter als ihre Schweizerischen Mutterparteien.

Wirtschaft

Tourismus

Verkehr

Bildung

Die obligatorische Schulzeit beträgt 9 Jahre und beginnt mit dem Eintritt in die Primarschule im Alter von rund 7 Jahren. Der Besuch eines Kindergartens ist nicht obligatorisch. Beim Eintritt kommt man entweder in die reguläre erste Klasse oder in die Einführungsklasse, welche zwei Jahre dauert. Die Primarschule dauert in der Regel 5 Jahre (1. bis 5.Klasse). Manchmal wird auch zwischen Unterstufe (1. bis 3. Klasse) und Mittelstufe (4. und 5. Klasse) unterschieden. Danach erfolgt der Übertritt in die Oberstufe (Real-, Sekundar- oder Bezirksschule). Diese dauert normalerweise 4 Jahre (6. bis 9.Klasse) und vollendet die Schulpflicht, wobei die Chancen auf eine anschliessende Berufsausbildung für Sekundar- und Bezirksschüler wegen der höheren Leistungsstufe in der Regel besser sind als für Realschüler. Wechsel innerhalb dieser drei Stufen erfolgen über Aufnahmeprüfungen (nach oben) beziehungsweise freiwillige oder Zwangsrelegation (nach unten). In einer anschliessenden Berufslehre findet immer auch der Besuch einer Berufsschule statt. Somit sorgen die Betriebe für die praktische Ausbildung, die (staatliche) Schule für die theoretische. Nur von der Bezirksschule aus ist der Übertritt an die kantonalen Maturitätschulen, die Kantonsschulen, möglich. Dazu muss die Bezirksschulabschlussprüfung mit einer Mindestnote von 4,7 bestanden werden (wobei 6 die beste und 1 die schlechteste Note ist). Die praktischen Prüfungsfächer sind Deutsch, Französisch (schriftlich und mündlich) sowie Mathematik. Aus dem Jahreszeugnis kommen Englisch, Geschichte, Biologie, Chemie, Musik und Zeichnen, sowie wahlweise Latein hinzu. Mit einer Mindestnote von 4,4 ist man zum Übertritt an die Diplommittelschule, an die Wirtschaftsdiplomschule oder an eine Berufsmaturitätsschule berechtigt. Die letztgenannte findet berufsbegleitend statt. An der Kantonsschule, die rund 4 Jahre dauert (10. bis 13.Schuljahr), kann die Eidgenössische Maturität erlangt werden. Neben obligatorischen Grundlagenfächern können die Schüler ihr Akzentfach (1./2. Jahr, 3 Wochenstunden), ihr Schwerpunktfach (3./4. Jahr, 6 Wochenstunden), ihr Ergänzungsfach (4.Jahr, 4 Wochenstunden), sowie verschiedene Freifächer selbst wählen. Der Kanton Aargau verfügt über keine Universität. Die Fachhochschulen aber ermöglichen Absolventen der Berufsmaturitätsschulen verschiedene Studienrichtungen. Der Aargau gehört neu zur Fachhochschulregion Nordwestschweiz. Für Erwachsene gibt es eine Erwachsenenmaturitätsschule. Für die Volksbildung sorgen Kurse der Volkshochschule, sowie verschiedene Bibliotheken in Gemeinden und die Kantonsbibliothek in Aarau. Es existieren auch diverse spezielle Schulen, wie beispielsweise die Heilpädagogischen Sonderschulen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Kantons Aargau Das Gebiet des heutigen Kantons Aargau wurde bereits im 5. Jahrhundert von den Alemannen besiedelt. Im 6. Jahrhundert gehörte es zum Frankenreich, der Name Aargau wurde 763 zum ersten Mal erwähnt. Im 14. Jahrhundert fiel der Ober-Aargau an Bern. Der Unter-Aargau, das Gebiet des heutigen Kantons Aargau, gehörte im Mittelalter nacheinander den Grafen von Lenzburg, den Grafen von Kyburg und den Herzögen von Habsburg. Er wurde 1415 von den Eidgenossen erobert; politischer Hintergrund waren die Streitigkeiten um die römisch-deutsche Königswürde, weshalb die Gegner Sigismunds von Habsburg zur Eroberung von dessen Territorien aufriefen. Der im Westen gelegene Unteraargau war alleiniges Untertanengebiet von Bern (der so genannte Berner Aargau). Im Osten entstanden das von Zürich allein verwaltete Kelleramt sowie die Freien Ämter und die Grafschaft Baden, welche gemeine Herrschaften (gemeinsam verwaltete Gebiete) der Eidgenossenschaft waren. gemeine Herrschaften 1798 wurde der Aargau von den Franzosen erobert; Aarau war sogar während eines halben Jahres die Hauptstadt der Helvetischen Republik (und damit erste Hauptstadt der Schweiz). Es entstanden drei Kantone:
- Kanton Aargau (heutige Bezirke Aarau, Brugg, Kulm, Lenzburg und Zofingen)
- Kanton Baden (heutige Bezirke Baden, Bremgarten, Muri und Zurzach)
- Kanton Fricktal (heutige Bezirke Laufenburg und Rheinfelden; gehörten vorher zu Vorderösterreich) Der heutige Kanton wurde 1803 durch die Mediationsakte von Napoléon Bonaparte aus den drei Kantonen Aargau, Baden und Fricktal gebildet. Teile des zürcherischen Untertanengebiets im Limmattal blieben hingegen bei Zürich, das Amt Hitzkirch bei Luzern. Dafür wurden das bernische Amt Aarburg und das luzernische Amt Merenschwand dem neuen Kanton angefügt. Diese verschiedenen Gebiete unterscheiden sich auch heute noch in Wirtschaftsstruktur, Konfession und politischer Ausrichtung stark. Mit der Restauration 1815 blieb der junge Kanton erhalten, erhielt aber unter dem dominierenden Einfluss von Amtsbürgermeister (Regierungsratspräsident) Johann Herzog zunehmend aristokratische Züge. Der "Freiämtersturm", ein Zug der katholischen Opposition in die Hauptstadt Aarau, beendete im Dezember 1830 diese Phase und ermöglichte die Schaffung einer Verfassung mit erweiterten Volksrechten. Nach 1831 gehörte der Kanton Aargau zu den liberalen Kantonen; viele demokratische Flüchtlinge aus Deutschland fanden hier Aufnahme. Der Aargauer Klosterstreit 1841/43, als der Kanton zuerst alle Klöster aufhob, dann aber die Frauenklöster (z.B.Kloster Fahr) wieder zuliess, war eine der Ursachen für den Sonderbundskrieg von 1847, der in die Errichtung des modernen schweizerischen Bundesstaates mündete.

Städte und Orte

Der Kanton Aargau ist geprägt von Kleinstädten. Die Zwillingsstädte Wettingen und Baden bilden einen wichtigen Schwerpunkt:
- Wettingen, 18'479 Einwohner (2004)
- Baden, 16'384 Einwohner (2004)
- Aarau, 15'628 Einwohner (2004)
- Wohlen (AG), 13'932 Einwohner (2004)
- Rheinfelden, 10'884 Einwohner (2004)
- Oftringen, 10'568 Einwohner (2004)
- Zofingen, 10'210 Einwohner (2004)
- Spreitenbach, 10'032 Einwohner (2004)

Ortschaften

Im Aargau befinden sich viele historisch bedeutsame Orte:
- Baden bereits in der Römerzeit ein Badeort und war in der Alten Eidgenossenschaft Tagsatzungsort - der Tagsatzungssaal im Stadthaus ist bis heute erhalten
- Brugg war eine Zeit lang Hauptsitz der Habsburger, deren Stammsitz, die Habsburg, sich südwestlich von Brugg befindet
- Bruggs Nachbarort Windisch war als Vindonissa römisches Zentrum.
- Bei Windisch wurde 1308 Kaiser Albrecht I. ermordet. Das Kloster Königsfelden wurde im Gedenken daran erbaut. Weitere Städte mit altem Stadtrecht:
- Aarburg
- Bremgarten
- Kaiserstuhl
- Klingnau
- Laufenburg
- Lenzburg
- Mellingen
- Zofingen Für eine Übersicht aller Gemeinden des Kantons: Gemeinden des Kantons Aargau

Bezirke

Gemeinden des Kantons Aargau Der Aargau ist in 11 Bezirke unterteilt:
- Aarau mit Hauptort Aarau
- Baden mit Hauptort Baden
- Bremgarten mit Hauptort Bremgarten
- Brugg mit Hauptort Brugg
- Kulm mit Hauptort Unterkulm
- Laufenburg mit Hauptort Laufenburg
- Lenzburg mit Hauptort Lenzburg
- Muri mit Hauptort Muri
- Rheinfelden mit Hauptort Rheinfelden
- Zofingen mit Hauptort Zofingen
- Zurzach mit Hauptort Zurzach

Siehe auch


- Bezirke des Kantons Aargau und weiterer Kantone
- nota bene: Das Gebiet Ahrgau liegt am Niederrhein in Deutschland.

Literatur

Aargau, in Historisches Lexikon der Schweiz, Band 1, Basel 2002, Seiten 17 bis 45.

Weblinks


- [http://www.ag.ch/ Offizielle Website des Kantons Aargau]
- [http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/regionen/regionalportraets/aargau/blank/kennzahlen.html Regionalporträt des Aargaus vom Bundesamt für Statistik]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D7392.html Artikel Aargau] im Historischen Lexikon der Schweiz
Aargau ! als:Kanton Aargau ko:아르가우 주

Bünz

Die Bünz ist ein 30 Kilometer langer Bach im Schweizer Kanton Aargau. Sie fliesst durch das Freiamt und mündet im Aareknie bei Möriken-Wildegg in die Aare. Die Quelle befindet sich oberhalb von Beinwil (Freiamt) am Lindenberg, auf einer Höhe von ca. 800 Metern. Der Bach fällt bis Muri sehr rasch auf etwa 460 Meter hinab. Von hier an ist das Gefälle äusserst flach. Durch das niedrige Gefälle mäandrierte der Bach früher sehr stark und das Gebiet nördlich von Wohlen war ein grosser Sumpf. In den 1920ern wurde die Bünz zwischen Muri und Othmarsingen begradigt und kanalisiert. Dadurch wurden die früher häufig vorkommenden Überschwemmungen unterbunden. Der Sumpf wurde trocken gelegt und für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Auf dem Gemeindegebiet von Möriken-Wildegg, kurz vor der Mündung in die Aare, fliesst die Bünz wieder frei. Kategorie:Fluss in der Schweiz

Aare

Die Aare (frz. Aar, veraltet Arole) ist ein Nebenfluss des Rheins in der Schweiz. Ihre Gesamtlänge beträgt 291 km, das Gefälle 1'565 m und ihr Einzugsgebiet 17'620 km². Sie ist der längste Fluss, der von seiner Quelle bis zur Mündung innerhalb der Schweiz bleibt. Sie entspringt dem Aargletscher im Grimselgebiet, fliesst durch das Haslital und durchquert die tief eingeschnittene Aareschlucht oberhalb von Meiringen. Bei Brienz mündet sie in den Brienzersee. Kurz nach dem Ausfluss aus dem Brienzersee mündet die Lütschine aus dem Jungfraugebiet. Dann durchquert die Aare den Thunersee, wo sie die Kander einschliesslich Simme und Engstlige aufnimmt. Der Brienzer- und der Thunersee sind schiffbar. Bei Thun verlässt die Aare den Thunersee und fliesst durch das breite Aaretal in Richtung Bern. Im Belpmoos treffen die Gürbe und die Giesse zusammen und münden gemeinsam in die Aare. In Bern macht die Aare einen engen Bogen um die hochgelegene Altstadt und anschliessend gleich um die Engehalbinsel, bevor sie im Wohlensee zur Stromgewinnung gestaut wird. Nach der Mündung der Saane oberhalb Aarberg fliesst die Aare durch den künstlichen Hagneck-Kanal in den Bielersee und dann durch den Nidaukanal, bis sie bei Büren wieder ihr altes Bett trifft. Diese beiden Kanäle bilden einen wesentlichen Bestandteil der ersten Juragewässerkorrektion, einer Ingenieurgrosstat, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts das versumpfte und von häufigen verheerenden Überschwemmungen bedrohte Berner Seeland sanierte, indem die Aare und ihr Geschiebe in den Bielersee umgeleitet wurden. Die zweite Juragewässerkorrektion verbesserte um 1960 den Wasserhaushalt der Aare zwischen Biel und Solothurn. Die Aarestrecke von Biel bis Solothurn ist ebenso wie der Bielersee schiffbar. Nun fliesst die Aare dem Jura entlang in nordöstlicher Richtung durch Solothurn, wo nach 2 km die Emme mündet. Sie fliesst dann an Wangen an der Aare, Aarwangen, Aarburg, Olten und Aarau vorbei und schliesslich in einer engen Klus durch Brugg. Dann nimmt sie kurz nach einander Reuss und Limmat auf. Diese Gegend wird Wasserschloss der Schweiz genannt, da sich dort drei der wasserreichsten Flüsse der Schweiz vereinigen. Von da an fliesst die Aare durch eine breite Klus im Jura nach Norden, bis sie bei Koblenz gegenüber von Waldshut in den Rhein mündet, wobei die Aare mit 557 m³/s der wasserreichere Fluss von beiden ist (Rhein: 439 m³/s). Beginnend mit den Stauseen Oberaarsee und Grimselsee im Quellgebiet dient die Aare der Elektrizitätsproduktion in zahlreichen Wasserkraftwerken. Am Flusslauf befinden sich die Schweizer Atomkraftwerke Mühleberg, Gösgen und Beznau, deren Kühlsysteme Wasser aus der Aare benützen. Seit der Antike diente die Aare mit einigen ihren Nebenflüssen dem Schiffverkehr. Der Fernverkehr auf dem Fluss kam erst am Ende des 19. Jahrhunderts, nach dem Bau der Eisenbahnlinien und der ersten Flusskraftwerke, zum Erliegen Siehe auch: Aarmassiv

Zuflüsse und Seen

Klingnauer Stausee
- Surb
- Limmat
  - Linth
  - Sihl
  - Reppisch
- Reuss
  - Lorze
  - Kleine Emme
  - Sarner Aa
  - Engelberger Aa
  - Schächen
  - Furkareuss
- Bünz
  - Aabach
- Suhre
  - Wyna
  - Uerke
- Dünnern
- Wigger
- Langeten
- Önz
- Emme
  - Grüene
  - Ilfis
- Schüss
- Zihl
  - Broye
  - Orbe Bielersee
- Saane (Sarine)
  - Sense
    - Schwarzwasser Wohlensee
- Gürbe Thunersee
- Kander
  - Simme
  - Engstligen Brienzersee
- Lütschine
- Gadmerwasser Grimselsee Oberaarsee Kategorie:Fluss in der Schweiz Kategorie:Nebenfluss des Rheins Kategorie:Geographie (Kanton Bern) als:Aare ja:アーレ川

Faltenjura

Den Faltenjura nimmt den größten Teil des Jura-Gebirges ein. Er erstreckt sich über die Nordschweiz (Aargau, Solothurn, Baselland, Jura), den Neuenburger Jura, den Waadtländer Jura sowie die angrenzenden Gebieten Frankreichs. Der Faltenjura wird in den Kettenjura und den Jura der Freiberge eingeteilt:
- Den Kettenjura ist durch mehrere, meist parallel verlaufende Ketten, die durch Verfaltung der Sedimente über Anhydrit-Salz-Gesteinen der Trias (Fernschub) entstanden sind. An seiner breitesten Stelle, zwischen Yverdon-les-Bains (CH) und Besançon (F), liegen 16 Ketten nebeneinander. Im Kettenjura befinden sich auch die höchsten Gipfel des Jura, der Crêt de la Neige, La Dôle und Mont Tendre, welche alle eine Höhe von ca. 1700 m erreichen. Die durchschnittliche Höhe liegt bei etwa 1100 m, ohne Erosion wäre der Kettenjura heute rund 2350 m hoch.
- Der Jura der Freiberge (auch Plateaujura genannt) ist die zweite Form des Faltenjuras. Man findet dort leicht gewellte Hochebenen. Es wurde lange darum gestritten, wie diese Form entstanden ist. Heute ist man der Ansicht, dass die Landschaft ursprünglich ähnlich wie der Kettenjura aussah, durch die Erosion jedoch schon viel stärker abgeflacht wurde. siehe auch: Tafeljura Jura (Gebirge) Kategorie:Gebirge in Europa

Schloss Wildegg

Das Schloss Wildegg ist ein Schloss in der Gemeinde Möriken-Wildegg im Schweizer Kanton Aargau.

Gebäude

Die Anlage befindet sich rund achtzig Meter oberhalb des Dorfes Wildegg am Ende eines felsigen Ausläufers des Chestenbergs, nahe der Mündung der Bünz in die Aare. Sie besteht im Kern aus einer gut erhaltenen Burg aus dem späten 12. Jahrhundert mit Bergfried und Palas, die Ende des 17. Jahrhunderts zu einem Wohnschloss im Barockstil um- und ausgebaut wurde. Zum Anwesen gehören auch ein Gutshof, Gärten, Parks, Waldungen, Rebenpflanzungen und Manufakturen. Die gesamte Domäne ist eine Aussenstelle des Schweizerischen Landesmuseums und bildet eine Kulturlandschaft von nationaler Bedeutung. Zusammen mit dem Museum unterhält die Stiftung Pro Specie Rara, die sich für die Erhaltung der biologischen Artenvielfalt einsetzt, auf einer grossen Gartenterrasse beim Schloss eine Anlage mit alten Kulturpflanzen.

Geschichte

Um 1200 liessen die Habsburger eine Burg errichten, um die südwestliche Ecke des Eigenamtes zu schützen und um eine strategisch wichtige Stelle an der Aare zu kontrollieren. Sie wurde von einem Ministerialengeschlecht bewohnt, den Truchsessen von Wildegg. Nach deren Aussterben gelangte sie um 1348 an die Herren von Hallwyl. Nach 1437 wechselte die Burg mehrmals den Besitzer; von den Hallwylern über die Herren von Gryffensee und die Herren von Ballmoos zur Stadt Bern. Schliesslich verkaufte Bern 1484 die Wildegg an die Familie Effinger aus Brugg, die hier während elf Generationen lebte. Die Effinger liessen die Burg mehrmals um- und ausbauen, beispielsweise nach einem Brand im Jahr 1552 und dann wieder 1684, als die Anlage in ein Herrenhaus im Barockstil umgewandelt wurde. Zum Anwesen gehörte eine grosse Domäne. 1825 wurde neben dem Schloss ein Landhaus errichtet, 1886 eine Villa im Stil eines Landschlösschens. Julie Effinger, die letzte ihrer Linie, starb ohne Nachkommen im Jahr 1912. Sie vermachte das Schloss mit der gesamten Ausstattung und die dazu gehörende Domäne der Eidgenossenschaft, die das ganze Gut dem Landesmuseum zur Verwaltung übergab. Zum Familienerbe gehört unter anderem auch ein umfangreiches Archiv mit Zeugnissen aus mehreren Jahrhunderten.

Weblinks


- [http://www.musee-suisse.com/d/index_wildegg.html Schloss Wildegg - Aussenstelle des Schweizerischen Landesmuseums]
- [http://www.swisscastles.ch/Aargau/wildegg.html Fotos und Luftaufnahmen] (mit französischem Text) Wildegg Kategorie:Museum (Schweiz)

Veltheim AG

Veltheim ist eine Gemeinde im Bezirk Brugg im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt knapp sechs Kilometer südwestlich des Bezirkshauptorts.

Geographie

Das Dorf liegt in einer flachen Ebene am Ausgang des Schenkenbergertals, rund einen Kilometer vom Ufer der Aare entfernt. Im Süden des Gemeindegebiets erhebt sich der 572 Meter hohe, durch drei kleine Täler gegliederte Veltheimerberg, ein Ausläufer des Kettenjuras. Der Veltheimerberg geht in Richtung Westen in die Gisifluh über. Am Osthang des Veltheimerbergs befindet sich auf einem Felsvorsprung das Schloss Wildenstein. Am Südhang wiederum befinden sich drei ausgedehnte Kiesgruben. Etwas mehr als zwei Kilometer südlich des Dorfes liegt am Ufer der Aare der Ortsteil Au. Die Fläche der Gemeinde beträgt 524 Hektaren, davon sind 176 Hektaren bewaldet und 77 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 700 Metern auf dem Grat der Gisifluh, die tiefste Stelle liegt auf 340 Metern am Ufer der Aare. Nachbargemeinden sind Schinznach-Dorf im Norden, Holderbank im Osten, Möriken-Wildegg im Südosten, Auenstein im Süden und Oberflachs im Westen.

Geschichte

Die frühesten Siedlungsspuren stammen aus der Römerzeit. Zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert lag hier ein Gutshof, der das Legionslager Vindonissa mit Lebensmitteln versorgte. Das Dorf Veltheim dürfte etwa im 6. oder 7. Jahrhundert entstanden sein, als sich alemannische Siedler in der Gegend niederliessen. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1260. Der älteste erhaltene Teil der Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstand rund 1,5 Kilometer südlich des Dorfes auf einem Felsvorsprung das Schloss Wildenstein. Das Schloss und das Dorf waren im Besitz der Herren von Rinach, einem Dienstherrengeschlecht der Habsburger. 1415 eroberte die Stadt Bern die Herrschaft Wildenstein. Ab 1460 bildete Veltheim einen Gerichtsbezirk innerhalb der Landvogtei Schenkenberg. Nach der Aufgabe der Burg Schenkenberg wurde das Schloss Wildenstein im Jahr 1720 Sitz des Berner Landvogts. Im März 1798 marschierten die Frazosen in die Schweiz, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Veltheim gehört seither zum Kanton Aargau. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verloren die Landwirtschaft und der Weinbau immer mehr an Bedeutung, was viele Einwohner zur Auswanderung nach Übersee zwang. Im 20. Jahrhundert wandelte sich Veltheim von einem Bauern- zu einem Arbeiterdorf. Zahlreiche Industriebetriebe siedelten sich an (Herstellung von Schuhen, Kleidung, Zement und Baustoffen). Ein besonders starkes Wachstum hatte Veltheim in den 1960ern zu verzeichnen, als die Bevölkerungszahl um mehr als 40 % zunahm. Seit einer Stagnationsphase in den 1970ern ist sie nochmals um mehr als einen Drittel angestiegen.

Sehenswürdigkeiten

Das barocke Schloss Wildenstein ist in Privatbesitz und kann nur von aussen besichtigt werden.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2004 lebten 1382 Menschen in Veltheim, der Ausländeranteil betrug 13,4 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 55,0 % reformiert, 25,4 % römisch-katholisch, 1,5 % christlich-orthodox und 1,7 % moslemisch; 1,0% gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 91,0 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,4 % Italienisch, 1,6 % Serbokroatisch, 1,0 % Albanisch.

Behörden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Die 5 Gemeinderäte sind:
- Walter Fehlmann, Gemeindeammann
- Ursula Flach, Vize-Gemeindeammann
- Susanna Notter
- Manfred Streit
- Albert Weber Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter, der auch für die Gemeinden Auenstein, Oberflachs, Schinznach-Dorf und Thalheim verantwortlich ist.

Wirtschaft

In Veltheim gibt es etwas mehr als 500 Arbeitsplätze, davon 13 % in der Landwirtschaft, 45 % in der Industrie und 42 % im Dienstleistungssektor. Zahlreiche Erwerbstätige sind Wegpendler und arbeiten in der Region BruggLenzburgAarau. Bekannt ist Veltheim für das "Veltheim Driving Center", einem Verkehrssicherheitszentrum zwei Kilometer südlich des Dorfes. In einer stillgelegten Kiesgrube befindet sich eine 2,5 Kilometer lange Teststrecke, auf der Motorfahrzeuglenker Trainings absolvieren können, um die Sicherheit beim Fahren zu verbessern. Der Pachtvertrag läuft Ende 2005 aus, das Zentrum wird voraussichtlich nach Schafisheim verlegt.

Verkehr

Veltheim liegt an der Hauptstrasse, die dem westlichen Aareufer entlang von Brugg nach Wildegg führt. Zwischen den Bahnhöfen dieser beiden Orte verkehrt eine Postautolinie. Eine Ortsverbindungsstrasse führt nach Oberflachs und ins Schenkenbergertal.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und ein Schulhaus mit Primarschule und Realschule. Die Sekundarschule und die Bezirksschule können in Schinznach-Dorf besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Baden.

Weblinks


- [http://www.veltheim.ch Offizielle Website der Gemeinde Veltheim]
- [http://www.veltheim.com Veltheim Driving Center] (Verkehrssicherheitszentrum) Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Aargau Kategorie:Schweizer Gemeinde

Holderbank AG

Holderbank ist eine Gemeinde im Bezirk Lenzburg im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt an der Aare auf halbem Weg zwischen Lenzburg und Brugg.

Geographie

Das lang gestreckte Dorf befindet sich in einem schmalen Landstreifen zwischen der Aare und dem steilen Westabhang des Chestenbergs (647 m ü. M), einem Ausläufer des Kettenjuras. Der schmale felsige Grat beginnt beim Schloss Wildegg unmittelbar neben der südlichen Gemeindegrenze, verläuft zuerst etwa einen Kilometer in nordnordöstlicher Richtung und biegt dann unvermittelt nach Osten ab. An diesen Grat schliesst sich im Norden ein Ausläufer des Scherzbergs an. Zwischen den beiden Bergen erstreckt sich ein kurzes Tal, das von zahlreichen Kiesgruben und Steinbrüchen geprägt ist. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 232 Hektaren, davon sind 82 Hektaren bewaldet und 78 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 647 Metern auf dem Grat des Chestenbergs, die tiefste Stelle liegt auf 350 Metern an der Aare. Nachbargemeinden sind Schinznach-Bad im Norden, Scherz im Nordosten, Lupfig im Osten, Möriken-Wildegg im Süden und Veltheim im Westen.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung von "Halderwang" erfolgte im Jahr 1259. Der Name setzt sich aus den althochdeutschen Wörtern "holuntar" (Holunder) und "wang" (Abhang) zusammen. In der Urkunde liessen Graf Rudolf I. von Habsburg (der spätere deutsche König) und sein Cousin Graf Gottfried von Habsburg-Laufenburg aufzeichnen, welche Lehen des elsässischen Klosters Murbach sie besassen. Rudolf I. kaufte kurz vor seinem Tod im Jahr 1291 dem Kloster den Hof Holderbank und zahlreiche weitere Besitzungen ab, darunter auch die Stadt Luzern. Der Hof entwickelte sich in der Folge zu einem kleinen Dorf. Die niedere Gerichtsbarkeit lag in den Händen der jeweiligen Bewohner von Schloss Wildegg. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Holderbank gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Das Dorf bildete einen Teil des Gerichtsbezirks Möriken im Amt Lenzburg, der während mehr als dreihundert Jahren von der Familie Effinger (den Wildegger Schlossherren) verwaltet wurde. Die Reformation wurde 1528 eingeführt. Ab Beginn des 18. Jahrhunderts wurde das Dorf als eine von Möriken losgelöste Gemeinde betrachtet. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Holderbank gehört seither zum Kanton Aargau. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Bewohner Holderbanks in der Landwirtschaft tätig oder arbeiteten in den Textilfabriken von Wildegg und Niederlenz. Im Jahr 1835 wurde dann eine Kattundruckerei eröffnet; diese ging allerdings in den 1890ern ein. Die am 15. Mai 1858 von der Schweizerischen Nordostbahn eröffnete Eisenbahnlinie zwischen Aarau und Brugg führte zwar unmittelbar am Dorf vorbei, doch die Gemeinde bemühte sich mehrmals vergeblich um einen Bahnhof; der nächstgelegene befand sich in Wildegg. 1897 nahm eine Kalkfabrik den Betrieb auf. Seit 1911 besteht der "Effingerhort", ein Rehabilitationshaus für Alkoholabhängige. Am meisten zum wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde trug jedoch die 1912 gegründete "Aargauische Portlandcementfabrik" bei. Diese nahm später den Namen der Standortgemeinde an, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zum zweitgrössten Zementkonzern der Welt und machte den Namen Holderbank weltweit bekannt. Während der Blütezeit zu Beginn der 1960er zählte das Stammwerk in Holderbank 300 Mitarbeiter, die jährlich 400'000 Tonnen Zement und 25'000 Tonnen Kalk produzierten. Die dazu benötigten Rohstoffe wurden direkt vor Ort oder auf der anderen Seite des Flusses in Veltheim und Auenstein abgebaut. 1974 wurde mit 860 Einwohnern der Höchststand in der Bevölkerungsentwicklung erreicht. Doch im selben Jahr musste die 1933 gegründete Keramikfabrik geschlossen werden. 1975 gab der Holderbank-Konzern die schrittweise Verlegung der Zementproduktion nach Rekingen und Würenlingen bekannt. Die Gemeinde erwarb vom Holderbank-Konzern das Steinbruchareal, das heute noch das Dorf in zwei Hälften teilt. Ab 1990 wurde das Gelände mit Aushubmaterial aufgefüllt; in naher Zukunft soll hier ein neues Dorfzentrum entstehen.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2004 lebten 769 Menschen in Holderbank, der Ausländeranteil betrug 26,0 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 48,3 % reformiert. 28,7 % römisch-katholisch, 8,3 % moslemisch und 2,6 % christlich-orthodox. 83,7 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, je 5,0 % Italienisch und Serbokroatisch, je 1,4 % Albanisch und Englisch.

Behörden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Die 5 Gemeinderäte sind:
- Simon Läuchli, Gemeindeammann
- Carmen Schlatter, Vize-Gemeindeammann
- Werner Schneider
- Rudolf Kehrli
- Ursula Beyeler Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Lenzburg zuständig. Holderbank gehört zum Friedensrichterkreis Othmarsingen.

Wirtschaft

In Holderbank gibt es rund 400 Arbeitsplätze, davon 2 % in der Landwirtschaft, 13 % in der Industrie und 85 % im Dienstleistungsbereich. Der grösste Arbeitgeber ist die FIXIT AG, die Gips, Mörtel und Beton herstellt. Der Zementkonzern Holcim (vormals Holderbank) hat an ihrem Ursprungsort die Produktion von Zement eingestellt und ist hier lediglich noch mit der Firmenstiftung und einer Generalunternehmung für den Bau von Zementfabriken vertreten.

Verkehr

Holderbank liegt verkehrsgünstig an der wichtigen Hauptstrasse Waldshut - Brugg - Lenzburg - Luzern, etwa fünf Kilometer vom Anschluss Aarau-West der Autobahn A1 entfernt. Seit 1999 besitzt das Dorf eine Haltestelle an der Schweizerische Bundesbahnen AG|SBB-Bahnlinie Olten - Aarau - Brugg, die eine Buslinie der Gesellschaft Regionalbus Lenzburg ersetzte.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Sämtliche Oberstufen der obligatorischen Volksschule können in Möriken-Wildegg besucht werden. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.

Weblinks


- [http://www.holderbank.ch Offizielle Website der Gemeinde Holderbank]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D1764.html Artikel Holderbank (AG)] im Historischen Lexikon der Schweiz
- [http://www.holderbank.ch/portrait/boner-geschichte.html Ausführliche Dorfgeschichte]
- [http://www.effingerhort.ch Effingerhort - Rehabilitationshaus für Alkoholabhängige] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Aargau Kategorie:Schweizer Gemeinde

Lupfig

Lupfig ist eine Gemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt vier Kilometer südlich des Bezirkshauptorts.

Geographie

Das Dorf liegt am westlichen Rand des Birrfelds, einer flachen Ebene zwischen Aare und Reuss. Die östlichen zwei Drittel des lang gestreckten Gemeindegebiets sind völlig flach. Dort befindet sich auch ein Sportflugplatz mit einer 600 Meter langen Flugpiste. Im Norden riegelt der 434 Meter hohe Guggerhübel das Birrfeld vom Hausener Tal ab. Ganz im Nordosten hat Lupfig einen kleinen Anteil am 500 Meter hohen Eiteberg. Das westliche Drittel liegt am stellenweise steilen Nordhang des Chestenbergs, einem Ausläufer des Kettenjuras. Die Fläche der Gemeinde beträgt 515 Hektaren, davon sind je 124 Hektaren bewaldet und überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 647 Metern auf dem Grat des Chestenbergs, die tiefste Stelle liegt auf 386 Metern. Nachbargemeinden sind Hausen im Norden, Mülligen im Osten, Birrhard im Südosten, Birr im Süden, Holderbank im Südwesten und Scherz im Westen. Lupfig ist mit Birr vollständig zusammengewachsen; die Grenzen zwischen diesen einst getrennten Dörfern sind nicht mehr auszumachen.

Geschichte

Die Ortschaft "Lupphanck" wurde erstmals 1270 erwähnt, als dem Kloster Wettingen in einer Besitzurkunde der Erwerb eines Grundstückes bestätigt wurde. Der Name bedeutet soviel wie "lüften" bzw. "lichten" und deutet auf eine Rodung hin. Lupfig gehörte zum Eigenamt, dem ältesten Besitz der Grafen von Habsburg, deren Stammsitz nur wenige Kilometer entfernt ist. 1397 wurden die Grund- und Gerichtsherrschaft an das Kloster Königsfelden in Windisch übertragen. 1415 wurde das Eigenamt ein Untertanengebiet der Stadt Bern und lag damit im so genannten Berner Aargau. Nach Einführung der Reformation im Jahr 1528 wurde das Kloster Königsfelden säkularisiert; Bern wandelte das Eigenamt in die Landvogtei Königsfelden um und übte nun sämtliche Rechte aus. Im März 1798 marschierten die Frazosen in die Schweiz, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Lupfig gehört seither zum Kanton Aargau. Der Anschluss ans Eisenbahnnetz erfolgte am 1. Juni 1882 durch die Eröffnung der Linie Brugg - Hendschiken der Aargauischen Südbahn. Bis 1950 war Lupfig ein stark von der Landwirtschaft geprägtes Dorf mit stagnierender Bevölkerungszahl. An der Landesausstellung 1964 in Lausanne wurden ambitiöse Pläne für eine Gartenstadt "Birrfeld" mit 15'000 Einwohnern vorgestellt. Doch dieses Projekt entsprach dem Fortschrittsglauben der 1960er und wurde nie verwirklicht. Bis etwa 1980 konzentrierte sich das Wachstum auf die Nachbargemeinde Birr. Doch seither haben sich auch in Lupfig grosse Unternehmen niedergelassen und die Bevölkerungszahl hat sich innerhalb von 25 Jahren mehr als verdoppelt. Dieses Wachstum wurde vor allem durch die 1996 eröffnete Bözbergautobahn begünstigt.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2004 lebten 1936 Menschen in Lupfig, der Ausländeranteil betrug 15,5 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 49,1 % reformiert, 32,2 % römisch-katholisch, 2,1 % christlich-orthodox und 3,1 % moslemisch; 0,9 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 89,4 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 3,5 % Italienisch, 1,3 % Serbokroatisch, je 0,8 % Albanisch, Englisch und Spanisch, 0,7 % Französisch.

Behörden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Die 5 Gemeinderäte sind:
- Ursula Andres-Binggeli, Gemeindeammann
- Richard Plüss, Vize-Gemeindeammann
- Ueli Wolleb
- Heinz Schmid
- Antonino Vecchio Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Lupfig gehört zum Friedensrichterkreis Windisch.

Wirtschaft

In Lupfig gibt es rund 1700 Arbeitsplätze, davon 3 % in der Landwirtschaft, 39 % in der Industrie und 58 % im Dienstleistungsbereich. Wie der Nachbarort Birr ist auch Lupfig stark industrialisiert. Die bekanntesten Unternehmen sind der Autoimporteur AMAG, die Grossbäckerei Hiestand und der Flugplatz mit der Fliegerschule.

Verkehr

Die Hauptstrasse von Lenzburg nach Brugg verläuft östlich des Dorfes durch die Industriezone. Nördlich des Dorfes verläuft die Autobahn A3. Der Autobahnanschluss liegt etwa zwei Kilometer nordöstlich des Dorfes. In der Industriezone befindet sich auch eine Bahnstation; Regionalzüge verkehren nach Aarau und Baden. Zusätzlich verkehrt eine Postautolinie zwischen Brugg und Mellingen. Von den verschiedenen Haltestellen aus gelangt man nach Brugg oder Mellingen. Am Morgen, über den Mittag und abends verkehren die Busse alle 15 Minuten, sonst alle 30 Minuten. Ganz im Osten liegt der Flugplatz Birrfeld [http://www.birrfeld.ch]. Dort stehen Luftaxis für Flüge ins In- und Ausland zur Verfügung.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und ein Schulzentrum mit Primarschule, Realschule und Sekundarschule. Die Bezirksschule kann in Windisch besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Baden.

Weblinks


- [http://www.lupfig.ch Offizielle Website der Gemeinde Lupfig]
- [http://www.bus-ab-brugg.ch/linien/64_birr/brugg-birr.html Postautolinie Brugg - Lupfig - Birr]
- [http://www.ibbinfoshop.ch/servlet/redirector/ibb/geoshop/client80_lupfigpublic.html elektronischer Ortsplan von Lupfig] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Aargau Kategorie:Schweizer Gemeinde

Birr AG

Birr ist eine Gemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Das Dorf liegt auf halbem Weg zwischen Lenzburg und Brugg. Birr ist bekannt als eine der Wirkungsstätten des Reformpädagogen Johann Heinrich Pestalozzi.

Geographie

Die Gemeinde liegt am westlichen Rand des Birrfelds, einer flachen Ebene zwischen Aare und Reuss. Der Chestenberg, ein Ausläufer des Juras östlich der Aare, bildet die südliche Grenze. Die Fläche der Gemeinde beträgt 505 Hektaren, davon sind 166 bewaldet und 124 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf dem Chestenberg auf 645 Metern, der tiefste Punkt auf 390 Metern. Nachbargemeinden sind Lupfig im Westen und Norden, Birrhard im Osten sowie Brunegg und Möriken-Wildegg im Süden. Birr ist mit Lupfig vollständig zusammengewachsen; die Grenzen zwischen dien einst getrennten Dörfern sind nicht mehr auszumachen.

Geschichte

"Bire" (schweizerdeutsch: Birne) wurde erstmals 1270 in einem Kaufvertrag genannt, der den Erwerb von Grundstücken in diesem kleinen Ort durch das Kloster Wettingen bestätigte. Birr war ein Teil des Eigenamts, dem ältesten Besitz der Grafen von Habsburg, deren Stammsitz drei Kilometer nordwestlich des Dorfes liegt. 1397 gelangten Grund- und Gerichtsherrschaft über Birr in den Besitz des Klosters Königsfelden in Windisch. 1415 eroberten die die Eidgenossen den Aargau und die Landesherrschaft wechselte von den Habsburgern zur Stadt Bern. Nach Einführung der Reformation im Jahr 1528 wurde das Kloster Königsfelden säkularisiert; Bern wandelte das Eigenamt in die Landvogtei Königsfelden um und übte nun sämtliche Rechte aus. säkularisiert 1771 zog der Reformpädagoge Johann Heinrich Pestalozzi auf den Neuhof, wo er sich zuerst als landwirtschaftlicher Unternehmer versuchte. Durch die Einführung neuer Gewächse und neuer Düngemethoden wollte er der teilweise verarmten Bauernschaft ein Beispiel geben, wie sie ihre Situation verbessern könnten. Nachdem dieses Unternehmen gescheitert war, nahmen er und seine Frau Anna an die 40 Kinder auf und verbanden industrielle Tätigkeit (Spinnen, Weben) mit Schulunterricht und sittlicher Erziehung. Aus wirtschaftlichen Gründen musste er die Anstalt um 1780 schliessen. Seit 1914 dient der Neuhof als Erziehungsheim. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Birr gehört seither zum Kanton Aargau. Der Anschluss ans Eisenbannetz erfolgte am 1. Juni 1882 durch die Eröffnung der Strecke Brugg - Hendschiken. Bis Mitte der 1950er blieb Birr ein kleines bescheidenes Bauerndorf. Doch dann wurde ein grosser Fabrikationsbetrieb der BBC (heute ABB) gebaut. Für die vielen (meist ausländischen) Arbeitnehmer der BBC wurde die Siedlung "Wyde" mit 500 Wohnungen errichtet. In nur zehn Jahren verfünffachte sich die Einwohnerzahl. Das Wachstum hat sich zwar seit 1970 deutlich verlangsamt, ist aber stets konstant geblieben.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2004 lebten 3751 Menschen in Birr, der Ausländeranteil betrug 45,9 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 35,2 % römisch-katholisch, 29,6 % reformiert, 9.0 % christlich-orthodox und 12,0 % moslemisch; 1,1 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 71,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 7,2 % Italienisch, 6,7 % Serbokroatisch, 5,2 % Albanisch, 1,6 % Türkisch, 1,3 % Französisch, 1,0 % Spanisch, 0,6 % Portugiesisch.

Behörden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Die 5 Gemeinderäte sind:
- Marianna Mattenberger, Gemeindeammann
- Arthur Parajola, Vize-Gemeindeammann
- Markus Büttikofer
- Fritz Feissli
- Kurt Thoma Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Birr gehört zum Friedensrichterkreis Windisch.

Wirtschaft

Das wirtschaftliche Hauptgewicht liegt in Birr bei der Industrie. Hier befinden sich unter anderem Betriebsstätten der ABB und der ALSTOM. Daneben gibt es weitere Industriebetriebe sowie zahlreiche Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen. Insgesamt werden etwa 1200 Arbeitsplätze angeboten, davon 2 % in der Landwirtschaft, 47 % in der Industrie und 51 % im Dienstleistungssektor.

Verkehr

Seit 1995 besitzt Birr eine Bahnstation an der SBB-Linie Lenzburg-Brugg. Eine Postautolinie verkehrt nach Brugg. Birr liegt knapp zwei Kilometer südlich des Autobahnanschlusses Brugg der A3. Birr profitiert von seiner ausgezeichneten Verkehrslage zwischen den Grossstädten Zürich und Basel.

Bildung

Im Schulzentrum der Gemeinde werden die Primar-, Real- und Sekundarschule geführt. Die Bezirksschule kann in Windisch oder Brugg besucht werden. Die nächst gelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Baden.

Weblinks


- [http://www.birr.ch Offizielle Website der Gemeinde Birr]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D1685.html Artikel Birr] im Historischen Lexikon der Schweiz
- [http://www.neuhof.org Berufsbildungsheim Neuhof]
- [http://www.bus-ab-brugg.ch/linien/64_birr/brugg-birr.html Postautolinie Brugg - Birr] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Aargau Kategorie:Schweizer Gemeinde

Brunegg

Brunegg ist eine Gemeinde im Bezirk Lenzburg im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt zwischen dem Reusstal und dem Bünztal.

Geographie

Das Haufendorf befindet sich am Südrand des flachen Birrfelds, etwas mehr als zwei Kilometer westlich der Reuss und knapp eineinhalb Kilometer nordöstlich der Bünz. Am Dorfrand ragt die Ostflanke des Chestenbergs steil in die Höhe. Dieser Ausläufer des Kettenjuras weist einen schmalen felsigen Grat auf, der sich westwärts über eine Länge von vier Kilometern bis fast zur Aare hin erstreckt. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 156 Hektaren, davon sind 39 Hektaren bewaldet und 34 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 590 Metern auf dem Grat des Chestenbergs, die tiefste Stelle liegt auf 409 Metern an der nordöstlichen Gemeindegrenze. Nachbargemeinden sind Birr im Norden, Birrhard im Nordosten, Mägenwil im Südosten, Othmarsingen im Süden und Möriken-Wildegg im Westen.

Geschichte

Die erste Erwähnung von Brunegg erfolgte im Jahr 1273. Das Dorf verdankt seine Existenz der gleichnamigen Burg, die im 13. Jahrhundert errichtet worden war. Sie diente dazu, die Südseite des habsburgischen Kernlandes, das Eigenamt, zu schützen und war von Ministerialen bewohnt. Die niedere Gerichtsbarkeit über das Dorf lag in den Händen der jeweiligen Burgbewohner. Als die Eidgenossen im Jahr 1415 den Aargau eroberten, war die Brunegg eine der wenigen Burgen, die Widerstand leistete. Das Dorf gehörte fortan zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau und war dem Gerichtsbezirk Othmarsingen im Amt Lenzburg zugeteilt. Die Reformation wurde 1528 eingeführt. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Brunegg gehört seither zum Kanton Aargau. Die Gemeinde war zunächst ein Bestandteil des Bezirks Brugg, wurde dann aber 1840 dem Bezirk Lenzburg zugeteilt. Als am 1. Juni 1882 die Bahnlinie Hendschiken - Brugg der Aargauischen Südbahn eröffnet wurde, erhielt Brunegg keinen eigenen Bahnhof. Fünf Jahre zuvor hatte sich die Gemeinde geweigert, sich an der Nationalbahn finanziell zu beteiligen und musste somit nicht die Folgekosten des Konkurses mittragen. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war das Dorf von der Landwirtschaft geprägt; am Chestenberg wurde etwas Weinbau betrieben. Nach der Eröffnung der nahe gelegenen Autobahn im Jahr 1970 erlebte die Gemeinde einen wirtschaftlichen Aufschwung; die Bevölkerungszahl ist seit 1980 um über sechzig Prozent angestiegen.

Sehenswürdigkeiten

Rund 120 Meter oberhalb des Dorfes befindet sich auf einem steil aufragenden Felssporn am östlichen Ende des Chestenberg-Grates das Schloss Brunegg, eine aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2004 lebten 472 Menschen in Brunegg, der Ausländeranteil betrug 9,1 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 59,7 % reformiert. 23,8 % römisch-katholisch und je 1,9 % moslemisch und christlich-orthodox; 1,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 94,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,4 % Italienisch.

Behörden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Die 5 Gemeinderäte sind:
- Heinz Brun, Gemeindeammann
- Alexandre Schenk, Vize-Gemeindeammann
- Andreas Bölsterli
- Kathrin Härdi
- Reto Urech Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Lenzburg zuständig. Brunegg gehört zum Friedensrichterkreis Othmarsingen.

Wirtschaft

In Brunegg gibt es rund 400 Arbeitsplätze, davon 4 % in der Landwirtschaft, 22 % in der Industrie und 74 % im Dienstleistungsbereich. Damit entspricht die Zahl der Arbeitsplätze fast jener der Einwohner, was für eine Gemeinde dieser Grösse bemerkenswert ist. Zu den wichtigsten Arbeitgebern gehören eine Papierfabrik, eine Türenfabrik, ein Kieswerk, mehrere Logistikbetriebe sowie eine Vieh-Auktionshalle.

Verkehr

Brunegg besitzt ausgezeichnete Verkehrsverbindungen. Östlich des Dorfes verläuft die wichtige Hauptstrasse zwischen Wohlen und Brugg. An dieser liegt auch der Anschluss Mägenwil der Autobahn A1. Vier Kilometer weiter nördlich befindet sich der Anschluss Brugg der Autobahn A3. Obwohl die Bahnlinie Lenzburg - Brugg unmittelbar am Dorf vorbei führt, gibt es hier keine Haltestelle. Stattdessen verkehrt eine Buslinie der Gesellschaft Regionalbus Lenzburg zu den Bahnhöfen in Lenzburg und Mägenwil.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule können in Othmarsingen besucht werden, die Bezirksschule in Möriken-Wildegg. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.

Weblinks


- [http://www.brunegg.ch Offizielle Website der Gemeinde Brunegg]
- [http://www.schule.brunegg.ch Schule Brunegg]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D1758.html Artikel Brunegg] im Historischen Lexikon der Schweiz Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Aargau Kategorie:Schweizer Gemeinde

Othmarsingen

Othmarsingen ist eine Gemeinde im Bezirk Lenzburg im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im Bünztal, knapp drei Kilometer östlich des Bezirkshauptorts.

Geographie

Das Dorf befindet sich in einer Talmulde beidseits der begradigten Bünz und ist auf drei Seiten von Wald umgeben. Es gibt zwei Siedlungsschwerpunkte, das Dorfzentrum am Westufer sowie das Gebiet um den Bahnhof. An der südöstlichen Gemeindegrenze liegt der Weiler Steinhof. Im Osten erhebt sich der "Berg", ein Ausläufer des Wagenrains, der die natürliche Grenze zum Reusstal bildet. Nordwestlich des Dorfzentrums fliesst die Bünz durch einen Einschnitt einer flachen Endmoräne, die gegen Ende der Würmeiszeit beim Rückzug des Reussgletschers entstanden ist. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 471 Hektaren, davon sind 193 Hektaren bewaldet und 107 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 542 Metern auf dem "Berg", die tiefste Stelle liegt auf 385 Metern an der Bünz. Nachbargemeinden sind Brunegg im Norden, Mägenwil im Nordosten, Hägglingen im Osten, Dottikon im Südosten, Hendschiken im Süden, Lenzburg im Südwesten und Möriken-Wildegg im Westen.

Geschichte

Einzelne Funde weisen auf eine Besiedlung während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit hin. Während der Römerzeit befand sich knapp jenseits der westlichen Gemeindegrenze (auf dem Gebiet der Stadt Lenzburg) eine grössere Siedlung (vicus) mit einem grossen Theater. Im 5. und 6. Jahrhundert liessen sich hier die Alemannen nieder. Die erste urkundliche Erwähnung von "Otvingen" erfolgte im Jahr 1086. Spätestens 1306 lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Habsburger. Die niedere Gerichtsbarkeit lag zuerst in den Händen der Herren von Rupperswil und gelangte nach deren Aussterben an die Herren von Hallwyl. Nach der Errichtung einer Kapelle im Jahr 1371 war das Dorf in kirchlichen Belangen während fast fünfhundert Jahren zweigeteilt, zwischen den Pfarreien Königsfelden (später Lenzburg) und Ammerswil. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Othmarsingen gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau und war der Hauptort eines Gerichtsbezirks im Amt Lenzburg. Das Dorf lag an der Grenze zu den Freien Ämtern und der Grafschaft Baden. Die Reformation wurde 1528 eingeführt. Während des Bauernkriegs (1653) und des Zweiten Villmergerkriegs (1712) wurde Othmarsingen von durchziehenden Truppen verwüstet. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Othmarsingen gehört seither zum Kanton Aargau. Am 6. September 1877 wurde der Abschnitt Winterthur - Zofingen der Nationalbahn mit einem Bahnhof in Othmarsingen eröffnet. Der Konkurs dieser Gesellschaft im darauf folgenden Jahr traf die Gemeinde hart, da sie sich finanziell stark engagiert hatte; jahrzehntelang mussten die Schulden abbezahlt werden. Am 1. Juni 1882 eröffnete die Aargauische Südbahn die Strecke Hendschiken - Othmarsingen - Brugg. War die wirtschaftliche Geschehen zunächst von der Landwirtschaft geprägt, siedelten sich nach der Jahrhundertwende mehrere Industriebetriebe an, darunter die Confiseriefabrik Disch. 1968 nahm der Armeemotorfahrzeugpark der Schweizer Armee den Betrieb auf.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2004 lebten 2187 Menschen in Othmarsingen, der Ausländeranteil betrug 21,5 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 45,7 % reformiert. 30,8 % römisch-katholisch, 6,4 % moslemisch und 2,9 % christlich-orthodox; 1,2 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 84,4 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, je 2,1 % Italienisch und Türkisch, 1, 8 % Albanisch, 1,6 % Serbokroatisch, je 0,7 % Englisch, Französisch und Portugiesisch.

Behörden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Die 5 Gemeinderäte sind:
- Walter Urech (SP), Gemeindeammann
- Richard Zeller (FDP), Vize-Gemeindeammann
- Andreas Stritt (FDP)
- Anton Ledergerber (SVP)
- Christine Trösch (FDP) Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Lenzburg zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter, der auch für die Gemeinden Ammerswil, Brunegg, Dintikon, Holderbank und Möriken-Wildegg verantwortlich ist.

Wirtschaft

In Othmarsingen gibt es rund 800 Arbeitsplätze, davon 4 % in der Landwirtschaft, 33 % in der Industrie und 63 % im Dienstleistungsbereich. Bekannt ist der Armeemotorfahrzeugpark Othmarsingen, der in naher Zukunft zu einem Logistikzentrum der Schweizer Armee ausgebaut werden soll. Ein weiterer wichtiger Arbeitgeber ist das Süsswaren- und Pharmaunternehmen Disch AG. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den grösseren Gemeinden der Umgebung oder in der Agglomeration Zürich.

Verkehr

Othmarsingen besitzt ausgezeichnete Verkehrsverbindungen. Nordöstlich des Dorfzentrums kreuzen sich die Hauptstrassen Wohlen - Brugg und Lenzburg - Baden. Neben der Kreuzung befindet sich der Anschluss Mägenwil der Autobahn A1, der Anschluss Lenzburg liegt westlich des Dorfes. Der Anschluss Brugg der A3 ist sechs Kilometer entfernt. Beim SBB-Bahnhof Othmarsingen kreuzen sich zwei bedeutende Eisenbahnstrecken, die Ost-West-Hauptlinie Bern - Zürich sowie die Strecke Basel - Brugg - Arth-Goldau, die vor allem für den Güterverkehr von Bedeutung ist. Hier halten die Linie S3 der Zürcher S-Bahn (Aarau - Zürich - Wetzikon) sowie Regionalzüge nach Brugg - Baden und Wohlen - Muri. Eine Buslinie der Gesellschaft Regionalbus Lenzburg fährt nach Lenzburg.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über zwei Kindergärten und zwei Schulhäuser, in denen die Primarschule, die Realschule und die Sekundarschule unterrichtet werden. Die Bezirksschule kann in Lenzburg besucht werden. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.

Weblinks


- [http://www.othmarsingen.ch Offizielle Website der Gemeinde Othmarsingen]
- [http://schoth.educanet2.ch/web Schule Othmarsingen] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Aargau Kategorie:Schweizer Gemeinde

Lenzburg

Lenzburg ist eine Stadt im Zentrum des Schweizer Kantons Aargau. Der Hauptort des gleichnamigen Bezirks liegt im Seetal am Aabach, rund drei Kilometer südlich der Aare.

Geographie

Das Gelände wird durch zwei Molassehügel geprägt, die sich rund hundert Meter über der ansonsten flachen Ebene erheben. Während der Schlossberg (504 m ü. M.) fast kreisrund ist und lediglich einen Durchmesser von etwa 250 Metern aufweist, ist der gleich nebenan liegende Goffersberg (507 m) ellipsenförmig und besitzt ein knapp fünfhundert Meter langes und fünfzig Meter breites Hochplateau. Zwischen dem Schlossberg mit dem imposanten Schloss Lenzburg und dem Aabach liegt die mittelalterliche Altstadt. Der nordöstliche Teil des Gemeindegebiets besteht aus einer flachen Endmoräne, die während der Würmeiszeit beim Rückzug des Reussgletschers entstanden ist; dort liegen zwei markante Findlinge, der Kleine und der Grosse Römerstein. Im Südosten erheben sich der "Berg" (560 m) und der Lütisbuech (538 m), zwei Ausläufer des Rietenbergs; dieser bildet die Grenze zwischen dem Seetal und dem Bünztal. Lenzburg ist mit seinen Nachbargemeinden Niederlenz und Staufen zu einer zusammenhängenden Agglomeration zusammengewachsen; die Grenzen zwischen den einst getrennten Orten sind kaum mehr erkennbar. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 1133 Hektaren, davon sind 566 Hektaren bewaldet und 305 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 560 Metern auf dem Gipfel des "Bergs" an der südlichen Gemeindegrenze, die tiefste Stelle liegt auf 390 Metern am Aabach. Nachbargemeinden sind Rupperswil im Nordwesten, Niederlenz und Möriken-Wildegg im Norden, Othmarsingen im Nordosten, Hendschiken im Osten, Ammerswil im Südosten, Egliswil Süden, Seon im Südwesten sowie Staufen im Westen. Seon

Geschichte

Die ältesten Funde stammen aus der Jungsteinzeit, darunter ein über 5000 Jahre altes Gräberfeld. In der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts entstand auf dem Lindfeld nordöstlich des Stadtzentrums eine römische Siedlung (vicus), die zu ihrer Blütezeit etwa 500 Einwohner zählte. Anziehungspunkt war ein Theater mit über 4000 Sitzplätzen. Der Niedergang setzte zu Beginn des 3. Jahrhunderts ein und spätestens bei den Einfällen der Alemannen (259 bis 270 n. Chr.) wurde die Siedlung aufgegeben. Nachdem das Gebiet mehr als 200 Jahren unbewohnt war, entwickelte sich im 5. und 6. Jahrhundert eine alemannische Siedlung. Die erste urkundlic