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F-104

F-104

Die Lockheed F-104, bekannter unter dem Namen Starfighter, war ein US-amerikanisches Kampfflugzeug, das ab 1954 in großer Stückzahl gebaut wurde und in den Armeen mehrerer NATO-Staaten eingesetzt wurde. Außer unter seinem offiziellen Namen wurde Starfighter auch unter den Namen Witwenmacher, Fliegender Sarg, Fallfighter oder "Erdnagel" bekannt, was auf seine beispiellos hohe Unfallquote (siehe Twistringen) anspielte. Der Jet war ein reiner Tag- und Abfangjäger, optimiert für hohe Geschwindigkeiten und Steigraten. Von der amerikanischen Luftwaffe, die ihn in Auftrag gegeben hatte, wurde er nur kurz eingesetzt, da man größeren und vielseitigeren Typen den Vorzug gab, er erfreute sich jedoch eines vergleichsweise langen Lebens im Ausland, wo er teilweise noch bis 2004 (in Italien) eingesetzt wurde.

Geschichte

Im Dezember 1951 reiste Kelly Johnson, Chefingenieur der Lockheed Advanced Development Projects Unit (besser bekannt als Skunk Works), nach Korea und fragte Jägerpiloten, was für ein Flugzeug sie haben wollten. Zu dieser Zeit trafen die US-Piloten mit ihren F-86 auf die MiG-15, und obwohl die MiG-15 von schlechteren Piloten geflogen wurde, war das Flugzeug der größeren und komplexeren F-86 in vielen Dingen überlegen. Fast alle Piloten, mit denen Johnson sprach, wünschten sich ein kleineres und einfacheres, aber dennoch leistungsfähiges Flugzeug. Sobald er wieder in den Staaten war, begann Johnson mit dem Design eines genau solchen Flugzeugs. Knapp ein Jahr später war der Prototyp Lockheed L-246 startbereit, der dem späteren Starfighter schon sehr ähnlich sah. Das Design wurde der Air Force im November 1952 präsentiert, und die Verantwortlichen dort waren interessiert genug, um eine entsprechende Ausschreibung auch an andere Hersteller zu senden. Drei zusätzliche Designs wurden evaluiert, die Republic AP-55, eine verbesserte Version des Prototyps XF-91 Thunderceptor, die North American NA-212, aus der später die YF-107 wurde, und die Northrop N-102 Fang, ein neues Design mit dem J79-Triebwerk. Obwohl sie alle interessant waren, hatte Lockheed eine uneinholbare Führung und erhielt im März 1953 einen Entwicklungsvertrag. Die Arbeit ging schnell voran, und bereits Ende Mai konnte mit dem Bau von zwei neuen Prototypen begonnen werden. Da das J79-Triebwerk noch nicht fertig war, benutzten beide Prototypen stattdessen das Wright J65, ein Lizenzbau des Armstrong Siddeley Sapphire. Der Erstflug eines Starfighters fand am 7. Februar 1954 statt. Die Gesamtzeit zwischen Auftragserteilung und Erstflug betrug nur etwa zwei Jahre, etwas, das es vorher nicht gab und später auch nicht mehr geben sollte – denn heute benötigen neue Jets eine Entwicklungszeit von etwa 10 bis 15 Jahren.

Design

1954] Um die Leistung zu erreichen, die die Lockheed-Ingenieure haben wollten, benutzte der Starfighter ein radikal neues Konzept für den Flügel. Um den Luftwiderstand im Überschallbereich zu vermindern, sollte der Flügel so dünn wie möglich sein und relativ kurz. Dies reduziert die Änderungsrate des Luftflusses über den Flügel und vermindert den Wellenwiderstand, der die Schallmauer verursacht. Die meisten anderen Flugzeuge aus der Ära des Starfighters benutzten einen rückwärts gepfeilten Flügel, der selbst bei geringer Spannweite eine lange Flügelsehne ermöglichte und Platz für die Steuerelemente, Fahrwerk und interne Tanks bot. Die Lockheed-Ingenieure entschieden sich gegen einen gepfeilten Flügel und bauten stattdessen einen sehr dünnen kurzen. Der Flügel war so dünn, dass innen kein Platz für Fahrwerk oder Treibstoff war, so dass beide im hinteren Teil des Rumpfes untergebracht wurden. Die Kanten waren so scharf geschliffen, dass die erste Aufgabe des Bodenpersonals nach der Landung die Anbringung von Gummileisten an den Flügeln war, damit sich niemand verletzte. Vorteil dieser Konstruktion war ein exzellentes Steigraten/Luftwiderstand-Verhältnis unter den meisten Bedingungen – außer im Kampf, wo dieser Flügel in scharfen Wendungen sehr hohen Widerstand hervorrufen konnte. Ein weiterer Nebeneffekt des kleinen Flügels war die sehr hohe Landegeschwindigkeit, deshalb hatte das Flugzeug spezielle Klappen, die bei der Landung Luft aus den Triebwerken über den hinteren Teil des Flügels leiteten und so für mehr Auftrieb sorgten. Dieses System war zur Zeit des Starfighters der letzte Schrei, doch erwies es sich bei allen Typen, die es verwendeten, als schwer wartbar. Der Rumpf war sehr lang und schlank, was den Schlüssel zu hoher Leistung im Überschallbereich bildete. Da man das Fahrwerk und den Treibstoff auch noch im kleinen Rumpf unterbringen musste, hatte das Flugzeug ohne Außentanks nur eine sehr beschränkte Reichweite, und außen angebrachte Zusatztanks verminderten die ohnehin schon sehr beschränkte Möglichkeit zum Tragen von Waffen und Ausrüstung noch weiter. Im Luftkampf erwies sich die F-104 als bestenfalls unterdurchschnittlich, da ihre kleinen Flügel die Manövrierbarkeit einschränkten, und sie hatte Probleme beim Einsatz in schlechtem oder regnerischem Wetter. Das wurde vor allem während der diversen indisch-pakistanischen Konflikte deutlich, als pakistanische Starfighter auf indische MiG-21 trafen. In den sich entwickelnden Luftgefechten in niedriger Höhe machte das Flugzeug keine gute Figur – was wenig verwunderlich war, war das Entwicklungsziel doch ein Flugzeug, das in großer Höhe einfliegende sowjetische Bomber abfangen sollte. Dazu kam noch, dass das Flugzeug schwer zu fliegen war, was sich in der Gesamtzahl von 292 Abstürzen allein in Deutschland während der – trotz allem langen – Karriere der F-104 niederschlug.

Technische Probleme


- Die deutsche Luftwaffe verwendete zu Beginn Schleudersitze, die erst über einer bestimmten Fluggeschwindigkeit und Flughöhe auf eine sichere Weise funktionierten. Wurde der Schleudersitz ausgelöst, wenn die Geschwindigkeit oder die Höhe zu tief war, dann trugen die Piloten sehr oft tödliche Verletzungen davon. Erst in späteren Versionen wurde ein modifizierter Schleudersitz eingebaut, der bereits bei sehr geringen Geschwindigkeiten (Strömungsabriss!) und sogar am Boden den Piloten unter einem vernünftigen Risiko retten konnte (sogenannte Zero/Zero-Sitze). Seit der Einführung des neuen Typs sank die Zahl der tödlichen Unfälle deutlich.
- Nach dem Start gibt es jeweils ein sehr kurzes Zeitfenster, in dem der Pilot die Fahrwerke einziehen muss. Tut er dies zu spät, entstehen gefährliche Turbulenzen.
- Die Mechanik der Landeklappen wurde immer wieder beschädigt. Beim Landeanflug kam es vor, dass wegen des Defektes die eine Landeklappe nicht benutzt werden konnte, während die andere ausgefahren wurde. Dies resultierte in einem sehr schnellen, nicht mehr kontrollierbaren Schraubenflug.

Produktion

Der Starfighter wurde in zwei Hauptversionen produziert. Mit einer sechsläufigen 20 mm M61 Vulcan-Kanone diente er als taktischer Jäger, und mit zusätzlichen wärmesuchenden AIM-9 Sidewinder-Raketen als Tag/Nacht-Abfangjäger. Am 18. Mai 1958 stellte eine F-104A mit 2.530 km/h einen Geschwindigkeits-Weltrekord auf, und am 14. Dezember 1959 erreichte eine F-104C die Weltrekordhöhe von 103.395 Fuß. Der Starfighter war das erste Flugzeug, das gleichzeitig die Rekorde für Geschwindigkeit, Höhe und Steigzeit hielt. Die US Air Force bestellte nur 296 Starfighter in ein- und zweisitzigen Versionen. Die F-104 war in dem Moment veraltet, als die Sowjetunion ihre Langstreckenbomber durch Interkontinentalraketen ersetzte. Interkontinentalrakete Das Flugzeug schien für die NATO-Partner nützlicher zu sein, und so wurden 2.578 Stück in den USA und unter Lizenz im Rahmen eines Militärhilfe-Programms an verschiedene Länder geliefert, unter anderem nach Kanada, Westdeutschland, Italien, Norwegen, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Griechenland, die Türkei, Spanien (das übrigens keinen einzigen Starfighter verlor), Taiwan und Japan.

Der Starfighter in Deutschland

Die Deutsche Luftwaffe hatte bei der Suche nach einem Abfangjäger prinzipiell die Wahl zwischen Lockheeds Starfighter oder der französischen Mirage III. Auf allerhöchster Ebene und gegen den Rat praktisch aller Experten wurde entschieden, dass der künftige deutsche Abfangjäger Starfighter heißen würde. Zwei Testpiloten der Luftwaffe reisten in die USA, um die F-104 probezufliegen. Das Ergebnis kam einem vernichtenden Urteil gleich, aber von Seiten des Verteidigungsministeriums wurde unbeirrt an der F-104 festgehalten. Die schlimmsten Mängel versuchte man auszubügeln, indem in die deutsche Version F-104F ein neues Radar, ein stärkerer Rumpf, stärkere Triebwerke und eine komplett überarbeitete Navigationsausrüstung eingebaut wurden. Obwohl also von vornherein klar sein musste, dass man hier viel Geld für ein technisch unzulängliches Flugzeug ausgab, kam es schließlich zur Bestellung der nochmals verbesserten Version F-104G („G“ für „Germany“). Nachdem die ersten F-104 in Deutschland eingetroffen waren, stellte man als erstes fest, dass einige Cockpitinstrumente nicht funktionsfähig waren. Dies wurde reklamiert und irgendwann auch behoben. Im Juli 1962 hatte man genügend Starfighter erhalten, um das erste Geschwader zu bilden. Aus diesem Anlass sollte in Nörvenich eine Feierstunde und ein Flugtag mit Kunstflugdarbietungen stattfinden. Leider kam es drei Tage vor der geplanten Veranstaltung durch einen Pilotenfehler zu einem schweren Unfall der Starfighter-Kunstflugformation, wobei alle vier Piloten ihr Leben verloren. Es war zwar nicht der erste Unfall mit Starfightern in Deutschland (vorher war es im Testbetrieb schon zu Triebwerksausfällen und einem Bruch des Bugfahrwerks gekommen), aber der erste tödliche. Der Flugtag und die offizielle Übergabe der F-104 an die Luftwaffe mussten danach ausfallen. Noch bevor weitere Unfälle geschahen, bekam Verteidigungsminister Franz Josef Strauß ernsthafte Probleme wegen des Starfighters. Nach Enthüllungen des Spiegels (siehe auch: Spiegel-Affäre) interessierte sich die Öffentlichkeit plötzlich dafür, unter welchen Umständen der Vertragsabschluss mit Lockheed zustande gekommen war und wieso nicht die technisch eindeutig bessere Mirage gekauft worden war. Es wurde bekannt, dass Strauß, der ein Verfechter der atomaren Aufrüstung Deutschlands war, ein Flugzeug haben wollte, das Atomwaffen tragen konnte. Die Franzosen hätten ihm zwar gerne die Mirage verkauft, aber zu einem atomaren Bündnis waren sie nicht bereit. Die Amerikaner dagegen versprachen Strauß, im Ernstfall auch Sprengköpfe zur Verfügung zu stellen. Ein weiteres Ziel der Untersuchungen in der Starfighter-Affäre war Strauß' merkwürdiger Besuch bei Lockheed. Es war bekannt, dass Lockheed beim Export des Starfighters in andere Länder Schmiergeld gezahlt hatte. Da Strauß auch vor seinem Besuch noch die Mirage favorisierte und sich nach seiner Rückkehr für die F-104 aussprach, kam schnell der Verdacht auf, dass auch der deutsche Minister bestochen worden sei. Ein entsprechender Untersuchungsausschuss des Bundestags kam zu dem Schluss, dass sich eine Bestechung nicht nachweisen ließ und der Vorwurf daher fallen gelassen werden musste. 1965 kam es zu mehreren Unfällen, an denen F-104G beteiligt waren. Der Zusammenstoß von Hauptmann Heltzel mit einer zivilen Dornier Do 28 und die anschließende Notlandung war dabei noch der harmloseste. Hauptmann Heltzel erfuhr für seine Landung in Nörvenich eine späte Ehrung: 1988 wurde er ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen, da er mit 435 km/h die höchste Geschwindigkeit erreicht hatte, mit der je ein Flugzeug aufgesetzt hatte. Nach weiteren, teilweise tödlichen Unfällen, erhielt die gesamte F-104-Flotte der Luftwaffe im gleichen Jahr zweimal ein völliges Startverbot. Doch auch nach verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen gelang es nicht, den Jet in einen dauerhaft flugsicheren Zustand zu bringen, zumindest nicht mit amerikanischer Technik. Häufigste Absturzursachen blieben Ausfälle der Elektronik und des Triebwerks. Dies lag zum Teil daran, dass die Maschinen aus Mangel an Hangars unter freiem Himmel geparkt werden mussten und so dem Wetter ausgesetzt waren. Man stellte fest, dass sich die Zuverlässigkeit des Starfighters durch Einbau von deutschen statt amerikanischen Ersatzteilen wesentlich verbessern ließ. Trotzdem fanden bis 1990, als die letzten Starfighter der Luftwaffe ausgemustert wurden, 115 deutsche Piloten den Tod. Unter anderem starb auch Oberleutnant zur See Joachim von Hassel, der Sohn des Verteidigungsministers Kai-Uwe von Hassel, des Nachfolgers von Franz Josef Strauß, bei einem Starfighter-Absturz als Marineflieger. Der Starfighter wurde von den deutschen Marinefliegergeschwadern 1 und 2 eingesetzt. Er war auch das erste Flugzeug, mit dem ein „Demonstration Team“, unter dem Namen „Vikings“, gegründet wurde. Die Bundeswehr setzte insgesamt 916 Starfighter ein; davon gingen knapp ein Drittel, nämlich 292 Maschinen, durch Unfälle verloren. Unter der Bevölkerung Deutschlands wurde der Starfighter dadurch auch als "Witwenmacher" bezeichnet. Fans des Starfighters betonen, dass die F-104 besonders in ihren letzten Jahren bei der Luftwaffe durchaus beliebt gewesen sei. Viele Piloten seien enttäuscht gewesen, als ihre Geschwader auf die F-4 Phantom II oder die Panavia Tornado umgerüstet wurden. Die deutsche Elektroband Welle:Erdball hat in ihrem Song „Starfighter F-104G“ dem Tod Joachim von Hassels ein zynisches Denkmal gesetzt.

Versionen


- YF-104A – Prototypen und Vorserie
- F-104A – Erste Produktionsversion
- NF-104A – Eine raketengetriebene Version für das Astronauten-Training in Höhen über 120.000 Fuß.
- QF-104A – Wurde als ferngesteuertes Testflugzeug benutzt
- F-104B – Trainer
- F-104C – Version für taktische Luftschläge
- F-104D – Trainer
- F-104DJ – Japanische Version
- F-104F – Deutscher Trainer
- F-104G – Version für Deutschland und verbesserte Produktionsversion
- RF-104G – Aufklärer-Version
- TF-104G – Trainer
- F-104J – Lizenzbau von Mitsubishi
- F-104N – NASA-Version
- F-104S – Italienische Version
- F-104S-ASA – Verbesserte italienische Version
- CF-104 – Kanadische Version, Lizenzbau von Canadair
- CF-104D – Trainer

Literatur

Siegfried Wache Lockheed F-104G Starfighter F-40 Flugzeuge der Bundeswehr, BMVD Verlag

Weblinks


- [http://www.cactus-starfighter-staffel.de/story/liststory.php3 Die F-104 Story] Siehe auch: Liste von Flugzeugtypen Kategorie:Militärischer Flugzeugtyp Kategorie:Politische Affäre ja:F-104 (戦闘機) ms:F-104 Starfighter

Bezeichnungssystem für Luftfahrzeuge der US-Streitkräfte

Das Bezeichnungssystem für Luftfahrzeuge der US-Streitkräfte legt fest, wie militärische Luftfahrzeuge der USA offiziell klassifiziert und bezeichnet werden. Manche dieser Bezeichnungen und Namen, wie B-52, X-15, Hercules, Phantom sind auch allgemein bekannt. Das heutige System gilt seit 1962, als das US-Verteidigungsministerium die bis dahin unterschiedlichen Gliederungen von Heer, Luftwaffe und Marine (einschließlich Marine Corps und Küstenwache) vereinheitlichte. Es basiert auf dem seit 1948 angewendeten Benennungsschema der US Air Force (USAF). Zum Stichtag 18. September 1962 erhielten daher einige wenige Luftfahrzeuge der Luftwaffe, aber viele des Heeres und der Marine neue Bezeichnungen. Die Regeln und deren Anwendung werden durch die jeweils aktuelle Fassung einer Anweisung der US-Streitkräfte festgelegt (AFI 16-401 ).

Hauptbestandteile

Überblick

Eine offizielle Bezeichnung für ein Luftfahrzeug der US-Streitkräfte – genannt Mission Design Series (MDS) – besteht aus mindestens drei Komponenten, hier am Beispiel F-16A: Von links beginnend steht zuerst ein einzelner Kennbuchstabe für den Haupteinsatzzweck (F für Jagdflugzeug). Nach einem Bindestrich folgt rechts daneben die laufende Entwurfsnummer für diesen Einsatzzweck (16 für den sechzehnten Entwurf eines Jagdflugzeuges). Daran schließt sich ein Buchstabe für die Variante an (A für die erste Variante). Ein vierter Bezeichner für den Luftfahrzeugtyp kommt hinzu, falls es sich nicht um ein „Standard-Flugzeug“ handelt. Die Typenkennung steht unmittelbar links des Bindestrichs, davor kommt immer zusätzlich ein zweiter Kennbuchstabe für den Einsatzzweck. So erhalten Hubschrauber zunächst ein H und dazu beispielsweise ein C (für Transport) beim CH-53A. Diese drei beziehungsweise vier Hauptangaben können ergänzt werden durch Kürzel für den Status und den ergänzenden Einsatzzweck. Außerdem gibt es noch den Namen, die Blocknummer und die Herstellerkennung, die aber nicht zur offiziellen MDS-Bezeichnung gehören. Die MDS-Bezeichnung ist gedacht für den internen Dienstgebrauch, Einsatzplanung und offizielle Dokumente, wie technische Handbücher. Möglichst früh in der Entwicklungsphase eines neuen Luftfahrzeugs soll die jeweilige Teilstreitkraft die neue Bezeichnung bei einer speziellen Abteilung des Air Force Materiel Command beantragen, bis diese schließlich von einer Planungsabteilung des Hauptquartiers der Luftwaffe zugewiesen wird. Dabei wird das an sich logische Bezeichnungsschema nicht immer strikt befolgt, so dass es zahlreiche Beispiele für Abweichungen von diesem System gibt. Nun ist die F-16 allgemein auch als Fighting Falcon bekannt, dieser Beiname ist aber nicht Teil der offiziellen Bezeichnung. Die Auswahl und Zuteilung eines solchen Namens unterliegt zwar auch einem standardisierten Verwaltungsprozeß (siehe unten), er dient aber in erster Linie der informellen Kommunikation und der Öffentlichkeitsarbeit. Alle bereits vergebenen und noch gültigen Bezeichnungen sind in einer Ergänzung zur genannten Anweisung aufgeführt .

Haupteinsatzzweck

Jedem militärischen Luftfahrzeug der USA wird ein einzelner Großbuchstabe als Kennung für den Haupteinsatzzweck (basic mission) zugewiesen. Hierfür existieren 13 Buchstaben, die im einzelnen folgendes bedeuten:
- A (Attack) – Aufspüren und Angreifen feindlicher Boden- und Seeziele. Auch für Gefechtsfeldabriegelung und Erdkampfunterstützung. Letzte vergebene Bezeichnung: A-12. F/A-18 ist abgeleitet von F-18, F/A-22 von F-22. Durch die Schreibweise mit Schrägstrich wollen US Navy und USAF die besonderen Fähigkeiten für beide Einsatzzwecke herausstellen, was aber nicht regelkonform ist (siehe auch unter F).
- B (Bomber) – Bombardierung. Letzte vergebene Bezeichnung: B-2.
- C (Cargo) – Transport von Fracht oder Truppen. Letzte vergebene Bezeichnung: C-41.
- E (Electronics) – Elektronische Einsätze. Dazu gehören Aufgaben wie: Elektronische Gegenmaßnahmen, luftgestütztes Frühwarnradar (AWACS, zum Beispiel die E-3) oder luftgestützter Kommando- und Kommunikationsposten (E-4). Letzte vergebene Bezeichnung: E-10.
- F (Fighter) – Abfangen und Zerstören gegnerischer Luftfahrzeuge oder Raketen. Das schließt ausdrücklich Mehrzweckflugzeuge ein, die neben dem Luftkampf auch die Erdkampfunterstützung beherrschen. Dadurch ist eine Bezeichnung wie F/A-22 nicht nur falsch sondern auch überflüssig, F-22 sagt das gleiche aus. Entspricht im weitesten Sinne dem Jagdflugzeug. Letzte vergebene Bezeichnung: F-23 beziehungsweise F-35. Die F-35 müsste eigentlich F-24 heißen, aber als das Verteidigungsministerium im Oktober 2001 die X-35 als Sieger des Joint Strike Fighter-Wettbewerbs verkündete, übernahm es kurzerhand die Modellnummer von der X-Serie in die F-Serie – und dabei ist es dann geblieben. F-117 ist komplett regelwidrig.
- L (Laser) – Laser-Waffensystem. Die Kennung fällt aus dem Rahmen. Zum einen, weil sie nicht wie üblich den Haupteinsatzzweck beschreibt, sondern die Ausstattung, und zum anderen, weil sie erst 1997 eigens für den Airborne Laser geschaffen wurde. Letzte und einzige vergebene Bezeichnung: L-1.
- O (Observation) – Beobachten und Berichten der Zusammensetzung und Verteilung gegnerischer Streitkräfte. Letzte vergebene Bezeichnung: O-5.
- P (Patrol) – Land- oder seegestützte Seeaufklärung und -patrouille, verbunden mit großer Reichweite und Allwettertauglichkeit. Auch für U-Boot-Bekämpfung und Seeminenlegen. Letzte vergebene Bezeichnung: P-8 (das Multi-mission Maritime Aircraft (MMA) der US Navy auf Basis der Boeing 737-800).
- R (Reconnaissance) – Fotografische und elektronische Aufklärung. Ist bis jetzt noch nicht regelgerecht vergeben worden: TR-1 statt R-1. ER-2 ist eine NASA-Bezeichnung. Die SR-71 führt die alte Bomber-Zahlenreihe von vor 1962 fort, da ihr Entwurf ursprünglich in Konkurrenz zu einer Aufklärerversion der B-70 stand.
- S (Antisubmarine) – Suchen, Aufspüren und Angreifen von U-Booten. Letzte vergebene Bezeichnung: S-3.
- T (Trainer) – Für Schulungs- und Trainingszwecke. Letzte vergebene Bezeichnung: T-51, eine einmotorige Cessna.
- U (Utility) – Mehrzweck- und Versorgungseinsätze wie Kurzstreckentransport und andere leichte Einsätze. Für Maschinen mit geringer Zuladekapazität. Letzte vergebene Bezeichnung: U-28. U-38 ist abgeleitet von der Herstellerbezeichnung Schweizer SA 2-38.
- X (Experimental) – Zur Erforschung und Demonstration neuartiger Technologien und Konzepte in den Bereichen Design, Antrieb und Einsatzmöglichkeiten. Eine Serienproduktion und die Indienststellung bei den Streitkräften ist nicht vorgesehen. Diese X-Reihe wird auch von Organisationen wie der NASA und der DARPA mitverwendet. Sie ist nicht zu verwechseln mit dem X als Statuskennung. Letzte vergebene Bezeichnung: X-50. Siehe auch Liste der Versuchsflugzeuge

Entwurfsnummer

Ein Luftfahrzeug, dessen Entwurf sich wesentlich von schon bestehenden unterscheidet, erhält eine eigene Entwurfsnummer (design number) als maximal dreistellige Zahl. Sie wird innerhalb jeder Einsatzkategorie bei „1“ beginnend aufsteigend vergeben, bei „Nicht-Standard-Flugzeugen“ innerhalb der Luftfahrzeugkategorie. Auf F-14 folgt also F-15 und beides sind grundlegend verschiedene Flugzeuge. Für Entwürfe der Reihen A, B, C, E, F und O, die nach dem Stichtag 1962 ihre Bezeichnung erhielten, startete die Zahlenfolge wieder bei „1“. Die Nummer „13“ ist seither stets ausgelassen worden. In einigen Fällen weicht die Nummerierung vom Schema ab, meist weil eine schon bestehende Modellnummer übernommen wurde, so bei der F-35 (übernommen von X-35), KC-10 (von DC-10) und KC-767 (von Boeing 767). Da die Zahlenreihen in manchen Kategorien schon einige Male neu begonnen wurden (unter anderem in den Jahren 1911, 1925 und 1948), existieren bestimmte Bezeichnungen mehrfach, zum Beispiel C-32: Einmal als Militärversion der Douglas DC-2 ab 1935 und zum zweiten als Boeing 757 der USAF seit 1998. Das führt bei den Streitkräften nicht zur Verwirrung, weil die identisch benannten Typen wegen des zeitlichen Abstandes nicht gleichzeitig im Dienst standen.

Variante

Um umgebaute oder anders ausgestattete Varianten (series) eines Modells unterscheiden zu können, wird an die Entwurfsnummer ohne Zwischenraum ein einzelner Großbuchstabe angehängt. Die Reihe beginnt mit „A“ und wird in alphabetischer Folge bis „Z“ fortgesetzt. Dabei werden die Buchstaben „I“ und „O“ ausgelassen, um eine Verwechslung mit den Ziffern „1“ und „0“ auszuschließen. Ist die Reihe bei „Z“ angelangt, springt bei der nächsten Variante die Entwurfsnummer auf die nächsthöhere freie Zahl und die Buchstabenreihe beginnt wieder bei „A“. Auf die (fiktive) B-1Z würde also B-3A folgen, da die 2 schon besetzt ist. Am weitesten fortgeschritten sind die Varianten der C-135, sie ist mittlerweile bei Y angekommen. Auch diese Regel wird nicht immer konsequent angewendet. Auf die C-5-Varianten A bis D folgte nicht E sondern M. Exportversionen US-amerikanischer Militärflugzeuge erhalten oft einen Kennbuchstaben für das Empfängerland, so bei der E-3F für Frankreich und der F-15S für Saudi-Arabien. Da diese Variantenkennung für offizielle Zwecke verpflichtend ist, darf sie auch dann nicht weggelassen werden, wenn es gar keine Varianten eines Modells gibt. So muss es korrekt B-2A lauten, B-2 genügt nicht, obwohl es gar keine B-2B gibt.

Luftfahrzeugtyp

Unter einem „Standard-Flugzeug“ verstehen die US-Streitkräfte ein bemanntes, angetriebenes Flugzeug mit Tragflächen, das normal startet und landet und sich in der Erdatmosphäre bewegt. Alles andere erhält zunächst einen Kennbuchstaben für den Luftfahrzeugtyp (vehicle type). Zusätzlich muss immer eine Kennung für den Einsatzzweck angegeben werden: Also nicht nur H-46A, sondern CH-46A oder UH-46A. Die Entwurfsnummer wird innerhalb der Luftfahrzeugkategorie und nicht in der Missionskategorie hochgezählt.
- D – Boden-Kontrolleinheit für ein unbemanntes Fluggerät (UAV), ist also gar kein Luftfahrzeug. Letzte vergebene Bezeichnung: D-2.
- G – Gleiter, auch Motorgleiter. Letzte vergebene Bezeichnung: G-15.
- H – Hubschrauber. Letzte vergebene Bezeichnung: H-71, der zukünftige Marine One.
- Q – Unbemanntes Fluggerät (UAV). Letzte vergebene Bezeichnung: Q-11.
- S – Raumflugzeug, das sich außerhalb der Erdatmosphäre bewegt und selbständig zum Erdboden zurückkehren kann. Letzte vergebene Bezeichnung: S-1.
- V – VTOL/STOL. Flugzeuge, die senkrecht oder mit sehr kurzer Rollstrecke starten oder landen können. Letzte vergebene Bezeichnung: V-23.
- Z – Für Luftfahrzeuge, die nach dem Prinzip leichter als Luft funktionieren, also Luftschiffe und Ballone. Letzte vergebene Bezeichnung: Z-2.

Zusätzliche Angaben

Den drei beziehungsweise vier obligatorischen Bestandteilen der offiziellen MDS-Bezeichnung können bei Bedarf bis zu zwei weitere offizielle Kennzeichen hinzugefügt werden, für den Status eines Luftfahrzeugs und seinen ergänzenden Einsatzzweck. Darüberhinaus können Kürzel unter anderem für den Hersteller und die Blocknummer verwendet werden, deren Anwendung aber nicht zentral geregelt ist. Eine Sonderstellung nimmt der Name ein, der zwar durch die Militärverwaltung zugewiesen wird, aber nicht zum offiziellen Gebrauch gedacht ist.

Statuskennung

Die Statuskennung (status prefix) zeigt eine nicht standardgemäße Verwendung eines Luftfahrzeugs an. Sie steht ganz links, vor den übrigen Symbolen, zum Beispiel YC-14 für den Prototyp (Y) des C-14-Transporters. Sechs Buchstaben stehen für den Status zur Verfügung:
- G – Dauerhaft flugunfähig (grounded). Die Maschine kann zum Beispiel für Übungen und Training am Boden genutzt werden, nicht aber für Tests.
- J – Vorübergehende spezielle Tests mit veränderter Ausstattung. Wird verwendet, wenn die Umbauten verhältnismäßig leicht wieder rückgängig gemacht werden können.
- N – Dauerhafte spezielle Tests mit veränderter Ausstattung. Wird verwendet, wenn die Umbauten nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand wieder rückgängig gemacht werden können.
- X – Experimenteller Status. Soll für Luftfahrzeuge in der Entwicklungs- und Testphase benutzt werden, in der auch schon der Erstflug eines neuen Modells stattfinden kann. Ein Status-X-Flugzeug ist aber noch nicht repräsentativ für die spätere Serie und muss oft noch erheblich modifiziert werden. Nicht zu verwechseln mit der Hauptkennung X für Forschungsflugzeuge.
- Y – Prototyp. An ihm kann die Leistungsfähigkeit des Entwurfs bewertet werden. Dient als Muster für die Serienfertigung.
- Z – Vorgesehen für die Planungsphase eines Entwurfs.

Ergänzender Einsatzzweck

Sind Luftfahrzeuge neben ihrer eigentlichen Aufgabe noch für einen zusätzlichen oder speziellen Einsatzzweck (modified mission) vorgesehen, erhält ihre Bezeichnung einen weiteren Kennbuchstaben links neben der Kennung für den Haupteinsatzzweck. Zum Beispiel RC-135 für die Aufklärerversion (R) der C-135. Bei „Nicht-Standard-Flugzeugen“ kann die Hauptkennung entfallen, also HH-60 und nicht etwa HCH-60. Insgesamt sind 18 Buchstaben reserviert, zehn davon entsprechen denen des Haupteinsatzzwecks.
- A (Attack) – Aufspüren und Angreifen feindlicher Boden- und Seeziele. Auch für Gefechtsfeldabriegelung und Erdkampfunterstützung. Beispiel: AC-130.
- C (Cargo) – Transport von Fracht oder Truppen. Beispiel: CT-43, eine Transportversion des Navigationstrainers der US Navy auf Basis der Boeing 737.
- D (Director) – Zur Steuerung und Kontrolle von Drohnen.
- E (Electronics) – Elektronische Einsätze. Dazu gehören Aufgaben wie: Elektronische Gegenmaßnahmen, luftgestütztes Frühwarnradar (AWACS, oder luftgestützter Kommando- und Kommunikationsposten. Beispiel: EA-6.
- F (Fighter) – Abfangen und Zerstören gegnerischer Luftfahrzeuge oder Raketen. Beispiel: FA-18. F/A-18 und F/A-22 sind keine korrekten Schreibweisen. FB-111 ist falsch von F-111 abgeleitet.
- H – Such- und Rettungseinsätze (SAR, MEDEVAC). Beispiel: HH-60.
- K – Luftbetankung. Beispiel: KC-10.
- L – Ausrüstung für Einsätze in den Polarregionen, zum Beispiel Kufen oder spezielle Isolierung. Beispiel: LC-130.
- M (Multimission) – Für vielseitig verwendbare Luftfahrzeuge, wird hauptsächlich für Hubschrauber benutzt (MH-53), seit einigen Jahren auch für UAVs (MQ-1).
- O (Observation) – Aufklärung und Beobachung gegnerischer Streitkräfte. Beispiel: OA-10.
- P (Patrol) – Land- oder seegestützte Seeaufklärung und -patrouille verbunden mit großer Reichweite und Allwettertauglichkeit. Auch für U-Boot-Bekämpfung und Seeminenlegen.
- Q – Drohne. Unbemannter Flugkörper, ausgerüstet für Fernsteuerung oder automatische Steuerung. Beispiel: QF-4.
- R (Reconnaissance) – Fotografische und elektronische Aufklärung. Beispiel: RF-5.
- S (Antisubmarine) – Suchen, Aufspüren und Angreifen von U-Booten. Beispiel: SP-2.
- T (Trainer) – Für Schulungs- und Trainingszwecke. Beispiel: TE-2.
- U (Utility) – Mehrzweck- und Versorgungseinsätze wie Kurzstreckentransport und andere leichte Einsätze. Für Maschinen mit geringer Zuladekapazität. Beispiel: UP-3.
- V (VIP) – Beförderung des US-Präsidenten oder seines Stellvertreters. Beispiel: VC-25.
- W (Weather) – Meteorologische Einsätze. Beispiel: WC-130.

Name

Alle Luftfahrzeuge der US-Streitkräfte sollen neben ihrer eher technischen Bezeichnung auch einen Namen erhalten (popular name, Beiname, Schmuckname, volkstümlicher Name), der vor allem für nichtoffizielle Zwecke und Medienberichte gedacht ist, zum Beispiel Galaxy für die C-5 oder Hawkeye für die E-2. Dabei gelten folgende Regelungen: Sobald ein Luftfahrzeug in Serie geht, beantragt die zuständige Teilstreitkraft einen Namen. Es sollen mindestens drei Namen vorgeschlagen werden, die die Aufgabe des Fahrzeugs widerspiegeln und aus höchstens zwei kurzen Worten bestehen. Eine neue Variante rechtfertigt keinen neuen Namen, kann aber bewilligt werden. Hersteller und Teilstreitkräfte können Namen für zukünftige Modelle reservieren. Das Hauptquartier der US-Luftwaffe überprüft die Vorschläge auf eventuelle Konflikte mit dem Markenrecht und auf „political correctness“, bevor es einen Namen auswählt und zuweist. Schon dreimal wurde Globemaster vergeben. Hubschrauber der US Army erhalten traditionell Namen indianischen Ursprungs (Chinook, Kiowa, Comanche).

Blocknummer

Da auch während der oft jahrelang laufenden Serienproduktion immer wieder verbesserte Ausstattungen und Fertigungsmethoden eingesetzt werden, dient eine Blocknummer (block number) zur Unterscheidung dieser Modelle. Die Blocknummern erhöhen sich idealerweise in Fünferschritten (01, 05, 10, 15 usw.) und erscheinen rechts neben der Variantenkennung, getrennt durch einen Bindestrich, manchmal auch ausgeschrieben „Block“: F-16A Block 10. Nur die Exemplare gleicher Blocknummer sind technisch einigermaßen identisch. Die freigebliebenen Ziffern zwischen den Fünferstufen können für spätere Veränderungen an den Maschinen genutzt werden.

Herstellerkennung

Als die USA im Zweiten Weltkrieg viele neue Bomber und Jäger in kurzer Zeit benötigten, ließen sie manche Typen gleichzeitig an mehrern Orten und von verschiedenen Herstellern produzieren. Zur Unterscheidung führten die Streitkräfte zweistellige Buchstabenkürzel für den Hersteller ein (manufacturer code). Die stehen am Ende einer Typenbezeichnung, abgetrennt durch einen Bindestrich. So wurde die Boeing B-29 unter anderem von Boeing selbst gebaut (B-29-1-BW, für Boeing Wichita), von Bell-Atlanta (B-29-15-BA) und von Martin (B-29-45-MO, für Martin-Omaha). Da Militärflugzeuge heutzutage meist in geringeren Stückzahlen zentral produziert werden, hat diese Kennung ihren Sinn verloren, wird aber gelegentlich der Vollständigkeit halber noch verwendet.

Literatur

# [http://www.e-publishing.af.mil/pubfiles/af/16/afi16-401(i)/afi16-401(i).pdf AFI 16-401(I)] Anweisung der US-Streitkräfte zum System (PDF, englisch) # [http://www.dtic.mil/whs/directives/corres/pdf/412015l_0504/p412015l.pdf Offizielle Liste der aktuellen Bezeichnungen, Stand 31. Juli 2003] (PDF, englisch)

Weblinks


- [http://www.designation-systems.net/usmilav/aircraft.html www.designation-systems.net] Umfangreiche Erläuterung des Systems, vor allem der Abweichungen (englisch)
- [http://www.driko.org/usdes.html www.driko.org/usdes.html] Auflistung aller je vergebenen Bezeichnungen (bis 2002) Kategorie:United States Air Force

United States Air Force

Die United States Air Force (USAF) ist die Luftwaffe der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Aufgabe der USAF ist die „Verteidigung der Vereinigten Staaten durch die Kontrolle und Ausnutzung von Luft und All“. Im Jahre 2004 waren der Air Force 377.000 Soldaten unterstellt, das ist rund ein Viertel der Gesamtstärke der US-Streitkräfte von 1,43 Millionen Menschen. Zum Inventar gehören rund 4.300 Flugzeuge, zuzüglich 1.700 Maschinen der Reservestreitkräfte. Die USAF unterhält weltweit 85 große Militärflugplätze (Air Force Base), davon 72 auf US-Gebiet und acht in Europa, dazu noch einmal 82 kleinere Stützpunkte und fast ebensoviele Basen der Reservestreitkräfte. Das Budget für das Haushaltsjahr 2005 umfasst 120 Milliarden US-Dollar, das entspricht 29 % des gesamten Verteidigungshaushalts der USA von 408 Milliarden Dollar. Größte Einzelposten sind die Beschaffung von C-17-Transport- und F/A-22-Kampfflugzeugen (jeweils rund 4,1 Milliarden Dollar) und die Entwicklung der F-35 (2,2 Milliarden Dollar).

Organisation

F-35 Die USAF ist die für den Luftraum und Weltraum zuständige Teilstreitkraft der US-Streitkräfte. An der Spitze ihrer militärischen Führung steht der Chief of Staff, USAF (CSAF, Stabschef), der gemeinsam mit den Befehlshabern der anderen Teilstreitkräfte zu den Joint Chiefs of Staff gehört, der militärischen Führungebene im US-Verteidigungsministerium (Department of Defense). Der Stabschef wird in der Regel für vier Jahre vom US-Präsidenten berufen und dient als Vermittler zwischen der Verwaltung und den Soldaten. Seit dem 2. September 2005 ist General T. Michael Moseley Stabschef der Luftwaffe. Daneben bildet das Department of the Air Force (Ministerium der Luftwaffe) als Teil des Verteidigungsministeriums die oberste zivile Verwaltungsebene der USAF mit dem Secretary of the Air Force (Luftwaffenminister) an der Spitze. Außerdem lässt sich unterscheiden zwischen:
- der eigentlichen Luftwaffe (Air Force)
- der Luftwaffe der Reserve (U.S. Air Force Reserve)
- und der Luft-Nationalgarde (Air National Guard)

Hauptkommandos

Die USAF ist in neun Hauptkommandos (major commands) unterteilt, die jeweils einen bestimmten Aufgabenbereich oder eine Region abdecken:
- Air Combat Command (ACC) – Angriff, Bombardierung, Aufklärung, Überwachung
- Air Education and Training Command (AETC) – Ausbildung und Übung
- Air Force Materiel Command (AFMC) – Forschung, Technologie, Wartung, USAF-Museum
- Air Force Reserve Command (AFRC) – Luftwaffe der Reserve
- Air Force Space Command (AFSPC)Raketen, Satelliten, GPS
- Air Force Special Operations Command (AFSOC) – Spezialeinsätze
- Air Mobility Command (AMC) – Lufttransport, Luftbetankung
- US Air Forces in Europe (USAFE) – Vertretung der USAF in Europa
- Pacific Air Forces (PACAF) – Vertretung der USAF im pazifischen Raum

Weitere Untergliederung

An der Spitze jedes Hauptkommandos steht ein Offizier im Generalsrang. Einem Kommando sind bis zu zwei nummerierte Luftwaffen (Numbered Air Forces) zugeordnet, von denen es 22 gibt. Diese bestehen wiederum aus mindestens zwei Wings. Eine Air Force Base der USAF ist typischerweise um eine solche Wing herum organisiert; größere Basen beherbergen entsprechend mehrere Wings oder eine Numbered Air Force. Die Wings setzen sich aus Gruppen (Groups) zusammen, denen jeweils ein bestimmter Flugzeugtyp zugewiesen wird. Flugzeuge und Personal einer Gruppe werden bei Einsätzen und Übungen in der Regel zusammen eingesetzt, also nicht auf verschiedene Missionen aufgeteilt. Unterhalb der Gruppe steht die Staffel (Squadron), die grundlegende Einheit der amerikanischen Luftwaffe. Als Beispiel für diese Hierarchie gehören neun Transporter vom Typ Lockheed C-141 zum 730th Airlift Squadron, 452th Air Mobility Wing, 4th Air Force, Air Force Reserve Command. Daneben existieren weitere organisatorische Unterteilungen.

Geschichte

Anfänge

Am 1. August 1907 stellte das US Army Signal Corps eine Abteilung für Luftfahrt auf. Seit dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs im Jahre 1865 bestand die Ausrüstung aus zehn Ballons. Das erste Flugzeug wurde am 20. August 1908 getestet, der erste tödliche Unfall der Militärluftfahrt geschah am 17. September des selben Jahres, als Lt. Thomas E. Selfridge abstürzte. Am 2. August 1909 stellte das Signal Corps das erste Flugzeug offiziell in Dienst, eine Wright Model A, genannt Airplane No. 1. Ende Oktober 1912 gehörten neun einsatzfähige Luftfahrzeuge zum Bestand – Airplane No. 1 war zu diesem Zeitpunkt bereits an das Smithsonian-Museum abgegeben worden.

Frühe Kampfflugzeuge

Die Wurzeln der USAF gehen auf um die zur Jahrhundertwende vom 19 zum 20. Jh. erfolgte Bemühungen zurück, neue Technologien zu bewerten. Im Januar 1905 erwog das Kriegsministerium ein Angebot, das es von zwei Erfindern aus Dayton, Ohio erhalten hatte, die der Regierung eine Flugmaschine liefern wollten, die schwerer als Luft war. Die Tatsache, dass damals viele bezweifelten, dass Wilbur und Orville Wright wirklich ein funktionsfähiges Flugzeug gebaut hatten, ist ein Teil der Luftfahrtgeschichte. Aber das Board of Ordnance and Fortifications, das Komitee, das den Vorschlag der Gebrüder Wright untersuchte, musste auch noch weitere Tatschen in Betracht ziehen. Außerhalb der Science Fiction war es damals durchaus nicht ganz klar, welche Rolle Luftschiffe, Segelflugzeuge und Flugzeuge in der Kriegsführung spielen würden. Nur Ballons hatten ihren praktischen Wert erwiesen. Das revolutionäre Frankreich hatte 1794 einen Ballon in der Schlacht von Fleurus eingesetzt. Auch im amerikanischen Bürgerkrieg waren Ballons eingesetzt worden, und das Signal Corps hatte die Aufgabe erhalten, diese zu erwerben und zu bedienen. Allerdings schuf das Signal Corps erst 1892 eine permanente Ballonabteilung, deren Einsatz im Krieg mit Spanien 1898 aber nicht sehr erfolgreich war. Im Jahre 1898 vergab das Signal Corps den Auftrag zum Bau eines Flugzeugs an Samuel P. Langley, doch dessen Erpobung endete am 8. Dezember 1903 mit einem spektakulären Sturz in den Potomac River, nur neun Tage vor dem ersten Flug der Gebrüder Wright. Das Kriegsministerium, das 1905 immer noch an diese peinliche Episode dachte, lehnte deshalb das neue Angebot ab. Aber der Fortschritt der Luftfahrt, die Erteilung eines Patents an die Gebrüder Wright im Jahre 1906, sowie das Interesse von Präsident Theodore Roosevelt brachten das Thema wieder zur Diskussion. 1907 wurde Captain Charles Chandler der Leiter deu neugegründeten aeronautischen Abteilung der Fernmeldetruppe, die alle Formen des Fliegens weiterentwickeln sollte. Im Jahre 1908 bestellte das Signal Corps bei Thomas Scott Baldwin einem amerikanischen Luftschiffpionier ein lenkbares Luftschiff und vergab an die Wrights ein Auftrag über die Lieferung eines Flugzeugs. Trotz eines Absturzes, bei dem das erste Modell zu Bruch ging, wurde das Wright-Flugzeug 1909 ausgeliefert. Die Erfinder begannen dann damit, einigen jungen, enthusiastischen Offizieren das Fliegen beizubringen. Quelle: Handbuch zu "Jane's USAF"

Erster Weltkrieg

Das erste Geschwader wurde am 3. März 1913 aufgestellt. Es bestand aus nur sechs Flugzeugen und repräsentierte bis in den Ersten Weltkrieg hinein die gesamte Luftwaffe der Vereinigten Staaten. Der Krieg zeigte schnell die Vorteile der Luftunterstützung; Ende 1915 standen 23 Flugzeuge bereit und als die USA im April 1917 in den Krieg eingriffen, hatte die Luftwaffe 24 Geschwader aufgestellt, die allerdings längst nicht alle komplett ausgerüstet waren. Im Mai 1918 wurde die Luftfahrt-Abteilung vom Signal Corps getrennt und als US Army Air Service neu organisiert. Schon 740 Luftfahrzeuge gehörten zum Kriegsende im November 1918 zur US-Luftwaffe, davon sind 289 Flugzeuge und 48 Ballons bei den Kämpfen verloren gegangen; 138 Tonnen Bomben wurden abgeworfen und 756 feindliche Flugzeuge sind zerstört worden. Nach dem Krieg reduzierte sich die Anzahl der Luftwaffen-Soldaten bis Mitte 1920 drastisch auf ein Zwanzigstel der Kriegsstärke, auch der Bedarf an Ausrüstung war nun entsprechend geringer. Im Jahre 1926 wurde der Air Service zum US Army Air Corps (USAAC), blieb also Teil der US Army. In dieser Zeit wurden auf vielen Gebieten technische Entwicklungen vorangetrieben, wie beispielsweise die Luftbetankung und die Erprobung neuer Bomber (Martin B-10) und Kampfflugzeuge. Die Zahl der Flugzeuge stieg von unter 1000 (1926) auf 1700 (Mitte 1932). Ab 1937 kam die B-17 Flying Fortress zum Einsatz.

Zweiter Weltkrieg

Schließlich beschloss die Regierung unter Präsident Franklin D. Roosevelt Anfang 1939, den Bestand auf 6.000 Maschinen aufzustocken. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 und seine Folgen ließ den Bedarf an Bombern, Jägern und Aufklärern in die Höhe schnellen: Bis 1945 stieg die Flugzeugstärke auf über 60.000 Stück; viele neue Stützpunkte wurden angelegt, um das Material und die Truppen unterbringen zu können. Das USAAC ging am 20. Juni 1941 in den US Army Air Forces (USAAF) auf, die ab 1943 als eigenständiger Teil der US Army den gleichen Rang wie selbige und die US Navy erhielten. Im Zweiten Weltkrieg flogen amerikanische Bomber viele Angriffe gegen Deutschland, hauptsächlich am Tage gegen industrielle Ziele von militärischer Bedeutung (siehe beispielsweise Operation Double Strike), aber auch gegen Städte wie Hamburg und Dresden. Ab 1944 erfolgten auch Einsätze gegen Japan, im August 1945 schließlich warfen B-29 Superfortress Atombomben über Hiroshima und Nagasaki ab. Nach dem Krieg wurden die Streitkräfte neu organisiert und am 21. März 1946 drei neue Luftwaffenkommandos gegründet: Zur Unterstützung der Bodentruppen das Tactical Air Command, für die Reservestreitkräfte und Heimatverteidigung das Air Defense Command und für die strategischen Bomber und Aufklärer das Strategic Air Command, das in den Folgejahren zum mächtigsten Militärverband der westlichen Welt aufstieg. Mit der Gründung der United States Air Force (USAF) durch den National Security Act am 26. Juli (effektiv 18. September) 1947 erreichte die Luftwaffe schließlich ihre volle Unabhängigkeit.

Kalter Krieg

Während der Berlin-Blockade 1948/49 versorgten „Rosinenbomber“ hauptsächlich der USAF und der britischen Royal Air Force die Stadt fast ein Jahr lang über eine Luftbrücke, mit 278.000 Flügen und 2,1 Millionen Tonnen befördertem Material die bis heute größte Lufttransport-Operation überhaupt. Dabei kamen Transportflugzeuge wie Douglas C-54 Skymaster und Lockheed C-121 Constellation zum Einsatz. (…)

Hierarchie

Anmerkungen

1. Die Mannschaften und Unteroffiziere der US Air Force werden als enlisted bezeichnet. Wobei ab der Soldstufe E5 (SSgt) die Dienstgradgruppe der Non-commissioned officer (NCO) beginnt, welche ab der Soldstufe E7 (MSgt) auch Staff oder Senior NCO (SNCO) genannt wird. 2. Der Rang First Sergeant, der mehrfach auftaucht, ist in der Air Force kein Rang sondern eine spezielle Dienstbezeichnung für den dienstältesten Unteroffizier einer Einheit, der direkt dem Einheitskommandeur untersteht. Ähnlich dem Kompaniefeldwebel der Bundeswehr. Dieser Posten kann von Soldaten in den Soldstufen E-7 bis E-9 wahrgenommen werden (Master Sergeant, Senior Master Sergeant und Chief Master Sergeant). Kennzeichnend für einen First Sergeant ist die sogenannte französische Raute auf dem Dienstgradabzeichen. Der First Sergeant ist verantwortlich für die Moral, das Wohlergehen und das Benehmen aller ihm unterstellten Soldaten. Er ist ebenso direkter Ansprechpartner des Staffelkommandanten / Kompaniechefs in Fragen, die die Unteroffiziere und Mannschaften betreffen. Normalerweise übernimmt ein Master Sergeant diesen Posten, während in größeren Einheiten ein Senior Master Sergeant oder Chief Master Sergeant als First Sergeant eingesetzt wird. 3.: Laut US Bundesgesetz haben nur ein Prozent der Unteroffiziere der Air Force Ränge in der Soldstufe E-9 (Chief Master Sergeant und Command Chief Master Sergeant). Der Posten des Command Chief Master Sergeant (CCMS) wurde im November 1998 geschaffen. Command Chief Master Sergeants oder Command Chiefs dienen als Senior Berater für die Kommandeure ihrer Einheit. Sie sind auf hohen Kommandoebenen zu finden. Wenn in einem gemischten militärischen Verband ein Air Force Mitglied der höchste Unteroffizier ist, wird dieser auch als Command Chief bezeichnet. 4.: Der Chief Master Sergeant of the Air Force ist der höchstrangige Unterofiziergrad der gesamten Air Force, vom Chief of Staff of the Air Force persönlich ernannt. 5.: In der US Air Force dienen keine Warrant Officers mehr. Die Air Force übernahm 1947 die Warrant Officer Ränge von der US Army, aber deren Platz in der Struktur der Air Force wurde nie richtig klar. Der letzte Warrant Officer im aktiven Dienst war Chief Warrant Officer (CWO) James H. Long, der 1980 in den Ruhestand ging. CWO Bob Barrow, der letzte Warrant Officer der Air Force Reserve, schied 1992 aus dem Dienst aus. Ab diesem Zeitpunkt verschwanden die Warrant Officer Ränge aus der Air Force. 6.: Der Rang General of the Air Force (GenAF) ist der höchste Rang der US Air Force, gleichbedeutend mit einem 5-Sterne General. Dieser Rang wurde nur von einer Person getragen: Henry H. Arnold. General of the Army ist der gleichbedeutende Rang in der US Army und die beiden Abzeichen waren ursprünglich dieselben. In den 1950ern wurde das Abzeichen für den GenAF leicht verändert, um es zur neuen blauen Dienstkleidung der Air Force zu tragen. GenAF wurde nie von einem Offizier im aktiven Dienst der modernen Air Force getragen. Arnold war General of the Army und ging in den Ruhestand, bevor die Air Force von der Army getrennt und somit eine eigenständige Teilstreitkraft wurde. Nach seiner Pensionierung wurde ihm der Rang GenAF verliehen. Der äquivalente Rang der US Navy ist Fleet Admiral.

Literatur


- USAF Almanac 2005. In: Air Force Association [http://www.afa.org/default.asp] (Hrsg.): Air Force Magazine Vol. 88, No. 5, Mai 2005, S. 44–93 ([http://www.afa.org/magazine/May2005/0505structure.pdf] PDF, 40 MB, englisch)

Weblinks


- [http://www.af.mil Webpräsenz der USAF]
- [http://www.wpafb.af.mil/museum/ USAF-Museum]
- [http://www.globalaircraft.org/ GlobalAircraft.org (.en)] ja:アメリカ空軍

2004

Ereignisse

Jahreswidmungen


- 2004 ist „Internationales Jahr zum Gedenken an den Kampf gegen die Sklaverei und an ihre Abschaffung“ (UNESCO)
- 2004 ist „Internationales Jahr des Reis“ (UNO)
- 2004 ist „Internationales Jahr der Technik
- 2004 ist „Internationales Jahr der Erziehung durch Sport
- Ewe ist Afrikanischer Stamm des Jahres (Ghana, Togo, Benin) (Internationale Stämme Mission)
- Jahreslosung: „Jesus Christus spricht: Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen.“ (Markus 13:31)
- Das Alpenglöckchen (Soldanella alpina) ist Blume des Jahres (Stiftung Naturschutz Hamburg/Deutschland)
- Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist Pilz des Jahres (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
- Die Weißtanne (Abies alba) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Die Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
- Der Siebenschläfer (Myoxus glis) ist Tier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)
- Der Storchschnabel (Geranium) ist Staude des Jahres (Bund deutscher Staudengärtner)

Natur


- 19. April: Partielle Sonnenfinsternis (südliches Afrika)
- 4. Mai: Totale Mondfinsternis
- 8. Juni: Der erste Venustransit (Sonnendurchgang) seit 1882 ist in Mitteleuropa von 7:20 Uhr bis 13:23 MESZ zu beobachten
- 5. Oktober: In Deutschland wird mit 27,25 °C der wärmste 5. Oktober seit 125 Jahren gemessen
- 11. Oktober: Am frühen Morgenhimmel ist die Venus dem Mond besonders nahe und gut zu beobachten
- 14. Oktober: Partielle Sonnenfinsternis (Nordost-Asien, Nord-Pazifik)
- 28. Oktober: Totale Mondfinsternis
- 5. Dezember: Ein Erdbeben mit Epizentrum in der Gemarkung Waldkirch erschüttert den gesamten südwestdeutschen Raum. Trotz einer Stärke von 5,4 auf der Richterskala kam es nur zu kleineren Sachschäden
- 26. Dezember: Seebeben im Indischen Ozean und Tsunami-Flutwelle. Verheerende Schäden in den Küstenregionen im Golf von Bengalen, Südasien und Südostasien. Siehe Erdbeben im Indischen Ozean 2004

Politik

Januar


- 1. Januar: Joseph Deiss wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Irland übernimmt von Italien die Präsidentschaft im europäischen Rat
- 1. Januar: Die Mehrwertsteuer wird in Kap Verde eingeführt
- 1. Januar: Der niederländische Außenminister Jaap de Hoop Scheffer wird NATO-Generalsekretär
- 13. Januar: Helmut Kohl erhält den Internationalen Adalbertpreis
- 14. Januar: Óscar Berger Perdomo wird Staatspräsident von Guatemala
- 15. Januar bis 21. Januar: Weltsozialforum im Mumbai, (Indien)
- 16. Januar: Die Außenminister Joschka Fischer (Deutschland), Dominique de Villepin (Frankreich) und Włodzimierz Cimoszewicz (Polen) treffen sich im Rahmen des Weimarer Dreiecks
- 19. Januar: Erste Vorwahl der demokratischen Partei in Iowa, (USA)
- 20. Januar: Mazedonien beschließt per Gesetz die Gründung einer staatlichen Universität in Tetovo
- 21. Januar: Das auswärtige Amt finanziert zwei Justizaufbauprojekte des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (Heidelberg) in Afghanistan
- 24. Januar: Entlassung des Vorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit Florian Gerster nach Misstrauensvotum
- 25. Januar: Georgien: Michail Saakaschwili wird Staatspräsident

Februar


- 2. Februar: Brunei: Karl XVI. Gustaf von Schweden löst durch sein Lob des Sultans eine außenpolitische Krise seiner Heimat aus
- 5. Februar: Lettland: Ministerpräsident Einars Repse tritt zurück
- 6. Februar: Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärt seinen Rücktritt vom Parteivorsitz der SPD zu Gunsten von Franz Müntefering
- 8. Februar: Volksabstimmungen in der Schweiz, unter anderem wird die zweite Tunnelröhre durch den Gotthard in der Innerschweiz deutlich abgelehnt
- 13. Februar: Präsident Blaise Compaoré von Burkina Faso trifft auf Einladung von Bundespräsident Johannes Rau in Deutschland ein
- 19. Februar: Bundesminister Joschka Fischer nimmt in Brüssel, Belgien an einem EU-Seminar gegen Antisemitismus teil
- 20. Februar: Parlamentswahlen im Iran, viele liberale Kandidataten wurden ausgeschlossen, die Wahlbeteiligung sank auf etwa 50 Prozent
- 26. Februar: Staatspräsident Boris Trajkovski von Mazedonien stirbt bei einem Flugzeugabsturz
- 29. Februar: Bürgerschaftswahlen in Hamburg, die CDU erhält die absolute Mehrheit, Ole von Beust bleibt 1. Bürgermeister

März


- 1. März: Internationale Friedenstruppen treffen in Haiti ein
- 2. März: Eröffnung der neuen Botschaft der Niederlande in Berlin durch Königin Beatrix
- 7. März: Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg, Gemeinderatswahlen Tirol
- 9. März: Lettland: Indulis Emsis wird neuer Ministerpräsident
- 10. März: Griechenland: Kostas Karamanlis wird Ministerpräsident
- 14. März: Wladimir Putin wird als Präsident Russlands in seinem Amt bestätigt
- 14. März: Michail Jefimowitsch Fradkow wird Vorsitzender der Regierung in Russland
- 14. März: Parlamentswahlen in Spanien
- 18. März: In Ottawa findet der EU-Kanada-Gipfel statt
- 22. März: Mazedonien stellt Antrag auf Mitgliedschaft in der NATO und der EU
- 23. März: Bundeskanzler Gerhard Schröder besucht Warschau, Polen
- 27. März: Kommunalwahlen in Nigeria
- 28. März: Präsidentschaftswahlen in Guinea-Bissau
- 29. März: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowakei und Slowenien werden Mitglied der NATO
- 30. März: Kerstin Müller, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, trifft die afghanische Frauenministerin Habiba Sorabi zu einem Gespräch im Auswärtigen Amt
- 30. März: Bundesaußenminister Joschka Fischer trifft mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai zu einem Gedankenaustausch zusammen

April


- 2. April: Bulgarien wird Mitglied der NATO
- 2. April: Lettland wird in die NATO aufgenommen
- 3. April: Etwa 500.000 Menschen demonstrieren in Berlin, Köln und Stuttgart gegen den Reformkurs der deutschen Bundesregierung
- 3. April und 17. April: Präsidentenwahl in der Slowakei
- 5. April: Das Auswärtige Amt unterstützt das Minensuchhunde-Zentrum (MDC) in Afghanistan mit 1,9 Million Euro
- 14. April: Parlamentswahlen in Südafrika
- 15. April: Niederlande: Offizieller Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder in Rotterdam und Den Haag
- 17. April: Ivan Gašparovič wird neuer Staatspräsident der Slowakei
- 17. April: José Luis Zapatero wird Ministerpräsident in Spanien
- 19. April: Bundesaußenminister Joschka Fischer reist nach Afghanistan
- 22. April: Gründung eines Goethe-Instituts in Ljubljana, Slowenien
- 25. April: Parlaments- und Kommunalwahlen in Äquatorialguinea
- 25. April: Heinz Fischer wird bei der Wahl zum Bundespräsidenten in Österreich gewählt
- 26. April: Giftgas-Attentat in Jordanien vereitelt, es hätten 80.000 Menschen sterben können
- 27. April: Thabo Mbeki wird als Präsident von Südafrika vereidigt
- 28. April: Branko Crvenkovski wird Staatspräsident in Mazedonien
- 29. April: Regierungsumbildung in Mali
- 30. April: Der Skandal um Misshandlungen irakischer Häftlinge im Bagdader US-Militärgefängnis Abu Ghraib wird publik

Mai


- 1. Mai: Die europäische Union wird um zehn Mitglieder erweitert: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern (siehe EU-Osterweiterung)
- 1. Mai: In Polen gilt für Investitionen ab sofort das EU-Recht
- 2. Mai: Parlamentswahlen in Panama
- 7. Mai: Surya Bahadur Thapa tritt als Premierminister von Nepal zurück
- 7. Mai: Verfassungsänderungen in der Türkei zur EU-Anpassung
- 16. Mai: Volksabstimmung in der Schweiz
- 22. Mai: Manmohan Singh wird Premierminister in Indien
- 23. Mai: Horst Köhler wird von der Bundesversammlung im ersten Wahlgang zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Ergebnis: Horst Köhler 604 Stimmen, Gesine Schwan 589 Stimmen
- 25. Mai: Der 49. Eurovision Songcontest findet in Istanbul, Türkei statt
- 27. Mai: USA und Bahrain unterzeichen ein Freihandelsabkommen
- 29. Mai: Estland wird Vollmitglied in der NATO

Juni


- 1. Juni: Im Irak nominiert der Übergangsrat den künftigen Staatspräsidenten Ghazi al Jawar. Der designierte Ministerpräsident Ijad Allawi stellt die 26 Mitglieder seines Kabinetts vor, dem die USA am 30. Juni die Macht übergeben werden
- 1. Juni: Lic. Elías Antonio Saca González wird Staatspräsident von El Salvador
- 4. Juni bis 13. Juni: Europride in Hamburg
- 6. Juni: 60. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie. Erstmals nimmt mit Gerhard Schröder ein deutscher Bundeskanzler an den Gedenkfeiern in der Normandie teil (siehe D-Day)
- 7. Juni: In Marokko tritt ein neues Arbeitsgesetz in Kraft
- 8. Juni bis 10. Juni: G8-Gipfeltreffen in Sea Island (Georgia), USA
- 9. Juni: Das Bundesverfassungsgericht lehnt eine Verfassungsklage gegen das Ladenschlussgesetz ab
- 13. Juni: Wahlen zum Europaparlament
- 13. Juni: Landtagswahl in Thüringen
- 13. Juni: Kommunalwahlen in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt
- 21. Juni: Fünfter Ostseegipfel in Estland
- 22. Juni: In Nauru wird Präsident René Harris bei einem Misstrauensvotum abgesetzt und durch Ludwig Scotty ersetzt
- 24. Juni: Deutschland. Bundesaußenminister Joschka Fischer trifft den Premierminister von Armenien, Andranik Markarjan
- 27. Juni: Kommunalwahl in Thüringen, die SPD verliert, die PDS gewinnt Stimmen hinzu
- 28. Juni: Im Irak erfolgt die Machtübergabe von der Koalitions-Übergangsverwaltung an die Irakische Übergangsregierung

Juli


- 1. Juli: Amtsantritt des neuen deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler
- 1. Juli: Gegen den irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein wird Anklage erhoben
- 8. Juli: Angelobung des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer
- 9. Juli: Pawel Chlebnikow wird in Moskau von Unbekannten erschossen
- 15. Juli: Antrittsbesuch des neuen deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler in Polen, anschließend Besuch in Frankreich

August


- 1. August: 60. Jahrestag des Beginns des Warschauer Aufstands: Bundeskanzler Gerhard Schröder nimmt als erster deutscher Bundeskanzler als Ehrengast an den Feierlichkeiten teil
- 2. August: In Deutschland tritt die Sondersteuer auf Alkopops in Kraft, die handelsübliche 275-Milliliter-Flaschen um 85 Cent verteuert (zuzüglich Mehrwertsteuer) und die Getränke für Jugendliche unattraktiver machen soll
- 9. August: In Deutschland, vor allem in Ostdeutschland, demonstrieren etwa 50.000 Menschen gegen die Hartz IV-Gesetze
- 16. August: In Deutschland, vor allem in Ostdeutschland, demonstrieren etwa 85.000 Menschen gegen die Hartz IV-Gesetze
- 16. August: Präsident Hugo Chávez in Venezuela gewinnt das Referendum über seine Amtsenthebung. etwa 58 % der Wähler stimmen für ihn (Wahlbeteiligung etwa 95 %)
- 19. August: Erneut demonstrieren in Erfurt und Brandenburg knapp 10.000 Menschen gegen die Hartz IV-Gesetze
- 22. August: Norwegen: Der Schrei, ein Bild des norwegischen Malers Edvard Munch, wird von maskierten Tätern aus dem Osloer Munch-Museum entwendet
- 23. August: Auf den Montagsdemonstrationen demonstrieren mindestens 70.000 Menschen gegen die Hartz IV-Gesetze
- 29. August: Etwa 300.000 Menschen demonstrieren in New York City gegen die Politik von Präsident George W. Bush
- 29. August: Scharif al-Misri wird als führendes Mitglied der Terrorgruppe Al-Qaida in Qetta (Pakistan) zusammen mit einem mutmaßlichen Komplizen verhaftet
- 30. August: Auf den Montagsdemonstrationen demonstrieren erneut mindestens 70.000 Menschen gegen die Hartz IV-Gesetze
- 31.Eröfnung der RIMS Reihn-Main-International-Montessori-Schule

September


- [[5. September]]: Bei den Landtags[[wahlen im Saarland
ist die SPD mit knapp 14 % Verlust auf 30,8 % die einzige Verliererin. Die Wahlbeteiligung sinkt von 69 % (1999) auf 56 % (2004)
- 6. September: In Deutschland, vor allem in Ostdeutschland, demonstrieren Zehntausende (ARD: 50.000, ZDF/RTL: deutlich weniger als in der Vorwoche, SAT1/N-TV: 75.000) gegen die Hartz IV-Gesetze
- 10. September: Polen Das polnische Parlament, der Sejm, hat ohne Gegenstimme die Regierung in Warschau aufgefordert, angemessene Maßnahmen in der Angelegenheit von Reparationen gegenüber Deutschland zu ergreifen
- 12. September: Zehntausende von Israelis demonstrierten in Jerusalem gegen die beabsichtigte Räumung von Siedlungen im Gazastreifen
- 13. September: Bundespräsident Horst Köhler hält unterschiedliche Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland für unvermeidlich
- 13. September: In Deutschland, vor allem in Ostdeutschland, demonstrieren Zehntausende, allerdings deutlich weniger als in der Vorwoche, gegen die Hartz IV-Gesetze
- 14. September: Die OECD stellt in ihrer Vergleichsstudie „Bildung auf einen Blick“ erneut Mängel im deutschen Bildungssystem fest
- 19. September: Bei der Landtagswahl in Brandenburg verlieren SPD und CDU mehr 7 %, die PDS gewinnt 5 % und die DVU ist erneut im Landtag vertreten
- 19. September: Bei der Landtagswahl in Sachsen verliert die CDU fast 16 %, die SPD rutscht unter die 10 % Marke und die NPD bekommt etwas mehr als 9 %. Auch Grüne und FDP kommen in den Landtag
- 19. September: Bei der Landtagswahl in Vorarlberg erreicht die ÖVP die absolute Mehrheit
- 20. September: Die Präsidentschaftswahlen in Indonesien (die Auszählung wurde erst Anfang Oktober abgeschlossen) werden von Susilo Bambang Yudhoyono gewonnen, der die bisherige Präsidentin Megawati Sukarnoputri ablöst
- 26. September: Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen verliert die CDU ca. 7 %, bleibt aber stärkste Partei im Land. Die SPD verliert erneut ca. 3 %, die Grünen und die FDP gewinnen jeweils ca. 3 %
- 26. September: Volksabstimmung in der Schweiz

Oktober


- 2. Oktober: In Berlin demonstrieren ca. 50.000 gegen die Hartz IV-Gesetze
- 2. Oktober: In Amsterdam protestieren ca. 200.000 Menschen gegen die Sparpläne der christlich-liberalen Regierung
- 3. Oktober: Bei Parlamentswahlen in Slowenien geht die konservative Slowenische Demokratische Partei unter Janez Janša als Sieger hervor, die bisher regierende linksliberale Liberaldemokratische Partei Sloweniens verliert über 13 % und wird vermutlich in Opposition gehen
- 5. Oktober: Der Vorstand von Karstadt-Quelle verkündet, dass zur Sanierung des Konzern 5.500 Stellen abgebaut werden sollen. Nach Verhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di und dem Betriebsrat soll dieser Abbau sozialverträglich stattfinden
- 5. Oktober: Der designierte EU-Innenkommissar Rocco Buttiglione ist wegen seiner Haltung zur Homosexualität und Frauen auf Kritik gestoßen
- 6. Oktober: Die USA räumen ein, dass im Irak keine Massenvernichtungswaffen, einer der Gründe für den Irak-Krieg, gefunden wurden
- 9. Oktober: Die Präsidentschaftswahlen in Afghanistan werden von Unregelmäßigkeiten begleitet. Später wird der amtierende Präsident Hamid Karzai mit 55,4 % der Stimmen zum Sieger erklärt
- 12. Oktober: Der Kalif von Köln, Metin Kaplan, wird aus Deutschland in die Türkei abgeschoben und dort sofort verhaftet
- 14. Oktober: General Motors gibt bekannt, dass 12.000 Stellen in Europa, davon 10.000 in Deutschland gestrichen werden sollen. Daraufhin streiken die Arbeiter im Opel Werk Bochum sechs Tage lang
- 16. Oktober: Die Schweizer Gewerkschaften GBI und SMUV fusionieren zur Großgewerkschaft Unia
- 17. Oktober: Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko lässt sich in einem umstrittenem Referendum für eine dritte Amtszeit bestätigen
- 23. Oktober: Eine gute Woche vor der Präsidentenwahl in der Ukraine haben zehntausende Oppositionsanhänger in Kiew für eine freie und faire Abstimmung demonstriert
- 24. Oktober: Die Serben im Kosovo boykottieren die Parlamentswahlen. Gewinner mit ca. 55 % (nach ersten Hochrechnungen) ist die Partei von Ibrahim Rugova
- 27. Oktober: Der designierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso lässt die Abstimmung über die EU-Kommission im EU-Parlament verschieben, um eine Abstimmungsniederlage zu verhindern. In der Folge werden die zwei Kommissare Rocco Buttiglione (Italien) und Ingrida Udre (Lettland) gegen Franco Frattini (Italien) und Andris Piebalgs (Lettland) ausgetauscht
- 31. Oktober: Bei den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine kommt es zu Unregelmäßigkeiten. Der vom bisherigen Präsidenten Leonid Kutschma favorisierte Kandidat Wiktor Janukowytsch kommt auf 40 %, Wiktor Juschtschenko auf 39 % der Stimmen, daher wird es eine Stichwahl geben

November


- 2. November: Präsidentschaftswahlen in USA: George W. Bush wird nach einem Kopf an Kopf-Rennen mit seinem Gegner John F. Kerry erneut für vier Jahre zum Präsidenten gewählt
- 7. November: Das Referendum gegen die neuen Gemeindegrenzen in Mazedonien ist gescheitert, da nur etwa 26 % der Stimmberechtigten abstimmten. Das Gesetz schreibt ein Quorum von 50 % vor. In der Konsequenz haben alle großen Gemeinden im Westen Mazedoniens eine albanische Bevölkerungsmehrheit
- 10. November: Der Politiker Georg Milbradt (CDU) ist in Sachsen erst im zweiten Anlauf erneut zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Er hatte nur 62 von 65 Stimmen der CDU/SPD Koalition bekommen. Der Kandidat Uwe Leichsenring der NPD erhielt 14 Stimmen, 2 mehr als die NPD Sitze im Landtag hat
- 11. November: Jassir Arafat stirbt gegen 3:30 Uhr morgens, sein Leichnam wird nach Kairo gebracht, wo am folgenden Tag die Trauerfeier stattfindet und anschließend: unter chaotischen Umständen: die Beisetzung in Ramallah
- 15. November: Der Beitritt Griechenlands zum Euro beruht auf seit 1997 gefälschten Defizitzahlen. Später werden auch die italienschen Zahlen bezweifelt. Das statistische Amt der EU, EUROSTAT, gerät damit wieder ins Zwielicht
- 17. November: Das Bundeskabinett beschließt die Entsendung von zwei Transall-Flugzeugen mit ca. 200 Soldaten zur Unterstützung vom Transport von OAU-Soldaten in die Region Darfur im Sudan
- 18. November: Im zweiten Anlauf hat der neue EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso für sein veränderte Kommission eine Mehrheit im EU-Parlament erhalten
- 18. November: Der CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer wirft deutschen Managern mangelnden Patriotismus vor
- 19. November: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat in einer Resolution zu einer baldigen Lösung für den Sudan-Konflikte aufgerufen und vage mit Sanktionen gedroht
- 20. November: Es werden Misshandlungsvorwürfe bei gestellten Geiselnahmen bei der Bundeswehr bekannt. In den folgenden Wochen werden weitere Misshandlungen in verschiedenen Kasernen bekannt
- 21. November: Nach der Stichwahl bei den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine wird Wiktor Janukowytsch zum Sieger erklärt, die OSZE zweifelt den Wahlsieg an, die Opposition spricht von Wahlbetrug. Beginn von landesweiten Massenprotesten („Orangene Revolution“)
- 21. November: Ca. 25.000 Menschen demonstrierten nach einem Aufruf muslimischer Verbände in Köln gegen islamistischen Terror und Gewalt
- 21. November: In Namibia wird Hifikepunye Pohamba (SWAPO) mit 76 % zum neuen Präsidenten gewählt und löst damit Sam Nujoma ab. Seine Partei, die SWAPO, erhält ca. 75 % der Parlamentssitze
- 25. November: Die IAEO berät über das iranisches Atomprogramm. Die USA glauben, dass der Iran eine Atombombe entwickeln will. Der Iran beteuert, dass er nur ein friedliche Nutzung der Kernenergie plant
- 27. November: Die Behörden von Papua-Neuguinea beginnen mit der Evakuierung von 9000 Menschen von der Insel Manam, da diesen wegen wochenlanger Vulkan-Aktivitäten (Aschenregen) eine Hungesnot droht
- 28. November: Bundesfinanzminister Hans Eichel kritisiert, dass alle neuen Bundesländer, mit Ausnahme von Sachsen, die Fördermittel aus dem Aufbau Ost ganz oder teilweise missbrauchen
- 28. November: In Rumänien werden der Staatspräsident und das Parlament gewählt. In die Stichwahl kommen Adrian Nastase (Sozialdemokraten) und Traian Băsescu (Allianz für Gerechtigkeit und Wahrheit). Die Opposition spricht von Wahlbetrug. Auch die OSZE äußert Bedenken wegen des Ablaufs der Wahl
- 30. November: Die OECD bemängelt in ihrer „Baby-PISA“-Studie die Zahl der Kita-Plätze in den alten Bundesländern. In den neuen Bundesländern gehört das Kinderbetreuungssystem zu den weltweit besten

Dezember


- 1. Dezember: Die Regierungskoalition von Ministerpräsident Ariel Scharon in Israel zerbricht, weil die Vertreter seines größten Koalitionspartners gegen den Haushaltsentwurf 2005 gestimmt haben
- 3. Dezember: Der Bundestag beschließt die Entsendung von bis zu 200 Soldaten zur Unterstützung der Afrikanischen Union im Darfur-Einsatz
- 22. Dezember: CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer tritt nach Vorwürfen über falsche Angaben zu Gehaltszahlungen seines früheren Arbeitgebers RWE zurück
- 26. Dezember: Bei der Wiederholungswahl zu den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine setzt sich der oppositionelle Kandidat Wiktor Juschtschenko gegen den beurlaubten Ministerpräsidenten Wiktor Janukowytsch mit 51,99 % zu 44,19 % der abgegebenen Stimmen durch

Terroranschläge und Kriege


- 29. Januar: Bei einem Terroranschlag auf Bus Nummer 19 in Jerusalem (Israel) sterben elf Israelis. 50 Menschen werden verletzt. Der Attentäter war ein 24 Jahre alter Palästinenser aus Bethlehem und Mitglied der Al Aqsa Märtyrer Brigaden
- 22. Februar: Acht Menschen Sterben bei einem Selbstmordattentat auf Bus Nummer 14A in Jerusalem (Israel). Über 60 werden verwundet. Der palästinensische Attentäter war Mitglied der Al Aqsa Märtyrer Brigaden und kam aus Bethlehem
- 11. März: Schwerer Terroranschlag in Madrid, 191 Tote, 1.500 Verletzte
- 28. April: Terroranschlag in Diplomatenviertel von Damaskus, vier Tote
- 2. Juni: In Afghanistan werden fünf Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in einem Hinterhalt ermordet
- 11. Juli: Ein Selbstmordattentäter sprengt sich in Tel Aviv (Israel) an einer Bushaltestelle in die Luft. Ein Israeli wird dabei getötet, 33 werden verletzt
- 28. Juli: Bei der Explosion einer Autobombe in Bakuba (Irak) sterben 68 Menschen und etwa 40 werden verletzt
- 2. August: Bei Bombenanschlägen auf fünf christliche Kirchen in Bagdad und Mossul im Irak werden elf Menschen getötet und ca. 50 verletzt
- 15. August: In Gatumba (Burundi) haben Hutu-Rebellen ein Flüchtlingslager der UNO überfallen und 189 Menschen getötet sowie etwa 70 verletzt
- 24. August: In Russland stürzen, infolge eines tschetschenischen Terroranschlages, fast gleichzeitig zwei Flugzeuge mit 89 Menschen an Bord ab
- 30. August: Bei einem Anschlag eines tschetschenischen Selbstmordattentäters im Norden von Moskau in der Nähe eines U-Bahnhofes werden min. 39. Menschen getötet und ca. 130 verletzt
- 31. A