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High School

High School

Die High School oder Secondary School ist eine weiterführende Schule in Australien, der Volksrepublik China, Hong Kong, Japan, Kanada, Singapur, Südkorea und den USA. Sie stellt dort das letzte Segment der gesetzlichen Ausbildung dar.

USA

Die US-amerikanische High School ist mit der deutschen Gesamtschule vergleichbar, allerdings nur teilweise, da es in den USA das Nebeneinander von Gesamtschule und anderen weiterführenden Schulen nicht gibt und daher alle Kinder (außer Privatschüler) auf die High School gehen. Dadurch ist das Niveau breiter gestreut als auf deutschen Gesamtschulen. Die High School ist eine Einheitsschule für die sekundäre Ausbildung und baut meist auf der Primary School oder Elementary School (einer fünfjährigen Grundschule) auf. Dabei gibt es allerdings keine einheitliche Regelung. So gibt es in manchen US-Bundesstaaten auch nach einer fünfjährigen Grundschule (vom "Kindergarten"-Jahr bis zur vierten Klasse) eine zweijährige Grade School (fünfte bis sechste Klasse), auf die der Besuch der High School folgt. Der Besuch der High School teilt sich in der Regel in die Junior High School, die die Klassenstufen 7 und 8 enthält, und die Senior High School, die die Klassenstufen 9 bis 12 umfasst. In einigen Bundesstaaten können Junior High School und High School auch nochmals getrennte Schulen sein. Daneben wird "Grade School" teilweise auch als Begriff für alle Klassen bis zur achten gebraucht, also für das Kindergartenjahr und für alle Klassen, die normalerweise mit Nummern bezeichnet werden. Die "Grade School" heißt in einigen Bundesstaaten auch "Middle School".

Klassenstufen

In der Senior High School werden die Klassen meist nicht mit Nummern bezeichnet, sondern es werden den Schülern der einzelnen Klassenstufen Namen gegeben:
- die Neuntklässler heißen freshmen
- die Zehntklässler heißen sophomores
- die Elftklässler heißen juniors
- die Zwölftklässler heißen seniors
- die Dreizehntklässler (in den USA kaum üblich, jedoch in Kanada) heißen grandfathers Dieselben Bezeichnungen werden auch in US-amerikanischen Colleges und Universitäten für das erste bis vierte Jahr geführt.

Unterricht und Niveau

Neben dem obligatorischen akademischen Unterricht, dessen Niveau die Schüler selbst durch Einschreibung in leichte, mittlere oder schwere Kurse bestimmen können, bieten die meisten High Schools auch Schulfächer wie Chor sowie berufsvorbereitende Kurse wie Automechanik oder Buchhaltung an, die eher mit der deutschen Berufsschule oder Handelsschule vergleichbar sind. Die High School ist meist eine "Dreivierteltagsschule" mit sechs vollen Stunden Unterricht pro Tag und dazwischen einer Mittagspause, in der in einer Schulkantine gegessen werden kann. Gewöhnlich beginnt der Unterricht um ca. 9 Uhr und endet gegen 15:30 Uhr; für (etwa wegen Berufstätigkeit der Eltern) früher kommende oder später gehende Schüler existiert meist ein beaufsichtigter Aufenthaltsraum. Samstag und Sonntag sind frei. Insgesamt wird meist ca. 36 Wochen pro Jahr unterrichtet. Die Sommerferien sind recht lang, daneben gibt es noch Weihnachtsferien und das Spring Break. In vielen Bundesstaaten hat man jeweils während eines Halbjahres jeden Tag den gleichen Stundenplan. Englisch und Mathematik sind oft durchgehend obligatorisch und werden immer auf mehreren Niveaus angeboten, andere Fächer wechseln von Halbjahr zu Halbjahr. Anders als an den meisten deutschen Schulen bieten US-amerikanische High Schools viele sich meist direkt an den Schulschluss anschließende nebenunterrichtliche Aktivitäten (extracurricular activities) wie verschiedene Sportarten (z. B. American Football, Fußball (Soccer), Basketball, Baseball, Leichtathletik, Ringen, Volleyball) und Clubs (Theaterclub, Debattierclub, National Honor Society, Future Business Leaders of America, etc.) an. Diese finden gewöhnlich an jedem Schultag statt, bei den Sportarten kommen noch Spiele am Wochenende hinzu. Sportarten laufen gewöhnlich über ein Drittel des Schuljahres, wobei es gewisse Standardzuordnungen gibt: z.B. American Football und Fußball im Herbst, Basketball und Volleyball im Winter, Baseball und Leichtatlethik im Frühjahr. In der Regel wird die High School nach Besuch der 12. Klasse mit dem Erhalt des High School Diploma abgeschlossen. Der Wissens- bzw. Bildungsstand der High-School-Absolventen ist keineswegs einheitlich, da der Schüler das Niveau des Unterrichts durch Kurswahlen selbst bestimmen kann. Selbst innerhalb eines Bundesstaates kann das Niveau von Schulbezirk zu Schulbezirk erheblich variieren, da diese Bezirke (mit von den Bürgern gewählten "School Boards") in ihren Entscheidungen relativ viel Eigenständigkeit haben. Colleges und Universitäten verlangen deshalb von ihren Bewerbern standardisierte Tests, unter denen der SAT der wichtigste ist. Sehr grob gemittelt entspricht der High-School-Abschluss etwa dem Niveau der deutschen Mittleren Reife oder der Fachhochschulreife. In besonders sozial schwachen Gebieten erreichen Abgänger staatlicher High Schools selten den Wissenstand, der für den deutschen qualifizierten Hauptschulabschluss gefordert ist, andererseits gibt es aber durchaus auch Absolventen, die deutsches Gymnasialniveau erreichen. Daneben gibt es in manchen Gebieten auch recht viele dropouts, die nach dem Ende der Schulpflicht mit 16 Jahren die High School abbrechen. In einigen Gebiete mit sehr hoher Dropout-Quote - vor allem im ländlichen Raum - liegt das Durchschnittsniveau der auf der Schule verbleibenden Schüler naturgemäß oft etwas höher als an anderen High Schools.

Private High Schools

Es gibt neben den staatlichen High Schools auch private High Schools. Der Abschluss an privaten High Schools, den sogenannten prep schools (preparatory schools) entspricht in der Regel dem deutschen Abitur (oder Fachabitur) bzw. der österreichischen und schweizerischen Matura. Anders als im deutschsprachigen Raum, wo Privatschulen bis zu 90% vom Staat finanziert werden, erhalten amerikanische Privatschulen keinerlei öffentliche Gelder, sondern finanzieren sich durch Schulgeld, Sponsoren und Spendenaktionen. Ein Großteil der Privatschulen sind in kirchlicher Trägerschaft, in vielen besteht Uniformpflicht. Kategorie:Bildung (USA)
- Weitere Länder aus obiger Aufzählung
- Hat UK nicht auch High Schools? --Flominator 13:08, 18. Aug 2005 (CEST) ja:高等学校

Weiterführende Schule

Weiterführende Schulen sind Schulen, die nach der Grundschulzeit oder später besucht werden.

Siehe auch


- Schulsystem in Deutschland
- Schulsystem in der Schweiz
- Schulsystem in Österreich
- High School in Australien, der Volksrepublik China, Hong Kong, Japan, Kanada, Singapur, Südkorea und den USA Kategorie:Schultypen/-system ja:高等学校 ko:고등학교

Australien

Australien (engl. und lat.: Australia = Land im Süden gelegen) ist flächenmäßig der sechstgrößte Staat der Erde und nimmt die Hauptlandmasse des Kontinents Australien ein. Australien wird auch als Down Under oder schlicht Oz (Abk. von Australia) bezeichnet . Australien liegt auf der Südhalbkugel nordwestlich von Neuseeland und südlich von Indonesien, Timor-Leste, West-Papua und Papua-Neuguinea. Es umfasst die gesamte Hauptlandmasse des Kontinents Australien sowie die vorgelagerte Insel Tasmanien und einige kleinere Inseln. Darüber hinaus gehören noch die pazifische Norfolkinsel, die Kokosinseln, die Weihnachtsinsel und die Ashmore- und Cartier-Inseln im Indischen Ozean sowie das australische Antarktisterritorium und die subantarktischen Inseln Macquarieinsel und Heard- und McDonald-Inseln als „Außengebiete“ zum Australischen Bund.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Australiens Die Gesamtfläche des Landes umfasst etwa 7,7 Millionen Quadratkilometer. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 3.700 km, die West-Ost-Ausdehnung ungefähr 4.000 km. Geographisch lassen sich drei Großlandschaften unterscheiden. Das Tafelland des Westaustralischen Plateaus nimmt etwa 60 Prozent des Kontinents ein. Hier liegen die großen Trockengebiete der Großen Sandwüste, der Gibsonwüste, der Großen Victoriawüste und der Nullarbor-Wüste. Kleinere Gebirge wie die MacDonnell Ranges und Inselberge wie der Uluru überragen das Plateau. Im Osten schließt sich das Sedimentbecken der Mittelaustralischen Senke an. Hier findet man mit der Simpsonwüste sowohl die trockenste Region des Landes als auch das größte Flußsystem, das Murray-Darling-Becken. Der Osten des Landes ist von der Great Dividing Range geprägt, die sich über 3.200 km von Norden nach Süden erstreckt. Auch Tasmanien kann als Teil dieser Gebirgskette angesehen werden. Mit 2.229 m befindet sich in den zur Great Dividing Range gehörenden Snowy Mountains der höchste Berg des Kontinents, der Mount Kosciuszko. Der höchste Berg und gleichzeitig der einzige Vulkan auf australischem Hoheitsgebiet ist mit 2.745 m der auf der unbewohnten Insel Heard gelegene Big Ben. Ein Großteil der westlichen und zentralen Landesteile sind unbewohnbar, im Outback findet sich Platz für extensive Weidewirtschaft – 130 Mio. Schafe und 25 Mio. Rinder. Die Hauptstadt Canberra (308.700 Einwohner) ist eine eigens angelegte Stadt (Planhauptstadt) zwischen Sydney und Melbourne, da diese beiden Städte sich nicht einigen konnten, welche die Hauptstadt sein sollte. Die größten und bekanntesten Städte sind Sydney (4,2 Mio. Ew.), Melbourne (3,6 Mio. Ew.), Brisbane (1,7 Mio. Ew.), Perth (1,4 Mio. Ew.) und Adelaide (1,1 Mio. Ew.). Siehe auch Liste der Flüsse in Australien, Liste der Seen in Australien, Liste der Städte in Australien

Klima

Aufgrund der großen Nord-Südausdehnung des Landes finden sich hier sehr unterschiedliche Klimazonen. Der Norden ist tropisch, es schließt sich ein subtropisches Gebiet an, im Süden ist das Klima gemäßigt. Wetter und Klima werden hauptsächlich von drei Phänomenen bestimmt, dem Tropischen Tiefdruckgürtel, der Passatwindzone und den Subpolaren Westwinden. Im Sommerhalbjahr von November bis April treten im Norden aufgrund eines Hitzetiefs starke Regenfälle auf. Zusätzlich kommt es über der Timorsee zu Wirbelstürmen. Südaustralien liegt zu dieser Zeit im subtropischen Hochdruckgürtel und bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Im Winterhalbjahr, Mai bis Oktober, bleibt dagegen der Norden aufgrund eines Hochdruckgebiets trocken, Süden und Südwesten des Landes liegen in der Westwindzone und sind Niederschlägen ausgesetzt. Südostpassatwinde bringen den Gebirgen des Ostens ganzjährig Steigungsregen. Das Zentrum des Landes bleibt ganzjährig weitgehend trocken, 80 Prozent der Fläche Australiens sind semiaride und aride Gebiete mit weniger als 250 mm Niederschlägen im Jahr.

Flora und Fauna

arid siehe auch den Hauptartikel Fauna Australiens Auf dem australischen Kontinent, der seit über 200 Millionen Jahren durch Ozeane von der übrigen Welt getrennt ist, konnte sich eine große Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren entwickeln. Zeugnis dieser isolierten Entwicklung sind z.B. die Beuteltiere (engl.: marsupials) Australiens, die ansonsten nur noch in Süd- und Nordamerika vertreten sind. Von den rund 20.000 heimischen Pflanzenarten in Australien sind ca. 85 % ausschließlich auf diesem Kontinent zu finden. Typisch für die australische Vegetation sind die Eukalyptus- und Akazienbäume, von beiden gibt es über 600 Arten. Der schnellwüchsige und anspruchslose Eukalyptusbaum kommt in den verschiedensten Umgebungen vor, auch im heißen und trockenen Zentralaustralien. Die Größe variiert von Buschhöhe bis zu 90 m. Im Südosten von Australien gibt es ausgedehnte Waldgebiete, die dichteste Vegetation findet sich in den tropischen Regenwäldern von Nordqueensland. Starke Abholzung führt zu einer Gefährdung des Bestandes und bedroht die Artenvielfalt in den Wäldern. In Trockengebieten Westaustraliens kommt der Baobab-Baum vor, auch Flaschenbaum genannt, der in seinem Stamm Wasser speichern kann. Weite Flächen des Landesinneren sind von Grasland geprägt, die bedeutendste Pflanzengesellschaft hier ist das Spinifex-Grasland, das etwa ein Viertel der Landesfläche einnimmt. Typische Vertreter der australischen Tierwelt sind die Beuteltiere. Bekannte Vertreter sind die Kängurus mit über 40 Arten, der Koala, der Wombat, der Tasmanische Teufel oder Beutelteufel, die Beutelmaus und die Gattung der Kletterbeutler (Possums). Einzigartig auf der ganzen Welt sind Eier legende Säugetiere (Kloakentiere), die nur in Australien und Neuguinea vorkommen, in Australien vertreten durch das Schnabeltier (engl. Platypus) und den Ameisenigel (engl. Echidna). Vor der Besiedlung Australiens durch den Menschen waren Plazentatiere nur durch Fledermäuse, Flughunde, Robben und Nagetiere vertreten. Durch den Menschen eingeführte Säugetiere wie Dingos, Kaninchen, Kamele, Füchse usw. stellen heute allerdings eine starke Gefährdung für die australische Fauna dar, vor allem für kleinere heimische Säuger, die der Konkurrenz und dem erhöhten Raubdruck nicht gewachsen sind. Die Vogelwelt Australiens mit den zahlreichen Papageien (Wellensittiche, Lories, Kakadus) und dem australischen Eisvogel (Kookaburra) ist sehr artenreich. Reptilien sind vor allem mit Schlangen, Schildkröten, Krokodilen und Echsen vertreten. Einen einzigartigen Lebensraum bildet auch das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens, mit einer Länge von 2.012 km das größte Korallenriff der Erde. Auch hier besteht die Gefahr einer nachhaltigen Störung des ökologischen Gleichgewichts durch die intensive industrielle Fischerei in den umliegenden Gewässern und den Tourismus. ökologischen Gleichgewichts Australien reagierte auf die Gefährdung von Fauna und Flora schon früh mit dem Einrichten von großflächigen Naturschutzgebieten, die auch Teile des Meeres umfassen. Der schon 1879 gegründete Royal National Park südlich von Sydney gilt als ältester Nationalpark der Welt. Rund 12 % der Landesfläche sind zu Schutzzonen erklärt worden. Elf Gebiete gehören dem Weltkulturerbe an. Dazu gehören unter anderem der Uluru-Kata Tjuta National Park mit dem Uluru (auch: Ayers Rock), das Great Barrier Reef und die Blue Mountains. Siehe auch Nationalparks in Australien

Bevölkerung

Nationalparks in Australien Die Zusammensetzung der australischen Bevölkerung spiegelt die Einwanderungsmuster des Landes wieder. Rund 92% der Bevölkerung sind europäischer, 7% asiatischer Abstammung. 2,4% der Bevölkerung bezeichnen sich als zumindest teilweise indigener Abstammung. Rund 15% der Weißen sind nicht britischer oder irischer Abstammung. Insbesondere Einwanderer aus Ex-Jugoslawien (ca. 800.000), Griechenland (ca. 600.000), Italien (ca. 600.000) und Polen (ca. 200.000) bilden eigene Minderheiten in Australien. Über 1,3 Millionen Australier haben mindestens einen deutschen Vorfahren. Englisch ist mit etwa 79% der Bevölkerung die am meisten gesprochene Sprache, jeweils rund 2% sprechen chinesische Dialekte oder Italienisch. Seitdem in den 60er Jahren die 'weiße' Einwanderungspolitik Australiens allmählich aufgehoben wurde, verstärkt sich vor allem die Immigration aus den asiatischen Ländern. In den 90er Jahren wuchs die Bevölkerung durch Einwanderung um 1,4% jährlich. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung sind nicht im Land geboren. Die australische Geburtenrate beträgt 1,8 Kinder pro Frau. Die Lebenserwartung beträgt 75 Jahre für Männer, 81 Jahre für Frauen, bei Aborigines 20 Jahre weniger (WHO, 1999). Australien ist sehr stark urbanisiert, 92% der Bevölkerung leben in Städten, vor allem in den großen Zentren an der Südostküste, auf Tasmanien und im Großraum Perth. Das Zentrum des Landes ist nahezu menschenleer. Die Mehrheit der Australier gehört christlichen Religionsgemeinschaften an (Quelle: Volkszählung 2001). 26,6% bezeichneten sich als römisch-katholisch, 20,7% als Anglikaner, weitere 20,7% als Mitglieder anderer christlicher Kirchen. Zum Buddhismus bekennen sich 1,9% der Bevölkerung, zum Islam 1,5%, zu traditionellen australischen Aborigines-Religionen 0,3%. 15,3% bezeichnen sich als areligiös. Von 12,7% wurde die entsprechende Frage in der Volkszählung nicht beantwortet.

Indigene Bevölkerung

Die indigene Bevölkerung des australischen Kontinents setzt sich aus den Aborigines des Festlands und den Torres-Strait-Insulanern, die auf den Inseln der Torres-Strait zwischen Queensland und Papua-Neuguinea leben, zusammen. Vor der Ankunft der Europäer betrug ihre Zahl Schätzungen zufolge zwischen 300.000 und 1 Million Menschen. Diese stellten jedoch kein einheitliches Volk dar sondern gehörten einer Vielzahl verschiedener Kulturen mit über 200 unterschiedlichen Sprachen an, Die britische Krone deklarierte Australien als terra nullius, also unbewohntes Land, als sie das Land für sich in Anspruch nahm. Damit verloren die Aborigines jegliche Rechte auf ihr Land. Erst 1967 erhielten die Aborigines den Status als Staatsbürger. Mit der Errichtung einer Zeltbotschaft vor dem Parlamentsgebäude in Canberra 1972 sollte der Dialog zwischen indigener Bevölkerung und Regierung gefördert werden. Allerdings wurde erst 1992 mit dem Mabo-Urteil die Bezeichnung Australiens als terra nullius revidiert, wodurch es für Aborigines und Torres-Strait-Insulaner möglich wurde, unter bestimmten Voraussetzungen Ansprüche auf Land zu erheben. Trotz dieser Verbesserungen im Status unterscheidet sich die indigene Bevölkerung Australiens auch heute noch vom Rest der Bevölkerung, vor allem in der Gesundheits-, Kriminalitäts- und Arbeitslosenstatistik. Heute bezeichnen sich 410.003 Australier selbst als indigenen Ursprungs (Stand 2001), also 2,4% der Bevölkerung. 29% von ihnen leben in New South Wales, 27% in Queensland, 14% in Western Australia und 13% im Northern Territory. Im letztgenannten Territorium stellen sie 29% der Gesamtbevölkerung, South Australia und Victoria haben nur geringe Anteile indigener Bevölkerung. Die meisten Aborigines haben ihre traditionelle Lebensweise zum größten Teil aufgegeben, das heißt sie leben heute nicht mehr in der ursprünglichen Stammesform wie sie seit Tausenden von Jahren existiert. Mehr als 70% der Aborigines leben in Städten. Die Interessen der indigenen Bevölkerung gegenüber der Regierung werden heute vor allem von der ATSIC (Aborigine and Torres Strait Islander Commission) vertreten.

Geschichte

Wann die Besiedlung Australiens durch Menschen begann, ist bis heute umstritten. Spuren davon werden auf bis zu 120.000 Jahre zurück datiert. Die Aborigines leben seit mindestens 50.000 bis 60.000 Jahren auf dem Kontinent und gehören damit zu den ältesten Kulturen der Welt. Trotz der isolierten Lage des Kontinents standen die Aborigines in Kontakt zu anderen Kulturen. Bis zur Überflutung der Landbrücke zu Neuguinea vor ungefähr 6.000 Jahren bestand ein fast ungehinderter kultureller Austausch zwischen Neuguinea und dem Norden Australiens. Nachdem die neu entstandenen Inseln der Torres Strait vor etwa 1.000 Jahren durch melanesische Seefahrer besiedelt wurden, kam es erneut zu Interaktionen mit Bewohnern des nördlichen Australien. Auch chinesische und indische Händler sowie indonesische Fischer besuchten vermutlich die australischen Küsten seit mehreren Jahrhunderten. Der kulturelle Einfluss dieser Besucher wird in vielen Fels- und Rindenmalereien der Aborigines deutlich. Ein weiteres Zeugnis dieser Handelsbeziehungen ist der Dingo, der wahrscheinlich vor etwa 6.000 Jahren durch südostasiatische Seefahrer eingeführt wurde.

Entdeckung

Dingo Lange vor der Entdeckung Australiens hatten Gelehrte im alten Europa die Existenz eines Südkontinentes behauptet. Häufig wird das rätselhafte "Südland" (lat. terra australis) erwähnt. Marco Polo segelt 1292 von China zurück nach Venedig und erwähnt ein an Gold und Muscheln reiches Land südlich von Java. Im 16. und 17. Jahrhundert erreichen vermutlich portugiesische, französische und spanische Seefahrer die Küsten Australiens und gehen an Land. Als gesichert gilt allerdings erst die Entdeckung der Cape York Peninsula durch den Niederländer Willem Jansz im Jahre 1606. Im Juli 1629 strandete das Handelsschiff Batavia der Niederländischen Ostindienkompanie an der Westküste, aber dessen Kapitän Francisco Pelsaert maß seiner Entdeckung keine entscheidende Bedeutung zu. Erst im Jahre 1642 entschloss sich die Niederländische Ostindien-Kompanie, den Kontinent durch eine geplante Expedition zu erforschen. Abel Tasman entdeckte dabei das heutige Tasmanien. Eine weitere Expedition, die im Jahre 1696 unter Willem de Vlamingh begann, kartografierte Teile der Westküste Australiens. Da die Landschaft aber trocken und unfruchtbar wirkt, zeigten die Holländer kein Interesse, Australien zu kolonisieren. Tasman prägte 1644 die Bezeichnung "Neuholland", die bis 1824 in Gebrauch war, erst dann führten die Briten den heute gültigen Namen ein.

Kolonisation

Im April oder Mai 1770 erreichte schließlich Kapitän James Cook die fruchtbarere Ostküste Australiens und nahm das Land formell als britische Kolonie New South Wales für die Krone in Besitz. Der Zweck seiner Reise war das Auffinden der sog. Terra Australis, die nach einer in der Zeit gängigen Theorie als Gegengewicht zu den Landmassen im Norden der Erdkugel vorhanden sein müsse. Nachdem die USA von Großbritannien unabhängig war, suchte die britische Regierung nach neuen Möglichkeiten, Kolonien für ihre Sträflinge einzurichten. Am 26. Januar 1788 trafen daher die ersten 11 Schiffe der "First Fleet" ("Ersten Flotte") mit Siedlern und Verurteilten unter der Führung von Captain Arthur Phillip im Port Jackson ein. Die neue Ansiedlung wurde Sydney genannt, nach dem Viscount Sydney, dem obersten Kolonialbeamten Australiens. Bis 1868 wurden 160.000 Gefangene dorthin verbannt. 1801-1803 umsegelte Matthew Flinders als erster den gesamten Kontinent.

Gründung neuer Kolonien

1792 landet eine französische Expedition auf Tasmanien, um das Land zu erkunden. Daraufhin entscheiden sich die Briten, auch hier möglichst schnell eine Kolonie einzurichten. 1803 errichten sie Risdon Cove am Derwent River, ein Jahr später Hobart Town, ebenfalls am Derwent, und George Town am Tamar River. 1825 wird das damalige Van-Diemen's-Land zu einer eigenständigen Kolonie erklärt. 1824 entsteht eine neue Strafkolonie in der Mündung des Brisbane River. Die Abgeschiedenheit dieser Lage soll die Sicherheit der Kolonie erhöhen. Nachdem jedoch auch freie Siedler verstärkt zu den fruchtbaren Weidegründen des Nordens drängen, gibt die Kolonie das Land 1842 auch zur Besiedlung frei. 1859 wird Queensland dann als von New South Wales unabhängige Kolonie ausgerufen. 1835 handeln tasmanische Geschäftsleute den Aborigines 240.000 Hektar in der Gegend des heutigen Melbourne ab und gründen Port Phillip. Obwohl dieser Handel als illegal gilt, gibt die Kolonieführung dem Druck der wachsenden Bevölkerung nach und muss auch hier das Land offiziell zur Besiedlung freigeben. 1851 separiert sich die neue Kolonie Victoria offiziell von New South Wales. Die Kolonie New South Wales nahm zunächst den gesamten östlichen Teil des Kontinents ein, nur das westliche Drittel blieb weiterhin als Neuholland von den Briten unbeansprucht. Um die Gefahr einer Kolonisierung Westaustraliens durch Frankreich zu verhindern, gründeten die Briten 1826 auch hier eine Siedlung, Albany. Die Kolonie Western Australia wurde 1829 mit Gründung von Perth ausgerufen. Obwohl ursprünglich keine Sträflinge hierher verschickt werden sollten, forderten die freien Siedler 1850 die Aufhebung dieser Praxis, um die neue Kolonie mit billigen Arbeitskräften auszustatten. South Australia wurde ebenfalls als sträflingsfreie Kolonie geplant. Im Zuge der systematischen Kolonisierung nach Plänen von Edward Gibbon Wakefield wurde Land verkauft, die Erlöse wurden darauf verwandt, freie Siedler in die Kolonie zu bringen. 1836 wurde Adelaide gegründet, im selben Jahr wurde South Australia als Provinz Großbritanniens ernannt.

Weg zur Nation

Nordöstlich von Melbourne wird am 22. August 1851 in Victoria Gold gefunden, die Geschichte Australiens prägt mehrere Jahre ein Goldrausch. Minenarbeiter in Ballarat initiieren im November 1854 den Eureka Stockade-Aufstand, den einzigen bewaffneten Aufstand der australischen Geschichte. Die Aufständischen forderten demokratische Reformen, der Aufstand wurde allerdings am 3. Dezember 1854 endgültig von britischen Militärs und lokalen Polizeikräften niedergeschlagen. Zwischen 1855 und 1890 erhielten die einzelnen Kolonien das Privileg des Responsible Government und damit eine größere Unabhängigkeit vom britischen Empire. London behielt allerdings vorerst die Kontrolle über Außenpolitik, Verteidigung und Außenhandel. Nach einem großen Schafschererstreik entstand 1898 "Waltzing Matilda", die heimliche Nationalhymne Australiens. In den Kolonien beginnen die Planungen für einen Zusammenschluss der Einzelstaaten.

Der Australische Bund

Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien zum Commonwealth of Australia. Erste Hauptstadt Australiens wird Melbourne. Am 26. September 1907 erhält der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien. 1911 wird das Australian Capital Territory geschaffen, um die neue Hauptstadt Canberra aufzunehmen. Melbourne bleibt aufgrund der langandauernden Bauarbeiten in Canberra aber noch bis 1927 Regierungssitz. Auch das 1863 gegründete Northern Territory wird aus der Kontrolle der Provinz South Australia in den Commonwealth überführt. Aus Loyalität zu Großbritannien entsandte Australien sowohl im ersten wie auch im zweiten Weltkrieg Truppen nach Europa. Australien hatte im ersten Weltkrieg von allen Alliierten proportional zur Bevölkerung die höchste Zahl an Gefallenen zu beklagen. Die Niederlage des Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC) im ersten Militäreinsatz des Landes in der Schlacht von Gallipoli 1915 gilt vielen Australiern als Geburt der Nation. Mit dem Statut von Westminster von 1931 wurde den Dominions des Empire formal die Unabhängigkeit verliehen. Das australische Parlament stimmte dem aber erst 1942 zu. Nach der britischen Niederlage in Asien 1942 und der drohenden japanischen Invasion verlagerten sich die militärischen Aktivitäten ab 1942 von Europa auf den australischen Kontinent. Australien wandte sich verstärkt den USA als neuen starken Alliierten zu. Dies wurde 1951 mit dem ANZUS-Abkommen formalisiert. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine progressive Einwanderungspolitik betrieben, die zur Massenimmigration aus Europa führte, nach Aufgabe der weißen Einwanderungspolitik auch aus Asien und anderen Erdteilen. Dies führte in kurzer Zeit zu starken demographischen Veränderungen, aber auch zu wirtschaftlichem Aufschwung. 1986 gibt Großbritannien mit dem Australia Act die letzten Kompetenzen bezüglich der australischen Verfassung ab. 1999 stimmt die Bevölkerung in einem Referendum mit einer Mehrheit von 55 Prozent jedoch gegen die Schaffung einer Republik und bleibt somit formal eine Monarchie. 2004 gewinnt die national-liberale Koalitionsregierung von Premierminister John Winston Howard erneut die Parlamentswahlen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind vergleichsweise gut. Mit der Verschärfung des Anti-Terrorgesetzes Ende Oktober 2005 auf Betreiben des australischen Geheimdienstes ASIO und einer großangelegten Razzia in den Vorstädten von Sydney und Melbourne mit Verhaftungen von 16 verdächtigen Moslems zur Verhinderung eines bevorstehenden Attentats am 8. November 2005 verabschiedet sich die Regierung von der liberalen Innenpolitik. Siehe auch: Geschichte Australiens

Militär

In den vergangenen Jahrzehnten war Australiens Außen- und Militärpolitik bestimmt durch eine enge Partnerschaft mit den USA. Australien ist Mitglied des ANZUS-Bündnisses. Australiens Streitkräfte (Australian Defence Force - ADF) bestehen aus der Marine (Royal Australian Navy - RAN), dem Heer (Australian Army) und der Luftwaffe (Royal Australian Air Force - RAAF). Alle Teilstreitkräfte sind in derzeitige UN-Friedensmissionen in Osttimor und auf den Solomonen involviert. Das Budget für 2005/2006 beträgt 17,5 Mrd. AUD.

Politik

Royal Australian Air Force Der Australische Bund ist eine parlamentarische Monarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage. Der Staat ist föderal organisiert, die einzelnen Bundesstaaten besitzen jeweils eigene Parlamente mit weitgehenden Kompetenzen zur Gesetzgebung.

Bundesverfassung

Das Zweikammern-System des australischen Parlaments setzt sich aus dem Repräsentantenhaus, dem Senat als Oberhaus und Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt zusammen. Die Königin wird, wie in jedem Commonwealth Realm, durch einen Generalgouverneur vertreten (seit 11. August 2003: Major General Michael Jeffery) der jedoch in der Regel keine Macht über das Parlament ausübt. Die 150 Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden alle drei Jahre in Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Die Abgeordnetensitze werden der Bevölkerungszahl entsprechend auf die Bundesstaaten und Territorien verteilt. Im Senat ist jeder Staat mit zwölf Senatoren vertreten, die beiden Territorien mit jeweils zwei. Die Senatoren werden jeweils für sechs Jahre gewählt, alle drei Jahre finden Wahlen für die Hälfte der Sitze des Senats statt. Für alle Wahlen auf Bundes- und Bundesstaatsebene besteht eine Wahlpflicht. Die am stärksten vertretene Partei stellt die Regierung, der Vorsitzende dieser Partei wird Premierminister.

Bundesstaaten

Jeder Staat und jedes Territorium (mit Ausnahme von Queensland) besitzt ein Zweikammerparlament, das in der Regel nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt wird. Das Verhältniswahlrecht wird nur in Tasmanien angewendet. Der Chef der Landesregierung wird ebenfalls als Premierminister bezeichnet. Die Bundesstaaten besitzen die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz für Bildung, Gesundheit, Justiz, Polizei und Verkehrswesen.

Parteien

Die größten Parteien sind die [http://www.Liberal.org.au/ Liberal Party], [http://www.ALP.org.au/ Labor Party], [http://www.Nationals.org.au/ National Party] und die [http://www.Greens.org.au/ Grünen]. Kleinere Parteien wie die [http://www.Democrats.org.au/ Demokraten] und [http://www.familyfirst.org.au/ Family First] sind auch in australischen Parlamenten vertreten, vor allem in den Senaten auf Bundes- und Landesebene. Es gibt nur noch eine weitere bundesweit registrierte Partei - das 2001 neu gegründete Linksbündnis [http://www.Socialist-Alliance.org/ Socialist Alliance].

Politische Entwicklung

Seit 1996 heißt der Premierminister des Australischen Bundes John Howard von der Liberal Party; er regiert gemeinsam mit der kleinen Nationalen Partei (Stand: 2005). Mit den Wahlen 2004 gewann die Regierungskoalition zusätzlich die Mehrheit im Senat. Alle Bundesstaaten und Territorien werden jedoch von Labor regiert. Trotz der in der Bevölkerung heftig umstrittenen Beteiligung am Irak-Krieg gewann Howard im Oktober 2004 zum vierten Mal die Wahlen gegen die damals von Mark Latham geführte Labor Party, was einen politischen Rekord darstellt. Wahlentscheidend wirkte sich das anhaltende Wirtschaftswachstum aus. Australiens Liberale sind gesellschaftspolitisch konservativ eingestellt; wirtschaftspolitisch setzen sie auf Liberalisierung und Privatisierung. International kritisiert wird Howard vor allem wegen seiner Pacific Solution sowie seiner engen Anlehnung an die USA. Nachdem US-Präsident Bush im Herbst 2003 Australien als "Amerikas Sheriff" in Südostasien bezeichnet hatte, beeilten sich vor allem malaysische Politiker, sich einmal mehr einer ökonomischen Integration des "westlichen Transplant" Australien in Ostasien zu widersetzen.

Nationalfarben

Der Generalgouverneur Sir Stephen Ninian erklärte am 19. April 1984 Gold und Grün zu den offiziellen Nationalfarben von Australien (nicht zu verwechseln mit den amtlichen Farben der Flagge Australiens), denn bis dahin hatte Australien keine eigenen Nationalfarben. Die Gestaltung der Nationalflagge und die offiziellen Wappen von Regierungsstellen sind an den Insignien des britischen Königshauses angelehnt. Um ihre Eigenständigkeit gegenüber der britischen Königin zu demonstrieren, verwenden die Australier bei den Vereinsfarben und Farben ihrer Sportklubs sehr oft die Nationalfarben und dies auch bei internationalen Wettkämpfen.

Nationalhymne

Advance Australia Fair ist seit 1977 die offizielle Nationalhymne Australiens. Schon 1984 wurden an Ihr Änderungen vorgenommen, weil vielen Bürgern die britische Ausrichtung der ursprünglichen Version zu weit ging. Die Komposition geht auf Peter Dodds McCormick zurück. Die erste Aufführung fand im Jahre 1878 statt.

Liste der australischen Staatsoberhäupter

Siehe auch:
- Liste der Generalgouverneure Australiens
- Liste der Premierminister Australiens

Regionale Untergliederungen

Jeder Bundesstaat hat – neben eigenem Parlament und Regierung – einen Gouverneur als direkten Repräsentanten des Monarchen.

Infrastruktur

Liste der Premierminister Australiens Australiens Verkehrswesen wird durch die großen Entfernungen im Landesinneren und der hohen Bevölkerungsdichte entlang des schmalen Streifens der Ost- und Südküste geprägt. Bezogen auf die Einwohnerzahl verfügt das Land über sehr viele Kilometer an Straßen und Wegen, weist einen hohen Motorisierungsgrad auf und besitzt ein engmaschiges Flugnetz. Australien gehört zu den Ländern mit dem dichtesten Flugnetz überhaupt. Es gibt etwa 400 öffentliche und privat verwaltete Flugplätze. Wichtigste Fluggesellschaft ist die 1920 gegründete QANTAS. Der Inlands-Flugverkehr ist seit 1990 dereguliert, d.h. Flugpreise werden ohne Mitwirken seitens der Regierung durch den freien Wettbewerb bestimmt. Allerdings spielt, besonders im dicht besiedelten Südosten des Landes, auch der Straßenverkehr eine bedeutende Rolle. Die erste Straße Australiens wurde 1789 bis 1791 von Sydney nach Parramatta gebaut. Das heutige Straßennetz beläuft sich auf etwa 913.000 km, davon sind etwa 353.000 km befestigt, das heißt asphaltiert oder betoniert. Ein großer Teil des Warenverkehrs im Outback wird über die so genannten Road Trains transportiert, das sind große Sattelschlepper mit zwei bis drei Anhängern bis zu 52,5 m Länge und bis zu 140 Tonnen Gewicht. 1854 verkehrte die erste Dampfeisenbahn zwischen der Innenstadt und dem Hafen Melbournes. Zahlreiche private Gesellschaften betrieben in der Folgezeit die Eisenbahnlinien des Landes. Dies führte dazu, dass zum Zeitpunkt der Föderationsbildung (1901), drei voneinander abweichende Spurweiten vorlagen, was zu großen Problemen führte. Erst seit ca. 1970 ist die Durchfahrt von Sydney nach Perth ohne systembedingtes Umsteigen möglich. Außer einigen nostalgischen Touristenstrecken sind heute keine Dampflokomotiven im Einsatz. Das staatliche Eisenbahnnetz beträgt ca. 34000 km, das private Schienennetz (vor allem Eisenerztransport in der Pilbara-Region, Kohle und Zuckerrohrzüge in Queensland) beläuft sich auf ca. 5500 km. In den Ballungsräumen Brisbane, Melbourne, Perth und Sydney, in denen die Hälfte der Bevölkerung lebt, existieren gut ausgebaute S-Bahn-Netze. Das Straßenbahnnetz in Melbourne gehört zu den längsten Straßenbahnnetzen der Welt. Verglichen mit dem Straßenverkehr, spielt der Personen- und Gütertransport auf den Schienen inzwischen eine untergeordnete Rolle. Es gibt dennoch Neubauprojekte, so beispielsweise die kürzlich fertig gestellte Eisenbahnlinie von Alice Springs nach Darwin, bekannt unter dem Namen The Ghan. Die Transaustralische Eisenbahn von Sydney nach Perth ist für den Fracht- und den Fremdenverkehr von Bedeutung. Australien plant zudem den Einsatz von Hochgeschwindigkeitszügen.

Wirtschaft

Fremdenverkehr Australien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. In den 1980er Jahren begann die Labor Party unter Premierminister Bob Hawke und Finanzminister Paul Keating, Australiens Wirtschaft zu modernisieren. Nach einem schweren Wirtschaftseinbruch – Keating nannte ihn „die Rezession, die wir haben mussten“ – erholte sich Australien rasch und weist seit den 1990er Jahren eine der höchsten Wirtschaftswachstumsraten unter den OECD-Staaten auf. Die Arbeitslosigkeit ging markant zurück und die Wettbewerbsfähigkeit australischer Unternehmen stieg an. Die Liberalen unter John Howard hielten seit 1996 an der liberalen Wirtschaftspolitik fest. Am 1. Januar 1966 löste der Australische Dollar das Pfund Sterling als Landeswährung ab.

Außenhandel

Die große Fläche des Landes in Verbindung mit dem kleinen Binnenmarkt prädestiniert Australien zum Exportland für Primärprodukte. Wichtige Exportgüter sind daher landwirtschaftliche Produkte und Bodenschätze. Diese Tatsache macht das Land aber auch empfindlich gegenüber starken Schwankungen der Weltmarktpreise dieser Güter. Die Großunternehmen in Australien prägen die Exportbilanz. Die 100 größten Unternehmen des Landes haben 2001 für rund 50 Mrd. A$ Waren- und Dienstleistungsexporte erbracht und liefern damit rund ein Drittel der gesamten Ausfuhr des Landes. Im Jahre 2001 lag der australische Export bei rund 154 Mrd. A$ und macht damit über 20 Prozent des BIP aus. Australien bildet mit seinem Nachbarland Neuseeland unter der Bezeichnung Closer Economic Relations seit 1983 eine Freihandelszone.

Landwirtschaft

Große Flächen des Landes dienen als Weideland für über 100 Millionen Schafe und mehr als 25 Millionen Rinder. Australien ist führend in der Produktion von Wolle, 29 Prozent der Weltproduktion stammen von hier. Nur sechs Prozent der Landesfläche werden zum Anbau von Nahrungs- und Futterpflanzen genutzt. Weizenanbau hat daran mit 45 Prozent den größten Anteil. Abgesehen von den klimatisch begünstigteren Gebieten des Südostens sind die meisten Anbaugebiete von Bewässerung abhängig. Neben Weizen mit einer jährlichen Produktion von über 20 Millionen Tonnen spielt der Zuckerrohranbau mit mehr als 30 Millionen Tonnen eine große Rolle.

Bodenschätze

In der Geschichte Australiens war die Förderung von Bodenschätzen neben der Fleisch- und Wollproduktion wichtigster Wirtschaftszweig. Obwohl inzwischen die herstellende Industrie sowie Dienstleistungen die Wirtschaft dominieren, ist die Produktion von Kohle, Eisenerz, Gold, Diamanten, Uran, und anderen Mineralien weiterhin von großer Bedeutung. Mit 282 Tonnen stammen zwölf Prozent des Goldes auf dem Weltmarkt aus Australien. 2002 produzierten australische Minen 343 Millionen Tonnen Kohle sowie 116 Millionen Tonnen Eisenerz.

Tourismus

Seit den siebziger Jahren steigt das Touristenaufkommen des Landes stark an. 2003 besuchten 4,35 Millionen Touristen Australien. Hauptziele der ausländischen Besucher sind neben Sydney vor allem die einzigartigen Naturlandschaften wie das Great Barrier Reef, Uluru und der Kakadu National Park.

Energieerzeugung

Die Stromerzeugung in Australien wird zu 80% mit Kohlekraftwerken gewährleistet, die restlichen 20% werden hauptsächlich durch Gas- und Wasserkraftwerke gedeckt. Aufgrund der hohen Förderungsmengen fossiler Brennstoffe ist das Land von Importen dieser Bodenschätze nahezu unabhängig.

Kultur

Anfangs war die Kultur des australischen Kontinents stark von der Kolonialmacht geprägt. Mit dem Entstehen einer eigenen nationalen Identität entstand auch eine abgegrenzte nationale Kultur Australiens. Heute ist sie in allen Bereichen geprägt von den Einflüssen unterschiedlicher Einwanderergruppen, vermischt mit den Ausdrucksformen der indigenen Kultur der Aborigines.

Kunst

Älteste Zeugnisse abbildender Kunst in Australien sind Felsgravierungen der Aborigines, die teilweise bis zu 30.000 Jahre zurückdatiert werden. Damit stellt dies die älteste Kulturtradition der Welt dar. Mit dem Übergang von der ursprünglichen Rindenmalerei mit natürlichen Pigmenten zu Arbeiten mit Acryl auf Leinwand stieg die internationale Aufmerksamkeit und das Ansehen der Aboriginal Art seit den frühen siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stark an. Die ersten Gemälde europäischer Siedler verwendeten meist Tiere oder Aborigines als Motive, waren stilistisch und farblich aber an europäischen Vorbildern orientiert. Conrad Martens, der an Darwins Beagle-Expedition teilnahm, passte allerdings die europäische Malerei an die australischen Verhältnisse an. Mit der Aneignung des französischen Impressionismus durch die Heidelberger Schule in Melbourne gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelang australischer Kunst erstmals internationale Anerkennung. Die expressionistische Bewegung in den vierziger Jahren, vertreten unter anderem durch Sydney Nolan und Arthur Boyd, beeinflusste auch die Werke etablierter Maler wie Russell Drysdale und William Dobell. Bis in die sechziger Jahre dominierte der abstrakte Expressionismus die abbildende Kunst Australiens. Heutige Arbeiten australischer Künstler werden zunehmend von Kunstformen der asiatischen Nachbarländer beeinflusst. Zeitgenössische Kunst verwendet darüberhinaus vielfältige Medien, um vor allem aktuelle Themen darzustellen, wie die Umweltproblematik oder gesellschaftliche Veränderungen.

Literatur

Die Entwicklung einer eigenständigen australischen Literatur beginnt erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Gedichte und Balladen der frühen Autoren, wie Henry Lawson oder A.B. 'Banjo' Paterson behandeln vor allem das Leben im australischen Busch. Auch später richtete sich der Fokus vor allem auf den australischen Kontinent und seine Bewohner. Mit der Aufnahme internationaler und sozialer Themen nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Literatur des Landes auch international stärker beachtet. Patrick White erhielt 1973 als bisher einziger Australier den Literatur-Nobelpreis, australische Träger des Booker Prize sind Peter Carey und Thomas Keneally. Wichtigste nationale Auszeichnung der Literaturszene ist der Miles Franklin Award. siehe auch Liste australischer Schriftsteller

Film

Schon 1896 wurde in Sydney das erste Kino des Landes eröffnet. Der 1906 von der australischen Heilsarmee gedrehte Film Soldiers of the cross gilt als erster 'echter' Film der Welt. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es schon eine boomende Filmindustrie. Bis in die dreißiger Jahre wurden über 250 Stummfilme produziert. Mit der Übernahme des Vertriebs durch britische und US-amerikanische Firmen kam es jedoch zur Krise der australischen Filmproduktion. Trotzdem wurden auch weiterhin Produktionsfirmen gegründet, die in den dreißiger Jahren Tonfilme vor allem zu australischen Themen drehten. Bekannte Regisseure dieser Zeit sind Ken G. Hall und Charles Chauvel. Chauvel drehte auch den ersten australischen Farbfilm, Jedda, ein vor allem mit Aborigines besetztes Drama. 1969 beschloss die australische Regierung eine Verstärkung der Filmförderung. In den folgenden Jahren konnten dann Filme mit australischer Thematik internationale Erfolge feiern. Die Mad Max-Reihe von George Miller entstand in dieser Zeit, Breaker Morant von Bruce Beresford und Gallipoli von Peter Weir, der inzwischen auch in Hollywood erfolgreich Regie führt. Seit 1999 die Fox Studios in Sydney eröffnet wurden, wird die Produktion vieler Hollywood-Filme nach Australien verlagert. Hier wurden unter anderem Mission: Impossible 2 gedreht sowie die zweite und dritte Episode der Star Wars-Serie.

Musik

Klassische Ensembles mit internationalem Ansehen sind die Symphonieorchester Sydneys, Melbournes und Tasmaniens sowie das Australische Jugendorchester und das Australische Kammerorchester. Die Komponisten Peter Sculthorpe und Geoffroy Parsons übernehmen in ihre Werke auch Einflüsse der Aborigines und der asiatischen Nachbarländer. Country-Musik im US-amerikanischen Stil ist vor allem in ländlichen Gebieten des Südostens beliebt. Das jährlich in Tamworth stattfindende zehntägige Country Music Festival ist das zentrale Ereignis dieser Musik-Szene. Ein Vertreter des australischen Jazz ist Graeme Bell. International bekannte Stars der Pop-Industrie sind INXS, Midnight Oil, Kylie Minogue, Silverchair, The Dissociatives, Delta Goodrem und Nick Cave. Bands mit Aborigine-Hintergrund wie Yothu Yindi oder Archie Roach versuchen eine Fusion von traditioneller indigener Musik mit Rock-Elementen.

Tanz und Theater

Rock Die Australische Oper mit Sitz in Sydney bringt etwa 300 Vorstellungen jährlich auf die Bühne. Die Koloratursopranistin Joan Sutherland gilt als bekanntestes Mitglied des Ensembles. Das nationale Ballett-Ensemble ist das 1961 gegründete Australian Ballett in Melbourne. Auf Tourneen durch Australien werden jährlich etwa 185 Aufführungen klassischen und modernen Balletts angeboten. Das Ballett gilt als eines der besten der Welt. Bedeutende Choreographen sind Robert Helpmann und Graeme Murphy. Murphy gründete auch die Sydney Dance Company, die auf dem Gebiet modernen Tanzes in Australien führend ist. Das Bangarra Dance Theatre und das Aboriginal and Islander Dance Theatre verschmelzen traditionelle Tänze der indigenen Bevölkerung und modernen Tanz. Klassisches Theater, aber auch moderne Inszenierungen, werden von der Sydney Theatre Company aufgeführt. Der führende Theaterautor Australiens ist David Williamson, der unter anderem der australischen Mittelklasse in seinen Stücken den Spiegel vorhält. In den fünf Sälen des 1973 eröffneten Sydney Opera House werden neben Konzerten und Opern auch Theaterstücke und Filme vorgeführt.

Museen

Das älteste Museum Australiens ist das 1827 am Hyde Park in Sydney errichtete Australian Museum. Es enthält umfangreiche naturhistorische Sammlungen, aber auch Sammlungen zur Geschichte und Kultur der indigenen Bevölkerung. Ein weiteres naturhistorisches Museum von Bedeutung ist das Museum Victoria, gegründet 1854 in Melbourne, mit einer 12 Millionen Exemplare umfassenden Sammlung. Australische Kunst von den kolonialen Anfängen bis zu zeitgenössischen Künstlern beherbergt die National Gallery of New South Wales, gebaut um 1880 in Sydney. Auch europäische und asiatische Werke zählen zu den Objekten dieses Museums. Die hier angeschlossene Yiribana Gallery ist die weltweit größte Sammlung indigener australischer Kunst.

Medien

Australiens Medien sind die am meisten monopolisierten der Welt. Die Superreichen Rupert Murdoch (NewsCorp) und Kerry Packer teilen sich den TV-Markt, Murdoch und die Fairfax Group die Printmedien (also beides Duopole). The Australian und The Australian Financial Review sind die beiden nationalen Zeitungen, andere Tageszeitungen mit hoher Auflage sind The Sydney Morning Herald und The Age (Melbourne). Australian Consolidate Press ist der größte Zeitschriftenverlag des Landes. Australien hat pro Kopf eine der höchsten Auflagenzahlen für Printmedien der Welt. Zuständig für die Pressefreiheit ist das Australian Press Council. Die beiden nationalen Rundfunkanstalten sind die Australian Broadcasting Corporation (ABC) und der Special Broadcasting Service (SBS). Diese bieten neben mehreren Radioprogrammen jeweils ein landesweit zu empfangendes Fernsehprogramm. Zusätzlich sind 53 kommerzielle TV-Sender zu empfangen, davon drei auf nationaler Ebene, Channel 7, 9 und ten.

Sport

Sport ist ein wichtiger Teil der australischen Kultur, gefördert durch ein Klima, welches Outdoor-Aktivitäten begünstigt. 23.5% der über fünfzehnjährigen Australier sind regelmäßig im organisierten Sport aktiv. National und international erfolgreich sind besonders die Teams von Australian Rules Football, Rugby League, Rugby Union, Cricket und Netball, aber auch im Rad- und Schwimmsport werden herausragende Leistungen erbracht. Australien hat an sämtlichen modernen Olympischen Spielen und allen Commonwealth Games teilgenommen und war 1956 und 2000 Gastgeber der Olympischen Som

Hong Kong

Hongkong (; zu
deutsch: Duftender Hafen; kantonesisch: Heunggong) ist der Name einer Sonderverwaltungszone an der Südküste der Volksrepublik China. Finanz-, Geschäfts- und Kulturzentrum ist Victoria City, im Norden der Insel Hongkong gelegen. Größte Stadt des Gebietes ist die sich im Süden der New Territories befindende Stadt Kowloon. Das an der Mündung des Perlflusses auf einer Halbinsel und über 200 Inseln gelegene Territorium war bis 1997 eine britische Kronkolonie und wurde vertragsgemäß am 1. Juli 1997 an China zurückgegeben. Im Rahmen der von Deng Xiaoping entwickelten Doktrin Ein Land, zwei Systeme bleibt das demokratisch marktwirtschaftliche System Hongkongs mindestens 50 Jahre neben dem kommunistischen System der Volksrepublik China bestehen, so dass Hongkongs Rolle als eines der Finanzzentren Asiens gesichert bleibt. Diese Autonomie erlaubt es Hongkong zwar, seine eigenen Gesetze, Zölle sowie seine eigene Währung zu haben, dennoch mischt sich die Regierung in Peking häufig in die Innenpolitik ein. So wird der Chief Executive durch ein von der VRC bestimmtes Wahlkomitee gewählt. Der Name Hongkong leitet sich von der kantonesischen Aussprache Heunggong (etwa Höeng Gong zu sprechen) ab. Die offizielle Bezeichnung lautet Sonderverwaltungszone Hongkong der Volksrepublik China (中华人民共和国香港特别行政区/中華人民共和國香港特別行政區 Zhōnghuá rénmín gònghéguó xiānggǎng tèbié xíngzhèngqū; engl.: Hong Kong Special Administrative Region of the People's Republic of China).

Geschichte

Prähistorische Zeit

Nach archäologischen Forschungen, die in den 1920er Jahren begannen, leben seit ungefähr 5.000 Jahren Menschen in dieser Region. Ausgrabungen brachten neolithische Artefakte zu Tage, die auf den Einfluss nordchinesischer Steinzeit-Kulturen hinweisen, zum Beispiel die Kultur der Longshan. So hat man auf Lantau und Lamma Island Werkzeuge und Waffen aus Bronze gefunden. Steingravuren, die an acht verschiedenen Orten in ganz Hongkong gefunden wurden, werden auf die Bronzezeit (Shang-Dynastie) datiert. Andere Artefakte, die aus dem 6. bis 3. Jahrhundert v. Chr. (Zeit der streitenden Reiche) stammen dürften, beweisen, dass die Einwohner der Region kulturell mit den Bewohnern des benachbarten Guangdong verwandt waren.

Chinesisches Kaiserreich

Während des 2. Jahrhunderts (Han-Dynastie) wurde das Gebiet des heutigen Hongkong von Han-Chinesen besiedelt, was durch die Ausgrabung einer antiken Begräbnisstätte bei Lei Cheung Uk in Kowloon zu Tage kam. Während der Tang-Dynastie war die Region um Kanton ein bedeutendes Handelszentrum und die Region von Hongkong und dem heutigen Shenzhen diente als Hafen, die Salzproduktion und Perlenzucht erlebte eine erste Blüte. Trotzdem blieb die Besiedelung zunächst sehr dünn. Die erste starke Migration aus dem nördlichen China setzte während der Song-Dynastie zwischen 970 und 1279 ein, was wiederum Ausgrabungen belegen, bei denen Münzen und Werkzeuge aus der Song-Zeit gefunden wurden. Nach der Eroberung Chinas durch die Mongolen flohen die Song-Herrscher in die Region des heutigen Kowloon. Im Jahre 1276 kapitulierten die Song, während zwei minderjährige Song-Prinzen mit ihrem Hof bis zum Jahre 1279 überdauerten. In der Schlacht von Yamen vernichteten die Mongolen die letzten Reste der Song-Armee, wonach sich ein hoher Beamter des Hofes mit den beiden Prinzen ins Meer gestürzt haben soll. Nachdem die Yuan-Dynastie auch über Hongkong die Macht übernommen hatte, verstärkte sich die Einwanderung aus Richtung Norden noch einmal, nach wie vor blieb die Region jedoch relativ abgeschottet und lebte vom Fischfang und der Perlenzucht.

Handelsbeziehungen mit Portugal

Im Jahre 1517 landete der portugiesische Händler Fernão Pires de Andrade an der südchinesischen Küste, um mit Händlern aus Kanton zu verhandeln. Aus damaligen Aufzeichnungen geht hervor, dass die Flotte der Portugiesen auf einer Tuen-Mun-Insel an Land ging und einige Einheimische tötete, wobei dieses Tuen Mun im heutigen Hongkong liegen dürfte. Dass aus der ursprünglich rein landwirtschaftlichen Besiedelung mittlerweile nennenswerte Dörfer entstanden waren, belegen Karten aus jener Zeit, in denen einige größere Siedlungen im Territorium eingezeichnet sind. Nach dem Fall der Ming-Dynastie und der Vernichtung der Exil-Ming auf Taiwan unter Koxinga fiel die Region des heutigen Hongkong an den Bezirk Xin'an (新安縣 Pinyin xin1 an1 xian4). Kaiser Kangxi ließ Befestigungsanlagen und Militärlager einrichten, um die Küste besser verteidigen zu können.

Britische Kronkolonie

Kangxi Nachdem die Portugiesen im benachbarten Macao bereits einen Handelsposten eingerichtet hatten, gelangte 1699 die englische Ostindien-Kompanie (British East India Company) zum ersten Mal nach China. Der Handel in Hongkong, überwiegend mit den englischen Kaufleuten (merchants), wuchs von da ab enorm und im Jahr 1711 wurde ein fester Handelsstützpunkt in Kanton gegründet. Waren aus China waren in Europa sehr gefragt, wohingegen die Briten nur wenige Güter fanden, die man den Chinesen verkaufen konnte. So begannen die Briten, Opium nach China einzuführen. Als die kaiserliche Regierung versuchte, den Opiumhandel zu unterbinden, kam es zum ersten Opiumkrieg, der mit einer Niederlage der Chinesen endete und zur Besetzung Hongkongs durch die Briten am 20. Januar 1841 führte. Ein Jahr später wurde das Gebiet mit dem Vertrag von Nanking offiziell von China an die Besatzer abgetreten, wodurch Hongkong zur Kronkolonie wurde. Am 9. Juni 1898 wurde das Gebiet nördlich Kowloons bis zum Shenzhen-Fluss (die New Territories) sowie weitere 235 Inseln auf 99 Jahre gepachtet, um die Versorgung der Kronkolonie mit Wasser und Nahrungsmitteln zu gewährleisten und um das Gebiet militärisch abzusichern. Durch die Handelsliberalisierungen, die nach den Opiumkriegen durchgesetzt worden waren, entwickelte sich Hongkong zu einer wichtigen Freihandelszone in Ostasien, nicht nur für die Briten, sondern auch für amerikanische Händler. Die rasante Entwicklung erlitt durch den Ausbruch der Beulenpest in Südchina in den 1890er Jahren einen herben Rückschlag. Hongkong wurde zum Zufluchtsort für ehemalige Taiping, Monarchisten (nach Gründung der Republik 1912) und Kommunisten (nach Chiang Kai-sheks Verfolgung 1927). Die Bevölkerungszahl stieg 1851-1931 von 33.000 auf 879.000 Einwohner, davon 95% Chinesen. Die Kolonie blieb trotzdem bis 1949 im Schatten des größeren Shanghai, wo 1921 die Kommunistische Partei gegründet wurde und 1925 große Streikbewegungen stattfanden. Aber auch der wirtschaftliche Aufstieg Hongkongs wurde nach 1919 wiederholt durch Streiks und revolutionäre nationalistische Bestrebungen unter den Arbeitern und Seeleuten gestört.

Zweiter Weltkrieg und chinesische Revolution

1919 Unmittelbar nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Ostasien, dem Tag nach dem Angriff auf Pearl Harbor, wurde Hongkong von den Japanern unter Sakai Takashi angegriffen. Die Verteidiger, darunter neben Briten auch Kanadier, Inder und Hongkonger, waren in der Unterzahl und konnten das Territorium nicht sehr lange halten; am 25. Dezember 1941, nach zweieinhalb Wochen Kampf, mussten sich die Briten unter Gouverneur Mark Aitchison Young den Japanern ergeben. Neuer Gouverneur wurde der Japaner Isogai Rensuke. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Hongkong ein Trümmerhaufen und ein Armenhaus, danach wütete in China bis 1949 der Bürgerkrieg. Am 1. Oktober 1949 riefen die siegreichen Kommunisten die Volksrepublik China aus. Hunderttausende flohen daraufhin aus China nach Hongkong, viele ausländische Firmen verlegten ihre Vertretungen von Shanghai nach Hongkong.

Schwierige Beziehungen

Zu Beginn der 1950er Jahre kam die Kronkolonie jedoch zuerst in eine weitere Wirtschaftskrise, denn ein Wirtschaftsembargo gegen die gerade gegründete Volksrepublik machte die Brückenkopffunktion zunächst überflüssig. Nach der Aufhebung des Embargos erlebte Hongkong dank der liberalen Wirtschaftspolitik einen Boom und wurde zu einem Industriezentrum auf kleinstem Raum. Die Einwanderer stellten teils fähige und gebildete Unternehmer, teils billige Arbeitskräfte, was die Wirtschaft Hongkongs zu einer der effizientesten der Welt machte. Im Gefolge der Kulturrevolution brachen in den 1960er Jahren gewaltsame soziale Konflikte aus, wobei die Protestbewegung einerseits für die Rechte der Arbeiter kämpfte, andererseits von kommunistischen Idealen geprägt war. Die Bewegung wurde gewaltsam unterdrückt. Nach dem Tod Mao Zedongs begann dessen Nachfolger Deng Xiaoping die wirtschaftliche Öffnung Chinas gegenüber dem Ausland. Eine der Schlüsselmaßnahmen war die Errichtung von Sonderwirtschaftszonen. Für Hongkong spielte dabei das sich nördlich anschließende Shenzhen eine wichtige Rolle. Seit den 1980er Jahren sind deshalb fast alle Produktionsbetriebe aus Hongkong nach China abgewandert. Die Hongkonger Wirtschaft musste sich deshalb neu orientieren und Hongkong wurde zu einem Handels- und Dienstleistungszentrum.

Verhandlungen zur Wiedereingliederung

Im Jahre 1982 begannen Gespräche zwischen den Premierministern Großbritanniens und Chinas über die Zukunft des Territoriums. Die britische Seite unter Margaret Thatcher hatte ursprünglich gehofft, dass die Politik der Öffnung in China dazu führen könnte, dass China die britische Herrschaft über das Gebiet akzeptiert. Das Gegenteil war der Fall, China verlangte nicht nur die Rückgabe des für 99 Jahre gepachteten Gebietes, sondern auch die Rückgabe der im Vertrag von Nanking abgetretenen Territorien, da es den Vertrag als unfair ablehnte. Dieser Standpunkt war schon zehn Jahre zuvor durch eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen bestätigt worden. Deng Xiaoping, der mächtigste Mann der Volksrepublik China zu dieser Zeit, hatte jedoch erkannt, dass eine Eingliederung Hongkongs in die Volksrepublik nicht so einfach möglich und vor allem nicht im Interesse Chinas war und entwickelte deshalb eine Doktrin, die als Ein Land, zwei Systeme bekannt ist. Diese Doktrin öffnete den Weg zur Sino-British Joint Declaration, die am 19. Dezember 1984 zwischen China und Großbritannien unterzeichnet wurde. Sie sah vor, dass Hongkong am 1. Juli 1997 zu einer Sonderverwaltungszone Chinas (Special Administrative Region (SAR)) werden würde. Nach Unterzeichnung dieser Vereinbarung brach eine erste Auswanderungswelle von Hongkongern aus, die einer Machtübernahme durch China ablehnend gegenüberstanden. Eine zweite Welle der Auswanderung gab es nach dem Tiananmen-Massaker, das die Hongkonger Gesellschaft in ein pro-chinesisches und ein pro-britisches Lager spaltete. Zielländer der Auswanderung waren vor allem Australien, Kanada, Singapur und die USA. Im Juli 1992 trat mit Chris Patten der letzte britische Gouverneur Hongkongs sein Amt an. Er war der erste professionelle Politiker in dieser Funktion. Er strapazierte die Beziehungen zur Volksrepublik, indem er liberal-demokratische Reformen einführte (zum Beispiel die Anzahl der direkt gewählten Mitglieder in den gesetzgebenden Körperschaften erhöhte), vor allem aber das politische Bewusstsein der Hongkonger stärkte.

Hongkong wird Sonderverwaltungszone

Am 1. Juli 1997 übernahm die Volksrepublik China in einem großen zeremoniellen Akt die Kontrolle über Hongkong von den Briten. Seitdem ist Hongkong eine Sonderverwaltungszone. Dies bedeutet, dass Chinas sozialistisches Wirtschaftssystem für die nächsten 50 Jahre nicht in Hongkong zur Anwendung kommen wird und dass es in allen politischen Bereichen, ausgenommen Außen- und Verteidigungspolitik, ein hohes Maß an Autonomie genießt. Jedoch hat die Regierung in Peking wiederholt versucht, diese Autonomie auszuhöhlen. Markantestes Beispiel dafür war Artikel 23 des Hongkonger Grundgesetzes, der Anti-Subversions-Paragraf, gegen den eine halbe Million Menschen demonstrierten und gleichzeitig den Rücktritt des unpopulären Chief Executive Tung Chee-hwa verlangten.

Politik

Die Sonderverwaltungszone Hongkong hat einen so genannten Chief Executive als Regierungschef. Dieses Amt wurde bis zum 12. März 2005 von Tung Chee-hwa ausgeübt, der seit dem 1. Juli 1997, also dem Tag der Rückgabe Hongkongs an China, amtierte. Der Chief Executive wurde damals von einem Komitee gewählt, dessen 400 Mitglieder durch die Volksrepublik China ernannt wurden. Tungs Wiederwahl zu einer zweiten Amtsperiode erfolgte im Juli 2002 durch ein repräsentatives Wahlkomitee. Chee-hwas Nachfolger war zuerst Donald Tsang bis er am 25. Mai 2005 zurückgetreten ist, um sich auf die bevorstehenden Wahlen am 10. Juli 2005 vorzubereiten. Jedoch gilt es als sicher, dass er von den 800 Mitgliedern des Wahlkomitees gewählt wird, da das Wahlkomitee von der Zentralregierung in Peking bestellt wird. Dennoch würde sich seine Amtszeit vorerst auf die zwei verbliebenen Jahre der Amtsperiode von Tung beschränken. Bis zu den Wahlen wird Finanzchef Henry Tang das Ruder übernehmen. Formelles Staatsoberhaupt Hongkongs ist der Präsident der Volksrepublik China. Derzeit ist es Hu Jintao. Die Gesetzgebung erfolgt durch den Legislative Council of Hong Kong auf Basis des Hongkonger Grundgesetzes (Hong Kong Basic Law). Diese gesetzgebende Versammlung hat 24 Mitglieder, die direkt gewählt werden; die anderen 30 Mitglieder werden von Wahlkomitees oder direkt durch die Volksrepublik China ernannt. Die Wahlen zu dieser Körperschaft in den Jahren 1998 und 2000 wurden zwar als frei und demokratisch bezeichnet, andererseits gab es Unzufriedenheit von Seiten mehrerer Politiker, die beklagten, dass relativ wenige Hongkonger Bürger stimmberechtigt sind. Aber auch die Hongkonger selbst beklagen fehlende Demokratie. Am 1. Juli 2003 kam es mit über 500.000 Demonstranten zu einer der größten Demonstrationen in dem Territorium, da Peking ein Sicherheitsgesetz einführen wollte, das u.a. Pressefreiheit und Schutz der Wohnung abgeschafft sowie das Verbot freier Religionsgruppen eingeführt hätte. Gleichzeitig forderte man den Rücktritt von Tung Chee-hwa. Ein Jahr später wiederholte sich die Demonstration, da die Volksrepublik die für September angesetzten freien Wahlen nun doch nicht einführen wollte. :[http://wwwstud.ira.uka.de/~s_hoff/China/main3_color_320.wmv Privatvideo der Demonstration vom 1. Juli 2003] :[http://www.project-syndicate.org/commentary/shaw2/German Infos zum Wahlsystem] :[http://www.faz.net/s/Rub1077764ADADC436D8B245BB273C0854B/Doc~EAB0C020CE8D84D20B37837862C5F5BCA~ATpl~Ecommon~Scontent.html Infos zu den Wahlen am 10. Juli 2005]

Verwaltung

Die Sonderverwaltungszone Hongkong besitzt eine Einheitsverwaltung und gliedert sich in 18 Distrikte (districts). Städte und Gemeinden sind nicht als eigene Rechtssubjekte vorgesehen. Die Grenzen von Victoria City und Kowloon, der größten Stadt in Hongkong, wurden durch Gesetz festgelegt, aber auch diese beiden Gebiete besitzen keinen Rechtsstatus. Die Distrikteinteilung folgt Gebirgszügen, der Küste oder Straßen und berücksichtigt nicht die Grenzen der Städte und Gemeinden. Victoria City und Kowloon werden in amtlichen Dokumenten als zwei Städte - oder auch als Zwillingsstädte - bezeichnet. Distrikte:
- Siehe auch: Liste der Städte in Hongkong

Bevölkerung und Bevölkerungsentwicklung

Hongkong ist hinsichtlich der Bevölkerungszahl die drittgrößte Metropolregion der Volksrepublik China. Das Territorium Hongkongs gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt, wobei die Bevölkerungsdichte des gesamten Territoriums bei etwa 6.700 Personen pro km² liegt. Die Bevölkerung hat sich in den letzten 60 Jahren etwa verzwölffacht (von 600.000 1945 auf 7 Millionen 2005), beziehungsweise in 160 Jahren vertausendfacht (von 7.500 im Jahre 1841), was vor allem auf die Einwanderung aus China zurückzuführen ist. Die chinesische Ein-Kind-Politik gilt jedoch nicht in Hongkong und das Bevölkerungswachstum liegt heute bei etwa 1,26% (2002); die durchschnittliche Lebenserwartung gehört mit fast 80 Jahren zu den höchsten der Welt. Von 1.000 Einwohnern sind Schätzungen (2002) zufolge 7,76 Einwanderer. 95% der Bevölkerung sind ethnische Chinesen. Bedeutende Gruppen an Ausländern sind Philippinas, Indonesierinnen, Thais oder Inderinnen, die als Hausangestellte in Hongkong tätig sind. Es leben etwa 30.000 US-Amerikanische, jeweils 20.000 kanadische, australische, britische und 10.000 japanische Staatsbürger in dem Territorium, daneben auch 3.000 Deutsche, 1.200 Schweizer und 300 Österreicher. Trotz der hohen Bevölkerungsdichte ist Hongkong eine der grünsten Metropolregionen Asiens, was wiederum an der bergigen Topographie des Gebietes liegt. Ein Großteil der Fläche ist so bergig und steil, dass es nicht bebaubar ist und ist deshalb mit Sträuchern und Bäumen bedeckt. Der größte Anteil der Einwohner lebt in meist sehr kleinen Wohnungen in Wolkenkratzern; Einfamilienhäuser sind prohibitiv teuer. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1891 handelt es sich um Schätzungen, danach meist um Volkszählungsergebnisse (¹). 1 Volkszählungsergebnis

Wohnsituation

Topographie Die Bevölkerung von Hongkong muss sich bereits seit Jahrzehnten mit sehr geringem Wohnraum zufrieden geben. Als im Jahr 1949 der chinesische Bürgerkrieg mit der Ausrufung der Volksrepublik China endete, begann eine große Migrationswelle aus China in die damalige britische Kronkolonie Hongkong. Die zumeist mittellosen Migranten siedelten sich in großen Gebieten mit Hütten aus Holz und Blech an, die im ganzen Territorium verstreut entstanden. Die Sicherheits- und Hygienebedingungen waren katastrophal, und es kam immer wieder zu Bränden. Nachdem ein Brand, der zu Weihnachten 1953 in Shek Kip Mei (nördliches Kowloon) ausbrach, mehrere Tage wütete und etwa 55.000 Menschen obdachlos machte, entschied die Kolonialverwaltung, die Hüttenbewohner in mehrstöckige Betonhäuser umzusiedeln, um sowohl den Brandschutz als auch die hygienischen Bedingungen zu verbessern. Dies war praktisch der Beginn des public housing-Programmes in Hongkong. Die ersten Mark I-Häuser waren bereits Ende 1954 fertig gestellt. Sie boten jeder Familie eine Wohnung von etwa 20 Quadratmetern, die Sanitäreinrichtungen mussten mit anderen Familien geteilt werden und Kochgelegenheiten befanden sich außerhalb der Wohnungen. Bis Ende der 1960er Jahre wurden zahlreiche derartige Häuser errichtet, wobei die verbesserten Versionen Mark II und Mark III nur wenig mehr Komfort boten. Praktisch spielte sich alles Leben auf den Straßen ab, wobei diese für die zahlreichen Verkaufsbuden benutzt wurden, generell standen die Häuser sehr eng beieinander und boten nur sehr wenig Platz für die sehr hohe Bevölkerung. Am Ende der 1960er Jahre erschütterten schwere, teils kommunistisch inspirierte Unruhen das Territorium. Die Protestierenden rekrutierten sich vor allem aus der Jugend der übervölkerten public housing-Viertel. In der Folge rief die Kolonialverwaltung ein Programm ins Leben, welches Wohnraum für etwa 1,8 Millionen Menschen schaffen sollte. Zunächst wurden viele der Mark I-III-Häuser saniert und der Wohnraum dadurch vergrößert, dass zwei Wohnungen zu einer zusammengelegt wurden. Dies erwies sich aber als teuer und ineffizient. Man begann so in den frühen 1970er Jahren, Mark IV-Hochhäuser zu errichten, die in den Erdgeschossen Platz für Geschäfte und Einkaufszentren boten. Hier hatte jede Wohnung ihre eigenen Sanitäreinrichtungen und ihre eigene Küche. Nach diesem Schema werden bis heute Wohnblöcke errichtet, wobei sich die Standards in punkto Wohnfläche, Infrastruktur und Ausstattung der Wohnungen ständig erhöht haben. Das public housing-Programm ist bis heute der wichtigste Erzeuger von Wohnraum; in einigen Gebieten von Hongkong liegt der Anteil der Wohnungen, die durch die Public Housing Authority geschaffen wurden, weit über 70%. Trotz der hohen Bautätigkeit für die Wohnraumschaffung gelang es erst in den frühen 1980er Jahren, die letzten Hüttenviertel aufzulösen. Die Mark I-III-Häuser sind mittlerweile fast zur Gänze abgerissen und durch Hochhäuser ersetzt worden; die wenigen verbliebenen Exemplare werden wiederum von fast mittellosen Einwanderern aus der Volksrepublik bewohnt. Nachdem in den letzten Jahrzehnten das Einkommensniveau großer Teile der Bevölkerung stark angestiegen ist, geht die Public Housing Authority in zunehmendem Maße dazu über, die Mieter der Wohnungen zu Eigentümern zu machen. Man hofft, durch den Besitz ihres Wohnraumes den immer älter werdenden Hongkongern mehr Sicherheit zu geben.

Geographie

1980er Hongkong liegt an der Küste des südchinesischen Meeres an der Mündung des Perlflusses ins Meer und erstreckt sich über eine sehr unregelmäßig geformte Halbinsel sowie 235 Inseln, von denen die wichtigsten Hong Kong Island, Lantau, Cheung Chau, Lamma, Peng Chau und Tsing Yi sind. Das Territorium wird in Hongkong Island, Kowloon, New Territories und vorgelagerte Inseln (outlying islands) unterteilt. Von den 1102 km² Fläche sind nur etwa 25% urbanisiert. Dies liegt vor allem an dem sehr bergigen Relief mit vielen steilen Hängen; nur im Norden der New Territories finden sich größere Ebenen. Die höchste Erhebung ist der Tai Mo Shan mit 958 m, der Victoria Peak ist mit 552 m zwar nicht der höchste, aber bekannteste Berg Hongkongs. Victoria Peak Das Klima Hongkongs ist tropisch feucht mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 22,5°C, einer Niederschlagssumme von 2.409 mm und 10 humiden Monaten. Der Winter von Januar bis März ist kühl und regnerisch, der Sommer von April bis September ist heiß und regnerisch, während der Herbst (Oktober bis Dezember) warm und trocken ist. Im Sommer besteht regelmäßig Taifun-Gefahr; ein Taifun am 18. September 1906 mit gleichzeitiger Flutwelle kostete etwa 10.000 Menschen das Leben.

Wirtschaft

Hongkong gilt als eine der liberalsten Marktwirtschaften der Welt. So ist jeder Hongkonger selbst für seine Krankheits- und Altersvorsorge zuständig; eine Umverteilung der Einkommen, wie dies in vielen Wohlfahrtsstaaten praktiziert wird, ist in Hongkong unbekannt. Trotzdem gilt die Charakterisierung der Wirtschaft Hongkongs als absolut freie Marktwirtschaft nur auf den ersten Blick: Sowohl während der britischen Herrschaft als auch nach dem Handover beeinflusst die Regierung die Wirtschaft zum Beispiel durch die Landvergabe oder auch durch das Bekenntnis zum festen Wechselkursregime mit Currency board zwischen dem Hongkong-Dollar und dem US-Dollar. Nach einer Rezession, die ganz Südost- und Ostasien nach der asiatischen Finanzkrise traf, wuchs die Hongkonger Wirtschaft wieder, bis zu Beginn des Jahres 2003 SARS ausbrach, was die Wirtschaft wiederum in eine Krise stürzte, von der sich die Stadt jedoch inzwischen wieder erholt hat. Im Jahre 2004 sank die Arbeitslosigkeit wieder. Das BIP pro Kopf der Bevölkerung betrug 2003 etwa 28.700 US$, was in etwa mit westeuropäischen Ökonomien vergleichbar ist. Die Wirtschaftsentwicklung ist stark vom Export und damit von der Weltkonjunktur abhängig. Bis 2002 steckte die Wirtschaft des Territoriums deshalb in einer mehrere Jahre dauernden Rezession, teilweise wegen der Nachwirkungen der Asienkrise, teilweise wegen SARS. Während dieser Rezession sanken sowohl die Einkommen der Einwohner wie auch die Konsumentenpreise. Im Jahre 2003 betrug das Wirtschaftswachstum wieder etwa 2,8%. Um ein stärkeres Wirtschaftswachstum zu erreichen, setzt die Regierung Hongkongs auf eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China. So wurde Mitte 2003 das Closer Economic Partnership Arrangement unterzeichnet, das Unternehmern aus Hongkong einen bevorzugten Zutritt zu den chinesischen Märkten, die schrittweise für ausländische Firmen geöffnet werden, einräumt. Hong Kong ist einer der wichtigsten Finanzplätze Asiens, der Index der Börse ist der Hang Seng Index.

Industrie

Bis in die 1980er Jahre spielte die Industrieproduktion eine bedeutende Rolle im Wirtschaftswachstum der damaligen Kronkolonie. Dominierender Sektor war die Leichtindustrie, man exportierte Haushaltsgeräte, Spielzeug, Elektronikartikel und Textilien. In den letzten Jahren ist der Großteil der Industriebetriebe jedoch nach China abgewandert und die Hongkonger Wirtschaft hat sich auf eine Dienstleistungsökonomie umgestellt. Der Anteil der Industrie am BIP beträgt heute nur mehr knapp 15%, woran High-Tech-Unternehmen den größten Anteil haben. Die Industrieproduktion sinkt jährlich um etwa 9%. Waren im Jahre 1998 etwa 5 Millionen Chinesen des Perl-Fluss-Deltas von ausgelagerten Hongkonger Betrieben beschäftigt, hat sich diese Zahl bis zum Jahre 2004 auf fast 10 Millionen Arbeiter erhöht. Autobahnen, große, schiffbare Flüsse und 5 Großflughäfen lassen die Millionenstädte im Delta zu einer Mega-Stadt zusammen wachsen, die mehr als 40 Millionen Menschen zählt. Das monatliche Einkommen liegt hier bei den Wanderarbeitern zwischen 40 bis 100 Euro, bei der einheimischen Bevölkerung zwischen 200 und 600 Euro. Höhere Positionen werden mit mehr als 1.000 Euro entlohnt. In Hongkong liegt der Mindeststundenlohn bei etwa 1,20 Euro pro Stunde in Restaurants, monatlich etwa bei 450 Euro. Hausangestellte haben einen Mindestlohn von etwa 320 Euro pro Monat. Höhere Angestellte in Hongkong verdienen aber mit 4.000 bis 12.000 Euro im Monat bedeutend mehr. Die Arbeitslosigkeit im Jahre 2004 ist mit etwa 6 bis 7% gering. Nach dem Grundstückscrash 1997 und der SARS-Krise 2003 hat sich die Wirtschaft in Hongkong wieder gut erholt.

Dienstleistungssektor

Hongkong besitzt wenig natürliche Ressourcen und ist stark vom internationalen Handel abhängig. Der Hafen Hongkongs, der ursprünglich das große Interesse der Briten erweckt hatte, war lange Zeit der wichtigste Umschlagplatz für Industrieprodukte aus Hongkong und der Volksrepublik China. Um diesen Status muss der Hongkonger Hafen in den letzten Jahren allerdings kämpfen, denn die Häfen des Festlandes, vor allem Shenzhen, Guangzhou oder auch Xiamen machen vermehrt Konkurrenz und der Umschlag des Hongkonger Hafens sinkt. Hongkong ist eines der bedeutendsten Finanzzentren Asiens, es verfügt über eine der fortgeschrittensten Informations- und Telekommunikationsinfrastrukturen der Welt und hat sich auch die Reputation erworben, ein solides, gut überwachtes Bankensystem zu haben. Hierzu hat vor allem die Asienkrise 1997 beigetragen, während der die Währungen der Nachbarländer stark abgewertet werden mussten, die jedoch von Hongkong relativ unbeschadet überstanden werden konnte, was vor allem auf die Qualität des Bankensystems zurückgeführt wird. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle mit wachsender Bedeutung. Man bemüht sich besonders um Besucher aus der Volksrepublik, deren Anzahl seit der Implementierung des Individual Visit Scheme (Mitte 2003), das Touristen der Volksrepublik erlaubt, individuell nach Hongkong zu reisen, stark steigt. Auch der neugebaute Flughafen Chek Lap Kok ist als wichtiger Knotenpunkt des Flugverkehrs zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor aufgestiegen.

Landwirtschaft

Hongkong hat fast kein landwirtschaftlich genutztes Land, ebenso fehlt es an Süßwasser. Lediglich in den New Territories wird in begrenztem Umfang Landwirtschaft betrieben; der Anteil am BIP macht jedoch nicht einmal 0,1% aus. Einen schweren Schlag erlitt die Landwirtschaft Hongkongs zudem durch den Ausbruch der Vogelgrippe in den 1990er Jahren. Der größte Anteil der Nahrungsmittel wird aus der Volksrepublik China importiert; Hongkong produziert lediglich etwas Gemüse, Geflügel und Schweinefleisch selbst. Eine etwas höhere Bedeutung kommt der Fischerei zu, jedoch ist auch ihr Anteil am BIP verschwindend gering.

Erreichbarkeit

Volksrepublik ChinaDer Flughafen Chek Lap Kok ist einer der wichtigsten Flughäfen Asiens und wird von zahlreichen Flughäfen Europas aus direkt angeflogen. Er ist Heimatflughafen mehrerer Fluglinien, darunter Cathay Pacific und Dragon Air. Chek Lap Kok wurde im Jahre 1998 eröffnet, um den früheren Kai Tak-Flughafen abzulösen. Die Errichtung kostete etwa 15 Milliarden Euro, womit auch die Kosten zur Anbindung des Flughafens an das Stadtzentrum (Airport Express) abgedeckt wurden. Somit ist die Reisezeit nicht viel länger als nach Kai Tak, obwohl sich Kai Tak in Kowloon, mitten im Victoria Harbour befand, während Check Lap Kok weit außerhalb der Stadt auf Lantau liegt. Einigen Reisenden tut es leid, dass durch die Schließung von Kai Tak der spektakuläre Landeanflug über die Dächer Hongkongs entfallen ist, wohingegen es Hongkonger geben soll, die diese Meinung nicht teilen. Per Fähre ist Hongkong mit einer großen Zahl von Küstenstädten Südchinas sowie mit Städten am Perlfluss verbunden. Die für Besucher wichtigste Verbindung ist jene nach Macau, die von mehreren Unternehmen angeboten wird. Per Eisenbahn ist Hongkong an das Eisenbahnnetz der Volksrepublik China angebunden; es gibt Züge nach Peking, Shanghai, Guangzhou und Dongguan. Der Hauptbahnhof liegt in Kowloon und heißt Hung Hom.

Stadtverkehr

Hung Hom Hongkong sieht sich als Verkehrsknoten für den Süden Chinas und hat deshalb eine hervorragende Straßenverkehrs-Infrastruktur, von der sich die Sonderverwaltungszone einen strategischen Wettbewerbsvorteil erhofft. Für die Einwohner ist deshalb der Bus eines der wichtigsten Transportmittel. Tausende Doppel- und viele Einzelstockbusse befahren unzählige Linien, die auch den letzten Winkel des Territoriums anbinden. Die Verbindungen sind meist effizient und günstig, für Besucher allerdings ist die hohe Anzahl und unübersichtliche Beschilderung der Buslinien eher abschreckend. Neben den Doppeldeckern werden kurze Linien von Minibussen (eigentlich Sammeltaxis) abgedeckt, deren Fahrtziel häufig nur auf chinesisch angeschrieben ist. Diese haben außer ihren Endhaltestellen keine festgelegten Stationen sondern halten überall auf Handzeichen oder Wunsch der Fahrgeäste hin. Fünfsitzige Taxis gibt es ebenfalls in einer großen Anzahl und die Preise sind verglichen mit deutschen Standards sehr günstig. Die am 1. Oktober 1979 eröffnete Hongkonger U-Bahn heißt MTR (Mass Transit Railway), sie verkehrt auf einem 43,2 Kilometer langen Netz mit fünf Linien und verbindet die dichtestbesiedelten Gebiete miteinander. Von allen Verkehrsmitteln befördert die U-Bahn mit Abstand die meisten Fahrgäste. Sie ist wegen ihrer guten Klimatisierung, Sauberkeit, günstigen Fahrpreisen und vor allem wegen ihrer hohen Geschwindigkeit sehr beliebt; ungeachtet des täglich kollabierenden Straßenverkehrs verkehrt sie je nach Tageszeit alle 2 bis 4 Minuten. Die Island Line durchquert die Insel Hongkong von West nach Ost, die Tsuen Wan Line führt von der Insel Hongkong zu den Wohnvierteln im Hinterland von Kowloon und die Kwun Tong Line verbindet den Südlichsten Teil von Kowloon Yau ma Tei mit dem Osten von Kowloon und endet im Anschluss an die Tseung Kwan O Line. Neben der MTR gibt es den Airport Express, der parallel zur Tung Chung Line verläuft und Hongkong und Kowloon mit dem neuen Flughafen Chek Lap Kok verbindet. Ein weiteres Verkehrsmittel ist die KCR, die als KCR East von Tsim Sha Tsui am Südzipfel von Kowloon in Richtung Norden führt und deren letzte Station die Grenze zu Shenzhen darstellt, eine Zweigbahn bindet seit Ende Dezember 2004 Ma On Shan und wichtige Gebiete von Shatin an. Eine weitere KCR-Linie verbindet Mei Foo und Tuen Mun als West Rail. Die Hong Kong Tramway im nördlichen Teil von Hong Kong Island ist eine Straßenbahn, die seit 30. Juli 1904 über die gleichen Gleise rumpelt und irgendwie überhaupt nicht in das High-Tech-Bild Hongkongs passen will. Die auf einem 23,8 Kilometer langen Netz fahrende Tram auf der Insel Hongkong, wo sie nicht nur bei Touristen beliebt ist - die Tickets sind sehr billig - gewährt bei der Fahrt interessante Ausblicke auf das Treiben in den Straßen. Rein touristischen Zwecken hingegen dient die Peak Tram, eine Standseilbahn auf den Victoria Peak. Eine weitaus schnellere und modernere mit Klimaanlage ausgestattete Straßenbahn verkehrt seit 17. September 1988 zwischen den Städten Tuen Mun und Yuen Long im Westen der New Territories. Die von der Kowloon-Canton Railway betriebene KCR Light Rail fährt auf einem 31,7 Kilometer langen Netz, ist jedoch auf Teilabschnitten relativ langsam. KCR Light Rail Fähren bedienen die vorgelagerten Inseln, daneben gibt es uralte Schiffe der Star Ferry-Gesellschaft, die einen Personentransport zwischen Kowloon und der Insel Hongkong aufrechterhalten. Da der Hafen, der zwischen Kowloon und Hongkong liegt, mittlerweile von mehreren Tunneln gequert wird, haben die Fähren ihre früher enorme Bedeutung verloren, sie sind vor allem für jene interessant, die sparen möchten (die Fährtickets sind sehr billig ca. 0,20 EUR je Fahrt) und auch für Touristen, die von der Skyline Hongkongs Fotos machen wollen.

Kultur

Hongkong und die Hongkonger haben weithin das Image der Kulturwüste, in der man sich nur um das Geldverdienen kümmert. Um dieser Meinung entgegenzutreten, gibt es in Hongkong eine steigende Zahl von Museen und Kulturveranstaltungen, die von der Regierung subventioniert werden. Auch auf kulturelle Bildung der Jugend wird mehr Wert gelegt. Ironischerweise hat sich in der High-Tech-Stadt Hongkong mehr traditionelle chinesische Kultur erhalten als in vielen Gebieten der Volksrepublik China. Dies liegt vor allem daran, dass es von den Wirren der Kulturrevolution verschont geblieben ist und gleichzeitig als Zufluchtsort für Kulturschaffende diente, die in China bedroht wurden.

Sprache

Die beiden Amtssprachen Hongkongs sind Englisch und Kantonesisch, das zu den chinesischen Sprachen gehört und mit chinesischen Schriftzeichen geschrieben wird. In Hongkong werden jedoch wie in Taiwan, im Unterschied zu China und Singapur, traditionelle Schriftzeichen verwendet. Das Kantonesische Hongkongs unterscheidet sich vom Kantonesischen, das in Guangdong gesprochen wird, dadurch, dass es eine hohe Anzahl von Anglizismen besitzt. Englisch wird weithin verstanden, bedenkt man jedoch, dass Hongkong bis vor kurzem eine britische Kronkolonie war, so verwundert es häufig, wie wenig Englisch speziell unter der älteren Bevölkerung verbreitet ist. Mandarin findet mehr und mehr Verbreitung durch die Einwanderung aus China und durch die verstärkte Integration mit dem Festland. Neben Englisch ist Japanisch eine beliebte und von vielen gelernte Sprache; andere europäische Sprachen genießen eine sehr geringe Popularität.

Religion

Japanisch Island]] In Hongkong wird fast jede Religion praktiziert. Unter der chinesischen Bevölkerung sind der Buddhismus und die konfuzianistische Weltanschauung am verbreitetsten, mehr als 10% der Einwohner (meistens ethnische Chinesen) sind Christen. Dementsprechend gibt es auch eine große Anzahl von religiösen Stätten aller verschiedenen Weltanschauungen, von denen jedoch n