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| Slashdot |
SlashdotSlashdot (oft auch mit /. abgekürzt) ist eine Mischung aus einem web-basierten Newsticker und einem Weblog, ausgerichtet auf technologische Neuigkeiten. Von Rob „CmdrTaco“ Malda 1997 gegründet, gehört Slashdot heute zur Open Source Technology Group, das ehemalige Open Source Development Network.
Der Inhalt von Slashdot besteht zum größten Teil aus Zusammenfassungen von anderen Webseiten und Links zu diesen Seiten. Jeder Leser hat die Möglichkeit, zu einem Thema (genannt „story“) einen Kommentar abzugeben. Diese Möglichkeit der Interaktion wird rege benutzt, um Ergänzungen, gegenteilige Meinungen oder lediglich Witze und Wortspielereien zu einem Thema anzubringen. Meistens werden zu einer Story mehrere hundert Kommentare verfasst.
Der Kern des Slashdot-Publikums („News for nerds, stuff that matters“) besteht aus Verfechtern von freier Software, insbesondere Linux. Deshalb passiert in den Kommentaren oft so genanntes „Bashing“, d.h. bei den Lesern unbeliebte Firmen (allen voran Microsoft und SCO) werden verurteilt oder lächerlich gemacht. Damit trotz dessen und der vielen Hundert Kommentare pro Artikel gute Kommentare leichter zu finden sind, gibt es ein Moderationssystem, nach dessen Wertungen man die Kommentare sortieren lassen kann.
Namensherkunft
Malda wollte mit der URL sich über diesen Syntax lustig machen und andere Menschen Verwirren. Denn wenn man sie ausspricht: http colon slash slash slash dot dot org (für http://slashdot.org) ist nur schwer zu erraten, was gemeint ist. Heute sieht er diesen jedoch vorallem als eine an sich selbst gerichtete Parodie, da niemand häufiger diese Addresse ausspricht.
Desweiteren kursieren viele Gerüchte, wie z.B. der Begriff slashdot sich aus Fernschreiberzeiten ableitet und dem ASCII, als Nachrichtenagenturen jede Meldung, die über den Ticker lief, mit den beiden Sonderzeichen /. (slash dot) beendeten.
Ein weiteres Gerücht ist, dass der Name sich auf das Ausführen von Programmen unter Unix in aktuellen Verzeichnis bezieht, die mit ./skriptname ausgeführt werden.
Software der Seite
Die Software von Slashdot heißt Slashcode, ist in Perl geschrieben und findet für [http://www.slashcode.com/yass/ viele andere Websites] Verwendung. Im deutschen Sprachraum verfolgen [http://www.oszine.de/ OS Zine] und Symlink ein ähnliches Konzept wie Slashdot, wobei davon nur Symlink auch Slashcode verwendet, OS Zine ist PHP-basiert.
Slashdot-Phänomene
- Trollen - das absichtliche Provozieren von Streitigkeiten
- Slashdot-Effekt - Eine auf Slashdot erwähnte Webseite erlebt einen Ansturm von Besuchern, der vom Server nicht bewältigt werden kann, die Seite lässt sich nicht mehr abrufen. Dieser Effekt wird auch als Slashdotting bezeichnet.
- Die letzte Option einer Slashdot-Umfrage enthielt als Running Gag oft den Namen eines der Slashdot-Redakteure, CowboyNeal, bei Symlink den des Symlink-Redakteurs Raffzahn.
Das deutsche Gegenstück bezüglich Popularität und Diskussionsthemen ist der Heise Newsticker.
Weblinks
- [http://slashdot.org/ Slashdot]
- [http://www.symlink.ch/ Symlink] - deutschsprachiger Ableger von Slashdot
- [http://www.thinknerd.de/ Thinknerd] - deutschsprachige Nerd-Community mit selber Zielgruppe
- [http://www.slashcode.com/ Slashcode] - die Software von Slashdot, welche auch von Symlink verwendet wird
Kategorie:Online-Magazin
ja:スラッシュドット
nb:Slashdot
NewstickerEin Newsticker ist heute eine kurzgefasste, meist als Laufschrift realisierte Einblendung von Nachrichtenüberschriften und Schlagzeilen oder auch Aktienkursen in Fernsehsendungen und im Internet. Ursprünglich stammt der Begriff vom typischen tickenden Geräusch eines Fernschreibers der 1980er Jahre.
Beispiele
- n-tv Börsenticker
- CNN Nachrichtenticker
- Heise News-Ticker
siehe auch
- Nachrichten
- Newsletter
- Newsfeed
- Syndication
- RSS
http://www.news-ticker.org/
Kategorie:Journalismus
Kategorie:Medien
TechnologieUnter der Technologie (v. griech.: τεχνολογία technología = die Lehre, das System der Technik) versteht man die Gesamtheit der Verfahren zur Produktion von Waren und Dienstleistungen, die einer Gesellschaft zur Verfügung steht. Zur Übersetzung des englischen Wortes "technology" eignet sich "Technologie" demnach nur in Ausnahmenfällen, da das mögliche Bedeutungsspektrum von "technology" breiter ist und von "Technik" über "Gerät", "Werkzeug", "Computerprogramm" bis zu "System" und "Verfahren" reicht; entsprechend ist bei der Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche semantisch zu differenzieren. Technologie beinhaltet die Komponenten der Technik (Werkzeuge, Geräte, Apparate) und Komponenten der Logistik, die materiellen und organisatorischen Voraussetzungen und deren Anwendung. In jüngster Zeit gewinnt die Technikfolgenabschätzung immer mehr an Bedeutung.
Häufig wird schönfärberisch Technologie anstelle von Technik verwendet. Spricht jemand im Zusammenhang z. B. bei Fahrzeugen von neuester eingesetzter Technologie, ist nur die Technik gemeint. Technologie soll das Wort Technik nur aufblasen und größer erscheinen lassen.
Technologie hat einen zeitlichen und kulturellen Kontext, so dass eine Technologie oft als Synonym für eine bestimmte Epoche (beispielsweise Bronzezeit, Informationszeitalter) oder als Bestimmung für eine Kultur (zum Beispiel bandkeramische Kultur) dient.
Die verfügbare Technologie beschränkt die erreichbare Produktivität sowohl qualitativ (was kann ich produzieren, was brauche ich an Voraussetzungen) als auch quantitativ (Kosten, Produktivität).
Unter High-Tech versteht man hochentwickelte Techniken, die neueste wissenschaftliche Erkenntnisse umsetzen, so beispielsweise die Produktion von CPUs oder bakteriell hergestelltes Insulin.
Im Gegensatz dazu bezeichnet Low-Tech absichtlich möglichst einfache, ausfallsichere Techniken (bei deren Entwicklung natürlich auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einsatz kommen können), die dadurch einfach in Herstellung, Anwendung oder Wartung sind.
Juristisch gibt es den Begriff Stand der Technik, der eher im Sinne von Innovation verstanden wird und vom mehr konservativ geprägten Begriff anerkannte Regeln der Technik zu unterscheiden ist.
Bei der Entwicklung von Technologie unterscheidet man zwei Ansätze: zum einen den "technology push" - Ansatz, bei dem zuerst eine neue technische Entwicklung gemacht wird und danach nach möglichen Anwendungen und Nutzern gesucht wird, und zum anderen den Ansatz des "demand/market-pulls", bei dem technische Entwicklung nach den Bedürfnissen der Benutzer erfolgt. Seit den 80ern wird in der Industrie und bei der Technologiepolitik meist eine Doppelstrategie benutzt.
Geschichte
Obwohl der Gebrauch von Werkzeugen auch bei Tieren nachgewiesen wurde, ist der Begriff Technologie an die menschliche Kultur gekoppelt. Das Vorhandensein von Technologie (Werkzeuggebrauch, Feuer) wurde daher auch oft zur Abgrenzung zwischen Mensch und Tier verwendet.
Der technologische Fortschritt ist eng mit dem gesellschaftlichen Fortschritt insgesamt verknüpft. Während sich bis etwa zur industriellen Revolution die Technologie im Alltag kaum bemerkbar machte (weil sie sich nur langsam, wenn überhaupt, veränderte), ist spätestens mit dem Auftreten von Technologie-Katastrophen im 20. Jahrhundert der Begriff Technologie ins Bewusstsein der Menschen gedrungen.
Vor- und Frühgeschichte
Bereits in vorgeschichtlicher Zeit (Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit) schuf die verfügbare Technologie die Rahmenbedingungen für die entstehende Kultur und wurde daher zum prägenden Begriff. Obwohl heute oft eher abschätzig betrachtet (Dein Handy ist wohl noch aus der Steinzeit?) ist die Technologie dieser Epochen durchaus aufwändig und komplex, was sich in den heute noch vorhandenen Funden aus diesen Epochen (beispielsweise Ötzi) ausdrückt.
Prägende Technologien:
- Feuerstein
- Bronze
- Eisen
Antike bis 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts
Nachdem die Technologie der Vorzeit vor allem von den verfügbaren Materialien und Werkzeugen bestimmt war, entstanden schon in den antiken Hochkulturen erste Maschinen, und die Weiterentwicklung und Verbreitung von Techniken wurde systematisch betrieben. Trotzdem entwickelten sich Fortschritte nur langsam, da viele Schlüsseltechnologien, wie zum Beispiel Dampfmaschine, Elektrizität erst später entwickelt wurden, obwohl die Grundprinzipien teilweise schon bekannt waren.
In dieser Zeit wurde von Technologie selbst noch nicht gesprochen. Trotzdem gab es immer wieder Versuche, das bestehende Wissen zu beschreiben. Ab etwa dem 16. Jahrhundert setzte sich eine Lehre durch, welche die sich rasch entwickelnden Gewerbe, deren handwerklichen Verfahren und technischen Mittel, beschrieb. Die Hauptvertreter dieser Epoche waren Georgius Agricola und Réaumur. Agricola verfasste eine Enzyklopädie über den Bergbau und das Hüttenwesen. Unter der Anregung und Leitung von Réaumur wurde an der Pariser Akademie der Wissenschaften eine Sammlung von Beschreibungen der unterschiedlichsten Gewerbe erstellt. Diese Sammlung von Beschreibungen füllten im Jahr 1805 21 Bände und stellte somit die umfassendste Beschreibung von Methoden und Verfahren ihrer Zeit dar.
In dieser Zeit wurde das Wort Technologie wörtlich übersetzt, "Kunst der Rede". Somit beschrieb es die Fähigkeit, über wissenschaftliche Vorgänge zu sprechen.
Prägende Technologien:
- Maschinen
- Windkraft
- Wasserkraft
- Buchdruck
- Manufaktur
2. Hälfte des 18. Jahrhunderts bis 1. Viertel des 19. Jahrhunderts
Mit der Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert setzt man den Beginn der industriellen Revolution an. Die Möglichkeit, Energie künstlich in großem Maßstab zu erzeugen, gab der Technologie einen ungeahnten Aufschwung. Und der Begriff wurde selbst zum Gegenstand der Wissenschaft.
1777 veröffentlichte der Göttinger Professor für Ökonomie und Kameralwissenschaften Johann Beckmann die "Anleitung zur Technologie". Somit ist das erste Mal der Begriff der Technologie gefallen. Schon in der Erklärung für diese Wortwahl wird ersichtlich, was Beckmann beabsichtigte. Er wollte mit der Technologie eine Wissenschaft, die "Arbeiten, ihre Folgen und Gründe vollständig, ordentlich und deutlich erklärt". Doch die größte Leistung von Beckmann ist die systematische Erfassung und Ordnung des technologischen Wissens dieser Zeit. Sein Wirken beschränkte sich nicht nur auf seine Zeit. In weiteren Schriften fanden sich sogar schon Ansätze, Techniken nicht aus der Erzeugungsorientierten, sondern aus der Vorgangsorientierten Sicht zu beschreiben. In seinem "Entwurf der allgemeinen Technologie" sind so 51 Methoden- und Verfahrensklassen, die unabhängig von dem behandelnden Ausgangsstoff, den Produktionsprozess beschreiben. Somit war es das erste Mal in der Geschichte gelungen, die über die Zeit entwickelten Methoden und Verfahren, losgelöst von der ursprünglichen Verwendung, zu sehen. Dadurch konnten nun die scheinbar zusammenhangslosen Produktionsprozesse in Beziehung zueinander gesetzt werden.
Karl Marx ist die Person, die diese Entwicklung als erster beobachtet und beschrieben hat. Nach seiner Aussage wurde damit die moderne Wissenschaft der Technologie geschaffen.
Die Auffassung von Technologie als eigenständiger Wissenschaft hat sich nicht durchgesetzt, am engsten sind wohl die Ingenieurwissenschaften mit der Technologie verknüpft, obwohl in einem abstrakten Sinn alle Wissenschaften Beiträge zur Technologie liefern.
Prägende Technologien:
- Dampfmaschine
1. Viertel bis Ende des 19. Jahrhundert
In dieser Phase ist eine starke Entwicklung spezieller technologischer Bereiche zu erkennen. So entstehen Werke zur mechanischen, chemischen und landwirtschaftlichen Technologie. Die Entwicklung dieser Bereiche schritt im Prinzip unabhängig voneinander voran. Dieses kann eigentlich als Stillstand der Entwicklung der Technologie als Wissenschaft angesehen werden. Nur Karl Karmarsch scheint dem Gedanken der Zusammenführung der Technologie anzuhängen. So ist in seinem Werk "Handbuch der mechanischen Technologie" von 1837 bereits die Differenzierung in die allgemeine und spezielle Technologie anzutreffen. Auch die heute noch aktuelle Erforschung des Produktionsprozesses und deren systematische Darstellung beruht auf seinem Wirken.
Prägende Technologien:
- Dampfschiff
- Eisenbahn
- Elektrotechnik
Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts
In dieser Zeit kommt die industrielle Großproduktion auf. Die Dampfmaschine wird durch den individuellen Elektroantrieb ersetzt. So bestand nun die Möglichkeit, den Produktionsprozess neu zu gestalten und zu organisieren. Doch es ist anzunehmen, dass neue Produktionsprozesse, wie die Fließ- und Massenfertigung, nicht realisiert worden wären, wenn es nicht eine radikale Änderung der Betrachtungsweise des Produktionsprozesses gegeben hätte. So wurden die Produktionsvorgänge von einem abstrakteren Gesichtspunkt betrachtet und konnten so besser optimiert werden. Aus diesen Optimierungen, die sich überwiegend im Bereich der mechanischen und chemischen Industrie abspielten, bildeten sich die Fertigungstechnik, die Verfahrenstechnik, die Förderungstechnologie und auch die Verarbeitungstechnologie heraus. Diese Bereiche waren nun nicht mehr an die einzelnen Technologierichtungen gebunden und konnten so allgemeingültige Verfahren und Prozesse entwickeln.
Prägende Technologien:
- Automobil
- Fließband
- Flugzeug
- Funktechnik
ab Mitte des 20. Jahrhunderts
Mit der Entwicklung der Atombombe und dem Aufkommen der Atomtechnologie wurde zum erstenmal in der Geschichte die Selbstauslöschung der Menschen durch Technologie ermöglicht. Der Umgang mit Technologie und technischem Fortschritt wurde damit zur existentiellen Frage der Menschheit. Andere Technologien haben ebenfalls potentiell globale, katastrophale Folgen (Gentechnik, globale Erwärmung), so dass für manche der Begriff Technologie erstmals eine negative Nebenbedeutung bekommen hat und es Bestrebungen zur Begrenzung des technischen Fortschritts und zur Technologiefolgeabschätzung gibt.
Jedoch ist die technologische Entwicklung insgesamt relativ positiv zu bewerten, bezüglich ihrer Folgen. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hat der Menschheit die Möglichkeit gegeben, die rechnerische Leistung des Gehirns mittels Computer zu multiplizieren (mit exponentieller Geschwindigkeit), was weitaus größere Folgen für den menschlichen Fortschritt haben wird, als die Multiplizierung des Muskelkraft von Menschen die durch die industrielle Revolution zustande kam.
Prägende Technologien:
- Kernkraft
- Raumfahrt
- Informationstechnologie
- Gentechnik
Wortherkunft
Aus dem Griechischen τεχνολογια (technologia), was abgeleitet ist von τεχνολογος (technologos) aus τεχνη (technä), Handwerk, Kunst, Technik und λογος (logos), (hier) Wissenschaft, also die Wissenschaft der handwerklichen Erzeugung oder Kunstfertigkeit oder moderner die Wissenschaft der Produktion.
Beispiele
Die Erfindung der Bronzebearbeitung zu Waffen und Werkzeugen, die der Menschheitsära der Bronzezeit den Namen verleiht, ist ein Beispiel aus der Geschichte, wo eine Technik aufgrund ihrer fundamentalen Bedeutung für sämtliche Lebensbereiche eine Einheit mit der Technologie bildete. Eine moderne Parallele findet man beispielsweise in der Informationstechnik, die bereits jetzt die Bezeichnung Informationszeitalter motiviert hat.
Literatur
- Seiffert, Helmut; Radnitzky, Gerard (Hrsg.) (1992): Handlexikon zur Wissenschaftstheorie. 2. unv. Aufl. (Orig. 1989), München: dtv, ISBN 3-423-04586-8, S. 362-365 (Stichwort Technologie und deren Abgrenzung zu anderen Wissenschaften).
- Baudrillard, Jean; Böhringer, Hannes; Flusser, Vilem (1989): Philosophien der neuen Technologie, Berlin: Merve, ISBN 3883960667.
- Brödner, Peter (1997): Der überlistete Odysseus, Berlin: Edition Sigma, ISBN 3894046112.
Siehe auch
- Angepasste Technik
- Schlüsseltechnologie
- Ingenieurwissenschaft
- Technikfolgenabschätzung
- Automation
- Bahnen
- Computer
- Elektrotechnik
- Erfindung
- Informatik
- Internet
- Patente
- Raumfahrt
- Schifffahrt
- Verkehr
- Wissenschaft
- Forschung
- Mechanik
- Liste bedeutender Ingenieure
- Medientheorie
- Multimedia
- SciFi-Technologie
Weblinks
- [http://muse.jhu.edu/demo/technology_and_culture/v044/44.1hafter.pdf The Cost of Inventiveness]
ja:工業
ko:기술
ms:Teknologi
th:เทคโนโลยี
HyperlinkAls Hyperlink [] (auch kurz Link; aus dem Englischen für „Verknüpfung“, „Verbindung“, „Verweis“) bezeichnet man einen Verweis auf ein anderes Dokument in einem Hypertext, der durch das Hypertextsystem automatisch verfolgt werden kann.
Das Konzept von Hyperlinks entspricht funktional dem Querverweis oder der Fußnote aus der konventionellen Literatur, bei der das Ziel des Verweises allerdings in der Regel manuell aufgesucht werden muss; eine eher exotische Ausnahme bilden die Leseräder. Frühe Formen solcher Querverweise finden sich bereits in der Bibel und im Talmud.
Verlinkt (ein Anglizismus, abgeleitet von link) man ein Dokument V in einem Dokument L, erstellt man einen oder mehrere Hyperlinks so, dass Dokument L einen Hyperlink auf Dokument V enthält.
Verwendung
World Wide Web
Hyperlinks sind ein charakteristisches Merkmal des World Wide Web; sie sind das „Salz in der WWW-Suppe“ (Münz/Nefzger) und verbinden einzelne Webseiten und andere im Internet verfügbare Dokumente. Die technischen Grundlagen von Hyperlinks im Web sind ein Protokoll (HTTP) und eine standardisierte Seitenbeschreibungssprache (HTML).
Ziel eines Links kann eine bereits vorhandene Datei (Webseite, Bild, Audiodatei, Videodatei etc.) oder ein dynamisch erstelltes Dokument sein. Ein Link enthält die Adresse des Ziels, in der Regel als URL. Meistens definiert ein Link zusätzlich, wie er für den Benutzer dargestellt werden soll. Bei Hypertext-Dokumenten wird dazu fast immer in dem Link ein Link-Text angegeben, der dem Benutzer angezeigt wird.
Die Interpretation des Aufrufs eines Links übernimmt typischerweise ein Browser. Linkverweisen kann auch von Software, die Verlinkungen erkennt, automatisch gefolgt werden.
Bei den Hyperlinks im Web handelt es sich um eine sehr einfache Implementation von Hyperlinks; im Gegensatz zu früheren Systemen sind diese Weblinks unidirektional, d.h. das Ziel des Links weiß nichts darüber, dass ein Link auf ihn zeigt; wird das Zieldokument umbenannt oder gelöscht, kann der Link nicht automatisch korrigiert werden und es entsteht ein Toter Link.
Wikis
Auch die einzelnen Seiten eines Wikis sind mit Hyperlinks, den so genannten WikiLinks miteinander verbunden. Hier wurde ebenfalls eine relative einfache Implementation von Hyperlinks realisiert, allerdings kennt die Wikipedia Rückverweise (sogenannte Backlinks), die Links sind damit zumindest partiell bidirektional, und es werden von den internen Links innerhalb eines Wikis auch noch verschiedene andere Linkarten unterschieden, beispielsweise solche auf externe Dokumente.
Auch die Wikipedia ist ein Wiki; hier wird zur Kennzeichnung eines Links eine eigene Syntax verwendet:
- Ziel des Links würde einen Hyperlink auf die fiktive Wikipedia-Seite Ziel des Links anlegen;
- Hyperlinks, die aus dem internen Artikelnetz der Wikipedia auf externe Webseiten verweisen – meist Weblinks genannt –, werden ähnlich angelegt: [http://Ziel.des.externen.Links] würde einen Hyperlink auf die fiktive externe Website Ziel.des.externen.Links anlegen.
Andere Wiki-Systeme generieren Hyperlinks durch eine andere Syntax, beispielsweise durch das sogenannte CamelCase.
Andere Hypertext-Systeme
Auch andere Hypertext-Systeme setzen Hyperlinks ein. Die Verwendung von Hyperlinks in diesen anderen Systemen wird im Artikel Hypertext beschrieben.
Rechtliches
Tim Berners-Lee, der "Erfinder" des World Wide Web, geht in Analogie zu Fußnoten und Querverweisen in der wissenschaftlichen Literatur davon aus, dass das bloße Vorhandensein eines Hyperlinks keine Rechtsverletzung darstellen kann; der Autor eines Textes mache sich durch Anbringen einer Fußnote oder eines Querverweises nicht automatisch den Inhalt des referenzierten Dokuments zueigen. Das Prinzip des wechselseitigen Verweisens sei für wissenschaftliches Arbeiten grundlegend; wäre dieses Verweisprinzip illegal, würde dies jegliches wissenschaftliche Arbeiten in unserem heutigen Verständnis unmöglich machen (vgl. Auf den Schultern von Giganten).
Diese Auffassung teilen nicht alle Gerichte, obwohl die Rechtsliteratur selbst intensiv das Verweisprinzip einsetzt. Bisher hat sich noch keine einheitliche Rechtsprechung herausgebildet, jedoch kann in Deutschland das Anbringen eines Hyperlinks auf einer Website kostenpflichtig abgemahnt werden; dabei werden in der Regel hohe Streitwerte im Bereich von 50.000 bis 250.000 Euro angesetzt, woraus in jedem Fall hohe Anwaltskosten in der Größenordnung von mehreren tausend Euro resultieren. Die Policen von Rechtsschutzversicherungen decken derartige Rechtsstreitigkeiten grundsätzlich nicht ab. Die rechtliche Problematik der Hyperlinks wird im Artikel Haftung für Hyperlinks ausführlich erörtert.
Bislang gab es im bundesdeutschen Raum mehrere Urteile, die Websitebetreiber, deren Sites auf inkriminierte Seiten linkten, wegen Beihilfe zu vielerlei Straftaten verurteilten. Deshalb wurde es von einer Vielzahl von Website-Betreibern als ratsam angesehen, sich auf der eigenen Site ausdrücklich von den Inhalten zu distanzieren. (Das oft zitierte Urteil des LG Hamburg, Aktenzeichen 312 O 85/98, war auf Grund eines Vergleiches nicht rechtskräftig, und das Gericht hatte auch nie dazu geraten, sich von verlinkten Inhalten zu distanzieren.) Mittlerweile scheint die Rechtsprechung hiervon abzurücken, wie neueste Urteile zeigen. Beispielsweise hatte ein Websitebetreiber im Rahmen einer Dokumentation unter anderem auf Sites gelinkt, die die Staatsanwaltschaft als rechtsextrem und gewaltverherrlichend wertete. Mittlerweile wurde der Websitebetreiber von einer höheren Instanz freigesprochen.
(vgl. http://www.heise.de/newsticker/meldung/60673)
Visualisierung
In der Regel lassen sich große, verlinkte Netze als gerichtete zyklische Graphen repräsentieren, in denen die Kanten von Hyperlinks und Ecken oder Knoten von referenzierten Seiten gebildet werden.
Siehe auch
- Ankertext
- Lesezeichen
- Wikipedia:Links
- Web Impact Faktor
- Zufallspfad
- Sitation
Literatur
- Stefan Münz und Wolfang Nefzger: HTML. Die Profireferenz (Professional Series). Franzis’ ISBN 3-772-36999-5 (SELFHTML in Buchform)
Weblinks
;Rechtliches:
: [http://www.w3.org/DesignIssues/LinkLaw.html Links and Law (Commentary on Web Architecture)] (von Tim Berners-Lee, April 1997)
; Einige Webseiten beinhalten zweifelhafte „Link-Policies“:
: [http://www.dontlink.com/ Don't Link to Us! Stupid linking policies]
: [http://www.linksandlaw.com/linkingcases-linkingpolicies-beispiele.htm Fallbeispiele für „Linking Policies“]
Kategorie:World Wide Web
ja:ハイパーリンク
ko:하이퍼링크
simple:Link
Nerd
__NOTOC__
Nerd (engl. für Fachidiot, Langweiler, Sonderling, Streber, Schwachkopf, Außenseiter, weibl. oft Nerdine) ist eine meistens abwertend gebrauchte Bezeichnung für Personen, die sich besonders mit Computern oder anderen Bereichen aus Wissenschaft und Technik beschäftigen, deren soziale Kompetenzen aber entweder schwach ausgeprägt sind oder diesen Eindruck zumindest erwecken. Des Weiteren liegen die Interessen der Nerds häufig bei Science Fiction oder Fantasy.
Manchmal wird als besondere Kennzeichnung ein überdurchschnittlicher Intelligenzquotient (IQ) genannt. Dies ist jedoch im Regelfall eher eine aus dem Verhalten der Nerds abgeleitete Erwartungshaltung, die nicht zwingend zutreffen muss.
Ob jemand ein Nerd ist, hängt in erster Linie von der Einschätzung des Umfelds ab. Es lassen sich zwei Wertungsvarianten feststellen:
- Die Bezeichnung einer Person als Nerd durch Außenstehende ist tendenziell meist abwertend gemeint.
- Die Bezeichnung durch Gleichgesinnte dagegen gilt eher als Auszeichnung. Genauso positiv wird der Begriff "Nerd" bei einer eigenen Bezeichnung als solcher gesehen. Ein Phänomen, das sich ähnlich auch bei anderen Minderheiten oder stark nach außen abgeschotteten Gruppen findet (vgl. Nigger). Nerds legen in diesem Sinne u. U. keinen Wert auf die Meinung von Nicht-Nerds und wollen auch keine Anerkennung von diesen.
Nerds besitzen oft eine schwache soziale Stellung aufgrund ihrer gesellschaftlichen Abgeschiedenheit. Sie entziehen sich gewöhnlich den Musikkultur-Cliquen.
Siehe auch
- Computer-Freak / -Nerd / -Geek
- Hacker, Freak, Geek
- Slashdot
- Fachsimpelei, Eigenbrötler
Weblinks
- [http://ars.userfriendly.org/ Cartoons for Nerds]
- [http://mpg-abi04.de/alex/Future/Das%20Nerd-Phaenomen.htm Das Nerd-Phänomen] - Theorie über die gesellschaftliche Ursache von Nerds
- [http://www.paulgraham.com/nerds.html Why Nerds are unpopular] Eine Analyse auf Basis von US-Schulen warum Nerds gesellschaftlich häufig isoliert sind.
Literatur
- Max Goldt: Ein gutes und ein schlechtes neues Wort für Männer, in: Mind boggling - Evening Post, Zürich 1998: S. 84-90
Gesprochene Wikipedia
- [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Nerd&oldid=1328434 Die Version des gesprochenen Artikels]
Kategorie:Netzkultur
Kategorie:Geekkultur
Kategorie:Lebensart
th:เนิร์ด
Freie Software
Freie Software ist Software, die beliebig benutzt, kopiert, studiert, verändert und weiterverteilt werden kann. Der Quellcode ist frei zugänglich. Werden diese Freiheiten (vor allem lizenzrechtlich) eingeschränkt, so wird die Software als proprietär oder unfrei bezeichnet.
Frei heißt dabei nicht kostenlos. Richard Stallman prägte den Ausspruch: Free as in freedom, not as in free beer (frei wie in Freiheit, nicht wie in Freibier). Freie Software ist daher deutlich zu unterscheiden vom Begriff Freeware, dem „Freibier“ der Softwareindustrie.
Geschichte
In den 1960 und 1970er Jahren wurde Software als Zugabe zu Computern gesehen, um sie nützlich zu machen. Programmierer tauschten die Software dabei frei untereinander aus und gaben häufig den entsprechenden Quelltext weiter. Insbesondere in großen Benutzergruppen wie der DEC User Group (DECUS) war das üblich.
In den späten 1970er Jahren begannen Firmen „Softwarelizenzen“ einzuführen, welche den Nutzen, die Weitergabe und die Möglichkeit der Veränderung der Programme einschränkte. Außerdem wurden viele Programme nicht mehr im Quellcode geliefert, sondern nur noch in Maschinenlesbarer Form, was eine Veränderung nahezu unmöglich machte. Damit wurden die angestellten Programmierer sowie die Nutzer der entsprechenden Software beschränkt, Software wurde zu einem künstlich verknappten Gut.
In diese Zeit fiel die Arbeit von Richard Stallman am „AI Lab“ (Abteilung für Künstliche Intelligenz) des Massachusetts Institute of Technology. Als dort ebenfalls proprietäre Software in den Laboren eingeführt wurden, bemühte Stallman sich darum, durch das Programmieren alternativer Software eine Monopolstellung proprietärer Anbieter zu verhindern. Er folgte damit seinen Prinzipien einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit, die einen freien und ungehinderten Austausch von Software vorsahen.
Dies gipfelte im September 1983 in der Ankündigung des GNU-Projekts, das einen freien UNIX-Klon namens GNU erstellen wollte. Kurze Zeit später gründete er die Free Software Foundation, die sich der Förderung und Produktion freier Software verschrieb.
Um die im GNU-Projekt geschriebene Software anderen Programmierern frei zugänglich zu machen und zu verhindern, dass das Recht auf freien Zugang, freie Verbreitung und die Möglichkeit zur Abänderung nicht verloren gehen konnte, entwarf Stallman das Copyleft-Prinzip, und wandte darauf aufbauende Lizenzen auf die geschriebene GNU-Software an. 1989 fasste er die jeweils programmabhängigen Lizenzen mit Hilfe des Rechtsprofessors Eben Moglen zu einer einzigen Lizenz, der GNU General Public License (GPL) zusammen, die meist verbreitete Freie-Software-Lizenz.
1993 stellte Linus Torvalds den von ihm geschriebenen Betriebssystem-Kern Linux unter die GPL: Seitdem entwickelte sich Linux zu einem der bekanntesten Stücke freier Software (siehe auch Geschichte von Linux).
1997 veröffentlichte Eric S. Raymond das Essay „The Cathedral and the Bazaar“, dass die Firma Netscape dazu veranlasste, den Quelltext des Netscape Navigators frei zu geben. Das daraus später entstandene Produkt Mozilla Firefox gehört ebenfalls zu den bekanntesten Stücken freier Software.
Nach der Veröffentlichung des Essay durch Raymond gründeten dieser, Bruce Perens und Tim O'Reilly die Open Source Initiative mit dem Ziel, den Begriff der freien Software durch den Begriff Open Source abzulösen, da dieser weniger ideologisch belastet sei. Bis heute sorgen die beiden Bezeichnungen immer wieder für Verwirrung und Unstimmigkeiten zwischen den einzelnen Unterstützern.
Lizenzen
Richard Stallman und die Free Software Foundation (FSF) definieren Software als frei, wenn ihre Lizenz folgende Freiheitsrechte einräumt:
# Freiheit 0: das Programm zu jedem Zweck auszuführen.
# Freiheit 1: das Programm zu studieren und zu verändern.
# Freiheit 2: das Programm zu kopieren.
# Freiheit 3: das Programm zu verbessern und zu verbreiten, um damit einen Nutzen für die Gemeinschaft zu erzeugen.
Für Freiheit 1 und 3 ist der Zugang zum Quellcode Voraussetzung, sonst wird das Verändern eines Programms schwer bis unmöglich.
Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, wird die Software als proprietär oder unfrei bezeichnet.
Es gibt verschiedene Typen von Lizenzen, die die Kriterien freier Software erfüllen:
- Copyleft-Lizenzen, die GNU General Public License (GPL) ist die am häufigsten verwendete. Der Autor behält das Copyright und es sind Klauseln enthalten, dass veränderte und weitergegebene Software frei bleibt. Auch der Quellcode muss zur Verfügung gestellt werden.
- Public-Domain-Lizenzen. Der Autor verzichtet auf das Copyright. Damit kann jeder alles mit der Software machen, z. B. in eigene Programme einbauen und verkaufen.
- Bei BSD-artigen Lizenzen behält der Autor das Copyright. Diese „Ehre, wem Ehre gebührt“ Lizenz enthält den Autor und oft auch einen Haftungsausschluss. Veränderung und Weitergabe in jeder Form ist erlaubt, d.h. sie darf auch in proprietäre Software eingebaut werden. In diese Klasse fallen die Apache-Lizenz und die MIT-Lizenz.
Freie-Software-Bewegung und Open Source
Der Ausdruck „freie Software“ wird allgemein als Synonym für „Open-Source-Software (OSS)“ verwendet, wenn auch die Verfechter der jeweiligen Begriffe verschiedene Schwerpunkte setzen.
Obwohl weitgehende Einigkeit herrscht, kritisiert die FSF an der jüngeren Open-Source-Bewegung unter anderem, dass der Begriff Open Source Unklarheiten schafft und sich nur an technischen, nicht aber an sozialethischen Fragen orientiert.
Bekannte Persönlichkeiten
- Richard Stallman, Initiator des GNU-Projektes, Initiator und Entwickler von Emacs und GCC
- Linus Torvalds, Entwickler des Linux-Kernels
- Andrew Tridgell, Entwickler des Samba-Pakets
- Larry Wall, Autor der Programmiersprache Perl
- Jamie W. Zawinski, Initiator der Mozilla-Freigabe
- Guido van Rossum, Autor der Programmiersprache Python
- Lawrence Lessig, Gründer von Creative Commons
Beispiele freier Software
Die Liste freier Software wird immer länger, siehe [http://directory.fsf.org FSF/UNESCO Free Software Directory (englisch)]. Einige der wichtigsten Projekte sind:
- Das GNU-Projekt: Emacs, GCC, GNU Debugger, bash sowie Versionen fast aller Unix-Kommandozeilen-Utilities
- der Betriebssystemkern Linux
- Apache, eine Webserver-Software
- Datenbanken, wie MySQL und PostgreSQL
- Programmiersprachen wie Perl, PHP, Python und Ruby
- X.Org ist eine freie Implementation des X11-Fenstersystems.
- KDE und GNOME sind die zwei prominentesten Projekte zur Erstellung benutzerfreundlicher Oberflächen und zugehöriger Endanwender-Applikationen.
- OpenOffice.org ist ein Bürosoftware-Paket im Stil von Microsoft Office.
- Mozilla ist eine Websuite, auf der viele andere – freie und proprietäre – Programme wie z.B. der Netscape Navigator aufbauen.
Bedeutung
Betriebswirtschaftliche Sichtweise
Freie Software kann beliebig kopiert und weitergegeben werden. Eine Restriktion des freien Kopierens und der freien Weitergabe ist mit dem Begriff der freien Software nicht vereinbar. Freie Software muss aber nicht unbedingt kostenlos sein, sie kann auch verkauft werden.
Diese Art der Softwareherstellung beeinflusst über kurz oder lang die Geschäftsstrategie eines jeden Softwareherstellers.
Volkswirtschaftliche Sichtweise
Gewöhnlicherweise werden Innovationen nicht durch hohe Margen, sondern durch einen breiten Absatz in den Verkehr gebracht. Freie Software wird deshalb von einigen Wirtschaftswissenschaftlern als gute Möglichkeit gesehen, qualitativ hochwertige Software ohne Lizenzkosten zu erhalten und die allgemein hohen Servicekosten konstant zu halten oder zu senken.
Freie Software unterliegt keiner Rivalität und auch nicht dem Ausschlussprinzip, ist somit ein spezifisch öffentliches Gut und kann per Definition nicht einem üblichen Marktgeschehen unterliegen. Dennoch betrachten die Herausgeber proprietärer Software sie als eine ernste Bedrohung für ihr Geschäft und versuchen deshalb, potenzielle Kunden von der Benutzung freier Software abzuhalten. Als Argumente führen sie u. a. garantierte, bessere Qualität proprietärer Software, besonders im Hinblick auf Benutzerfreundlichkeit, sowie bessere Dienstleistungen an. In einigen Fällen versuchten Entwickler proprietärer Software Entwicklern von Freier Software Patent- und Urheberrechtsverletzungen vorzuwerfen, um sie vom Markt zu drängen.
Politische Sichtweise
Viele Politiker in Deutschland sehen das (größtenteils) freie GNU/Linux als zukünftigen Ersatz für das vorherrschende proprietäre Betriebssystem Windows. Häufig wird eine Übereinstimmung von Transparenz in einer Demokratie und der Transparenz der freien Software hergestellt.
Einige Menschen sehen in der Freie-Software-Bewegung sogar eine Möglichkeit, den Kapitalismus zu überwinden. In Deutschland beschäftigt sich hauptsächlich das Projekt Oekonux mit dieser Thematik.
Andere sehen in freier Software lediglich einen weiteren Wettbewerber innerhalb der marktwirtschaftlichen Ordnung.
Die Freiheit, die Software in andere Sprachen zu übersetzen, kommt besonders denjenigen Sprachgruppen zugute, für die eine Übersetzung nicht kommerziell interessant ist.
Zudem fließt bei Verwendung freier Software kein Geld in fremde Länder ab, wo die Anbieter proprietärer Software ihren Firmenhauptsitz haben. Alle Mittel, die vor Ort für IT bereit stehen können daher unmittelbar in die IT-Wirtschaft vor Ort einfließen.
Weltpolitische Sichtweise
Die Freiheit der Software wird vom 3. UNO-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) als schützenswert anerkannt. Sie gehört zu den elementaren Forderungen der Zivilgesellschaft, mit der die digitale Spaltung überwunden werden soll.
Unter digitaler Spaltung wird die Spaltung in Länder / Regionen der Erde bezeichnet, die sich die Beschaffung von Software leisten können, und solche, die dies nicht können. Teilweise gibt es auch aufgrund der wirtschaftlichen Unattraktivität in ihren Fällen keine angepasste proprietäre (geschlossenen) Software.
„Durch freie Software haben Entwickler in anderen Kulturräumen die Freiheit, Programme an ihre Sprache und Gegebenheiten anzupassen, um sie dann kommerziell oder nichtkommerziell weiterzugeben. Bei proprietärer Software ist dies generell verboten und von der Gnade des Herstellers abhängig“ (Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation Europe und Vertreter des zivilgesellschaftlichen WSIS Koordinierungskreises in der deutschen Regierungsdelegation, 2003) - [http://www.nnm-ev.de/themen/wsis/28414.html].
Freie Software war und ist kontrovers
Zwischen 1960 und 1970 etablierte sich hauptsächlich an akademischen US-Einrichtungen (Stanford, Berkeley, Carnegie Mellon und MIT) eine „Hacker-Kultur“, für die es selbstverständlich war, ihre Software-Verbesserungen mit anderen Programmierern zu teilen. Es war auch gängige Praxis, den Quelltext der mit Computersystemen ausgelieferten Software mitzuliefern. Dadurch kamen viele Vorschläge für Verbesserungen und Fehlerkorrekturen zu den Computerherstellern zurück.
1969 entwickelte AT&T die erste Version des Betriebssystems Unix. Als eine der ersten entschied die Berkeley Universität, dieses Betriebssystem zu Forschungszwecken einzusetzen. Diese Arbeiten resultierten schließlich in einer Berkeley Software Distribution (BSD) des AT&T Unix. AT&T erkannte einen potentiellen Markt und brachte eine kommerzielle Version, nämlich UNIX System V, auf den Markt.
Zwischen 1970 und 1980, mit dem Aufkommen von (finanzierbaren) Mikrocomputern von IBM, Apple, Atari, Commodore etc. wurde es üblich, Software getrennt von Computer-Hardware zu verkaufen und den Quelltext vor der Konkurrenz zu verbergen; d.h. die Software wurde proprietär. Immer mehr „Hacker“ wurden von den Softwarefirmen angestellt und die bisher wahrgenommenen Freiheiten wurden stark eingeschränkt.
Es war Richard Stallman – ein Student am Massachusetts Institute of Technology (MIT) – der für die Fortführung und Stärkung der Freien-Software-Bewegung sorgte. In den Anfängen seines Studiums begann er die Entwicklung von Emacs (ein funktional äußerst umfangreicher Texteditor) für ihn selbstverständlich mit frei verfügbarem Quelltext. Als kommerzielle Interessen mehr und mehr für das verstärkte Aufkommen von proprietärer Software sorgten, formte er eine philosophische Sicht, dass Software frei sein sollte. In einem Interview sagt er 1999:
:„Ich stand vor einer Entscheidung: Entweder ich betrete die Welt der proprietären Software, unterschreibe Geheimhaltungsvereinbarungen und verspreche, meinen Hacker-Kameraden nicht zu helfen. Oder ich verlasse das Tätigkeitsfeld der Computer gänzlich. Oder ich suche eine Möglichkeit, wie ein Programmierer etwas Gutes tun kann. Ich fragte mich, ob es ein Programm oder mehrere Programme gibt, die ich schreiben könnte, um wieder eine Community zu ermöglichen.“
Stallman entschied sich für die Freiheit und startete im Jahr 1983 das GNU-Projekt („GNU's not UNIX“), dessen Ziel es war, ein komplett freies Unix-kompatibles Betriebssystem zu schaffen.
Um sicherzugehen, dass diese Software immer frei geändert und weitergegeben werden kann, schrieb er zusammen mit dem Rechtswissenschaftler Eben Moglen die GNU General Public License (GPL). Im Vorwort der GPL heißt es:
:„... die GNU General Public License hat den Zweck, Ihnen die Freiheit zu garantieren, Freie Software zu verteilen und zu ändern – um zu gewährleisten, dass die Software für alle Benutzer frei ist.“
Es ist ein wichtiger Aspekt, dass frei im Sinne von Freiheit und nicht frei von Kosten gemeint ist:
: „Wenn wir von Freier Software sprechen, beziehen wir uns auf die Freiheit, nicht auf den Preis. Unsere General Public License wurde so entworfen, dass sie gewährleistet, dass jeder die Freiheit hat,
: Kopien der Software zu verteilen (und für diese Leistung, wenn man möchte, ein Entgelt zu verlangen),
: den Quellcode zu erhalten oder ihn sich zu besorgen, wenn man möchte,
: die Software zu verändern oder Teile davon in neuen, gleichermaßen freien Programmen zu verwenden und
: darüber informiert zu sein, dass jeder diese Rechte hat.“
Im Jahr 1985 gründete Stallman die gemeinnützige Stiftung Free Software Foundation (FSF) zur Förderung der Entwicklung von GNU und GPL verwandter Software. Derzeit (März 2004) sind knapp 3.000 GNU-Pakete im „Free Software Directory“, welches 1999 ebenfalls als ein Projekt der FSF startete, eingetragen.
Die letzte Kontroverse löste Andrew Tridgell 2005 aus, als er das BitKeeper-Protokoll reverse engineerte, und Larry McVoy dazu veranlasste, die freie Benutzung von BitKeeper wieder zu verbieten. Das gab der Entwicklung von freien Quellcode-Verwaltungssystemen einen neuen Schub.
Vor- und Nachteile freier Software
Ein Vorteil freier Software liegt in der Möglichkeit, die Software ungehindert zu verändern und zu verteilen. Freie Software kann unbegrenzt an eigene Bedürfnisse angepasst und ein daraus resultierendes Produkt als freie Software weiterverteilt werden. Hierdurch erreicht der Nutzer die Unabhängikeit von einzelnen Projekten und Herstellern. Ebenso ist es möglich, freie Software kommerziell zu verwerten.
Ein Nachteil freier Software ist der Verlust der Kontrolle über ein Werk. Mit der Veröffentlichung eines Werkes besteht für Jedermann Zugriff auf dieses und es kann zu jedem Zweck verändert und benutzt werden, ohne das der Urheber darüber informiert werden muss.
Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass die Software gegen die Lizenz genutzt wird, und zum Beispiel Veränderungen nicht offen gelegt werden, obwohl es die Lizenz erfordert. In solchen Fällen ist der Nachweis der Lizenzverletzung oftmals schwierig und mit hohem Aufwand verbunden.
Es muss beachtet werden, dass einige Vor- und Nachteile von den jeweiligen Lizenzen abhängen. So erlauben z.B. einige Lizenzen Veränderungen nur, wenn diese Veränderungen wieder öffentlich zugänglich gemacht werden, während einige Lizenzen es auch erlauben, die Änderungen geschlossen zu halten.
Hindernisse und Bedrohungen für freie Software
Die Vorteile, dass der Herausgeber auf den weiteren Umlauf seiner Software keinen Einfluss mehr hat, und die Funktionsweise offen liegt, werfen eine Reihe von Konflikten zu den gängigen Geschäftspraktiken im Umgang mit Software auf.
Proprietäre Schnittstellen
Die Hardware-Hersteller gehen immer mehr dazu über, die Schnittstellenspezifikationen geheim zu halten, um der Konkurrenz das Kopieren von technischen Lösungsmethoden zu verwehren. Der Grund liegt im zunehmenden Wettbewerbsdruck und in der Einfachheit des Schutzes gegenüber der Patentierung. Wenn nicht öffentlich dokumentiert ist, wie die Geräte anzusteuern sind, erleidet die Hardwareunterstützung freier Betriebssysteme mittels freier Treiber einen schweren Rückschlag.
Andererseits haben die Hersteller die Benutzer größerer freier Plattformen (GNU/Linux, XFree86) als Kundengruppe erkannt. Viele von ihnen stellen proprietäre Treiber zur Verfügung. Diese Treiber stoßen unter den Anhängern freier Software auf höchst geteilte Meinungen: Einige sind glücklich darüber, dass sie die Unterstützung der Hardware-Hersteller errungen haben und ihre Hardware durch ihr präferiertes Betriebssystem nun voll unterstützt wird, andere haben Bedenken, dass man aufgrund der proprietären Treiber nicht mehr von einem freien Betriebssystem sprechen könne.
Sollte der Hersteller keinen entsprechenden Treiber zur Verfügung gestellt haben, gibt es immer noch die Möglichkeit, den Treiber für eine andere Plattform zu verwenden und über die Schnittstellen der Zielplattform darauf zuzugreifen. Dies hat sich jedoch als eine in der Praxis zweitklassige Lösung herausgestellt, insbesondere, wenn Hardware-Treiber in einer hoch privilegierten Ebene im System laufen und somit beim kleinsten Fehler komplette Abstürze verursachen können.
Eine generelle Schnittstellenfreigabe würde die Benutzer freier Softwareplattformen sicherlich entlasten. Neben der philosophischen Sichtweise ist es eine Frage der Systemstabilität, denn sollte beispielsweise ein proprietärer Linux-Netzwerkkartentreiber regelmäßig zu Abstürzen des Systems führen, wären die Linux-Entwickler dagegen machtlos und es würde von der Gnade des Herstellers abhängen, ob der Fehler behoben würde.
Software-Patente
Die regelmäßig in den Schlagzeilen auftauchenden Softwarepatente haben auf freie Software einen besonders schwerwiegenden Einfluss, denn es ist zum Teil rechtlich noch nicht einmal möglich, mit freier Software die Patentauflagen zu erfüllen. Diese bestehen nämlich in einigen Fällen auf eine Gebühr pro in Umlauf gebrachte Kopie, aber freie Software verlangt gerade, dass der Herausgeber darüber keinen Einfluss haben darf. Selbst, wenn er die Lizenzgebühren zum Beispiel durch Spenden zahlen würde, müsste er eine genaue Zahl der Kopien, die im Umlauf sind, vorlegen können, womit es keine freie Software mehr wäre.
TCG, DRM, Kopierschutz, usw.
Trusted Computing und DRM haben das Ziel, die Aktivitäten auf dem eigenen System durch Fremde aus der Ferne zu kontrollieren. Dies ist mit freier Software nur mit Hilfe schwer zu knackender robuster quelloffener Kryptographie möglich und nicht durch simples Verstecken. (siehe auch Kerckhoff-Prinzip)
- Politisch gesehen muss freie Software immer vom Benutzer ersetz- und veränderbar sein. Software, die in binärer Form zertifiziert sein muss, ist dies nicht.
- Technisch gesehen kann in freier Software vor dem Benutzer nichts im Binärcode verheimlicht werden, weil der Quellcode für jeden zugänglich ist. Somit kann die Verschlüsselung, mit der die Daten vor dem Benutzer „bewahrt“ werden, einfacher hintergangen werden.
Eine weitere beispielhafte Inkompatibilität tut sich mit dem Kopierschutz bei DVDs auf: Der Kopierschutz ist effektiv kaum wirksam und leicht zu hintergehen, allerdings verhindert er das normale Abspielen.
Es wird nun behauptet, Programme, die den Kopierschutz lösen, müssten lizenziert sein, ansonsten wäre schon das reine Abspielen in Deutschland illegal, weil ein Kopierschutz unter keinen Umständen umgangen werden dürfe.
Diese Behauptung könnte jedoch als FUD angesehen werden, da das Laden in den Arbeitsspeicher nach der Rechtsprechung keinen Kopiervorgang darstellt.
Falls Hardwarehersteller wie Intel oder AMD funktionseinschränkende Verfahren in Chipsätze oder Prozessoren implementieren sollten, könnte freie Software den vollen Funktionsumfang möglicherweise nur noch auf freier Hardware entfalten.
Siehe auch
Open Source, Debian Free Software Guidelines, Open-Source-Bewegung, Portal:Freie Software
Literatur
- Volker Grassmuck: [http://freie-software.bpb.de/ Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum.] Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002, ISBN 3-89331-432-6
- Stefan Kooths, Markus Langenfurth, Nadine Kalwey: [http://mice.uni-muenster.de/mers/ Open Source-Software: Eine volkswirtschaftliche Bewertung.] In: MICE Economic Research Studies. 4/2003, Universität Münster, MICE, ISSN 1612-9032
- Bernd Lutterbeck, Robert A. Gehring, Matthias Bärwolff (Hrsg.): [http://www.opensourcejahrbuch.de Open Source Jahrbuch 2005. Zwischen Softwareentwicklung und Gesellschaftsmodell.] Lehmanns Media, Berlin 2005, ISBN 3-86541-059-6
- Markus Pasche, Sebastian von Engelhardt: [http://ideas.repec.org/p/jen/jenasw/2004-18.html Volkswirtschaftliche Aspekte der Open-Source-Softwareentwicklung.] In: Jenaer Schriften zur Wirtschaftswissenschaft. 18/2004, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, ISSN 1611-1311
Weblinks
- [http://www.gnu.org/philosophy/free-sw.de.html Die Definition Freier Software] – Artikel der Free Software Foundation zum Thema
- [http://www.debian.de/intro/free.de.html Was bedeutet »Frei«? oder Was bedeutet der Begriff »Freie Software«?] – Artikel des Debian-Projekts zum Thema
- Volker Grassmuck: [http://freie-software.bpb.de/frameset.html Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum.] Im Volltext (HTML)
- [http://www.gnu.org/philosophy/categories.de.html Kategorien freier und unfreier Software] Liste, Glossar und Abgrenzung der Lizenzen „Freier und unfreier Software“
- http://www.germany.fsfeurope.org/index.de.html Free Software Foundation Europe
- [http://www.bpb.de/methodik/6120BX,,0,Freie_Software_in_der_Schule.html Freie Software in der Schule] – eine Online-Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung
- Technology Review: [http://www.heise.de/tr/artikel/56526 Software: Endlich frei]
- [http://www.stephanmaus.de/open-source.htm Essay über die Kultur Freier Software] – (Süddeutsche Zeitung)
- [http://www.oew.org/de/machmitartikel.php?id=299 Freie Software - Chance für Entwicklungsländer?] Quelle:OEW
Kategorie:Urheberrecht
ja:フリーソフトウェア
ko:자유 소프트웨어
th:ซอฟต์แวร์เสรี
Linux
namens Tux]]
Linux ist ein freier Kern für Computer-Betriebssysteme. Da der Quelltext des Systems frei verfügbar ist, kann es im Gegensatz zu proprietären Systemen von jedem nach Belieben verändert und angepasst werden. Der Name Linux ist abgeleitet von dem Vornamen des Initiators, Linus Torvalds, und dem oftmals als Anspielung auf Unix genutzten x.
Im engeren Sinne bezeichnet Linux nur den Linux-Kernel. Für den praktischen Einsatz eines Linux-Systems ist aber weitere Software notwendig, die dann mit dem Kernel zu einem Gesamtpaket gebündelt wird. Diese „Linux-Distribution“ genannten Systeme greifen insbesondere auf das GNU-System des GNU-Projektes zurück, weshalb einige Entwickler diese Software-Bündel auch als GNU/Linux und nur den Kernel als Linux bezeichnen.
Entwickelt wird der ursprünglich von Linus Torvalds geschriebene und später unter einer freien Lizenz veröffentlichte Betriebssystemkern heute von Software-Entwicklern auf der ganzen Welt, die von Torvalds koordiniert werden. Torvalds selbst, der auch die Markenrechte für Linux hält, ist für diese Aufgabe ebenso wie der Kernel-Entwickler Andrew Morton bei den Open Source Development Labs (OSDL) angestellt. Eine weitere Persönlichkeit der Kernel-Entwicklung und -Wartung ist Marcelo Tosatti.
Linux läuft mittlerweile auf vielen Computern und Servern dieser Welt, und wird dabei in nahezu allen Bereichen der Computertechnik eingesetzt. Ein Beispiel dafür sind die Server der Wikipedia, die fast alle unter Linux laufen. Ein weiteres bekanntes Beispiel sind die Server des Suchmaschinenbetreibers Google.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte von Linux
Entwicklungen im Vorfeld
Das 1983 von Richard Stallman ins Leben gerufene GNU-Projekt hatte das Ziel, ein UNIX-ähnliches, POSIX-kompatibles Betriebssystem zu schaffen. Zwar war Anfang der 90er eine ansehnliche Menge von Software bereits geschrieben worden, doch steckte der eigentliche Betriebssystem-Kern noch in einer frühen Phase, und entwickelte sich nur langsam.
Die ebenso freie Berkeley Software Distribution, die sich in den 80er Jahren entwickelt hatte, war in einen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang verwickelt, und war aus diesem Grund ebenso keine Alternative als freies Betriebssystem.
Damit stand Anfang der Neunziger kein vollständiges, freies System zur Verfügung, welches für Entwickler interessant gewesen wäre.
Historische Entwicklung
Berkeley Software Distribution
1991 begann Linus Torvalds in Helsinki/Finnland mit der Entwicklung einer Terminal-Emulation, um unter anderem seinen eigenen Computer besser zu verstehen. Mit der Zeit merkte er aber, dass sich das System immer mehr zu einem Betriebssystem entwickelte, und kündigte es daraufhin in der Usenet-Gruppe comp.os.minix an.
Im September des selben Jahres sollte das System dann auf einem Server den Interessierten zur Verfügung gestellt werden. Da der damalige Server-Administrator mit dem von Torvalds angedachten Namen Freax nicht einverstanden war, stellte er es statt dessen in einem Verzeichnis mit dem Namen Linux zur Verfügung. Torvalds widersetzte sich Anfangs dieser Namensgebung, gab seinen Widerstand aber schnell auf, da er eingestehen musste, dass Linux einfach ein besserer Name war.
Zwar wurde Linux zu der Zeit noch unter einer eigenen Lizenz veröffentlicht, schnell merkte Torvalds aber, dass diese hinderlich war, und entschied sich dazu, allen Entwicklern möglichst großen Freiraum zu geben. Er stellte daraufhin im Juni 1993 Linux unter die GPL. Dieser Schritt machte das System für eine noch größere Zahl von Entwicklern interessanter, da es für diese die Modifizierung und Verbreitung vereinfachte.
1996 kündigte Torvalds an, dass er einen Pinguin als Maskottchen für Linux haben wolle, und schrieb einen Wettbewerb aus, aus dem schließlich der populäre Tux hervorging.
Die Bezeichnung GNU/Linux
Da Linux aber von Anfang an faktisch immer nur ein Systemkern war, wurde es meist zusammen mit anderer Software, vor allen Dingen der des GNU-Projekts, weitergegeben. Der Gründer des Projekts, Richard Stallman, versuchte bald, den Namen GNU/Linux durchzusetzen, um der Rolle von GNU eine in seinen Augen angemessene Geltung zu verschaffen. Diese Forderung stieß dabei aber auf unterschiedliche Reaktionen. Während das GNU-Projekt, die ebenfalls von Stallman mitgegründete Free Software Foundation und die Debian-Linux-Distribution den Namen annahmen, lehnten die meisten Entwickler und anderen Linux-Distributionen dies ab oder wiedersetzten sich deutlich. Ein Grund dafür war einerseits, dass Linux als Name als einfacher angesehen wurde, aber auch, dass viel mit Linux ausgelieferte Software nicht aus dem GNU-Projekt stammt.
Entwicklung heute
Linux-Distribution
Die Entwicklung des Linux-Kernels wird noch immer von Torvalds organisiert. Dieser ist dafür zusammen mit Andrew Morton bei den Open Source Development Labs angestellt.
Gleichzeitig neben der reinen Kernel-Entwicklung haben sich aber auch andere Projekte um Linux gesammelt, die es für eine größere Nutzerzahl interessant gemacht haben. So ermöglichen die graphischen Benutzer-Oberflächen wie KDE oder GNOME einen hohen Benutzer-Komfort beim Einsatz als Desktop-System. Verschiedene auf den Desktop ausgelegte Linux-Distributionen haben die Installation und Konfiguration von Linux so weit vereinfacht, dass sie auch von Anfängern problemlos gemeistert werden können.
Ebenso hat eine weltweite Entwickler- und Nutzergemeinde, gern auch Community genannt, eine Vielzahl an weiterer Software und Dokumentation rund um Linux erstellt, welche die Einsatzmöglichkeiten von Linux auf nahezu jeden Bereich ausgedehnt haben. Hinzu kommt die zunehmende Unterstützung durch proprietäre Software-Hersteller, die ebenfalls mehr und mehr Programme für Linux anbieten.
Dabei läuft die Entwicklung vor allen Dingen freier Programme sowohl in selbstorganisierten Projekten bestehend aus Freiwilligen, als auch in teilweise von Firmen unterstützten Stiftungen. Gemein ist allen Modellen, dass sie sich stark über das Internet vernetzt haben, und dort einen Großteil der Organisation und Absprache treffen.
Streit um Linux
Schon früh kam es rund um Linux zum Streit. 1992 griff Andrew S. Tanenbaum Linux wegen eines aus seiner Sicht veralteten Designs und eines zu liberalen Entwicklungsmodells an. Dabei übersah er aber den Ursprung von Linux, das ursprünglich geschrieben wurde, um einen speziellen Computer kennen zu lernen.
Später kam Tanenbaum erneut ins Spiel, als Ken Brown an seinem Buch Samiszdat schrieb und nach Anhaltspunkten suchte, dass Linux nur eine Kopie von Unix sei. Tanenbaum nahm Linux diesmal in Schutz, wenn auch mit der Begründung, dass Linux ein zu schlechtes Design habe, als dass es abgeschrieben sein könne.
Anderer Streit kam auch von erklärten Konkurrenten. Schon früh wurden interne Microsoft-Dokumente bekannt, die aufzeigten, dass Linux die größte Gefahr für Windows sei. Später begann Microsoft mit einer vermeintlichen Fakten-Kampagne, um Windows bei einer Gegenüberstellung mit Linux technisch wie wirtschaftlich gut aussehen zu lassen. Während die Community diese Kampagne recht gelassen sah, starteten vor allen Dingen Firmen im Linux-Umfeld Gegenkampagnen.
Ein anderer Konkurrent, der Unix-Hersteller SCO, erhob wiederum 2003 den Vowurf, dass bei IBM angestellte Linux-Entwickler Code von SCOs Unix in Linux kopiert hätten. Der Prozess, der im Jahr 2005 noch immer andauert, wird im Artikel SCO gegen Linux chronologisch dokumentiert.
Ebenfalls machte das Markenrecht Linux schon früh zu schaffen. So ließen sich einige Privatpersonen Mitte der 90er den Namen Linux auf sich eintragen, was Torvalds nur mit viel Hilfe wieder rückgängig machen konnte. Er übertrug das Markenrecht an Linux Mark Institute, das wiederum im Jahr 2005 auffiel, als es die Lizenzen für den Markenschutz auf 5.000 Dollar festlegte. Diese Summe brachte vor allen Dingen die Gemüter vieler Community-Projekte in Wallung, woraufhin sich Torvalds genötigt fühlte, in einem offenen Brief Stellung zu nehmen, und klar zu stellen, dass das Geld schlichtweg benötigt wird, damit das gemeinnützig arbeitende Linux Mark Institute seine eigenen Kosten decken kann.
Der Kernel selbst
Hauptartikel: Linux-Kernel
Grundlegende Technologie
Linux meint, wenn man es genau nimmt, nur den Kernel. Dieser stellt der Software eine Schnittstelle zur Verfügung, mit der die Software auf die Hardware zugreifen kann, ohne sie genauer zu kennen.
Linux ist dabei ein in der Programmiersprache C geschriebener, hybrid-monolithischer Betriebssystemkern, der es ermöglicht, nur die für die jeweilige Hardware nötigen Treiber zu laden. Der Kernel übernimmt auch die Zuweisung von Prozessorzeit und Ressourcen zu den einzelnen Programmen, die auf ihm gestartet werden. Bei den einzelnen technischen Vorgängen orientiert sich das Design von Linux stark an seinem Vorbild Unix.
Trotz der monolithischen Architektur wurde Linux auf eine sehr große Anzahl von Hardware-Architekturen portiert. Das Repertoire reicht dabei von eher exotischen Betriebsumgebungen wie dem iPAQ-Handheld-Computer oder gar Digitalkameras bis hin zu Großrechnern wie IBMs zSeries.
Kernel-Versionen
Auf der Website kernel.org werden alle alten und neuen Kernel-Versionen archiviert. Die dort zu findende Version ist der jeweilige Referenzkernel. Auf diesem bauen die sogenannten Distributionskernel auf, die von den einzelnen Linux-Distributionen um weitere Funktionen ergänzt werden.
Eine Besonderheit stellt dabei vor allen Dingen das aus vier Zahlen bestehende Versionsnummern-Schema dar, z.B. 2.6.14.1. Sie gibt Auskunft über die exakte Version und damit auch über die Fähigkeiten des entsprechenden Kernels. Von den vier Zahlen wird die letzte für Fehlerbehebungen und Bereinigungen geändert, nicht aber für neue Funktionen oder tiefgreifende Änderungen. Aus diesem Grund wird sie auch nur selten mit angegeben, wenn man z.B. Kernel-Versionen vergleicht. Die vorletzte, dritte Zahl wird geändert, wenn neue Fähigkeiten oder Funktionen hinzugefügt werden. Gleiches gilt für die ersten beiden Zahlen, bei diesen müssen die Änderungen und neuen Funktionen jedoch drastischer ausfallen.
Da die erste Zahl aber zuletzt 1996 geändert wurde, gibt die zweite Zahl faktisch Auskunft über große, tiefgreifende Änderungen. Dementsprechend aufmerksam wurden z.B. die Neuerungen des 2003 veröffentlichten Kernels 2.6 beobachtet.
Die Pflege der einzelnen Versionen ist dabei je nach Version im Sinne der zweiten Zahl aufgeteilt.
Gegenwärtig ist David Weinehall für die 2.0er Serie verantwortlich, Marc-Christian Petersen für den Kernel 2.2, Marcelo Tosatti für den Kernel 2.4 und Andrew Morton für den aktuellen stabilen Kernel 2.6.
Neuerungen im Kernel 2.6
Der aktuelle stabile Kernel wurde ab Dezember 2001 auf Basis des damaligen 2.4er Kernels entwickelt und weist eine Reihe von Neuerungen auf. Direkte Auswirkungen haben diese Änderungen insofern, als dass graphische und interaktive Änderungen deutlich schneller ausgeführt werden.
Eine der wichtigsten Änderungen war dabei die Verbesserung des sog. Schedulers, den Ingo Molnar für den 2.6er Kernel komplett neu konzipierte. Er hat die Fähigkeit, das Zuweisen von Prozessorzeit zu unterschiedlichen Prozessen unabhängig von der Anzahl der Prozesse zu erledigen. Damit wird die Ressourcen-Verteilung des Systems unabhängig von der Zahl der laufenden Programme.
Eine andere Neuerung stellt die Einführung von Access Control Lists dar, mit deren Hilfe ein sehr fein abgestimmtes Rechtemanagement möglich ist, was vor allen Dingen in Umgebungen mit vielen Benutzern sehr wichtig ist.
Ebenso verfügt der neue Kernel über ein deutlich verbessertes System der Datei-Überwachung. In der neuen Version, Inotify genannt, gibt die Überwachung bei jeder Operation an einer Datei eine Nachricht ab, was z.B. für Desktop-Suchmaschinen wichtig ist, die daraufhin ihren Index in Bezug auf diese Datei aktualisieren müssen.
Entwicklungsprozess
Die Entwicklung von Linux liegt durch die freie GPL-Lizenz und durch ein sehr offenes Entwicklungsmodell nicht in der Hand von Einzelpersonen, Konzernen oder Ländern, sondern in der Hand einer weltweiten Gemeinschaft vieler Programmierer, die sich vor allen Dingen über das Internet austauschen.
In vielen E-Maillisten, aber auch in Foren und im newsnet besteht für jedermann die Möglichkeit, die Diskussionen über den Kernel zu verfolgen, sich daran zu beteiligen und auch aktive Beiträge zur Entwicklung beizutragen.
Durch diese unkomplizierte Vorgehensweise ist eine schnelle und stetige Entwicklung gewährleistet, die auch die Möglichkeit mit sich bringt, dass jeder dem Kernel Fähigkeiten zukommen lassen kann, die er benötigt.
Eingegrenzt wird dies nur durch die Kontrolle von Linus Torvalds und einigen speziell ausgesuchten Programmierern, die das letzte Wort über die Aufnahme von Verbesserungen und Patches haben.
Distributionen
Hauptartikel: Linux-Distribution
Da Linux genaugenommen nur den Kern eines Systems darstellt, wird er meist nur im Rahmen einer Zusammenstellung mit anderer Software weitergegeben. Die beigefügte Software reicht dabei von einer graphischen Oberfläche bis hin zu kompletten Office-Suites.
Geschichte der Linux-Distributionen
Die Notwendigkeit von Linux-Distributionen ergab sich durch das Entwicklungsmodell von Linux nahezu sofort. Die Werkzeuge des GNU-Projekts wurden zügig für Linux angepasst, um ein arbeitsfähiges System bereit stellen zu können. Eine der ersten Zusammenstellung dieser Art war 1992 MCC Interim Linux. Die älteste bis heute existierende Distribution, Slackware von Patrick Volkerding, folgte 1993.
1993
Mit der Ausbreitung der Linux-Distributionen bekamen mehr Menschen die Möglichkeit, das System zu testen, des Weiteren wurden die Distributionen immer umfangreicher, so dass ein immer größerer Einsatzbereich erschlossen werden konnte, was Linux zunehmend zu einer attraktiven Alternative zu etablierten Herstellern werden ließ.
Im Laufe der Zeit änderte sich auch der Hintergrund der Distributionen: wurden die ersten Distributionen noch der Bequemlichkeit halber und von Einzelpersonen oder kleinen Gruppen geschrieben, gibt es heutzutage teilweise sehr große Gemeinschaftsprojekte Freiwilliger, Firmen-Distributionen oder eine Kombination aus Beidem.
Heutige Distributionen
Hinter den meisten, vor allen Dingen kleinen Distributionen stehen heutzutage über das Internet koordinierte Projekte Freiwilliger. Die großen Distributionen werden eher von Stiftungen und Firmen verwaltet. Der Einsatzbereich der einzelnen Distributionen ist mit der Zeit ebenfalls stark aufdifferenziert, vom Desktop-PC über Server-Installationen und Live-CDs bis hin zu Distributionen zu technischen Forschungszwecken ist alles vertreten.
Live-CD
Die Zusammensetzung einer üblichen Linux-Distribution für den Desktop-PC umfasst dabei eine große Zahl von Software-Komponenten, die das tägliche Arbeiten ermöglichen. Die meisten Distributionen werden dabei in Form fertiger CD-Images im Internet bereit gestellt oder mit Support-Verträgen oder Handbüchern verkauft.
Auswahl einer passenden Linux-Distribution
Eines der Hauptprobleme für Anfänger ist, zwischen der großen Anzahl der zur Verfügung stehenden Distributionen die geeignetste heraus zu filtern. Eine für alle passende Antwort gibt es dabei selbstverständlich nicht, die große Vielfalt ermöglicht aber auch eine sehr feine Abstimmung der Auswahlkriterien auf die eigenen Bedürfnisse. So kann die verwendete Software mehr Gewicht für Privat-Anwender haben als für Firmen, die wiederum mehr Wert auf die Verfügbarkeit offiziellen Supports legen. Auch kann die Politik des Projekts oder der Firma hinter der Distribution z.B. in Bezug auf kommerzielle Software ebenso eine Rolle spielen, wie die Eigenschaften der Community in diesem Projekt.
Auf eine Aufzählung oder Gegenüberstellungen der wichtigsten bzw. populärsten Distributionen wird hier aufgrund der nur schwer zu ziehenden Grenzen und der Übersichtlichkeit verzichtet. Diese Informationen finden sich statt dessen auf den Seiten Liste von Linux-Distributionen und Vergleich von Linux-Distributionen.
Kompatibilität zwischen den Distributionen
Die Vielfalt der Distributionen, die teilweise verschiedene binäre Formate, eigene Verzeichnisstrukturen und ähnliche Unterschiede aufweisen, führt zu einem Grad an Inkompatibilität zwischen den Distributionen. So kann Software, die für die Distribution A bereit gestellt wird, nicht notwendigerweise auch auf der Distribution B installiert werden.
Um dieser Problematik zu begegnen und eine einheitliche Softwarekompatibilität zu erreichen, wurde die Free Standards Group ins Leben gerufen, die dazu entsprechende Standards veröffentlicht. Der Bekannteste ist die Linux Standard Base, die das Ziel der binären Kompatibilität angeht.
Die LSB wird dabei von den verschiedenen Distributionen unterschiedlich strikt umgesetzt.
Einsatzbereiche
Hauptartikel: Linux-Einsatzbereiche
Die Einsatzgebiete von Linux sind seit der ersten Version stetig gestiegen und decken heutzutage einen weiten Bereich ab.
Linux am Desktop
Linux-Einsatzbereiche und „Datei öffnen“-Dialog]]
Die vielseitigste Computerinstallation ist die des PCs als Schreibtischgerät. Neben dem Anspruch, dass der Computer ohne Hintergrundwissen nutzbar sein muss, umfassen auch die Aufgaben eine große Bandbreite: vom Netzwerk-Gerät über Multimedia-System, Softwareentwickler-Platz und Office-Station bis hin zum Spiele-Computer. Aus diesem Grund bringen heutige Linux-Distributionen eine entsprechend große Menge meist freier Software mit sich, die diese Bereiche abdeckt.
Ein dabei für Neulinge häufig auffälliges Problem ist, dass Windows-Software nicht ohne Weiteres unter Linux funktionieren kann, sofern sie nicht vom Hersteller extra für Linux bereit gestellt wird. Projekte wie WINE gehen das Problem zwar an, decken aber nur einen Teil der vorhandenen Windows-Programme ab. In anderen Fällen müssen neue Nutzer dann zu Alternativen greifen, und sich damit ebenfalls umgewöhnen.
Trotz des umfangreichen Angebots wird Linux im Desktop-Bereich noch eher zögerlich eingesetzt, da das System sich vom vorherrschenden Konkurrenten unterscheidet, und deswegen eine gewisse Einarbeitungszeit nötig ist. Vor allen Dingen die Softwareinstallation ist für ungeübte unter Linux schwierig. Hinzu kommt, dass die beiden weit verbreiteten Benutzeroberflächen GNOME und KDE unterschiedliche Benutzerrichtlinien haben, und deswegen Programme der einen Oberfläche in der anderen fremdartig erscheinen.
Um diese Probleme anzugehen, gibt es mittlerweile eine Reihe von Initiativen und Projekten, welche Standards und Richtlinien veröffentlichen, um sowohl Entwicklern wie auch Nutzern den Umgang mit einem Linux-System zu vereinfachen.
Die Verbreitung von Linux auf dem Desktop wird zur Zeit auf den unteren Prozent-Bereich geschätzt, überdurchschnittliche Verbreitung findet es dabei aber in größeren Netzwerken, in denen viele Nachteile durch zentrale Administration und Schulung wegfallen.
Bekannt geworden sind in dem Zusammenhang auch größere Migrationen von Firmen oder Institutionen, die mehrere hundert oder tausend Rechner auf Linux-Desktops umgestellt haben.
Linux als Server
Netzwerk
Aufgrund der Verwandtschaft von Linux mit UNIX hat sich Linux auf dem Servermarkt besonders schnell etabliert. Da für Linux schon früh viel häufig verwendete und benötigte Serversoftware wie Webserver, Datenbankserver und Groupware kostenlos und weitgehend uneingeschränkt zur Verfügung stand, wuchs dort der Marktanteil stetig.
Da Linux als stabil und einfach zu warten gilt, erfüllt es auch die besonderen Bedingungen, die an ein Server-Betriebssystem gestellt werden. Der modulare Aufbau des Linux-Systems ermöglicht zusätzlich das Betreiben kompakter, dedizierter Server. Außerdem hat die Portierung von Linux auf verschiedenste Hardware-Komponenten dazu geführt, dass Linux alle bekannten Serverarchitekturen unterstützt.
Der Marktanteil der Linux-Server betrug 2004 etwa 10 % bei einem jährlichen Wachstum von 50 %. Eingesetzt wird es dabei für praktisch alle Einsatzbereiche. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Linux-Server-Konfiguration LAMP, bei der Linux mit Apache, MySQL und PHP (manchmal auch Perl oder Python) kombiniert wird.
Da Linux auf einer Vielzahl von verschiedenen Hardware-Typen betrieben werden kann, ist auch die für Linux-Server genutzte Hardware ähnlich umfangreich. Auch modernste Hardware wie die von IBMs eServer p5 wird unterstützt und ermöglicht dort das parallele Ausführen mehrerer Linux-Systeme.
Weitere Bereiche
Da Linux beliebig angepasst werden kann, hat es sich auch in Rechenzentren ausgebreitet, in denen speziell angepasste Versionen auf Großrechnern, Computercluster oder Supercomputer laufen.
Computercluster
Auf der anderen Seite wird es ebenso in kleinen Endgeräten wie Mobiltelefonen oder PDAs eingesetzt. Vorteil ist wie in anderen Bereichen auch, dass eine sehr aktive Entwicklergemeinschaft vorherrscht, auf deren Ressourcen (z.B. umfangreiche Entwickler-Programmen, bereits bestehender Code wie die Benutzeroberflächen OPIE oder GPE Palmtop Environment, Erfahrung, etc.) die Hersteller dabei zurückgreifen können.
Andere Betriebssysteme mit Linux-Kernel
Linux kann aufgrund freier Quellen sehr stark angepasst werden und eignet sich deswegen auch als Kern für bereits bestehende Betriebssystem-Projekte. Damit findet Linux nicht nur in den bekannten Linux-Distributionen seine Anwendung, sondern auch in Betriebssystemen, die entweder mit verschiedenen Kerneln arbeiten können, oder deren Projekte sich auf andere Bereiche konzentrieren und die Entwicklung eines Betriebssystemkerns nicht forcieren wollen.
Wenn diese technische Möglichkeit auch eher selten in der Praxis eine breite Anwendung findet, so gibt es doch einige Nischen. Das System Cosmoe ist dafür ein typisches Beispiel, bei der es sich hauptsächlich um die graphische Oberfläche dreht, und der theoretisch austauschbare Kernel nur eine untergeordnete Rolle spielt. Andere Beispiele sind die BeOS-Nachbildung BlueEyedOS und das Echtzeitsystem DROPS.
Linux und Sicherheit
Die Gründe für die Bewertung von Linux als sicheres System sind verschieden und hängen auch vom Einsatzbereich ab. So verfügt Linux als Desktop-System über eine strenge Unterteilung der Zugriffsrechte, die bei anderen verbreiteten Desktop-Systemen im Normalfall nicht eingehalten wird. Dies führt unter anderem dazu, dass viele Funktionsprinzipien verbreiteter Würmer und Viren bei Linux nicht greifen können. Im Vergleich zu anderen Desktop-Systemen hat Linux die erste größere Verbreitung bei Nutzern mit einem sehr technischen und sicherheitsbewussten Umfeld erfahren. Die Entwicklung geschah somit, verglichen mit anderen verbreiteten Desktop-Systemen, unter den Augen eines sehr sicherheitskritischen Publikums.
Im Gegensatz zu Desktop-Systemen hängt die Sicherheit bei Serversystemen vor allen Dingen auch vom Grad der Erfahrung der Administratoren mit dem System selbst ab. Linux punktet dabei durch die freie Verfügbarkeit, die es Administratoren ermöglicht, das System ohne Mehrkosten in verschiedensten Testszenarien zu installieren und dort ausgiebig zu untersuchen. Unter sicherheitstechnisch besonders anspruchsvollen Bereichen kommt zum Tragen, dass es eine Reihe von speziell gehärteten Linux-Distributionen gibt, die den Ansprüchen entsprechend gerecht werden. Initiativen wie SELinux bemühen sich dort um das Erfüllen hoher Sicherheitsstandards.
Für alle Einsatzbereiche spricht, dass Linux nicht auf eine Hardware-Architektur festgelegt ist. Würmer und Viren können sich immer nur auf dem Teil der Linux-Systeme verbreiten, auf deren Hardware sie zugeschnitten sind.
Hinzu kommt, dass Linux quelloffene Software ist. Jeder kann also den Quellcode studieren, untersuchen und anpassen. Dies führt unter anderem auch dazu, dass der Quelltext (sei es zum Zwecke der Anpassung, zum Zwecke der Schulung, aus dem Sicherheitsinteresse einer Institution/Firma heraus oder aus privatem Interesse) von mehr Menschen studiert wird, als dies bei proprietärer Software der Fall sein kann.
Dass aber auch Linux nicht automatisch sicher ist, zeigte das Aufkommen des Slapper-Wurms, der im September 2002 als erster Wurm eine nennenswerte Anzahl von Linux-Computern befiel.
Technische Fähigkeiten
Von technischen Gesichtspunkt her verfügt Linux über viele Fähigkeiten, die eine sicherheitstechnisch anspruchsvolle Umgebung erfordert. Dazu gehört sowohl eine einfache Nutzer- und Gruppenrechte-Verwaltung mittels Role Based Access Control, wie auch eine komplexere Rechteverwaltung mit Hilfe von Access Control Lists.
Zusätzlich implementieren viele aktuelle Distributionen auch Mandatory-Access-Control-Konzepte mit Hilfe der SELinux-Technik.
Ebenso bietet fast jede Linux-Distribution auch eine Secure Shell-Implementierung, mit der verschlüsselte und deswegen sichere Verbindungen zwischen Computern gewährleistet werden können. Andere Verschlüsselungsprogramme wie Transport Layer Security werden ebenfalls voll unterstützt.
Im Rahmen der Verschlüsselung für auf Medien gespeicherte Daten steht das Kryptographie-Werkzeug dm-crypt zur Verfügung, das eine Festplattenverschlüsselung ermöglicht. Es bietet dabei die Möglichkeit der Verschlüsselung nach aktuellen Standards wie dem Advanced Encryption Standard. Transparente Verschlüsselung, bei der nur einzelne Dateien statt ganzer Festplatten verschlüsselt werden, steht zur Zeit für Linux nur mit dem Dateisystem ReiserFS zur Verfügung.
Zu den Sicherheitszertifikaten, die im Zusammenhang mit Linux erworben wurden, siehe den Abschnitt Software-Zertifikate.
Zertifikate
Personal-Zertifikate
Um den Grad der Kenntnisse von Technikern und Administratoren messbar zu machen, wurden eine Reihe von Linux-Zertifikaten ins Leben gerufen. Das Linux Professional Institute (LPI) bietet dafür eine weltweit anerkannte Linux-Zertifizierung in zwei Leveln mit jeweils zwei Prüfungen, LPIC 1 und 2, an.
Auch die großen Linux-Distributoren wie Red Hat und Novell bieten eigene Schulungszertifikate an, die aber zum Teil auf die Distributionen und deren Eigenheiten ausgelegt sind.
Software-Zertifikate
Um den Grad der Sicherheit von Technologie-Produkten zu bewerten, gibt es ebenfalls eine Reihe von Zertifikaten, von denen wiederum viele für bestimmte Linux-Distributionen vergeben wurden. So hat z.B. das Suse Linux Enterprise Server 9 des Linux Distributors Novell die Sicherheitszertifikation EAL4+ nach den Common Criteria for Information Technology Security Evaluation erhalten, Red Hat hat für seine Distribution die EAL3-Zertifizierung erhalten.
Ein Problem bei der Zertifizierung stellen für viele Distributoren allerdings die hohen Kosten dar. So kostet eine Zertifizierung nach EAL2 etwa 400.000 US-Dollar (Quelle:[http://www.heise.de/security/news/meldung/51452 heise.de]).
Veranstaltungen
Common Criteria for Information Technology Security Evaluation
Der jährlich stattfindende LinuxTag und die LinuxWorld Conference & Expo in Frankfurt sind die größten, jährlich stattfindenden Messen zum Thema Linux und freier Software. Neben den Ausstellungen aller namhaften Firmen und Projekte aus dem Linux-Umfeld wird den Besuchern auch ein Vortragsprogramm zu verschiedenen Themen geboten. Der LinuxTag selbst existiert seit 1996 und zog zuletzt jährlich mehr als 10.000 Besucher an.
Neben dem großen LinuxTag gibt es noch eine Vielzahl kleinerer und regionaler Linuxtage, die oft von Informatikfakultäten an Universitäten organisiert werden.
Zu den weiteren, internationalen Messen gehört der Linux Kongress – Linux System Technology Conference in Hamburg, zu den weiteren regionalen Veranstaltungen gehört unter anderem die MiniBit (vormals IT/Linux Days) in Lörrach.
Ein Kuriosum ist die jährlich stattfindende LinuxBierWanderung, die Linux-Enthusiasten der ganzen Welt eine Möglichkeit zum gemeinsamen „Feiern, Wandern und Bier trinken“ geben will.
Filme
- Revolution OS – Geschichte von Linux, freier Software und Open Source mit vielen Interviews
- Codename: Linux – ARTE TV-Dokumentation zur Geschichte von Linux und Open Source
Literatur
Siehe auch: Literatur über Freie und Open-Source-Software
- Linus Torvalds und David Diamond: Just for fun – Wie ein Freak die Computerwelt revolutionierte, München 2001 ISBN 3423362995
- Daniel J. Barrett: Linux kurz & gut. O'Reilly, ISBN 3-89721-501-2
- Michael Kofler: Linux. Installation, Konfiguration, Anwendung. Addison-Wesley, ISBN 3-8273-2158-1
- Glyn Moody: Die Software-Rebellen. Die Erfolgsstory von Linus Torvalds und Linux. Verlag moderne industrie, ISBN 3-00-007522-4
- Carla Schroder: Linux Kochbuch, O'Reilly, 2005, ISBN 3-89721-405-9
- Ellen Siever: Linux in a Nutshell. O'Reilly, ISBN 3-89721-195-5
- Ralph Steyer: Linux für Umsteiger. Software & Support Verlag, ISBN 3-935042-61-2
- Matt Welsh, Matthias Kalle Dalheimer, Terry Dawson, Lar Kaufman: Linux. Wegweiser zur Installation & Konfiguration. O'Reilly, ISBN 3-89721-353-2
- Steffen Wendzel, Johannes Plötner: Einstieg in Linux. Galileo-Press, ISBN 3-89842-481-2
Weblinks
- [http://www.kernel.org/ Kernel.org] – Projektseite des Linux-Kernels (englisch)
-
Kategorie:Betriebssystem
Kategorie:Freie Software
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ko:리눅스
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simple:Linux
th:ลินุกซ์
Microsoft
Microsoft [] ist der weltweit größte Softwareanbieter mit Hauptsitz in Redmond, einem Vorort von Seattle (US-Bundesstaat Washington). Das Unternehmen wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet. Der Name „Microsoft“ steht für Microcomputer-Software und wurde zum ersten Mal am 29. November 1975 von Bill Gates in einem Brief an Paul Allen benutzt. Am 26. November 1976 wurde „Microsoft“ eine eingetragene Handelsmarke. Derzeitiger CEO ist Steve Ballmer.
Nach anfänglichen Erfolgen mit einem BASIC-Interpreter gelang der Firma mit ihrem 1981 erschienenen Betriebssystem MS-DOS für den IBM-PC der Durchbruch zum Marktführer für Betriebssysteme auf PC-Basis sowie in der Folge für Office-Produkte und andere Applikationen, eine Position, die sie bis heute unter Microsoft Windows gehalten hat.
Positionierung
Microsoft gilt nach einer Umfrage der Financial Times von 2003 unter 1000 Vorständen und Geschäftsführern sowie einigen Fondsmanagern, Medienkommentatoren und regierungsunabhängigen Organisationen nach General Electric als zweitbedeutendstes Unternehmen der Welt. Das Wirtschaftsmagazin Capital kürte die Microsoft Deutschland GmbH nach einer Erhebung im Jahr 2005 zum dritten Mal in Folge als „besten Arbeitgeber“. Bereits im Jahr 2002 war Microsoft von der Europäischen Kommission als bester Arbeitgeber in Deutschland prämiert worden.
Das Unternehmen ist andererseits aber auch immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Die bedeutendsten Kritikpunkte sind
- der Missbrauch seiner Position als Marktführer für eine wettbewerbswidrige Vertragspolitik gegenüber wirtschaftlich abhängigen Firmen,
- die wettbewerbswidrige Bündelung verschiedener Produkte,
- das Unterlaufen von etablierten Softwarestandards mit dem Ziel der Kundenbindung an Microsoft als Folge von Inkompatibilitäten,
- chronische Sicherheitslücken in Betriebssystemen und Anwendungen und
- die Verzögerung von softwaretechnischen Innovationen aus unternehmensstrategischen Motiven zum Teil um Jahre.
Zu den ersten drei Kritikpunkten waren und sind auch derzeit immer wieder zahlreiche Prozesse anhängig. Der Unmut über diese Geschäftspolitik und auch die Unzufriedenheit mit der häufig hinter dem Stand der Technik zurückgebliebenen Qualität der Produkte hat wesentlich zur Entstehung einer „Open Source“-Bewegung beigetragen, die sich nicht zuletzt als Alternative zu Microsoft versteht.
Nahezu alle erfolgreichen Viren- und Wurmattacken richten sich gegen Microsoft-Produkte. Der Hersteller führt dies auf die Verbreitung seiner Produkte zurück, andere sprechen von mangelhaftem Sicherheitsbewusstsein. Um der Kritik entgegenzutreten, hat B. Gates Sicherheit zur Chefsache erklärt (Trustworthy Computing). Tatsächlich sind die meisten Sicherheitsmechanismen heutiger Betriebssysteme (v. a. Benutzermanagement) auch unter modernen Windows-Versionen verfügbar, werden von den Benutzern jedoch nicht verwendet, da diese sie nicht kennen oder Software einsetzen, die ihre Verwendung verhindert oder erschwert (z. B. Adobe Photoshop). Microsoft wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, solche Software nicht aggressiv genug zu bekämpfen und die Nutzer nicht genügend aufzuklären.
Durch die marktbeherrschende Stellung von Microsoft auf dem Desktop-Markt und durch den großen Einfluss der Computertechnologie allgemein ist auch ein großer Einfluss in Bereichen wie etwa dem Arbeitsmarkt oder der deutschen Sprache festzustellen. So gelten beispielsweise heutzutage Microsoft-Zertifikate (u. a. MCP, MCSE) als eine der Hauptanforderungen im Stellenmarkt der IT-Branche.
Unternehmensbereiche
Microsoft teilt sich in die sieben Core Business Units [http://www.microsoft.com/mscorp/articles/business.asp] Windows Client, Information Worker, Microsoft Business Solutions, Server and Tools, Mobile and Embedded Devices, MSN und Home and Entertainment:
; Windows Client: In dem Geschäftsbereich Windows Client fallen die Microsoft-Betriebssysteme Windows XP, Windows 2000 und Windows Embedded. Auf 96 % [http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=211494] aller neu verkauften PCs ist ein Betriebssystem von Microsoft installiert. Microsoft bietet großen Herstellern außergewöhnlich günstige Konditionen für so genannte OEM-Software, wenn diese sich verpflichten, keine Desktop-Rechner ohne ein Betriebssystem von Microsoft auszuliefern. Der hohe Marktanteil bei Betriebssystemen ist die Grundlage des Microsoft-Monopols und der hohen Verbreitung des Internet Explorers sowie des Windows Media Players, weil diese beiden Programme standardmäßig mit den Windows-Betriebssystemen mitgeliefert werden. 85,5 % [http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=276957 Quelle], laut anderen Statistiken aber auch deutlich weniger (~ 60 - 70 %), aller Internetnutzer surfen mit dem Internet Explorer durchs Web. Seit ungefähr einem Jahr sinkt dieser Wert jedoch kontinuierlich. Die Ursache dieses Trends ist die zunehmende Verbreitung kostenloser Browser, z.B. Mozilla Firefox.
; Information Worker: Über die Sparte Information Worker werden alle Anwendungsprogramme ("stand-alone desktop applications") entwickelt und vertrieben. Dazu gehören auch die Programme der Microsoft-Office-Familie Microsoft Word, Microsoft PowerPoint, Microsoft Excel und Microsoft Outlook. Auch der weit verbreitete Internet Explorer und der Windows Media Player gehören in die "Information Worker"-Sparte.
; Microsoft Business Solutions: Diese Sparte richtet sich ausschließlich an Unternehmen. Sie bietet Software fürs Finanzmanagement, Supply Chain Management, Customer Relationship Management und E-Business [http://www.microsoft.com/germany/businesssolutions/bereich/default.mspx].
; Server and Tools: In der Sparte Server and Tools vertreibt Microsoft seine Serverprodukte (u. a. Windows Server, SQL Server, IIS Server). Auch die Windows-Entwicklungswerkzeuge (z. B. Visual Studio), mit deren Hilfe Programmierer neue Software schreiben, werden über diesen Geschäftsbereich vertrieben. Darüber hinaus werden Dienstleistungen wie Schulungen und Beratung für Kunden und Entwickler angeboten. Die Beziehung zu den Entwicklern ist dabei besonders wichtig, weil die Anzahl der Entwickler über den Erfolg der Windows-Plattform mitentscheidet.
; Mobile and Embedded Devices: Dieser Geschäftsbereich entwickelt Betriebssysteme und Anwendungsprogramme für mobile Geräte wie PDAs, Smartphones und Mobiltelefone. Seit Jahren versucht Microsoft über diese Sparte auf dem Mobilfunkmarkt Fuß zu fassen. Doch durch Nokia und den hohen Marktanteil seines Symbian-Betriebssystems für Handys ist dieses bisher nicht gelungen [http://derstandard.at/?id=1657503].
; MSN: Im MSN (Microsoft Network) hat Microsoft seine Internetaktivitäten gebündelt. Dazu gehört unter anderem der mit 170 Millionen Benutzern größte E-Mail-Dienst der Welt Hotmail. Im Vergleich dazu erscheinen die beiden größten deutschen E-Mail-Anbieter GMX und Web.de mit 18 [http://service.gmx.net/de/cgi/gmxag?LANG=de&AREA=gmxag_aufeinenblick] bzw. 6,9 [http://www.webdeag.de/de/Presseservice/Hintergrundberichte/Unternehmen/2004/unternehmensportraet.htm] Millionen Nutzern eher klein. Zu MSN gehört außerdem das MSN-Portal, das hauptsächlich der Bündelung verschiedener Internetdienste wie z. B. E-Mail, Instant Messaging, Internetsuche und Informationsangeboten dient und zu den meist frequentierten Seiten im Web gehört [http://www.alexa.com/site/ds/top_500].
; Home and Entertainment: Home and Entertainment beinhaltet verschiedene Computerspiele und die Spielkonsole Xbox. "Beobachter schätzen, dass Microsoft bei jeder verkauften Xbox einen Verlust von 100 US-Dollar macht" [http://www.heise.de/newsticker/meldung/44138]. Microsoft verkauft die Xbox mit Verlusten [http://www.heise.de/newsticker/meldung/44138] und versucht den Verlust durch den Verkauf von Xbox-Spielen zu kompensieren. Diese Strategie hatte bisher aber wenig Erfolg, was dazu geführt hat, dass die gesamte Sparte rote Zahlen schreibt [http://www.heise.de/newsticker/meldung/44138]. Neben Computerspielen und der Xbox wird in dieser Sparte auch die Enzyklopädie Microsoft Encarta vertrieben.
Produkte
Das Unternehmen bietet Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sowie seit geraumer Zeit Hardware wie Mäuse, Joysticks (die Weiterentwicklung von Sidewinder Gamepads und Joysticks wurde eingestellt), Tastaturen und andere Eingabegeräte an, außerdem seit der Übernahme von Navision leistungsfähige ERP-Software (MS Navision, MS Axapta). Weiterhin ist Microsoft Ende 2001 mit der Xbox ins Spielekonsolengeschäft eingestiegen und versucht im Moment (2004) wenig erfolgreich im Mobilfunkmarkt mit einem neuen Betriebssystem Fuß zu fassen.
Von dem heutigen Hauptprodukt des Konzerns, Microsoft Windows, gab es bis 2001 zwei Linien: zum einen die auf MS-DOS beruhenden Systeme (Windows 1 bis Windows 3.0, Windows 3.1, Windows 3.11 für Workgroups, | | |